Tag: 21. Oktober 2025

jeder, der auf Gottes Spur bleibt, bis er das Ziel erreicht

Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, wird gerettet.
Gute Nachricht Bibel 2018 – Matthäus 24,13

Derjenige aber, der in druntenbleibend geduldiger Erwartung ins Vollendungsziel hinein ausharrte, der wird zum unversehrten Vollheil durchgerettet werden.
Pfleiderer – Matthäus 24:13

Aber wer durchhält bis zum Ende, der wird gerettet werden.
Leonberger Bibel – Nestle-Aland 28 – Mt 24,13

Aber wer bis zum Ende durchhält, der wird gerettet werden.
Leonberger Bibel – byzantinischen Text von Robinson-Pierpont – Mt 24:13

Vor wenigen Wochen hatten wir den Vers schon einmal – also hier weitere Aussagen und Bibelübersetzungen

»Wer ausharrt bis ans Ende«, telos, also das absolute Ende, wenn der Herr kommt und der Herrschaft des Menschen auf der Erde ein Ende bereitet. Wir meinen, daß das wort »gerettet« sich hier nicht auf die Errettung der Seele bezieht, sondern auf das Überleben bis der Herr kommt, so daß der Errettet in die Segnungen des irdischen Reiches einwird.
Der V.14 spricht vom Zeugnis Gottes, das während dieser kommenden Zeit auf der Erde sein wird. Das Wort für »Evangelium« ist evangelion, »gute Botschaft«. Das dazugehörige Verg evangelizo bedeutet »die frohe Botschaft verkündigen«, oder »evangelisieren«. Das Hauptwort »Evangelium« kommt bei Matthäus nur viermal vor, nämlich in 4,23; 9,35; 24,14; 26,13, während das Verb nur in 11,5 verwendet wird. Der Herr begann Seinen Dienst, indem er »das Evangelium des Reiches« verkündigte (Matthäus 4,23; 9,35). Danach erscheint der Ausdruck lange nicht mehr, bis er hier in diesem prophetischen Umfeld wieder auftaucht.
 Der besondere Inhalt des »Evangeliums« hängt von der besonderen Zeit ab, in der es gepredigt wird. In den Tagen des Paulus gab es nur ein Evangelium (Gal 1,6-9). Dieses Evangelium war die Botschaft der Gnade Gottes, welche nach dem Tod und der Auferstehung des Herrn voll geoffenbart worden war und jetzt durch den Heiligen Geist bekanntgemacht wurde. Das führte zum Entstehen der Gemeinde, die Gott durch das Blut Seines eigenen Sohnes erworben hatte (Apg 20,28). Dessen Ziel war es, daß Christus durch die Gemeinde in alle Ewigkeit verherrlicht werde. Die Botschaft, die Christus predigte, betraf ein Reich, das in schärftem Kontrast stand zu den Reichen der Welt (Dan 2; 7). Die Reiche der Welt lebten von Grausamkeit, Gewalt und Bosheit; das Reich der Himmel hingegen, das von Matthäus 3,3 und 4,17 an gepredigt wurde, lebte von der Gegenwart des Herrn, wobei dessen Untertanen geistlich und sittlich von Ihm bestimmt waren. Das Ziel dieses Evangeliums war es, daß Christus in Seinem Reich auf Erden verherrlicht werde. Die Segnungen dieses Evangeliums beruhten auf dem Blut des neuen Bundes. Diese besondere Botschaft wurde wegen der Haltung der Obersten der Juden von Kap. 12 an nicht mehr verkündigt, wie wir dort ausführten. Danach nahm das Reich die Gestalt des Geheimnisses an, indem es den Weisen und Verständigen verborgen war und Unmündigen geoffenbart wurde und nicht mehr darauf ausgerichtet war, hienieden in Herrlichkeit geoffenbart zu werden. Das Reich wurde zu einer zukünftigen Erwartung, und darum erscheint die Predigt des Evangeliums des Reiches erst wieder in diesem prophetischen Abschnitt. Die Substanz dieser zukünftigen frohen Botschaft wird noch immer die Wirksamkeit des Blutes Christi sein, wie an Versen vie Offb 7,14 und 12,11 deutlich wird, und wie wir daran erkennen, daß der Herr noch immer und mit besonderer Betonung »das Lamm« genannt wird. Dieses Evangelium wird auch das Gericht Gottes beinhalten, das notwendig sein wird, um die Erde zu reinigen, ähnlich wie der Inhalt des »ewigen Evangeliums« (Offb 14,6-7). Dieses Evangelium wird die Herzen der Menschen auf den Frieden und auf die Gerechtigkeit lenken, welche das kommende Reich charakterisieren wird. Die Botschaft wird um die ganze Welt gehen, so wie jetzt die Evangelisten die Botschaft vom Wert des Blutes Christi bis an die Enden der Erde tragen. Besondere Auswirkungen jenes Zeugnisses in Jerusalem werden in Offb 11,3-12 beschrieben, wo die zwei Zeugen getötet werden, aber auferstehen und in den Himmel fahren.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Ein weiteres Kennzeichen des Verfalls ist die Ausbreitung der »Gesetzlosigkeit«. Der Luthertext spricht von »Unglauben«. Aber diese Bezeichnung führt zu dem Mißverständnis, daß man sich der christlichen Botschaft ganz verschließe. Doch gerade das ist nicht der Fall. Sondern unter Christen – die sich auf die christliche Botschaft berufen – »breitet sich die Gesetzlosigkeit aus«! D. h., das Evangelium wird vom Gesetz Gottes gelöst und damit zur flachen, billigen Gnade, die unter dem schwammigen Begriff »Freiheit« alles erlaubt. Dabei scheint es, als ob solche Leute dem »Evangelium« die höchste Ehre geben würden. Die »Gesetzlosigkeit« wird sich oft im Bereich der Sexualität und Ehe auswirken (vgl. 1. Kor 6, 9ff.; 1. Thess 4, 2ff.; Hebr 13, 4; Off 2, 20ff.). Sie führt weithin zu einer Lösung menschlicher und glaubensmäßiger Bande in der Familie und in der Gemeinde. Sie zerstört Vertrauen, Zuverlässigkeit, Demut, Pflicht, Hingabe und Gehorsam. Sie wird das Prinzip »Liebe« auf ihre Fahnen schreiben. Aber gerade deshalb »wird die Liebe erkalten«. Die Liebe erkaltet dann, wenn sie sich von der Bindung an Gottes Gebote emanzipiert (vgl. 2. Thess 2, 10; 2. Tim 3, 1ff.; Off 2, 4). Frühere und moderne Emanzipationsbewegungen illustrieren solche Vorgänge. Der Begriff »erkalten« spiegelt den Sieg des eiskalten Egoismus und der hohlen Phrasen. Wörtlich heißt es: »die Liebe der vielen«. Gemeint ist die »Mehrzahl« der Christen. Das enthält zugleich einen tröstlichen Hinweis auf eine treue Schar von Christen, die dem Massensog eben nicht folgen.

Nun hebt Jesus die Tatsache hervor, daß es weiterhin echte Jünger geben wird, und beschenkt diese mit einer besonderen Verheißung: »Wer aber ausharrt bis zum Ende, der wird gerettet.« In dem griechischen Wort für »ausharren« fließen zwei Bedeutungen zusammen: das standhafte Warten und das duldende Ertragen. Da im Zusammenhang von Bedrängnis und Abfall die Rede ist, ist in unserem Vers sicher beides gemeint: das standhafte, ausharrende Warten auf Jesu Wiederkunft und das duldende Ertragen der bösen Entwicklungen. Damit schneidet Jesus zwei Fehlwege ab: das Erlahmen der Hoffnung und das selbstgewählte Aussteigen. Die treue Minderheit der Gemeinde bleibt unter der Hoffnung und unter der Last. »Bis zum Ende«’. d. h. bis zum Abschluß der irdischen Geschichte, also bis zum Tode oder bis zur Wiederkunft Jesu (vgl. 1. Kor 15, 51). Ihr Lohn ist: »der wird gerettet«, also ein Mitglied des Gottesreiches. Dasselbe sagt Matth 10, 22. Und ganz ähnlich sagt der erhöhte Jesus in Off 13, 10: »Hier ist das Ausharren und der Glaube (oder: die Treue) der Heiligen« (vgl. 2. Tim 2, 12; Hebr 10, 36ff. sowie 2. Chron 15, 7; Dan 12, 12). Wieder zeigt sich, daß Paulus und Johannes fortführen, was Jesus gelehrt und prophezeit hat. Jeder Leser steht vor der Überlegung: Werde ich selber durchhalten?

Hat Jesus schon in V. 13 den Blick nach vorn gerichtet, dann tut er dies noch mehr in V. 14: »dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündigt werden«. Was heißt »dieses Evangelium vom Reich«? Der Begriff geht auf Jes 52, 7, also auf die messianische Freudenbotschaft, zurück. Wir fanden ihn schon in Matth 4, 23 und 9, 35. Danach handelt es sich um die Botschaft vom hereinbrechenden Gottesreich und die Einladung, an diesem Reich teilzunehmen. Eine Teilnahme ist aber nur durch das Kreuz Jesu und die Tilgung unserer Sünden möglich. So umfaßt das »Evangelium vom Reich« ganz selbstverständlich auch das »Wort vom Kreuz« (1. Kor 1, 18). Für »Welt« steht hier im Griechischen »oikumene«. Gemeint ist also die Menschenwelt, und zwar die gottferne Menschenwelt. Es fällt auf, daß »Ökumene« mit einer Ausnahme (Hebr 2, 5) im gesamten NT die Welt außerhalb des Evangeliums meint. Niemals bedeutet es die Christenheit, niemals trägt es für die Gegenwart einen positiven Akzent. Das ist in der augenblicklichen Diskussion über die »Ökumene« zu beachten. Die Ankündigung, daß das Evangelium »in der ganzen Welt verkündigt« wird, und zwar »zum Zeugnis für alle Völker«, betrifft natürlich die weltweite Mission. Das ist also Jesu Prophezeiung: Alle Völker werden seine Botschaft hören. Nicht jeder einzelne – viele sind ja gestorben, bevor das Evangelium ein Volk erreichte! Aber »alle Völker« kommen damit in Berührung. Heute fehlen noch weite Gebiete in Asien und im Bereich des Islam. Und noch einmal sollten wir genau hinhören: Die Verkündigung bewirkt nicht die Bekehrung ganzer Völker, sondern sie wird »zum Zeugnis«, d. h., jeder einzelne muß sich entscheiden, ob er dieses Zeugnis annimmt oder ausschlägt. Das Evangelium provoziert die persönliche Entscheidung. Daß es überall hinkommt, daß keine Macht die Erfüllung der Prophezeiung Jesu hindern kann – das ist ungeheuer tröstlich an diesem Wort.

Gerhard Maier – Edition C Bibelkommentar

Jesu Antwort beginnt mit Warnungen vor Irreführungen der Jünger durch Vorkommnisse, die die Nähe des Endes anzuzeigen scheinen. Aber das Ende als solches wird noch nicht da sein. Alle diese »Zeichen« werden nur die Vorboten des kommenden Gerichtes sein. Die Geschichte weiß tatsächlich eine ganze Reihe von schrecklichen Ereignissen vor dem Untergang Jerusalems zu berichten, denn die Aufstände, Erschütterungen, Hungersnöte und andere Plagen, die Jesus hier andeutet, sind vor der Zerstörung Jerusalems keineswegs so unbedeutend gewesen. Man denke an die Blutbäder zu Cäsarea zwischen Syrern und Juden, wobei 20000 Juden fielen, während in Syrien fast jede Stadt in zwei Heere geteilt war, die wie Todfeinde einander gegenüberstanden. Man denke weiter an das schnelle Aufeinanderfolgen der fünf Kaiser in Rom innerhalb weniger Jahre, an Nero, Galba, Otho, Vitellius, Vespasian, und an die damit verbundenen Unruhen in engeren und weiteren Kreisen; an die Hungersnot unter Claudius (Apg 11,30) im Jahre 46, an die Erdbeben zur Zeit Neros in Kampanien und Kleinasien, wobei ganze Städte untergingen, namentlich Laodizea und Hierapolis.
Im Jahre 63 wurde Pompeji durch den Ausbruch des Vesuvs zerstört. Im Jahre 64 brannte die Hälfte der Millionenstadt Rom nieder. Für jene Zeit ist charakteristisch der Satz des Tacitus: »Ich mache mich an ein Werk, über eine Zeit zu schreiben, die reich ist an Unglücksfällen, blutig durch Schlachten, zerrissen durch Aufstände.«
Diese Aussprüche Jesu haben sich also erfüllt. – Und immer wieder werden sie sich erfüllen, wenn neue Gerichte über die Erde dahinbrausen werden. – Und stets werden falsche Propheten und falsche Messiasse auftreten, um den Menschen durch allerlei große Worte und Versprechungen, durch Programme und glänzende Machttaten »Paradiese« vorzugaukeln. Von einem Erfolg zum andern Erfolg wird man die Massen führen. Der Haß gegen die Gemeinde Jesu wird neu aufflackern, die Gottlosigkeit wird weiter ansteigen und die Liebe wird in vielen erkalten. Der Egoismus wird Triumphe feiern, einen nach dem andern! Da gilt dann der Gemeinde das Wort vom »Harren und Warten«. Harrender Glaube ist größter Glaube. Und Offb 13,10 lesen wir: »Hier ist Geduld (Darunterbleiben, Harren) und Glaube der Heiligen. Wer aber bis ans Ende beharrt, der wird errettet werden.« Nicht der Anfang krönt des Christen Lauf, sondern das Ende. Bis ans Ende gilt es zu harren, standzuhalten, nicht bis an das Ende der Welt, sondern bis zum Ende, wo der Herr die Seinen heimholt, vielleicht heimruft im Märtyrertum, im Opfer des Lebens oder heimholt bei seiner Wiederkunft.
Diese Vorgänge, die sich zum ersten Mal abgespielt haben vor dem Untergang Jerusalems, werden sich stets in der Geschichte wiederholen. – Die damalige Geschichte erwähnt zwar in den Zeiten unmittelbar nach Jesu Tod nicht ausdrücklich das Auftreten falscher Messiasse, welche sich im eigenen Namen für den Messias oder für den vom Himmel wiedergekommenen Jesus ausgegeben hätten. Aber in den Verführungsversuchen eines Jonathan, Theudas, Dositheus, Simon, Menander und anderer lagen schon die Keime desselben Betruges, der später entschiedener in der Form einer falschen Messiasschaft auftrat.
Gegen das Ende der Geschichte jedoch wird die Verführung und Verwirrungskunst seitens der falschen Propheten erschreckend zunehmen. Die Macht der Lüge, die Grausamkeit, der Unglaube, das alles wird in seiner ganzen teuflischen Furchtbarkeit mehr und mehr ausbrechen und überhandnehmen bis zur höchsten Steigerung kurz vor dem letzten Weltgericht. Allerdings wird »zuerst«, wie Mk 13,10 besonders betont, das »Evanelium von dem Königreich« in der ganzen Welt verkündigt werden, zum Zeugnis für alle Völker, und zwar einem Zeugnis, das geglaubt oder dem wider sprochen wird. – »Und dann erst wird das Ende kommen.«

Fritz Rienecker – Wuppertaler Studienbibel