glauben oder zweifeln?

Als sie aber von Furcht erfüllt wurden und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen sie zu ihnen: Was suchet ihr den Lebendigen unter den Toten? Er ist nicht hier, sondern ist auferstanden. Gedenket daran, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galiläa war.
Elberfelder 1871 – Lukas 24,5–6

Die Frauen erschraken und wagten nicht aufzublickenb. Doch die beiden Männer sagten zu ihnen: »Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?  Er ist nicht hier; er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war:
Neue Genfer Übersetzung – Lukas 24,5–6

Da die [Frauen] in Furcht gerieten und das Angesicht zu Boden geneigt hielten, sagten die [Männer] zu ihnen: „Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten? 6 [[Er ist nicht hier, sondern ist auferweckt worden.]] Denkt daran, wie er zu euch redete, als er noch in Galiläa war,
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Lukas 24,5–6

Panisch sahen sie auf den Boden, weil sie sich nicht trauten, diesen besonderen Männern in die Augen zu sehen. Einer von denen fragte sie: „Was macht ihr hier? Warum sucht ihr jemanden, der lebt, an einem Ort, wo nur Tote liegen? Jesus ist nicht hier! Er ist wieder lebendig geworden! Schon vergessen, was er euch in Galiläa gesagt hat?
VolxBibel – Lukas 24,5–6

Die Ankunft der Frauen Das dritte in der Geschichte der Auferstehung ist der Besuch der Frauen im Gartengrab, aufgezeichnet in Matthäus 28: 5–8; Markus 16: 2–8; Lukas 24: 1–9 und Johannes 20: 1. Als sie tatsächlich am Grab ankamen, gab es etwas Licht, denn die Sonne ging bereits langsam auf. In Israel wird es schon um 4 Uhr morgens hell. Die Frauen machten sich in zwei Gruppen auf den Weg. Maria Magdalena begann alleine und kam als erste im Bereich des Gartengrabes an. Sie sah, wie der Stein weggerollt und das Grab leer war, ging aber schnell, bevor sie Engel sah. Eine weitere Gruppe von mehreren Frauen traf ein und sie sahen, dass der Stein weggerollt war und der Engel dort stand. Als sie zum Grab kamen, zeichnet Markus 16: 3–4 ihre Unterhaltung auf: Und sie sprachen untereinander: Wer soll uns den Stein von der Tür des Grabes wegrollen? und als sie aufblicken, sehen sie, dass der Stein zurückgerollt ist; denn er war außerordentlich groß. Es ist offensichtlich, dass Jeschua, obwohl er seine Auferstehung vorhergesagt und darüber gesprochen hatte, nicht glaubte, dass er auferstehen würde. Sie gingen zum Grab, um den Körper einzubalsamieren und nicht um Zeuge einer Auferstehung zu werden. Sie waren sehr besorgt darüber, dass jemand den Stein für sie wegrollen könnte, damit sie das Grab betreten und seinen Körper einbalsamieren könnten. Aber inzwischen war der Stein bereits weggerollt worden; Die römische Garde hatte sich von ihrer steifen Angst erholt und konnte aus der Gegend fliehen. Markus erzählt dann, was als nächstes in Vers 5 geschah: Und als sie das Grab betraten, sahen sie einen jungen Mann auf der rechten Seite sitzen, in einem weißen Gewand; und sie waren erstaunt. Sie sahen einen Engel, obwohl Lukas 24: 4–5 darauf hinweist, dass es tatsächlich zwei Engel gab. Und es geschah, während sie darüber ratlos waren, siehe, zwei Männer standen ihnen in schillernder Kleidung zur Seite verneigten sich vor der Erde und sprachen zu ihnen: Einige haben hier einen Widerspruch gesehen, aber es gibt wirklich keinen Widerspruch. Lukas gibt an, wie viele Engel tatsächlich anwesend waren: Es gab zwei. Aber als die Frauen hineinschauten, sahen sie nur eine von ihnen und nur eine sprach tatsächlich mit den Frauen. Markus betonte ebenso wie Matthäus 28: 5 den einen Engel, der tatsächlich sprach. Was die Engel diesen Frauen befohlen haben, ist in Matthäus 28: 6–7 angegeben: Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Komm und sieh dir den Ort an, an dem der Herr lag. Und geh schnell und sage seinen Jüngern: Er ist von den Toten auferstanden; und siehe, er geht vor dir nach Galiläa; da sollt ihr ihn sehen: siehe, ich habe es dir gesagt. Lukas 24: 5–7 fügt hinzu:… und als sie erschrocken waren und sich vor der Erde verbeugten, sprachen sie zu ihnen: Warum sucht ihr die Lebenden unter den Toten? Er ist nicht hier, sondern auferstanden. Denken Sie daran, wie er zu Ihnen gesprochen hat, als er noch in Galiläa war, und gesagt hat, dass der Menschensohn in die Hände sündiger Menschen gegeben und gekreuzigt werden muss und der dritte Tag wieder auferstehen muss. Die Botschaft des Engels war zweifach. Erstens sollten sie den Leib Jeschuas nicht suchen, weil der Messias auferstanden ist, so wie er es selbst gesagt hatte. Zweitens sollen sie seinen Jüngern und insbesondere Petrus sagen, dass er von den Toten auferstanden ist. Es ist wichtig, es Peter zu sagen, weil er zuvor den Messias dreimal geleugnet hatte und jetzt getröstet werden musste. Die Jünger sollten nach Galiläa ziehen, wo er sie treffen würde. Jesus hatte den Jüngern während des letzten Passahfestes gesagt, dass sie bei seiner Verhaftung nicht in Jerusalem bleiben sollten, sondern nach Galiläa gehen sollten, und er würde sie dort nach seiner Auferstehung treffen. Weil die Jünger nicht wirklich an die Auferstehung glaubten, folgten sie nie dem Gebot des Messias, nach Galiläa weiterzumachen. Nun wird von diesen Engeln durch die Frauen zum zweiten Mal befohlen, dass die Jünger nach Galiläa gehen sollen. Die Frauen reagierten auf drei Arten: Erstens erinnerten sie sich an Jeschuas Prophezeiung, dass er von den Toten auferweckt werden würde; zweitens sagten sie niemandem außerhalb der apostolischen Gruppe; drittens liefen sie los, um den Aposteln den Bericht bekannt zu machen, wie es ihnen von den Engeln befohlen wurde.

Fruchtenbaum – Die Sammlung messianischer Bibelstudien

Die ersten, die von der Auferstehung Jesu erfuhren, waren die Frauen, die ihm nachfolgten und treu geblieben waren. Sie hörten die Botschaft zuerst, weil sie – aufgrund ihrer Hingabe – am ersten Tag der Woche mit wohlriechenden Ölen, die sie bereitet hatten, an sein Grab kamen (vgl. Lk 23,55-56). Doch sie fanden den Leib des Herrn Jesus nicht. Statt dessen sahen sie zwei Männer mit glänzenden Kleidern, offensichtlich Engel. Diese Männer erinnerten sie an die Worte Jesu über seine Kreuzigung und Auferstehung (Lk 9,31;18,31-34). Da eilten die Frauen zurück, um den Aposteln und den anderen allen zu berichten, was sie gesehen hatten (Lk 24,9).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Manchmal scheint es Menschen unmöglich zu sein, einfach zu glauben, was ihnen gesagt wird. Sogar in einer Gesellschaft, die auf ihr klares und vernünftiges Denken so stolz ist, sind Ideen und Überzeugungen ebenso wie Kleider Modeströmungen unterworfen. Manche Gedanken sind so aus der Mode gekommen, dass sie fast undenkbar erscheinen. Auch wenn uns bestimmte Dinge wieder und wieder gesagt werden – wenn es die Mode diktiert, dass wir anders denken sollen, ignorieren wir solche Stimmen oder wir können sie schlicht nicht verstehen. Wir hören zwar die Geräusche der Worte; sie dringen aber nicht weiter vor als bis zu unserem Trommelfell.
Seit Kapitel 9,22 hatte Jesus verschiedentlich von seiner Auferstehung gesprochen. Zwei seiner großartigsten Geschichten hatten mit einer Anspielung darauf geendet, dass er von den Toten auferstehen wird (Kapitel 15,24.32; 16,31). Niemand hatte aber wahrgenommen, was er gesagt hatte. Sie waren verwirrt, und das kann man gut verstehen; in ihrer Welt bezog sich „Auferstehung“ auf das, was Gott am Ende der Zeit mit den gerechten Verstorbenen tun würde: Allen von Abraham, Isaak und Jakob bis hin zu den jüngst verstorbenen gerechten Märtyrern würde ein neuer Körper gegeben werden. Die Leute haben zwar auch davon gesprochen, dass ein Prophet wie Elia oder Johannes der Täufer von den Toten zurückkehren würde; darunter verstanden sie aber wohl, dass jemand in demselben Geist die gleichen feurigen Prophetien verkündigen würde. „Die Auferstehung“ selbst wäre ein großes, umfassendes Ereignis. Nach dem großen abschließenden Leiden Israels würde das ganze Gottesvolk neues Leben, neue Körper bekommen.
Darum kann es uns nicht überraschen, wie überrascht sie am Ostermorgen waren. Sie haben nicht nur aus Mangel an Glauben nicht verstanden, was Jesus ihnen schon damals in Galiläa über seine Auferstehung gesagt hatte. Es hatte einfach noch nie jemand auch nur im Traum daran gedacht, dass eine einzelne Person wirklich getötet und dann zu einer neuen Art von körperlichem Leben jenseits des Grabes auferweckt würde, während sich die restliche Welt weiterdreht wie gewohnt.
Offensichtlich hatten die Frauen nichts dergleichen erwartet. Sie haben sich nicht mit dem Gedanken auf den Weg gemacht: „Lasst uns das Duftöl mitnehmen, einfach für den Fall, dass er immer noch tot ist; aber lasst uns hoffen, dass er wieder lebt!“ Sie wussten nur zu gut, dass Tote tot blieben. Die Elf (das sind die Zwölf ohne Judas; Lukas erwähnt sein weiteres Schicksal erst am Anfang der Apostelgeschichte) haben es ganz sicher nicht erwartet. Wenn Lukas diese Geschichten eine Generation nach diesen Ereignissen erfunden hätte, wie es sich einige Leute vorstellen, dann hätte er sicher nicht Frauen als Erste zum Grab gehen lassen (in der Antike galten Frauen nicht als glaubwürdige Zeugen; das merkt man auch in dieser Geschichte); und die Apostel hätten die Geschichte sofort geglaubt und könnten so als Vorbilder des Glaubens gelten und die junge Kirche in die Zukunft führen. So ist es aber nicht. Es kam ihnen wie ein dummes Ammenmärchen vor, genau das, was man (so haben sie wohl gedacht) von ein paar Frauen erwarten kann, die bei zu viel Trauer zu wenig Schlaf bekommen hatten.
Lukas versucht auch nicht, ebenso wenig wie die anderen Evangelien, den eigentlichen Moment der Auferstehung zu beschreiben. Dieser Teil ist ein Meisterstück der Spannungsliteratur. Dieses Kapitel ist ein weiteres Beispiel für die Kunstfertigkeit des Lukas. Der lange Mittelteil (die Zwei auf dem Weg nach Emmaus, Kapitel 24,13–35) wird auf beiden Seiten von Berichten über die Frauen und die Elf eingerahmt. Die einleitenden Verse lassen die Frage aufkommen: Etwas sehr Ungewöhnliches ist passiert, aber was? Die mittlere Geschichte enthüllt Schritt für Schritt die Antwort, weil Lukas sehr daran gelegen ist, dass wir verstehen, was wir hier zu hören bekommen. Erst dann begegnen wir, die Leser, dem auferstandenen Jesus persönlich, wissen, wer er ist und was passiert.
Am Anfang des Ostermorgens wird die Stimmung von Überraschung, Staunen, Angst und Verwirrung geprägt. Ja, Jesus hatte irgendetwas über seine Auferstehung gesagt, das stimmt. Wir begreifen aber immer noch nicht, was passiert, was das alles zu bedeuten hat, was als Nächstes geschehen wird. Hier wird in keiner Weise der Eindruck vermittelt – wie man ihn manchmal zur Osterzeit in einigen Kirchen gewinnen kann –, dass Jesus während seines Leidens diese ganzen Ereignisse als unbequeme Aufgaben ansah, die man halt erledigen muss, aber die ja schnell vorübergehen, und dass wir als Leser der Geschichte in einer ähnlichen Haltung folgen können. Ostern kommt immer überraschend, ob wir ihm begegnen, wenn wir das Fest feiern oder dann, wenn plötzliche Wogen der Gnade Gottes tragische Situationen in unserem eigenen Leben oder irgendwo in der Welt auf den Kopf stellen.
Zweifelsohne wird auch unsere eigene Auferstehung eine Überraschung sein, auf ihre ganz eigene Art, so wie es bei Jesus auch der Fall war. Das Evangelium ist von allem Anfang an Gute Nachricht, weil es sich getraut, uns Dinge zu berichten, die wir nicht erwartet hatten, nicht einmal glauben wollten und erst recht nicht verstanden haben. Hatten wir erwartet, dass das Evangelium etwas Offensichtliches sein würde, etwas, das wir uns selber hätten ausmalen können?

Das Neue Testament für heute – Lukas für heute


So ähnlich gehen wir wohl mit den Aussagen der gesamten Bibel um: wenn uns etwas „unglaubwürdig“ erscheint, dann sagen wir: „OK – das ist natürlich nur symbolisch zu verstehen“ oder „ja klar, erfüllt sich an einem geistigen Volk“ oder ähnliches. Es gibt sogar ganze christliche Strömungen, die die Bibel einfach nur noch symbolisch auslegen. Aber was, wenn der Schöpfer nicht „zu dumm war“ dass schreben zu lassen, was ER wirklich meinte?
Und wenn wir dann in unseren Tagen in unsere Umgebung schauen: da wird das „Christkind“ gefeiert, also Jesus in der Krippe – als Baby. Und die andere Gruppe von Christen lehnt das Feiern ganz ab. Aber das dies nut der erste Schritt seines Erdenlebens war, der unbedingt nötig war – um dann zu seinem Tod und seiner Auferstehung führen sollte – … also keiner dieser Schritte war unnötig oder sinnlos! Deshalb laßt uns auch daran erinnern, dass der himmlische Sohn, sein Leben im Himmel aufgab, und sich als ein hilfsloses Baby auf der Erde begab – genauso hilflos wie sein Tod am Holz! – um dann zu unbegreiflicher Macht wieder auferweckt zu werden! Unglaublich? Aber WAHR!