Was kann ER nicht?

Die Berge erbeben vor ihm und die Hügel schwanken; und zurückgeschlagen wird die Erde vor seinem Angesicht, die Gesamtheit (des Kosmos) und alle ihre Bewohner.
Septuaginta Deutsch – Nahum 1,5

Er erschüttert die Berge und lässt Hügel schmelzen. Die Erde hebt sich vor seinem Angesicht, ebenso das Festland mit allen, die darauf wohnen.
Neues Leben – Bibel 2006 – Nahum 1,5

Vor ihm erbeben die Berge und zerfließen die Hügel, und vor seinem Angesicht erhebt sich die Erde (Vergl Jes 13,13,) und der Erdkreis und alle, die darauf wohnen.
Elberfelder 1871 – Nahum 1,5

Die Größe der Kraft Gottes (V. 3 a) wird schon an seiner Macht über die Natur deutlich. Dem, der über die unbelebte Natur gebietet, war es mit Sicherheit ein Leichtes, Ninive zu richten. Er ist der Herr über Wetter und Sturm (vgl. Hi 9,17 a), zwei schreckliche und oft zerstörerische Naturgewalten, und genauso zerstörerisch und verwüstend wie ein Wirbelwind würde er mit Ninive verfahren. Er ist so groß, daß die Wolken Staub unter seinen Füßen sind (vgl. 1Sam 22,10; Ps 18,10 ). „Seine Schritte bedecken die weite Fläche der Wolken. Seine Bewegungen verdunkeln den Himmel, wenn der Wind dahinjagt und der Sturm heult“ (Maier, T he Book of Nahum: A Commentary , S. 158 – 159).
In seiner Macht schilt er das Meer und macht es trocken; alle Wasser läßt er versiegen . Diese Wendung nimmt Bezug auf die Befreiung Israels aus der ägyptischen Knechtschaft (vgl. 2Mo 14,21; Ps 66,6; 106,9; Jes 50,2; 51,10 ; vgl. auch Ps 18,5 ). Wenn Gott Ägypten solcherart niederwerfen konnte, so war er ganz sicher auch stark genug, um Ninive zu zerstören. Die östlich des Sees Genezareth (Galiläa) gelegene Baschan -Region, das Karmel -Gebirge in der Nähe des heutigen Haifa und der Libanon im Norden Israels waren fruchtbare Gebiete (vgl. Jes 33,9 ; vgl. auch Karmel in Am 1,2 und Baschan in Mi 7,14 ). Wenn Gott diese grünen Landstriche austrocknen lassen kann, so zeigt das ebenfalls, daß er ohne weiteres dazu imstande war, Ninive zu richten. Selbst die Berge, Symbole der Dauerhaftigkeit, schwanken unter seiner Macht wie einst der Berg Sinai ( 2Mo 19,18 ), und die Hügel zergehen (vgl. Mi 1,4 ). Ja, der ganze Erdkreis und alle, die darauf wohnen – auch die Niniviten -, würden vor dieser schrecklichen Macht erzittern.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Nahum ist im besten Sinne Prophet: Er deckt unmenschliches Unrecht auf und sagt an, dass Gott solches Unheil nicht gewähren lässt. Vielmehr schreitet Gott selbst ein, macht sich auf den Weg und beugt sich zu denen, die sonst ohne Ausweg vergehen. Damit bleibt Nahum ein Stachel und kritischer Spiegel gegenüber allen Herrschaftsansprüchen, die sich über Gott erheben und dabei jegliche Menschlichkeit verlieren.

Unrecht beim Namen nennen: Mord, wirtschaftliche Übermacht und Bürokratie
In Nahum 2–3 wird das Ausmaß des Unrechtsregimes aufgedeckt und beim Namen genannt. Assyrien ist der Inbegriff einer brutalen Diktatur, die sich durch Mord behauptet (Nahum 3,1), ihre wirtschaftliche Überlegenheit gnadenlos ausnutzt (Nahum 3,16) und mit ihrer Überwachungs- und Steuerbürokratie die Staaten knebelt (Nahum 3,17; der Begriff „Weber“ in manchen Übersetzungen ist wohl genauer mit „Schreiber“ zu übersetzen). Diesem „strukturellen Unheil“ kann sich niemand erwehren; doch in Gott findet die unmenschliche Diktatur ihre Grenze. Assyrien war eine nach allen Mitteln damaliger Kriegsführung hochgerüstete Militärmacht (Nahum 1,12); sie zeigte sich in dem immer grelleren, alarmierenden Rot der Pferde und Streitwagen (Nahum 2,4-5) und den sprichwörtlich raubenden, reißenden Löwen, die beliebte Elemente der assyrischen Selbstdarstellung waren (Nahum 2,12-13). Doch Gott überwindet diese Gewalt und Selbstherrlichkeit (Nahum 2,14).

Gott erscheint in der Welt zum Gericht
Dazu macht Gott selbst sich auf und erscheint in der Welt. So beginnt das kleine Prophetenbüchlein Nahum: Gott kommt in die Welt mit entsprechenden Begleiterscheinungen in der Schöpfung (Nahum 1,3-5). Mit „Zorn“ reagiert Gott auf die Verletzung von Lebensordnung und Gerechtigkeit (Vers 7) und stellt sich gegen die Militärmacht Assyrien (Nahum 1,12; 2,14).

In Gottes Zorn zeigt sich seine Güte
Indem Gott einschreitet und selbst aufbricht, erfahren die Menschen in Juda und Jerusalem Gottes „Güte“ durch seinen „Zorn“.
Im Gericht erweist Gott sich hier als „Fels zur Zeit der Not“ (Nahum 1,6-7). Was Nahum ankündigt, bringt die fast klischeehaften Trennungen von Gottes Güte und Gottes Zorn durcheinander: Sie sind hier kein Gegensatz, sondern durch seinen Zorn richtet Gott die brutale Militärmacht Assyrien und erweist sich so für die Unterdrückten als gütig. 

Ein Freudenbote bzw. Evangelist 
Der Abschnitt Nahum 2,1-3 funktioniert wie ein Scharnier: Es ist das Ziel von Nahum 1,2-14 und gleichzeitig der Anfang von Nahum 2,1-14. Der große Umbruch von der Unterdrückung zur Freiheit kommt durch einen „Evangelisten“ (= „guter Bote“; Nahum 2,1). Auch darin zeigt sich der Gegensatz zwischen Assyrien und Gott: Die „Boten“ Assyriens verbreiteten Schrecken (Nahum 2,14); Gottes Bote hingegen bringt eine gute Nachricht (Nahum 2,1). Die Freude, die sich dabei Bahn bricht (Nahum 3,19), sollten wir nicht als Schadenfreude auffassen, sondern Erlöserfreude: Hier jubeln die Unterdrückten über das Ende einer Unrechtsmaschinerie.

Faszination Bibel 4/2019

Berücksichtigen wir auch, dass die Naturkräfte Jehova gehorchen und er gegebenenfalls durch sie seine Feinde vernichten könnte (Nahum 1:3-6). Wie Jehova sein Volk verteidigen kann, betonte Sacharja in bildhafter Sprache wie folgt: „Jehova wird über ihnen gesehen werden, und wie der Blitz wird sein Pfeil gewiss herausfahren. Und der Souveräne Herr Jehova wird ins Horn stoßen, und er wird bestimmt mit den Windstürmen des Südens einherziehen“ (Sacharja 9:14). Für Gott ist es somit überhaupt keine Schwierigkeit, zu beweisen, dass er den gottlosen Nationen in unserer Zeit überlegen ist! (Amos 1:3-5; 2:1-3).

Lebe mit dem Tag Jehovas vor Augen

o ja, aber ER wird für SEIN Volk Israel aufstehen und nicht für eine „geistige Nation“!
Denn ein Mächtiger, der das oben beschriebene kann – der kann auch SEIN Volk wieder einsammeln (und wer die Geschichte des Landes Israel anschaut, sieht deutlich, dass ER dabei ist, dies zu tun) – und derjenige kann auch SEINEM Volk wieder Glauben schenken und diese retten.
Wer sich mit der biblischen Geschichte Israels auseinandersetzt, der wird sich sicher fragen, wie kann ein so kleines Volk zwischen den Weltmächten der damaligen Zeit SO lange bestehen? Wir sind oft bemüht, die Wegführung durch die Assyrer und später die Babylonier und dann 70 durch die Römer als ein „Unglück“ und Strafe zu verstehen. Aber wenn wir uns die Länder und Gebiete einmal auf dem Globus anschauen, dann fragen wir uns eher – wie konnte SEIN Volk überhaupt dort ansiedeln und sich so lange dort halten? Ganz einfach: wenn Jehovah SEINE Hand nicht dort über SEIN Volk gehalten hätte, wären sie dort gar nicht angekommen und wären sie sofort besiegt worden. Die Strafe und das Unglück war nicht, das Jehovah die „Feinde“ rufen musste, sondern ER musste „nur seine schützende Hand“ wegnehmen! Ein David und ein Salomo waren nur möglich, weil die schützende Hand dies ermöglichte! Und laß dich nicht täuschen: genau dass hat Jehovah wieder vor! – ER wird dieses kleine Volk wieder retten! Laß dich nicht täuschen – wenn derAllmächtige ein „geistiges Volk“ gemeint hätte, dann hätte ER das auch genau so geschrieben!