Auf dir (Jesus) ruht mein uneingeschränktes Ja!

und der Heilige Geist in leiblicher Gestalt, wie eine Taube, auf ihn herabstieg, und eine Stimme aus dem Himmel kam: Du bist mein geliebter Sohn, an (W. in) dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
Elberfelder 1871 – Lukas 3,22

und der Heilige Geist kam in sichtbarer Gestalt wie eine Taube auf ihn herab. Und aus dem Himmel sprach eine Stimme: »Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude.«
Neue Genfer Übersetzung – Lukas 3:22

und dass der heilige Geist in leiblicher Gestalt (körperlichem Aussehen) wie eine Taube (als Taube) auf ihn herabkam und dass eine Stimme aus dem Himmel erklang (geschah, sich ereignete): „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden (du hast mich erfreut).“
offene Bibel – Lk 3,22

Dabei kam der heilige Gottesgeist in körperlich sichtbarer Gestalt herunter, wie eine Taube. Gleichzeitig ertönte eine Stimme, die sagte: »Du bist es! Mein Sohn, ganz und gar geliebt! Auf dir ruht mein uneingeschränktes Ja!«
Das Buch – 2009 – Lk 3:22

Der Vers beinhaltet persönliche Worte des himmlischen Vaters an Jesus Christus! Und wenn wir uns die Worte anschauen, ist sehr interessant, dass der himmlische Vater nicht sagt „Du wirst mein Sohn werden!“ oder „ich werde dich lieben“ oder „ich werde mein Wohlgefallen an die haben“! – Jesus hatte also schon das Wohlgefallen seines himmlischen Vaters, obwohl Jesus sein Werk noch gar nicht begonnen hatte! Wie sehr unterscheidet sich also Gottes Blick, von unserer Einstellung, denn erwarten wir nicht immer zuerst Handlungen?


Die Anwesenheit des Heiligen Geistes in Gestalt einer Taube – ein Symbol des Friedens oder der Befreiung vom Gericht (1Mo 8,8-12) – bei Jesu Taufe war ein Zeichen, daß Jesus denen, die sich zu ihm bekehrten, die Rettung bringen würde. Die Stimme Gottes bestätigte Jesus mit Worten aus Ps 2,7 und Jes 42,1 .

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Alles ist hier auf die Stimme konzentriert. Immer wieder begegnet uns Lukas ja als ein Worttheologe.
Fast nebenbei erfahren wir, dass »auch Jesus getauft wurde« (V. 21). Lukas erzählt nicht extra wie Matthäus, Markus und Johannes, dass Jesus zur Bußbewegung am Jordan stieß. Für ihn war das ganz selbstverständlich.
Wichtiger ist schon, dass »Jesus« bei seiner Taufe »betete«. Das sagt sonst keiner der Evangelisten. Was der Inhalt des Gebets war, wissen wir nicht. Evtl. hat Jesus darin zum Ausdruck gebracht, dass er ganz den Willen des Vaters tun und alle Gerechtigkeit erfüllen wollte (vgl. Mt 3,15; 5,17ff.).
Jedenfalls erscheint das Folgende wie eine Antwort auf Jesu Gebet. »Da geschah es, dass der Himmel geöffnet wurde« – wie in Hes 1,1 ! Der Mensch kann den »Himmel« nicht »öffnen«. Das kann nur Gott. Wir stehen jetzt also vor dem Handeln Gottes des Vaters. In Hes 1,1ff. bedeutete das Sich öffnen des Himmels eine Berufung. Ähnlich ist es in Apg 10,11. Wozu wird dann Jesus berufen?
Das zweite Ereignis besteht darin, »dass der Heilige Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herabkam« (V. 22). Lukas beschreibt alle diese Ereignisse – das Sich öffnen des Himmels, die Herabkunft des Geistes, die Botschaft der Stimme – als objektive Geschehnisse (»es geschah«). Allerdings brauchte man erleuchtete Augen, um sie wahrzunehmen. Augen, wie sie der Täufer (Joh 1,32) und Jesus (Mt 3,16; Mk 1,10) besaßen. Weil es sich um ein objektives Geschehnis handelt, wird diesen Augen der Heilige Geist »in leiblicher Gestalt« sichtbar. Das setzen auch die anderen Evangelisten voraus. Denn alle vier berichten, der Heilige Geist sei »wie eine Taube« gekommen (Mt 3,16; Mk 1,10; Joh 1,32). Dabei beachten wir, dass es nicht heißt: »als eine Taube«, sondern »wie«! Aber warum erinnert die leibhafte Gestalt des Geistes ausgerechnet an eine »Taube«? Antwort: Indem der Vater dem Geist diese Gestalt gab, erinnerte er Johannes und Jesus an 1Mose 1,2, wo der Geist in Parallele zu einem Vogel »brütend über den Wassern schwebte«. Die alten jüdischen Rabbinen haben dies schon mit einer Taube verglichen. Dass sie eine taubenähnliche Erscheinung sahen, gab also Johannes und Jesus die Gewissheit, dass es sich um den Heiligen Geist handelte. Hinzu kommt die Erinnerung an Noahs Taube (1Mose 8,8ff.), die ein Bote des Lebens war, und an die Taube von Hld 2,12, die von der jüdischen Auslegung auf den Heiligen Geist gedeutet wurde. All dies diente also der Gewissheit. Dass aber der Geist »auf ihn herabkam«, bedeutet die bleibende Ausrüstung mit dem messianischen Heiligen Geist. Hier erfüllt sich Jes 11,2.
Das dritte Ereignis besteht in der »Stimme«, die »aus dem Himmel kam«. Ohne Zweifel ist es Gottes »Stimme«. Der Inhalt des Gesagten ist atemberaubend: »Du bist mein Sohn« ist ein Zitat aus dem messianischen Psalm 2 (2,7). Es kennzeichnet die Sohnschaft und die Einzigartigkeit des Messias. »Der geliebte« im Zusammenhang mit dem »Sohn« ist ein Zitat aus 1Mose 22,2. Es kennzeichnet die einzigartige Hingabe des Sohnes durch den Vater entsprechend der Opferung Isaaks und sagt damit, dass Jesus den Opfertod sterben muss. »An dir habe ich Wohlgefallen« ist ein Zitat aus Jes 42,1 und kennzeichnet Jesus als den Gottesknecht, der auch die Heiden erlöst und nach Jes 53,10 sein Leben zum Schuldopfer gibt (vgl. Mt 12,17ff.). Gott selbst erinnert hier den Sohn an die göttlichen Worte in 1Mose 22; Ps 2 und Jes 42, die Jesus von seiner menschlichen Erziehung her wohlvertraut waren (vgl. Lk 2,42ff.).

Die Bedeutung dieses Vorgangs ist kaum auszuloten. Wir versuchen, das Wesentliche zusammenzustellen: a) Jesus wird hier zur öffentlichen Wirksamkeit berufen. b) Er wird zum Messias ausgerüstet. c) Er empfängt bleibend (Joh 1,32) den Heiligen Geist und damit die ständige Verbindung zum Vater. d) Er erhält die Bestätigung für die Berichte Marias und Josefs, dass er Gottes geliebter Sohn ist. e) Er erfährt, dass er sterben muss. Man kann geradezu von einem Auftrag zum Sühnetod sprechen. Seine Wirksamkeit mündet also in der Passion. f) Für ihn gelten ab jetzt sämtliche Verheißungen und Weissagungen, die sich auf den Messias beziehen.

Gerhard Maier – Edition C

Der vorhergehende Vers endet mit dem geöffneten Himmel (Hes 1,1), und jetzt ließ sich „der Heilige Geist in leiblicher Gestalt, wie eine Taube, auf ihn herab“. Viele haben auf die Sanftheit und Reinheit der Taube hingewiesen. Ebenso wichtig ist sicher auch, daß die Taube für den lauteren Blick steht. Lauterkeit, Einfalt kennzeichnete das Leben des Herrn: „Ich tue allezeit das ihm Wohlgefällige“ (Joh 8,29). Das Öl des Speisopfers ist ein Bild auf das Leben, das stets vom Heiligen Geist geführt war; der Weihrauch ist ein Bild dafür, daß alles zur Verherrlichung Gottes getan wurde.
 Aber hatte Er den Heiligen Geist nicht in vollem Maß vor Seiner Taufe? Die Antwort ist ein eindeutiges Ja, denn „Gott gibt den Geist nicht nach Maß“ (Joh 3,34). Aber in der Taufe bewahrheitet sich Jes 42,1: „Siehe, mein Knecht … ich habe meinen Geist auf ihn gelegt.“ Über den Unterschied, daß der Heilige Geist immer in Ihm wohnte und auf Ihn kam in öffentlicher Manifestation während Seines vollkommenen Dienstes, gibt Dr. Heading die treffliche Erklärung: „Der Herr besaß den Geist allezeit in sich, hier aber kommt der Geist auf Ihn. Der Unterschied wird sichtbar in Verbindung mit dem Öl des Speisopfers, wo wir „Öl darauf“ und „gemengt mit Öl“ finden (3Mo 2,1-5). Öl im Inneren spricht von wesenhaftem, bedingungslosem Besitz, Öl von außen von Salbung zu besonderem Dienst“ (Luke’s Life of Christ, S. 44).
 Die Stimme des Vaters aus dem Himmel sagte (Wort für Wort übersetzt): „mein Sohn, mein geliebter, an Dir habe ich Wohlgefallen“. Sogleich werden unsere Gedanken in die Verborgenheit ewiger Liebe gelenkt, wo der Sohn von Ewigkeit her des Vaters Wonne war: „Du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt“ (Joh 17,24). Lk 3,22 ist einer der zahlreichen Verse, welche die ganze Trinität beinhalten. Wie verkehrt ist es, an Gott als den Ewigen Vater zu denken ohne auch an den Ewigen Sohn und den Heiligen Geist zu denken. Gott nannte nicht ein „es“ Seinen geliebten Sohn. „An Dir habe ich Wohlgefallen“ ist „ein ausgezeichnetes Beispiel für den zeitlosen Aorist“ genannt worden (W. Hendriksen). Zu keiner Zeit war das nicht wahr. Es ist unfaßbar, daß der Geist auch uns „Geliebte“ nennt (Röm 1,7; Eph 5,1). Es besteht aller Grund dafür, daß Er Seinen Sohn so nennt, es besteht keiner dafür, daß Er uns so bezeichnet. So weit wir aus den Evangelien Kenntnis haben, stand der Täufer nur bei dieser Gelegenheit dem Herrn von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Es war der größte Augenblick in seinem Leben (Joh 1,31). Man kann sagen, daß es der Sinn seines Lebens und Dienstes überhaupt war (3,4-6). Als Christus sich erniedrigte, um von Johannes getauft zu werden und so Seine Unterwürfigkeit unter Gottes Willen bezeugte, war der Augenblick gekommen, in dem es sich geziemte, daß der Himmel Ihm sein Wohlgefallen bekundete. Wir finden dieses Prinzip in der Schrift, daß überall dort, wo Christus und Sünde miteinander verbunden sind, Seine makellose Reinheit bezeugt wird (2Kor 5,21; 1 Petrus 2,22-25), denn keine Sünde konnte je Seine heilige Person antasten. Zu Beginn Seines öffentlichen Dienstes sprach der Vater vom Himmel, um Seine Liebe zu Seinem Sohn und Seine Wonne an Ihm zu bekunden; beim Beschließen Seines öffentlichen Dienstes hören wir wieder eine Stimme aus dem Himmel (Joh 12,28). Die Taube, die auf der Arche ruhte, war ein wunderschönes Bild vom Geist, der wie eine Taube auf Christus herabstieg; denn ebenso, wie die Taube in einer Welt des Todes, die der Flut folgte, keinen Ruheplatz finden konnte, so konnte der Geist auch hier nur auf Christus einen wahren Ruheplatz finden.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Während die Schechinah-Herrlichkeit eine sichtbare Manifestation Gottes ist, ist die Bat Kol hörbar. Was Gott der Vater bei der Taufe Jeschuas hörbar aus dem Himmel sprach, war: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe (Matthäus 3:17), womit er Jeschua als den Sohn identifizierte, der in Psalm 2:12 erwähnt wird: Küsset den Sohn, damit er nicht zornig werde und ihr auf dem Wege umkommt; denn sein Zorn wird bald entbrennen. Gesegnet sind alle, die zu ihm ihre Zuflucht nehmen. Dieser Sohn ist der messianische Sohn, Gott der Sohn. Es gab drei Mal während Jeschuas öffentlichem Wirken, als Gott der Vater hörbar aus dem Himmel sprach. Dies war das erste dieser drei Male.

Arnold Fruchtenbaum – Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive