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Wie freuen wir uns, wenn wir jemandem zeigen können, was Gott von dir erwartet?
Oder versuchen wir nicht viel zu erklären, anstatt die Bibel zu lesen und den heiligen Geist wirken zu lassen?

Auch heute von Jacob Kroeker:

Für viele, die sich auch in unseren Tagen aus der Finsternis ins Licht, aus der Gewaltherrschaft des Todes in die Königsherrschaft Jesu Christi durch eine innerlich erlebte Gottestat versetzt sehen, würde es wie eine Erlösung sein, wenn man sie nicht von vornherein aufs Neue belasten würde mit unzähligen Vorschriften und Leistungen. Denn es gilt den Blick der geretteten Seele allein auf den zu richten, der sie errettet hat.

Das neue Leben, das sich ihr durch die erlebte Errettung erschlossen hat, besteht nicht in der äußeren Befolgung religiöser Übungen und Vorschriften, sondern im Umgang mit Gott. Ist dieser Umgang ein ungetrübter, dann gestaltet sich im Leben und im Wandel manches ganz von selbst. Wer im Lichte wandelt, gewinnt bald ein sehr scharfes Auge dafür, was Licht und was Finsternis ist. Im Verkehr mit Gott gewinnt man ein sehr zartes Gewissen und ein sehr feines Gemerk für Wahrheit und Unwahrheit.

Diese unmittelbare Lebensgemeinschaft mit Gott hat uns Jesus gebracht, sie war der Inhalt seines Evangeliums. Jedoch von dem Christentum, wie es heute von manchen vertreten und verkündigt wird, gewinnt man vielfach den Eindruck, dass es keinen tiefen Frieden mitten in all der Unruhe der Zeit, keine lebendige Herzensgemeinschaft mit Gott, kein Kindesglück und keine Kindesabhängigkeit der Seele vom Vater zu geben vermag. Anstatt die Seele in die bewusste Lebensgemeinschaft mit Gott zu bringen, bindet man sie an [166] religiöse Übungen und Leistungen, anstatt sie zu lehren, aus ihrem Umgang mit Gott heraus von Fall zu Fall zu entscheiden, was im praktischen Leben gottgefällig ist und was nicht, umgibt man sie mit neuen Gesetzen und Forderungen, die auf die Dauer die Seele nicht glücklich, sondern unsagbar müde und arm machen.

Da macht es sich ganz von selbst, dass solch eine Seele sich mit der Zeit weit mehr mit dem beschäftigt, was sie alles zu leisten hat, als mit dem, was Gott in ihr zu wirken vermag. Anstatt mit dem Vater, beschäftigt sie sich mit sich selbst, und anstatt mit dem Geber mit den Gaben. Aber nie werden Gaben, auch wenn sie göttlicher Natur sind, gegeben, damit sie in unserer Seele an die Stelle des Gebets treten. Jede empfangene Gabe soll vielmehr die Seele noch fester an den Geber binden und ihr dessen Herrlichkeit und Lebensfülle offenbaren.

Wer das erkannt hat, wird in seiner Seelenpflege und in seinem Dienste frei sein von aller gesetzlichen Einstellung. Man wird den Seelen mit jenem klaren Blick und jener inneren Seelengröße zu dienen suchen, wie es ein Elisa getan hat. Mit Paulus wird man einerseits bezeugen, was man selbst in Gott gefunden und mit Gott erlebt hat und von der Sehnsucht reden, die die eigene Seele erfüllt.

Und andererseits wird man doch seinem Zeugnis hinzufügen: „Und wenn ihr in irgendeinem Punkte anders denken solltet, auch dies wird Gott euch offenbaren35).“ Man wird sich freuen über jede Seele, die [167] selbst ihren Weg vor Gott gehen lernt. Was man befürchtet, ist nicht so sehr ein gelegentliches Irren, als eine neue Knechtung und eine dauernde Unselbständigkeit und innerliche Erstarrung der Seele. Denn man weiß, dass Gott letzthin jedes Glied seines Volkes zu einer Persönlichkeit, zu einem Charakter erziehen will. Daher sucht man auch die Seelen, soweit es möglich, mit all ihren Sorgen und Fragen an Gott selbst zu binden. Sie sollen unter allen Umständen wissen, dass ihr Leben abhängig ist von der Quelle und nicht nur von einem Trunk aus der Quelle. Sie sollen lernen, ihren Weg nach Grundsätzen zu gehen, die sie selbst aus dem Umgang mit Gott gewonnen haben. Alles, was man den Seelen mitzugeben hat, ist jener Friede, jenes Heil, das sie in ihrem Netter gefunden haben und in welches sie durch eine erlebte Gottestat hineinversetzt worden sind. „Gehe hin in Frieden!“ und deine Seele wird Frieden atmen auch im Dienste am Hofe zu Damaskus. Denn in der Welt und doch niemals von der Welt sind jene Seelen, die in dem Heile leben, das sie in dem Gott alles Heils gefunden haben.

Jakob Kroeker,Gottes Segensträger

Also wie wäre es -Jehovah machen zu lassen? Lerne Jehovah kennen und nicht meine Meinung, meine Ansichten und erst recht nicht meine Religion!

Worüber rede ich?

Worauf schaue ich? Auf meine Interessen oder die meiner Umgebung?
Heute wieder ein Zitat von Jakob Kroeker

Es ist auch für uns von der größten Bedeutung, dass uns nicht der Blick verlorengeht für das, was Gott auch in unserer Zeit auf dem Boden des menschlichen Elends zu tun vermag. So klar unser Auge auch all das Fehlende unter unserem Volke und in der Welt sieht, so schwer unsere Seele auch unter dem Mangel an wahrer Gotteserkenntnis und Gottesfurcht leiden mag, so klein vielfach auch die Schar ist, die in kindlichem Umgang mit Gott lebt, so darf die glaubenslose und glaubensarme Stellung der anderen uns doch nicht den Blick nehmen für die Gotteskräfte, die auch in unseren Tagen und in unserer Mitte wirksam sind. Wollen wir Organe werden, durch die Gott etwas mit dazu beitragen kann, dass unsere Zeit innerlich gesunde und zu ihrem wahren Heile gelange, dann muss uns seine Kraft größer sein als die Macht der Sünde, sein Erbarmen größer sein als die Schuld der Menschheit.

Das wird uns den Mut geben, in der Liebe unseres Christus auch da zu dienen, wo zunächst noch die Kräfte der Sünde und des Todes herrschen und ihre zerstörenden Wirkungen hinterlassen. Wem erst die Sünde größer erscheint als die Gnade, die Schuld größer ist als die Barmherzigkeit, der hat für die Welt in ihrer Not kein Evangelium Gottes mehr und wird vergeblich jene Sprache suchen, die der Welt Leben und Erlösung bringt.

Denn unser Zeugnis wird immer dem Gottesbilde entsprechen, das unser inneres Auge geschaut und unser Herz erlebt hat. Wir werden Gott nie größer machen können, als Er unserer eigenen Seele ist. Und nur insoweit Er in unserem Leben eine von uns erlebte Wirklichkeit und Macht geworden ist, werden wir auch von seinem großen Können zu anderen zu reden verstehen. Eine klare Heilsverkündigung fließt nur aus einem klaren Heilserleben. Nur das von uns und anderen Erlebte gibt uns die Freimütigkeit und Kraft, mit jener inneren Gewissheit der Magd von dem Heile zu zeugen, das Gott zu offenbaren vermag.

Fehlt unserem Zeugnis von Gott und seinem Heile diese Kraft und Gewissheit, dann fehlt ihm auch die Wirkung. Vertrauen zu unserer Botschaft gewinnt die Welt erst dann, wenn sie merkt, dass die Gewissheit von Erlebtem in derselben zu ihr spricht. Sie ist müde aller großen Worte und aller religiösen Phrasen, hinter denen nicht die Wirklichkeit einer persönlichen Erfahrung steht. Sie will erlöstes Leben sehen, um an die verheißene Erlösung zu glauben.

Nicht Schein, – Sein sucht heute die Welt und besonders in denen, die vorgaben, ihr mit Höherem dienen zu wollen. Im Schein lebt sie selber. Sie ist zu oft und zu bitter von demselben betrogen worden, um von ihm das Letzte und Tiefste zu erwarten, wonach auch ihre müde Seele sich sehnt. Wo sie daher fühlt, dass hinter dem Zeugnis des anderen die Kraft eines neuen Lebens steht, da horcht auch sie auf und prüft, ob es nicht eine Kunde sei, die auch ihr zum Leben gereichen könne.

Große Worte imponieren ihr nicht. Solche hat sie im Überfluss gehabt. Aber aus denselben flossen ihr kein Leben und kein Heil. Vertrauen zum Zeugnis von der Erlösung gewinnt sie daher nur da, wo sie erlöstes Leben sieht. So schlicht und einfach, so natürlich und menschlich es nach außen hin auch auftreten mag, es trägt eine Kraft in sich, die da überzeugt und wohltut. Nichts hat dem Evangelium Jesu im Laufe der christlichen zwei Jahrtausende immer wieder so viel von seiner Glaubwürdigkeit und Kraft genommen als das Leben jener, die zwar in den Worten Jesu und seines Evangeliums redeten, aber die Kraft und den Geist Jesu und seines Evangeliums verleugneten. Ein wahrer Zeuge Jesu kann daher nur ein wahrer Jünger Jesu sein.

Jakob Kroeker Gottes Segensträger

„neues geistiges Leben“ kostet Nerven

Und wieder ein kleines Stück von Jakob Kroeker:

Nun gibt es aber ohne Wehen kein neues Leben, ohne Geburt keine Kinder. Auch auf geistlichem Gebiete nicht. Denn noch sind nie neue Lebensbewegungen und Segenszeiten entstanden, ohne dass zuvor Persönlichkeiten gewesen wären, die bereit waren, jene Geburtswehen zu tragen, die auch mit dem Werden des geistlichen Lebens verbunden sind. Wer Seelenpflege kennt, der versteht den Apostel, wenn er von seinen geliebten Kindern in Galatien schreibt, dass er abermals ihretwegen Geburtsschmerzen leide, „bis das Christus in ihnen eine Gestalt gewinne“. Jedoch diese Geburtswehen fürchten manche auch unter denen, die zum Volke Gottes gehören. Ihnen bringt die Geburt zu viel Schmerzen und das neue Leben zu viel Arbeit und Geschrei. Denn wer einmal Durchbrüche neuen Lebens miterlebt hat, der weiß, wie hart die damit verbundenen Kämpfe sein können. Nur wem alles neue Leben höher steht als dessen schmerzvolles Werden, wird daher auch fähig sein, jene freiwilligen Opfer an Seelenschmerzen und Glaubenskämpfen zu bringen, die mit der Geburt und der Pflege des neuen Lebens verbunden sind.

Allein wie im natürlichen Leben, so kann auch im geistlichen noch eine andere Erscheinung die Folge der Unfruchtbarkeit sein, nämlich alterndes Leben. Vielleicht war es einst fruchtbar, aber jetzt nicht mehr. Es ist eine Wahrnehmung, die man wohl fast bei allen alternden Personen machen kann, dass sie Kinderart und Kindergeschrei nicht mehr gut ertragen können. Sie lieben das Gewordene mehr als das Werdende. Das Geordnete, das Gereiste und Abgeklärte ist es, wofür ihre Seele Interesse hat, und was sie innerlich beschäftigt und befriedigt.

Ist das nicht letzthin das Gepräge, das so manche Persönlichkeiten, Gemeinschaften und Kirchen unserer Tage tragen? Um was ist es z. B. Rom zu tun? Nur um die Erhaltung des geschichtlich Gewordenen. An dem Durchbruch neuer Wahrheiten, an der Vermehrung des göttlichen Lichtes, an einer geklärten Gottes- und Heilsanschauung, an dem wahren Wachstum der persönlichen Gottesgemeinschaft im Leben des einzelnen hat man wenig Interesse. Das alles bringt zu viel Kinderart, Kindergeschrei und Kinderpflege mit sich. Und wie viele stehen ähnlich, die nicht zu Rom zählen. Alterndes Christentum! Ich sage nicht, dass da alles ohne Leben sei. Wir wissen, wieviel Leben gelegentlich auch in und außer Rom je und je vorhanden war. Und zwar sehr wertvolles und abgeklärtes Leben. Aber es ist ein Unterschied, ob wachsendes Leben durch unsere Kirchen rauscht, oder nur alterndes. Durch jenes werden der Welt neue Lebensgebiete und vermehrtes Licht zugeführt.

Letzteres ist jedoch nur fähig, Gewordenes zu erhalten und zu pflegen. Fehlen unseren Kirchen und Gemeinden aber erst jene Propheten und schöpferischen Kräfte, die fähig sind, das Volk Gottes innerlich weiter zu führen, dann haben wir den Dienst der Erstgeborenen für unsere Zeit verloren. Wir werden uns unfähig erweisen, neue Wege zu finden, auf denen uns Nachgeborene zu ihrem Heile zur Vollendung hin folgen können. Man wird vielleicht noch Vollmacht haben, das bisher geschichtlich gewordene Reich Gottes zu pflegen und in seiner äußeren Gestalt zu erhalten, aber unfähig sein, dem kommenden Gottesreich die Wege zu ebnen, oder vermehrte Lebenskräfte flüssig zu machen, oder aber Geburtshilfe beim Durchbruch geistlicher Bewegungen zu leisten.

Es ist zum Beispiel geradezu auffallend, wie wenig innerlichen Anteil bisher nicht nur Rom, sondern auch die evangelische Kirche und manche anderen Gemeinden an der gewaltigen Erweckungs- und Lebensbewegung genommen haben, die bereits einige Jahrzehnte durch das russische Volk geht und unter dem Namen Stundismus bekannt ist. An der Weckung und Pflege dieses neuen Lebens haben diese alten Kirchen als solche sehr geringen oder keinen Anteil gehabt. Und hätte Gott nicht in andern gläubigen Kreisen Geburtshelfer und Pfleger für die Bewegung gefunden, dann wäre man fähig gewesen, dieses neugeborene Leben in seinem Blute liegen und umkommen zu lassen.

Jene Bürger Jerichos hatten zwar die Ursache der damaligen Unfruchtbarkeit sehr klar erkannt. Aber sie standen denselben ohnmächtig gegenüber. Es fehlten ihnen die Vollmachten, ungesunde Wasser gesund zu machen. Sie hatten wohl ein Auge, das die Not des Volkes sah, hatten wohl ein Herz, das unter der herrschenden Unfruchtbarkeit litt, aber keine Kraft, auf diesem Gebiete ihrer Zeit zu dienen.

Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob wir der Not unserer Zeit nur mit einer Klage im Herzen oder wie Elisa mit Vollmacht von Gott gegenüberstehen. So wesentlich es auch ist, dass wir ein offenes Auge für die geistlichen Nöte unserer Zeit und unserer Kreise haben, Heilung bringt es an sich dem Volke noch nicht. Diese kommt erst, wenn auch Seelen da sind, die der vorhandenen Not mit Vollmacht von Gott gegenüberstehen.

Und doch ist es immer eine verheißungsvolle Morgendämmerung, wenn erst jene Stimmen sich hören lassen, die nach dem Dienst zur Belebung ihrer Kirche rufen. Sie künden den Anbruch eines neuen Tages an. Das aus der Sehnsucht nach neuem Leben gebotene Suchen und Nagen geht immer der Erlösung voraus, die Gott geben wird. Haben wir Seelen Seelen selbst wenn auch nicht die Vollmacht, Heilung ihre Zeit zu bringen, so werden sie doch funktionierend sein, jene Boten Gottes zu finden, die eine göttliche Antwort auf das Suchen und Fragen ihre Seele geben können.

Gottes Segensträger

Ja, wir können uns nicht aussuchen, wie Jehovah seine Gemeinde bauen möchte – wir können uns nur als Werkzeug zur Verfügung stellen oder aber uns weigern, weil wir wollen, dass es mir gut geht.

„Laß vor dich kommen das Seufzen“

Laß vor dich kommen das Seufzen des Gefangenen; nach der Größe deines Armes laß übrigbleiben die Kinder des Todes!
Elberfelder 1871 – Psalm 79,11

Vors Antlitz komme dir
des Gefesselten Ächzen!
Der Größe deines Armes gemäß
laß überbleiben die Kinder des Sterbens!
Buber & Rosenzweig – Ps 79,11

Der Gefangenen Seufzen dringe zu dir! Erlöse die Todgeweihten mit der Macht deines Armes!
Paderborner Bibel – Ps 79,11

Gerade in dieser Zeit, wo sich die Menschen die sich Christen nennen in verschiedene Parteien aufspalten, wo Christen meinen, sie müssten demonstrativ sich für ihre eigene Freiheit einsetzen, klingen diese Verse von Asaph ziemlich ungewöhnlich! Gott soll sich für mein Recht einsetzen? Das würde ja bedeuten, dass ich auf IHN vertrauen soll und nicht selber streiten soll?
Schauen wir uns die Erklärung zu diesen Vers aus verschiedenen Blickwinkel an:

Lass vor dich kommen usw. Da das Volk Gottes damals, als der Geist dieses Bittgebet erzeugte, ohne Zweifel in der Verbannung lebte, so denkt der Prophet, wenn er von den „Gefangenen“ redet, ganz allgemein an die Volksgenossen, die im Gebiete von Assyrien und Chaldäa eingeschlossen gehalten wurden und dasselbe bei Todesstrafe nicht verlassen durften. „Kinder des Todes“ nennt er sie als solche, die in Anbetracht ihrer Gefangenschaft gleichsam dem Tode geweiht waren. Doch kann man den Ausdruck auch enger fassen und auf die wenigen beziehen, die in strengere Haft übergeben worden waren. Der Prophet deutet mit diesem Worte an, dass jene unbändigen Geister, die ehedem sich gegen Gott aufgelehnt hatten, nun gebrochen und wahrhaft gedemütigt waren. Und nach dem „großen Arm“ ruft er, weil man ohne ein hervorragendes Wunder nicht mehr auf eine Wiederherstellung der Gemeinde hoffen konnte.

Jean Calvon – Aus dem Psalmenkommentar

Der Psalmist wollte den Herrn dazu bewegen, seine Bitte um Errettung zu beantworten. Er wünschte sich, daß er die Gefangenen am Leben erhalten und dem Spott über das Volk Gottes ein Ende setzen möge ( Wo ist ihr Gott? vgl. Ps 42,4.11;115,2 ), indem er ihnen siebenfach zurückgäbe (d. h. gründlich und genau; vgl. Ps 12,7 ) und dem Vorwurf des Volkes ein Ende setzen möge, der besagte, daß Gott seinem Eigentum gar nicht zu helfen vermochte.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Volksklage-ähnliche Stücke haben praktisch keinen Eingang in christliche Gottesdienst-Liturgien gefunden. Entsprechend kommt man vielfach auch in christlichen Kreisen bei Ereignissen wie Kriege, grossen Unglücksfälle oder Attentate über das Ausdrücken von Entsetzen, Ratlosigkeit oder Betroffenheit kaum hinaus. Das hat auch damit zu tun, dass an Gottes Wirken und Walten in der Geschichte im Konkreten nicht mehr festgehalten und die Möglichkeit seines Richtens weithin ausgeblendet wird.

In der eminent theologischen Krise und Anfechtung, die die Zerstörung von Jerusalem und v.a. von JHWHs Tempel auf dem Zion verursacht hat – ist JHWH nicht in der Lage gewesen, seinen eigenen Wohnsitz zu schützen? –, gibt dieser Psalm Zeugnis davon, dass die Ursache der Niederlage nicht in der Ohnmacht JHWHs, sondern in seinem Zorn angesichts der Sünde des Volkes gesehen wird (wobei eine Solidarität zwischen Väter- und eigener Schuld besteht). Zugleich ist das Bewusstsein da, dass die Völker, die Gott als Gerichtswerkzeuge dienten, selber in ihrer Hybris nicht ungestraft bleiben, denn sie haben in Wort und Tat nicht nur das Volk, sondern Gott selber verhöhnt. Gewiss, die enge Verknüpfung des eigenen Ergehens mit demjenigen von Gott, hat auch problematische Seiten. So lässt etwa 12 mit dem Wunsch der siebenfachen Rächung an den Lamech-Spruch denken. Doch da ist innerbiblisch auch an dessen Umkehrung zu erinnern, als Jesus in seiner Antwort auf die Frage von Petrus eine Bereitschaft zur Vergebung “siebzigmal siebenmal” verlangt und sie mit dem anschliessenden “Schalksknechts”-Gleichnis illustriert hat (vgl. Gen 4,24; Mt 18,21–34).

Werkbuch Psalmen: Die Psalmen 73 bis 150

Dieser Psalm ist nur im Zusammenhang mit der Bitte des treuen Überrests an den Messias zu verstehen, zurückzukehren und sie vor den einfallenden Heidenarmeen zu retten. Nachdem sie sich an die Ereignisse des Falls Jerusalems (die dritte Stufe) erinnert haben, mit der Stadt in Trümmern, dem Greuel der Verwüstung des Tempels und dem Tod so vieler Juden (Verse 1-4), werden sie Gott bitten Komm herab, um sie zu retten und seinen Zorn auf die Nationen der Heiden zu schütten (Verse 5-7). Sie werden um Vergebung der Sünden ihrer Vorfahren bitten (wie in Lev. 26:40 gefordert), die die Nation zur Ablehnung des Messias Jesu führten, sowie um Vergebung ihrer eigenen Sünden (Vers 8–). 9). Auf der Grundlage dessen, was diese nichtjüdischen Nationen Israel angetan haben, werden sie Gott bitten, sie zu rächen, wie er es versprochen hatte, und sie vor ihren Feinden zu retten (Verse 10-12). Dann werden sie danken und das Lob Gottes für immer singen (Vers 13).

Fruchtenbaum – Die Schritte des Messias: eine Untersuchung der Abfolge prophetischer Ereignisse

Fazit: wir vertrauen, dass Jehovah für uns eintritt – und aus der Perspektive Ewigkeit – für gerechte Verhältnisse sorgt. Deshalb ist unser Bemühen und unsere Anstrengung auf sein Wort und sein Handeln konzentriert und nicht auf Kriege, Seuchen und Ungerechtigkeit um uns herum. Lies täglich persönlich in der Bibel – und du wirst lernen, dass SEINE Liebe größer ist, als alle Sorgen die um uns herum sind. Und selbst in der letzten Phase der Endzeit wird Jehovah für sein wahres Volk eintreten – und ER wird sich an denen rächen, die seinen Namen mißbrauchten.

Wer hat Recht? Laßt uns steiten?

Immer wieder gibt es so „lustige nette“ Mitnutzer des Internets, die ihre eigene Wahrheit unbedingt als die richtige Meinung verkaufen wollen.
So auch gestern: auf unserer FB-Seite von elizur- Hauskreis meldete sich jemand zu Wort. Das Thema unter dem die „eigene Meinung“ kam, war der Bericht von einem Hauskreisabend noch in Berlin.
Der Unterschied zu den Kirchen und unserem Hauskreis: wir wollen, dass ALLE Anwesenden eine Meinung haben und diese auch kundtun. So war es in Berlin am Donnerstag abend sehr spannend, ALLE verschiedenen Ansichten zu einer Aussage in der Offenbarung auf den Tisch zu legen – und dann zu schauen, was die Bibel damit wirklich meint.
Nun gibt es ja Menschen, die gelernt haben, dass sie in der Wahrheit sind – aber dann mit allen anderen Menschen streiten müssen, denn es kann ja nur die eine Wahrheit geben. Richtig! Es gibt nur eine Wahrheit – und die steht so in Gottes Wort der Bibel. Aber alle Auslegungen und Übersetzungen sind dann nicht mehr „unbedingte Wahrheit“ – sondern halt menschliche Auslegung.

Nun ist die große Frage: WARUM lese ich die Bibel?
Möchte ich mehr Wissen aneigenen
Möchte ich ewiges Leben/ in den Himmel / nicht in die ewige Abschneidung?
Möchte ich, dass es mir besser geht, ich geheilt werde?
oder
Möchte ich einfach nur mehr von unserem liebevollen Gott und Schöpfer Jehova lernen?

Wenn ich nur Wissen mir aneignen möchte, oder das es mir gut geht:
es gibt seit 2000 Jahren Menschen die an Jesus Christus glauben, und seit 6000 Jahren Menschen die an Jehovah glauben. Wenn du davon überzeugt bist, dass es die Wahrheit erst seit einigen Jahrzenten gibt – musst du unweigerlich falsch liegen – denn die Wahrheit über diesen Gott ändert sich NICHT!

Wenn du aber mehr über Jehovah lernen möchtest, IHN noch besser verstehen, SEINEM Herz noch näher kommen möchtest – DANN stelle ich dich „auf die Schultern“ der Menschen die in den vergangenen tausenden Jahren nach IHM geforscht haben und nutze deren Gedanken um IHM noch näher zu kommen! Dann lies die Bücher der Glaubensmänner der letzten tausenden Jahren – egal aus welcher Strömung sie kommen. Das einzigste Ausschlußkriterium sollte dann sein: was suchte der Autor? Suchte er den Schöpfer oder sich selbst? Und nein! Es gibt KEINEN der den Schöpfer wirklich verstehen kann – den wir sind „nur“ seine Geschöpfe!

Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht Jehova. Denn wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Elberfelder – Jesaja 55,8-9

Und nun zu deiner Behauptung „Biwe Gra JW„:
Wenn du wirklich wissen möchtest, was die Bibel zu diesem Thema sagt – oder auch zu anderen Themen, dann solltest du NIEMALS nur eine Meinung dir anhören! Und wenn du dir schon eine Meinung anhörst – dann sollte es auch „eine eigene Meinung sein“! Aber auf der Website zu der du verweist, hat man ja noch nicht mal eine eigene Meinung, sondern man zitiert aus EINEM Lexikon/Wörterbuch. Bitte sei so frei und schaue die viele Wörterbücher an – und dann auch wie es im 1. Jahrhundert verstanden wurde. Schau dir an, wie Gegner der ersten Christen mit diesem Begriff umgegangen sind. Erkläre mir bitte, wie der Apostel Andreas und wie der Apostel Petrus gestorben sind – und warum SO?

Und meine Hauptfrage von oben bleibt: WARUM musst du eine andere Meinung haben, als 98% aller anderen Christen? Ist es, weil es dich wirklich Jehovah näher bringt? Oder weil es so klingt, als wärest du schlauer als alle anderen? Wenn es dich Jehovah wirklich näher bringt – GRaTULIERE! Wenn nicht – dann lass uns NICHT darüber streiten!
Ganz ehrlich: es ist mir völlig egal wie groß und breit das Holz war! Mir ist sogar egal aus welchem Baum das Holz war! Es kommt NUR darauf an WER an diesem Holz starb! Und dass ER es freiwillig tat – ER wurde nicht ermordet! Er starb FÜR MEINE SÜNDEN! und dass freiwillig, und so wie ER es im gesamten AT durch Bilder oder direkte Aussagen vorrausgesagt hatte!
Und dann laßt uns auf die Knie sinken und IHM danken! IHM und nicht das Holz! IHM und nicht irgendeiner Kirche, die sich anmaßt mir die Größe des Holzes, die ARt des Baumes oder ob es rund oder eckig war, ob es als + oder x oder als I aufgestellt war! Dies alles läßt nämlich meinen Blick von Jehoschua abschweifen, auf Dinge die NICHT wichtig sind.
Laßt uns also bitte ALLE auf den Schöpfer schauen, anstatt auf die Schöpfung! Laßt uns über sein Wort und seine Handlungen austauschen – anstatt auf uns zu schauen!

Und wer Gott ist?
Höre dir das folgende Lied an: das spricht mir ganz aus dem Herzen!

Wer befreit vom Druck?

Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.

Elberfelder Bibel 1905 – Mt 11,28

Kommt her (auf!) zu mir, alle die ihr euch abmüht (müde werdet) und mit Lasten beladen seid und ich (ich aber, ich selbst) will euch Ruhe gewähren (euch erquicken). Nehmt (tragt, hebt) mein Joch auf euch selbst und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig (freundlich, milde) und von Herzen (demütig, niedrig, bescheiden) und ihr werdet bekommen (finden, entdecken) Ruhe (Erquickung, das Aufhören) für eure Seele.

offene Bibel – Matthäus 11,28–29

An alle, die total unter Druck stehen, weil so viel von ihnen verlangt wird: Kommt zu mir! Ich werde dafür sorgen, dass ihr euch so richtig entspannen könnt. Lasst mich doch der Chef in eurem Leben sein! Ich bin das Vorbild, wie man richtig lebt! Ich bin nicht so drauf, dass ich euch von oben herab zu irgendetwas zwingen will. Bleibt locker. Bei mir werdet ihr Ruhe finden.

VolxBibel – Mt 11,28–29

Ihr plagt euch mit den Geboten, die die Gesetzeslehrer* euch auferlegt haben. Kommt alle zu mir; ich will euch die Last abnehmen! (

Ihr plagt euch …: wörtlich Auf zu mir, alle, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt, und ich werde euch Ruhe verschaffen. Der Vers ist vor dem Hintergrund von 23,4 zu verstehen; vgl. auch Apg 15,10.) Ich quäle euch nicht und sehe auf niemand herab. Stellt euch unter meine Leitung ( Stellt euch …: wörtlich Nehmt mein Joch auf euch) und lernt bei mir; dann findet euer Leben Erfüllung.(Jes 28,12; Jer 6,16) Was ich anordne, ist gut für euch, und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last.«(1Joh 5,3)

Gute Nachricht Bibel – Matthäus 11,28–30

de.logos.com

Mt 11,28 δεῦτε Adv., als Pl. zu δεῦρο kommt her!, auf! (vgl. A254/266). κοπιῶντες Ptz. κοπιάω sich abmühen, sich plagen, sich abarbeiten; müde werden, sich erschöpfen; subst.; πάντες οἱ κοπιῶντες (Vok.) alle, die ihr euch abmüht/plagt. πε-φορτισμένοι Pf. Ptz. Pass. φορτίζω (vgl. A3391ff) jmdn. (Lasten) tragen lassen, belasten; Pf. Pass. mit Lasten beladen sein, Lasten zu tragen haben; subst. ἀνα-παύσω Fut. -παύω ausruhen lassen, Ruhe gewähren, erquicken. Mt 11,29 ἄρατε Aor. Imp. αἴρω. ζυγός Joch (Holzbalken od. -rahmen, m. dem zwei Zugtiere auf der Stirn bzw. dem Nacken verbunden u. vor den Pflug od. Wagen gespannt werden [vgl. LN 6.8]) metaphorisch v. jeder Art v. Last (B 1), v. dem, was Gehorsam, Unterordnung, Dienst erfordert (bei den jüd. Lehrern z. B. häufig: „Joch des Gesetzes [der Torah]“ [z. B. Mischna, Pirqe Aboth 3,6 u. Berachot 2,2]); ἄρατε τὸν ζυγόν μου ἐφʼ ὑμᾶς nehmt mein Joch auf euch od. (sinngetreu ohne Metapher) stellt euch unter meine Leitung (GNB) bzw. in meinen Dienst. ἐφʼ ὑμᾶς (statt ἑαυτούς/ὑμᾶς αὐτούς [BDR § 2834; vgl. A126c]) auf euch (selbst). μάθετε Aor. Imp. μανθάνω157 lernen; μάθετε ἀπʼ ἐμοῦ lernt von/bei mir (d. h. das, was ich allein euch zu lehren/offenbaren vermag [vgl. V. 25–27]). ὅτι hier denn (vgl. B 3b). πραΰς10 πραεῖα πραΰ sanftmütig, freundlich, mild; πραΰς εἰμι ich bin sanftmütig (vgl. zu 5,5; GNB: ich quäle euch nicht). ταπεινός niedrig; demütig, bescheiden. τῇ καρδίᾳ dat. respectus (A178; H-S § 178a); ταπεινὸς τῇ καρδίᾳ ich bin im/von Herzen (wörtl.: in Bezug auf mein „Herz“) demütig = ich habe ein demütiges Herz (d. h. meine Gesinnung ist v. Demut bestimmt; vgl. B καρδία 1bη). εὑρήσετε Fut. εὑρίσκω. ἀνά-παυσις8 (das) Aufhören; Ruhe, Erquickung. ταῖς ψυχαῖς ὑμῶν dat. commodi (H-S § 176a; vgl. A173) für eure Seele, (idiomatisches Deutsch: distributiver Sg. [vgl. A101b]) viell. sem. = ἑαυτοῖς/ὑμῖν αὐτοῖς für euch (selbst) (Z; B ψυχή 1f; vgl. H-S § 139l).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Der Sohn bekennt, daß ihm alles von Seinem Vater übergeben sei. Man
vergliche hiemit Joh 3,35; 8,28.54; 10,29; 10,17; 20,21; Offb 2,27. Der Vater
ist auch der, der den Seinigen gibt, wes sie bedürfen: Mt 16,17; 18,19; 20,23; Joh 6,32.65; 14,21.
 Hier nun vernehmen wir, daß niemand den Sohn erkennt als nur der Vater, der in Seiner Person unerkennbar und unzugänglich ist, »den keiner der Menschen gesehen hat noch sehen kann« (1Tim 6,16). Die Tatsache,
daß der Vater den Sohn offenbart, wurde bereits in V.25 genannt; wir
erfahren es wiederum in 16,17. Vom Vater sagt der Herr: »Die Welt hat
dich nicht erkannt« (Joh 17,25); denn nur der Sohn erkennt den Vater:
»gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne« (Joh 10,15), und solche, denen der Sohn den Vater offenbaren will (boulomai, wollen). Der Sohn will den Vater den Seinigen offenbaren: »Ich habe deinen Namen geoffenbart den Menschen, die du mir aus der Welt gegeben hast« (Joh 17,6). Das zeigt, daß kein Mensch mit seinen natürlichen Veranlagungen Gott erkennen kann. Vielmehr führt das, was der Mensch von Natur erkennen kann, ihn zu Abgötterei (Röm 1,21-23).
  Die zuvor genannten Städte wähnten, sie könnten tun wie ihnen
beliebt. Sie warfen das, was ihnen als lästige Bande und Seile galt, von
sich (Ps 2,2), nicht ahnend, daß sie sich damit nach Gottes Urteil erst
recht und endgültig der Sklaverei ergaben. War aber jemand willens, ein
»Unmündiger« zu werden, würde er wahre Freiheit finden:
»Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die
Kindlein, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen«
(Mt 18,3); denn »solcher ist das Reich der Himmel« (19,14). Mit solchen
Gedanken im Herzen ruft der Herr: »Kommer her zu mir«, damit ihr
von Knechtschaft zur Freiheit , vom Gesetz des Alten Testaments zur Gnade des Neuen Testaments gelanget.
  29-30 Ein Joch kann Knechtschaft bedeuten, wie es das Gesetz bewirkte
(Apg 15,10; Gal 5,1). Aber ein Joch, das man mit dem teilt, der allmächtig ist, ist ein unaussprechlicher Segen; und es kann nicht schwer sein. Der Herr trug ein Joch und eine Last. Als Er sich zum Brandopfer machen ließ und in
völliger Ergebenheit unter den göttlichen Willen sich selbst Gott
opferte, nahme Er ein Joch auf sich. Als Sündopfer ließ Er sich mit
»unser aller Ungerechtigkeit« beladen (Jes 53,6); das war eine Ihm
von Gott auferlegte Last. »Nicht wie ich will, sondern wie du
willst«, das war Sein Joch; »meine Seele ist sehr betrübt, bis
zum Tode« war Seine Last (Mt 26,38.39). Jetzt, da Er das Opfer gebracht
hat, ist das Joch und ist die Last, die wir zu tragen haben, leicht. Das Joch:
Wir sind bereit Ihm zu folgen, wo irgend Er uns hinführen mag; die Last:
Wir sind bereit, die Arbeit zu tun, die Er uns irgend auferlegen mag. Sanft und leicht, so müssen wir doch die Freiheit der Kinder Gottes nennen, die wir durch Gottes Gnade nun befähigt worden sind, nach Gottes Willen zu leben und zu wandeln. Diese Freiheit wirkt der Heilige Geist, denn »wo der
Geist des Herrn ist, da ist Freiheit« (2Kor 3,17). Freiheit ist indes
nie ein Deckmantel für die Sünde (1 Petrus 2,16), vielmehr finden wir
unsere Wonne darin, in Seinen Wegen zu wandeln. Hüten wir uns, Sein Joch gegen ein fremdes Joch tauschen zu wollen, an dem wir mit Ungläubigen gemeinschaft haben (2Kor 6,14).
 Die hier genannten Grundsätze finden sich an vielen Orten in den Lehrbriefen:
»Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht; stehet nun fest und
lasset euch nicht wiederum unter einem Joche der Knechtschaft halten«
(Gal 5,1). Wir sollen nicht zur Knechtschaft jener Religion zurückkehren,
in der wir als Ungläubige noch gefangen waren, indem wir wieder aufbauen, was wir einst niedergerissen hatten (Gal 2,18).
»Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder; allein
gebrauchet nicht die Freiheit zu einem Anlaß für das Fleisch,
sondern durch die Liebe dienet einander« (Gal 5,13).
»als Freie, und die nicht die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit haben,
sondern als Knechte Gottes« (1 Petrus 2,16). Wir mißbrauchen die Gnade
nicht, um unseren bösen Neigungen zu folgen und um Dinge zu tun, welche
sich mit der Jochgemeinschaft mit dem Herrn im Dienst des Herrn nicht
vereinbaren lassen. Man kann nicht zwei Herren dienen; der eine macht uns wahrhaftig frei, der andere macht uns zu Knechten.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Wie armselig musste unser Leben sich Jesus darstellen, da uns sogar der Dienst Gottes zur Mühsal wird! Das Gesetz Gottes drückt uns, und die Erinnerung an ihn erschreckt uns. Für solche Menschen ist Jesus gekommen; denn für sie hat er, was ihnen fehlt: die Ruhe. Er beendigt unsere unnützen Anstrengungen und unsere vergeblichen Anläufe, unsere törichten Versuche, mit denen wir uns helfen möchten; er bringt uns ans Ziel. Er gibt, was wir uns nicht selbst bereiten konnten, und was er uns gibt, ist eine vollkommene Gnade, in der die Seele still wird, ruhen, danken, sich Gottes freuen und seinen Dienst liebhaben lernt.

Jesus denkt nicht an eine tote Ruhe ohne Dienst und Pflicht; das wäre erst recht eine unerträgliche Qual. Er will uns vielmehr in seinen Dienst ziehen und dabei selbst unser Führer sein. Deshalb heißt er uns sein Joch tragen. Dem Tier wird das Joch auferlegt, damit es gehorche und arbeite; es trägt das Joch dessen, der es führt. Christi Joch trägt, wer ihm gehorcht und von ihm lernt. Auch hier, wo Jesus die Ruhe verspricht, bricht er von der Forderung des Gehorsams nichts ab. Er hat sie kräftig dadurch ausgedrückt, dass er uns sein Joch anbietet. Das Joch ist kein Marterinstrument, es ermöglicht und erleichtert vielmehr dem Tier seinen nützlichen Dienst, aber es lässt keinen Eigensinn zu. Wir müssen uns entschließen, den Willen Jesu zu tun; dann kommt Ruhe in unseren ganzen Lebenslauf. Die Arbeit, die er uns zuweist, erquickt.

Jesus ermuntert uns, dass wir uns vor ihm nicht fürchten. Er will nicht mit den harten und hoffärtigen Herren verglichen sein, die damals die Gemeinde regierten, sondern begründet seine Aufforderung durch seine Sanftmut und Demut. Er hat sich soeben in seiner ganzen Erhabenheit vor uns gestellt: Alle Dinge sind ihm übergeben; darum will er uns auch leiten und unterweisen. Das tut er aber ohne Härte und ohne Hoffart mit der freundlichen Geduld, die auch das Kleine und Schwache schätzt und die verzeihen kann. Er will nicht durch uns glänzen, nicht durch uns erhöht sein und ruft uns nicht seinetwegen, sondern unseretwegen zu sich.

Wie in ihm Erhabenheit und Demut beisammen sind, so durchdringen sich auch im Dienst für Christus die Freude und die Arbeit, die Ruhe und das Werk; wir empfangen wenigstens anfangsweise etwas von dem, was uns in der Vollendung zuteilwerden wird, wo die selige Ruhe und die vollendete Lebendigkeit eins sein werden.

Deshalb ist sein Joch heilsam; es ist Güte, wenn er uns sich dienstbar macht. Wir haben ihn zum Führer nötig; wir würden ja ohne ihn den Vater nie kennen. Darum warnt er uns davor, dass wir sein Gebot für überflüssig und den Ungehorsam für gewinnbringend halten. Nicht, dass wir sein Joch abwerfen, sondern dass wir es tragen, ist uns heilsam. Unter der Bürde, die er uns zu tragen gibt, werden wir nicht wund; denn sie ist leicht. Und doch reißt das Gebot Jesu die Seinen von allem los, was das natürliche Begehren sucht, und heißt sie, ihr Kreuz aufzuheben. Dennoch heißt er seinen Dienst Ruhe, sein Joch förderlich, seine Last leicht. Das zeigt, wie mächtig in Jesu Augen der Friede Gottes, in den er sie stellt, ist. Sein Trost trägt sie durch alles durch; denn er gibt die Gemeinschaft mit dem Vater.

Das Wort an die Beladenen verhieß, dass bei Jesus der wahre Sabbat zu finden ist. Davon merkten aber die harten und hoffärtigen Meister Israels nichts; sie verteidigten vielmehr ihren Sabbat gegen ihn, wollten auch ihn unter ihr Joch, unter dem man die Ruhe verliert, zwingen und hießen ihn, weil er sich nicht beugen ließ, einen Sabbatschänder.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

»Kommt her zu mir alle, die ihr euch abmüht und beladen seid! Ich werde euch Ruhe verschaffen.«

Nur das AT schließt ganz auf, worum es hier geht. Die Weisheit ruft so alle zu sich, die den Weg mit Gott gehen wollen (Spr 1,20ff.); Spr 8,1ff.). Die Weisheitslehrer rufen ähnlich, und zwar im Glauben, sie könnten mit ihrer Lehre die Hilfe bringen (Sir 24,40ff.); Sir 51,31ff.). Ja, Gott selbst lädt nach Jes 55,1ff.) zum Kommen ein. Die Verheißung endzeitlicher Ruhe klingt immer wieder durch das AT (2 Mose 33,14; Jos 22,4; Ps 23; 95,11; Jes 63,8ff.); Jer 31,25). Nun aber ist es Jesus als Verkörperung göttlicher Weisheit (Kol 2,3) und als bevollmächtigter Gottessohn, der wie in Joh 7,37 ruft: »Kommt her zu mir!« Seine Einladung geht also trotz bisheriger Misserfolge weiter. Sie umschließt zwei Punkte. Der eine ist die Notwendigkeit, dass wir »kommen«. Wir werden zu Glück und Heil bei Gott nicht gezwungen. Sahen wir oben in Mt 11, 26 die Vorbestimmung unterstrichen, so wird jetzt die verantwortliche Entscheidung der Menschen sichtbar. Dort, wo uns Jesu Ruf trifft, haben wir die Freiheit der Entscheidung! Der zweite Punkt ist, dass wir »zu ihm« kommen sollen. Nicht nur Joh 7,37 , sondern auch Joh 14,6 hängt aufs engste mit unserm Vers zusammen. Es genügt nicht, zur »Kirche« zu kommen. Es genügt nicht, Theologie zu studieren.

Nein, wir brauchen ihn und dürfen zu Jesus selbst kommen. Wem gilt die Einladung? Sie geht an »alle, die ihr euch abmüht und beladen seid«. Der Wortsinn ließe zu, an alle sich Abmühenden zu denken. Aber der Zusammenhang deutet in andere Richtung. In den alttestamentlichen Weisheitsschriften müht man sich um göttliche Weisheit (Spr 30,1 ; Sir 6,20). In der »Bergpredigt« gibt es ein Hungern und Dürsten nach Gerechtigkeit vor Gott (Mt 5,6). Nach Mt 23,4 binden die Schriftgelehrten und Pharisäer schwere Bürden für die, die ins Gottesreich wollen (vgl. Mt 23,1; 3,15): Am Ende stehen »beladene« Menschen ohne heil. Von da aus verstehen wir das »sich abmühen« und »beladen sein« von denen, die sich vergeblich anstrengen, in das Gottesreich zu kommen. Es sind Menschen, die Sehnsucht nach dem Heil haben, aber trotz aller menschlichen Bemühungen nicht vorwärtskommen. Wer mit Gott zusammenleben will, es aber bisher nicht schaffte, der ist hier zu Jesus eingeladen.

Jesus gibt denen, die zu ihm kommen, eine wunderbare Verheißung: »Ich werde euch Ruhe verschaffen.« Gemeint ist die endzeitliche Ruhe. Wir könnten auch formulieren: Er verspricht die Ankunft am Ziel des Gottesreiches. Dass das Gesetz dies nicht gewährleistet, dass Jesus allein der Heilsweg sein kann, eine Frage, die Paulus aufs tiefste bewegte (vgl. Röm 7,7ff.); Röm 3,21ff.); 2 Kor 5,19ff.); Gal 3) und die Petrus umtrieb (Apg 15,10; 1 Petr 3,18ff.) – das alles wird schon im Heilandsruf Jesu offengelegt. Wir vermeiden damit das Missverständnis, als ob das »Ruhe verschaffen«, (Luthertext: »erquicken«) heiße, Jesus, volle uns von aller Last des Lebens verschonen, wir hätten nicht mehr zu kämpfen. Nein, wir bleiben in der Wüste des Lebens mit seinen Leiden und Lasten, aber wir haben einen geistlichen Felsen, der nach 1 Kor 10,4 mitfolgt, nämlich Jesus. Er ist der, der uns auf jeden Fall zur endzeitlichen Ruhe bringt. Getragen und geführt und vollendet werden wir, aber nicht ausgespart vom Kampf der irdischen Pilgerschaft. Unter diesem Gesichtspunkt können wir dann freilich mit allem, was Mühe und Last bedeutet, zum Heiland der Beladenen kommen.

Mt 11,29-30

(29) »Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, dann werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. (30) Denn mein Joch ist gütig und meine Last ist leicht.«

Durch die Erklärung des vorigen Verses sind wir vorbereitet auf den jetzt anschließenden Ruf Jesu. Er lautet ja nicht: Werft alle Last ab! Befreit euch von jedem Joch! Im Gegenteil, er lautet: »Nehmt mein Joch auf euch«! Joch« ist im AT und NT ein anschaulicher Begriff für Herrschaft (1 Kön 12,4; Jer 2,20; 5,5; 27,2; 28,10ff.); Ps 2,3; 2 Kor 6,14; Gal 5,1). Für die Juden gab es die häufige Redewendung: »das Joch der Gottesherrschaft auf sich nehmen«, womit sie sagen wollten, sie dienten nur Gott und keinem anderen (vgl. Klgl 3,27; Joh 8,31ff.); Sir 51,34). An diese Redeweise knüpft Jesus an. Seine Herrschaft ist ja Gottes Herrschaft, vom Vater gegeben (Mt 11, 27). Unter diese Herrschaft sollen wir uns stellen. Nur sie kann uns befreien von den satanischen und menschlichen Herrschaften, und nur sie lenkt unsern Weg ins Ziel (vgl. Joh 8,36; Gal 5,1). Erste Folge der Herrschaft Jesu in unserem Leben ist dann: »Lernt von mir!« Dieses »lernen« umfasst die ganze praktische Nachfolge. Wir hätten ebenso gut übersetzen können: »Bestimmt von mir her eure Jüngerschaft.« Es geht darum, dass wir Jesu Weg gehen. Leider wird das in der Christenheit oft vergessen. Deshalb lebt man so oft von der billigen Gnade. Heute ist auch der Hinweis wichtig, dass dieses Lernen nur geschieht, wo man Jesus durch die Bibel kennen lernt und sich seine Worte einprägt. Nun hebt Jesus zwei Punkte hervor, die wir von ihm besonders lernen sollen: »Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig«. Im sanften Windhauch geschah die Gottesoffenbarung vor Elia am Horeb (1 Kön 19,12). Nach Sach 9,9 kommt der Messias »sanftmütig« zu Jerusalem. Auch der Gottesknecht kommt mit Sanftmut nach Jes 42,2ff.) Jesus hat in der Bergpredigt den Sanftmütigen eine besondere Verheißung gegeben (Mt 5,5).

Die Apostel betonen ebenfalls die Sanftmut (vgl. 2 Kor 10,1; Jak 3,13). Hier ist die Sanftmut im Zusammenhang des Heilandsrufes deutlich profiliert: Sie meint die helfende Liebe, die den nach Gott schmachtenden Menschen zur Lebensquelle führt. Dies ist sowohl beim belastenden Pharisäer nach Mt 23,4 anders als auch beim gewaltgebrauchenden Zeloten nach Mt 11,12 . Eng damit verbunden ist das »von Herzen demütig«. Wiederum ist an den Gegensatz zum Hochmut der Pharisäer und Lehrer Israels zu denken (Mt 23,5ff.), zugleich aber auch an den Hochmut anderer Herrscher in der Welt (vgl. Mt 20,25; 11,8). Jesus knüpft an die Demut des Mose in 4 Mose 12,3 an, vollendet diese Demut jedoch durch seine Sündlosigkeit: er ist es wirklich »von Herzen« (vgl. Mt 15,18ff.). Als der Demütige will er nicht niederherrschen, sondern dienen und sich hingeben. Eine solche Herrschaft, ein solches Joch nimmt man gerne auf sich. Die Demut spielt aufgrund der Worte Jesu eine große Rolle in den apostolischen Schriften (2 Kor 7,6; 11,7; Phil 2,3ff.); Phil 4,12; Kol 3,12; 1 Petr 5,5ff.); Jak 1,9; 4,6.10). Noch einmal macht uns Jesus die Verheißung groß, unter die jeder tritt, der zu ihm kommt: »Dann werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen«. Über diese Ruhe im endzeitlichen Sinne sprachen wir schon oben. Hier zitiert Jesus Jes 28,12 und Jer 6,16 . Und noch einmal sagt er, warum wir durch ihn wirklich an das Ziel des Ruhens bei Gott (vgl. auch Off 14,13) gelangen: »Denn mein Joch ist gütig und meine Last ist leicht.« Über das Wort, das wir mit »gütig« übersetzten, gibt es ein leichtes Schwanken. Man übersetzt es z. B. durch »sanften« (Luthertext), »gut«, »süß«, »nützlich«, »freundlich« oder »mild« (vgl. Lk 5,39; 6,35; Röm 2,4; 1 Kor 15,33; Eph 4,32; 1 Petr 2,3).

Alle diese Elemente stecken auch in dem, was Jesus über sein Joch sagt. Man könnte so zusammenfassen: »Meine Herrschaft tut dir wohl.« Dies gilt in doppeltem Sinne. Sie lenkt uns alles zum Besten (vgl. Röm 8,28), ja zum vollen Heil. Und sie gibt Tragkraft und Freude. Gabe und Aufgabe vereinen sich wieder in wunderbarer Weise. Daneben unterstreicht Jesus: »Meine Last ist leicht«. Stimmt das? Erwartet den bekennenden Jünger nicht nach Mt 10,16ff.) Verfolgung, sogar Martyrium? Muss ein Paulus nicht entsetzliche Kämpfe durchstehen (2 Kor 11,16ff.)? Wie leidet ein Stephanus, ein Jakobus, ein Petrus (Apg 6ff.); Apg 12,2; Joh 21,18ff.)! Kommen wir nicht persönlich an Grenzen, die uns an 1 Kor 10,13 kaum mehr glauben lassen? Sind Jesu Gebote nicht viel höher als die der Schriftgelehrten und Pharisäer (Mt 5,20)? Doch, Jesu Wort stimmt. Denn er hat allen diesen Märtyrern himmlische Kraft gegeben. Er hat uns selbst bisher durchgeholfen. Er schenkt uns durch die Wiedergeburt Kraft und Vertrauen zur Nachfolge (1 Joh5,3ff.). Nun ist es nicht mehr wie mit dem Gesetz, das nach Apg 15,10 auf uns lag, zu schwer, um es zu tragen. Denn wir sind durch die Wiedergeburt »in Jesus«. Als Heiland zerbricht er das Joch aller Weltmächte (vgl. Hes 34,27). Als Heiland trägt und führt er uns. Eine »leichte Last«! Hier kann es jeder wagen, der Schwächste, der Ärmste, der Belastetste.

Gerhard Maier -Edition C

Jesus rief alle, die mühselig (hoi kopiOntes, „die von harter Arbeit Ermüdeten“) und beladen sind (pephortismenoi, „die Niedergedrückten“; vgl. phortion, „Last“, in Mt 11,30), zu sich. Die Menschen waren müde vom Tragen ihrer Last, der Last der Sünde und ihrer Folgen. Sie sollten kommen und sich unter dasselbe Joch stellen wie Jesus, so würden ihre Seelen Ruhe finden. Indem sie sein Joch auf sich nahmen und von ihm lernten, würden sie wahre Jünger Jesu werden und wie er die göttliche Weisheit verkünden. Von ihm zu lernen (mathete) heißt, sein Jünger (nathEtEs) zu werden. Die Menschen können ihre schwere, ermüdende Bürde gegen sein – sanftes – Joch und seine – leichte – Last (phortion) eintauschen. Jesus zu dienen ist keine Belastung, denn er ist im Gegensatz zu denen, die ihn ablehnen, sanftmütig (praus; vgl. Mt 5,5) und von Herzen demütig.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Die Ruhe der Seele

Welch ruhigen Frieden geniesst der, der Gottes Liebe glaubt und darauf ruht, und für den Gottes Wille alles ist! Der Herr Jesus sagte nicht nur: «Kommt her zu mir … und ich werde euch Ruhe geben», sondern auch: «lernt von mir … und ihr werdet Ruhe finden» (Mt 11,28.29).
Bei Ihm finden wir vollkommenes Vertrauen in die Liebe seines Vaters und völlige Unterwerfung unter seinen heiligen Willen. Er konnte daher sagen: «Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust», obwohl Ihn dieser Wille um unsertwillen in die Schande, die Schmerzen und Leiden des Kreuzes führte.
Lasst uns von Ihm lernen, und dann werden die Umstände der Schmerzen, der Prüfung, der Leiden uns nicht hindern, völligen Frieden und Ruhe in Gott zu finden. Wie sehen wir dies im Wandel unseres Meisters: solch ruhige Selbstbeherrschung, solche Würde; im Garten von Gethsemane und im Synedrium zeigte sich dies so deutlich.
Wenn immer aber das Ruhen der Seele in Gottes Liebe und das Wohlgefallen am Willen Gottes fehlt, werden wir wegen der Umstände in Erregung der Gefühle handeln, und dann ist keine Ruhe der Seele vorhanden

Halte fest 1985

Und jetzt mal ein ganz anderen Blick auf die Bibelstelle:

Und siebtens wird seine Gottheit in seinen eigenen göttlichen Ansprüchen gesehen. Er machte vier solcher göttlichen Ansprüche. Erstens behauptete er, die engstmögliche Beziehung zu Gott zu haben, so dass das Erkennen des Messias das Erkennen von Gott bedeutet (Joh 8,19; 14,7); den Messias zu sehen bedeutete, Gott zu sehen (Joh 12,45; 14,9); Ihn zu empfangen bedeutete, Gott zu empfangen (Mk 9,37); Ihn zu ehren bedeutete, Gott zu ehren (Joh 5,23). Er sagte: Ich und der Vater sind eins (Joh 10,30). Zweitens behauptete er, Gegenstand der Rettung des Glaubens zu sein (Mat. 11:28; Joh. 3:36; 14: 1; 17: 3). Drittens beanspruchte er die absolute Herrschaft über seine Nachfolger, was nur Gott zu erwarten hat (Mat. 10: 37–39). Viertens beanspruchte er die Souveränität über die Gesetze und Institutionen Gottes: Er behauptete, der Herr des Tempels zu sein (Mat. 12: 6); Herr des Sabbats (Mat. 12: 8); Herr des Reiches Gottes (Mat. 16:19); und Souveränität über den Neuen Bund (Mat. 26:28). Die Tatsache, dass Jeschua diese göttlichen Behauptungen aufstellte, bedeutet eines von drei Dingen: Entweder war er ein Betrüger oder er wurde selbst getäuscht oder er war wirklich der, der er behauptete zu sein. Diejenigen, die ihn kennen, wissen, dass er tatsächlich derjenige ist, für den er sich ausgibt: ihr Messias, ihr Retter und ihr Gott.


B. Das Objekt der Glaubensrettung sein

Ein zweiter Anspruch des Messias auf Göttlichkeit ist, dass er behauptete, Gegenstand der Rettung des Glaubens zu sein. Er machte diese Behauptung in Matthäus 11,28: Komm zu mir, alle, die arbeiten und schwer beladen sind, und ich werde dir Ruhe geben.

Er machte diese Behauptung in Johannes 3:36 erneut geltend: Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; Wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

Er lehrte dies noch einmal in Johannes 14: 1: Lass dein Herz nicht beunruhigt sein: Glaube an Gott, glaube auch an mich.

Auch Johannes 17: 3: Und dies ist das ewige Leben, damit sie dich als den einzig wahren Gott kennen und den, den du gesandt hast, sogar Jesus Christus.
…..

Der dritte Abschnitt über den Diener Jehovas erklärt, wie der Messias ausgebildet wurde, als er aufwuchs. Die Disziplinierung des Dieners wird in Vers 4 beschrieben: Der Herr, Jehova, hat mir die Zunge derer gegeben, die gelehrt werden, damit ich weiß, wie ich den Müden mit Worten unterstützen kann: Er erwacht von Morgen zu Morgen, er weckt mein Ohr höre wie die, die gelehrt werden.

In Vers 4a hat mir der Herr Jehova die Sprache derer gegeben, die gelehrt oder diszipliniert werden. Das übersetzte hebräische Wort, das gelehrt wird, ist dieselbe hebräische Wurzel für das Wort „Schüler“. Gott der Vater disziplinierte den Sohn. Während Jeschua in seiner Gottheit allwissend war, musste Jesus in seiner Menschlichkeit denselben Lernprozess durchlaufen wie alle Menschen. Aber Jeschua studierte bei Gott dem Vater.

Gott gab dem Messias in Vers 4b eine Botschaft für die Müden: damit ich weiß, wie ich den Müden mit Worten unterstützen kann; Diese Botschaft findet sich in Matthäus 11: 28-30, wo Jeschua sagte: Komm zu mir, alle, die arbeiten und schwer beladen sind, und ich werde dir Ruhe geben. Nimm mein Joch auf dich und lerne von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen niedergeschlagen; und ihr werdet Ruhe für eure Seelen finden. Denn mein Joch ist leicht und meine Last leicht.

Darüber hinaus kam diese Ausbildung durch Gott den Vater mit Häufigkeit. In Vers 4c kam es Morgen für Morgen. Sobald die Menschheit des Sohnes verstehen und gelehrt werden konnte, weckte Gott der Vater seinen Sohn Morgen für Morgen, um ihn beiseite zu nehmen und ihn für die Mission zu schulen oder zu schulen, die er erfüllen musste.

Dass der Messias persönlich von Gott dem Vater geschult wurde, erklärt seine enorme und ungewöhnliche Entwicklung, die in Lukas 2:40 und 52 beschrieben wird. Es hilft auch zu verstehen, wie Jesus im Alter von zwölf Jahren klar verstand, wer er war und welche messianische Rolle er spielte . Dieser Vers erklärt, wie er im Alter von zwölf Jahren ein so enormes Wissen über die Schrift und die biblische Wahrheit hatte, dass er intelligente Gespräche mit denen führen konnte, die Experten des Gesetzes auf dem Tempelgelände waren.
…..

Der vierte Teil der Facette des Glaubens hat mit dem Glaubensbefehl zu tun. Auf welcher Grundlage wird gelehrt, dass man glauben muss, gerettet zu werden? Hier sollten zwei Dinge erwähnt werden.

Erstens gibt es das universelle Angebot des Evangeliums. Die Tatsache, dass die Bibel allen das Evangelium allgemein anbietet, ist der Garant für den Glauben. Das Evangelium wird allen Menschen gepredigt und sie wissen lassen, dass sie gerettet werden, wenn sie glauben (Mat. 11:28; 28:19; Apostelgeschichte 17: 30–31).

Der zweite Garant für den Glauben ist die Genügsamkeit Seiner Erlösung. Die Tatsache, dass er ausreicht, um alles zu retten, ist ein weiterer Garant für den Glauben (Mat. 11:28; Joh. 6:37).
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Die erste Passage weist auf zwei Schritte hin. Der erste Schritt ist, mein Joch zu nehmen. „Sein Joch nehmen“ bedeutet, sein Schüler zu werden. Sein Jünger zu werden bedeutet, sein Leben ein für alle Mal zu widmen. Der zweite Schritt ist, von mir zu lernen. Dies ist das Mittel: von ihm lernen und ihn näher kennenlernen. Wir lernen mehr über ihn, wenn er der Herr unseres Lebens ist, und wir sind ein Jünger, weil wir diese totale Verpflichtung eingegangen sind.

Fruchtenbaum – Die Sammlung messianischer Bibelstudien

So wie schon in dem Artikel über das Licht der Welt , macht die messianisch/jüdische Auslegung einen interessanten Sprung. Hier wird viel deutlicher, was die Bibel eigentlich ausdrücken wollte. So wie in dem Artikel das Licht und Shekina zusammengeführt wurden, so führt das Wissen um die Sprache und den Umständen hier zu der Verbindung zwischen Ruhe und Sabbath – und der Frage „wer war Jesus?“. Oder wie es Arnod Fruchtenbaum oben ausdrückt:
Entweder war er ein Betrüger oder er wurde selbst getäuscht oder er war wirklich der, der er behauptete zu sein. Diejenigen, die ihn kennen, wissen, dass er tatsächlich derjenige ist, für den er sich ausgibt: ihr Messias, ihr Retter und ihr Gott.