Gottesfurcht?

Die Anmut ist Trug, und die Schönheit Eitelkeit; ein Weib, das Jehova fürchtet, sie wird gepriesen werden.

Elberfelder Bibel 1905 – Spr 31,30

Anmut und Schönheit sind vergänglich und kein Grund, eine Frau zu rühmen; aber wenn sie den HERRN ernst nimmt, dann verdient sie Lob.

Gute Nachricht Bibel

Wie schwinden Anmut hin und Schönheit! Ein Weib, das Furcht hat vor dem Herrn, das soll man rühmen!

Grünwald-Bibel Spr 31,30

Der Reiz ist ein Trug, die Schönheit ein Hauch, –
ein Weib, das IHN fürchtet, das werde gepriesen!

Die Schrift; Bible.- Buber & Rosenzweig – Spr 31,30

Eine gute Figur und eine sexy Ausstrahlung gehen irgendwann mal vorbei, wenn man älter wird, dadrauf kann man nicht bauen. Aber wenn eine Frau Respekt vor Gott hat, muss man sie einfach immer tollfinden.

VolxBibel – Spr 31,30

Wer kann eine fähige Frau finden? Nach jüdischer Tradition wurde dies von Abraham seiner Frau Sarah vorgetragen und wird traditionell von ihren Ehemännern am Erev (dem Vorabend des) Schabbats vor jüdischen Frauen gelesen oder rezitiert. „Fähige Frau“ ist eine eher schwache Übersetzung von Eshet Chayil. Chayil steht für Stärke und Heldentum. Ein besseres Verständnis wäre also „heldenhafte Frau“ oder „Frau der Tapferkeit“. Deborah, die Richterin (Judg. 4), fällt mir als Beispiel ein. Als eshet chayil hat sie klare Führungsqualitäten und ist fleißig und aufrecht. Midrasch Tanhuma bemerkt, dass diese Frau wie Sarah ist, die als in Stärke und Majestät gekleidet beschrieben wird, wie die Wolke der Herrlichkeit zeigt, die über ihrem Zelt schwebte.

Die vollständige jüdische Studienbibel: Notizen

Einen interessanten Gedanken zum Thema „Schönheit“ gefunden:

Wie sollen wir als Christen mit Schönheitsidealen umgehen? Wir werden sie nicht ignorieren können, denn wir werden geprägt von der Gesellschaft, in der wir aufwachsen. Aber wir dürfen das vorherrschende Schönheitsideal nicht zum (alleinigen) Auswahlkriterium für den zukünftigen Ehepartner machen. Salomo hat recht, wenn er die Worte Lemuels zitiert: „Trügerisch ist Anmut und die Schönheit wie ein Windhauch; eine Frau, die Gott fürchtet, die soll man rühmen“ (Sprüche 31,30). Aussehen vergeht, der Charakter bleibt.
Und trotzdem dreht sich „Liebe“ auch um Schönheit. Oder um es noch ein bisschen deutlicher zu sagen: Millionen von Männern und Frauen begnügen sich mit einem Partner – und lieben ihn zutiefst -, der genau ihrer Vorstellung von Attraktivität entspricht. Deshalb ist Liebe unterm Strich irgendwie doch auch eine rationale Angelegenheit und passiert nicht willkürlich. Die Schönheit des potentiellen Partners (und nicht nur sein Charakter) entscheidet maßgeblich darüber, ob ich mich für ihn interessiere oder nicht77. Soweit ich sagen kann, gilt das auch für Christen und ist auch in Ordnung!
Aber gerade Männer stehen in der Gefahr nach der Hochzeit ihre Ehepartnerin an den retuschierten Bildern der Boulevardpresse-Schönheiten zu messen und Hollywood-Schönheiten allein wegen ihres Aussehens einen höheren Stellenwert zu geben als der eigenen Frau.
Dabei heißt die biblische Glücksformel: „Ich finde schön, was ich liebe.“ Oder noch ein bisschen genauer: „Ich erfreue mich an dem, was ich aufgrund meiner bewussten Entscheidung liebe.“
Der Leitvers zu dieser Glücksformel findet sich in Sprüche 5,18-19. Mit meinen Worten steht da: „Lass dich immer und immer wieder von den verführerischen Reizen deiner Frau überwältigen und bezaubern, bis dir förmlich die Sicherungen durchbrennen.“
Das ist viel mehr, als nur zu sagen: „Begehe keinen Ehebruch!“ Oder: „Geh nicht zu einer Prostituierten!“ Es ist auch mehr, als nur zu sagen: „Lass einfach der Natur ihren Lauf!“ Es ist eine Aufforderung – ein Gebot zum Handeln. Ehebruch und Treue beginnen im Kopf, deshalb besteht Gottes Herausforderung darin, dass wir uns eine Haltung zulegen, die unsere eigene Frau (bzw. den eigenen Mann) in den Mittelpunkt unserer Tagträume und sexuellen Phantasien stellt.
Wir müssen es lernen, das Lächeln der halbnackten Schönen vom Titelbild des TV-Magazins abzutun und beim Anblick unserer vom Schlaf zerzausten Frau in romantischen Träumereien zu schwelgen. Jeder Schwangerschaftsstreifen und jede Falte darf unser Herz zum Hüpfen bringen, während wir gleichzeitig beim Anblick von Miss Universum so viel empfinden wie für die Kartoffelschalen im Biomüll. Das ist Gottes Herausforderung an einen Ehemann (bzw. eine Ehefrau): Lass dich immer und immer wieder von den verführerischen Reizen deines Partners überwältigen und bezaubern, bis dir förmlich die Sicherungen durchbrennen.

Crashkurs Leidenschaft

ist im übrigen sehr sehr lesenswert, dass unter http://www.frogwords.de/bibel_at_nt/hohelied zu findende Buch über Ehe und Familie von k.Fischer!

Aber was ist Gottesfurcht? Hat das etwas mit „Angst vor Gott“ zu tun? Warum sollte ich Angst vor einem liebevollen Schöpfer haben? Oder was versteht man unter der „Furcht vor Gott“??

Gottesfurcht und Gottesliebe

1) Sosehr die Bibel von der → Freiheit von der Furcht redet, weil Christus der Befreier ist, so sehr betont sie die einzig richtige Furcht: die Furcht vor Gott. Furcht und Ehrfurcht fließen hier ineinander – wer Gott fürchtet, achtet ihn in Ehrfurcht; und umgekehrt: Wer Ehrfurcht vor Gott hat, fürchtet ihn auch, weil er um seine Heiligkeit weiß. Angemessene Folge dieser Furcht ist nicht Scheu, die übervorsichtigen Abstand halten will, sondern Hoffnung: »Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den Herrn hoffen« (Ps 40,4).
Hebr. jirah ist Furcht vor Gott und Ehrfurcht. Sie ist aber auch wahre Klugheit und der erste Schritt auf dem rechten Weg, der zum Ziel führt (Hiob 28,28; Ps 111,10; Spr 1,7; 9,10). Furcht ist für den atl. Frommen die Grundhaltung, die er Gott gegenüber einzunehmen hat.
Das NT bestätigt zunächst diese Haltung (1Petr 2, 17). Dem jirah des AT entspricht das ntl. Zeitwort phobein (Mt 10,28; Lk 1,50; 18,2; 23,40; Apg 10,2; 13,16; Kol 3,22; Offb 11,18; 14,7; 15,4; 19,5); siehe aber unten 3.
2) Wem die Gottesfurcht fehlt, der zeigt, dass er nur in dieser Welt zu leben glaubt, wo ihm kein Raum mehr für das transzendente Gegenüber Gott bleibt. Diese Haltung ist aber eine folgenreiche Täuschung: Die Diesseitigkeit wird in dem Augenblick schwankend, in dem sie das Gegenüber Gottes verliert. Denn nur in diesem Gegenüber hat sie ihren Bestand (Kol 1,17; Hebr 1,3). Wer sich vor Gott nicht mehr fürchtet und keine anderen Wirklichkeiten als die des Diesseits anerkennt, fällt einer viel schrecklicheren Furcht anheim: der Angst vor dem Nichts. Er muss wieder lernen, die bibl. Wahrheit zu erfassen: dass Gott zu fürchten ist (5Mo 10,12.20; Mt 10,28; Röm 11,20f). Aber nicht die Furcht vor Gott ist das letzte Ziel, sondern die Liebe zu Gott, die auf die Liebe Gottes zu uns antwortet. Dieser Gedanke der Gottesliebe überwiegt im NT den Gedanken der Gottesfurcht, wenn auch hier der Schrecken vor dem unbegreiflichen unfassbaren Gott nicht fehlt (Hebr 12,28f u.ö.).
3) Im NT sollen die Gebote nicht aus (sklavischer) Furcht, sondern freiwillig, aus Liebe und kindlicher Ehrfurcht gehalten werden (Joh 14,15.23). Wer auf die Liebe Gottes mit seinem Gehorsam antwortet, handelt nach dem neuen Gesetz der Freiheit der Kinder Gottes (Röm 8,21).
Je stärker die Liebe zu Gott wird, desto schwächer wird die falsche, sklavische Furcht. Solche Furcht ist nicht in der Liebe (1Joh 4,18). Meisterhaft hat Luther in der Auslegung zum ersten Artikel die Furcht vor Gott (entsprechend dem »Ich bin der Herr«) mit der Liebe zu Gott (»dein Gott«) verknüpft: »Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.«

Lexikon zur Bibel: Personen, Geschichte, Archäologie, Geografie und Theologie der Bibel

Sehr viel redet die Bibel, namentlich das A. T., von der Furcht Gottes oder des Herrn. Sie meint damit aber nicht ein ängstliches Fliehen vor Gott, oder ein trotziges Sichabschließen von ihm. Denn so sehr der erste Eindruck Gottes auf das natürliche Menschenherz der der Angst ist, wenn dasselbe sich der Übermacht Gottes wehrlos preisgegeben fühlt, so wenig kann er dies auf dem Gebiet der Gnadenoffenbarung Gottes bleibend sein. Hier ist die F. Gottes vielmehr eine freiwillige Anerkennung seiner Größe und Macht (Ps. 33, 18), seiner Herrscherstellung (Mal. 1, 6) und seines heiligen Willens (5 Mo. 6, 2; Pr. 12, 13); sie ist mit einem Wort der Gott gebührende Respekt. In diese Stellung sucht Gott selbst den Menschen ihm gegenüber zu bringen, aber keineswegs bloß durch Gericht und Strafen, sondern durch alle Erweisungen seiner königlichen Güte und seiner allmächtigen Gnade (Ps. 67, 7; Jer. 5, 24; Ps. 130, 4). Und es kommt alles darauf an, daß der Mensch nicht erst gezwungen, sondern freiwillig diese Stellung einnehme; denn Gott kann freilich auch dazu zwingen, daß man ihn f. muß (vgl. Mi. 7, 17; 2 Mo. 6, 1). Wer freiwillig Gott f., der darf, eben weil er die Gott wohlgefällige Stellung einnimmt, sich auch des Wohlgefallens Gottes getrösten (Ps. 147, 11) und von ihm allen Segen erwarten (Ps. 115, 13; 128, 4). Gott schenkt den Gottesfürchtigen sein Vertrauen (Ps. 25, 14), seinen Schutz (Ps. 34, 8), sein Erbarmen (Ps. 103, 13). Darum sind die Gottesfürchtigen keineswegs gedrückte u. seufzende Kreaturen, sondern sie freuen sich (Ps. 119, 74), sie loben den Herrn (Ps. 135, 20) und hoffen auf ihn (Ps. 115, 11). Vor allem aber scheuen sie sich natürlich, dem Willen Gottes entgegenzuhandeln u. seine Gebote zu übertreten (3 Mo. 19, 14; Spr. 8, 13). Sie bilden überhaupt unter der Menge des Volks die wahrhaft Frommen (Jes. 66, 2.5; Ps. 118, 4). Eine andere Seite der Gottesfurcht heben hauptsächlich die Sprichwörter hervor: sie ist auch der rechte Weg zur Weisheit und Erkenntnis (Spr. 1, 7; Hi. 28, 28); dies deswegen, weil die Gottesfürchtigen unter göttlicher Zucht und Leitung stehen (Ps. 25, 14), und weil sie überall den Spuren der göttlichen Weisheit nachgehen (Spr. 2, 1–5). Es ist selbstverständlich, daß die Gottesfurcht in diesem Sinn im N. T. nicht bestritten oder aufgehoben werden kann. Sie wird ausdrücklich mehrfach erwähnt als ein Grundton auch im christl. Geistesleben, 2 Kor. 7, 1; Eph. 5, 21, vgl. Ap. 10, 35; 1 Pe. 2, 17; Off. 14, 7. Diese Gottesfurcht ist keine knechtische, sondern eine kindliche, und wird dies im N. T. nur noch reiner und vollkommener. Wenn daher doch in einigen neutestamentl. Stellen der Geist der Liebe dem Geist der F. entgegengestellt wird 1 Joh. 4, 18; Rö. 8, 15; 2 Tim. 1, 7, so ist an diesen Stellen nicht die ehrerbietige Gottesfurcht des A. T. gemeint, sondern die Angst des natürlichen unversöhnten Herzens vor Gott. Die F. Isaaks, 1 Mo. 31, 42. 54, ist = die von Isaak gefürchtete und verehrte Gottheit.

Calwer Bibellexikon