Tag: 12. Januar 2026

Der Ehemann lobt sie sehr oft.

Ihre Söhne stehen auf und preisen sie glücklich, ihr Mann steht auf und rühmt sie:
Elberfelder 1871 – Sprüche 31,28

Ihre Söhne stehen auf und preisen ihr Glück,
ihr Gatte, und er rühmt sie:
Buber & Rosenzweig – Sprüche 31:28

Stehn ihre Söhne auf, so preist man sie ihr Gatte, rühmt man sie:
Tur-Sinai – Spr 31,28

Ihre Kinder begegnen ihr mit Achtung und segnen sie. Ihr Mann lobt sie:
Neues Leben – Bibel 2006 – Spr 31:28

Ihre Kinder reden voller Stolz von ihr, und ihr Mann lobt sie mit überschwänglichen Worten:
Hoffnung für Alle – Sprichwörter 31,28

Den Mund aber öffnet sie weise und dem Gesetz gemäß,
ihre Barmherzigkeit aber richtet ihre Kinder auf und sie werden reich,
und ihr Mann lobt sie.
Septuaginta Deutsch – Sprichwörter 31:28

Ihre Kinder schauen voll Stolz zu ihr auf,
und ihr Mann lobt sie öffentlich:
das Buch – Sprüche 31;28

Ich finde diesen Vers ziemlich lustig. Wenn man ihn liest, könnte man glatt meinen, dass wir erwarten können, dass unsere Kinder oder unsere Männer uns loben. Und tatsächlich ist das der Frust vieler Frauen. Niemand sieht scheinbar, was wir tun. Keiner steht auf und lobt uns oder bewundert unser Tun.
Mir gefällt daher auch die Übersetzung von Naftali Herz Tur- Sinai besser, weil sie realistischer ist:
„Stehen ihre Söhne auf, so preist man sie; ihr Gatte, so rühmt man sie: ‚Viel Töchter haben wacker sich erwiesen, du aber übertriffst sie alle!‘“
Das hebräische Wort für „Aufstehen“ ist „Quwm“ (H6965) und bedeutet „erreichen“, „bleiben“, „aufstellen“, „erfolgreich sein“. Meiner Meinung nach beschreibt diese Situation, dass ihre Söhne erwachsen werden und in Erscheinung treten, und dann bekommt sie – als Mutter – Lob zu hören wie „gut gemacht“, „sie sind ja auf einem guten Weg“, „du hast tolle Kinder“.
Und auch ihr Mann tritt in Erscheinung, und sie bekommt etwas davon ab, wenn die Menschen mit ihm zufrieden sind. Das ist doch eher das, was wir erleben, nicht wahr? Das ist die Realität: Wir bauen das Fundament für unseren Mann und unsere Kinder, und dann hören wir, wenn sie geschätzt werden.
Es ist viel besser für uns, wenn unsere Wertschätzung von Gott kommt. Ich war lange auf Anerkennung von außen angewiesen und sehnte mich so sehr danach. Aber so bleiben wir immer hungrig. Nur Gott kann uns füllen.
Ich dachte auch, dass mein Mann mich doch loben müsse und meine Arbeit anerkennen müsste. Versteh mich nicht falsch: Mein Mann ist wunderbar, aber ich kenne wenige Menschen, die so wortkarg sind wie er. Wenn er der Meinung war, dass etwas gesagt werden MUSS, dann war es selten ein Lob.
Vielen Frauen geht es so, dass sie sich nach Wertschätzung und Anerkennung sehnen, und auch die Männer brauchen und wünschen sich dringend Anerkennung und Wertschätzung von ihrer Partnerin. Sie wollen bewundert und geachtet werden. So haben wir dann in einer Ehe zwei Menschen, die sich gegenüberstehen und sich vom anderen Wertschätzung wünschen. Das KANN nicht unsere zuverlässigste Quelle sein. Dann gehen wir unter, wenn der Partner sauer auf uns ist oder uns kritisiert.
Rabbi Manis Friedman sagte einmal in einem Vortrag: „Gott ist allmächtig, Gott ist wunderbar. Nur in einem ist er nicht gut. Er ist nicht gut im Fluchen.“ Er sprach dann über den Sündenfall auf Erden und wie Gott der Frau auferlegt, dass sie Verlangen, ja sogar Hunger nach ihrem Mann haben wird. Frauen sehnen sich nach inniger Gemeinschaft mit ihren Männern und nach Lob und nach viel Zeit und all diesen Sachen. Das ist der Fluch.
„Aber Gott ist nicht gut im Fluchen, es steckt immer ein Segen darin“, so sagt es der Rabbiner. Die Frau wird immer die Verbindung suchen zu ihrem Mann. Das ist ein Segen, der der Beziehung und der Ehe entgegenkommt. Sei nicht stolz, wenn du denkst: „Immer muss ich“ oder: „Er sollte aber“. Unser Hunger wird nach unseren Männern sein, aber sie können uns das, wonach wir uns im Tiefsten sehnen, nicht geben! Deshalb müssen wir umso mehr nach Gott suchen. Und das ist vielleicht der größte Segen von allen.

Muller – Würde und Kraft sind dein Gewand: Wie du die Frau werden kannst, die Gott in dir sieht

Sie ist eine Frau, die des Lobes würdig ist (V. 28-29). Es ist eine wunderbare Sache, wenn Ehemann und Kinder die Frau und Mutter für ihren treuen Dienst im Haus loben können. Hier wird angedeutet, dass dieses Lob regelmäßig und spontan ausgesprochen wurde und nicht nur zu besonderen Anlässen. (In Israel gab es keinen Muttertag. Jeder Tag sollte Muttertag und Vatertag sein!) Es ist tragisch, wenn sich die Mitglieder einer Familie gegenseitig als selbstverständlich ansehen und es versäumen, aufrichtige Wertschätzung zu zeigen. Der Vater sollte den Kindern mit gutem Beispiel vorangehen und seiner Frau immer für das danken, was sie für die Familie tut. Er sollte in ihr die Frau sehen, die alle anderen übertrifft!

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

In den Versen 28-29 wird uns der Lohn gezeigt, den eine gute Ehefrau verdient. Sie verdient das Lob ihrer Kinder und ihres Mannes. Damit wird eine Haltung angesprochen, die unsere modernen Gesellschaften in die Irre führt. Die Rolle der Hausfrau wird heute in vielen Kreisen nicht gelobt. Die Rolle des Ernährers wird gepriesen und die der Hausfrau wird verunglimpft. Viele Frauen haben die Rolle der Hausfrau aufgegeben, manche aus notwendigen Gründen, manche aus egoistischen Gründen und manche aus reiner kultureller Trägheit. Einige sind der Lüge aufgesessen, dass die Rolle des Ernährers besser sei. Das Ergebnis ist, dass viele Haushalte heute gut versorgt und dennoch schlecht ausgestattet sind. Es gibt reichlich finanzielle Mittel, aber jeder im Haushalt kämpft für sich selbst, mit wenig Organisation und noch weniger Wärme. Diese Ode an die Weiblichkeit ist eine Ode an diejenigen, die das Haus schön und wohnlich machen.

Rabbi Derek Leman – Ein messinaischer Kommentar der Sprichwörter – Sprichwörtliche Weisheit und gesunder Menschenverstand

Was für ein Segen ist diese Frau ihrem Haus, wie dankbar sind »ihre Söhne« für eine solche Mutter, und welche Freude hat »ihr Mann« an ihr! Die Söhne »stehen auf und preisen sie glücklich«, wajᵓaššǝruhâ, vom Verb ᵓiššǝr, »glückselig preisen« (nur noch belegt in 3,18; 1Mo 30,13; Hi 29,11; Ps 41,3; 72,17; Hl 6,9; Mal 3,12). Und ihr Mann »[steht auf] und rühmt sie«, wajhallǝlâh (von hallêl, »rühmen, preisen« [wie V. 30]). Wie schön ist es, wenn ein Mann seiner Frau gegenüber ihre Vorzüge rühmt! Wie sehr beglückt sie das!

»und preisen sie glücklich«, wajᵓaššǝruhâ. Vom Stamm dieses Verbs ist das Hauptwort ᵓæšær gebildet, dessen Plural ᵓæšærîm im sog. Constructus ᵓæšrêj verwendet wird als der Ausruf »Wohl dem …!«, oder »Glückselig, wer …!«, wie etwa in Psalm 1,1: ᵓæšrêj hâᵓîš, »Wohl dem [Mann]« (Luther 1912), oder »Glückselig der Mann« (UELB und Elb 2003), oder ganz wörtlich: »Glückseligkeiten des Mannes« (in den Psalmen allein 25-mal belegt, in den Sprüchen in 3,13; 8,32.34; 14,21; 16,20; 20,7; 28,14; 29,18).

Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche