Jehovahs Volk für immer beschützt

Keiner Waffe, die wider dich gebildet wird, soll es gelingen; und jede Zunge, die vor Gericht wider dich aufsteht, wirst du schuldig sprechen. (Eig als schuldig erweisen) Das ist das Erbteil der Knechte Jehovas und ihre Gerechtigkeit von mir aus, (O. mit veränderter Interpunktion: und ihre Gerechtigkeit ist aus mir) spricht Jehova.
Elberfelder 1871 – Jesaja 54,17

Aber es wird keine Waffen geben, die dich besiegen könnten. Und jede Aussage, die vor einem Gericht gegen dich gemacht wird, kann von dir ganz leicht entkräftet werden. Das ist eine Garantie von mir an meine Leute. Dass sie korrekt und gut dastehen, das hab ich organisiert.“ Das kam jetzt alles von Gott.
VolxBibel – Jes 54,17

jegliches vergängliche Gerät. Gegen dich werde ich nichta zum Erfolg führen, und jede Stimme, die aufstehen wird gegen dich zum Gerichtsverfahren – allen wirst du überlegen sein, sie aber werden dir verantwortlich sein in Trauer. Es gibt ein Erbe für die, die den Herrn verehren, und ihr werdet +mir zu Gerechten werden, spricht der Herr.
Septuaginta Deutsch – Jesaja 54,17

Oft werden diese Verse von „Christen“ mißbraucht, und auf ihre org oder auf das Leben einzelner Christen angewandt. Doch schauen wir uns den Zusammenhang in Ruhe an – und lesen, was in dem Kapitel wirklich beschrieben wird! Dann wird schnell klar – dass ist das zukünftige Volk Jehovahs, dass ER beschützen wird – sein Erbteil! Deshalb ist das selbstständige Lesen und Studieren der Bibel SO wichtig!

Der Messias als Erlöser und Wiederhersteller (Kap. 54)
Es ist kein Zufall, dass Kapitel 54 mit dem Wort »Juble!« oder »Freue dich!« beginnt. Direkt folgend auf Kapitel 53, das den Tod, das Begräbnis, die Auferstehung und Erhöhung des Messias beschreibt, könnte kein Wort passender sein.
Der erste Vers stellt dem unfruchtbaren und einsamen Israel in der Gefangenschaft die wiederhergestellte, erlöste Nation mit ihrem Kinderreichtum und ihrer Freude gegenüber. Paulus wendet in Galater 4,21–31 diesen Vers auf das himmlische Jerusalem an, das er der irdischen Stadt gegenüberstellt. Die Grenzen Israels werden beträchtlich erweitert, um der explodierenden Bevölkerungszahl Raum zu geben. Israel wird die Erste unter den Nationen werden, und Gottes Volk wird die verlassenen Städte bewohnen.
54,4–8 Alle Schande, die mit der Versklavung in Ägypten (Jugend) und der babylonischen Gefangenschaft (Witwenschaft) verbunden war, wird vergessen sein, weil der HERR das Volk wieder in die Gemeinschaft mit sich selbst bringen wird. Die Gefangenschaft entsprang dem vorübergehenden Zorn Gottes; die Wiederherstellung wird sein Erbarmen und seine ewige Gnade demonstrieren.
54,9–10 Genauso wie Gott mit Noah einen Bund machte, so verspricht er nun, dass Israel, wenn es in das Tausendjährige Reich eintritt, niemals wieder den Zorn oder Tadel Gottes erfahren wird.
54,11–12 Obwohl Jerusalem eine Sturmbewegte und Ungetröstete war, wird Gott sie doch wiederherstellen und schmücken. Ihre Steine werden in Bleiglanz (Schl 2000) gelegt (o. mit vielfarbigen Edelsteinen besetzt) und ihre Grundfesten mit Saphiren gelegt. Ihre Zinnen, Tore und Grenzmauern werden Edelsteine sein – alles sprachliche Bilder, die von außerordentlicher Schönheit reden. In einem Gedicht heißt es:
Die goldene Stadt am kristallenen Meer
Wird bald unser Ruheort sein,
Und staunend und jubelnd dann schau’n wir umher
Auf Perlen und Edelgestein.
Doch mehr noch: Wir sehn Gott in all seiner Pracht
In strahlendem Licht – und das Lamm,
Und beten ihn an, der das Weltall gemacht,
Und den, der als Retter einst kam.
Vom Thron geht der Strom aller Segnungen aus;
Wir trinken und trinken, und sind dort zu Haus.
54,13–15 Allen wird göttliche Unterweisung zuteil, dazu überfließender Wohlstand. Die Gerechtigkeit wird dann festen Bestand haben. Vor Invasoren, Verbannung und Schrecken braucht sich niemand mehr zu fürchten; jeder, der Israel angreift, wird dafür bestraft.
54,16–17 Der Gott, der die Waffenschmiede und die Eroberer (Verderber) geschaffen hat, ist sehr wohl in der Lage, seine Geschöpfe unter Kontrolle zu halten. Der HERR hat angeordnet, dass es keiner Waffe, die gegen Israel geschmiedet wird, gelingen soll; Israel selbst wird jeden Ankläger schuldig sprechen. Die Befreiung von Verurteilung und der sichere Sieg sind das Erbteil der Knechte des HERRN. Auf diese Weise wird Gott sie in jenem goldenen Zeitalter des Friedens und des Wohlstands verteidigen.

MAcDonald – Kommentar zum Alten Testament

Eine unfruchtbare Frau wurde in Israel verachtet, denn Kinder halfen bei der Hausarbeit und unterstützten ihre Eltern, wenn sie alt wurden. Fruchtbarkeit galt in jeder Hinsicht als Zeichen des Segens Gottes. Hanna z. B., die keine Kinder bekommen konnte, war darüber tief betrübt. Aber als der Herr ihr einen Sohn schenkte, sang sie ein Lied der Freude ( 1Sam 1,1-2,10 ). Israel war wie eine Frau, die keine Kinder hatte und daher betrübt und niedergeschlagen war. Aber Gott wird ihr durch seine Allmacht und Gnade viele Kinder schenken. Deshalb wird sie ein Lied singen und vor Freude jubeln . Jerusalem, das einsam und verlassen lag ( Kl 1,1-5 ), wird wieder belebt werden und voller Menschen sein. So wie ein Nomade, wenn er viele Kinder hat, sein Zelt vergrößern muß, um für alle Platz zu schaffen, werden auch Israels Kinder sich ausbreiten und selbst in den Städten fremder Völker wohnen, weil es in ihrem Heimatland nicht genügend Platz für alle gibt.

Israels Sammlung ( Jes 54,4-8 )
Der Herr wird Israel sammeln, wie ein Mann seine Frau zu sich nach Hause holt. Das Volk soll sich daher nicht vor der Schande fürchten (vgl. Jes 41,10.14; 43,5; 44,2.8 ), denn es wird nicht mehr länger verlassen und hilflos sein wie eine Witwe. Gott wird sie, seine Frau , wie ein Ehemann (vgl. Jer 3,14; 31,32; Hos 2,18 ) wieder nach Israel zurückholen . Er ist der HERR Zebaoth, der Heilige Israels, ihr Erlöser (vgl. Jes 54,8 ; siehe auch die Anmerkungen zu Jes 41,14 ). In seiner Einzigartigkeit ist er der Gott der ganzen Erde , d. h. ihr Schöpfer und Erhalter. Der Herr hat sein Volk für eine kurze Zeit ( einen kleinen Augenblick ) verlassen . Jesaja hat, obwohl es hier nicht mehr ausdrücklich gesagt wird, den Grund für dieses Verlassen schon mehrfach genannt: wegen der Sünde des Volkes (vgl. Jes 50,1 ) und weil Gott zu seinem Wort steht. Aber aufgrund seiner Barmherzigkeit ( Jes 54,7 ) und Gnade ( HeseD , „treue Liebe“; V. 8.10 ) wird er das Volk wieder zu sich ziehen. Der kurze Augenblick, während dem Gott sein Angesicht verborgen hat (d. h. Israel verlassen hat, weil er über ihre Sünde Zorn empfand), bildet einen starken Gegensatz zu der ewigen Dauer seiner Bundestreue. Israels Sicherheit ( Jes 54,9-10 )
Nach der Flut, in der Gott seinen Zorn über die Verdorbenheit der Welt ausgegossen hatte, versprach er, die Erde niemals wieder auf diese Weise zu vernichten ( 1Mo 9,11 ). Ähnlich verspricht Gott auch hier, daß der Tag kommt, an dem er Israel nicht mehr schelten wird. Aussagen wie diese zeigen, daß Jesaja von dem Tausendjährigen Reich spricht, und nicht von der Rückkehr aus dem babylonischen Exil, denn das Volk hat in der Zeit nach der babylonischen Gefangenschaft Gottes Zorn schon manches Mal erleiden müssen. Aber selbst wenn die Welt noch einmal wie bei der großen Flut bestraft werden könnte, wird doch Gottes Gnade ( HeseD ; vgl. V. 8 ) und Barmherzigkeit niemals aufhören. Der Bund des Friedens (der auch in Hes 34,25; 37,26 erwähnt wird) bezieht sich auf diese Verheißung, die Gott gerade gegeben hat. Gott wird seinem Volk ewigen Frieden schenken (vgl. Jes 9,6; 32,17-18; 54,13; 55,12; 66,12; Jer 30,10; 33,6.9; 46,27 ).
Israels friedevolle Zukunft ( 54, 11 – 17 )
Jerusalem, die elende Stadt, ist durch viel Trübsal, hier Wetter genannt, gegangen, und niemand hat sie getröstet (vgl. Kl 1,2.9.15-17.21 ). Der Herr aber wird die Stadt mit Steinen aus kostbaren Edelsteinen bauen. Dies spricht symbolisch von seiner Fürsorge und von dem Wert, den die Stadt in seinen Augen hat.
Jes 54:13-14
Die Israeliten haben der Erziehung ihrer Kinder immer einen hohen Stellenwert beigemessen. Viele wollten, daß sie dem Herrn gegenüber treu sind und sich nicht von der heidnischen Umwelt bestimmen lassen. Im Tausendjährigen Reich werden die Kinder vom HERRN selbst gelehrt werden und seinen Frieden (vgl. die Anmerkungen zu V. 10 ) erfahren. Gerechtigkeit wird herrschen (vgl. Jes 33,5; 46,13; 58,8; 62,1-2 ), und die Bewohner Jerusalems werden sich nicht länger fürchten, denn der Herr wird sie vor Unterdrückung bewahren.
Jes 54:15-17
Im Tausendjährigen Reich wird kein Volk Israel besiegen dürfen, denn der Herr hat es so bestimmt. Völker werden auf der Grundlage seines Wortes entstehen und wieder vergehen. In der Vergangenheit hat Gott dem Verderber (Babylon) erlaubt, sein Volk zu unterwerfen. Dies aber wird niemals mehr geschehen. Friede und Sicherheit sind das Erbe derer, die auf den Herrn vertrauen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Wir müssen also vorsichtig sein, wenn wir irgendwo „religiöse Bücher“ lesen, und dort aus dem Zusammenhang gerissene Verse als Unterstützung von religiösen Strömungen finden. Lies die Bibel als Ganzes, als Buch – dann können dich solche „Versdiebe“ nicht erschrecken 😉