Tag: 28. Juni 2020

Jehova ist nahe denen, die gebrochenen Herzens sind

Nahe ist Jehova denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er.

Elberfelder Bibel 1905 – Psalm 34:18

Die kaputt sind, depressiv, fertig, am Ende, abgekämpft, befreit er dann ganz bald schon.

VolxBibel – Ps 34,19

Jehova ist nahe denen, die gebrochenen Herzens sind;
Und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er.

neue Welt Übersetzung – Bi12 – Ps 34,18

Jehovah ist denen nahe, die gebrochenen Herzens sind, und hilft denen, die einen zerschlagenen (zerstoßenen) Geist haben. Ps 51,19; 145,18; Lk 18,13.14.

Tafelbibel – Ps 34,19

Kommt Jahwe denen nicht nah, / die zerbrochenen Herzens sind? (Deren eigenes Ich gebrochen ist.) / Und allen hilft er, deren Geist zerschlagen ist. (Die von ihrem Hochmut geheilt und zu demütiger Buße gekommen sind.)

Ludwig Albrecht – Ps 34,19

Nahe ist Jehova denen, die zerbrochenen Herzens sind; und die zermalmten Geistes sind, denen hilft er.

van Ess_1858 – Ps 34,19

Wer leidet den heute nicht? Ist Gott also bei allen, die leiden?
Die einen „leiden“ weil sie eine „Maske“ tragen sollen, die anderen, weil sie sich nicht so bewegen können, wie sie wollen oder ihren Job verloren haben. In anderen Ländern herrscht Hunger. Und auch in unserem Land gibt es viele Wohnungslose. Meint der Psalmist als diese Menschen, weil sie „leiden“?????

Der Herr ist nahe usw. David führt die früher vorgetragene Lehre weiter aus und stellt es ins rechte Licht, dass Gott der Erlöser der Seinen ist, selbst wenn es schon mit ihnen zum Äußersten gekommen ist, so dass sie fast keinen Atem mehr holen können. Es ist dies nämlich eine harte Prüfung, wenn Gott so lange mit seiner Gnade wartet und sie so lange unseren Blicken entzieht, dass uns fast der Atem ausgeht. Ja es scheint widersinnig und unglaublich zu sein, dass Gott den Gläubigen nahe sei, während diese fast vor Mattigkeit des Herzens vergehen. Aber seine Macht offenbart sich dann am deutlichsten, wenn er uns aus dem Grabe emporhebt. Dazu kommt, dass die Gläubigen ganz zerbrochen und zerschlagen sein müssen, damit sie nur allein auf Gott sehen. Daraus schließen wir auch, dass der wahren Geduld nichts so sehr widerspricht, als jene angebliche Seelengröße, von der die Stoiker faseln. Können wir doch erst dann als wahrhaft gedemütigt gelten, wenn wir mit gebeugtem Herzen uns vor Gott niederwerfen, damit er uns aus dem Staube aufrichte. Es ist dieses eine Lehre voll süßesten Trostes, dass Gott auch dann nicht von uns weicht, wenn die Last der Leiden so groß ist und uns so drückt, dass wir fast darunter ersticken.

Der Gerechte muss viel leiden. Dieser Satz kommt den Gedanken zuvor, die meistens bei uns aufsteigen: wie es möglich sei, dass die Gerechten Gott am Herzen liegen, da sie doch fortwährend so viele Widerwärtigkeiten treffen. Denn was nützt Gottes Beschirmung, wenn die nicht in Ruhe gelassen werden, die ein ruhiges Leben führen? Was ist widersinniger, als dass die so hart gequält werden, die keinem etwas zuleide tun? Damit derartige Anfechtungen, die fortwährend auf uns einstürmen, uns den Glauben an Gottes Vorsehung nicht rauben, ist diese Bemerkung wohl zu beachten, dass, obgleich Gott die Gerechten regiert und für sie sorgt, sie trotzdem vielen Leiden unterworfen sind: in solchen Prüfungen sollen sie bewährt werden, damit sie einen Beweis unbesiegbarer Standhaftigkeit geben und es auch besser spüren, dass Gott ihr Erlöser ist. Denn wenn sie von aller Mühsal frei und ledig wären, so würde ihr Glaube in den Schlaf kommen, das Gebet aufhören und ihre Frömmigkeit unbekannt und verborgen bleiben. Deshalb ist es nützlich, dass sie durch viele Prüfungen geübt werden, vor allem aber zu dem Zwecke, damit sie erkennen, dass sie in tausend Todesgefahren wunderbar von Gott erhalten werden. Denn wenn dies nur selten geschähe, so könnte es scheinen, dass es zufällig sei; wenn aber Unglück auf Unglück ohne Maß und Ende über uns kommt, und Gott jedes Mal seine Hand ausstreckt, um uns zu helfen, so kann seine Gnade nicht verborgen bleiben. David befiehlt also den Gläubigen, dass sie bei jedem Übel, das ihnen droht, guten Muts sein sollen, da Gott sie nie im Stiche lassen werde, und da es ihm ebenso leicht sei, sie tausendmal als einmal vom Tode zu erretten. Dass sogar des Gerechten Gebeine bewahrt werden sollen, ist eine weitere Ausführung: so sehen wir, dass völlig unversehrt bleibt, wer durch Gottes Schutz gedeckt ist. In demselben Sinne sagt Christus, dass alle Haare auf unserem Haupte gezählt seien (Lk. 12, 7).

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Für die, die im Herrn gerecht leben (vgl. gerecht in V. 16.18.20.22 ), werden mehrere Verheißungen ausgesprochen. Erstens sieht der Herr auf den Gerechten, was ein Zeichen seiner Bewahrung ist (V. 16 ), aber er steht den Bösen entgegen, und er wird ihr Gedächtnis von der Erde vertilgen (V. 17 ; vgl. Sprüche 10,7 b). Zweitens hört der Herr (vgl. Ps 34,7.16 ) die Gebete des Gerechten, der zerbrochenen Geistes und nicht hochmütig und widerspenstig ist (V. 18-19 ). Drittens errettet der Herr (vgl. V. 5.8.18 ) den Gerechten aus seinen Nöten (vgl. V. 7 ), so daß nicht eines seiner Gebeine zerbrochen wird. Dies ist ein Ausdruck völliger Bewahrung vor harter Bedrückung. Vers 21 wurde ebenso wie 2Mo 12,46 b von Gott in Joh 19,36 in bezug auf den Erlöser benutzt.

Zusammenfassend versicherte der Psalmist, daß der HERR seine Knechte erlöst (vgl. den Kommentar zu „erlöst“ zu Ps 26,11 ); keiner, der auf ihn vertraut, wird verlorengehen. Daß dieser Vers eine Zusammenfassung der Gründe für den Lobpreis Gottes darstellt, wird aus der Anordnung der Worte im hebräischen Text sichtbar. Dieser Psalm ist ein Akrostichon: Jeder Vers beginnt fortlaufend mit einem anderen Buchstaben des hebräischen Alphabets, ein Buchstabe des hebräischen Alphabets ist jedoch ausgelassen (zwischen V. 6.7 ), und das Akrostichon endet somit mit Vers 22 . Der letzte Vers gehört nicht zu dieser Anordnung und steht also für sich alleine.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Ist mein Leben also auf Jehovah anstatt auf mich ausgerichtet – dann kann ich IHM vertrauen, dass er mir immer hilft!
Und nein, für Fehler die ich mache, kann ich IHN nicht als „Radiergummi“ mißbrauchen. Wenn ich also meine Arbeit nicht richtig ausführe oder aber gegen bestimmte Meinungen auftrete, muss ich mit den Konseqenzen leben.

Aber was kannst du jemandem sagen, der deprimiert und entmutigt ist? Denk nicht, du müsstest sein Problem lösen. Oft sind einfache Worte schon eine große Hilfe. Lass ihn spüren, dass er dir wichtig ist und du für ihn da bist. Biete ihm an, mit ihm zu beten, und bitte Jehova dann inständig darum, ihn sehen zu lassen, wie sehr Gott und seine Brüder ihn doch lieben (Jakobus 5:14, 15). Vermittle ihm das Gefühl, dass er gebraucht wird und zur Versammlung einfach dazugehört (1 Korinther 12:12-26). Lies ihm einen schönen Text aus der Bibel vor, aus dem Jehovas Liebe zu ihm persönlich spricht (Psalm 34:18; Matthäus 10:29-31). Nimm dir genügend Zeit für ein „gutes Wort“. Durch deine Herzlichkeit fühlt er sich bestimmt geliebt und geschätzt (Sprüche 12:25).

Bewahrt euch in Gottes Liebe

NEIN! Wenn ich einen Bruder in Not sehe, dann „tröste“ ich ihn nicht nur mit Worten! Was soll so ein Ratschlag?? Dann muß ich mich daran erinnern, was Jesus sagte : was wir einem seiner Kleinsten getan haben… Wenn ich also die Möglichkeit habe, dann bin ich NICHT nur nett oder bete für den jenigen SONDERN HELFE aktiv! Ich sage nicht „halt dich warm und wohlgenährt!“

in der Ausgabe 2 2020 von Faszination Bibel heißt es zu diesem Vers:

Und daraus folgt …
… eine wertvolle Möglichkeit: Wir können in einem gelassenen Gottvertrauen leben. Gott lässt sich von unseren Hilferufen bewegen. Das haben – außer David – noch viele andere Menschen so erlebt und bekannt. Erinnern Sie sich an solche Hörerlebnisse, die Sie gelesen, gehört oder selbst erlebt haben und die Sie vielleicht innerlich berührt oder gestärkt haben?
Dennoch sollten wir Gottes Offenheit nicht ausnutzen, indem wir leben, wie es uns gerade so passt. Dass wir beispielsweise unsere Emotionen ohne Rücksicht auf Verluste ausagieren, unwahrhaftig oder in ungeklärten Beziehungen leben. Und dann im „Ernstfall“ bitten, dass er uns trotzdem hilft. Unsere Lebensweise sollte so sein, dass wir als Kinder Gottes erkannt werden können. Warum? Nicht deshalb, weil Gott nur hinhört, wenn „alles richtig gemacht“ wurde, sondern als Zeichen dafür, dass auch wir ihn ernst nehmen, achten, wertschätzen. Er hört seine Kinder. Und als solche sollten wir uns zeigen. Dann wird unsere Kommunikation mit dem Herrn der Welt von Respekt, Schönheit, Dank und Intimität geprägt sein.

Faszination Bibel 2/2020}