Tag: 10. Juli 2025

Dagegen sollen eure Wünsche in jeder Gebets- und Bittzeit zusammen mit Danksagung Gott gegenüber kundgetan werden.

Seid um nichts besorgt, sondern in allem lasset durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden;
Elberfelder 1871 – Philipper 4,6

Macht euch um nichts Sorgen! Wendet euch vielmehr in jeder Lage mit Bitten und Flehen und voll Dankbarkeit an Gott und bringt eure Anliegen vor ihn.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Philipper 4:6

Seid um nichts besorgt! Dagegen sollen eure Wünsche in jeder Gebets- und Bittzeit zusammen mit Danksagung Gott gegenüber kundgetan werden.
Gottes Agenda – Phil 4,6

Lasst euch nicht von Sorgen kaputt machen! Stattdessen sagt Gott in eurem Zwiegespräch mit ihm und in euren Bitten an ihn frei und offen das, was ihr braucht, und drückt dabei eure Dankbarkeit aus!
Das Buch – 2009 – Phil 4:6

im vorhergehenden Vers hat Paulus zu Nachgiebigkeit aufgerufen. Jetzt fordert er sie zu einer beständigen Haltung des Gebets auf. Das Wort für besorgt Seine, merimnao wurde für die Sorge des Timotheus um die Gläubigen zu Philippi gebraucht (2,20). in Matth 6,25 belehrte verwahrt wurde, und in 1.Petr 1,5, daß Gott uns durch Seine Macht bewahrt, (eigentlich über uns Wache hält; B.P.).
    Herz und Verstand werden miteinander verbunden, und sie stehen auch in Sprüche 23,7 zueinander in Beziehung. Das Herz, kardia, ist die unsichtbare Quelle aller Aktivität, wie die zahlreichen Stellen im AT wie im NT belegen. Petrus spricht vom » verborgenen Menschen des Herzens « (1.Petr 3,4). Für » Sinn « steht hier noäma, was in 2.Kor 2,11; 10,5 mit » Gedanken « wiedergegeben wird. » In Christus Jesus « betont die Bewahrung durch den Herrn selbst. Die Reihenfolge der Titel ist wichtig: Es geht um den Herrn Jesus als den Auferstandenen und zur Herrlichkeit Erhöhten.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Freude und Güte (V. 4-5) sollten eigentlich, zusammen mit dem Bewußtsein, daß die Rückkehr Christi unmittelbar bevorsteht, jede Angst vertreiben. Paulus fordert die Philipper denn auch auf: „Sorgt euch um nichts.“ Das ist allerdings kein Aufruf zu einem leichtfertigen Leben. Sich um etwas zu kümmern und wirklich Anteil zu nehmen, ist eines, sich zu ängstigen ein anderes. Paulus und Timotheus engagierten sich für die Menschen, denen sie dienten ( 2Kor 11,28; Phil 2,20), doch sie setzten ihr Vertrauen auch dabei auf Gott. Schon Jesus hatte die Menschen vor der Angst und Sorge gewarnt, die das Vertrauen auf Gott untergraben ( Mt 6,25-33 ).
Paulus ermahnt die Philipper statt dessen zum Gebet. Gebet und Danksagung erwachsen aus dem Vertrauen auf Gott. Mit vier Begriffen wird hier die Gemeinschaft und das Gespräch des Gläubigen mit Gott beschrieben. „Im Gebet“ (proseuchE) bezeichnet den Weg, auf dem der Christ sich Gott nähert. „Das Flehen“ (deEsai) betont die Bitte um Antwort auf ein bestimmtes Bedürfnis. „Danksagung“ (eucharistias) ist eine innere Einstellung, die im Gebet niemals fehlen darf. Die „Bitten“ (aitEmata) beziehen sich auf ganzbestimmte Dinge, um deren Erfüllung der Gläubige bittet.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Vers 6 erläutert die zweite Hälfte des Bekanntmachens. War es im vorangehenden Vers darum gegangen, bei unseren Mitmenschen für unsere Milde bekannt zu sein, so wird hier betont, dass wir das Notvolle und Beschwerliche unseres Lebens bei Gott bekanntmachen sollen. Wir dürfen und sollen all das, was wir nicht in Milde tragen können, bei Gott abladen. Bei Gott dürfen wir uns »abreagieren«. Mit allem, was wir zu erbitten haben, dürfen wir zu Gott kommen. Natürlich ist auch hier wichtig, wie wir im Vaterunser gelehrt werden, »dein Wille geschehe« in rechter Weise zu beten.
Dieser Vers sagt uns Grundsätzliches über das Beten und über die Art und Weise, in der es verrichtet werden soll. Wir haben hier eine kleine Sammlung der Begriffe für das Gebet: Anbetung, Bittgebet, Flehen/Verlangen und Dankgebet. Jeder dieser aufgeführten Begriffe kann mit »Gebet« wiedergegeben werden. Jedoch hat jeder einzelne Begriff seine besondere Bedeutung. Die Anbetung meint das Gebet, das an Gott in Lob und Preis gerichtet wird. Das Bittgebet meint das Beten, das auch den deutschen Begriff »Gebet« prägt: das Bitten. Das »Flehen« verstärkt diese Form des Betens (das Verbum aiteo bedeutet »fragen«, »erbitten«, »benötigend und »verlangen«) und bringt das Ringen mit Gott im Gebet zum Ausdruck. dass Gebet aber auch »Danksagung« ist, zeigt das letzte Wort. Diese vier sind nicht einfach verschiedene Möglichkeiten, mit Gott zu reden. Vielmehr gehören alle vier Aspekte des Gebetes zusammen, um in geeigneter Weise mit Gott reden zu können.
In der Aufforderung »sorgt euch um nichts« finden wir eine Entsprechung zu »freuet euch allewege« (V. 4). Es sind zwei Seiten einer Mitteilung. In beiden Hälften wird die Ausschließlichkeit betont. Einmal soll die Freude immer vorhanden sein, auf der anderen Seite soll es keine Sache geben, deretwegen der Christ sich sorgt. Auch in diesem zweiten Punkt wird der Grund genannt. Weil wir zu Gott kommen dürfen mit alldem, was uns sonst Sorgen bereiten würde, gibt es keinen Anlass, sich selber Sorgen darüber zu machen. Wenn wir wirklich glauben, dass Gott Gebete erhört und über Bitten und Verstehen tut, dann ist es nur folgerichtig, wenn wir die Sorgen mit den Problemen gleich abgeben. Manchmal tut der Christ so, als ob Gott mit seinen Problemen nicht fertig werden würde. Er sagt ihm zwar seine Nöte, trägt aber weiterhin alle Sorgen mit sich herum. Es ist nicht einfach, die Sorgen loszulassen, geschweige denn, sie »auf Gott zu werfen«. Alles Menschliche und Natürliche in uns wehrt sich dagegen. Und doch will es Gott von uns, dass wir dies lernen.

Gerhard Maier – Edition C

Nichts aber stört so leicht jene wahre Christenfreude, als die Besorgniss um unser irdisches Ergehen, die im Blick auf die drohenden Gesahren und Trübsale ängstlich nach Hülfe umherschaut. Darum soll der Christ in keinem Stücke sorgen, vielmehr soll er in allen Stücken sich damit begnügen, seine Wünsche vor Gottes Angesicht kund werden zu lassen, und damit zeigen, dass er weiss, wo sicher Hülfe zu finden ist. Er soll es thun in dem Gebete, das, ohne rathlos umherzublicken, sich gläubig und getrost direct an den rechten Helfer, an Gott selbst, wendet, und in dem Flehen, das auf alle Selbsthülfe verzichtend, demüthig alles allein von Gott erbittet. Dieses Gebet aber muss stets begleitet sein mit Danksagung für alle empfangenen Wohlthaten, auch für das, was auf den ersten Vlick nicht wie Wohlthat erscheint; denn so allein zeigt man zugleich die wahre Ergebung in den göttlichen Willen, welche jedes Gebet erhörlich macht und alle Sorge überwindet.

Bernhard Weiss – Der Philipperbrief Ausgelegt und die Geschichte Seiner Auslegung Kritisch Dargestellt: Kommentar

Wie gut hat es eine Gemeinde Jesu! Das, wozu sie „gemahnt“ wird, ist ja doch lauter Glück! „Freude“, „Milde“ und nun auch „Sorglosigkeit!“ Warum ist solche Aufforderung „Um nichts macht euch Sorgen!“ etwas anderes als eine erbauliche Rederei, die man am Sonntag von zehn bis elf in der Kirche anhören mag, aber am Montagmorgen beim Aufstehen in die Woche hinein doch nicht durchführen kann? Weil hier dem negativen „Nichts sorgen“ das mächtige, tragende Positivum zur Seite tritt: „sondern beten!“ „Sondern in allem sollen durch das Gebet und durch das Bitten mit Danksagung eure Anliegen kundwerden zu Gott!“ Statt „in allem“ sollten wir vielleicht noch besser übersetzen „in jedem einzelnen Fall“. Die „Anliegen“ sind im griechischen Wort „die Dinge, die man vom andern begehrt und erbittet“. Was wir in unserer Lage brauchen, das hat Gott für uns reichlich bereit. Darum sollen wir das, was wir haben müssen, nicht sorgend uns selbst vorerzählen – das ergibt einen wahren „Teufelskreis“ der ständigen Steigerung des Sorgens und Ängstens –, sondern bittend im Gebet zu Gott hin kundwerden lassen. Daß wir wirklich vertrauensvoll beten und nicht nur unsere Not hinausrufen, wird sich daran zeigen, daß wir auch jetzt „danken“ und dankend dessen gedenken, was Gottes Hilfe uns so oft schon gegeben hat. Das „Bitten mit Danksagung“ legt Zuversicht und Kraft in unser Beten. Sind wir Christen in einer von Angst und Sorgen umgetriebenen Welt als die heilig Sorglosen erkennbar?

de Boor – Wuppertaler Studienbibel

Um nichts besorgt sein
„Seid um nichts besorgt“ (Phil 4,6). Was für ein herrliches Wort! Ich habe seine tröstende Kraft oft erfahren. Selbst wenn uns eine schwere Prüfung auferlegt ist, gilt dennoch: „Seid um nichts besorgt.“
Du sagst: „Es geht nicht um Kleinigkeiten; es geht um Gläubige, die einen falschen Weg gehen.“ Nun, „seid um nichts besorgt“. Nicht dass du gleichgültig sein sollst – aber du versuchst, die Last zu tragen, und damit zermarterst du dein Herz. Wie oft hat eine Last den Sinn eines Gläubigen vereinnahmt, und wenn er versucht, sie abzuschütteln, kommt sie zurück und quält ihn. Aber: „Seid um nichts besorgt“ ist ein Gebot, und es ist wunderbar, so ein Gebot zu haben.
Es ist ein Gebot Gottes: „Seid um nichts besorgt“.
Was soll ich dann tun? Zu Gott gehen. „In allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden“ (Phil 4,6). Dann kannst du inmitten aller Sorgen danken. Du musst nicht warten, bis du herausgefunden hast, ob das, was du dir wünschst, der Wille Gottes ist. Nein. „Lasst eure Anliegen kundwerden.“
Liegt eine Last auf deinem Herzen? Geh damit zu Gott! Er sagt nicht, dass du das, um was du bittest, bekommen wirst. Als Paulus betete, bekam er zur Antwort: „Meine Gnade genügt dir“ (2 Korinther 12,9). Aber der Friede Gottes wird dein Herz und deinen Sinn bewahren – du selbst kannst diesen Frieden nicht bewahren. Ist Gott je durch die kleinen Dinge beunruhigt, die uns beunruhigen? Erschüttern sie seinen Thron? Er denkt an uns, wir wissen es; aber Er ist nicht in Unruhe. Und der Friede, der in Gottes Herz ist, soll uns bewahren. Ich bringe alles zu Ihm, und ich finde, dass Er ganz in Ruhe darüber ist.
Ich bringe alles zu Ihm, und ich finde, dass Er ganz in Ruhe darüber ist.
Es ist alles entschieden: Er weiß ganz genau, was Er tun wird. Ich habe meine Last niedergelegt am Thron der Gnade, der nie erschüttert wird, und habe die vollkommene Gewissheit, dass Gott Interesse an mir hat. So bewahrt der Friede, in dem Er selbst ist, mein Herz, und ich kann Ihm danken, noch bevor die Not vorüber ist. Ich kann sagen: „Gott sei Dank! Er hat ein Interesse an mir.“ Es ist wunderbar, dass ich diesen Frieden besitzen kann. Ich darf zu Gott gehen und mein Anliegen vorbringen – vielleicht ein sehr törichtes Anliegen – und kann darüber in Gemeinschaft mit Gott sein, anstatt über die Prüfungen zu grübeln.

Im Glauben leben 03-2016

Sorgen sind überall zu Hause. Es gibt keinen Kontinent, kein Land, keine Stadt und kein Haus, wo sie nicht wohnen würden. Sorgen sind an keine Zeit gebunden. Sie sind in schweren Stunden gegenwärtig, aber sie verdunkeln auch die schönsten Augenblicke. Keiner liebt sie. Jeder kennt sie.
Doch Kinder Gottes brauchen um nichts besorgt zu sein! Keine einzige Not soll uns niederdrücken, kein Gedanke quälen. Denn wir haben eine Anlaufstation, wo wir unsere Sorgen „entsorgen“ können – bei Gott. Wenn Sorgen in unseren Herzen aufsteigen, sollten wir darum aus ihnen immer ein Anliegen machen, das wir vor Gott bringen. „Werft es mit Haufen hinaus … Und sollten es eitel Säcke voll Mangels sein. Alles hinaus!“ (M. Luther). Wer so alles hinauswirft, kann das genießen, was Gott uns geben will: seinen eigenen Frieden.
Gott sitzt auf seinem Thron in völliger Ruhe. Nichts kann den Souverän erschüttern, kein Ereignis im Universum Ihn unruhig machen, niemand Ihn erschrecken. Und das Herrliche ist: Was für den großen Gott im Himmel gilt, soll auch für kleine Menschen auf der Erde wahr werden. Wir sollen Frieden haben! Auch dann, wenn das Lebensschiff auf den Wellen der Erprobungen bedenklich schaukelt und uns der Sturm der Erprobung ins Gesicht bläst.
Bringen wir Gott unsere Sorgen, schenkt Er uns seinen Frieden. Wahrlich ein großartiger Tausch! Natürlich ändern sich die Umstände nicht sofort, wenn wir gebetet haben. Aber wir ändern uns. Nachdem Hanna im Schmerz der Kinderlosigkeit ihre bittere Seele vor Gott ausgeschüttet hatte, war ihr Angesicht nicht mehr dasselbe und sie ging hin in Frieden (1 Samuel 1,17.18). Das kann auch deine Erfahrung sein.

Gerrid Setzer – Im Glauben leben 06-2017