Afikomen

Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dieses tut zu meinem Gedächtnis!
Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahle und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird.
Elberfelder 1871 – Lukas 22,19–20

Und nach dem Aufnehmen eines Brotes brach er es, nachdem er sich bedankt hatte, und gab es an sie weiter mit den Worten: „Dies steht für meinen Körper, der zu eurem Besten verschenkt wird. So tut ihr etwas für die Erinnerung an mich“ und ebenso den Becher nach dem Einnehmen der Hauptmahlzeit mit den Worten: „Dieser Becher steht für den neuartigen Bund, der durch mein Blut vorhanden ist, das zu eurem Besten vergossen wird.
Gottes Agenda – Das Neue Testament urtextnah ins heutige Deutsch übersetzt von Andreas Eichberger – Lukas 22,19–20

Anschließend nahm Jesus etwas von dem Brot, redete wieder kurz mit Gott und dankte ihm dafür. Dann zerteilte er es in kleine Stücke und gab es an seine Schüler weiter: „Das ist jetzt mein Körper. Der wird für euch weggegeben. Feiert dieses Essen ab jetzt immer wieder und denkt dabei an mich und an das, was ich für euch getan habe.“ Als alle mit dem Essen fertig waren, nahm er noch mal ein Glas Wein und gab es auch an seine Schüler weiter. Dazu sagte er: „Dieser Wein ist jetzt wie mein Blut, mit dem der neue Vertrag unterschrieben wird. Dieses Blut wird für euch fließen.“
VolxBibel – Lk 22,19–20

passend zum Abend des Gründonnerstag, heute der Bibeltext, der zeigt, was alle die sich nach dem christlichen Kalender richten (und den jüdischen außen vor lassen) in den späten Abendstunden gefeiert haben!

Was war das für ein Brot, dass Jesus brach?

Ein paar Zitate aus einer Passah-Hagadah, um ein wenig Licht hineinzubringen – Fragen können dazu gern gestellt werden.

Eine Afikomen-Tasche oder eine andere reguläre weisse Serviette, wo jeder

Leiter eines Tisches die halbe Matza reinlegt.

[Der Leiter hebt die Matzatasche hoch.]

Leiter: Es befinden sich drei Matzastücke in diesem Überzug, der interessanter-

weise Einheit genannt wird. Die mittlere Matza ist in der Hälfte gebrochen, der eine Teil

ist versteckt und wird später, am Ende des Seders als der wichtigste Teil der Mahlzeit

wieder gebraucht. Diese mittlere versteckte Matzahälfte wird “Afikomen” genannt. Es ist

das einzige griechische Wort, dass in der Pessachzeremonie gebraucht wird. Buchstäblich

meint das Wort, “Ich komme!“

Eine rabbinische Tradition sagt, dass die drei Matzas die Priester, die Leviten und

die Israeliten repräsentieren. Eine andere Tradition sagt, dass sie Abraham, Isaak und

Jakob repräsentieren. Aber die jüdische Tradition heute gibt uns keine Erklärung dafür,

wieso die mittlere gebrochen und versteckt werden sollte, noch warum ein griechisches

Wort verwendet wird, das aussagt „Ich komme“!

Eine angemessene Erklärung ist natürlich, dass die Einheit Vater, Sohn und

Heiliger Geist repräsentiert wird und dass die zweite Person der Gottheit, durch die

zweite Matza versinnbildlicht, gebrochen ist für die Sünde der Welt, begraben und wieder

auferstanden Die zweite Matza wird versteckt und dann nach der Mahlzeit wird sie

wieder hervorgebracht. Rabbinische Tradition sagt, dass die Afikomen jetzt das Lamm in

der Zeremonie repräsentiert und dass als der letzter Mahlzeitteil, jedermann davon

essen muss, damit soll dieser Geschmack als der letzte von Pessach im Munde verweilen.

Die Bibel sagt, „Denn wir haben auch ein Pessachlamm, das ist Christus, für uns

geopfert“ (1. Kor 5:7). Könnte die Symbolik nicht klarer sein?

[Der Leiter des Tisches nimmt jetzt die mittlere Matza.]

Leiter: Die Matza ist ein klares Bild des Messias. Ersten sehen wir, wie sie

gestreift ist.

Leser 2: „Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde

willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine

Wunden sind wir geheilt“ (Jes 53:5).

Leiter: Zweitens sehen Sie, wie die Matza durchstochen ist.

Leser 1: „Aber über das Haus David und über die Bürger zu Jerusalem will ich

ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets; und sie werden mich ansehen, welchen

sie zerstochen haben, und werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind,

und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um ein erstes Kind“ (Sach

12:10).

Leiter: Drittens ist die Matza ungesäuertes Brot. Sauerteig/Hefe ist ja ein Symbol

für Sünde.

Leser 2: „Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde

gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt“ (2. Kor 5:21).

[Der Leiter und die Leiter jedes Tisches brechen die zweite Matza in zwei Hälften,

legen die grössere Hälfte in eine weisse Serviette und verstecken sie unter dem Kissen.

Die andere Hälfte wird wiederum in die Matzatasche gelegt.]

Leiter: Lasst uns Gott danken für den Tod Seines Sohns, der uns versöhnt hat.

„Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!“

[Anbetungslied.]

Die Afikomen – „Das ist mein Leib, gebrochen für Euch!“
„Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist
mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22:19).
Leiter: Die Afikomen, die gebrochene mittlere Matza, welche in einer Leinenserviette versteckt wurde, bekommt nun klar die Symbolik der Auferstehung unseres Herrn .
[Der Leiter jedes Tisches nimmt die Serviette mit der Afikomen heraus.]
Leiter: Wie schon zuvor gesagt, ist Afikomen ein griechisches Wort. Es meint,
„Ich komme“, und weist klar auf den Messias Jesus hin, der schon gekommen ist. Der Gebrauch des griechischen Wortes zeigt, dass Jesus durch die Nichtjuden für Israel offenbart wird, wie Paulus in Römer 11:25-26 schreibt, „Blindheit ist Israel zum Teil widerfahren, so lange, bis die Fülle der Heiden eingegangen sei und also das ganze Israel selig werde.“
An dieser Stelle in der Sederfeier ist es Tradition, dass die Kinder für die
„versteckte Matza“ Ausschau halten und dasjenige Kind, das sie findet, bekommt einen

Preis. Jesus sagt, „Wahrlich ich sage euch: Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen“ (Lk 18:17).
Lasst uns nun den Messias empfangen, wenn wir die Afikomen teilen.
[Der Leiter jedes Tisches gibt die Afikomen um den Tisch und jede/r Person
bricht sich ein Stück ab. Essen Sie es noch nicht.]
Leser 2: „Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes
Christi? Denn ein Brot ist’s, so sind wir viele ein Leib, dieweil wir alle eines Brotes
teilhaftig sind“ (1. Kor 10:16-17).
Leser 1: „Ich habe es von dem HERRN empfangen, das ich euch gegeben habe.
Denn der HERR Jesus in der Nacht, da er verraten ward, nahm das Brot, dankte und brach’s und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird;
solches tut zu meinem Gedächtnis“ (1. Kor 11:23-24).
Leiter: Lasst uns Jesus für Seinen Tod für uns danken, im Moment wo wir den
Geschmack in unserem Munde schmecken.
[Alle essen die Afikomen.]
Leiter: Lasst uns nun gemeinsam eine Zeit haben und beten dass, genau wie die
Afikomen gefunden und am Ende des Seders gegessen wird, Jesus in den letzten Tagen Seinem eigenen Volk offenbart wird. Heute Abend wird die Afikomen gegessen, ohne
das Wissen was es eigentlich repräsentiert.
Leser 2: „Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham
antwortete: Hier bin ich mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist
aber das Schaf zum Brandopfer? Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen
ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen beide miteinander“ (1. Mose 22:7-8).

Ich denke, dass alle, die die jüdischen Bräuche kennen, so wie es die Jünger Jesu ja taten, die Bedeutung der Worte in ganz anderem Sinne verstanden haben und in das Brechen des ungesäuerten Brotes – Mazza – viel tiefere Gedanken hatten, als ein Christ, der heute in ein Abendmahl geht. Aber der Gedanke, dass Jesus seinen menschlichen Körper in den Tod gibt – und dies freiwillig – sollte wohl das Hauptaugenmerk auch für uns sein.