indem ihr prüfet, was dem Herrn wohlgefällig ist.
Elberfelder 1871 – Epheser 5,10
Deshalb überlegt ´bei dem, was ihr tut,` ob es dem Herrn gefällt.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Epheser 5:10
Prüft in allem, was ihr tut, ob es auch Gottes Wille ist.
Hoffnung für alle – 1996 – Eph 5,10
Dabei wägt ihr ab, was für ihn, den Herrn, gut und akzeptabel ist.
Das Buch – 2009 – Eph 5:10

Wer hätte zur Zeit der Apostel wohl gedacht, dass wir heute nicht in die „heilige Schrift“ schauen, um die Antwort auf diese Frage („Macht es Gott Freude?“) zu finden, sondern stattdessen in „religiöse Zeitschriften“ und „religiöse Videos“ suchen?-
Aber unser Ziel sollte ja nicht sein, anderen Menschen zu gefallen, sondern aus Liebe zu Jehovah diese Frage zu beantworten! Also aus einer persönlichen Beziehung heraus, die Antwort zu finden.
Das Verhalten der Heiligen soll ihrem neuen Stand entsprechen. Als Kinder des Lichts, deren wahres Wesen das geistliche Licht ist, sollen sie auch dementsprechend leben (Röm 13,12). Der Einschub in Eph 5,9 macht deutlich, daß die Frucht des Lichts – lauter Güte und Gerechtigkeit (vgl. Phil 1,11) und Wahrheit – das Wesen Gottes im Leben des Gläubigen widerspiegelt. Die Sünder aber, die in der Finsternis leben, sind durch das Gegenteil dieser Frucht gekennzeichnet: durch Bosheit, Schlechtigkeit und Falschheit. In Vers 10 wird dann der Gedanke von Vers 8 b weiter ausgeführt: die Kinder des Lichts müssen prüfen (dokimazontes, „auf die Probe stellen“, „billigen“, „entdecken“; vgl. Röm 12,2), was dem Herrn wohlgefällig ist (vgl. 2Kor 5,9; Kol 1,10).
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Nachdem Paulus mit seiner Beschreibung der »Frucht des Lichts« den Rahmen abgesteckt hat, der dem Lebenswandel der »Kinder des Lichts« gesetzt ist, fordert er nun dazu auf, von den genannten »Grundkomponenten« aus auch die Einzelheiten des Christenlebens zu beurteilen: »Prüft, was das dem Herrn Wohlgefällige ist.« Ähnlich formuliert er in Röm 12,2: »prüfen, was Gottes Willen ist«, und in Phil 1,10: »prüfen, was das ist, worauf es ankommt.« Nach Röm 12,2 ist Gottes Wille »das Gute, das Wohlgefällige und das Vollkommene«; dies entspricht wiederum der »Frucht des Lichts«, wobei »vollkommen« ebenfalls ausschließlich von Gott auszusagen ist, der diese Vollkommenheit durch das in Christus gewährte Heil dem Glaubenden zuwendet (vgl. Mt 5,48; Kol 4,12; Phil 3,15). Durch die Näherbestimmung »das dem Herrn Wohlgefällige« wird eigens hervorgehoben, was in den anderen Formulierungen bereits eingeschlossen ist: Das Gute, Wohlgefällige, Wesentliche, Wahre kann nicht allgemein bestimmt oder durch menschlichen Entscheid erhoben werden; vielmehr handelt es sich hierbei um Aussagen, die ihren Inhalt allein aus ihrem Bezug zu »dem Herrn« gewinnen: Was er tut, ist gut (vgl. Röm 8,28). Da die Glaubenden »des Herrn« sind, leben und sterben sie »dem Herrn« (Röm 14,8), ist ihre Existenz umfassend darauf ausgerichtet, so zu handeln, daß es dem Herrn entspricht. So geht es stets um dieselbe Form des Lebenswandels, ob sie nun würdig »der Berufung« (Eph 4,1), »des Evangeliums« (Phil 1,27), »Gottes« (1Thess 2,12) oder »des Herrn« (Kol 1,10) genannt wird.
E. Hahn – Wuppertaler Studienbibel
Bevor Paulus seinen Lesern die positive Aufgabe nennt, die sie in ihrer Absonderung der Welt gegenüber haben, weist er in V. 10 auf etwas Allgemeines hin. „Prüfet, was da sei wohlgefällig dem Herrn!“ Das ist die Regel, nach der schlechthin alles Glaubensleben gelebt werden muß. Es ist das tägliche Fragen: „Herr, was willst Du, daß ich tun soll?“ Dieser Wunsch, nach dem Wohlgefallen des Heilandes zu leben, steht als Motto über dem gesamten Leben der Gläubigen seit ihrer Bekehrung (Rö 12,1.2). Darum ist es des Gläubigen Bestreben, alles, was ihn hienieden auf Erden beschäftigt, diesem einen und alleinigen Ziele unterzuordnen, d. h. „er prüft alles, unterzieht alles dem Glaubensurteil, unterstellt alles dem Glaubenswillen“.
F.Rienecker – Wuppertaler Studienbibel
Ein Christenleben, das nicht eine solche geistliche „Prüfung“ als Motiv des Gesamtinhaltes seines „Wandelns mit dem Heiland“ gemacht hat, entbehrt des „Organs“, das überhaupt erst eine praktische Verwertung des köstlichen Glaubensschatzes ermöglicht.
Ausgehend von dieser Gesamthaltung einer geistlichen „Prüfung“, eines „Geistlich-gerichtet-seins“, welche jeder Gläubige besitzen muß, sagt der Apostel, „welche Aufgabe der Gemeinde und dem Gläubigen in ihrer Absonderung von der Welt zukommt“, und zwar in dreifacher Weise:
1) Nimmt man als Objekt des Prüfens in V. 10 den Gläubigen selber, sein eigenes Glauben, Denken, Handeln, seinen Wandel, dann soll dies uns gesagt werden: „Wenn wir stets in dem Streben nach einem gottwohlgefälligen Leben uns prüfen, üben wir eine bestimmte Wirkung auf die sündige, ungläubige Welt um uns herum aus!“ Ja, wir haben so die Pflicht eigener, geistiger Selbstkontrolle, um unsere Aufgaben an der Welt zu erfüllen. Durch nichts mehr wird das Christentum besser empfohlen als durch einen wirklich glaubensbedingten Wandel. Nichts zeigt der Welt deutlicher, daß sie auf falschem Wege ist, als wenn sie es mit gläubigen Menschen, die in einem wirklich lebendigen Glaubenswandel stehen, zu tun hat. So liegt die Aufgabe an der Welt zuerst in dem eigenen Heiligungsleben der Gläubigen begründet.
2) Nimmt man als Objekt des Prüfens in V. 10 die „Welt“, dann verlangt Gottes Wort von der Gemeinde und ihren Gliedern, daß sie sich unter dem Beweggrund einer solchen geistlichen Prüfung mit den Dingen der Welt beschäftigt. Das ist die Aufgabe der Gemeinde an ihrer Umwelt, daß sie an ihr prüft, was da sei wohlgefällig dem Herrn. Dies Prüfen kann darum mit Recht als Aufgabe angesehen werden, weil es Tat ist.
3) „Vielmehr stellt sie ans Licht als das, was sie sind.“ Die Aufgabe des Christen an der Welt ist damit noch nicht erledigt, daß er sie einer geistlichen Prüfung unterwirft. Diese Prüfung soll den eigentlichen Charakter der Welt herausstellen. Vor der Unbestechlichkeit eines geistlich geschulten Urteils, vor dem durchdringenden Blick des Glaubensauges sollen der Welt alle Verschleierungstaktik, A alle Verneblungsversuche unmöglich gemacht werden.
Entsprechend gilt jetzt: Lebt das aus, was ihr seid! »Lebt als Kinder des Lichts!« (V. 8 c). Wie das praktisch aussehen soll, wird zunächst positiv (V. 9-10) und dann negativ (V. 11-14) deutlich gemacht. a) Wo das Licht Gottes herrscht, da zeigt sich (V. 9) 1. »lauter Güte«, also gutes, rechtschaffenes Verhalten, 2. »lauter … Gerechtigkeit«, also völliges Gerechtgesprochensein von Gott und in der Folge ein Leben, das recht ist vor Gott, und 3. »lauter … Wahrheit«, also ein Leben, in dem die Geheimnisse der Sünde aufgedeckt sind, so dass man niemandem mehr etwas vorlügen muss, sondern echt und durchsichtig leben kann. Allerdings ist solch ein Lebensstil kein automatischer Dauerzustand. In solch einem Leben, in dem die »Frucht des Lichts« sichtbar wird, gilt es zugleich dauernd zu prüfen, »was dem Herrn wohlgefällig ist« (V. 10). Nur so wird der, der im Licht ist, im Licht bleiben. Ähnlich hat es Paulus in Röm 12,1-2 gesagt: Gebt euch Gott ganz hin, lasst euch von ihm verändern, damit ihr prüfen könnt, was das Gute, das Gott Wohlgefällige und das Vollkommene ist, das Gott will! Darum geht es einem Kind Gottes, das »im Licht« lebt. Es möchte das erkennen und tun, was Gott gefällt.
Gerhard Maier – Edition C
Nicht eigene sündige Bestrebungen beherrschen das Feld (vgl. als Kontrast 4,17ff.), sondern die Frage nach dem, was Gott will. b) Negativ gesprochen heißt das aber zugleich, gewisse Dinge nicht mehr zu tun, V. 11 a: »Und beteiligt euch nicht an den fruchtlosen Werken der Finsternis!« Der Kontrast zu V. 8.9 ist deutlich: Dort das Leben im Licht, hier die Werke der Finsternis; dort die Frucht, hier die Fruchtlosigkeit. Paulus nennt nicht noch einmal eigens Beispiele für solche Werke der Finsternis. In V. 3-4 hat er ja solche Verhaltensweisen beispielhaft schon angesprochen, die unter Christen »nicht einmal genannt werden«, also kein Thema sein sollen. Ähnlich heißt es hier in V. 12, dass für Christen das, was andere in der Heimlichkeit der Sünde tun, nicht einmal ein geeignetes Gesprächsthema ist (»davon auch nur zu reden ist schändlich«).
Nach dem eingeschobenen Vers 9 nimmt der Apostel die Aufforderung von V. 8 wieder auf, nämlich als Kinder des Lichts zu wandeln. »Indem ihr prüft« (dokimàzontes, part. präs.) bedeutet prüfen, untersuchen und nach gebührendem Abwägen entscheiden, »wohlgefällig« (euàrestos, ganz. wörtl. »was wohlgefällt«). Indem man als Kind des Lichts wandelt, werden alle Dinge geprüft, ob sie dem Herrn gefallen oder nicht.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
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