Wunder über Wunder?

Preisen will ich Jehova aus ganzem Herzen; erzählen alle deine Wunder
van Ess_1858 – Psalm 9,2

Ich will [dich] lobpreisen, o Jehova, mit meinem ganzen Herzen;
Ich will verkünden all deine wunderbaren Werke.
neue Welt Übersetzung – Bi12 Ps 9,1

Ich will Jehova preisen mit meinem ganzen Herzen, will erzählen alle deine Wundertaten.
Elberfelder 1871 – Ps 9,2

Welche Wunder würdest du in deinem aufzählen?
Irgendwie haben wir wohl alle das Auge für Wunder verloren! Es fängt ja eigentlich schon mit unserer Zeugung und dann mit unserer Geburt an – Dinge die so unwahrscheinlich und doch von Gott so geplant sind….
Und dann die täglichen Wunder, dass Wunden heilen, der Schlaf uns erfrischt, usw usf, Dinge, die wir einfach so hinnehmen, als wären diese das normalste auf der Welt. Lasst uns unser Leben und unsere Umgebung wieder wirklich wahrnehmen!

Der große Sänger Israels ist von all den wunderbaren Werken des Herrn hingerissen. Er denkt nicht so sehr an die Werke der Schöpfung oder der Erlösung, sondern vielmehr an die spektakulären Heldentaten, mit denen Gott die Feinde des Volkes zermalmte. David gibt Gott alle Ehre – keine sich selbst und keine den Waffen oder Fähigkeiten eines Menschen. Mit jeder Zelle seines Seins ehrt und erhöht er den Namen des Höchsten. Das Vorbild seiner Liebe zum Herrn und seiner Hingabe an ihn lässt uns spüren, wie kalt und undankbar wir oft sind.

MacDonal – Kommentar zum Alten Testament

Lobt David Gott für seine Barmherzigkeit und die großen Dinge, die er gerade für ihn und seine Herrschaft getan hat (Vers 2–3). Heilige Freude ist das Leben dankbaren Lobes, genauso wie dankbares Lob die Sprache der heiligen Freude ist: „Ich will mich freuen und frohlocken in dir“ (Vers 3). Die Siege des Erlösers sollten die Siege der Erlösten sein; siehe Offenbarung 12,10; 15,3–4; 19,5.

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Der Sänger hat eine tiefe Erfahrung gemacht: Gott hat ihm geholfen. Gott hat eingegriffen, Gott hat gehandelt. Im einzelnen wissen wir nicht, woran David gedacht hat, aber der Grundklang jubelnder Freude ist unüberhörbar. Darum kann er nicht anders als loben und jubeln. Diese Erfahrung wird ihm zu einer Bestätigung, daß Gott immer das letzte Wort hat und haben wird.

Bruns – Die Bibel mit Erklärungen: Erklärungen

Früh am Tag

Früh in der Dämmerung stehe ich auf, und schreie, ich warte auf Deine Worte. Ps 119,114; 88,14; 130,6.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Psalm 119,147

In der Dämmrung schon komme ich vor und muß stöhnen:
»Ich harre auf deine Rede.«
Buber – Ps 119,147

Schon vor der Morgendämmerung war ich wach, um nach Hilfe zu schreien,
denn auf deine Worte setze ich meine Hoffnung.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Ps 119,147

Der Morgendämmerung bin ich zuvorgekommen und habe geschrieen; auf dein Wort habe ich geharrt.
Elberfelder 1871 – Psalm 119,147

Was mache ich, wenn ich früh morgens wach werde? Womit beschäftige ich mich? Wenn wir im NT den Bericht über Jesus lesen, stellen wir oft fest, dass dieser in den frühen Morgenstunden auf einen Hügel oder Berg war, um alleine zu sein, und diese Zeit nutzte, um im Gebet mit seinem Vater zu sein.

● Die kurze Zeit zwischen dem Sonnenuntergang und dem Einbruch der eigentlichen Dunkelheit, während der man die Sterne zu sehen beginnt, ist die Abenddämmerung. Diese Zeit wurde von den alten Hebräern als nescheph bezeichnet und war offenbar das, was sie unter dem Ausdruck „zwischen den zwei Abenden“ verstanden, der in 2. Mose 12:6 vorkommt (Sprüche 7:9) Die Morgendämmerung, die Zeit zwischen dem Ende der nächtlichen Dunkelheit und dem Sonnenaufgang, wurde mit demselben hebräischen Wort bezeichnet. Daher heißt es in Psalm 119:147: „Vor der Morgendämmerung komme ich.“ — SB.

Wachtturm Studienausgaben 1967

Ich komme in der Frühe usw. Buchstäblich: Ich komme dem Morgengrauen zuvor. David hat es also mit seinem Gebet besonders eilig. Und dass er „schreit“, ist immer ein Ausdruck besonderer Inbrunst, der weniger auf den Klang der Stimme, als vielmehr auf die Anspannung der Seele deutet. Von seiner Eile gibt er Zeugnis als von einem Beweis der Beharrlichkeit. Hebt er auch früh an mit seinem Gebet, so ermüdet er doch nicht alsbald. Die Ungläubigen werden ungehalten und hadern mit Gott, wenn er auf ihre Gebete nicht sofort antwortet. David aber verbindet mit glühender Sehnsucht hoffende Geduld und zeigt damit, wie man recht beten soll. Wenn Paulus sagt (Phil. 4, 6), dass wir unsere Bitten mit Danksagung vor Gott kund machen sollen, so erinnert er damit, dass man alle unruhigen Leidenschaften dem Gebet fernhalten muss. Denn es ist auch der Zweck des Gebets, dass wir unsre Hoffnung nähren sollen. Nicht überflüssig ist der Hinweis auf Gottes Wort: denn nur wenn dieses uns immer vor Augen steht, lässt sich die Maßlosigkeit unseres Fleisches zügeln.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Die Hoffnung auf Gottes Wort ermutigt ihn, freimütig im Gebet zu sein, obwohl seine Gebete nicht unmittelbar beantwortet werden: „ ‚Ich hoffe auf dein Wort‘ (Vers 147), von dem ich weiß, dass es mich nicht im Stich lassen wird.“ Je besser wir das Wort Gottes kennen und je mehr wir in unseren Gedanken auf es eingehen, desto mehr werden wir mit Gott sprechen können. Reines Lesen des Wortes genügt nicht, wir müssen auch darüber nachsinnen. David beginnt den Tag mit Gott. Das Erste, was er am Morgen tut, bevor er sich an irgendeine Arbeit macht, ist zu beten. Wenn unsere ersten Gedanken am Morgen von Gott sind, dann werden sie eine Hilfe sein, um uns den ganzen Tag in seiner Furcht zu halten. Selbst in den Nachtwachen, wenn David aus seinem ersten Schlaf aufwacht, möchte er lieber nachsinnen und beten, als sich umzudrehen und wieder einzuschlafen.

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Sage nicht: „Du solltest einfach mehr in der Bibel lesen“

Sage statt dessen: „Es gibt etliche Bibelstellen, die mir viel Hoffnung gegeben haben, und ich habe sie für dich aufgeschrieben. Darf ich sie dir vorlesen?“

Zeige dem Betroffenen Stellen, die seine Hoffnung stärken und die er dreimal täglich (beim aufwachen, zu Mittag und vor dem Einschlafen) lesen kann. (Jeremia 29,11; Psalm 130,5)

Hilf ihm, Bibelstellen auswendig zu lernen. (Philipper 4,6–8; 4,13; 4,19)
PSALM 119,147

Schlüssel zur biblischen Seelsorge

Wer plant meinen Weg?

Ich weiß, Jehova, daß nicht beim Menschen sein Weg steht, nicht bei dem Manne, der da wandelt, seinen Gang zu richten.
Elberfelder 1871 – Jeremia 10,23

Ich weiß es, Ewiger 
daß nicht beim Menschen steht sein Weg
beim Mann nicht, daß er führe
und richte seinen Schritt.
Neftali-Herz-Tur-Sinai – Jer 10,23

Ich weiss, Jehova! der Weg des Menschen hängt nicht von ihm selbst ab, noch von dem Wanderer, seinen Schritt zu leiten
van Ess 1858 – Jeremia 10,23

 Ich weiß nur zu gut, Jehova, dass es dem Menschen nicht zusteht, seinen Weg selbst zu bestimmen.
Es steht dem Menschen nicht zu, auf seinem Lebensweg auch nur seinen Schritt zu lenken.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Jer 10,23

Gott gehören alle Dinge.
Er hat das Recht, mit uns und allen anderen von Ihm geschaffenen Dingen, zu tun, was Er will.
Er hat das Recht, uns zu sagen, was wir tun sollen.
Gott erschuf Adam, deshalb gehörte Adam Gott. 28
Jehovah ist die höchste Autorität; es gibt niemanden, der über Ihm steht.

Trevor Mc Ilwain – Auf festem Grund gebaut

Echte Freude und Zufriedenheit kann man unabhängig vom Schöpfer des Lebens nicht finden (Jer 10:23). Ist dir durch dieses Kapitel bewusst geworden, auf welchen Gebieten du deine Schritte noch mehr von Jehova lenken lassen kannst? Gottes Wort ist der einzige Ratgeber, der uns den Weg zu wahrem Glück und echtem Erfolg zeigt. „Gehorcht meiner Stimme“, bittet uns Jehova eindringlich, „damit es euch gut geht“ (Jer 7:23).

Was Gott uns durch Jeremia sagen lässt

stimmt – aber NUR Seiner Stimme – und Jehovah spricht durch die Bibel und nicht durch eine org

Dieses vollkommene Leben ist ein Leben, in dem Jehova Berater und Führer ist. Es heißt: es steht „… nicht bei dem Manne, der da wandelt, seinen Gang zu richten“ (Jer 10,23). Und wiederum lesen wir: „Erkenne ihn auf allen deinen Wegen, und er wird gerade machen deine Pfade“ (Spr 3,6). Es geht nicht nur darum, daß wir uns in irgendeiner großen Notlage an den Herrn wenden, sondern daß wir gewohnheitsmäßig in allen Einzelheiten des Lebens, seien es große oder kleine Dinge, auf den Herrn warten. Wenn wir Ihn damit in Verbindung bringen und Ihn darin anerkennen, werden wir finden, daß Er uns leitet. Dann werden wir in der Lage sein zu sagen: „Jehova werde ich preisen, der mich beraten hat.“
„Ich habe Jehova stets vor mich gestellt; weil er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken“ (Vers 8).
Das vollkommene Leben hat nur einen Gegenstand – Gott Selbst. Christus wandelte auf Erden mit einem einfältigen Auge. Er stellte Jehova vor Sich als Seinen einzigen Gegenstand. In einem solchen Leben gibt es keinen Eigennutz und keinen Raum für Eigenwillen.

Hilfe und Nahrung – 1987

«Wo keine Führung ist, verfällt ein Volk» (Spr 11,14). Es steht «nicht bei dem Mann, der da wandelt, seinen Gang zu richten» (Jer 10,23). Um unseren Lauf zur Verherrlichung Gottes zu vollenden, müssen wir unbedingt die Richtung kennen, in die wir zu gehen haben. Wer kann uns richtig führen?
«Ich will dich unterweisen und dich den Weg lehren, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten» (Ps 32,8). So hat Gott uns alle nötigen Hinweise in seinem Wort niedergelegt, um uns auf dem Weg, dem wir zu folgen haben, zu leuchten. Wir sollten deshalb nicht zögern, die Weisheit, die uns fehlt, von Ihm zu erbitten. Er wird sie uns willig geben (Jak 1,5

Halte fest 1989

Auf IHN können wir uns immer verlassen, und Seinen Weg zu folgen bingt Segen.

„Niemand“ …“außer ich mich selbst“?

und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren ewiglich, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.
Elberfelder 1871 -Johannes 10,28

Ich gebe ihnen ewiges Leben und sie werden auf keinen Fall jemals vernichtet werden und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was mein Vater mir gegeben hat, ist größer als alles andere. Niemand kann sie aus der Hand des Vaters reißen.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Joh 10,28–29

Ich gebe ihnen ein Leben, was nie mehr aufhören wird. Ihnen kann nichts mehr passieren. Niemand kann sie mir wieder nehmen.
VolxBibel – Johannes 10,28

οὐ μή m. Aor. Konj. stärkste Verneinung zukünftigen Geschehens (A257). ἀπ-όλωνται Aor. Konj. Med. -όλλυμαι. οὐχ … τις niemand (BDR § 4316). ἁρπάσει Fut. ἁρπάζω V. 12; hier (durch Anwendung v. Gewalt) wegführen, entführen, (ent)reißen (B 2a) [Var. ἁρπάσῃ Aor. Konj.].

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Kennst du den „Ansatz“ dass wir uns von Gottes Liebe trennen könnten? Nun schau, was Jesus zu diesem Zusatzsatz sagt:

In Johannes 10,27–29 finden wir eine weitere, sehr wichtige Stelle für unser Thema: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben.“ In diesen Versen finden wir keine Aufforderung oder Ermahnung für die Schafe der Herde Christi, sondern es werden sieben Tatsachen vorgestellt:
• Die Schafe hören die Stimme des guten Hirten.
• Der gute Hirte kennt seine Schafe.
• Die Schafe folgen dem guten Hirten.
• Der Hirte gibt ihnen ewiges Leben.
• Die Schafe gehen in Ewigkeit nicht verloren.
• Niemand wird die Schafe aus der Hand des Hirten rauben.
• Niemand kann die Schafe aus der Hand des Vaters rauben.
Es ist eine Tatsache: Niemand kann die Schafe, die Gläubigen, rauben!
Bedeutet das, dass die Schafe zwar von niemand anders geraubt werden können, dass sie aber selbst in der Lage sind, sich den Händen des himmlischen Vaters und des Sohnes zu entwinden? Nein, keineswegs. Denn ein Gläubiger hat nicht mehr Macht als alles andere im Universum. Sollte es ihm wirklich gelingen können, sich der Hand des guten Hirten und des großen Vaters zu entreißen? Sind wir stärker als der Sohn und der Vater? Wird Gott es erlauben, dass diese Schmach auf seinen Sohn fällt, der es als Hirte nicht vermocht haben würde, seine eigenen Schafe zu bewahren? Sollte der Wille Gottes des Vaters nicht erfüllt werden, dass sein Sohn niemand verliert (Joh 6,39)?
Außerdem sollten wir den genauen Wortlaut in diesen Versen beachten. Der Herr hat nicht gesagt: Sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, denn niemand wird sie aus meiner Hand rauben, sondern:
„… und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.“ Dass Gläubige nicht geraubt werden können, ist also nicht eine Begründung, sondern eine weitere Tatsache, die für die Schafe gilt. Deutlicher kann es nicht gesagt werden:„Und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit“!

Gerrid Setzer – Anker der Seele

Wenn die „Autorität“, im Namen Gottes zu handeln, weder in der Gesellschaft … oder einer anderen menschlichen Organisation zu finden ist, dann wo befindet es sich Die Antwort ist in Matthäus 28:18 gegeben: „Und Jesus näherte sich und sprach zu ihnen und sagte: ‚Alle Autorität wurde mir im Himmel und auf Erden gegeben.'“ Gott hat keiner menschlichen Organisation die Befugnis übertragen, die Erlösung anhand seiner zahlreichen Regeln und Vorschriften zu erteilen, und seine Anhänger müssen zu 100 Prozent allen seinen Lehren entsprechen. Wahre Erlösung kommt durch Jesus Christus selbst. In Johannes 14: 6 lesen wir: „Jesus sagte zu ihm:„ Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich. “ Ja, Jesus ist der Weg, um deine Sünden zu vergeben und eine persönliche Beziehung mit dem Gott der Bibel einzugehen. Wenn Sie zu Jesus Christus kommen, Ihre Sünden bekennen und ihm als Ihrem persönlichen Retter vertrauen, erhalten Sie die Verheißung von Johannes 10,28, die besagt: „Und ich (Jesus Christus) gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden niemals zerstört, und niemand wird sie wegnehmen meine Hand“.
Jesus rettet bis zum Äußersten. Er vergibt nicht nur unsere Sünden und bringt uns in eine enge Beziehung mit dem Vater als wiedergeborene Kinder von ihm, sondern er gibt uns ewiges Leben und beschützt uns durch seine Kraft, die Kraft Gottes. Dies gibt uns die absolute Sicherheit, in den Himmel zu kommen, wenn wir diese Erde verlassen (nicht aus eigener Kraft „bis zum Ende durchhalten“). Wenn Jesus dein Retter wird, trittst du in die größte Liebe ein, die die Welt je gekannt hat. Sie erhalten die wunderbare Verheißung von Römer 8:35, 38–39: „Wer wird uns von der Liebe Christi trennen? Die Trübsal oder die Qual oder die Verfolgung oder der Hunger oder die Nacktheit oder die Gefahr oder das Schwert?… Weil ich davon überzeugt bin, dass hier jetzt weder Tod noch Leben noch Engel noch Regierungen noch Dinge sind. Weder kommende Dinge noch Kräfte, noch Höhe, noch Tiefe oder irgendeine andere Schöpfung können uns von der Liebe Gottes trennen, die in Christus Jesus, unserem Herrn, ist. “
Niemand, der jemals zu Jesus Christus gekommen ist, um seine Sünden zu vergeben, wurde enttäuscht.

Wilbur Lingle – 20 Fragen an ZJ

Die Rolle des Messias als Hirte

Der fünfte Grund, dass die ewige Sicherheit von Gott, dem Sohn, abhängt, basiert auf der Rolle des Messias als Hirte, die in Johannes 10:27-29 wunderschön dargestellt wird. Als Er sich mit Seiner Rolle als Hirte beschäftigte, wies Er auf drei Dinge hin.

Erstens: Gläubige haben ewiges Leben. Wiederum muss das Wort „ewig“ das bedeuten, was es sagt. Wenn dieses Leben ewig ist, dann ist es ewig. Wenn man es verlieren kann, ist es nicht ewig, sondern nur vorübergehend.

Zweitens: Sie werden niemals untergehen. Egal, was die Schafe tun, sie werden nie zugrunde gehen.

Drittens, niemand kann sie aus seiner Hand reißen. Niemand hat die Macht oder die Fähigkeit, sie aus Seiner Hand zu reißen.

Arnold Fruchtenbaum

Probleme meines Nächsten

Ich bitte euch aber, Brüder, durch unseren Herrn Jesum Christum und durch die Liebe des Geistes, mit mir zu kämpfen in den Gebeten für mich zu Gott, auf daß ich von den Ungläubigen (O. Ungehorsamen) in Judäa errettet werde, und auf daß mein Dienst für Jerusalem den Heiligen angenehm sei;
Elberfelder 1871 – Römer 15,30–31

ICH ermahne euch aber, Brüder, durch unsern Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes-Phil 2,1-, mitzukämpfen-2 Kor 1,11; Kol 4,12- mit mir in den Gebeten für mich zu Gott, daß ich errettet-2 Thess 3,2- werden möge von den Ungehorsamen in Judäa, und mein Dienst-2 Kor 8,4- in Jerusalem wohlgefällig werde den Heiligen,
Abraham Meister – Röm 15,30–31

ICH bitte euch aber dringend, liebe Brüder, bei-w: durch unsern Herrn Jesus, d.h. unter Berufung auf unsern Herrn Jesus (vgl. 1 Kor. 1,10)- unserm Herrn Jesus Christus und bei der Liebe, die der (heilige) Geist wirkt: steht mir mit den Gebeten, die ihr für mich an Gott richtet, im Kampfe kräftig bei,  damit ich von-o: vor- den Ungehorsamen in Judäa-d.h. nicht nur von (o: vor) den ungläubigen Juden, sondern auch von (vor) den ungehorsamen Gläubigen- errettet werde und meine Dienstleistung für Jerusalem bei den Heiligen dort eine gute Aufnahme finden möge!
Hermann Menge Übersetzung – 1926 – Röm 15,30–31

Bitte, Leute, wenn euch was an mir liegt, dann steht voll hinter mir und unterstützt mich, wo ihr nur könnt! Betet für mich, damit ich durchhalte in dem Kampf, den ich kämpfen muss. Betet auch dafür, dass ich in Judäa beschützt werde vor den Leuten, die mich fertigmachen wollen. Und dass ich eine coole Zeit in Jerusalem mit den Jesus-Leuten dort habe.
VolxBibel – Römer 15,30–31

ἐρχόμενος Ptz., temp. ἐν mit (B I4cβ). πλήρωμα3 Fülle. εὐ-λογία Lobpreis; Segen. ἐλεύσομαι Fut. Med. ἔρχομαι.
Röm 15,30 διά m. Gen. unterstreicht hier die Dringlichkeit der Bitte: bei (BDR § 2239). πνεύματος gen. auctoris (A153): die der Geist wirkt. συν-αγωνίσασθαι Aor. Inf. Med. -αγωνίζομαι (vgl. A3391ff) gemeinsam kämpfen τινί mit jmdm., jmdm. helfen, beistehen. προσ-ευχή Gebet.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Paulus sah von Anfang an deutlich, dass seine Reise nach Jerusalem ein ernstes, schweres Werk sei, für das ein guter Ausgang durch Gebet errungen werden muss; so bittet er die römischen Christen, dass auch sie in ihrem Gebet mit ihm kämpfen möchten. Es ist ein Gang mitten in die Todesgefahr um des wütenden Hasses willen, mit dem die Judenschaft gerade ihn verfolgt. Zugleich denkt Paulus daran, wie leicht zwischen der Gemeinde in Jerusalem und ihm eine Entfremdung hervortreten könnte, die es unmöglich machte, dass seine Gabe ein Band brüderlicher Einigung zwischen beiden Teilen der Christenheit werde.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

Das zweite Beispiel steht in Römer 15,30-32: Strebt mit mir zusammen in euren Gebeten zu Gott für mich.

Hier bittet Paulus die Gemeinde in Rom, mit ihm und für ihn zu beten, so wie er ihnen zuvor gesagt hatte, dass er für sie beten würde. Die Grundlage für dieses Gebet ist zweifach: erstens durch unseren Herrn Jesus Christus, was bedeutet, dass sie im Namen Jeschuas beten sollen, denn das ist die Art und Weise, in der er seine Jünger zu beten gelehrt hat; und zweitens durch die Liebe des Geistes. Während wir unsere Gebete an Gott, den Vater, richten und im Namen Jesu beten, sollen wir auch in der Kraft des Heiligen Geistes beten (V. 30). Der Adressat ist Gott, der Vater, denn das ist derjenige, an den alle Gebete gerichtet sind. Für jemanden zu beten heißt, sich mit ihm zu bemühen, und so bittet Paulus die Gemeinde in Rom, sich gemeinsam mit ihm im Gebet zu bemühen.

Der Inhalt dessen, worum sie für ihn beten sollen, ist dreifach: erstens, dass er von dem ungläubigen jüdischen Volk befreit wird, während er in Judäa ist; zweitens, dass das Opfer, das er den jüdischen Gläubigen in Jerusalem bringt, gut aufgenommen wird (V. 31); und drittens, dass Paulus bald zu ihnen nach Rom kommt und so endlich seinen Herzenswunsch erfüllt, der darin bestand, die Gemeinde in Rom durch den Willen Gottes zu besuchen (V. 32).

Alle unsere Gebete sollen von diesem Wunsch geprägt sein, Gottes Willen in der Art und Weise geschehen zu lassen, in der die Gebete erhört werden sollen.

Fruchtenbaum


Im Gebet haben wir die Möglichkeit, zu Gott zu reden. Gebet ist ein wesentliches Kennzeichen eines Christen (Apg 9,11). Das Neue Testament enthält eine Vielzahl von Aufforderungen zum Gebet. Der Herr Jesus selbst hat seine Jünger darauf hingewiesen, wie notwendig es ist zu beten (z. B. Lk 18,1; 22,40). Er selbst lebte es als Mensch auf dieser Erde vor. Häufig finden wir Ihn im Gebet, manchmal eine ganze Nacht lang. Wenn einer im Gebet „verharrte“, dann Er (Lk 6,12).
In den Briefen werden wir ebenfalls wiederholt zum Gebet aufgefordert (z. B. Röm 12,12; 15,30; Eph 6,18; Phil 4,6; Heb 4,16; 13,18; Jak 5,13). Die ersten Christen verharrten im Gebet (Apg 2,42; 12,5). Die Apostel beteten immer wieder (Apg 1,14; 4,31; 6,6). Paulus war nicht nur ein Mann, der predigte und schrieb. Seine Briefe beweisen, dass er viel betete. Er forderte nicht zu etwas auf, das er nicht selbst vorgelebt hätte.

Regelmäßiges Gebet
Das Gebet ist eine der Säulen, auf der das christliche Leben ruht. So wichtig die Arbeit für den Herrn ist, so wichtig ist es, dass wir im Gebet verharren. Das griechische Wort, das in Kolosser 4,2 mit „verharren“ übersetzt ist, kommt im Neuen Testament zehnmal vor und wird in der Elberfelder Übersetzung siebenmal mit „verharren“ übersetzt (Apg 1,14; 2,42.46; 6,4; Röm 12,12; 13,6; Kol 4,2) 1. Es bedeutet, mit Ausharren an etwas festzuhalten, in etwas zu bleiben und nicht davon abzulassen. Es ist wichtig, dass wir uns von nichts und niemand davon abhalten lassen, immer wieder zu beten. Der Teufel wird alles versuchen, uns gerade vom regelmäßigen Gebet abzuhalten. Die Beschäftigungen des Lebens sind ebenfalls eine große Versuchung, die Gebetszeiten zu reduzieren oder ganz auf „Null“ zu fahren. Das Gebet zeigt, dass wir in Gemeinschaft mit Gott leben. Es drückt zugleich aus, dass wir abhängig und untergeordnet leben. Wenn wir beten, geben wir zu, dass wir schwach sind und Hilfe brauchen. In 1 Thessalonicher 5,17 bringt Paulus es auf die kürzeste mögliche Formel: „Betet unablässig“.
Paulus spricht hier nicht von einem spontanen und situationsbedingten Gebet, das wir ebenfalls kennen (z. B. Neh 2,4). Hier geht es um das kontinuierliche und regelmäßige Gebet, in dem wir nicht nachlassen sollen. Dieses Gebet sollten wir persönlich und gemeinschaftlich kennen.
Der bekannte Bibelausleger F.B. Hole hat schon vor Jahrzehnten geschrieben: „Was das Gebet betrifft, sind wir heute sehr, sehr schwach. Im modernen Leben muss alles immer schnell gehen, und so wird das Gebet allzu oft an den Rand gedrängt. Wie sieht es mit deiner Beharrlichkeit in diesem Punkt aus? Wenn wir etwas unbedingt haben wollen, tun wir es wohl, aber wie oft haben wir so oberflächliche Wünsche! Unsere Anteilnahme wird auf einen Punkt gelenkt, und so beten wir dafür. Und das ist dann schon alles. Wir vergessen es bald und haben keine Ausdauer“ (F.B. Hole, Der Brief an die Kolosser). Wie aktuell sind diese Worte!

Im Glauben leben 2017

Unterstützung statt Widerstand
Wir sollten im Dienst für den Herrn Freiheit lassen (vgl. 1 Korinther 14,39) und die guten Arbeiter unterstützen. Unsere Devise darf sein: Nicht gegeneinander kämpfen, sondern miteinander (Phil 4,3).
Wir wollen miteinander kämpfen, nicht gegeneinander.
Nicht übereinander reden, sondern füreinander im Gebet einstehen (Röm 15,30). Und wir wollen auch niemand klein halten, um selbst groß zu werden. Unser Handeln soll von dem Wunsch durchdrungen sein, dass Er allein groß gemacht wird – durch wen auch immer.
Wenn schon über die Götzendiener gesagt wird: „Einer half dem anderen und sprach zu seinem Bruder: Sei mutig!“ (Jes 41,6) – wie viel mehr sollte das für die gelten, die dem wahren und lebendigen Gott dienen und seinen Sohn aus dem Himmel erwarten! So wollen wir die Hände der Streiter Christi stärken und unsere Knie im Gebet für sie beugen.

Im Glauben leben 2016

Wer ist dein Hirte?

Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte gibt seine Seele (Auch Johannes und Jesus gebraucht „Seele“ für Leben und Persönlichkeit.) hin für die Schafe.
Die vier Evangelien des Reinhardt – Joh 10,11

Ich bin der gute (schöne) Hirte. Der gute (schöne) Hirte läßt (setzt) sein Leben für die Schafe. 1Pe 2,25; Jes 40,11.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Johannes 10,11

Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte läßt (Eig setzt ein; legt dar; so auch v 15. 17. 18.) sein Leben für die Schafe.
Elberfelder 1871 – Joh 10,11

Ich bin der gute Hirte. Gute Hirten sind deshalb gut, weil sie bereit sind, für die Schafe alles zu geben, sogar ihr Leben.
Volxbibel – Johannes 10,11

ἐγώ V. 7. ποιμήν V. 2; ὁ ποιμὴν ὁ καλός Präd.-Nom. m. Art. hebt die Einzigartigkeit hervor (vgl. BDR § 2733) der gute Hirte. τὴν ψυχὴν τίθημι das Leben hingeben bzw. einsetzen (vgl. B τίθημι I1bδ) [Var. δίδωσιν Konj. δίδωμι]. πρό-βατον V. 1.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Der Hirte ist bereit, für die Herde auch zu sterben, weil sie sein Eigentum ist. Der gedungene Knecht dagegen setzt nicht das Leben für das ein, was ihm nicht gehört. Weil die Gemeinde Jesu Eigentum ist, ihm übergeben und als sein Volk unter seine Führung gestellt ist, stirbt er für sie, um sie vor dem Sterben und Verderben zu bewahren, mit dem der Wolf sie bedroht. Spricht Jesus vom Wolf, so denkt er an den teuflischen Verderber des Menschen. Ihm tritt er als der Beschirmer der Seinen entgegen und setzt sich selbst dem Ansturm des Teufels aus, der ihn durch seine Werkzeuge angreift und ums Leben bringt.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

„DER GUTE HIRTE“
Wir hören Ihn von sich selbst sagen: „Ich bin der gute Hirte“ (Joh 10,11.14). Schon im Alten Testament spricht der Herr, Jehova: „Siehe, ich bin da, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich ihrer annehmen… Auf guter Weide werde ich sie weiden … Das Verlorene will ich suchen und das Versprengte zurückführen, und das Verwundete will ich verbinden, und das Kranke will ich stärken“ (Hes 34,11 ff.). Was Er dort verheißen, das hat Er erfüllt, und mehr als das, denn Er starb für Seine Herde, wie Er gesagt hat: „Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe.“ Wir aber, die wir an Ihn glauben, ob aus dem Volke Israel oder aus den Nationen gekommen, dürfen heute sagen: Wir sind „sein Volk und die Herde seiner Weide“ (Ps 100,3). Wir sind Ihm von Gott, Seinem Vater, als ein kostbares Geschenk gegeben, wie wir Ihn sagen hören: „Dein waren sie, und mir hast du sie gegeben“ (Joh 17,6). Zugleich bilden wir einen Teil von dem Lohne Seiner Schmerzen und von der „Frucht der Mühsal seiner Seele“. Ob Er uns nun als ein Geschenk vom Vater oder als Lohn Seiner Schmerzen betrachtet, wir sind Ihm unendlich kostbar; ja, Er hat uns geliebt und Sich selbst für uns da-hingegeben. Er sagt es auch zweimal in dem Gleichnis vom guten Hirten, daß Er Sein Leben lasse für die Schafe (Joh 10,11. 15).
Aber der Herr gibt noch einen zweiten Grund an, warum Er von sich sagt: „Ich bin der gute Hirte“, nämlich: „Ich kenne die Meinen und bin gekannt von den Meinen, gleichwie der Vater mich kennt, und ich den Vater kenne“ (V. 14 u. 15). Es besteht also eine lebendige, innige Verbindung und Einheit zwischen dem Hirten und der Herde, also zwischen Ihm und uns, und zwar in demselben Maße, wie sie zwischen dem Vater und dem Sohne bestehen. Welch einen Trost muß uns dies gewähren, da wir heute die Mächte der Finsternis wirksamer sehen denn je! Sie vermögen Seine geliebten Schafe, von denen Er sagt, daß sie auf Seine Stimme hören und Ihm folgen, nicht zu betören und irrezuführen. Vor allem aber vermögen sie Ihm die Seinen nicht aus den Händen zu reißen. Er sagt uns zum Tröste: „Ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren ewiglich, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben“ (V. 28).
Je gefahrvoller und bedrohlicher die Welt und Wüste für das Volk Gottes wird, um so mehr gilt es, auf die Stimme des guten Hirten zu hören, und zwar nicht nur, um keine Schande auf Seinen Namen zu bringen und keinen Schaden zu erleiden, sondern auch um Seine Tröstungen und Ermunterungen zu vernehmen. Seine Stimme, Seine Worte verscheuchen die Angst und Bangigkeit: „Seid gutes Mutes, ich bin’s; fürchtet euch nicht!“ (Mt 14,27). „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden“ und: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters“ (Mt 28,18. 20), ferner: „Siehe, ich komme bald!“ – so ruft uns unser Hirte zu.
Auch im 22. Psalm finden wir den Herrn als den „guten Hirten“, der Sein Leben läßt für Seine Schafe. Zunächst finden wir darin eine so ergreifende Beschreibung des Schauplatzes des Kreuzes, wie in keiner anderen Stelle des Alten Testamentes. Der Herr Jesus ist allein; niemand denkt an Ihn. Die durch Satan verführte Welt verwirft Ihn und fügt Ihm die schändlichsten Qualen zu. Er ist von allen, sogar von Seinen Jüngern verlassen. Die Stunden der Finsternis umhüllen Ihn und breiten sich über Seine Seele aus. Er wird zur Sünde, zum Fluch gemacht, von Gott verlassen. Alle diese Tiefen des Leidens hat Er erduldet, um uns, Seine Schafe, zu erretten. An diesem einzigartigen Weg haben wir, bis auf unsere Sünden, keinen Anteil. Wir können daran glauben, aber verstehen können wir die Tiefen dieses Werkes nicht.
Sobald die Auferstehung Christi stattgefunden hat, ist alles anders. Sein Gott, der Ihm nicht geantwortet hat, als Er des Tages und des Nachts zu Ihm schrie, erhört Ihn nun „von den Hörnern der Büffel“. Nachdem Sein kostbares Blut vergossen worden ist, holt Er Ihn aus dem Tod.
Der gute Hirte der Schafe erhält nun von seilen Gottes eine Familie, während Er vorher ganz allein war. Er verkündigt Seinen Brüdern den Namen des Vaters, und sie werden Kinder Gottes. So haben wir die vollständigste Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn, die man sich überhaupt denken kann. Wir genießen die wunderbare Liebe des Herrn und unseres Gottes und Vaters.
Folgen wir nun in dem praktischen Genuß dieser Gemeinschaft Ihm, unserem guten Hirten, treu und hören wir täglich und stündlich auf Seine Stimme und auf Seine Worte!

Ermunterung und Ermahnung 1978

10, 11 A: Ich bin der gute Hirte.

Ps Sal 17, 40 f. heißt es vom Messias: Mächtig von Tat u. stark in der Furcht Gottes hütet er des Herrn Herde treu u. recht u. läßt nicht zu, daß (eines) von ihnen auf ihrer Weide strauchle. Gerade leitet er sie alle, u. unter ihnen ist kein Übermut, daß Gewalttat unter ihnen verübt würde. ‖ Im Rabbinischen wird für „guter Hirt“ beides gesagt: רוֹעֶה יָפֶה u. רוֹעֶה טוֹב.

ExR 2 (68b): Gott prüfte den David bei einer Schafherde u. erfand ihn als einen guten Hirten רועח יפח, s. Ps 78, 70: Er nahm ihn von den Hürden der Schafe weg. — Vgl. auch das von Mose handelnde Zitat aus ExR 2 bei Lk 15, 5. ‖ ExR 11 (74d) wird Gott unter Hinweis auf Ex 9, 3 im ironischen Sinn als ein guter Hirt רועה יפה der Ägypter bezeichnet. ‖ PesiqR 26 Anfang: Es geschah zur Zeit, als die Schafherde (= Israel) sich verschuldete u. auf die Worte der Herren nicht hörte, da haßte sie ihre guten Hirten u. Fürsten u. Führer רועיה … דּטובים. — Den Gegensatz zu den „guten Hirten“ bilden dann weiterhin „die Hirten der Lüge“ רועים של שקר.

Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasc

10, 11 B: Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe.

τὴν ψυχὴν τιθέναι ὑπέρ τινος = מסר oder נתן נפשו על.
SDt 12, 23 § 76 (90b): Rabban Schimʿon b. Gamliël (um 140) hat gesagt: Jedes Gebot, für welches die Israeliten zur Zeit der Religionsverfolgung ihr Leben dahingegeben haben שמסרו נפשם עליה, das üben sie frei öffentlich; aber für welches die Israeliten zur Zeit der Religionsverfolgung ihr Leben nicht dahingegeben haben, das ist noch jetzt schwankend (unbefestigt) in ihren Händen. — In Schab 130a steht statt עצמן ׃ נפשם = sich selbst. ‖ Aramäisch heißt es Berakh 20a: Die Früheren haben ihr Leben hingegeben für die Heiligung des göttlichen Namens קמאי הוו קאמסרי נפשייהו אקדושת השם, wir haben unser Leben nicht für die Heiligung des göttlichen Namens hingegeben. ‖ Pesiq 87a: R. Chijja b. Abba (um 280) hat gesagt: Wenn jemand zu dir sagen sollte: Gib dein Leben hin für die Heiligung des göttlichen Namens תן נפשך על קירוש השם, so sage ihm: Ich will es hingeben אני נותנה, nur daß man meinen Kopf sofort abhaut, nicht aber wie zur Zeit der (Hadrianischen) Religionsverfolgung, wo man glühende Kugeln unter ihre Achselhöhlen u. spitze Rohrstäbchen unter ihre Nägel legte. ‖ GnR 93 (59b): R. Chijja b. Abba (um 280) hat gesagt: In allen Worten, von denen du liesest, daß sie Juda zu Joseph vor seinen Brüdern gesprochen hat, bis du an die Worte kommst: Joseph konnte nicht mehr an sich halten Gn 45, 1, lag eine Besänftigung für Joseph, für seine Brüder u. für Benjamin. Eine Besänftigung für Joseph, daß man sagen sollte: Seht, wie er sein Leben hingibt für den Sohn der Rahel נותן נפשו על בניה של רהל! Eine Besänftigung für seine Brüder, daß man sagen sollte: Seht, wie er sein Leben hingibt für seine Brüder! Eine Besänftigung für Benjamin, indem er zu ihm sagte: Wie ich mein Leben für dich hingegeben habe, so gebe ich mein Leben für deine Brüder hin.

Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasc

Ob dieser große Hirte auch alle zwei Jahre eine „überarbeitete Version“ seiner Handlungsanweisungen benötigt? Ich glaube eher nicht – den ein guter Hirte kennt seine Schafe und tut ALLES für diese – und braucht dazu keine Regeln. Es ist SEIN Herz, dass an seinen Nachfolgern/seinen Schafen hängt – ER liebt die Seinen – und deshalb ist ER so ganz anders als die anderen, die gern Hirten sein möchten, es aber nie und nimmer mit IHM aufnehmen können.

Gottes Gedanken höher als menschliche Gedanken

Und wie köstlich sind mir deine Gedanken, o Gott! (El) wie gewaltig sind ihre Summen! Wollte ich sie zählen, ihrer sind mehr als des Sandes. Ich erwache und bin noch bei dir.
Elberfelder 1871 – Ps 139,17–18

Wie kostbar sind für mich deine Gedanken, Gott!
Wie zahlreich sind sie doch in ihrer Summe!
Wollte ich sie zählen: Es sind mehr als der Sand.
Käme ich zum Ende: Noch immer bin ich bei dir.
BasisBibel – Psalm 139,17–18

Mir aber, wie unbegreiflich sind mir deine Gedanken, Gott! wie überschwänglich ihre Summen!
Wollt‘ ich sie zählen, mehr als des Sandes ist ihrer; ich erwache, und noch bin ich bei dir.
de Wette Bibel – Ps 139,17–18

Die Synapsen kollabier’n, wenn ich versuch‘, dich zu verstehen, das kann nicht gehen, muss man sehen, es ist zu viel für ’n Menschenleben.
Würde ich versuchen, deine Gedanken zu zählen, es würd‘ mich quälen, es sind mehr als die Sandkörner am Strand der Insel Seychellen.
VolxBibel – Psalm 139,17–18

Wie zu erwarten, ist der Schöpfer nicht nur machtvoller als der Mensch, sondern Seine Gedanken sind vom Menschen nicht zu erreichen.

Der Psalmist sinnt über Gottes sorgfältige Planung seines Geistes, seiner Seele und seines Körpers. »Wie kostbar sind seine Gedanken« – seine Beachtung des kleinsten Details. Andrew Ivy sagt: »Fast ausnahmslos jede Zelle ›kennt‹ ihre Rolle bei der Ausführung eines Plans und Zwecks zum Wohlergehen des gesamten Körpers.«
139,18b »Wenn ich erwache, bin ich noch bei dir.« Ich meine, der Psalmist bezieht das auf den Augenblick seiner Geburt. In den vorhergehenden Versen (V. 13–18a) hat er den Nachdruck auf Gottes Nähe während der neun Monate vor seiner Geburt gelegt. Aber selbst nach seiner Geburt hat sich das Bild nicht verändert; er ist immer noch bei dem Herrn als seinem Erhalter, Beschützer und Führer. Er spricht von seiner Geburt als von einem Erwachen, genauso wie wir davon sprechen, das erste Tageslicht zu erblicken.

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

Zu Schwer wird es ihm, Gottes Gedanken zu denken. Ihre Zahl übersteigt jede menschliche Kunst des Zählens. So wenig der Sand am Meeresstrande
zu zählen ist, so wenig vermag der Mensch Gott in der Fülle seiner Gedanken zu fassen. So stark und tief er auch über Gottes Allwissenheit und Schöpferherrlichkeit nach zudenken versucht, er vermag nur insoweit Gott zu begreifen, als Gott es ihm zu erkennen gibt. Zwar ist Gott dem Psalmisten so groß, dass er Tag und Nacht über ihn nachdenken muss. Schläft er beim Sinnen über Gott auch ein, am nächsten Morgen steht das Bild Gottes in seiner unerforschlichen Majestät und mit allen seinen Geheimnissen wieder vor ihm. Unter verwandten Eindrücken stehend, ruft in den späteren Jahrhunderten der Apostel Paulus anbetend aus: „Oh, welch eine Tiefe des Reichtums der Weisheit als ‘auch der Erkenntnis Gottes, wie unausforschlich sind seine Ratschlüsse, wie unergründlich seine Wege!“ (Röm 11,33.) Später hat die Kirche Christi ihrer Ehrfurcht vor Gott und vor den Wundern seiner Offenbarung in dem schönen Weihnachtsliede einen Ausdruck zu geben gesucht:

„Wenn ich dies Wunder fassen will,
So steht mein Geist vor Ehrfurcht still.“

Jakob Kroeker – ausgewählte Psalmen

Aber wie köstlich usw. Statt „Gedanken“ haben viele, einem alten Ausleger folgend, „Freunde“ übersetzt, so dass der Prophet jetzt schon dazu überginge, die Gläubigen von den Gottlosen zu unterscheiden. Der Zusammenhang fordert aber, dass noch von der unvergleichlichen Vorsehung Gottes die Rede ist. David wiederholt also das, was er weiter oben gesagt hat. Und das nicht ohne Grund. Denn auch die wundervollen Proben verborgener Weisheit, die Gott in der Erschaffung des Menschen wie in der Regierung des menschlichen Lebens überhaupt abgelegt hat, werden bekanntlich teils übersehen, teils nicht nach Gebühr geschätzt. Köstlich, d. h. unschätzbar, nennt der Prophet die Gedanken Gottes, weil sie nicht im Bereich der menschlichen Urteilskraft liegen, und fügt in ähnlichem Sinne bei: „Wie mächtig sind ihre Summen!“ Sie sind dazu angetan, des Menschen Geist zu überwältigen. Dieser Ausruf erinnert daran, dass, wenn die Menschen nicht so unvernünftig, ja stumpfsinnig wären, sie von den geheimen, innerlichen Gerichten Gottes erschüttert werden müssten, so dass sie nicht mehr nach ihrer gewohnten Frechheit seiner spotten, sondern mit Furcht und Zittern vor seinem Richterstuhl sich einstellen würden.
Dasselbe bekräftigt auch der folgende Vers: Sollte ich sie zählen, so würde der geheimen Gedanken Gottes mehr sein denn des Sandes am Meer. Unser kleines Maß vermag nicht den tausendsten Teil davon zu fassen. –
Die folgenden Worte: „Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir“, werden zwar verschieden erklärt. Ich stehe aber nicht an, sie einfach in dem Sinne zu nehmen: so oft David vom Schlaf erwacht, bietet sich ihm neuer Stoff, der unfassbaren Weisheit Gottes nachzudenken. Das Aufwachen braucht also nicht auf einen Tag56 beschränkt werden. Sondern wie David bekannt hat, dass seine Sinne von der unendlichen Größe der Weisheit Gottes ganz hingenommen sind, so fügt er nun bei: „Täglich bei meinem Aufwachen finde ich neuen Grund zur Bewunderung“. Nun ist uns klar, was David eigentlich sagen will: Gott waltet so über dem Menschengeschlechte, dass ihm schlechthin nichts verborgen ist, auch nicht die in der Tiefe schlummernden Gedanken. Und mögen auch viele in grober Gleichgültigkeit sich in Sünden aller stürzen, als ob sie nie unter Gottes Augen kämen, so graben sie sich ihre Verstecke umsonst. Denn sie werden, ob sie wollen oder nicht, ans Licht gezogen werden. Diese Lehre dürften wir umso fleißiger erwägen, alt unter denen, die beim Betrachten ihrer Hände und Füße sich an ihrer schönen Gestalt ergötzen, kaum der hundertste seines Schöpfers und Bildners eingedenk ist. Aber auch wenn manche Gott als den Urheber ihres Lebens gelten lassen, so schwingt sich doch keiner zum wichtigsten Gedanken auf, dass der, der die Ohren und Augen bereitet und das vernunftbegabte Herz erschaffen hat, alles hört, sieht und erkennt.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Deshalb, weil der Mensch die Gedanken Gottes NIE erfassen kann, gibt es außer der Bibel auch niemandem und keinen, der IHN hier auf der Erde vertritt. Entweder erschließt mir der heilige Geist die Bedeutung der Bibel – aber es gibt keine Kirche oder org die ER benutzt, um den Menschen Seine Gedanken aufzuzeigen.