„ich will singen“

Höret, ihr Könige; horchet auf, ihr Fürsten! Ich will, ja, ich will Jehova singen, will singen und spielen (Eig will singspielen) Jehova, dem Gott Israels!
Elberfelder 1871 – Ri 5,3

Hört her, Könige, und spitzt eure Ohren,
Satrapen!
Ich, ja, ich werdea dem Herrn singen,
ich werde für den Herrn, den Gott Israels,
aufspielen.
Septuaginta Deutsch – Alternativer Text – Richter 5,3

Höret ihr Könige, nehmet zu Ohren, ihr Beherrscher! Ich, ich will Jehovah singen, ich will Psalmen singen Jehovah, dem Gott Israels. 2Mo 15,2.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Richter 5,3

Der eröffnende Aufruf, den HERRN zu preisen , spricht in das Aufkommen eines dienenden Geistes bei Fürsten und Volk hinein (V. 2 ). Einem typischen Ausdruck des Lobes (V. 3 ) folgt eine geschichtliche Nacherzählung der vorhergehenden Taten der Errettung durch den Herrn (V. 4-5 ). Jahwe wird als der eine vom Sinai (vgl. Ps 68,8 ) bezeichnet und mit den Ereignissen, die der Überquerung des Jordans unter Josua vorangingen, in Zusammenhang gebracht. Die Erwähnung von Se´r (vgl. 5Mo 33,2 ) und Edom (vgl. Hab 3,3 ,wo Teman, eine edomitische Stadt, erwähnt wird) hat einige Gelehrte veranlaßt, den Berg Sinai östlich, nahe des Arabatals (südlich des Toten Meeres), zu vermuten, doch dies ist unwahrscheinlich.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Gott hatte seinem Volk einen grossen Sieg über den Feind, die Kanaaniter, geschenkt. Durch sein Eingreifen leitete Er die vernichtende Niederlage des feindlichen Heerobersten Sisera ein. Und die mutige und beherzte Tat Jaels, der Frau Hebers, setzte den Schlusspunkt unter die von Gott geschenkte Rettung aus der Hand der Feinde (Ri 4,1-24).
Dieser Sieg ist der Anlass für ein Loblied, das Debora und Barak anstimmten. «Ich will, ja, ich will dem HERRN singen, will singen und spielen dem HERRN, dem Gott Israels» (Ri 5,3). Debora und Barak waren sich darüber im Klaren, dass sie die erfahrene Rettung in erster Linie der Hilfe Gottes zu verdanken hatten (Ri 4,15).

Halte fest 1999

Noch hat kein Volk der Geschichte von Anfang an sein Werden und Bestehen so eng mit dem Handeln Gottes verbunden wie der Glaube Israels. Wie es ein Volk wurde und wie es ein Volk blieb, darin steht es einzig da in der Weltgeschichte. Es konnte nur Geschichte [28] erleben, wenn Gott gewillt war, durch Sein Volk Geschichte zu machen, nur handeln, wenn Gott zu handeln befahl. Worauf Israel auch zurückschaute, alles große Geschehen vorangegangener Jahrhunderte war ihm durch Gottes Willen hervorgebracht. Mit Vorliebe nannten daher die späteren Zeiten Israels diesen Gott seiner Geschichte: den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.
Denn wie man Jahves leitende und ordnende Hand in den Familiengeschichten der alten Väter sah, so stand dem Volke auch gegenwärtig der Zusammenschluss der einzelnen Stämme und das gemeinsame Streben, sich auf kanaanäischem Boden dauernd eine Heimat zu schaffen, unter göttlichem Walten. Daher sah man die damit verbundenen Kämpfe an als Jahves Kämpfe, die errungenen Siege waren Jahves Siege, und die jeweilig erlittenen Niederlagen galten als Jahves Gerichte. Denn sobald Gott schwieg, mussten auch die Taten Israels schweigen, wenn Gott zürnte, musste Israels Geschichte durch Gerichte gehen.
Zu so einer hohen Lebens- und Geschichtsauffassung ist nur ein Glaube fähig, der mit dem zielbewussten Walten eines lebendigen und persönlichen Gottes zu rechnen vermag. Obwohl vielfach dem israelitischen Volksglauben damals noch feststand, dass [29] es außer Jahve auch noch andere Götter gebe, Götterfürsten, die den anderen Nationen als Gottheit dienten, so zweifelten andererseits aber grade die Treuen in Israel nie daran, dass Jahve der höchste von allen Göttern sei, der nicht nur die Welt erschaffen habe, sondern auch die Welt regiere.
Mit diesem lebendigen und höchsten Gott wussten sich viele des Volkes in ihrem Leben und in ihrer Geschichte aufs engste verbunden. Jahve galt ihnen als das unsichtbare Haupt der Nation. Er leitete es durch Führer, die Er erwählte, und machte die Sache Israels zu seiner Sache. Jeder Kampf gegen Israel galt ihnen als Jahves Kampf und jeder Sieg als ein Triumph Gottes gegen seine Widersacher.
….
Dem Kommen und der Verwirklichung Seiner Königsherrschaft auf Erden gilt auch unser Kampf. Er ist nicht kleiner und geringer als jener, zu dem einst die Prophetin Debora rief. Es ist ein geistlicher Kampf, der nur mit geistlichen Waffen geführt werden kann. Denn man kann unmöglich mit fleischlichen Mitteln geistliche Werte gewinnen. Seine Ziele sind nicht gewaltsame Unterwerfung, sondern innerliche Gewinnung: durch unseren Kampf sollen Feinde Freunde Gottes werden.
Daher ist uns dieser Kampf in seinem tiefsten Wesen eigentlich auch weit mehr Dienst als Kampf. Die Welt ist uns nicht ein Gegenstand unserer Bekämpfung, sondern unserer Liebe und unseres Dienstes. Nicht dem Menschen gilt unser Kampf, [32] sondern nur dem, was ihn knechtet und zeitlich und ewig unglücklich macht. – Das ist die große Weltmission derer, die Nachfolger dessen sein wollen, der größer war als Mose und die Propheten.
Allein wenn wir auch in vielem anders schauen und erkennen, wie es einst der Glaube Israels tat, so fühlen wir doch die innere Verwandtschaft mit ihm. Denn im letzten Grunde war es auch ihm darum zu tun, dass das nationale und staatliche, das sittliche und kultische Leben des Volkes von göttlichen Grundsätzen beherrscht werde. Was er in den Besten und Glaubensstarken für das ganze Volk herbeisehnte, war die Eingliederung Israels in Gottes große, sittliche Weltordnung.

Kroeker – Das lebendige Wort

Ein Blick auf den Namen:

YHVH Elohim

Dieser zusammengesetzte Name wird auf zwei Arten übersetzt. Manchmal wird er mit Jehova Gott übersetzt, wie in der American Standard Version. In anderen Übersetzungen, wie z. B. in der King James Version, wird er mit HERR Gott übersetzt. Der Name HERR hat alle Großbuchstaben, was betont, dass das hebräische Wort hier der vierbuchstabige Name Gottes ist, und das Wort „Gott“ hat nur den ersten Buchstaben groß geschrieben, was das Wort Elohim widerspiegelt. Beispiele für die beiden Namen zusammen als Jehova Gott oder Herrgott sind 1 Mose 2:4-5, 7-9, 15-16, 18-19 und 21-22.

Der zusammengesetzte Name YHVH Elohim betont zwei Beziehungen, die erste ist die Beziehung Gottes zur Menschheit im Allgemeinen und die zweite ist seine Beziehung zu Israel im Besonderen.

Betrachtet man die Beziehung Gottes zur Menschheit, so lassen sich vier Facetten feststellen. Die erste Facette ist die des Schöpfers, wie in 1 Mose 2,7-15 zu sehen ist. Der Kontext dieser Verse ist Gottes Erschaffung des Menschen, und der zusammengesetzte Name YHVH Elohim wird so häufig verwendet, dass er Ihn als den Schöpfer des Menschen hervorhebt.

Die zweite Facette dieses zusammengesetzten Namens ist, dass Gott Autorität über seine Schöpfung hat. In 1 Mose 2,16-17 gibt Gott dem Menschen seine Weisungen. Er gibt ihnen Gebote und sagt ihnen, was sie tun und was sie nicht tun dürfen, was zeigt, dass er Autorität über den Menschen hat.

Die dritte Facette betont Gott als Schöpfer und Lenker der irdischen Beziehungen des Menschen zu anderen und ihrer Beziehung zu ihm (Gen 2,18-24; 3,16-24).

Die vierte Facette hebt Gott als Erlöser hervor (1 Mose 3,8-15 und 21). Unter diesem zusammengesetzten primären Namen versprach Gott, den Erlöser, den Samen der Frau, zu senden, der sich eines Tages endgültig mit dem Problem der Sünde befassen würde, das in die menschliche Erfahrung eingedrungen war.

Die zweite Beziehung, die durch diesen zusammengesetzten Namen hervorgehoben wird, ist die Beziehung zwischen Gott und der Nation Israel. Beispiele dafür finden sich in 1 Mose 24,7; 2 Mose 3,15-18; 2 Mose 1,11; 21; Josua 7,13; 19-20, und Richter 5,3.

Arnold Fruchtenbaum – Was WIR über Gott wissen