…die sich dem Hochhalten des Wortes Gottes widmet…

„Laßt euch von niemand durch leere Worte täuschen, denn wegen der vorerwähnten Dinge kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. Werdet daher nicht Teilhaber mit ihnen; denn einst waret ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht in Verbindung mit dem Herrn. Wandelt beständig als Kinder des Lichts, denn die Früchte des Lichts bestehen aus jeder Art von Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Fahret fort, euch zu vergewissern, was vor dem Herrn annehmbar ist, und lasset ab, euch mit ihnen zu beteiligen an den unfruchtbaren Werken, die zur Finsternis gehören, vielmehr aber rüget sie sogar.“ (Epheser 5:6-11, NW) Wenn du also eine Organisation, eine Gruppe, eine Vereinigung oder Gesellschaft auf der Erde siehst, die sich dem Hochhalten des Wortes Gottes widmet, so verbinde dich mit diesen Leuten und studiere dieses Wort. Du siehst, daß es eine solche Gruppe von Leuten gibt, die Jehovas Namen nicht beschimpfen oder lächerlich machen, sondern ihn voller Hingabe ehren und hochhalten. Verbinde dich mit dieser Organisation. Paulus erklärt hier, die Früchte beständen „aus jeder Art von Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit“. Trage solche Früchte. Sei gut, gerecht und wahrhaftig. Anerkenne Jehova als den Gott, der allein gut, gerecht und wahr ist.

Wachtturm -1.Juli 1953

und ein Absatz davor:

Ist die Watch Tower Bible and Tract Society [Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft] Gottes Weib oder seine universelle Organisation? Wir antworten: Nein. Besteht die Religion, für die wir eintreten, aus den Lehren der Zeugen Jehovas? Wir antworten wiederum: Nein. Die Watch Tower Bible and Tract Society ist nur ein Werkzeug, das von der Neuen-Welt-Gesellschaft benutzt wird, das wir lieben und das in der Belehrung des Volkes Gottes wunderbar gesegnet wird. Die Religion, die wir befürworten und predigen, ist die Anbetung Gottes Jehovas gemäß der Bibel! Nur dadurch kannst du ein Kind Gottes, ein Nachfolger und Freund der Gerechtigkeit und so von ihm gelehrt werden. Die Menschen haben jetzt gegen verschiedenes zu kämpfen, gegen angeborene Unvollkommenheit, schlechte menschliche Umgebung und irreführende, böse Geistgeschöpfe, die diese böse Welt beherrschen. Befreiung von der alten Welt ist etwas Wunderbares, doch kann sie uns persönlich zuteil werden, wenn wir die Bibel studieren, ihr glauben und demgemäß leben. Verbinde dich mit anderen, welche Gerechtigkeit lieben, und laß dich nicht von den Gewohnheiten und Maßstäben der alten Welt täuschen. Sie führen zum Tode, weil sie entschieden jeden Grundsatz des Anstandes und der Gerechtigkeit Gottes Jehovas verletzen. (Römer 1:32) Wende dich von ihnen ab. Wende dich Jehova und seinem Volke zu.

Wachtturm -1.Juli 1953

Genau! Jehovah nutzt die vielen kleinen Hauskreise, die vielen bibeltreuen Gemeinden, um SEIN VOLK zu stützen und geistig zu ernähren. Dies tut er durch den heiligen Geist, und nicht durch eine Organisation! Schön, dass „man“ dass schon 1953 erkannt hatte, aber traurig, dass „man“ dass dann aber in die andere Richtung verschoben hat!

rauben, fortreißen; wegführen; entrücken

danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und also werden wir allezeit bei dem Herrn sein.
Elberfelder 1871 – 1.Thess 4,17

 danach werden wir, die wir noch am Leben sind, mit ihnen zusammen hinweggerissen und auf Wolken emporgetragen werden in die Höhe, zur Begegnung mit dem Herrn. Und so werden wir allezeit beim Herrn sein.
Zürcher Bibel 2007 – 1.Thessalonicher 4,17

Danach werden wir – die Gläubigen, die zu diesem Zeitpunkt noch am Leben sind – mit ihnen zusammen in den Wolken emporgehoben – werden wir – die Lebenden, die übrigbleiben – mit ihnen zusammen in/auf Wolken weggeführt werden in die Luft. – , dem Herrn entgegen, und dann werden wir alle für immer bei ihm sein.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Thes. 4,17

Danach werden wir, die Lebenden, die überleben, mit ihnen zusammen in Wolken entrückt werden, um dem Herrn in der Luft zu begegnen. So werden wir immer beim Herrn sein.
neue Welt Übersetzung – 2018 – 1.Thessalonicher 4:17

ἔπ-ειτα dann, danach. ἅμα zugleich, gleichzeitig. ἁρπαγησόμεθα Fut. Pass. ἁρπάζω107 rauben, fortreißen; wegführen; entrücken (B 2b). νεφέλη Wolke. ἀπ-άντησις8 Begegnung; Einholung (politischer term. tech.: einem Herrscher bei seiner offiziellen Ankunft [παρουσία] entgegengehen, ihn empfangen u. feierlich geleiten); εἰς ἀπάντησιν entgegen od. zur Einholung (vgl. EWNT 1, Sp. 275). ἀήρ6 ἀέρος ὁ Luft. ἐσόμεθα Fut. εἰμί.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Man beachte, daß dieser schnelle Übergang in ein geistiges Leben, von dem Paulus hier spricht, „zur Zeit der letzten Posaune“ vor sich geht. In dem angeführten Brief an die Thessalonicher zeigt Paulus, daß die „Posaune Gottes“ erschallen wird, wenn der Herr „herabkommen“ wird, das heißt, wenn er seine Aufmerksamkeit der Erde zuwenden und seine geliebten Nachfolger auferwecken wird. Zu jener Zeit werden „die in Gemeinschaft mit Christus Verstorbenen . . . zuerst auferstehen“ (1 Thessalonicher 4:16).
Wie steht es aber mit den gesalbten Christen, die noch auf der Erde leben, wenn die „Posaune Gottes“ erschallt und Christus „herabkommt“, um die in Gemeinschaft mit ihm Verstorbenen aufzuerwecken? „Danach“, erklärt Paulus, „werden wir, die Lebenden, welche überleben, mit ihnen [den Christen, die vor Christi Wiederkunft starben] zusammen in Wolken entrückt werden zur Begegnung mit dem Herrn in der Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein“ (1 Thessalonicher 4:17).
Bei den Christen, die „in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune“, auferweckt werden, handelt es sich um solche, die sterben, nachdem Christus ‘herabgekommen ist’. Danach — nachdem Christus die in Gemeinschaft mit ihm Verstorbenen auferweckt hat — brauchen Christen, die die Hoffnung haben, in den Himmel zu kommen, nicht mehr im Tode zu schlafen. Wenn sie sterben, werden sie sofort verwandelt werden, „in einem Augenblick“, und werden sich denen, die bereits zu himmlischem Leben auferweckt worden sind, anschließen. Sie sterben als Menschen, werden aber mit einem geistigen Leib auferweckt.

Erwachet! 22.Oktober 1979

Danach werden wir, die Lebenden, die am Leben bleiben, mit ihnen zusammen in Wolken entrückt, dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein. Deswegen fahret fort, einander mit diesen Worten zu trösten.“ — 1 Thessalonicher 4:13-18, NW.
In symbolischen Worten wird an dieser Stelle das Werk der Posaunen-Proklamation der Wahrheit nach der Geburt des Königreiches im Jahre 1914 gezeigt, doch in diesem Studium wird unsere Aufmerksamkeit besonders auf die Tatsache gelenkt, daß die lebenden Glieder seines Leibes, die zur Zeit des Bauens des Tempels auf Erden sind, zu ihm versammelt werden, denn gemäß den Worten des Paulus an Timotheus haben sie „sein Kundwerden liebgehabt“. (2 Timotheus 4:8, NW) Als Jesus in den Himmel auffuhr, verhüllte ihn eine Wolke, so daß seine Nachfolger auf Erden ihn nicht mit ihren buchstäblichen Augen sehen konnten, aber die Wolke war ihnen ein offenkundiges Zeichen seiner Auffahrt. (Apostelgeschichte 1:9) Daß die Wolken seine Gegenwart darstellen, wird auch von Jesu eigenen Worten in Matthäus 26:64 bestätigt. Die Versammelten sind wahrlich „bei dem Herrn“, und wenn sie ihm auf Erden treu bleiben, werden sie nach ihrem Tode und ihrer Auferstehung bei ihm im Himmel sein. Der wunderbare Akt Gottes: die Auferstehung der verstorbenen Tempelglieder und das Versammeln des irdischen Überrests derselben — das ist der Aufbau des Tempels!

Wachtturm 1.Juli 1953

Was bedeutet es, wenn in 1Thessalonicher 4:17 gesagt wird, daß ‘wir, die Lebenden, welche überleben, entrückt werden zur Begegnung mit dem Herrn in der Luft’? (USA).
Hier wird auf die Miterben Jesu Christi Bezug genommen, die während seiner Gegenwart in Königsmacht am Leben sind.
Der Vers, um den sich die Frage dreht, ist am besten zu verstehen, wenn man ihn im Lichte des Themas betrachtet, das der Apostel Paulus in seinem Brief an die Thessalonicher behandelte. Wir lesen: „Ferner, Brüder, wollen wir nicht, daß ihr hinsichtlich derer unwissend seid, die im Tode schlafen, damit ihr nicht betrübt seid wie auch die übrigen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir den Glauben haben, daß Jesus gestorben und wieder auferstanden ist, so wird Gott auch die im Tode Entschlafenen durch Jesus mit ihm bringen. Denn dies sagen wir euch durch Jehovas Wort, daß wir, die Lebenden, die bis zur Gegenwart des Herrn am Leben bleiben, denen keineswegs zuvorkommen werden, die im Tode entschlafen sind; denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes, und die in Gemeinschaft mit Christus Verstorbenen werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die Lebenden, welche überleben, mit ihnen zusammen in Wolken entrückt werden zur Begegnung mit dem Herrn in der Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein. Somit fahrt fort, einander mit diesen Worten zu trösten“ (1. Thess 4:13-18).
Man kann erkennen, daß es bei dieser Betrachtung um die Auferstehung der Miterben Christi geht. Alle Miterben, die vor Christi Gegenwart in Königsmacht starben, blieben im Todesschlaf. All diese Verstorbenen sollten jedoch, nachdem seine Gegenwart begonnen hätte, zu unsterblichem, geistigem Leben auferweckt und mit ihrem Herrn vereint werden. Welch ein tröstender Gedanke dies doch für die Christen in Thessalonich war angesichts der Drangsale, die sie erduldeten! (1. Thess 1:6).
Die Bibel liefert aber keinen Anhaltspunkt für die Schlußfolgerung, daß Jesus buchstäblich vom Himmel herabkäme und daß die Auferweckung und Verherrlichung derer, die im Tode schlafen, für Menschenaugen auf der Erde sichtbar wäre. Warum ist dies für Menschenaugen unsichtbar? Weil Jesus Christus als Geistperson im Himmel „in einem unzugänglichen Lichte wohnt“ und ihn als solche Geistperson „keiner der Menschen gesehen hat noch sehen kann“ (1. Tim 6:16). Seine Stellung läßt sich somit mit derjenigen seines himmlischen Vaters vergleichen (Hebräer 1:2, 3). Es kann daher gesagt werden, daß Jesus Christus in demselben Sinne ‘herabfährt’ oder ‘herabkommt’, wie dies in der Bibel von Jehova Gott gesagt wird. Über ihn lesen wir zum Beispiel: „Er ging daran, die Himmel zu neigen und herabzufahren; und dichtes Dunkel war unter seinen Füßen“ (2. Sam 22:10). „Jehova geht aus seiner Stätte, und er wird gewißlich herabkommen und auf die Höhen der Erde treten“ (Micha 1:3). Offenbar hat Gott nicht buchstäblich seine Wohnstätte in den unsichtbaren Himmeln verlassen, sondern er hat den Menschen auf der Erde seine Aufmerksamkeit zugewandt, indem er seine Macht ihnen gegenüber kundtat. In ähnlicher Weise würde, wie der Apostel Paulus zeigte, Jesus Christus bei seiner Gegenwart seine Aufmerksamkeit der Erde zuwenden und seine Macht ausüben, um seine Miterben, die im Tode schlafen, aufzuerwecken.
Sollte ihre Auferstehung für menschliche Augen sichtbar sein? Das kann ganz einfach nicht der Fall sein. Wieso nicht? Weil sie ‘mit Jesus Christus in der Gleichheit seiner Auferstehung vereint’ werden (Römer 6:5). Sie erfahren eine Auferweckung gleich der seinen. Und im Zusammenhang mit Jesu Auferweckung sagt die Heilige Schrift, daß er „im Geiste lebendig gemacht wurde“ (1. Petr 3:18). Um von seinen Jüngern gesehen zu werden, mußte sich Jesus materialisieren, das heißt einen Fleischesleib annehmen. Das diente ihnen als Beweis dafür, daß er tatsächlich lebendig gemacht worden war (Apg 1:3). Seine Auferstehung allerdings war für menschliche Augen unsichtbar. Nicht weil die Wächter an Jesu Grab sahen, wie er auferweckt wurde, sondern wegen des Engels, der den Stein vom Grab wegwälzte, ‘zitterten sie und wurden wie Tote’ (Matthäus 28:3, 4).
Die Auferweckung der Miterben Jesu Christi ist ebenfalls unsichtbar. In ihrem Falle deutet die Bibel aber nicht an, daß sie in der Umgebung der Erde bleiben und unmittelbar nach ihrer Auferweckung Mitchristen erscheinen und ihnen kundtun würden, daß sie am Leben seien.
Gestützt auf all das, verstehen wir, daß der Hinweis auf die „Lebenden“, die „entrückt“ werden, nicht bedeuten kann, daß ihr Leib aus Fleisch und Blut aufwärts zu schweben beginnt „zur Begegnung mit dem Herrn“ Jesus Christus, was einige Leute als „Entrückung“ bezeichnen. Jesus wird nicht in der buchstäblichen Luft auf einer buchstäblichen Wolke sein, denn er ‘wohnt in einem unzugänglichen Lichte’, in den höchsten Himmeln, dem unsichtbaren, geistigen Bereich. Trotzdem muß sich das ‘Entrücktwerden’ auf etwas beziehen, was sich in Verbindung mit der Auferstehung ereignet.
Könnte es damit zu tun haben, daß sie aus der verurteilten Menschenwelt „entrückt“ werden? Könnte es sich darauf beziehen, daß sie emporgehoben werden, ‘mitsitzend in den himmlischen Örtern in Gemeinschaft mit Christus Jesus’, da sie mit ihm für das himmlische Erbe bestimmt worden sind? (Eph 1:3; 2:6). Nein, das behandelte Paulus in seinem Brief an die Thessalonicher nicht.
Der Hinweis auf das ‘Entrücktwerden’ war etwas, womit die Christen in Thessalonich einander trösten konnten, wenn Miterben Jesu starben. Die Tatsache, daß die Miterben jetzt von der verurteilten Welt getrennt sind, ist offensichtlich kein echter Trost, wenn Glieder der Versammlung des Volkes Gottes sterben. Außerdem konnte die Tatsache, daß sie von der Welt getrennt und mit Jesus nur in geistigem Sinne vereint waren, für sie nicht bedeuten, ‘allezeit beim Herrn zu sein’. Wenn Christi Miterben ihren irdischen Lauf einmal vollendet haben, gibt es diesen Zustand, von der Welt getrennt und mit Jesus nur in geistigem Sinne vereint zu sein, nicht mehr, da sie dann bei der Auferstehung persönlich bei ihrem Herrn sein werden, und zwar für immer. Und natürlich wird auch die verurteilte Welt vergehen. Darüber hinaus könnte jemand jetzt auf der Erde eine bestimmte Zeit von der Welt getrennt sein, später jedoch wegen Untreue seine Aussicht auf die Belohnung, nämlich bei dem Herrn Jesus Christus zu sein, verlieren (Offb 2:10).
Die Worte des Paulus in seinem Brief an die Thessalonicher zeigen somit, daß zwischen der Auferstehung derer, die vor Christi Gegenwart in Königsmacht sterben, und der Auferstehung derer, die während jener Gegenwart ihren irdischen Lauf vollenden und sterben, ein Unterschied besteht. Dieser Unterschied ist aus Offenbarung 14:13 zu erkennen, wo wir lesen: „Glücklich sind die Toten, die von dieser Zeit an [das heißt von Jesu Kommen in königlicher Herrlichkeit an] in Gemeinschaft mit dem Herrn sterben. Ja, spricht der Geist, mögen sie ruhen von ihren mühevollen Arbeiten, denn die Dinge, die sie getan haben, gehen gleich mit ihnen.“ Miterben Christi, die vor seiner Gegenwart starben, mußten im Tode schlafen, was jedoch nicht auf diejenigen zutrifft, die ihren irdischen Lauf während seiner Gegenwart vollenden. Sie werden sogleich zu himmlischem Leben auferweckt. Sie stehen von ihren mühevollen Arbeiten auf der Erde ab und nehmen sogleich den Dienst im Himmel auf. Als unsichtbare Geistpersonen werden sie sozusagen in Wolken (ein Symbol für Unsichtbarkeit) „entrückt“, um für immer bei ihrem unsichtbaren Herrn zu sein. Das stimmt auch mit den Worten, die der Apostel Paulus an die Korinther schrieb, überein: „Wir werden nicht alle im Tode entschlafen [das heißt im Todeszustand bleiben und einer künftigen Auferstehung harren], wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick“ (1 Kor 15:51, 52).
Was Paulus in 1Thessalonicher 4:13-18 schrieb, war somit im wesentlichen folgende ermutigende Botschaft: Gesalbte Christen, die vor der Gegenwart des Herrn sterben, schlafen im Tode. Wenn diese erwartete Gegenwart beginnt, werden sie als unsterbliche Geistgeschöpfe zu himmlischem Leben auferweckt. Gesalbte Christen, die während jener Gegenwart am Leben sind, schlafen jedoch nicht im Tode. Wenn sie sterben, werden sie sogleich verwandelt und in den Himmel aufgenommen, um für immer bei Christus zu sein.

Wachtturm 1.September 1974

Was bedeutet es aber, daß sie „in Wolken“ entrückt werden? Wolken schweben hoch am Himmel und zeigen daher eine Erhöhung an. Außerdem ist das, was in den Wolken oder darüber vorgeht, für uns auf der Erde verborgen. Geistige Leiber benötigen keine buchstäblichen Wolken, um für uns unsichtbar zu sein. In 1Thessalonicher 4:17 sind also symbolische Wolken gemeint, durch die sozusagen dem menschlichen Auge verborgen bleibt, daß die auferweckten Christen zur Begegnung mit ihrem hoch erhöhten Herrn entrückt werden. Denken wir daran, daß Jesus Christus am 40. Tag nach seiner Auferstehung in den Himmel auffuhr und während seiner Auffahrt durch „eine Wolke“ von den Augen seiner Jünger hinweggenommen wurde (Apg 1:9).
Was beweist all das? Folgendes: Der Herr Jesus Christus kommt nicht herab, um direkten Kontakt mit der Erde aufzunehmen. Wolken, in denen nach der Darstellung die auferweckten Christen ihrem himmlischen Herrn begegnen, schweben hoch über der Erde. Außerdem heißt es, daß die auferweckten Christen ihrem Herrn „in der Luft“ begegnen, nicht auf dem Erdboden, weder auf dem Ölberg in Jerusalem noch an irgendeinem anderen Ort der Erde. Überdies ist der „letzte Tag“, an dem sie entrückt werden, kein gewöhnlicher 24-Stunden-Tag. Es ist eine Zeitspanne, die erst dann endet, wenn der letzte geistgezeugte Christ, der an der „ersten Auferstehung“ teilhat, zu himmlischem Leben auferweckt worden ist (Offb 20:4, 6; Joh 6:54). Die Erfüllung biblischer Prophezeiungen läßt erkennen, daß wir bereits an diesem besonderen „letzten Tag“ leben.

Wachtturm 1.Oktober 1979

Das ist also die eine Meinung, die sich im laufe der Zeit verändert hat.

Die meisten Christen werden den Vers anders erklären:

Die Entrückung
Ermunterung + Ermahnung – Jahrgang 1953 – Seite: 94 – Verfasser: GB
„… in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft“. (1 Thessalonicher 4,17)

Es wird bald eine große Versammlung in der Luft geben, die größte, welche je stattfand. Sie wird manche überraschende Einzelheiten haben und vollständig verschieden sein von allem, was man bisher gesehen hat.Der Ort
des Versammeltseins wird weder auf der Erde noch im Himmel sein, sondern in der Luft. (1 Thessalonicher 4,17.)

Wer wird dabei sein?
Wer irgend gereinigt ist von seinen Sünden durch das Blut Christi, aus allen Stämmen und Nationen, sowohl die, welche in ihren Gräbern schlafen, als auch die, welche im Augenblick noch lebend sind auf der Erde. Nicht einer wird fehlen. Alle werden bekleidet sein mit herrlichen Leibern, auferstanden, umgestaltet für den Himmel, für die ewige Herrlichkeit!

Wer wird nicht dabei sein?
Alle, die das Heil nicht angenommen haben, sind keine Erlösten. Der Gesetzesmensch und jeder, der sein Vertrauen auf die toten Werke gesetzt hat, statt auf Christum, der Spötter, der Gottlose und alle, die „ohne Christus“ sind, werden nicht dabei sein.

Der Anziehungspunkt.
Einer der herrlichsten Züge dieser Versammlung ist, daß sie als Ziel hat, „dem Herrn zu begegnen“. Myriaden Seiner Erlösten werden die herrliche Person Christi umgeben. Welche Freude für den Herrn, umgeben zu sein von der Menge derer, welche die Frucht der Mühsal Seiner Seele sind, nachdem Er Seine Seele in den Tod gegeben hat. Und wenn die Erlösten auch Sein Angesicht sehen werden, das ehemals so entstellt war wie kein anderes, doch jetzt in himmlischer Herrlichkeit strahlt, – welche Freude wird jedes Herz erfüllen!

Die Stunde dieses Versammeltseins.
Ein anderer auffallender Charakter dieser großen Versammlung ist, daß nicht eine einzige Person dieser ganzen Körperschaft weiß, wann sie stattfinden wird. Es könnte am Morgen sein, am Nachmittag, am Abend, oder während der stillen Nachtstunden. Es könnte dieses Jahr, diese Woche oder heute sein. Jeder soll in der Erwartung, in beständigem Wachen sein, jeden Augenblick den Ruf der Zusammenkunft zu vernehmen. Keine Glocke wird erschallen; sie werden versammelt werden durch den „Zuruf“, „die Stimme eines Erzengels“ und „die Posaune Gottes“. So mächtig, so stark wird die Stimme dessen erschallen, der ruft, daß in einem Augenblick jedes Glied der gläubigen Gemeinde sich an seinem Platze befinden wird bei dem großen Zusammentreffen in der Luft.

Nach der Begegnung.
Aber leider! Es gibt nach der Begegnung etwas Ernstes und tief Trauriges. Hört die Worte der Menge, welche draußen vor der verschlossenen Tür steht: „Herr, Herr, tue uns auf!“ Diese Bekenner ohne Leben aus Gott haben auf ihren Lippen das Wort „Herr“. Aber war Er je ihr Herr? Vielleicht waren sie getauft und konfirmiert, vielleicht waren sie Glieder einer Kirche, doch sie waren nie „von neuem geboren“. Und was sagt der Herr als Antwort auf ihren Ruf? „Wahrlich, Ich sage euch, Ich kenne euch nicht“. Es bestand zwischen ihren Seelen und Christus nicht das Band des Glaubens, und jetzt werden sie auf ewig verworfen!

– Die Zeit vergeht, und mit welcher Schnelligkeit vergeht sie! Seht, wie die Uhr die Sekunden so schnell anzeigt! Jedes Tick-Tack redet von der schnellen Flucht der Zeit und von der nahenden Ewigkeit. „Die Ankunft des Herrn ist nahe“. Aber welche Gnade, daß der Herr des Hauses sich noch nicht erhoben hat, um die Tür zu schließen. Christus allein ist der einzige Retter, und der Retter für alle. Sein kostbares Blut, vergossen am Kreuz, reinigt von aller Sünde. Der Preis der Erlösung ist bezahlt worden; das Werk ist vollbracht. Seine Liebe bewirkt die Reinigung in dem Augenblick, da wir Ihn als unseren Erretter im Glauben ergreifen.
Lieber Leser, bist du bereit, wenn Christus diese Nacht käme? Wenn nicht, so ist jetzt der Augenblick, dich zu entscheiden; nicht den nächsten Monat, nicht die nächste Woche, nicht morgen, sondern jetzt.

Ermunterung und Ermahnung 1953


Und dann noch zur Harmonie noch eine dritte Meinung:

Die „Entrückung“

Einige Christen glauben, dass 1 Thessalonicher 4,16-17 beschreibt, wie alle Gläubigen von der Erde genommen werden, tot oder lebendig, bei einer Erscheinung Jesu vor dem in Offenbarung 19 beschriebenen zweiten Kommen.

Denn der Herr selbst wird herabkommen vom Himmel mit einem Befehlsgeschrei, mit der Stimme eines Erzengels und mit dem Schall der Posaune Gottes. Und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Dann werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in den Wolken dem Herrn entgegen in die Luft, und so werden wir allezeit bei dem Herrn sein (1 Thess 4,16-17).

Diese frühere Rückkehr Jesu wird von Gläubigen, die diese Idee annehmen, „Entrückung“ genannt. Der Begriff leitet sich von dem lateinischen Wort rapiemur (von rapio, was „entführen“ bedeutet) ab, das der Übersetzer der lateinischen Vulgata für das griechische Wort harpazō (ἁπιτάζω) verwendet hat, das in 1 Thessalonicher 4,17 mit „entrückt“ übersetzt wird.

Andere Christen lehnen jedoch die Vorstellung ab, dass 1 Thessalonicher 4 von einem anderen Ereignis spricht als von der in Offenbarung 19 beschriebenen Wiederkunft Jesu auf die Erde. Für sie gibt es nur eine Wiederkunft Jesu in der Zukunft. Also, wer hat Recht?

Harmonisierung

Die Antwort auf diese Frage lautet: „Es kommt darauf an.“ Wenn wir alle Stellen im Neuen Testament lesen würden, die von Jesu zukünftiger Wiederkunft sprechen, zusammen mit alttestamentlichen Stellen, die von einer endgültigen, kulminierenden Heimsuchung Gottes auf der Erde sprechen, die dem Bösen ein Ende setzen wird („der Tag des HERRN“), würden wir sofort feststellen, dass sie in den Details oder Beschreibungen nicht übereinstimmen. In 1 Thessalonicher 4,16-17 zum Beispiel kehrt Jesus scheinbar in der Luft zurück und sammelt die Gläubigen in den Wolken, während der Prophet Sacharja die physische Ankunft des durchbohrten Herrn auf dem Ölberg mit seinen Heiligen am Tag des HERRN voraussagte (Sach 12,10; 14,1-5; vgl. Offb 19,14

Die Interpreten sind gezwungen, eine Entscheidung zu treffen: Sollen wir diese Verse nehmen und sie in zwei Ereignisse aufteilen, oder sollen wir sie harmonisieren? Der erste Ansatz ergibt zwei Ereignisse: eine Entrückung und ein zweites Kommen. Die Harmonisierung, der zweite Ansatz, eliminiert die Entrückung und lässt nur ein Ereignis übrig: die Wiederkunft. Die Harmonisierung ist eine bewährte Methode, die häufig von Auslegern verwendet wird, um Unstimmigkeiten zwischen den Evangelienberichten über das Leben Jesu zu beseitigen. Sie wird auch verwendet, um die alttestamentlichen Berichte der israelitischen Geschichte, die in Samuel, Könige und Chronik aufgezeichnet sind, in Einklang zu bringen. Aber viele sehen die harmonisierten Unterschiede als „Ungereimtheiten“ zwischen biblischen Prophezeiungen.

Die Bibel telegrafiert nicht, welcher Interpretationsansatz richtig ist. Es gibt keinen Anhang zur Auslegung im Anschluss an das Buch der Offenbarung. Beide Ansichten beruhen auf Entscheidungen, die wir dem Text gegenüber treffen. Keine von beiden ist als die „biblische Position“ selbstverständlich. Diese Erkenntnis sollte uns dazu veranlassen, in Demut und Nächstenliebe miteinander umzugehen, ganz gleich, welche Position wir einnehmen.

Worauf wartet Jesus?

Ich erinnere mich an die traumatische Erfahrung, als ich als Teenager den Film „Ein Dieb in der Nacht“ sah. In dem Film ging es darum, dass Jesus jeden Moment wiederkommen könnte – wie ein Dieb in der Nacht, eine Beschreibung, die aus 1. Die Botschaft: Wenn wir nicht gläubig waren, konnten wir vom Herrn zurückgelassen werden. Der Film hat nicht zu meiner Entscheidung geführt, meinen Glauben auf Christus zu setzen, aber er hat einen gewünschten Effekt erzielt – er hat mir Angst gemacht. Ist die Vorstellung von der baldigen Wiederkunft Jesu biblisch?

Jesus warnte seine Nachfolger, für seine Wiederkunft bereit zu sein; selbst er kannte weder den genauen Tag noch die genaue Stunde, zu der sie stattfinden würde (Mt 24,36). Deshalb würde er unerwartet wiederkommen (24,50). Andere Stellen, die nach Jesu Auferstehung geschrieben wurden, deuten darauf hin, dass seine Wiederkunft sehr bald sein könnte (1 Korinther 1,7; Titus 2,13), ja sogar „unmittelbar bevorsteht“ (Phil 4,5; Jak 5,8-9).

Zweitausend Jahre sind vergangen, seit diese unverblümten Aussagen gemacht wurden, was viele zu der Annahme führt, dass sie missverstanden worden sind. Zusätzliche Hindernisse für die Vorstellung einer „baldigen“ Wiederkunft ergeben sich aus anderen Schriftstellen. Das Neue Testament legt nahe, dass bestimmte Zeichen oder Ereignisse der Wiederkunft Jesu vorausgehen würden. Zum Beispiel musste der Tempel zerstört werden (Mt 24,2), und es würde himmlische Zeichen geben, die seine Rückkehr ankündigen (Mt 24,30; Lk 21,11).

In drei seiner Gleichnisse deutete Jesus an, dass seine Wiederkunft nicht sofort, sondern mit Verzögerung erfolgen würde (Lk 19,11-27; Mt 25,5.19) – zumindest bis zum Tod des greisen Petrus (Joh 21,18). Paulus glaubte, offenbar auf der Grundlage von Matthäus 24,14, dass das Evangelium alle heidnischen Nationen erreichen müsse, bevor der Heilsplan Gottes erfüllt sei und Jesus wiederkommen würde (Röm 11,12.25).

Sogar in 1 Thessalonicher 5, dem Kapitel, in dem der Satz vom „Dieb in der Nacht“ vorkommt, wird angedeutet, dass Gläubige eine Art Vorahnung über den Zeitpunkt seiner Wiederkunft haben werden. Beachten Sie, wie Paulus Substantive und Pronomen verwendet, um Gläubige als fähig zu kennzeichnen, etwas zu erkennen, was Ungläubige nicht erkennen können:

Was nun die Zeiten und Jahreszeiten betrifft, Brüder, so habt ihr es nicht nötig, euch etwas schreiben zu lassen. Denn ihr wisst selbst, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Während die Menschen sagen: „Es ist Friede und Sicherheit“, dann wird plötzliches Verderben über sie kommen, wie Wehen über eine schwangere Frau kommen, und sie werden nicht entkommen. Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass dieser Tag euch überrasche wie ein Dieb. Denn ihr seid alle Kinder des Lichts, Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht und nicht von der Finsternis. So lasst uns nun nicht schlafen, wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein (1 Thess 5,1-6).

Wenn Gläubige ein gewisses Gespür dafür haben, wann der Herr wiederkommen wird, kann die Vorstellung, dass die Wiederkunft Jesu zu jedem beliebigen Zeitpunkt erfolgen könnte, falsch sein. Um dieses Problem zu lösen, argumentieren viele Christen, dass 1 Thessalonicher 5 sich auf die Wiederkunft Jesu in Harmagedon bezieht, dass es aber eine frühere Wiederkunft (eine Entrückung) geben wird, die vor jedem Zeichen oder Hinweis geschehen wird. 1 Vielleicht ist es am besten, wenn wir die Wiederkunft Jesu nicht als unmittelbar bevorstehend bezeichnen, sondern als unmittelbar bevorstehend denken. Diesem Gedanken kann man aus beiden Perspektiven zustimmen.

Michael S. Heiser – Ich fordere Sie auf, mich nicht mit der Bibel zu langweilen