Jesaja 49

Und nun spricht Jehova, der mich von Mutterleibe an zu seinem Knechte gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen, und Israel ist nicht gesammelt worden; aber (O. nach and. Les : und damit Israel zu ihm gesammelt werde-und usw.) ich bin geehrt in den Augen Jehovas, und mein Gott ist meine Stärke geworden-
ja, er spricht: Es ist zu gering, daß du mein Knecht seiest, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten von Israel zurückzubringen; ich habe dich auch zum Licht der Nationen gesetzt, (O. und ich werde dich… setzen) um mein Heil zu sein bis an das Ende der Erde
Elberfelder 1871 – Jes 49,5–6

Nun aber spricht Jehovah, Der mich von Mutterleib zum Knecht für Sich gebildet, um Jakob zu Ihm zurückzubringen, und daß Israel sich zu Ihm versammle, und ich verherrlicht werde in Jehovahs Augen, und mein Gott sei meine Stärke. Ps 18,2.19.
Und spricht: Noch zu gering ist es, daß du Mir Knecht wirst, die Stämme (Ruten) Jakobs aufzurichten, und die Bewahrten von Israel zurückzubringen. Und Ich werde dich zum Licht der Völkerschaften geben, daß Mein Heil sei bis an das Ende der Erde. Jes 9,1; 42,6; 60,3; Ps 2,8; 72,11; Hag 2,7; Lk 2,32; Apg 13,47.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Jesaja 49,5–6

Gott hatte schon damit angefangen, mich als seinen Mitarbeiter vorzubereiten, als ich noch im Bauch meiner Mutter war. Er wollte von mir, dass ich die Israeliten wieder zu ihm zurückbringe, dass ich die Leute von Israel wieder zu ihm führe. Gott hat gezeigt, dass er Respekt vor mir hat, und Gott ist zu meiner größten Kraft geworden.
Er hat zu mir gesagt: „Ich finde es zu wenig, dass du als mein Mitarbeiter nur den Job hast, Israel wieder hochzubringen und alle zurück nach Hause zu führen, die von den Israeliten noch übrig geblieben sind. Darum werde ich dich zu einem Leuchtturm für alle Menschen machen. Jeder soll sich an dem, was du sagst, orientieren können. Durch dich sollen alle Menschen, egal, wo sie leben, Hilfe bekommen.“
VolxBibel – Jesaja 49:5–6

Der Diener beschreibt seine Berufung in Vers 1: „Höret, ihr Inseln, auf mich; und hört, ihr Völker, von ferne: Jehova hat mich von Mutterleib an gerufen; von den Eingeweiden meiner Mutter an hat er meines Namens Erwähnung getan:

Der Vers beginnt mit einem Aufruf an die ganze Welt, auf das zu hören, was der Knecht zu sagen hat. Dann weist er darauf hin, dass er, der Knecht, der Messias, von Gott für diese spezielle Mission auserwählt wurde: Jehova hat mich vom Mutterleib an berufen, von den Eingeweiden meiner Mutter. Es ist interessant, dass es zwar viele messianische Prophezeiungen gibt, die die Mutter des Messias erwähnen, wie hier, aber der Vater wird nie erwähnt. Das ist kein Zufall, denn nach Jesaja 7:14 sollte der Messias von einer Jungfrau geboren werden. Wann immer der Vater des Messias beschrieben oder erwähnt wird, ist es Gott selbst, der sich als dieser Vater erweist. In allen messianischen Prophezeiungen wird nie ein menschlicher Vater erwähnt, sondern nur eine Mutter. In diesem Fall ist die Mutter Maria oder, richtiger gesagt, Miriam. Was in Jesaja 7,14 prophezeit wurde, hat sich in Matthäus 1,21 und Lukas 1,31 erfüllt. Der Punkt von Vers 1 ist, dass der Messias zu seiner Aufgabe berufen wurde, als er noch im Schoß seiner Mutter war. Dies war bei Jeschua tatsächlich der Fall (Lk. 1:30-33). Gabriel informierte Maria, dass sie durch die überschattende Kraft des Heiligen Geistes schwanger werden würde. Das, was empfangen wurde, war heilig, der Sohn Gottes. Dies ist derjenige, dem Gott der Vater den Thron seines Vaters David geben wird. In Matthäus 1,21 ist dies derjenige, der sein Volk von ihren Sünden erlösen wird. In der Tat, während der Messias noch im Schoß Seiner Mutter war, hatte Gott bereits einen bestimmten Auftrag für Ihn.

Die Stellung des Knechtes wird in Vers 2 angegeben: und er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht; im Schatten seiner Hand hat er mich verborgen; und er hat mich zu einem geschliffenen Schaft gemacht; in seinem Köcher hat er mich verwahrt:

Die Stellung des Knechtes ist dreifach. Erstens war sein Mund wie ein scharfes Schwert, ein Ausdruck, der bedeutet, „die Fähigkeit zu haben, ein Urteil zu sprechen.“ Jesus benutzte diese Fähigkeit in Matthäus 23,1-39. Zweitens: Im Schatten seiner Hand hat er mich verborgen, ein Ausdruck, der den Schutz betont. Er wurde von Gott, dem Vater, so beschützt, dass Ihm nie etwas zustoßen konnte, bis zur richtigen Zeit. Deshalb scheiterte jeder Versuch, Jeschua zur falschen Zeit töten zu lassen, mit der Aussage, dass seine Stunde noch nicht gekommen sei. Drittens war Er ein geschliffener Schaft im Köcher, ein Begriff, der bedeutet, dass Er immer zum Gebrauch bereit war. Dies war die Position des Dieners: Er hatte die Fähigkeit, das Gericht zu sprechen; Er wurde von Gott, dem Vater, beschützt; Er war immer bereit, vom Vater benutzt zu werden.

Ein messianischer Name für den Knecht findet sich in Vers 3: und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich verherrlicht werden will.

Einer der messianischen Namen für den Messias ist Israel. Der Gottesknecht wird zum Israel schlechthin erklärt. Der Name Israel bedeutet „ein Fürst bei Gott“. Keiner ist mehr ein Fürst bei Gott als der Messias selbst. Darüber hinaus wurde die Nation Israel dazu berufen, ein Königreich von Priestern zu sein, um die Heiden vor Gott zu vertreten und so ein Licht für die Heiden zu werden. Israel, die Nation, hat versagt, aber Israel, der Messias, wird den Auftrag erfüllen. Er ist ein wahrer Repräsentant dieses Namens und deshalb kann Er Israel genannt werden. Er ist der ideale Israelit, und der Vater wird in diesem Israeliten, dem Sohn, verherrlicht werden.

Die Klage des Knechtes wird in Vers 4 wiedergegeben: „Ich aber sprach: Ich habe mich vergeblich abgemüht, ich habe meine Kraft umsonst und umsonst verausgabt; doch die Gerechtigkeit, die mir gebührt, ist bei Jehova, und mein Lohn bei meinem Gott.

Nachdem er seinen Auftrag und seine Position beschrieben hat, wird seine Klage in drei Aussagen gemacht. Erstens: Ich habe umsonst gearbeitet oder Leere. Zweitens: Ich habe meine Kraft umsonst verbraucht oder Formlosigkeit. Drittens: und Eitelkeit; meine Arbeit war wie ein Dunst. Nachdem er seine Klage und Entmutigung ausgedrückt hat, beschreibt der Diener sofort seinen Glauben. Plötzlich gibt es eine Änderung der Einstellung: doch die mir zustehende Gerechtigkeit ist bei Jehova, Gott kennt die Situation, und meine Belohnung bei meinem Gott, Gott wird alles Unrecht, das dem Diener angetan wurde, vergelten und rächen.

Diese Verse können als die Rede des Messias zusammengefasst werden, der sich über Israels Ablehnung Seiner messianischen Ansprüche beklagt. Es scheint, dass all Seine Arbeit umsonst war. Aber Er hat seinen Glauben an Gott den Vater und seine Gerechtigkeit nicht verloren. Im Kontext des Neuen Testaments wurden diese vier Verse in der Agonie von Gethsemane erfüllt.

B. Die Antwort Gottes an den Knecht – Jesaja 49,5-6

Was hier gesagt wird, wurde zur Grundlage für die Aussage des Paulus in Römer 11. Gott wiederholt den ursprünglichen Auftrag des Knechtes in Vers 5: Und nun spricht Jehova, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht gemacht hat, um Jakob wieder zu ihm zu bringen und Israel zu ihm zu versammeln (denn ich bin ehrenhaft in den Augen Jehovas, und mein Gott ist meine Stärke geworden).

Der ursprüngliche Auftrag des Dieners, der in den ersten vier Versen erwähnt wird, wird noch einmal aufgeführt: Jehova, der mich vom Mutterleib an gebildet hat, um sein Knecht zu sein. Von der Zeit an, als der Messias im Schoß seiner Mutter war, war er bereits dazu bestimmt, der messianische Knecht zu sein. Er wurde beauftragt, zwei Dinge zu tun. Erstens, Jakob wieder zu Gott zu bringen, das ist die Betonung der Errettung, und Israel zu Ihm zu sammeln, das ist die Betonung der Wiederherstellung. Der Grund dafür ist: Denn ich bin ehrbar in den Augen Jehovas, und mein Gott ist meine Stärke geworden. Aber das Problem ist: Wenn der Messias dazu bestimmt war, Israel wiederherzustellen, aber Israel den Messias verworfen hat, ist dann der Plan Gottes ins Leere gelaufen?

Die Antwort steht in Vers 6: Ja, er sagt: Es ist zu leicht, dass du mein Knecht sein sollst, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels wiederherzustellen: Ich will dich auch den Heiden zum Licht geben, daß du mein Heil seist bis an das Ende der Erde.

Die Antwort lautet: „Ganz und gar nicht.“ In der Tat war die Ablehnung des Messias Teil des göttlichen Plans. Denn jetzt wird der Auftrag des Dieners erweitert. Gott, der Vater, sagte: „Es ist nicht genug, dass Du Mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs aufzurichten und das Bewahrte Israels wiederherzustellen.“ Als Zusatz zum ursprünglichen Auftrag wird der Vater den Messias zu einem Licht für die Heiden machen, damit er Gottes Rettung bis ans Ende der Erde sein kann. Deshalb sollte der Messias nicht entmutigt sein, dass Israel ihn verworfen hat, denn das bedeutet nicht, dass der Plan Gottes ins Leere gelaufen ist. Im Gegenteil, er erfüllt den Plan Gottes. Gottes Plan für den Messias sollte über den hinausgehen, nur der Wiederhersteller oder der Retter Israels zu sein. Er sollte auch das Licht für die Heiden sein. Aber bevor er das Licht für die Heiden sein konnte, musste Israel ihn zuerst ablehnen. Nachdem Israel Seine messianischen Ansprüche abgelehnt hatte, wurde Er das Licht für die Heiden. Nachdem Er für eine gewisse Zeit ein Licht für die Heiden gewesen ist, wird Er beginnen, das Werk der Wiederherstellung Israels zu tun, bis Israel vollständig wiederhergestellt ist.

Arnold Fruchtenbaum – Der Knecht Jehovas

obwohl alles genommen, trotzdem gepriesen?

Und er sprach: Nackt bin ich aus meiner Mutter Leibe gekommen, und nackt werde ich dahin zurückkehren; (Vergl Pred 5,15) Jehova hat gegeben, und Jehova hat genommen, der Name Jehovas sei gepriesen!
Elberfelder 1871 – Hiob 1,21

„Als kleines Baby, gleich nachdem meine Mutter mich geboren hatte, gehörte mir gar nichts. Und so arm werde ich auch wieder sterben. Gott hat mir viel geschenkt, und er hat mir viel wieder weggenommen. Es ist sein Ding, er ist und bleibt der Boss, und ich will ihm dankbar sein!“
Obwohl Hiob diese ätzenden Sachen passiert waren, ließ er nichts zwischen sich und Gott kommen. Er beschwerte sich noch nicht mal bei ihm.
VolxBibel – Hiob 1:21–22

Wer kennt das nicht, enttäuscht zu werden? Oder Verluste erlitten zu haben? Ja, heute sind die Verluste meist nicht mehr so groß, als bei unseren Urgroßeltern oder Großeltern, die im Krieg nicht nur Wohnung sondern zum Teil auch Heimat verloren – und dann vielleicht auch noch Angehörige – so war das im Krieg. Aber auch heute sind die Verluste ja nicht kleiner. Die letzte „Lydia“ berichtete zum Beispiel über den Verlust der eigenen Kinder – die einfach keinen Kontakt zu ihren Eltern mehr haben wollen! Sind wir wie Hiob? Oder geben wir die Schuld für den Verlust nicht häufig Gott?

Hiob hatte nicht nur materiell alles verloren, sondern auch seine Freunde und seine Kinder! Und trotzdem seine obrigen Worte!

Als Reaktion auf diesen entsetzlichen, raschen, vierfachen Angriff Satans zerriß Hiob sein Kleid , was ein Zeichen für seinen inneren Aufruhr und seinen Schock war (vgl. Hi 2,12; 1Mo 37,29.34; 44,13; Ri 11,35 ), und schor sein Haupt (vgl. Jes 15,2; Jer 48,37; Hes 7,18 ). All das spiegelte seine Trauer über die großen Verluste wider. Hiob fiel auf die Erde , aber nicht aus Verzweiflung, sondern aus Ehrfurcht vor Gott.
Hiob erkannte, daß dieser Verlust seiner Geburt und seinem Tod glich: Bei seiner Geburt war er nackt gewesen, und er würde auch wieder nackt sterben. Nun war er, bildhaft gesprochen, ebenfalls nackt. Die Worte nackt werde ich wieder dahinfahren (wörtl.: „dahin zurückkehren“) legen zunächst einmal nahe, daß Hiob in den Schoß seiner Mutter zurückkehren würde. Aber wie ist dies zu verstehen? Die Rückkehr eines Menschen in den Schoß seiner Mutter konnte ein poetischer Ausdruck für die Beerdigung sein (vgl. Ps 139,15; Pred 5,14;12,7 ). Die Verbindung ist ganz offensichtlich: Der Mensch, der im Mutterleib gebildet wird, ist auch „aus Erde vom Acker“ gemacht ( 1Mo 2,7; vgl. 1Mo 3,19; Hi 10,9;34,15; Ps 103,14 ), und die Erde, die Frucht hervorbringt („Lebendiges“), ist der Mutter gleich, die ein Kind zur Welt bringt.
Hiob erkannte die Allmacht Gottes ( Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen ) und pries den Herrn. Es ist in der Tat bemerkenswert, daß Hiob auf sein Unglück mit Anbetung antwortete, auf sein Leid mit der Verehrung Gottes. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen wurde Hiob nicht bitter; er klagte Gott nicht an (vgl. Hi 2,10 ).
Hiobs erstaunliche Reaktion macht deutlich, daß Satan mit seiner Voraussage, Hiob werde Gott fluchen, völlig im Irrtum gewesen war. Ein Mensch kann fromm sein, ohne von Gott mit Besitz gesegnet zu werden; er kann durchaus gottesfürchtig sein, ohne auf seinen eigenen Vorteil zu schauen. Hiobs Verehrung seines Gottes zu einer Zeit, da er so schwere Verluste hinnehmen und so großen Kummer erdulden mußte, bestätigten Gottes Worte über Hiobs Gottesfurcht.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Gleich am Anfang des Buches sagte Hiob dieses Wort, nachdem er seinen Reichtum verloren hatte und seine 10 Kinder gestorben waren. Er litt sehr viel, aber er war trotzdem stark im Herrn und war bereit, Gott zu preisen. Natürlich trauerte er sehr, aber er gab sein Vertrauen zu Gott nicht auf.  Beachten Sie den Kontext dieser Verse in Hiob 1,20-22: Da stand Hiob auf und zerriss sein Kleid und schor sein Haupt und fiel auf die Erde und neigte sich tief und sprach: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt! In diesem allen sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider Gott. 

ERF – Bibelkunde Altes Testament

Nachdenken
Innerhalb eines Tages verliert Hiob seine zehn Kinder, zahlreiche Tiere, ungezählte Bedienstete. Der Schock und der Schmerz „hauen“ Hiob von seinem Stuhl. Vor Entsetzen zerreißt er seine Kleidung und rasiert sich den Kopf. Damit drückt er seine Trauer aus, mit der er nicht hinterm Berg halten muss. Sie ist nur allzu verständlich.
Weit weniger verständlich ist seine weitere Reaktion: Hiob akzeptiert, was geschieht, er nimmt es aus Gottes Hand, vor dem er sich beugt. Er erinnert sich und die Umstehenden (und jetzt auch uns) daran, dass es auf Gut, Geld und Familie keinen unverbrüchlichen Anspruch gibt. Alles gilt es einmal loszulassen. Das letzte Hemd hat keine Taschen, und kein Mensch kann uns auf unserem allerletzten Wegstück begleiten. Soweit könnten wir sicher zustimmen.
Viel erstaunlicher allerdings ist es, dass Hiob in dieser Situation an Lob denken kann. Wie ist das wohl zu verstehen? Ein Dankeschön für das, was geschehen ist, kann damit wohl nicht gemeint sein. Lob meint auch tatsächlich mehr. Es bezieht sich nicht (allein) auf das, was einer tut oder gibt, sondern (auch) auf das, was einer ist. Lob drückt die Freude aus am Wesen einer Person. Deshalb ist auch ein Gotteslob unabhängig von erfreulichen Umständen möglich (vgl. Apg 16,23-25). Gott loben heißt, Gott Gott sein lassen.
Weiterdenken
• Denken Sie zurück an die Wette (V. 11): Was wird Satan damit bewiesen?

ERF – Hiob – auf der Suche nach dem Sinn

Ergebung ist die auf dem Gefühl der Abhängigkeit von Gott beruhende Bereitwilligkeit, sich in seine Schickungen zu fügen. Sie unterscheidet sich durch Freudigkeit, Rührigkeit und Einsicht von der den Schmerz fliehenden, einsichtsarmen Ataraxie (Unerschütterlichkeit) der Stoiker, ebenso von der passiven stumpfsinnigen Unterwerfung des Fatalismus, nicht minder von der affektfliehenden, das Persönliche preisgebenden Resignation des Pantheisten und der hoffnungslosen am Gemeinen klebenden Gleichgültigkeit des Materialisten. Schon in Platons »Phaidon« und in Sophokles‘ »Oidipus auf Kolonos« finden sich Spuren dieser Ergebung, deren klassischer Ausdruck Hiobs Wort ist: »Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gelobt!« Hiob, 1, 21. Von der Demut (s. d.) unterscheidet sich die Ergebenheit, indem jene das Bewußtsein der eigenen Unwürdigkeit, diese die Anerkennung der göttlichen Macht zum Ausgangspunkt hat.

Friedrich Kirchner & Carl Michaëlis – Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe

Also laßt uns unser Leben nicht so schwer betrachten – Jehovah läßt vieles zu – aber es wird immer zu unserem Guten ausgehen! Wir sind manchmal verzweifelt, weil wir das Endziel nicht sehen können. Aber nur vom Endziel her, können wir erkennen, warum Jehovah es zu gelassen hat. Jehova ist GUT – IMMER und unter allen Umständen!

PS:

SATAN IM JÜDISCHEN DENKEN
Hiob 1,6-7
Im jüdischen Denken gibt es zwei allgemeine Vorstellungen über Satan. Die eine spielt seine persönliche Realität herunter und sieht ihn eher als Metapher für den menschlichen Trieb zur Sünde. Eine gängige rabbinische Art, dies zu beschreiben, ist yetzer hara, oft übersetzt als „die böse Neigung“. Ein Gebet aus der Tagesliturgie fasst dieses Verständnis zusammen: „Lass keinen bösen Trieb [yetzer hara] uns beherrschen.“ Seit dem Mittelalter hat sich dieses philosophische Verständnis von Satan durchgesetzt: Es ist der yetzer hara, der die Menschen verführt, nicht der Versucher selbst, Satan.
Doch Andeutungen von Satan als einer persönlichen Präsenz – einer mit großer, wenn auch begrenzter Macht, der entschlossen ist, so viel menschliche Güte wie möglich zu entgleisen und zu zerstören – finden sich in der gesamten früheren jüdischen Literatur, besonders im Neuen Testament. Im Buch Hiob wird Satan als eine persönliche Präsenz dargestellt, noch nicht vom Himmel verstoßen, aber als Ankläger der rechtschaffenen Diener Gottes. Er wird als „Staatsanwalt“ im himmlischen Gericht dargestellt. Wie in vielen apokryphen, rabbinischen und neutestamentlichen Texten sind seine Ziele böswillig. Obwohl er Gott an Macht nicht ebenbürtig ist und somit nicht die Fähigkeit hat, unabhängig von Gottes übergeordnetem Willen zu handeln, hat Satan dennoch Macht. Er verführt die Menschheit dazu, Böses zu tun. Im 2. Henoch (in den Apokryphen), der im späten ersten Jahrhundert nach Christus verfasst wurde, wird Satan als der Verführer und Liebhaber von Havah (Eva) dargestellt, der wegen dieser Ungerechtigkeit zusammen mit anderen Engeln vom Himmel geschleudert wurde. Dies ist auffallend ähnlich zu Jeschuas Aussage: „Ich sah Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“ (Lukas 10,18).
Die scholastische Seite des Judentums, besonders aus dem Mittelalter, versuchte, Satan als eine persönliche bösartige Präsenz zu „entschärfen“ und reduzierte ihn auf einen Yetzer, eine Tendenz zur dunklen Seite, mit der alle Juden und alle Sterblichen kämpfen. Es ist klar, dass die Rolle Satans, seine Motivationen und seine letztendliche Niederlage in der gesamten jüdischen Literatur zu finden sind.

The Complete Jewish Study Bible: Notes