worüber traurig?

Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.

Elberfelder Bibel 1905 – Mt 5,4

Selige sind die, die trauern! Sie werden nämlich getröstet ‹und aufgerichtet› werden.

Janzen & Jettel – Mt 5,4

Glücklich zu preisen sind die, welche über die Gottentfremdung der Welt trauern; denn sie sollen getröstet werden.

Johannes Greber – Mt 5,5

Herzlichen Glückwunsch an die Traurigen, weil Gott ihre Tränen abwischen wird.

VolxBibel – Mt 5,4

Was für eine TRAURIGKEIT meinte Jesus??

Mt 5,4 πενθοῦντες Ptz. πενθέω klagen, trauern, traurig sein (hier wahrscheinl. über ihre Not einschließl. ihrer Schuld); subst. αὐτοί (V. 4–9) betont (A124a). παρα-κληθήσονται Fut. Pass. -καλέω; wohl pass. divinum (A76b) sie werden (v. Gott) getröstet werden.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

»Glücklich zu preisen sind die Leidtragenden, denn sie werden getröstet werden.«

Das führt uns noch einmal zu Jesajas Endzeitverkündigung und zur Hoffnung Israels in den Psalmen. Das 61. Jesajakapitel redet vom Auftrag des Messias, »zu trösten alle Trauernden« (Jes 61,2), und in Ps 126,5 ist die Zuversicht ausgesprochen: »Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.« Wenn Jesus hier und später so stark auf die Psalmen Bezug nimmt, dann ist klar: Er hat die Psalmen nicht nur als Gebetbuch gelesen, sondern auch als das vom Geist inspirierte Hoffnungsbuch Israels. Und wiederum wird deutlich: Er sieht die Erfüllung dieser Verheißungen mit seiner Person Wirklichkeit werden.

Wer sind nun »die Leidtragenden« von Mt 5,4 ? Sind es alle, die in dieser Welt irgendwie leiden?

In der Tat dürfen alle »Mühseligen und Beladenen« zu Jesus kommen (Mt 11,28). Aber der genaue Sinn von Mt 5,4 geht in andere Richtung. Sind es alle, die geistlich an Sünde und Mangel leiden? Damit stünden wir schon näher an der zweiten Seligpreisung. Doch gilt es den Sinn noch präziser zu erfassen. Wenn Jesus an die Erfüllung der Verheißungen aus Jes 61,2 und Ps 126,5 denkt, dann sind es diejenigen, die wegen ihrer Schuld bisher unter göttlicher Strafdrohung standen. Es sind Leute, die wie Daniel bekennen müssen: »Wir haben gesündigt … Darum ist der Herr auch bedacht gewesen auf dies Unglück und hat’s über uns kommen lassen« (Dan 9,5.14).

Gerade wenn wir so nahe am Zusammenhang der Schrift bleiben, enthüllt sich die Spannung und Überraschung, die in Jesu Worten liegt. Es handelt sich wirklich um eine Begnadigung, »ein gnädiges Jahr des Herrn« (Jes 61,2), die dem unter Gottes Strafe liegenden Israel angeboten wird. Das »Tröstet, tröstet mein Volk« aus Jesaja 40,1 wird jetzt in Jesus geschenkte Gegenwart. Wo der Täufer selbst in den Frömmsten nur »Schlangenbrut« sah und ganz Israel zur Umkehr rufen musste (Mt 3,7ff.), da kann Jesus versprechen: »Sie werden getröstet werden.« Von da aus gewinnt die Ablehnung Jesu erschreckende Züge: Israel hat mit Jesus seine Begnadigung abgelehnt.

Wir müssen noch einmal genauer prüfen. Die Leideform »werden getröstet werden« beschreibt nach aramäisch -hebräischem Sprachverständnis ein Handeln Gottes. Dann lautet Jesu Einladung: Die über Gottes Zorn Trauernden sind selig zu preisen, »denn Gott wird sie trösten«. Auch da halten wir wieder fest, dass Gegenwart und Zukunft vereinigt sind. In Jesu Gemeinschaft beginnt das Trösten Gottes schon jetzt. Vollendet und in voller Größe erscheinen wird es aber in der Zukunft, wenn Gottes Herrschaft allen sichtbar wird. Dort, in der Zukunft, liegt wieder das Schwergewicht.

Wir dürfen als das neue Bundesvolk diese zweite Seligpreisung voll in Anspruch nehmen, auch wenn sie zunächst dem Volk Israel bzw. Jesu Jüngern aus Israel gegeben war. In Gestalt des »Trösters«, wie der Heilige Geist im Johannesevangelium bezeichnet wird Joh 14,16ff.); Joh 16,7ff.), erhalten wir Gottes Trost, wenn wir mit Schrecken das Gericht über unserem Leben entdecken und gerne Gottes Gnade ergreifen möchten. Als Jünger Jesu aus den Völkern können wir mit Paulus sagen: »Nun wir sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus« (Röm 5,1) und verstehen sein Wort in Röm 14,17: »Das Reich Gottes ist… Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist.« Einladung für verlorene Sünder, denen die Sünde leid ist, das ist auch der Charakter der zweiten Seligpreisung.

Ausgabe – C

Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.
Ps 126,5.6; Jes 61,2; Offb 7,16.17

Die Übersetzung »die Leidtragenden« ist zu eng gefaßt. Die Trauernden, das sind auch und besonders die, welchen die Augen aufgegangen sind über den ganzen Jammer des sündenverderbten Ichs. Ihre Traurigkeit stammt aus jener abgrundtiefen Erschrockenheit über die total verderbte und verwerfliche Sündennatur des Menschen, über den Abgrund voller Sündengift. In diese völlig hoffnungslose Lage des Menschen kann nur der Herr allein den Trost schenken, daß nur Er ganz allein es schafft.

Wuppertaler Studienbibel

Interessant auch der Hinweis in dem Buch „Crashkurs-Leidenschaft“

Gibt es sexuelle Erfahrungen, durch die ihr verletzt worden seid? Hattet ihr genug Zeit, um darüber zu trauern? Jesus sagt, dass die Trauernden getröstet werden (Matthäus 5,4). Es ist nicht genug, dass man eine schlechte Erfahrung verdrängt oder sich mit anderen Betroffenen in eine Reihe stellt. Ein paar Tränen, echte Trauer und die Bitte an Gott, das eigene Herz gesunden zu lassen, sind die Bestandteile echter Erneuerung.