was verloren ist, suchen

Denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, das verloren ist. Lk 15,4; 18,13; Mt 9,13; 18,11; Ez 34,16; 1Tim 1,15.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Lk 19,10

denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist.
Elberfelder 1871- Lukas 19,10

Jesus lächelte ihn an: „Heute ist der wichtigste Tag für dich und für deine Familie! Weißt du, warum? Weil Gott dich heute mit in seine Familie aufgenommen hat! Du bist einer von den Söhnen vom Abraham, die verloren waren. Das genau ist meine Aufgabe. Der Auserwählte, der Menschensohn, ist gekommen, um die Menschen wieder zurück zu Gott zu holen, die aufgegeben wurden oder die sich verirrt haben.“
VolxBibel – Lukas 19,9–10

10 Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten das Verlorene.“
Lk 5,32; 1 Tim 1,15
Zachäus erschrak nicht, kein Protest kam über seine Lippen. Es war auch keine Scham bei ihm wahrzunehmen, sondern er war plötzlich für den Herrn gewonnen. Darum nahm er den hohen Gast mit Freuden auf.
Mit größerer Eile, als die er je zur Einnahme des bedeutendsten Gewinnes angewandt, hat Zachäus sein Haus für den hohen Reisenden geöffnet, zu dem sein Herz sich ja so außerordentlich hingezogen gefühlt hatte. – Der Herr Jesus hatte gesagt „eilends“, und eilends hatte Zachäus alles ausgeführt.
In der noch von den pharisäischen Vorurteilen beherrschten Menge zeigt sich wieder einmal allgemeine Unzufriedenheit; dass aber die Jünger in den Worten: „alle murrten“ mit einbegriffen wären, ist durch nichts angedeutet.
Der Ausdruck: „aber Zachäus ging auf den Herrn zu“, setzt die folgende Rede des Zöllners in enge Beziehung zu dem Murren des Volkes. Das Wort „ging auf den Herrn zu“ zeigt eine feste Haltung an (Lk 18,11 . im Gegensatz zu 18,13). Was waren nun die Worte, die Zachäus vor Jesus hintretend, sagte?
„Siehe, die Hälfte meines Vermögens, Herr, gebe ich den Armen, und wenn ich von einem etwas erpresst habe (unrechtmäßigerweise mehr gefordert), so gebe ich ihm dafür das Vierfache zurück.“ Das Gesetz forderte bei einer Veruntreuung, wenn der Ersatz freiwillig geschah, ein Fünftel mehr als die dem Nächsten abgenommene Summe (3 Mo 5,21 ff). War das Entwendete nicht mehr vorhanden und erfolgte die Wiedererstattung unfreiwillig, so betrug der Ersatz das Vierfache (2 Mo 22,3.8). War es aber noch vorhanden, dann bloß das Zweifache (2 Mo 21,37). Zachäus wandte also auf den freiwilligen Ersatz, den er zu leisten pflegte, die Regel an, die für den zwangsmäßigen Ersatz, und zwar für den schwersten Fall, festgesetzt war.
Wäre nun des Zachäus Gelübde und Werk eine Tat des Scheins gewesen, so hätte er vor den Augen Jesu nicht bestehen können.
Das Gelübde des Zachäus ist der Ausdruck eines dankerfüllten Herzens, das sich längst darnach gesehnt hat, Jesus von Nazareth einmal zu Gesicht zu bekommen. Es ist zugleich ein Beweis dafür dass das Herz des Zachäus nicht mehr am Reichtum hing. Die Geschichte des Zachäus ist der beste Beweis dafür, dass es nicht unmöglich ist, dass ein Reicher in das Reich Gottes eingehe.
Das Gelübde des Zachäus ist aber auch ein Zeichen des Ernstes, mit dem er seine früheren Verfehlungen nicht nur bereut, sondern auch den dadurch andern zugefügten Schaden wieder gutzumachen bestrebt ist. Wir können aus dem äußerst knappen Bericht nicht entnehmen, wieviel von dieser Gesinnung schon vor der Begegnung mit Jesus in ihm lebendig gewesen ist und was erst unter dem Eindruck der Person und Rede Jesu in ihm erzeugt und aus geworden ist. Der Herr Jesus sagt: „Heute ist diesem Hause Heil zuteil geworden, da auch er ein Sohn Abrahams ist; denn es kam der Menschensohn, das Verlorene zu suchen und zu retten.“ Nicht von der hohen Ehre Seines Besuches redet Jesus, sondern von einem erfreulichen Erlebnis Seiner suchenden und rettenden Berufsarbeit. Diese beschränkt sich zur Zeit auf Israel. Aber sie umfasst auch alle Glieder dieses Volkes mit Einschluss der von ihren Volksgenossen verachteten und gehassten Zöllner, wie überhaupt der tief Gesunkenen und weit Verirrten. Diesen gilt sie sogar in hervorragendem Maße, weil sie als die Bedürftigsten auch meistens die Empfänglichsten (Lk 5,32; 6,20; 15,1-32) und wenn sie sich von Ihm finden und retten lassen, auch die Dankbarsten sind, wie das Beispiel des Zachäus aufs neue bewiesen hat (vgl. Lk 7,36-50).
Der Sünder und „Straßenräuber“ Zachäus, wie er in den Augen der Menge erschien, war wirklich ein ganz anderer geworden. Er war durch seine Umkehr ein wirklicher Israelit geworden. Die lieblosen Tadler hatten übersehen, dass dieser Verachtete und Unwerte als Abrahamssohn ihnen dem Fleische nach immer noch verwandt war, Jesus erteilte ihm das Lob, dass er nun auch dem Geiste nach zu den Nachkommen des Freundes Gottes gehörte (vgl. Lk 13,16). Wenn der Herr sagt, dass seinem „Hause“ heute Heil widerfahren ist, so liegt darin ein Wink, dass seine ganze Familie dieses Heil erfährt. Wir haben hier einen Hinweis auf das Haus oder die Familie als Grundlage der zu bauenden Gemeinde. Jesus zeigt schon während Seiner Berufsarbeit die Familie und die Hausgenossenschaft als Mittel und Wege der Ausbreitung des rettenden Glaubens. Diese Tatsache begegnet uns verschiedentlich im NT (vgl. Joh 4,53; Lk 10,5). Die Brüderpaare unter den Aposteln, die Mutter der Söhne des Zebedäus und die Familie Jesu selbst (Apg 1,14) sind Beweise dafür wie sich die Heilsbotschaft zunächst in der Familie ausbreitete. In der Missionsgeschichte der Apostel (Apg 16,15.31 f; 18.8) spielt die Familie in dieser Beziehung eine wichtige Rolle. So werden die Familien des Timotheus, des Philemon, des Onesiphorus und des Stephanas ausdrücklich in diesem Sinne erwähnt.
Der Tag der Einkehr Jesu in das Haus des Zachäus ist der Geburtstag seines neuen, inwendigen Menschen, und während er aus eigener freier Wahl an irdischen Gütern ärmer wird, nimmt sein Reichtum an himmlischen zu, so dass das Heute in seinem Bewusstsein eine scharfe Grenzlinie zwischen dem Gestern und Morgen zieht.

Wuppertaler Studienbibel

Als erstes ist zu beachten, daß der „Baum des Lebens“ in der Mitte des Gartens von jenem „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ unbedingt verschieden ist. Von letzterem zu essen war bei unausweichlicher Todesstrafe verboten (V. 17). Und erst als der Mensch dennoch von dem verbotenen Baum aß, traf Gott Vorsorge, daß er nicht auch von dem Baum des Lebens nahm (1 Mose 3, 22). Das hätte nämlich ein ins Endlose verlängertes Leben des sündigen Menschen bedeutet, und das wäre kein Segen gewesen, sondern eine Katastrophe, eine Verletzung aller Ordnung. Abgesehen von jener Übertretung jedoch war der Baum des Lebens dem Menschen zugänglich und ausdrücklich von dem Baum der Erkenntnis unterschieden.
Der erste Baum macht somit klar, daß dem nicht-gefallenen Menschen der Weg zum Leben offenstand. Gott hatte das für Adam im Paradies so vorgesehen, und zwar aus freiem Herzen und völlig unabhängig von dem zweiten Baum. So war es wirklich, und deshalb verlor der Mensch sein Anrecht auf den ersten Baum, als er von dem zweiten aß. Der Mensch war verantwortlich, nicht von dem Baum der Erkenntnis zu essen; hätte er sich enthalten, so wäre er frei gewesen, von dem Baum des Lebens zu essen. Nachdem er aber schuldig geworden und gefallen war, wurde er davon ausgeschlossen und hinausgetrieben, und die Flamme des kreisenden Schwertes verwehrte jeden Zugang zum Baum des Lebens (1 Mose 3, 24).
Nun geht das beständige Bemühen des Menschen, insbesondere des religiösen Menschen, gleichsam dahin, die beiden Bäume einander gleichzusetzen, d. h. das Leben von der Erfüllung der Verantwortlichkeit abhängig zu machen: eine Vorstellung, die angesichts der Tatsachen zur Zeit der Unschuld des Menschen nicht bestehen kann, und die sich noch offensichtlicher als falsch erweist, nachdem der Mensch ein Sünder geworden und vom Baum des Lebens ausgeschlossen ist. Sein ursprüngliches Verhältnis ging durch Übertretung verloren. Die einzige natürliche Religion, die jemals Realität hatte oder haben konnte, fand damit ihr Ende. Fortan hing nun alles davon ab, was Gott ist, und zwar in rettender Barmherzigkeit dem Menschen gegenüber. Der Mensch hatte unter den günstigsten Umständen Gott gegenüber gänzlich versagt. Die Sünde zwang Gott in moralischer Hinsicht, als Richter aufzutreten. Doch Liebe und göttliche Gnade machten Ihn zu einem Heiland. So hing alles ab von Seinem Sohn, von Seiner Erniedrigung, Mensch zu werden und für die Schuldigen in Tod und Gericht zu gehen. Der Vater hat den Sohn gesandt als Heiland der Welt (1 Johannes 4, 14); der Sohn kam, zu suchen und zu erretten, was verloren war (Lk 19, 10).

William Kelly – Die beiden Bäume

… Jesus Christus ist die Brücke zu Gott!
Der Herr Jesus war ohne Sünde – mehr noch – ohne jeden Bezug zur Sünde. Sünde war für ihn etwas vollkommen  Unbekanntes. Allein Jesus Christus konnte während seines Erdenlebens
sagen: „Wer von euch überführt mich einer Sünde?“ ( Johannes 8,46 ). Der Apostel Paulus sagt in 2. Korinther 5,21 : „Der von keiner Sünde wußte.“ Jesus Christus ist die einzige Brücke zu Gott, die tragfähig und sicher ist, weil die „Materialien“ aus der Dimension Gottes kommen.
Es gibt eine Aussage in der Bibel, die das Bild der Brücke als die Verbindung zweier unterschiedlicher Standpunkte aufgreift:
„Denn es ist auch Christus einmal für Sünder gestorben, der Gerechte für die Ungerechten,
damit er uns zu Gott führe“ ( 1. Petrus 3, 18 ).
Wenn du diesen Vers genau liest, merkst du, daß Jesus Christus nur diesen einen Grund hatte, auf die Erde zu kommen. Er, der Sohn Gottes, wollte uns weder nur ein religiöses Gefühl vermitteln noch einfach ein Lehrer für bestimmte Verhaltensformen sein. Nein, er ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist ( Lukas 19,10 ). Das heißt nichts anderes als dich und mich.
Jesus Christus sucht dich, um dich zu erretten. Und warum? Weil du auf der falschen Seite stehst – in der Gottesferne. Jesus Christus möchte dich zu Gott führen! Und der Preis? 

Komm zum Leben!

„Einer mußte  bezahlen“ – mit seinem Leben
Brücken kosten normalerweise eine Menge Geld. Aber gemessen an dieser Brücke, die Gott in Jesus Christus selbst gebaut hat, ist das völlig unbedeutend. Diese Brücke hat den höchsten Preis, den du dir vorstellen kannst. Hier versagte jedes menschliche Zahlungsmittel. Jesus Christus gab sein Leben dafür und starb am Kreuz auf dem Hügel Golgatha vor den Toren Jerusalems. Er starb für deine und meine Schuld – das ist der Preis. Er gab sein Leben als Lösegeld ( Matthäus 20, 28 )!
Jetzt stehst du an einem entscheidenden Punkt. Vielleicht rebellierst du angesichts dieses Kreuzes. Aber du kannst das Kreuz nur verstehen, die Brücke nur erkennen, wenn du deinen Zustand wahrnimmst. Erst das Erkennen und Eingestehen deiner Schuld öffnet dir die Augen für dieses Rettungswerk Gottes. 

Komm zum Leben!