„blickte auf gen Himmel“

Er nahm aber die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf gen Himmel und segnete sie; und er brach sie und gab sie den Jüngern, um der Volksmenge vorzulegen.

Elberfelder Bibel 1905 – Lk 9,16

Dann nahm Jesus die fünf Brote und die zwei Fische, sah zum Himmel auf und sprach das Segensgebet darüber. Er brach die Brote in Stücke, zerteilte auch die Fischeund gab alles den Jüngern, damit sie es an die Menge austeilten.
Gute Nachricht

Darauf nahm er die fünf Brote und die beidenFische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis (Gottes), brach die Brote und gab sie-1- immer wieder den Jüngern, damit diese sie dem Volk vorlegten. -1) d.h. die Stücke.
Menge 1949

Dann nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf,segnete sie und brach sie und begann sie den Jüngern zu geben,damit diese sieder Volksmenge vorsetzten.
Neue Welt 1985

Er nahm nundie fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel und segnete sie. Dann brach er die Brote und reichte sie den Jüngern, damit sie sie den Leuten gaben.
Neue Welt 2018

Dann nahm er die fünf Toastbrote und die Frikadellen,die ihm die Schüler in die Hand gedrückt hatten. Er blickte kurz Richtung Himmel, dankte seinem Vater für das Essen, und gab die Teile Stück für Stück an die Leute weiter.
Volxbibel

Lk 9,16 λαβών Aor. Ptz. λαμβάνω, temp. (A291,1 Anm. 1). ἀνα-βλέψας Aor. Ptz. -βλέπω41 aufblicken; temp. od. mod. εὐ-λόγησεν Aor. -λογέω hier wohl segnen (B 2b). κατ-έ-κλασεν Aor. κατα-κλάω23 in Stücke brechen. ἐ-δίδου Ipf. δίδωμι; erg. αὐτούς/τούτους (A79). παρα-θεῖναι Aor. Inf. -τίθημι200 danebenstellen, vorsetzen, vorlegen (B 1a); fin.; ἐδίδου τοῖς μαθηταῖς παραθεῖναι τῷ ὄχλῳ er gab (sie) den Jüngern, um sie an die Leute auszuteilen (vgl. H-S § 220c) [Var. παρα-τιθέναι Inf.]. Lk

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Die Menge, die sich versammelt hatte, stammte anscheinend nicht aus der Gegend, denn die Jünger wollten, daß Jesus die Menschen gehen lasse, damit sie hingehen in die Dörfer und Höfe ringsum und Herberge und Essen finden. Das wäre nicht nötig gewesen, wenn sie in der Nähe gewohnt hätten und einfach hätten heimgehen können. Jesu Aufforderung an seine Männer, den Leuten selbst zu essen zu geben, machte ihnen im selben Augenblick auch klar, daß es nach menschlichem Ermessen völlig ausgeschlossen war, diesem Ansinnen nachzukommen. Die Jünger erwiderten denn auch sogleich, daß sie in diesem Fall erst etwas kaufen müßten, weil sie nur noch fünf Brote und zwei Fische hatten – mit Sicherheit nicht genug für so viele Menschen. Bei den fünftausend Mann (andres, „Männer“) handelte es sich zweifellos um eine geschätzte Zahl, bei der die ebenfalls anwesenden Frauenund Kinder nicht mitgerechnet wurden (Mt 14,21). Insgesamt waren es also wohl über zehntausend Menschen.
Nachdem er sie in Gruppen zu je fünfzig hatte niedersitzen lassen, um die Verteilung zu erleichtern, dankte Jesus Gott dem Vater und teilte die vorhandenen Vorräte aus, d. h. er reichte den Jüngern von dem Brot und Fisch, und sie gaben es weiter. Nachdem alle gegessen hatten, wurden noch zwölf Körbe voll übriggebliebener Brocken gesammelt – es blieb also wohl für jeden Jünger ein Korb, an dessen Inhalt auch er sich noch sattessen konnte. Das an dieser Stelle verwendete Wort für Körbe (kophinoi) stammt aus dem jüdischen Wirtschaftsleben (bei den sieben Körben, die nach der Speisung der Viertausend übrigblieben [Mk 8,8], handelte es sich um andere, größere Körbe). Durch diesen Akt der Fürsorge hatte Jesus bewiesen, daß er in der Lage war, für das Volk Israel zu sorgen und ihm Wohlergehen zu schenken, wenn es nur an ihn glaubte. Das Speisungswunder erinnerte in seiner Art an das Zeichen Elisas, der nach dem Wort des Herrn mit nur zwanzig Gerstenbroten und ein wenig Getreide hundert Mann satt machte und noch etwas übrig behielt (2Kö 4,42-44).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Jesus weigert sich, dem Vorschlag der Zwölf zu folgen. »Er sagte zu ihnen: Gebt ihr ihnen doch zu essen!« (V. 13). Das kleine Wort »ihr« ist betont. Jesus sagt also: Jetzt seid »ihr« an der Reihe! »Gebt« ihr »doch« die notwendige Hilfe! Johannes erzählt, Jesus habe schon in diesem Augenblick gewusst, was er tun wollte (Joh 6,6). Aber zuerst muss klargestellt werden, wie weit die Möglichkeiten der Jünger reichen. Diese Möglichkeiten sind begrenzt. »Sie sagten: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, dass wir uns auf den Weg machen und für alle diese Leute Essen kaufen« (V. 13). Die Zahl der Brote und der Fische hatten sie zuvor durch Erkundigungen festgestellt (Mk 6,38). Alle Evangelien stimmen in den Zahlen überein (vgl. V. 13 mit Mt 14,17; Mk 6,38; Joh 6,9).

Spätestens an dieser Stelle fällt die Verwandtschaft zwischen der Speisung der Fünftausend und der wunderbaren Speisung durch Elisa in 2Kön 4,42-44 auf. Dort sagt der Prophet, der zwanzig Gerstenbrote erhalten hat, zu seinem Diener (= Jünger): »Gib’s den Unten, dass sie essen!« Sein Diener aber sprach: »Wie soll ich davon hundert Mann geben?« Auch dort reichten die vorhandenen Lebensmittel nicht aus.

Was besagt diese Verwandtschaft mit Elisas Speisung? Dass Jesus sich als die Fortsetzung der israelitischen Propheten betrachtet, ja sogar als deren Gipfel. Davon werden wir gleich noch mehr hören.

Für runde »fünftausend Männer« (V. 14) sind fünf Brote und zwei Fische in der Tat zu wenig. Dass nur die »Männer« erwähnt werden, und zwar wieder in allen Evangelien, bedeutet keine Gleichgültigkeit gegen die Frauen, sondern hängt einfach von dem Umstand ab, dass damals nur wenige Frauen und Kinder den beschwerlichen Marsch zum Ostufer antraten (Mt 14,21).

»Da sagte er zu seinen Jüngern: Lasst sie sich in Gruppen zu je fünfzig lagern!« (V. 14). Dieser Satz ist ein Schlüsselsatz. Denn die Einteilung in »Lager« gehört zu den zentralen Vorgängen des Exodus (4Mose 2,1ff.). In 4Mose 2,2 lesen wir den Befehl Gottes: »Die Israeliten sollen sich gegenüber der Wohnung des Gesetzes und rings um sie her lagern.« Jesus nimmt jetzt gewissermaßen den Platz der Stiftshütte ein. Um ihn lagert sich das Israel des Neuen Bundes. Ferner erinnern die »Gruppen« oder Tischgemeinschaften an die militärischen »Gruppen« der Exoduszeit. Markus berichtet hier vollständiger als Lukas, nämlich von »Hundert«- und »Fünfzig«-schaften (Mk 6,40; 4Mose 31,14ff.). Möglicherweise verstand sich Jesus auch in einem geistlichen Sinne als »Zeichen« oder »Feldzeichen«, um das sich Israel lagern sollte (vgl. 4Mose 2,2 und 4Mose 21,8ff. mit Lk 9,14 parr und Joh 3,14ff.). Kurz und gut: Wenn die Jünger unter den Anwesenden eine »Lager«-Ordnung herstellen sollen, dann erinnern sie an den Exodus und die damalige Befreiung aus der Knechtschaft. Die Folgerung liegt nahe, dass Jesus jetzt als der Befreier aus der Knechtschaft von Sünde, Tod und Teufel wirken und den neuen Exodus ins himmlische Jerusalem leiten will.

Nach der Ausführung dieses Befehls (»Und sie machten es so und ließen alle sich lagern«, V. 15) »nahm Jesus die fünf Brote und die zwei Fische« (V. 16). Erstaunlich! Er sagte nicht: »Das ist zu wenig.« Er sagte auch nicht: »Weg mit diesem bisschen, hier wird einzig und allein auf ein radikales Wunder gesetzt.« Vielmehr knüpft Jesus dankbar an das Vorhandene an. Niemals hat Jesus eine Gabe des Vaters weggeworfen. Er unterscheidet sich an dieser Stelle von allen Schwärmern, die die einfachen und normalen Dinge verachten.

Dann »blickte er auf zum Himmel und sprach den Segen über ihnen« (V. 16). Der vertrauende, kindliche Blick zum Vater (»zum Himmel«) begegnet uns bei Jesus öfter (vgl. Mk 7,34; Joh 11,41; 17,1 und Ps 121,1; 123,1). Er zeigt den Anwesenden, dass er alles von oben, d. h. vom Vater, erwartet. »Den Segen sprechen« ist ein Ausdruck für das jüdische Tischgebet (vgl. 1Sam 9,13; Mt 26,26; Mk 14,22; Lk 22,19; 24,30; 1Kor 11,24; Apg 27,35). Die Worte »über ihnen« beziehen sich auf die Brote und Fische. Die Betonung des Segensspruches erinnert uns an das Passafest, bei dem nach der alten jüdischen Liturgie mehrfach der Segensspruch über Wein, Brot und allen Speisen gesprochen wurde (Mischna Pesachim X, 1ff.).

»Er brach sie«: Das bezieht sich auf die Brote. Man aß in der Regel flache, pizzaförmige Brote, die man vor dem Essen in Stücke »brach« (vgl. Lk 24,30.35; Apg 27,35).

Jesus hat die Brote nicht selbst verteilt. Vielmehr »gab er sie den Jüngern, damit diese sie den Leuten austeilten« (V. 16). Diese Einbeziehung der Jünger hat eine Bedeutung. Sie zeigt, dass der Messias durch Mitarbeiter wirken will. Sie zeigt außerdem, dass er wie Mose beim Exodus besonders berufene Helfer an seiner Seite hat (vgl. 2Mose 18,13ff.; 4Mose 11,16ff.). Exodus und Passa, das sind also wichtige Bezugspunkte für das Verständnis der Speisung der Fünftausend.

Der dritte wichtige Bezugspunkt bleibt das Wunder der Speisung durch Elisa in 2Kön 4,42ff. Das wird durch den Ausgang unserer Geschichte klar. Wir lesen in V. 17: »Und sie aßen und wurden alle satt. Und man hob auf, was sie an Brocken übrig gelassen hatten zwölf Körbe voll.« Dieser Bericht erinnert unmittelbar an 2Kön 4,43ff., wo es heißt: »Man wird essen, und es wird noch übrig bleiben. Und er legte es ihnen vor, dass sie aßen; und es blieb noch übrig nach dem Wort des Herrn.« Was bedeutet die enge Verwandtschaft zwischen 2Kön 4,42ff. und Lk 9,12ff. ? Sie bedeutet, dass Jesus mit seinen Wundern die Propheten übertrifft. Denn er speiste 5000 Mann, während Elisa nur 100 Mann speiste. Elisa hatte 20 Brote, Jesus nur 5. Das Zahlenverhältnis beträgt bei Elisa 1:5, bei Jesus aber 1: 1000.

Aber diese Beobachtung der Verwandtschaft zwischen Jesus und Elisa ist noch nicht alles. Vielmehr müssen wir jetzt feststellen, dass Jesus in unglaublicher Fülle gibt. Er schenkt mehr als die bloße Sättigung. Jeder Apostel bringt noch einen großen, festen Trag -»Korb« mit Brocken zurück. Solche Trag -»Körbe« benutzte man für längere Gänge über Land. Sie gehörten offenbar zur Ausrüstung des am Ostufer zusammenströmenden Volkes, auch wenn sie vorher leer gewesen waren. Überfluss ist also bei Jesus getreu seiner in Joh 10,10 berichteten eigenen Aussage. Und gerade dieser Überfluss ist wieder ein typisches Zeichen für den Messias (vgl. Joel 4,18; Am 9,13).

Nur eins wird nicht gesagt: wie diese wunderbare Speisung zustande kam. Über den Einzelheiten des Vorgangs bleibt ein Geheimnis.

Aus diesem Abschnitt lernt man vieles. Zunächst und zuerst: Jesus ist Gott. So wie nur Gott das Manna des Exodus geben konnte (2Mose 16,13ff., Ps 78,24), so konnte nur der Gottessohn Jesus die wunderbare Speise geben (vgl. Joh 6,32). Zweitens: So wie damals Israel beim Exodus versammelt wurde, so versammelt jetzt Jesus das endzeitliche Israel des Neuen Bundes zum Einzug ins himmlische Jerusalem. Drittens: Als Messias versorgt er die Seinen, und zwar in Fülle und Überfluss. Viertens: Er übertrifft sogar die größten Propheten des Alten Bundes, Mose, Elia (vgl. 1Kön 17,13ff.) und Elisa (2Kön 4,42ff.). Fünftens: Auch das Israel des Neuen Bundes hat seine Ordnung und seine Ämter (»sich lagern«, »Gruppen«, die Jünger als Austeilende). Sechstens: Es bleibt eine schlichte Tatsache, dass Danken »das Mittel ist, mehr zu erhalten« (F. Godet).

Wer Wunder überhaupt leugnet, wird auch dieses leugnen. Es stimmt aber nachdenklich, wenn ein so begabter Lukas -Ausleger wie Frederic Godet hier anmerkte: »Ich glaube nicht, dass es unter den Wundern Jesu… eines gibt, welches besser beglaubigt wäre, als dieses«.

Vorschlag zur Bibelarbeit über Lukas 9,10-17

Einleitung:

a) Erneut ist die Verbindungslinie zum AT wichtig. Aus ihr ergibt sich, dass es nicht nur um die Stillung des Hungers der Fünftausend geht, sondern um die endzeitliche Erlösung, den Exodus zum himmlischen Jerusalem.

b) Wir machen uns ferner mit der wirtschaftlichen und politischen Situation am Ostufer vertraut. Erst daraus wird die Bitte der Zwölf verständlich (Kommentar auswerten!).

c) Sorgfältig vergleichen wir wieder die Parallelberichte bei Matthäus, Markus und Johannes.

d) Bei so bekannten Erzählungen ist es erfahrungsgemäß schwierig, eine zum Text passende und dennoch nicht abgedroschene Überschrift zu finden. Unser Vorschlag: »Bei Jesus hat man genug«.

Durchführung:

Thema: »Bei Jesus hat man genug«

a) Die eigenen Taten sind nicht so wichtig

Die Überschrift »Bei Jesus hat man genug« ist doppelsinnig – Wenn wir sagen: »Bei dem und dem habe ich genug«, dann kann das heißen: »Ich will nichts mehr mit ihm zu tun haben« – Bei unserer Überschrift geht es aber um etwas anderes: Er, Jesus, gibt so viel, dass daneben nichts anderes mehr wichtig ist – Nicht einmal die eigenen Taten und Leistungen! – Wie viel werden die Apostel von diesen ihren Taten und Erlebnissen und Erfahrungen berichtet haben – Jesus aber nimmt sie zu sich und führt sie in die Stille – Wir kommen in die Gegend von Betsaida (nicht direkt in die Stadt).

b) Nicht einmal bei den Jüngern hat man genug

Jesus schickt die überraschend Gekommenen nicht weg – Sie haben die Sehnsucht, ihn selbst aufzusuchen – Und den, der ihn selbst will, schickt Jesus niemals weg – Er predigt und heilt: Es ist sein stetiger Dienst, und er hat nicht das Bestreben, ständig Abwechslungen und Neuheiten zu bieten – Dann kommt der Abend – Die Zwölf haben ihre eigene Lösung für diesen Abend und die kommende Nacht: Schick sie weg! – Einerseits imponiert uns ihre Nüchternheit – Andererseits wird, wie so oft im Evangelium, klar (vgl. Lk 9,40 !), dass nicht einmal die Jünger die ausreichende Hilfe gehen können – Sie können mit fünf Broten und zwei Fischen nicht sattmachen – Ist das nicht auch symbolisch für uns? – Wir sollten uns an Jesus selbst halten, und nicht nur von Kirche und Gemeinde sprechen bzw. von dorther etwas erwarten.

c) Aber bei Jesus ist genug für Leib und Seele

Jesus lässt in Gruppen lagern – Das erinnert an die Lagerordnung beim Exodus (vgl. 4Mose 2) – Will Jesus jetzt an den neuen Exodus, heraus aus der Gefangenschaft von Sünde, Tod und Teufel erinnern? – Die Nähe von Passa (Joh 6,4) spricht dafür, denn Passa ist Gedenken an Exodus und Erlösung – Jesus knüpft demütig an dem an, was der Vater schon bereitgestellt hat: fünf Brote und zwei Fische – Er blickt zum Himmel, dankt, bricht und gibt – Das erinnert an die Passaliturgie – Die Brotvermehrung kommt aus dem Danken! – Ist das nicht auch ein Symbol für unser Leben? – Die Jünger werden bewusst als Mitarbeiter eingesetzt: Auch das ist ein Wink für die Zukunft – Alle werden satt: Jesus hat genug für den Leib – Es bleiben noch zwölf Körbe übrig – Das ist Fülle: Jesus hat genug! – Das ist aber auch ein Hinweis, dass die Endzeit schon begonnen hat, in der ja die zwölf Stämme Israels gesammelt werden sollen – So hat Jesus auch genug für die Seele: Er führt uns in einem neuen, geistlichen Exodus hinein ins Reich Gottes, in dem die Fülle der Erlösung ist.

Edition C

2 Kön 4,44
Es muss bei den vier Evangelisten einen besonderen Eindruck hinterlassen haben, dass Jesus vor der Vermehrung der Speise ein Dank-Gebet aussprach, denn sie berichten alle diese Tatsache. Die Apostel empfanden, dass darin das Geheimnis Seiner Wundermacht lag, die sich in dieser Stunde offenbarte. Bei Matthäus und Markus heißt es: „Er blickte auf zum Himmel und segnete“ (eulogeo), was man auch mit „Er dankte“ übersetzen kann. Bei Lukas heißt es: „Er blickte auf gen Himmel und segnete sie (eulogeo)“, nämlich die Brote, besser gesagt, die Nahrungsmittel Brot und Fisch. Johannes berichtet: „Er dankte“ (eucharisteo). Es ist jüdische Sitte, vor der Mahlzeit ein Gebet 60) des Segens oder des Dankens zu sprechen. Das Gebet zog einen wunderbaren Segens auf eine so geringe Speise herab. Das Wenige an Nahrung |235| diente Tausenden zur Sättigung. Jesus, der für Sich Selbst kein Wunder der Speisebeschaffung tat, als Er vom Teufel versucht wurde, machte von Seiner Wundermacht Gebrauch, um die anderen, um die vielen zu sättigen. Es blieben sogar noch zwölf Körbe, gefüllt mit Brocken, übrig. Jesus befahl nach Joh 6,12 das Übrige zu sammeln, damit nichts umkam! Gottes Gaben sollten geachtet und gewürdigt werden, auch wenn man satt ist.
Die zwölf Körbe sind in allen vier Evangelien erwähnt. Körbe gehören zum Gerät einer Karawane. Es waren wohl die, welche die Apostel bei der Abfahrt mitgenommen hatten. – Die Zahl der gesättigten Gäste ist von Matthäus und Markus am Schluss der Geschichte angegeben. Lukas hat sie schon in V 14 gesetzt; Johannes gibt sie etwas später als Lukas in V 10 in dem Augenblick, wo die Scharen sich setzten.
Es war ein wirkliches Wunder geschehen. Die Tatsache dieser wunderbaren Speisung wird von allen vier Evangelisten verbürgt. Trotzdem weigern sich die Ausleger, das Wunder anzunehmen. Sie deuten auf einen beschleunigten Naturprozess hin. Das wäre jedoch auch ein Wunder. Die Rationalisten sagen wenig stichhaltig: Jesus verteilte großmütig Seinen geringen Vorrat unter die Menge, und Seinem Beispiele sind „die übrigen Gelagerten, die Vorräte hatten“, gefolgt. Die Mythentheorie, wonach alttestamentliche Vorbilder oder Parallelen (2 Mo 16; 4 Mo 11; 1 Kön 17,8-16; 2 Kön 4,42-44) nachgeahmt sein sollen, verkennt gänzlich den historischen Rahmen unseres Wunders. Die parabolische und symbolische Erklärung des Wunders scheitert an der geschichtlichen Tatsache.
Die Speisung der Fünftausend ist und bleibt ein Wunder. Es geht nun einmal über unser Vorstellungsvermögen hinaus, dass neue Brote und neue Fische zum Vorschein kommen. Über diese Dinge zu grübeln führt zu nichts. Wir sind darauf angewiesen, an der Glaubwürdigkeit der Evangelienberichte festzuhalten.
Zuletzt ist noch darauf hinzuweisen, dass die Speisung jener Viertausend (Mt 15,29-39; Mk 8,1-9) keine Wiederholung unserer Geschichte ist. Vgl. W. Stb. Mt S. 217.

Wuppertaler Studienbibel

Wenn wir uns diese zweiundzwanzig Beispiele für die Gebete Jeschuas ansehen, können wir vierundzwanzig spezifische Beobachtungen und Schlussfolgerungen ziehen.

Erstens versuchte er oft, in Einsamkeit zu beten. Manchmal stieg er auseinander in den Berg (Mat. 14:23; Mk. 6:46; Lk. 6:12). Manchmal ging er in die Wüste, um zu beten (Mk. 1:45; Lk. 5:16). Er versuchte oft, in Einsamkeit zu beten.

Zweitens war die Tageszeit, zu der er betete, unterschiedlich. In Markus 1:35 betete er am Morgen. Aber in Matthäus 14, 23 war es am Abend. Er war in Bezug auf die Zeit des Gebets nicht legalistisch.

Drittens war auch die Gebetshaltung unterschiedlich. Manchmal betete er im Stehen (Mat. 14:19; Joh. 11:41). Manchmal betete er kniend (Lk 22,41). Manchmal betete er mit seinem Gesicht auf dem Boden (Mat. 26:39). Zu anderen Zeiten betete er, dass er zum Himmel aufblickte (Lk 9,16).

Viertens betete er oft kurz vor den wichtigsten Wendepunkten in seinem Leben. In Lukas 3: 21-22 betete er bei seiner Taufe. In Lukas 5,16 betete er nach der Heilung des Aussätzigen, dem ersten messianischen Wunder. In Lukas 6: 12,13 betete er, bevor er seine apostolische Gruppe von Zwölf auswählte. In Lukas 9: 18-22 betete er vor Peters großem Geständnis.

Fünftens betete er auch in Zeiten großer Erfolge. In Matthäus 14: 23–33 betete er nach der Fütterung der Fünftausend und bevor er auf dem Wasser ging. In Matthäus 15: 32–36 betete er bei der Fütterung der Viertausend. In Johannes 11: 41–42 betete er zur Zeit der Auferstehung des Lazarus.

Sechstens betete er auch in Zeiten des Drucks. In Markus 1: 32–39 hatte er einen Predigt- und Heilungsdienst und betete zu dieser Zeit. In Lukas 5: 15–16 wurde zu Zeiten gebetet, als sein Ruf überall verbreitet wurde. In Johannes 6:15 betete er, wenn einige ihn zwingen würden, zum König gekrönt zu werden. In Zeiten des Drucks betete er eindeutig.

Siebtens betete er in Zeiten der Trauer (Mat. 26: 36–46).

Achtens betete er, als er vor dem Tod stand (Lk 23,46).

Neuntens betete er für andere für Fürbitte. In Lukas 22: 31–32 betete er für Petrus. In Lukas 23,34 betete er für diejenigen, die ihn kreuzigten.

Zehntens variierte die Länge seines Gebets. In Lukas 6:12 betete er die ganze Nacht, aber in Matthäus 26:40 betete er innerhalb einer Stunde.

Elftens richtete er sein Gebet immer an Gott den Vater (Joh. 11: 41–42). Im Hohepriestergebet (Joh. 17: 1–26) sprach er den Vater sechs Mal mit diesem Titel an.

Zwölftens gab es verschiedene Arten von Gebeten. Manchmal waren seine Gebete Petitionen (Joh. 11: 41–42). Manchmal waren seine Gebete Segensgebete (Mat. 14:19). Manchmal waren seine Gebete Danksagungen (Lk 10,21; Joh 6,11). Einige seiner Gebete waren von Fürbitte (Lk 22,31–32; 23,34; Joh 17,1-26).

Dreizehntens betete er aus dem Gefühl der Freude am Heiligen Geist (Lk 10,21).

Vierzehnten betete er unzeitgemäß und nicht durch ein Gebetbuch (Lk 11,1).

Fünfzehnten waren seine Gefühle oft in sein Gebetsleben involviert (Joh. 12: 27-28).

Sechzehntens betete er sowohl privat als auch öffentlich (Mat. 14:23; Joh. 12: 27-28).

Siebzehntens war die überwiegende Mehrheit seiner Gebete für Gläubige und nicht für Ungläubige.

Achtzehnten, seine Motive für das Gebet schlossen die Herrlichkeit Gottes und die spirituellen Vorteile für uns selbst und für andere ein.

Neunzehnten, seine Gebete waren für Einzelheiten; Er betete für „wen“ und für „was“.

Zwanzigstens gab er die Gründe für seine Gebetsanliegen an.

Einundzwanzig betete er in einem Gesprächston.

Zweiundzwanzigsten, nicht alle seiner Gebete wurden beantwortet. Gemäß Johannes 11: 41–42 wusste er immer, dass er gehört werden würde, aber in Matthäus 26: 36–46 wurde nicht jeder Petition stattgegeben.

Dreiundzwanzigste, seine Gebetsanliegen waren vom Willen Gottes des Vaters abhängig (Mat. 26: 36–46).

Vierundzwanzigsten wurden einige Anfragen wiederholt (Mat. 26: 36–46).

Wir können sein Gebetsleben in fünf Punkten zusammenfassen: Erstens wurden einige seiner Gebete provoziert, aber eine Art Krise; zweitens betete er für sich selbst, er betete eher für geistige als für materielle Bedürfnisse; drittens brachte er objektive Ergebnisse hervor; viertens war er sich völlig sicher, gehört zu werden; und fünftens betete er häufig für andere

Die Sammlung messianischer Bibelstudien

Dankbar für das was man hat? Oder Wunsch nach immer mehr?
Die Israeliten während der Wanderung durch die „Wüste“ wurden von Jehovah ernährt. Obwohl sie das Lebensnotwendige hatten, gab es hier und da „murren“ gegen die Versorgung. Heute lesen viele Theologen darin nur noch die Wanderung „kleiner Stämme, die nach und nach aus Ägypten nach Palästina zogen“ – und nicht mehr das Wandern des großen Volkes! Doch das Wunder von Jesus zeigt: es kommt nicht auf die Menge der Menschen und erst Recht nicht auf den Mangel an Mittel an: wenn Jehovah bewusst mit einbezogen wird, dann wird auch aus dem wenigsten Mitteln ein großes Volk satt. Es liegt also an uns, unseren Blick voll Dankbarkeit „gen Himmel zu richten“ – anstatt zu jammern und/oder zu fordern.