Wir wollen Gott ernst nehmen und uns bemühen

Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so laßt uns uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes, indem wir die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes.
Elberfelder 1871 – 2 Kor 7,1

Uns, meine Lieben, gelten diese Zusagen! Wir wollen uns darum von allem reinigen, was Körper und Geist beschmutzt. Wir wollen Gott ernst nehmen und uns bemühen, vollends ganz sein heiliges Volk zu werden.
Gute Nachricht Bibel – 2 Korinther 7,1

Meine lieben Freunde! All dies hat uns Gott versprochen. Darum wollen wir uns von allem trennen, was uns verunreinigt – sei es in unseren Gedanken oder in unserem Verhalten. In Ehrfurcht vor Gott wollen wir immer mehr so leben, wie es ihm gefällt.
Hoffnung für Alle – 2.Korinther 7,1

Auch diesen Vers hatten wir schon einmal.

Nicht-palästinische Juden sprachen häufig vom reinen, unbefleckten Herzen; das Bild vom unbefleckten Fleisch bezog sich auf zeremonielle Reinheit (die Handwaschung oder rituelle Eintauchung). Paulus meint hier sowohl die körperliche als auch die geistliche Reinheit (s. die Ausführungen zu 5,10 und 1.Kor 6,20 ) – d.h., die Enthaltung von der Sünde.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Die harte Ermahnung zur Trennung von Welt, Satan und Götzendienst ist keine zwingende Forderung, sondern ausgesprochen auf dem Grund des Evangeliums, der herrlichen Verheißungen – auch erfüllten Verheißungen -, die die Gemeinde umfangen. Auch die Anrede »Geliebte« betont dies. Hier redet nicht ein harter Herr, sondern der gnädige Gott, der uns Vater sein will. Aus der Gabe wächst die Aufgabe, ermöglicht durch den Geist Gottes. Das Wort Gottes hat wirkende Kraft; die Verheißungen tun, was sie aussagen. Die Korinther können zur Heiligung aufgerufen werden – nicht als ihr Verdienstwerk, sondern als durch Gott ermöglichtes Tun. »Wir sollten uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes«, schreibt Paulus deshalb. Der Sohn will dem Vater gemäß leben; diese neue Willensrichtung, die die Sünde, eben die Befleckung wegtun, ablegen will, ist die Bewegung der Heiligung, das »Jagen nach der Heiligung« (vgl. Hebr 12,14; auch 1Thess 4,3-7; 2Thess 2,13; 1Tim 2,15; 1Petr 1,2; Hebr 12,19). »Fleisch und Geist« meinen hier den Glaubenden in seiner Gesamtheit, außen und innen (vgl. 1Kor 7,34; 1Thess 5,23). »Jede Befleckung« soll abgetan werden, denn Sünde in jeder Form trennt von Gott und stört die Gemeinschaft untereinander. So die Korinther dieses wieder entschlossen wollen und tun, Ja sagen zum Drängen des Heiligen Geistes in ihnen, dann wird die Gemeinschaft mit den falschen Dienern Christi aufhören und die Liebesgemeinschaft mit Paulus wieder wachsen.

Solche »Heiligung soll vollendet werden« (eigentlich: »zu einem Ende geführt werden«) – nicht aus eigener Kraft, sondern »der angefangen hat das gute Werk in uns, der wird es auch vollenden« (Phil 1,6), aber wir dürfen beharrlich wollen. Dies ist nicht als Perfektionismus misszuverstehen, denn es geht um die ständig neue Reinigung, wenn uns die Sünde überrascht. Solches wächst aus der »Furcht Gottes«. Wieder ist das nicht die sklavische Furcht, sondern die bangende Furcht des Kindes, das um die Abscheu des Vaters vor der Sünde weiß und ihn nicht betrüben will.

Die Furcht Gottes treibt uns. Die bangende Furcht des Kindes: Wird mein geliebter Vater von mir auch nicht betrübt? Das ist etwas völlig anderes als die Sklavenfurcht.

Gerhadt Maier – Edition C

Darum geht der Apostel in den abschließenden Sätzen dieses Abschnittes ausdrücklich von den „Verheißung en“ und nicht von den Geboten und Forderungen aus und unterstreicht es: „Da wir nun diese Verheißung en haben, Geliebte.“ Gerade jetzt redet Paulus seine Korinther als „Geliebte“ an, geliebt von ihm und geliebt von Gott. „Diese Verheißung en“ nennt er sie um ihrer Größe und Schönheit willen. Sie sind lauter „Evangelium“, lauter überströmende Gnade. Darum fordern sie nicht nur folgerichtig eine entsprechende Gestaltung unseres Lebens, sondern wirken in uns den Willen zur völligen Reinigung: „So wollen wir uns von jeder Befleckung des Fleisches und Geistes reinigen, indem wir Heiligkeit vollenden in Furcht Gottes.“ Der Apostel rechnet damit, dass auch die Korinther „wollen“, aus eigener, klarer Einsicht und aus der eigenen Freude an dem hohen Lebensstand, den sie als „Söhne“ und „Töchter“ A des Allherrschers haben dürfen. „Von jeder Befleckung des Fleisches und Geistes“ wollen wir uns reinigen. Die Worte „Fleisch“ und „Geist“ gebraucht Paulus hier nicht in dem besonderen Sinn, den sie sonst bei ihm haben können, wenn er mit „Fleisch“ unser natürliches Ichwesen meint und bei „Geist“ an den Geist Gottes denkt. Er verwendet sie jetzt ähnlich, wie er in 1 Kor 7,34 von „Leib und Geist“ und 1 Thess 5,23 von „Leib, Seele und Geist“ spricht. Unser äußeres Leben und unser inneres Sein ist von Natur seit dem Sündenfall befleckt und wird immer aufs neue verunreinigt. Es ist wichtig, dass dabei ausdrücklich auch von der „Befleckung des Geistes“ gesprochen wird. Der Idealismus meint, der „Geist“ sei in sich selbst das Edle und Göttliche im Menschen. In Wahrheit aber kann gerade der menschliche Geist gefährlichste und böseste Befleckung an sich tragen, den Stolz, die lieblose Kälte, die Selbstüberhebung. Darum muss gerade auch unser Geist tiefgehend gereinigt werden. Denn vor dem heiligen Gott können nur Reine bestehen. Wer unreiner Lippen ist, kann in der Gegenwart Gottes nur rufen: Wehr mir, ich vergehe (Jes 6,5). Darum bedürfen wir der steten Reinigung B , die mit unserer Bekehrung nicht schon ein für allemal vollzogen ist. Es geht um die Reinigung von |163| „jeder“ Befleckung. Wir können hier nicht auswählen und nach unserer eigenen Meinung einzelne Befleckungen als unwichtig bestehen lassen. Der Wille zur Reinigung von „jeder Befleckung“ wäre aber gelähmt, wenn wir von vornherein damit rechneten, dass die Reinigung nicht gelingt und die „Heiligkeit“ nicht erreicht wird. Darum spricht Paulus davon, dass wir „Heiligkeit vollenden“ C . Wir tun es „in Furcht Gottes“. Der Neue Bund unter der Gnade, das Leben in der Kindschaft Gottes, schließt die „Furcht“ nicht aus, sondern ein, wie es uns die Apostelgeschichte gerade aus der ersten Zeit der Gemeinde zeigt (Apg 5,5;5,11;9,31). Auch die gnadenvollste Nähe, die Gott als „Vater“ seinen „Söhnen“ und „Töchtern“ schenkt, weckt als Nähe zu dem gegenwärtigen, heiligen Gott die „Furcht“ D , die jede Sünde als unverträglich mit Gott scheut und „die Heiligkeit vollendet“. Einmütig hat das Petrus mit Paulus der Gemeinde gesagt: „Und da ihr den als Vater anrufet, der ohne Ansehen der Person richtet nach eines jeglichen Werk, so führet euren Wandel, solange ihr hier als Fremdlinge lebt, mit Furcht“ (1 Petr 1,17). Die Erlösung mit dem teuren Blut Christi macht das nicht überflüssig, sondern ist ein erneuter und mächtiger Grund zur Heiligung (1 Petr 1,18 f), zu einer Heiligung, die mit ihrem Ernst wirklich „die Heiligkeit vollendet“ und sich nicht mit bloßen Ansätzen zur Heiligung begnügt.

Wuppertaler Studienbibel

Es gibt zwei wichtige Punkte, die uns nützlich sein werden, wenn wir der Verflachung entgehen wollen:
Der erste Punkt, der unsere Herzen bewegen soll, ist die Selbstaufopferung des Herrn für uns, die Verlorenen. Der Geist Gottes ruft uns zu: „Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden; verherrlicht nun Gott in eurem Leib!“ (1 Korinther 6,20). Dieses Bewusstsein sollte ein mächtiger Antrieb sein zu der Hingabe eines ungeteilten Herzens auf dem ganzen Weg. Wo das Herz die Liebe des Herrn erwägt, da ist auch das Verlangen vorhanden, dem Herrn zu leben!
Der zweite Punkt, der auf uns mächtig einwirken und uns beeinflussen sollte, ist die stündliche Erwartung der Wiederkunft des Herrn, und darum „uns zu reinigen, wie er rein ist“. Was schreibt Petrus diesbezüglich? „Welche solltet ihr dann sein in heiligem Wandel und Gottseligkeit! … Deshalb, Geliebte, da ihr dies erwartet, so befleissigt euch, ohne Flecken und tadellos von ihm erfunden zu werden in Frieden“ (2 Petrus 3,11.14). Unsere Herzen sollen durch die Aussicht, bald beim Herrn zu sein, angespornt werden; sich nicht allein vom Bösen fern zu halten, sondern alles tun, was dem Kommenden entspricht und Ihn ehrt, so dass Er dann sein Wohlgefallen darüber zum Ausdruck bringen kann. Wer die Erscheinung des Herrn liebt, der übt sich auch, im Lichte seiner Erscheinung zu wandeln.

Carl Lopata – Betrachtungen über die Briefe des Apostels Johannes

Die Liebe des Herrn Jesus Christus wird uns drängen, diese Liebe nicht abzuweisen, sondern entsprechend zu handeln.

Das Zeichen der zwei Stäbe

Und das Wort Jehovas geschah zu mir also:
Und du, Menschensohn, nimm dir ein Holz und schreibe darauf: Für Juda und für die Kinder Israel, seine Genossen. Und nimm ein anderes Holz und schreibe darauf: Für Joseph, Holz Ephraims und des ganzen Hauses Israel, seiner Genossen.
Und bringe sie zusammen, eines zum anderen, dir zu einem Holze, so daß sie geeint seien in deiner Hand.
Und wenn die Kinder deines Volkes zu dir sprechen und sagen: Willst du uns nicht kundtun, was diese dir bedeuten sollen?
so rede zu ihnen: So spricht der Herr, Jehova: Siehe, ich werde das Holz Josephs nehmen, welches in der Hand Ephraims ist, und die Stämme Israels, seine Genossen; und ich werde sie dazu tun, zu dem Holze Judas, und werde sie zu einem Holze machen, so daß sie eins seien in meiner Hand.
Und die Hölzer, auf welche du geschrieben hast, sollen in deiner Hand sein vor ihren Augen. Und rede zu ihnen: So spricht der Herr, Jehova: Siehe, ich werde die Kinder Israel aus den Nationen herausholen, wohin sie gezogen sind, und ich werde sie von ringsumher sammeln und sie in ihr Land bringen. Und ich werde sie zu einer Nation machen im Lande, auf den Bergen Israels, und sie werden allesamt einen König zum König haben; und sie sollen nicht mehr zu zwei Nationen werden, und sollen sich fortan nicht mehr in zwei Königreiche teilen. Und sie werden sich nicht mehr verunreinigen durch ihre Götzen und durch ihre Scheusale und durch alle ihre Übertretungen; und ich werde sie retten aus allen ihren Wohnsitzen, in welchen sie gesündigt haben, und werde sie reinigen; und sie werden mein Volk, und ich werde ihr Gott sein.
Und mein Knecht David wird König über sie sein, und sie werden allesamt einen Hirten haben; und sie werden in meinen Rechten wandeln, und meine Satzungen bewahren und sie tun. Und sie werden wohnen in dem Lande, das ich meinem Knechte Jakob gegeben, worin eure Väter gewohnt haben; und sie werden darin wohnen, sie und ihre Kinder und ihre Kindeskinder, bis in Ewigkeit; und mein Knecht David wird ihr Fürst sein ewiglich. Und ich werde einen Bund des Friedens mit ihnen machen, ein ewiger Bund wird es mit ihnen sein; und ich werde sie einsetzen und sie vermehren, und werde mein Heiligtum in ihre Mitte setzen ewiglich. Und meine Wohnung wird über ihnen sein; und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein.
 Und die Nationen werden wissen, daß ich Jehova bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum in ihrer Mitte sein wird ewiglich.
Elberfelder Bibel 1905 – Hesekiel 37:15-28

Relief auf der schwarzen Dioritstele, in die das Gesetz des Hammurapi (18. Jh. v. Chr.) eingemeißelt ist (heute im Louvre-Museum in Paris). Der Sonnengott setzt Hammurapi zum König ein, indem er ihm die Königsinsignien (Stab und Ring) übergibt und damit zugleich den Auftrag, die soziale Ordnung mit gerechten Gesetzen zu etablieren und zu garantieren.

Nachdem wir jetzt immer wieder Bibeltexte hatten, die man unterschiedlich auslegen könnte, haben wir hier einen Bibelvers, der sich selbst erklärt – denn Hesekiel bekommt die Erklärung ja mit dazu – und jede Diskussion ob es vielleicht eine andere Erklärung geben könnte, ist damit ein direkter Angriff auf denjenigen, der Hesekiel den Auftrag gibt.

Also schauen wir uns hier das Bild an:
Zwei Stäbe dienen als Grundlage. Nun ist die Frage, für was stehen Stäbe? Wenn wir danach googeln, dann gibt es „zwei Stäbe auf der Tarotkarte“ – oder wir schauen in die Bibel, und stellen fest, dass schon vom 1.Buch Mose an, Stäbe als Symbol für Macht gebraucht werden – der Stab den Juda bei Tamar hinterläßt, der Stab von Mose, der Stab von Aaron, durch den die Wunder geschehen. Dann schauen wir in die Umliegenden Völker, und sehen, dass der König einen Stab und Ring erhält, um Macht zu haben.
Nein, es ist keine symbolische Erfüllung im Jahr 1919, obwohl die Erkläungen davor schon schön war, was Hesekiel meinte:

Wofür steht „Ephraim“? Der erste König des nördlichen Zehnstämmereichs, Jerobeam, kam vom Stamm Ephraim, der der führende und einflussreichste Stamm geworden war (5. Mo. 33:13, 17; 1. Kö. 11:26). Dieser Stamm ging auf Josephs Sohn Ephraim zurück (4. Mo. 1:32, 33). Joseph hatte von seinem Vater Jakob einen besonderen Segen erhalten. Daher war es passend, dass der Stab, der das Zehnstämmereich versinnbildlicht, „Stab Ephraims“ genannt wurde. Das Nordreich Israel war schon lange in assyrischer Gefangenschaft, die 740 v. u. Z. begann, als Hesekiel die Prophezeiung über die beiden Stäbe aufzeichnete (2. Kö. 17:6). Deshalb war die Mehrheit dieser Israeliten zu dieser Zeit über das ganze babylonische Weltreich zerstreut, das das assyrische Weltreich verdrängt hatte.

607 v. u. Z. wurden das südliche Zweistämmereich und vielleicht auch einige Übriggebliebene vom Nordreich ins Exil nach Babylon weggeführt. Die Könige aus der Linie Judas hatten über die zwei Stämme regiert. Und da die Priester im Tempel in Jerusalem dienten, wurde die Priesterschaft mit den zwei Stämmen in Verbindung gebracht (2. Chr. 11:13, 14; 34:30). Es war daher passend, das Zweistämmereich durch den Stab „für Juda“ zu versinnbildlichen.

Wachtturm Juli 2016

aber dann wird behauptet, dass alle 12 Stämme im Jahre 537 vuZ nach Jerusalem zurück gekehrt wären. Gibt es dafür biblische Belege? Oder ist es eine Behauptung, damit dass offensichtliche zu verschleiern, nämlich dass Jehovah heute dabei ist, sein Volk dorthin zu versammelt?

Die andere Theorie behauptet einfach, dass wir vor der Erklärung durch Jehovah aufhören müssen zu lesen – und die zwei Stäbe eben nicht die Herrschermacht dieser zwei Stämme darstelle, sondern zwei Stäbe, auf denen heilige Schriften gewickelt wären. Klingt auf den ersten Eindruck auch relativ logisch, auch wenn man etwas Fantasie benötigt. Aber schauen wir uns einmal an, wie die Juden die beiden Stöcke nennen, auf denen die eine Tora gerollt wird:

Der Tanach ist das Heilige Buch der Juden. Ein Teil der hebräischen Bibel ist die Tora. Die anderen beiden Teile sind die Propheten (Nevi’im) und die Schriften (Ketuvim). Die Tora besteht aus den fünf Büchern Mose.

Der Begriff Tora bedeutet „Lehre, Gesetz“. Die Tora ist in hebräischen Buchstaben auf handgefertigtem Pergament aus der Haut koscherer („reiner“) Tiere geschrieben.

Die Torarolle ist auf zwei Holzstäbe gewickelt. Die Stäbe werden als „Baum des Lebens“ (hebr. „Ez Hachajim“) bezeichnet. Um die Torarolle wird ein spezielles Stoffband gebunden. Dann wird sie mit einem bestickten Mantel, der sie beschützen und verzieren soll, bedeckt. Die Torarolle darf nicht mit bloßen Händen berührt werden. Daher dient ein silberner Stab als Lesehilfe. An dessen Ende befindet sich eine kleine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger. Die Lesehilfe heißt Jad, nach dem hebräischen Wort für „Hand“.

Im Laufe eines Jahres lesen Juden die Tora im Gottesdienst einmal komplett durch. An Simchat Tora werden das Ende und auch gleich wieder der Anfang der Heiligen Schrift gelesen. Auf diese Weise kommt die Lesung nie zu einem Ende.

https://www.mdr.de/religion/judentum-religioese-symbole-104.html

Oh, da haben wir also ein Problem! Nicht nur, dass es eben nicht eine Rolle für die Bibel und dann ein weiterer Stock für die Rolle des Koran oder was auch immer da ist – nein! Die Juden haben FÜNF heilige Rollen – die zusammen den Tanach bilden! Puh – Hesekiel sah aber nur ZWEI Stäbe! Dann vielleicht die zwei Stäbe auf denen die Tora gewickelt wird? NEIN – geht auch nicht, denn wie oben zitiert, nennen die Juden diese beiden Stäbe dann „Baum des Lebens“!
Um es kurz zu machen: die einfache Erklärung ist so einfach, weil Jehovah die Erklärung gleich anschließt!

In Vers 15 kommt das Wort Jehovas zu Hesekiel und in Vers 16 wird eine neue Prophezeiung angekündigt. Hesekiel erhält zwei Anweisungen: Erstens soll er einen Stab nehmen und darauf schreiben: Für Juda und für die Kinder Israel, seine Gefährten. Der Ausdruck „die Kinder Israels“ schließt die Stämme ein, die mit Juda verbündet waren: Benjamin und Simeon. Hier beziehen sich die Worte „seine Gefährten“ auf die Gefährten von Juda. Der erste Stock steht für das Königreich Juda. Als nächstes wird Hesekiel angewiesen, einen anderen Stab zu nehmen und darauf zu schreiben: Für Joseph, den Stab Ephraims, und für das ganze Haus Israel, seine Gefährten. Die Formulierung „der Stock Ephraims“ bezieht sich auf den prominentesten Sohn Josephs, der den Stamm Ephraim, den prominentesten Stamm des Nordreiches, gezeugt hat. Die Formulierung „das ganze Haus Israel“ bezieht sich auf die anderen neun Stämme, die mit Ephraim verbündet waren; das sind seine Gefährten. Der zweite Stock stellt das Königreich Israel dar. Das eigentliche Zusammenfügen der Stäbe geschieht in Vers 17. Wenn Hesekiel die beiden Stöcke zusammenfügt, scheinen sie in seiner Hand eins zu sein.
Hesekiel 37:18-20
Hesekiels Handlungen veranlassten das Volk, in Vers 18 nach einer Erklärung dieser symbolischen Handlung zu fragen. Die Frage, die in den Köpfen von Hesekiels Volk, dem jüdischen Volk, aufkam, war: „Willst du uns nicht zeigen, was du mit diesen Dingen meinst?“ Das zeigt, dass sich die Einstellung des Volkes gegenüber Hesekiel geändert hat. Anstatt sich über ihn lustig zu machen oder ihn einfach zu ignorieren, wird er jetzt ganz ernst genommen, wenn er diese symbolische Handlung mit den beiden Stöcken vollzieht. Hesekiel antwortet, dass Gott verkündet: Siehe, ich, d.h. Gott selbst wird Juda und Israel zusammenführen, damit sie wieder ein Volk sind. Gott erklärt dann, wie sie in meiner Hand eins sein werden. Beachten Sie, dass der Ausdruck „in meiner Hand“ Gottes Hand bedeutet; es ist Gott, der dies herbeiführen wird, nicht Hesekiel.
Hesekiel 37:21-23
Die Anwendung des Zeichens bezieht sich speziell auf das Volk Israel, und Hesekiel hebt drei Dinge hervor. (1) Gott wird das jüdische Volk wieder sammeln, (2) das Volk wird wieder vereinigt werden (vgl. 1. Chron 17,21), und (3) Gott verspricht eine zukünftige Reinigung von Götzen, abscheulichen Dingen und Übertretungen.
Hesekiel 37:24
Zwei von Davids Ämtern werden in diesem Vers offenbart: König und Hirte. Das erste Amt ist das eines Königs. Im Regierungssystem des Messianischen oder Tausendjährigen Reiches wird Jesus als König über die ganze Welt herrschen. Unter Ihm wird es zwei Regierungszweige geben: den heidnischen Zweig und den jüdischen Zweig. Der heidnische Zweig der Regierung wird aus den Heiligen der Kirche und den Heiligen des Leidens bestehen, die dazu bestimmt sind, zusammen mit dem Messias über die heidnischen Nationen zu regieren. Der auferstandene David ist dazu bestimmt, zusammen mit Jesus über den jüdischen Zweig zu regieren. Aus der Sicht des Messias ist David Sein Diener; aber aus der Sicht Israels wird David ihr König sein. Das zweite Amt Davids ist das eines Hirten. Als Hirte wird er Israel leiten und er wird Israel weiden. Nie wieder wird Israel einen Führer haben, der es in die Irre führt. Unter Davids Führung und Hirtenschaft als König wird die jüdische Nation in den Ordnungen Gottes wandeln und sie werden Gottes Satzungen im Tausendjährigen Königreich einhalten.
Hesekiel 37:25
Hesekiel bringt in diesem Vers zwei Gedanken zum Ausdruck: Gott wird ihnen das Land Israel geben; und zweitens, sie werden das Land über Generationen hinweg bewohnen. Das Wort „sie“ bezieht sich auf die erste Generation, die das Königreich betritt. Der Ausdruck ihre Kinder und ihrer Kinder Kinder bezieht sich auf die nachfolgenden Generationen, die im Königreich geboren werden. Das hebräische Wort, das hier für ewig verwendet wird, ist ad olam, was „bis zu einem Zeitalter“ bedeutet, nicht „eine Ewigkeit“. Es gibt kein klassisches hebräisches Wort, das tatsächlich „Ewigkeit“ bedeutet. Das Hebräische kommt diesem Begriff am nächsten mit einem Ausdruck wie „ohne Ende“. Das ist in der Tat, wie Gott beschrieben wird. Obwohl das Wort für „ewig“ sehr oft in englischen Übersetzungen zu finden ist, lautet das hebräische Wort entweder le olam, was „bis zu einem Zeitalter“ bedeutet, oder ad olam, was „bis zu einem Zeitalter“ bedeutet. Mit anderen Worten, sobald sie in das Land gebracht werden, werden sie das Land während des gesamten Königreichszeitalters ununterbrochen besitzen. Zu keinem Zeitpunkt während der tausend Jahre des Königreichs werden sie des Landes beraubt oder wieder aus dem Land verstreut werden. Während er früher König und Hirte genannt wurde, wird er jetzt Fürst genannt. Aus der Sicht Israels wird er ihr König sein; aber aus der Sicht des Messias wird er ein Fürst sein, weil er unter der Autorität des Königs Messias stehen wird. Er wird ihr Fürst für immer sein, aber wieder ist das hebräische Wort, das hier verwendet wird, ad olam, was „bis zu einem Zeitalter“ bedeutet. Mit anderen Worten, dies wird Davids Amt während des gesamten Messianischen Königreichs sein; er wird von dieser Position in keiner Weise abgesetzt werden.
Hesekiel 37:26-28
Der Tausendjährige Tempel wird im Tausendjährigen Reich gebaut werden und wird der vierte Tempel sein, von dem in der Schrift gesprochen wird. Hesekiel beschreibt später diesen tausendjährigen Tempel, den Gott im messianischen Königreich errichten wird, in den Kapiteln 40-48. Die Grundlage des Tausendjährigen Tempels wird der Neue Bund sein, ein Bund des Friedens, und es ist ein ewiger Bund (Jeremia 31:31-34).
Hesekiel macht drei Punkte. (1) Gott selbst wird sie in das Land setzen; sie werden nicht nur das Recht des Besitzes haben, sie werden tatsächlich im Land wohnen, (2) Sobald sie sich niedergelassen haben, wird Gott sie vermehren; es wird eine Zunahme der jüdischen Bevölkerung geben, (3) Gott wird sein Heiligtum in ihrer Mitte für immer setzen.
In dieser Beziehung, sagt Gott: Meine Hütte wird auch bei ihnen sein. Das hebräische Wort, das hier für Stiftshütte verwendet wird, bedeutet „Meine Wohnstätte der Gegenwart“ oder „Meine Schechinah-Herrlichkeit“. In Vers 26 lag die Betonung des Wortes Heiligtum auf der Heiligkeit des Vierten Tempels, aber in diesem Vers liegt die Betonung des Wortes Stiftshütte darin, dass der neue Tempel die Wohnstätte der Schechinah-Herrlichkeit sein wird. Wann werden die Nationen, also die „Heiden“, erkennen, dass Jehova derjenige ist, der Israel heiligt? Die Antwort Gottes lautet: Wenn mein Heiligtum für immer in ihrer Mitte sein wird. Die heidnischen Nationen werden erkennen, dass diese Wiederherstellung und Wiedervereinigung Israels mit dem Tempel Gottes in ihrer Mitte bedeutet, dass Israels Gott tatsächlich der einzig wahre Gott ist. Hesekiels Vision der beiden Stäbe schließt mit der Verheißung, dass Gott seine Wohnung inmitten der Kinder Israels aufrichten wird.

Arnold Fruchtenbaum – Fragen und Antworten auf ariel.org