Tagesarchiv für den 18. Juni 2020

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erdulden? geduldig ertragen? wozu?

Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche er denen verheißen hat, die ihn lieben.

Elberfelder Bibel 1905 – Jak 1,12

Freuen darf sich, wer auf die Probe gestellt wird und sie besteht; denn Gott wird ihm den Siegeskranz (

Die Sieger in den Olympischen und anderen Wettkämpfen wurden durch einen auf dem Kopf getragenen Kranz aus Ölbaum- oder Lorbeerzweigen geehrt.) geben, das ewige Leben, das er allen versprochen hat, die ihn lieben. (Jak 5,11; 1Kor 9,24–25S; Weish 5,16)

Gute Nachricht Bibel – Jak 1,12

Glücklich zu preisen ist der, der standhaft bleibt, wenn sein Glaube auf die Probe gestellt wird (der die Prüfung standhaft erträgt) . Denn nachdem er sich bewährt hat, wird er als Siegeskranz das ewige Leben erhalten, wie der Herr es (wird er den Siegeskranz des Lebens erhalten, den er) denen zugesagt hat, die ihn lieben.

Neue Genfer Übersetzung 2013 – Jak 1,12

Gott segnet denjenigen, der die Prüfungen des Glaubens geduldig erträgt. Wenn er sich bewährt hat, wird er das ewige Leben empfangen, das Gott denen versprochen hat, die ihn lieben.
Neues Leben – Bibel 2006 – Jak 1,12

Gut drauf kommen die Leute, die wegen ihres Glaubens an Gott Probleme kriegen und ihr Leben trotzdem so durchziehen, wie es Gott gefällt. Sie gehören zu Gottes neuer Welt dazu, er wird ihnen die Goldmedaille umhängen, den Hauptgewinn für das Leben. Das hat Gott den Leuten versprochen, die ihn lieben.

VolxBibel Jakobus 1,12

μακάριος erg. ἐστίν. ὑπο-μένω bleiben, standhalten, aushalten, standhaft bleiben/sein; ὑπομένω πειρασμόν die Versuchung standhaft ertragen (Menge), in der Versuchung standhaft bleiben. πειρασμός V. 2. δόκιμος erprobt, bewährt. γενόμενος Aor. Ptz. Med. γίνομαι, temp. od. kaus.; ὅτε δόκιμος γενόμενος denn nachdem/weil er sich bewährt hat. λήμψεται V. 7. στέφανος Kranz, Siegeskranz; hier Lohn (B 2a), m. gen. epexegeticus (A163) τῆς ζωῆς (nämlich) das Leben. ἐπ-ηγγείλατο Aor. Med. -αγγέλλομαι111 versprechen, verheißen (erg. als Subj. Gott). ἀγαπῶσιν Ptz. ἀγαπάω, subst.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Jede Stelle in der Schrift wurde in einem historischen Kontext geschrieben, und diese Stelle, wie alle anderen auch. verliert ihre Wirkung, wenn sie von ihrem Hintergrund getrennt wird. Sie kann sogar oberflächlich wirken, wenn Sie den Verfasser und seine Leserschaft nicht verstehen. Jakobus war ein berühmter Pastor in Jerusalem. Seine Gemeinde stand mitten in schwerer Verfolgung, die wahrscheinlich um die Zeit herum stattfand, als Stephanus gesteinigt wurde (Apg 7 und 8). Dieser Hintergrund hilft uns, Jakobus‘ Worte nicht als banale Predigt eines abgehobenen Theologen zu sehen. sondern als weisen und mitfühlenden Rat eines reifen und liebevollen Pastors. Jakobus nimmt die Tatsache von Gottes Weisheit und Trost, derer er gewiss ist, und spricht sie Freunden zu, die schwer leiden. Wir wollen betrachten, was er mit ihnen teilt.
In Vers 2 erinnert Jakobus seine Gemeinde behutsam daran, dass Anfechtungen nicht zu vermeiden sind. Beachten Sie, dass er „wenn“ und nicht „falls“ verwendet. Jakobus sagt, dass Anfechtungen kommen werden. Er weiß, dass Schwierigkeiten noch schwieriger werden, wenn wir in naiver Weise annehmen, dass uns nie eine Not begegnen wird. Gott hat nie versprochen, seine Kinder könnten einer gefallenen Welt entfliehen. In seiner Weisheit hat er bestimmt, dass wir mitten in ihrer Zerrissenheit leben sollen. Ob durch Trauer oder Krankheit, Zurückweisung oder Korruption, Krieg oder Umweltverschmutzung, Enttäuschung oder Gefahr, wir sind alle jeden Tag irgendwie vom Sündenfall betroffen. Wir sollten nicht überrascht sein, wenn Leiden und Schwierigkeiten unseren Weg kreuzen, wir sollten wahrscheinlich eher überrascht sein, wenn das nicht geschieht.
Jakobus will seine Gemeinde vor dem schmerzhaften Überraschungseffekt schützen. Er will, dass sie in einem gesunden biblischen Realismus leben. Ebenso ermahnen uns Paulus und Petrus in Philipper 1,29 und in 1.Petrus 4,12, zu erkennen, dass wir in einer Welt leben, in der Anfechtungen ein normaler Teil des Lebens sind. Sie sind keine Ausnahme in der Regel; sie sind die Regel.

In den Versen 2 bis 4 hebt Jakobus den Segen der Anfechtungen hervor. Scheint dieser Satz ein Widerspruch zu sein? Jakobus redet auf eine sehr ungewohnte Art über Anfechtungen – er weist darauf hin, dass wir sie nötig haben. Die meisten von uns sagen nicht zu Gott: „Du weißt, Herr, mein Leben war in der letzten Zeit viel zu einfach. Ich würde es wirklich schätzen, wenn du mir ein bisschen Leid über den Weg schicken könntest.“ Instinktiv wollen wir genau das Gegenteil. Wir sehen Anfechtungen als etwas, das wir mit all unserer Kraft vermeiden sollten. Aber Jakobus sagt, dass Anfechtungen keine Unterbrechung in Gottes Werk bedeuten, sondern vielmehr Teil seines Plans sind.

Ohne die Anfechtungen, die wir ja überhaupt nicht leiden können, sagt Jakobus, seien wir als Christen unreif, unvollkommen und mangelhaft. Anfechtungen helfen uns! Durch sie werden wir reifer und vollkommener, bis es uns schließlich an nichts mehr mangelt!

In den Versen 5 bis 8 versichert uns Jakobus, dass er nicht der Meinung ist, diese Tatsachen machten die Anfechtungen einfach. Er sagt nicht, wir sollten ein oberflächliches, fröhliches Gesicht aufsetzen, um den inneren Kampf zu verbergen oder christliche Unerschütterlichkeit vorzutäuschen. Stattdessen ermahnt uns Jakobus, zu Gott zu laufen, um Hilfe und Weisheit zu bekommen. Wenn wir das tun, werden wir feststellen, dass Gott denen. die im Herzen demütig sind, gern gibt. Jakobus‘ Modell, auf Anfechtungen zu reagieren, beinhaltet nicht, „sich durchzubeißen“, sondern „sich durchzubeten“. Wenn wir zu Gott schreien, der uns reichlich gibt, werden wir alle Weisheit bekommen, die wir nötig haben.

In den Versen 9 bis 12 fährt Jakobus fort, uns damit zu überraschen, wie er Anfechtungen betrachtet. Er erinnert uns daran, dass eine Anfechtung in Form einer Schwierigkeit oder eines Segens daherkommen kann. Reichtum kann ebenso eine Anfechtung sein wie Armut! Die Stelle zu verlieren oder befördert zu werden, zurückgewiesen oder von anderen gelobt zu werden, Versagen oder Erfolg, körperliche Krankheit oder völlige Gesundheit — alles ist gemäß Jakobus (und gemäß dem Rest der Schrift) eine Form von Anfechtung. Alles schafft Gelegenheit für Versuchung und Sünde sowie auch für Bewährung und Wachstum.

Betrachten Sie Ihr Leben. Waren alle Ihre Anfechtungen Zeiten des Leidens? Was ist mit jener Lohnerhöhung. die Sie in Bezug auf Geld selbstsüchtig werden ließ? Was ist mit der guten Gesundheit, die Sie in Versuchung gebracht hat. im Essen und in der sportlichen Betätigung undiszipliniert zu sein? Was ist mit dem Stolz, der den Erfolg im Dienst für den Herrn begleitet hat? Wir kämpfen nicht nur mit Not. wir kämpfen auch mit Segen. Jakobus‘ Warnung ist weise und kommt zur rechten Zeit.

In den Versen 13 bis 15 wendet Jakobus seinen Blick von der Anfechtung auf die Versuchung. Für Jakobus (und den Rest der Schrift) ist eine Anfechtung eine äußerliche Situation (Hitze), die enthüllt, was im Herzen abläuft (entweder Dornen oder Frucht). Eine Anfechtung kann zu bedeutendem persönlichen Wachstum auf der Ebene des Herzens oder zu Versuchung und Sünde führen. Mit anderen Worten, die Saat der Anfechtung kann entweder eine Ernte von Frucht oder von Dornen hervorbringen. Worin liegt der Unterschied?

Jakobus sagt, dass die Ernte davon abhängt, was im Innern des Menschen geschieht. Wenn die Anfechtung zu Versuchung und Sünde führt, geschieht das, weil der Mensch „von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird“. Es ist sehr demütigend und wichtig zu verstehen, dass Anfechtungen Sie nicht dazu führen, zu sündigen.

Gott versucht Sie nicht zur Sünde, indem er ihnen Anfechtungen über den Weg schickt. Wenn wir in sündiger Weise auf die Anfechtungen, die er uns schickt, reagieren, geschieht das nicht, weil wir gezwungen wurden, zu sündigen, sondern weil unser Herz sich dafür entschieden hat. ‘ ‚

Glauben wir wirklich, was Jakobus hier über die Anfechtungen und unsere Reaktion darauf sagt? jemand sagt zum Beispiel: „Jim macht mich so wütend!“ In dieser Aussage ist }im verantwortlich für die Wut, die dieser Mensch empfindet. Oder wir sagen: „Dieser Verkehr macht mich wahnsinnig!“ Hat denn der Straßenverkehr irgendeine moralische Macht, die bewirkt. dass wir entgegengesetzt zum wahren Charakter unseres Herzens handeln? Hier ist die demütigende Wahrheit: Anfechtungen bewirken nicht, dass wir sind, wie wir eigentlich nicht sind; sie decken vielmehr auf. wie wir schon immer gewesen sind. Die Ernte, welche die Anfechtung hervorbringt‚ ist das Ergebnis der Wurzeln, die schon immer in unserem Herzen waren.

Alles anders – aber wie?

Schließlich muß der Bittende standhaft und von einer Haltung der Liebe getragen sein. Gott segnet den, der die Anfechtung erduldet. In diesem Vers kehrt Jakobus zu dem Thema zurück, mit dem er diese ganze Passage in Vers 2-3 eröffnete. Es geht um Anfechtung, Prüfung und Geduld. Der Christ, der Anfechtungen (peirasmon) standhaft aushält (hypomenei), ist bewährt (dokimos genomenos; vgl. dokimion in V. 3) und wird … die Krone des Lebens empfangen. Diese „Krone“ ist das Leben (vgl. Offb 2,10). „Das Leben, das verheißen ist, ist wahrscheinlich das Leben hier und jetzt, das Leben in seiner Fülle und Vollkommenheit“ (vgl. Jak 1,4) (Curtis Vaughan, James: Bible Study Commentary, S. 28). (Auch in 1Thes 2,19; 2Tim 4,8; 1 Petrus 5,4 ist von einer Krone, wenn auch in einem anderen Zusammenhang, die Rede.) Gott verheißt dieses Leben denen, die ihn liebhaben. Die Liebe zu Gott befähigt die Gläubigen, Anfechtungen zu ertragen und vertrauensvoll auf ihn zu schauen. Ihre Standhaftigkeit offenbart ihre Liebe. (Es gibt jedoch auch Exegeten, die davon ausgehen, daß mit der „Krone des Lebens“ hier nicht das jetzige Leben in seiner Fülle, sondern das ewige Leben gemeint sei, denn alle wahren Gläubigen lieben Gott; 1Joh 4,8.) Die Bitte um Weisheit aus Glauben ( Jak 1,6-8 ), Hoffnung (V. 9 – 11) und Liebe (V. 12) erwirkt nicht nur den Segen der Weisheit, sondern auch den des Sieges.
Um Anfechtungen mit der richtigen Einstellung begegnen zu können, muß man den Nutzen solcher Bedrängnisse erkennen. Doch wenn der Nutzen nur schwer einzusehen ist, kann der Gläubige um Hilfe bitten, und wenn er dies im rechten Geist tut, wird Gott ihm auch die richtige Einstellung gegenüber den Anfechtungen schenken. Er kann dann in der Anfechtung Freude empfinden (V. 2) und wird selig (V. 12), indem er sie erduldet.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Zur Übers.: „durchhalten“ – wörtl: „darunter bleiben“, „ausharren“.

12 Das Prüfungsmittel des Glaubens, die Versuchung, bewirkt Geduld (V. 3). Der Mann, der die Versuchung erduldet und sich darin bewährt, empfängt am Ende zum Lohn den Kranz des Lebens. Es handelt sich um eine Kettenreihung: Versuchung – Geduld – Bewährung – Lohn. Eine ähnliche Gedankenkette findet sich bei Paulus in R“m 5,3-5: endzeitliche Bedrängnis – Geduld – Bewährung – Hoffnung.

Es handelt sich um eine Seligpreisung nach dem Vorbild der Bergpredigt. Seligpreisungen haben auf dem ersten Blick oft etwas Widersinniges, etwas, das uns gerade nicht einleuchtet. Die, die Leid tragen und Verfolgung leiden (Mt 5,4.10 ), und die, die in Versuchung geraten (V. 12), sind nach unseren Maßstäben keine Menschen, die wir glücklich preisen würden. Reichtum, Anerkennung, Gesundheit, Schönheit, Erfolg („… nicht die, welchen alles nach Wunsch gelingt, seien glücklich, wie man gewöhnlich meint, sondern die, welche vom Unglück sich nicht überwinden lassen“ (J. Calvin: Komm, S. 416).) – das sind Dinge, um deretwillen Menschen einander beneiden und glücklich preisen. Das würde unserem menschlichen Denken näherliegen; wir würden uns nicht wundern, wenn hier stünde „Glücklich zu preisen ist der Mann, der vor Versuchungen und Prüfungen bewahrt bleibt“. Wir machen die Erfahrung, dass es uns nicht so gut geht, wenn wir in Versuchungen geraten. Versuchungszeiten sind Leidenszeiten, und wer begibt sich schon freiwillig in Versuchungen, um in ihnen besonders glücklich zu sein? Wir empfinden es eher so: „Glücklich der, dem das Leid erspart bleibt.“

Vielleicht müssen wir deshalb um so aufmerksamer auf dieses Wort hören. Es ist die „Perle“ in dem Kapitel über die Versuchung. Gott verheißt die Krone des Lebens nicht denen, die ihr Lebensschiff um die Klippen der Versuchung herumgeschifft haben, sondern denen, die in der Versuchung standgehalten haben, die unter ihr geblieben und in ihr bei Gott geblieben sind.

Jak zeigt, dass das Leben der Christen in einem größeren Horizont steht. Er zeigt, dass der Glaube nicht das „Glück des Augenblicks“ sucht, sondern sich in den Widerfahrnissen der Gegenwart als echt bewährt und der Belohnung am Ende entgegenblickt. Die Ehrenkrone wird am Ende und nicht am Anfang gegeben. „Wer bis ans Ende beharret, der wird selig werden“ (Mt 10,22; 24,13 ). Jak macht Mut, auf dieses Ende geduldig zu warten und daraus Kraft zu schöpfen: Aushalten ist nicht vergebens! Es gibt ein lohnendes Ziel. („Leidensscheu hindert uns also an der Bewährung“ (G. Maier: Komm, S. 26).)

Von der verheißenen Belohnung am Ende der Bewährung her deutet Jak die mühsame, angefochtene Gegenwart. Bisweilen kann sich der Versuchte wie ein Unterlegener, ein Verlierer fühlen. Gegen dieses mögliche Gefühl schreibt Jak an. In der Versuchung auszuhalten, erfordert Mut, der aber der Umwelt nicht als solcher auffällt. Wer in der Versuchung steht und darin aushält, kann sich in den Augen der Menschen damit keine Lorbeeren verdienen. Es fehlt der Glanz des Heroischen. Versuchungen zu erdulden ist etwas Unspektakuläres und Unauffälliges.

Wer mit Jak durch die Nacht der Versuchung hindurchzusehen und sie als eine Etappe auf dem Weg zur Vollkommenheit zu erkennen vermag, der empfängt daraus schon jetzt eine große Kraft. Er ist schon heute – in der Versuchung – glücklich zu preisen. ( Die Freude in der Versuchung hat ihre Ursache nicht in der Vergangenheit oder in der Gegenwart, sie hat eine sog. Final-Ursache, die im Ziel liegt. Das „denn“ ist ein Schluss, der von der erreichten Wirkung ausgeht.)

Die Krone bzw. der Ehrenkranz, mit dem der geschmückt wird, der sich auf diese Weise bewährt, ist das (ewige) Leben. Vergl. Offb 2,10 : „Sei getreu bis in den Tod und ich will dir die Krone des Lebens geben.“ (Jak stimmt mit anderen neutestamentlichen Zeugen überein. Vgl. 1Kor 9,25; 2Tim 2,5; 4,8; 1Petr 5,4; Offb 2,10 .) Gott wird den Siegerkranz, die Krone des Lebens, denen geben, die die Versuchung erduldet haben.(Mt 19,28.29) Was Christen erdulden, ist also nicht umsonst.

Und doch handelt es sich bei diesem Geschenk Gottes um mehr als um die Belohnung für eine Geduldsprobe. Er hat die Ehrenkrone denen verheißen, die ihn lieben. (5Mo 30,16; Ps 145,20) Nicht das Geschenk steht im Mittelpunkt, sondern die Beziehung zu dem, der schenkt. Es geht deshalb um mehr als um die Bewährung des Gläubigen; es geht um sein rechtes Verhältnis zu Gott, um seine Liebe zu ihm. Christen halten in der Versuchung nicht aus, weil ein großer Preis sie lockt, sondern weil sie Gott lieben, mehr als alles andere auf der Welt (vgl. Jak 2,5 ). Doch diese Haltung bleibt nicht unbelohnt.

Die Liebe zu Gott ist etwas anderes als ein „religiöses Gefühl“. Die Liebe zu Gott erweist sich nicht in einer besonderen Stimmung, sondern im Gehorsam Gott gegenüber.a Liebe, Gebundenheit und Gehorsam sind in der Bibel keine Gegensätze.

Wuppertaler Studienbibel

Zum Abschluss seiner Betrachtung zum Thema Versuchung lässt Jakobus eine Seligpreisung für denjenigen Menschen folgen, der unter allen Anfechtungen standhaft bleibt. Wenn solch ein Mensch die Prüfung überstanden hat oder »bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen«. Mit dem entsprechenden Urtextwort (»Krone« in einigen Übersetzungen [z. B. Elb und Elb 2003]) ist nicht das Schmuckstück des Königs, sondern der Kranz des Siegers gemeint, den wir am Richterstuhl Christi empfangen werden. Es geht hier natürlich nicht darum, dass das ewige Leben die Belohnung für die Bewährung in der Versuchung ist. Vielmehr werden diejenigen, die sie in Festigkeit ertragen haben, für dieses Überwinderleben belohnt werden. Sie werden das ewige Leben im Himmel noch besser genießen können. Der Becher jedes Einzelnen wird im Himmel gefüllt sein, aber die Betreffenden werden verschieden große Becher haben – der Ausdruck dafür, dass sie sich in unterschiedlichem Maße über den Himmel freuen werden. Das ist wohl mit dem Ausdruck »Siegeskranz des Lebens« gemeint, er bezieht sich auf eine größere Freude an der Herrlichkeit des Himmels.
Nun sollten wir diesen Abschnitt über die Versuchungen in unserem Leben wirksam werden lassen. Wie reagieren wir, wenn wir verschiedene Anfechtungen in unserem Leben erdulden müssen? Beklagen wir uns bitter über die uns in unserem Leben zugedachten Schläge, oder freuen wir uns und danken dem Herrn dafür? Machen wir unsere Anfechtungen bekannt, oder tragen wir sie im Stillen? Leben wir in der Zukunft, indem wir erwarten, dass sich unsere Umstände bessern werden, oder leben wir in der Gegenwart und versuchen, die Hand Gottes in allem zu sehen, das uns begegnet? Gefallen wir uns in Selbstmitleid und suchen bei anderen Mitgefühl, oder ertränken wir den alten Menschen in einem Leben des Dienstes für andere?

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

Wird man nicht Christ, weil man möchte, dass es einem besser geht? Oder weil man in ein Paradies, in den Himmel oder so kommen möchte? Und dann schreibt die Bibel etwas davon, täglich das Kreuz / den Marterpfahl aufzunehmen? Versuchungen erdulden – ist es dass, was es „anziehend macht“ ein Christ zu werden? Oder ist das einzigste Bestreben eines Christen, ein gutes persönliches Verhältnis mit dem Gott & Schöpfer zu haben?

Geschrieben von Thomas am 18. Juni 2020 | Abgelegt unter Fragen zur Bibel,jehovah-shammah | Keine Kommentare