Danke für wertvolle Jahre

Ein (Im Hebr folgen die Anfangsbuchstaben der einzelnen Verse von hier ab der alphabetischen Ordnung) wackeres Weib, wer wird es finden? denn ihr Wert steht weit über Korallen. Das Herz ihres Mannes vertraut auf sie, und an Ausbeute wird es ihm nicht fehlen. Sie erweist ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens.
Elberfelder 1871 – Spr 31,10–12

Wer kann schon eine tüchtige Frau finden? Sie ist wertvoller als die kostbarsten Edelsteine. Ihr Mann kann ihr vertrauen, und sie wird sein Leben bereichern. Ihr ganzes Leben lang unterstützt sie ihn und fügt ihm nichts Böses zu.
Neues Leben Bibel – Sprüche 31,10–12

Eine Frau, die was draufhat, ist wertvoller als ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl. Wo findet man noch solche Frauen? Auf so eine kann sich ein Mann hundertprozentig verlassen. Es lohnt sich, eine Frau von so einem Kaliber zu haben. Sie ist immer gut zu ihm und nie link oder fies, solange sie lebt.
VolxBibel – Sprüche 31:10–12

Die Frau mit einem edlen Charakter ( Hayil ) wird ebenfalls in Sprüche 12,4 erwähnt (vgl. „edel“ in Sprüche 31,29 ). Rut wurde „eine Frau von edlem Wesen“ genannt ( Rt 3,11 ). Der Begriff für „edler Charakter“ wird in 2Mo 18,21 mit „tüchtig“ übersetzt. Die Frage: Wer kann … finden? (vgl. Sprüche 20,6 ) meint nicht, daß es eine solche Frau nicht gibt, sondern daß diese Frau Bewunderung verdient, denn es gibt sie wie die edlen Männer nur selten. Sie ist wertvoller als Edelsteine (vgl. eine ähnliche Aussage über die Weisheit in Sprüche 8,11 ).
Der Ehemann der tüchtigen Frau wird dreimal erwähnt (V. 11.23.28 ), und Vers 12 spricht von „ihm“. Er hat volles Vertrauen zu ihr. Ihre sorgfältige Haushaltsplanung vermehrt den Besitz der Familie. Ihrem Mann fehlt nichts an Haushaltsgütern.
Diese Frau handelt selbständig und ist nicht von ihrem Mann abhängig. Er erfährt Gutes von ihr. Sie unterstützt und ermutigt ihn. Sie ist treu und steht ihm ihr ganzes Leben lang bei.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Wer kann eine fähige Frau finden? Nach jüdischer Tradition wurde dieser Spruch von Avraham an seine Frau Sarah gerichtet und wird traditionell am Erev (Vorabend) des Schabbat von den Ehemännern an die jüdischen Ehefrauen gerichtet. „Fähige Frau“ ist eine eher schwache Übersetzung von eshet chayil. Chayil steht für Stärke und Heldentum. Ein besseres Verständnis wäre also „heroische Frau“ oder „tapfere Frau“. Deborah, die Richterin (Judg. 4), ist ein gutes Beispiel dafür. Als eshet chayil hat sie klare Führungsqualitäten und ist fleißig und aufrecht. Der Midrasch Tanhuma stellt fest, dass diese Frau Sarah ähnelt, die als mit Stärke und Majestät bekleidet beschrieben wird, wie die Wolke der Herrlichkeit, die über ihrem Zelt schwebte, zeigt.

The Complete Jewish Study Bible: Notes

Eine tüchtige Frau – wertvoller als Korallen (Teil 1)
„Eine tüchtige Frau, wer wird sie finden? Denn ihr Wert steht weit über Korallen.“
(Sprüche 31,10)

Einleitung
Die Beschreibung der tüchtigen Frau in Sprüche 31 ist vielen Bibellesern gut bekannt. Nicht nur Frauen, sondern auch Männer lesen diese Aussagen mit großer Freude. Die einen spiegeln sich in dem Text selbst, die anderen sehen ihre Ehefrau und/ oder Mutter darin.
Das Loblied auf diese nahezu perfekt erscheinende Ehefrau und Mutter ist ein Teil der Worte Lemuels, des Königs, und zwar ein „Ausspruch, womit seine Mutter ihn unterwies“ (Spr 31,1).
Wir wissen nicht, wer Lemuel und seine Mutter waren. Jedenfalls muss diese Königsmutter erstens eine sehr weise Frau gewesen sein und zweitens muss Lemuel gut zugehört haben, was seine Mutter ihn lehrte.
Salomo schreibt in Sprüche 18,22: „Wer eine Frau gefunden, hat Gutes gefunden“. Natürlich ist die Beschreibung in Sprüche 31 ein gewisses Idealbild. Es wird nur wenige Frauen geben, die dem tatsächlich entsprechen.
Dennoch steht fest: Gott gibt uns dieses Idealbild einer Frau als Maßstab, an dem christliche Frauen sich messen können. Er empfiehlt diese zuverlässige, tüchtige, fleißige, hingebungsvolle, wachsame und gottesfürchtige Frau zur Nachahmung.

Das biblische Frauenbild
Über das biblische Frauenbild ist viel geschrieben, diskutiert und gestritten worden. Das wird sich vermutlich nicht ändern. Mit einer gewissen Geringschätzung wird immer noch über das vermeintliche „Heimchen am Herd“ gesprochen. In die Vorstellung unserer modernen Gesellschaft scheint das überhaupt nicht mehr zu passen.
Doch wer tatsächlich immer noch meint, die biblische Rolle der Frau wäre mit den sogenannten „drei K“ (Kinder, Küche, Kirche) gut beschrieben, der irrt gewaltig. Wer den Wert einer christlichen Hausfrau und Mutter darauf reduzieren will, hat keine Ahnung von dem, was die Bibel über eine Frau und Mutter sagt.

Bleib in mir 2018 – https://www.bleibtinmir.de/artikelserie/eine-tuechtige-frau-wertvoller-als-korallen/

Frage 15 (an Ehemänner): Wie unterstützt du deine Frau darin, die Eigenschaften der „tüchtigen Frau“, deren Wert „über Korallen“ geht, aus Sprüche 31,10ff zu entwickeln? Lies Sprüche 31,10-31. Schreib dir in modernen Begriffen auf, welche Charakterzüge die „tüchtige Frau“ besitzt ( Auflösung: http://www.frogwords.de/bibel_at_nt/hohelied/kommentar/material ) und überlege, wie du deiner Frau helfen kannst, diesem Ideal ähnlicher zu werden (Überlege in diesem Zusammenhang auch, inwiefern du selbst ein reifer Ehemann bist bzw. werden willst. Der Ehemann aus Sprüche 31 hat drei herausragende Eigenschaften:
(1) Er übernimmt bereitwillig Verantwortung in der Gesellschaft,
(2) er vertraut ihr und lässt seiner Frau einen enormen Entscheidungs- und Handlungsspielraum, um sich mit ihren Gaben zum Wohle der Familie voll zu einzubringen, und
(3) er lobt seine Frau in der Öffentlichkeit (und man darf wohl davon ausgehen, dass er auch im Privaten bewundernd und respektvoll mit ihr umgeht). ).

K. Fischer – Crashkurs Leidenschaft

Einer der Kommentare die ich für Aktivgottesdienst gelesen hatte, zum Thema Samuel, fragte, ob der Schreiber von Sprüche 31 vielleicht Hanna und Pennia aus 1.Samuel 1 im Hinterkopf gehabt haben könnte? Der Kommentar sprach von den „kostbaren Perlen“ die auf hebräisch peninim heißen und mit den Namen peninna verwandt zu sein scheint. Haben wir hier also die „gute Hanna“ im Vergleich zur „Penninah“?

ER kennt alles?

Jehova! du hast mich erforscht und erkannt. (O. erforscht und kennst mich),
Elberfelder 1871 – Ps 139,1

Ein Psalm Davids. Herr, du hast mein Herz geprüft und weißt alles über mich.
Neues Leben – Bibel 2006 – Psalm 139,1

Ein Lied Davids. Herr, du durchschaust mich, du kennst mich durch und durch.
Hoffnung für alle – 1996 – Ps 139,1

Dieser Reim kommt von David, und auch der Beat kommt dazu: Gott, du beschützt mich, und du lässt mich nicht mehr in Ruh‘
VolxBibel – Psalm 139:1

Der in den Versen 1-6 vorherrschende Gedanke wird im ersten Vers angekündigt: Der Herr kannte David durch und durch. Es war für David, als ob Gott jede Einzelheit aus Davids Leben durchleuchtet hätte und ihn deshalb so genau kannte.

David zählte einige Beispiele dafür auf, wie genau Gott David kannte. Der Herr (die Anrede du ist im Hebr. betont; vgl. V. 13 ) kannte jede Bewegung, die David machte; die gegenteiligen Handlungen des Sitzens und Aufstehens stehen für all sein Tun (dies ist ein ganz bestimmtes Stilmittel im Hebr; vgl. V. 3.8 ). Gott kannte nicht nur das Tun Davids, er kannte auch seine Beweggründe ( Gedanken ; vgl. V. 17 ).
Die alltäglichen Handlungen des Psalmisten waren dem Herrn bis in die Einzelheiten hinein bekannt. Das Gehen am Morgen und das Niederlegen in der Nacht stehen für das ganze Tun während des Tages (vgl. V. 2.8 ).
Das Beispiel, das jedoch in besonderer Weise die Allwissenheit Gottes zum Ausdruck bringt, steht in Vers 4 . Bevor der Psalmist noch ein Wort auf seiner Zunge formen konnte, kannte der Herr das, was er sagen wollte. (Der hebr. Begriff für „Wort“ lautet millCh , und der ähnlich klingende Begriff für vollkommen lautet kVllAh .)

Zuerst war die Reaktion Davids auf dieses überwältigende Wissen Verwirrung. Wie so viele Menschen, die auf die Allwissenheit Gottes reagieren, fühlte er sich beengt davon, daß Gott um ihn war und seine Hand über ihn hielt.
Darüber hinaus hatte David keine Macht über diese Art von Wissen – es war ihm zu wunderbar . Das Wort „wunderbar“ ist durch seine Stellung zu Beginn des Satzes stark betont. Zur Bedeutung von „wunderbar“ als „ungewöhnlich oder außerordentlich“ vgl. den Kommentar zu Ps 9,2 .Mit anderen Worten: Die Allwissenheit Gottes ist zu hoch , als daß der Mensch sie begreifen könnte (vgl. auch den Kommentar zu Ps 139,14 ).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

David betete: „O Jehova, du hast mich durchforscht, und du kennst mich. Du selbst hast mein Sitzen und mein Aufstehen erkannt. Du hast meine Gedanken von fern bemerkt. Denn da ist kein Wort auf meiner Zunge, doch siehe, o Jehova, du weißt es schon ganz“ (Psalm 139:1, 2, 4). Außerdem weiß Jehova genau, wie wir fühlen, und auch „jede Neigung der Gedanken bemerkt er“ (1 Chronik 28:9; 1 Samuel 16:6, 7). Was verraten uns diese Verse also über Gott?
Unser Schöpfer sieht nicht nur, was wir tun, sondern versteht auch, warum wir es tun, selbst wenn wir mit ihm im Gebet nicht über all unsere Gedanken und Gefühle sprechen. Und er sieht sogar all das Gute, was wir gerne tun würden, auch wenn wir es aufgrund unserer Grenzen nicht schaffen. Gott beobachtet mit größtem Interesse unsere tief empfundene Liebe, denn schließlich war er derjenige, der sie in unser Herz gelegt hat (1 Johannes 4:7-10).

Wachtturm 2018

1 חקר er-, ausforschen, auskundschaften (AK qal 2 m sg + Suff) // ידע I merken, erfahren, (er)kennen, wissen (wPK qal 2 m sg).– 2 רֵעַ I Geschrei; II Freund, Gefährte; III (aram. Lw.) Wollen, Absicht, Gedanke // בין verstehen, einsehen, achtgeben, bedenken (AK qal 2 m sg).– 3 ארח unterwegs sein, wandern (Inf cs qal + Suff) // רבע I daliegen, sich begatten (Inf cs qal + Suff) // זרה I (aus)streuen, pi: zerstreuen, verbreiten; II (hap leg) abmessen (AK pi 2 m sg) // סכן I nützen, hi: sorgfältig umgehen, vertraut sein (AK hi 2 m sg).

Werkbuch Psalmen: Die Psalmen 73 bis 150

Jehova! du hast mich erforscht und erkannt
(Ps 139,1)
Wie erkenne ich mich? Angesichts von Himmel und Erde ist mein Platz. Das All ist vor mir wie ein aufgeschlagenes Buch. Durch die Beschäftigung mit diesem Buche kann ich „die ewige Kraft und die Göttlichkeit“ des Schöpfers wahrnehmen und die Unterweisung, die ich dadurch empfange, ist nicht ohne Bedeutung. Aber dieses Buch kann mich nicht lehren, wer ich bin. Wenn ich mich mit einem Stein vergleiche, oder mit der Sonne, oder mit einem Baum, sehe ich Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten. Ich muß erkennen, daß ich in dieser gewaltigen Schöpfung nur ein Stäubchen bin; aber alles Studium der Natur und ihrer Werke kann mich nicht lehren, wer ich bin.
Erkenne dich selbst!, sagt man mir. Untersuche dein Ich vor deinem Verstand, deinem Gewissen und Herzen, prüfe deine Gedanken, deine Gefühle und Wünsche, deine Befürchtungen und Beweggründe und deine Werke! Alle diese Dinge zusammen geben dir einen Spiegel, in welchem du dich sehen kannst, wie du bist. Ach, ich werde in Wirklichkeit mein Ich sehen, wie es in meinen Augen ist; ich werde mir selbst sagen, wie ich bin. Mein Verstand wird durch meinen Verstand beurteilt, meine Vernunft durch meine Vernunft, meine Gedanken durch meine Gedanken, und wenn ich mich auf diese Weise Teil für Teil geprüft habe, werde ich zu dem Ergebnis kommen, daß ich das bin, was ich zu sein glaube. Aber ist das mein Charakter? Nein, denn es geht für mich darum, zu wissen, was ich vor Gott bin, was Er von mir denkt. Nur das kann Wirklichkeit sein, was ich in den Augen Gottes bin.

Nun, sagt man mir, wenn es dir darum geht und das alles ist, was du wissen willst, so ist das doch einfach. Du hast ein Gewissen, und das Gewissen ist die Stimme Gottes. Frage dein Gewissen, dann wirst du befriedigt sein und so urteilen, wie Gott urteilt. Das Licht der göttlichen Flamme wird dir zeigen, wie du bist. Du wirst dich sehen, wie Gott dich sieht. Untersuche dein Gewissen!
Gut, machen wir den Versuch. Zwei Dinge sind für mich unwidersprechlich. Ich weiß, daß Gott einer ist und daß alle Menschen ein Gewissen haben. Aber Tag für Tag nehme ich wahr, daß das eine Gewissen von dem anderen beurteilt und verurteilt wird. Da sind zwei Menschen. Der eine sagt mir, daß sein Gewissen ihm unwiderruflich befiehlt, dies oder das zu tun, und der andere sagt mir, daß er gegen sein Gewissen handeln würde, wenn er diese Dinge tun würde. Nehmen wir ein Beispiel. Ein Protestant wird dir sagen, daß sein Gewissen es ihm verbietet, zu den sogenannten Heiligen zu beten, während ein Katholik sich in seinem Gewissen gebunden fühlt, dies zu tun. Nimmt man nun an, das Gewissen wäre die Stimme Gottes in diesen beiden, so stößt man auf einen unlösbaren Widerspruch. Was ist hier die Ursache? Sehe ich nicht deutlich, daß mein Gewissen ebenso unvollkommen ist, wie ich es selbst bin? Wie kann ich es da zu meinem Führer wählen?
Das ist wohl richtig, wird man mir sagen, wenn du genau wissen willst, wie du vor Gott bist, mußt du dich an die Religion halten. Sie belehrt dich über Gott. Ich bin ganz bereit, dem Lichte zu folgen, nach welchem ich mich sehne. Aber welche Überraschung erwartet mich! Welch eine Unzahl von Religionen!
Kann mich die Religion zu Gott führen? Zweifellos beschäftigt sie sich mit Gott, aber Gott ist einer, und der Religionen sind viele. Und ich sehe, daß ihre Diener in beständigem Kampf miteinander liegen. Wenn alle Menschen denselben Gott zum Gegenstand hätten, müßten sie alle dieselben Gedanken haben und dieselbe Sprache reden. Wen soll ich nun hören? Wer wird mir die Wahrheit über Gott und über den Menschen sagen? Jeder behauptet, die Wahrheit zu besitzen, aber sie müssen blind sein, denn sie widersprechen sich. Was der eine bestätigt, leugnet der andere, und was der eine aufbaut, reißt der andere nieder. Anstatt Licht, sehe ich Verwirrung. Wo der eine ja sagt, sagt der andere nein. Nein, hier sehe ich kein Licht.
Wohin soll ich mich wenden? Wer gibt mir Licht?
Hier gibt es nur eine Antwort. Es gibt ein wunderbares Buch, welches uns Gott offenbart und uns zeigt, wer Er ist. Der Gott, dessen Offenbarung ich in der Natur sehe, hat gesprochen. Solltest du nicht wissen, welches Buch dies ist? Hast du nie von der Bibel gehört? Weißt du nicht, daß die Bibel das Wort Gottes ist? In diesem Worte findest du keine Verwirrung und keine Widersprüche, wenn Menschen ihr solche auch nachsagen möchten. Die ganze Geschichte des Menschen und die Offenbarung Gottes in dieser Geschichte findest du im Worte Gottes, in der Heiligen Schrift. Sie beweist durch sich selbst, daß Gott der lebendige und wahre Gott ist. Im Worte Gottes siehst du den Menschen stets vor Gott hingestellt, siehst ihn, wie Gott ihn sieht, siehst auch, wie Er dich sieht. Lies es selbst, du wirst sehen, daß dies nicht bestritten werden kann. Gott offenbart Sich in Seinem Wort. Er offenbart darin auch, was der Mensch ist, auch wer du bist.
Hiermit könnte dieser Artikel eigentlich schließen. Der Zweck, dir ein Licht zu zeigen, in dem du dich selbst erkennen kannst, ist erreicht. Dieses Licht ist die Bibel, das Wort Gottes. Aber ich möchte doch noch einige Worte über dieses heilige Buch hinzufügen, über das, was ich in demselben gefunden habe, sei es über Gott oder über den Menschen.
….

Ermunterung und Ermahnung 1964

Glaube reicht doch – oder??

Du siehst, daß der Glaube zu seinen Werken mitwirkte, und daß der Glaube durch die Werke (W. aus den Werken) vollendet wurde.
Elberfelder 1871 – Jak 2,22

Weißt du nicht mehr, dass unser Stammvater Abraham vor Gott gerecht gesprochen wurde, weil er seinen Sohn Isaak auf den Altar legte? Wie du siehst, vertraute er Gott so sehr, dass er bereit war, alles zu tun, was Gott von ihm verlangte. Sein Glaube wurde durch sein Handeln vollendet. So geschah genau das, was die Schrift sagt: »Abraham glaubte Gott, und Gott erklärte ihn für gerecht.« Er wurde sogar »Freund Gottes« genannt. Ihr seht also, dass ein Mensch nur dann, wenn er auch handelt, vor Gott gerecht gesprochen wird und nicht allein aufgrund seines Glaubens.
Neues Leben Bibel – Jakobus 2,21–24

Ihr seht also: Wir werden nur dann von Gott angenommen, wenn unsere Taten beweisen, daß unser Glaube echt ist. Anders geht es nicht.
Hoffnung für alle – Jakobus 2:24

συν-ήργει Ipf. -εργέω mitwirken, unterstützen, helfen, zusammenwirken. ἐ-τελειώθη Aor. Pass. τελειόω vollenden; zu Ende bzw. ans Ziel führen; zur Vollendung führen (Pass. gelangen).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Jakobus verbindet 1.Mose 15,6 mit der Opferung Isaaks ( 1.Mose 22 ), wie es in der jüdischen Überlieferung üblich war. Die Opferung des ersehnten Sohnes war für Abraham der höchste und äußerste Ausdruck seines Glaubens, nicht nur nach Ansicht der jüdischen Exegeten, auch nach der Aussage des biblischen Berichtes selbst. (Gott hatte einen Bund mit den Nachkommen Abrahams geschlossen, weil er Abraham liebte und ihm eine Verheißung zuteil werden ließ – 5.Mose 7,7-9 – , der Abraham geglaubt und gehorcht hatte; und Gott hatte den gehorsamen Glauben Abrahams angenommen – 1.Mose 26,4-5 . Diese Sichtweise entspricht allerdings nicht ganz der Auffassung der Rabbinen des 2. Jh., dass Gott das Schilfmeer um der Verdienste der Patriarchen willen geteilt habe, und noch weniger dem immer wieder zu beobachtenden Standpunkt, dass Glauben in einem einmaligen Gebet besteht und keinerlei Verpflichtungen und Folgen für das Leben des Betreffenden mit sich bringt, dass der Glaube aber nichtsdestoweniger wirksam bleibt, auch wenn er schon bald wieder in den Hintergrund des Bewusstseins tritt.) Abraham wurde bei der Aqeda, der Bindung Isaaks, insofern für »gerecht« erklärt, als Gott auf diesen Akt des Gehorsams hin abermals die Größe seines Glaubens, der darin seine schwerste Prüfung bestanden hatte, anerkannte ( 1.Mose 22,12 ). Im A.T. wird Abraham als »Freund« Gottes bezeichnet ( 2.Chr 20,7; Jes 41,8 ), ein Ehrentitel, der vor allem bei den späteren jüdischen Schriftstellern große Beachtung fand.

Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Abraham bewies seinen Glauben durch seine Werke bei der Opferung Isaaks in Vers 21: Wurde nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerechtfertigt, indem er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte?
Die Verwendung des Ausdrucks Abraham, unser Vater, zeigt, dass dieser Brief von einem jüdischen Gläubigen an jüdische Gläubige geschrieben wurde. Diese rhetorische Frage erfordert eine positive Antwort. „Ja, er wurde durch Werke gerechtfertigt. “ Abrahams Werke waren der Beweis für seine Rechtfertigung, nicht das Mittel seiner Rechtfertigung. Abraham war bereits in 1. Mose 12 ein Gläubiger und er wurde in 1. Mose 15,6 von Gott für gerecht erklärt, als er Gottes Verheißungen glaubte. Paulus bezieht sich auf Abrahams ursprüngliche Rechtfertigung in Römer 4,3 und Galater 3,6. Das besondere Werk in diesem Fall war, dass er Isaak opferte, beschrieben in 1. Mose 22,1-18, und das kam sehr spät in seinem Leben. Auf diese Weise wurde er gerechtfertigt, dass er wirklich Glauben hatte.
Derselbe Punkt wird in Hebräer 11:17-19 angesprochen.
Als nächstes beschreibt Jakobus in den Versen 22-23 den Glauben Abrahams: „Ihr seht, dass der Glaube mit seinen Werken wirkte, und durch die Werke wurde der Glaube vollkommen; und die Schrift wurde erfüllt, die da sagt: Und Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet, und er wurde ein Freund Gottes genannt.
In Vers 22 vervollkommneten Abrahams Handlungen in 1. Mose 22 seinen Glauben. Das griechische Wort für „gewirkt“ bedeutet „mitwirken“. Abrahams Glaube und seine Werke wirkten als zwei unabhängige Kräfte zusammen; seine Werke unterstützten und stützten die Tatsache, dass sein Glaube ein lebendiger Glaube war. Das bedeutet nicht, dass Glaube und Werke gleichberechtigte Partner sind, aber es bedeutet, dass sie untrennbar miteinander verbunden waren. Rettender Glaube bringt solche Werke hervor. Der Glaube veranlasste ihn, die Tat zu tun, und durch die Werke wurde der Glaube vollkommen gemacht. Das griechische Wort für „vollendet“ bedeutet „zu einem Ende bringen“, „zum Ziel bringen“. Gott brachte Abrahams Glauben durch diese Erfahrung an sein Ziel. In Vers 23 fügt der Autor hinzu, dass die Schriftstelle auf diese Weise erfüllt wurde. Die konkrete Schriftstelle war 1. Mose 15,6, in der es heißt: Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Das Ergebnis war ein zweifaches. Erstens: Er wurde als gerecht angesehen. Zweitens wurde er der „Freund Gottes“ genannt (2. Chr. 20,7; Jes. 41,8).
In Vers 24 zieht Jakobus seine Schlussfolgerung und beantwortet die Frage, die er in Vers 14 aufgeworfen hat: Ihr seht, dass der Mensch durch Werke gerechtfertigt wird und nicht allein durch den Glauben.
Ein Mensch wird durch Werke gerechtfertigt, nicht in dem Sinne, dass er durch Werke gerettet wird; vielmehr beweisen seine Werke seinen Glauben. Ein Glaube, der keine Werke hervorbringt, ist von vornherein kein rettender Glaube.

Arnold Fruchtenbaum – Das Buch Jakobus

Nun kann auch der »törichte Mensch« aus V. 20 einsehen: Der Glaube wirkt mit seinen Werken zusammen. In dem Wörtchen »seinen« hängt das Verständnis des ganzen Abschnitts. Jakobus meint die Werke des Glaubens. Es handelt sich nicht um zusätzliche, vom Glauben unterschiedene oder gar ihm fremde Werke, sondern um seine eigenen Werke. Die Werke sollen nicht als etwas Zweites zum Glauben hinzukommen. Der Glaube ist in dieser Hinsicht nicht ergänzungsbedürftig. Der Glaube soll nicht ergänzt, sondern lebendig werden.
Dabei bildet der Glaube mit seinen Werken eine wirksame Einheit. Es gibt für Jak so etwas wie einen »Synergismus« (so wörtl.), ein Zusammenwirken des Glaubens mit seinen Werken. Durch das Wort »zusammenwirken« wird der Glaube in seiner Wirksamkeit erkenntlich. Dabei wirken nicht die Werke, die Menschen tun, mit dem Glauben zusammen, den Gott schenkt, sondern der Glaube wirkt zusammen mit seinen Werken. Es handelt sich also nicht um das Zusammenführen von zwei »Werken« oder Handlungen, sondern um einen einzigen, ganzheitlichen Wirkungszusammenhang.
Der Glaube zielt auf sein Werk; er kommt in seinen Werken zur Erfüllung. Glaube und Werke ergeben zusammen nicht etwas Drittes, Umfassendes, sondern durch die Werke wird der Glaube vollendet. Wiederum wird deutlich, worauf bereits oben hingewiesen wurde: Es geht Jak nicht darum, dass der Glaube durch Werke ergänzt wird, sondern darum, dass der Glaube an sein Ziel, zur Vollkommenheit gelangt.

Wuppertaler Studienbibel

So schäme dich nun nicht des Zeugnisses unseres Herrn

Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (O. des gesunden Sinnes. And üb.: der Zurechtweisung, Zucht)
Elberfelder 1871 – 2. Tim 1,7

Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Feigheit gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Bekenne dich also offen und ohne Scheu zur Botschaft von unserem Herrn!
Gute Nachricht Bibel 2018 – 2. Tim 1,7–8a

Diese Kraft, die Gott uns gegeben hat, lässt uns nicht ängstlich sein. Ganz im Gegenteil: Sein Geist bewirkt, dass wir mutig sein können. Er gibt uns Kraft zu lieben und hilft uns, die Dinge im Griff zu haben, auch wenn es gerade mal nicht danach aussieht. Schäm dich nicht, vor anderen Menschen klarzustellen, dass du an Jesus glaubst.
VolxBibel – 2. Tim 1,7–8

2Tim 1,7 ἔ-δωκεν Aor. δίδωμι. δειλία Feigheit, Zaghaftigkeit. σω-φρονισμός Mahnung; Mäßigung, Besonnenheit, Selbstbeherrschung. 2Tim 1,8 ἐπ-αισχυνθῇς Aor. Konj. Pass. -αισχύνομαι130 sich schämen, m. Akk.; prohibitiver Konj. (A256). μαρτύριον Zeugnis. κυρίου gen. obi. (A158); μὴ ἐπαισχυνθῇς τὸ μαρτύριον τοῦ κυρίου ἡμῶν schäme dich nicht des Zeugnisses/der Botschaft von unserem Herrn od. schäme dich nicht, Zeugnis für unseren Herrn abzulegen/dich zu unserem Herrn zu bekennen.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

In meiner Siegener Gemeinde sagte eine alte Frau häufig zu mir: „Wir können nur das geben, was wir selbst empfangen haben.“ Als sie diesen Satz das erste Mal sagte, habe ich nicht weiter drüber nachgedacht, weil er mir zu banal schien. Aber da sie ihn bei jedem Besuch wiederholte, fing ich an, über seinen tiefen Gehalt nachzudenken. Es stimmt wirklich. Wir können nur das im Dienst für Gott entfalten, was wir von ihm empfangen haben. Unsere Aufgabe als Mitarbeiter ist es nicht, irgendetwas darzustellen, was wir nicht sind und können, sondern das zu entfalten, was er in uns hineingelegt hat. Das ist natürlich alles andere als ein Freibrief, um es sich bequem zu machen. Wer etwas anfachen will, muss für frischen Wind sorgen.
Aus diesem Grund sagt Paulus:
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Feigheit gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
2 Timotheus 1,7
Den Begriff, den die GNB mit Feigheit übersetzt, könnte man treffender mit Zaghaftigkeit oder Zögerlichkeit wiedergeben. Paulus hat die Sorge, dass Timotheus eben nicht mutig genug an seine Aufgabe herangeht. Aber Gottes Geist gibt Kraft, Liebe und Besonnenheit für die Aufgaben, an die er uns stellt.
Gottes Geist gibt Kraft: Auch wenn wir an unsere Grenzen stoßen und uns überfordert fühlen – Gottes Kraft ist da. Nicht selten wirkt sie gerade dann, wenn unsere Kraft klein ist!
Gottes Geist gibt Liebe: Leitende Mitarbeiter in Gottes Reich haben es in ihrem Dienst immer mit Menschen zu tun. Auf Dauer hält man diesen darum nicht ohne Liebe zu Menschen aus. Das gilt gerade in den Situationen, wo es nicht so läuft, wie man es sich vorstellt.
Ein älterer Pastor erzählte sehr pointiert, wie er seinen Gemeindedienst empfunden hatte: „Am Anfang unseres Dienstes hatte die Gemeinde uns so lieb, dass sie uns beinahe zu Tode gedrückt hätte. Zwei Jahre später bereuten sie, es nicht getan zu haben.“ Weil menschliche Sympathie so wechselhaft ist, brauchen wir die Liebe, die uns nur der Geist Gottes schenken kann.
Gottes Geist gibt Besonnenheit: Besonnenheit bewahrt uns davor, zu schnell zu viel zu wollen. Wann spreche ich ein heikles Thema bei einem Menschen an? Wie viel Zeit gebe ich der Gemeinde und mir, sich auf Veränderungen einzustellen?

Bekenne, was Gott in Jesus Christus getan hat
Als Symbol für diese Aufforderung denke ich an einen alten „Jesus lebt“-Button, den der verstorbene Lüdenscheider Pastor Paul Deitenbeck erfunden hatte. Es fiel mir nicht besonders schwer, als Jugendlicher diesen Button am Sonntagmorgen im Gottesdienst zu tragen, aber am Montagmorgen in der Schule gehörte richtig Mut dazu. Paulus fordert Timotheus auf, sich in jeder Situation zu Jesus zu bekennen:
Bekenne dich also offen und ohne Scheu zur Botschaft von unserem Herrn! Schäme dich nicht meinetwegen, weil ich für ihn im Gefängnis sitze, sondern sei bereit, mit mir für die Gute Nachricht zu leiden. Gott gibt dir die Kraft dazu.

ERF – Leiterschaft mit Herz

Dieser Vers lehrt allgemein, daß Gott, wenn Er eine Gabe gibt auch die notwendige Befähigung zu ihrer Ausübung verleiht. Wenn wir Timotheus als Einzelperson insgesamt betrachten, so scheint in seiner Persönlichkeit eine gewisse Schüchternheit vorhanden gewesen zu sein. Diese Worte sollten ihn ermutigen, den Gebrauch seiner Gnadengabe zur Herrlichkeit Gottes nicht zu vernachlässigen.
Dieses Verleihen der Gabe war eine definitive Handlung, was durch den Aorist angedeutet wird, der sich wahrscheinlich auf den Zeitpunkt bezieht, als die Gabe gegeben wurde, wie im vorhergehenden Vers beschrieben. Das Mehrzahlfürwort „uns“, kann sich auf Timotheus und Paulus speziell beziehen, ist aber wahrscheinlich weitergefaßt. Furchtsamkeit impliziert Feigheit und Ängstlichkeit und ist ein Kennzeichen des Fleisches (Johannes 14,27). Wenn Timotheus in irgendeiner Weise zu zurückhaltend wäre beim Annehmen der in der Gabe eingeschlossenen gottgegebenen Verantwortung, dann wäre dies das Ergebnis von Furchtsamkeit, von der der Apostel sagt, daß sie nicht von Gott ist. 1 Johannes 4,18 ist in diesem Punkt sehr hilfreich.
Einige Ausleger haben große Betonung auf die Abwesenheit des bestimmten Artikels vor „Geist“ gelegt, und haben daraus geschlossen, daß es sich hier nicht um den Heiligen Geist handelt. Es sollte jedoch bemerkt werden, daß fähige Griechisch-Gelehrte sowohl auf der Pro- als auch auf der Contra-Seite dieses Arguments stehen, und nichts in der griechischen Grammatik hindert uns daran, den bestimmten Artikel einzufügen, um dem Ausdruck im Deutschen einen Sinn zu geben. Dies bedeutet, daß der Kontext bestimmen muß, ob es sich um den Heiligen Geist handelt oder nicht. Andere haben argumentiert, daß es nicht um den Heiligen Geist gehen kann, weil „Geist“ hier mit den Genitiven Kraft, Liebe usw. verbunden ist. Eine solche Auffassung kann aber nicht aufrechterhalten werden, wenn Römer 8,15 in Betracht gezogen wird. Es ist ein paralleler Vers, und dort geht es ganz eindeutig um den Heiligen Geist. Die meisten Ausleger geben zu, daß der Heilige Geist allein Kraft, Liebe und Besonnenheit im Gläubigen hervorbringt. Es wäre deshalb im Licht der erwähnten Punkte weise anzuerkennen, daß es hier um den Heiligen Geist und seine Auswirkungen geht.
Die Konstruktion der Aussage ist interessant, und anderswo in der Schrift z. B. in Römer 14,17 finden wir ähnliche Anordnungen. Im Zusammenhang mit der Gnadengabe rüstet der Heilige Geist mit Kraft aus, damit die Befähigung zur Ausübung moralischer und geistlicher Autorität in der Anwendung der Gnadengabe vorhanden ist. Dies war von besonderer Bedeutung für Timotheus, sowohl bezüglich seiner eigenen Veranlagung, als auch der Zeiten, in welchen er zu dienen hatte. Die Liebe befähigt dazu, daß die Gnadengabe in selbstaufopfernder Weise für die Interessen der anderen ausgeübt wird. Agape wird hier verwendet, was sich auf den objektiven göttlichen Aspekt der Liebe bezieht. „Besonnenheit“ oder „Selbstbeherrschung“ bezieht sich auf die Wichtigkeit von Disziplin und Kontrolle bei jeder Gabe. Diese Kennzeichen werden von dem Heiligen Geist bewirkt, der auch die Gabe selbst hervorgerufen hat.
8
Die Ermahnung, sich nicht zu schämen, impliziert keineswegs, daß Timotheus in seinem Zeugnis ein Feigling geworden wäre. Der Konjunktiv Aorist mit der Verneinung bedeutet hier eine Handlung, die noch nicht begonnen hat (Wuest). Timotheus hatte sich deutlich als ein treuer Mitknecht erwiesen, und war mit dem Apostel an verschiedenen Orten gewesen als Verfolgung ausgebrochen war. Er war treu geblieben und der Apostel stärkt nun diese Entschlußkraft. Paulus zeigt hier, daß dies gelegentlich auch vorbeugend sein sollte. Die Grundlage für diese Ermahnung liegt im vorhergehenden Vers: Im Licht der Gabe selbst und der Befähigung, welche durch die sie begleitenden Eigenschaften des Heiligen Geistes gegeben wurde, würde Timotheus nicht irgendeiner Form geistlicher Feigheit zum Opfer fallen.
Die Gelehrten sind verschiedener Auffassung, ob nun der Genitiv „unseres Herrn“ subjektiv oder objektiv ist. Die griechische Grammatik gibt hier keine eindeutige Antwort, und der Kontext erlaubt beides. Wenn er subjektiv aufgefaßt wird, dann geht es um das Zeugnis, das von unserem Herrn abgelegt wurde, und schließt seine Lehren ein, die nun von denen weitergegeben werden, die predigen. Wenn es objektiv ist, bezieht es sich auf das Zeugnis, das Paulus und Timotheus usw. über den Herrn ablegen. Wenn man alles gegeneinander abwägt, scheint letzteres dem unmittelbaren Kontext näherzuliegen besonders im Hinblick auf die folgenden Aussagen. Den ganzen Brief hindurch ermutigt Paulus den Diener Gottes in seiner Arbeit und seinem Zeugnis von und für die Person Christi.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Paulus schreibt: »Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit« (V. 7).

Timotheus durfte damit rechnen, dass die ihm mit Gottes Geist geschenkte Gabe auch die Kraft einschloss, solche Nöte durchzustehen. Früher schon war ja Timotheus um Paulus, als sich dieser im Gefängnis befand (vgl. Phil 1,1; Kol 1,1; Phim 1,1). Nun war alles noch viel feindseliger; aber auch in dieser Lage durfte Timotheus mit Gottes Kraft rechnen.

Paulus betont: »Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht« (wörtlich: »einen Geist der Verzagtheit«). Solch eine Verzagtheit wäre in dieser Lage die Art des natürlichen, nicht mit Gott und seiner Kraft rechnenden Menschen. »Verzagt« waren jene Kundschafter, die angesichts der nötigen Einnahme des verheißenen Landes nicht mit Gottes Treue und Macht rechneten. Und sie machten – das war das Schlimmste – mit ihren entsprechenden Worten auch die andern Menschen aus Israel verzagt (4Mose se 13,28ff.). Sie meinten, in der nötigen Weise »Realisten« zu sein. Aber es war ein »Realismus des Unglaubens«, von dem sie sich erfüllen ließen, der Geist des die Menschen zum Misstrauen gegen Gott verfahrenden Feindes. »Und der Verzagten … Teil wird sein in dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt« (Offb 21,8, alte Luther-Übers.; im Griech. steht für »verzagt« derselbe Ausdruck wie hier für »Furcht«).

3.3.1 Paulus spricht vom »Geist der Kraft«. Dieser war in gewissem Sinn auch schon in Josua und Kaleb, die zu den verzweifelten Leuten sagten: »Wenn der Herr uns gnädig ist, so wird er uns in dies Land bringen und es uns geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt« (4Mose 14,8). Das war in dieser Lage »Realismus des Glaubens«. Dieser Geist der Kraft erfüllte auch Paulus. und er ließ ihn voll zur Wirkung kommen, als er sich auf seine Missionsreisen begab, als er vor den hochmütigen Athenern sprach, in gespannter Atmosphäre vor den fahrenden Juden in Jerusalem, ja sogar als Gefangener vor dem Statthalter Festus und dem König Herodes (Apg 13,1-3; 17,17ff.; Apg 26,2ff.). Lassen wir doch auch so Gottes Geist und Kraft in unserem Leben zur Wirkung kommen und uns zu einem solchen Realismus des Glaubens helfen: »Bei Gott sind alle Dinge möglich« (Mt 19,26), vor ihm sind immer alle Möglichkeiten offen, auch, dass Menschen, von denen wir’s nicht denken, von ihrer Sünde überführt, durch Jesu Opfer gereinigt, durch Gottes Geist erneuert und sogar zu Zeugen Jesu werden.

3.3.2 Der »Geist der Liebe«: Gottes Geist ist der »Christus in uns« (2Kor 3,17 a); er macht uns Jesus ähnlich. Christus soll durch ihn in unserem Leben zur Ausgestaltung kommen (Gal 4,19). Und Jesus ist sogar denen, die ihn mit harten Händen verhaftet haben, mit linder Hand begegnet; das Letzte, was er mit seinen eben noch freien Händen tat, war, dass er einen am Ohr verletzten Häscher heilend berührte (Lk 22,51). So hilft ebenso uns der »Geist der Liebe«, niedergeschlagene Menschen aufzurichten, Verwundete zu heilen, auf Irrwege Geratene freundlich zurechtzubringen, und das auch mitten in eigener Bedrängnis.

3.3.3 Der »Geist der Besonnenheit«: Er hilft uns dazu, auch unter den Augen einer misstrauischen und feindseligen Welt vor allem dessen eingedenk zu sein, dass wir unter den Augen unseres Gottes leben. Das bewirkt dann, dass wir bedacht und gesammelt handeln, dass wir die, die uns unfreundlich begegnen, nicht unnötig vor den Kopf stoßen, was sie dem Evangelium nur erst recht verschließen würde. Auch wenn die Gegner sich aufs höchste gegen uns erregen, vermögen wir in diesem Geist immer wieder ruhig, sachlich, überzeugend mit ihnen neu zu beginnen und ihnen liebevoll zu antworten. Gottes Geist kann uns dazu überwinden, auch wenn diese Art nicht unser Naturell ist.

3.4 Sich nicht scheuen, für Jesus zu zeugen und für ihn leidensbereit zu sein
»Darum«, fährt Paulus fort, »schäme dich nicht des Zeugnisses von unserem Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes« (V. 8).

»Darum«, weil doch Gottes Geist, seine Gabe, seine Kraft in dir wohnt, »schäme dich nicht«, »genier« dich nicht«. Timotheus musste angesichts der heiklen, bedrohlichen Situation in Rom nicht etwa solchen Hemmungen nachgeben, auch wenn sie seiner natürlichen Art und Anlage entsprochen hätten. Gottes Geist schenkte ihm dazu das Vermögen, die Weisheit, die Kraft.
»Darum«, weil doch Gottes Geist, seine Gabe, seine Kraft in dir wohnt, »schäme dich nicht«, »genier« dich nicht«. Timotheus musste angesichts der heiklen, bedrohlichen Situation in Rom nicht etwa solchen Hemmungen nachgeben, auch wenn sie seiner natürlichen Art und Anlage entsprochen hätten. Gottes Geist schenkte ihm dazu das Vermögen, die Weisheit, die Kraft.

3.4.1« … des Zeugnisses von unserem Herrn« sollte er sich nicht schämen, des Bekenntnisses zu Jesus, der Einladung zu ihm auch unter solchen Umständen. Im Blick auf sich selbst schrieb Paulus mehrere Jahre früher den Christen in Rom: »Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht« (Röm 1,16), und er nannte dabei auch den Grund, weshalb er hier keine Hemmungen hatte:» … denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.« Wenn wir Jesus bezeugen, haben wir etwas zu sagen und den Leuten zu geben; wir brauchen uns dabei nicht zu genieren und uns nicht damit zu verkriechen.

3.4.2 »Schäme dich nicht … meiner …« Nun wurde es für Timotheus noch konkreter: Sich in solch einer Situation zu Jesus zu bekennen heißt, sich auch zu seinen Boten zu bekennen. Man darf hier nicht etwa denken: »Nein, Jesus verleugne ich nicht!« – und zugleich seine Boten verleugnen: »Mit ihnen habe ich nichts zu tun!« Für einen treuen Nachfolger Jesu ist es unmöglich, sich von ihnen zu distanzieren in der Absicht, sich aus Kampf und Anfechtung herauszuhalten, und das noch rechtfertigen zu wollen: »Sie sind eben auch so einseitig! Sie lassen halt auch gar nicht mit sich reden!« So, als ob es ein Mittelding gäbe zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen dem Glauben an Jesus und seiner Abweisung.

Edition C – NT

„Jehovah erhörte mich“

Ich suchte Jehova, und er antwortete mir; und aus allen meinen Beängstigungen errettete er mich.
Elberfelder 1871 – Ps 34,5

  Ich suchte Jahweh, und er erhörte mich, 
  und aus allen meinen Ängsten befreite er mich.

Jantzen & Jettel – Psalm 34,5

Ich suchte Jehova, und er erhörte mich; und aus aller meiner Furcht rettete er mich.
van Ess – Psalm 34:5

Gott ist mein ständiger Wegbegleiter, wenn ich ihn etwas frage, dann antwortet er mir immer. Er holt mich raus, wenn ich Angst und Depressionen habe, mich irgendwelche Zwänge plagen.
VolxBibel – Ps 34,5

Ich suchte ADONAI, und er antwortete mir. Psalm 34 ist ein Akrostichon, das aus dreiundzwanzig Versen in der hebräischen Bibel besteht, wobei jedem Vers Buchstaben des Alef-Bets vorangestellt sind. Er ist in zwei Gruppen zu je elf Versen unterteilt, wobei sich die eine Gruppe mit Lob und die andere mit Belehrung beschäftigt.

The Complete Jewish Study Bible: Notes

David berichtete hier seine Errettung. Weil er geschrien hatte und errettet worden war (vgl. „errettet“ in V. 8.18.20 ), war er davon überzeugt, daß Gottes Volk niemals zuschanden wird. Nein, es strahlt vor Freude, weil Gott es erhört (vgl. V. 16.18 ) und es aus ihren Nöten errettet (vgl. V. 18.20 ).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Der zeugnishafte Lobpreis des Psalmisten soll gerade die Gebeugten bzw. Elenden erreichen; sie sollen sich daran und damit am Eingreifen Gottes zugunsten der “Gerechten” zur Freude aufrichten und miteinstimmen können (3f.6). Wie später Jesus in der Bergpredigt (vgl. Mt 7,7f.) wird dem wahrhaftigen Gott-Sucher beschieden, dass er diesen auch findet (5.7, auch 18). Auch von der Wirklichkeit schützender und rettender Engel ist die Rede (8). JHWHs Wahrnehmen (Auge/sehen, Ohr/hören) der irdischen Geschehnisse, insbesondere was die Bedrängnis des “Gerechten” betrifft, ist betont (16–18). Es führt zu entsprechendem Handeln (“ausrotten” u.a. <=> “erretten” u.a., 19–23).

Werkbuch Psalmen I: Die Psalmen 1 bis 72

Da ich den Herrn suchte, antwortete er mir. Jetzt hebt David an, seine Freude, von der er soeben nur andeutend sprach, ausführlicher zu deutlicher zu entfalten. Zunächst kann er von der Erhörung seiner Gebete berichten, woraus er dann eine Anwendung auf alle Frommen macht: seine Erfahrung soll ihnen (V. 6) zum stärkenden Unterpfand werden und auch sie zum Beten ermuntern. Dass man Gott „sucht“, kann sonst wohl besagen, dass man sich ihm mit ganzem Herzen ergibt und alle seine Gedanken darauf richtet, ihn zu verehren. Hier zeigt der Zusammenhang, dass es einfach von der Zuflucht verstanden sein will, die man zu Gott nimmt, von dem Bittgebet, auf welches er antwortet. – Unter den Ängsten sind eigentlich die Gefahren zu verstehen, welche Davids Herz mit Angst erfüllten. Es steht also die Wirkung für die Ursache, wiewohl David ohne Zweifel auch gestehen will, dass er erschrocken und von Furcht umgetrieben war. Denn er blickte seine Gefahren nicht so zu sagen nur von oben herab aus der Ferne an, sondern er war von Furcht gequält, so dass er mit Recht von seinen Ängsten reden konnte. Und Ängste in der Mehrzahl deuten darauf hin, dass er in mancherlei Weise sich zu fürchten hatte: vielerlei Erschütterungen warfen ihn hierhin und dorthin. Sicherlich stand ihm auf der einen Seite ein qualvoller Tod durch Misshandlung vor Augen, – oder er musste auch fürchten, dass Achis ihn an Saul ausliefern werde, um sich dadurch bei ihm in Gunst zu setzen, wie denn die Gottlosen nur zu gern miteinander die Kinder Gottes zum Spott haben. Dazu kam, dass er nun einmal verraten und erkannt war: selbst wenn er also glücklich entrinnen konnte, ließ sich nichts anderes erwarten, als dass Sauls Häscher ihm überall nachstellten. Doch war für die Gegenwart schon der Hass des Achis, der ihm aus dem Tode Goliaths und der Niederlage seines Heeres erwachsen war, völlig ausreichend, mehrfachen Schrecken zu erregen: jetzt war die beste Gelegenheit zur Rache, und bei seiner Grausamkeit war nicht zu erwarten, dass er sich mit einer leichten Bestrafung begnügen werde. Das alles wollen wir uns ernstlich vor Augen stellen: jagen uns auch die Gefahren, die uns bedrohen, Schrecken ein, – wie denn selbst David bei aller seiner Heldengröße kein eisernes Herz hatte, sondern zittern musste -, so soll doch keine weichliche Frucht uns abhalten, den Herrn anzurufen.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Interessant in Davids Leben: er wurde auch von eigenen Landsleuten verfolgt und Jehovah beschützte ihn auch vor diesen Feinden. Der Schluß, dass man Mitglied in einer Org. oder Gemeinde / Kirche sein muß, oder gar einem bestimmten Volk angehören muß, um Gottes Schutz zu genießen, geht also ins Leere! Ein gutes persönliches Verhältnis zu Jehovah war und ist die Vorraussetzung für den Schutz und die Rettung!

glaubte dem Wort

Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt. Und der Mensch glaubte dem Worte, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.
Elberfelder 1871 – Joh 4,50

Jesus verspricht ihm: „Brich auf, dein Sohn lebt!“ Der Mensch schenkte dem Versprechen, das Jesus ihm gegeben hatte, Vertrauen und brach auf.
Gottes Agenda – Das Neue Testament urtextnah ins heutige Deutsch übersetzt von Andreas Eichberger – Johannes 4,50

Der Mann glaubte dem, was Jesus ihm versprochen hatte, und er beeilte sich, nach Hause zu kommen.
Willkommen daheim .- Joh 4:50

Was glaubte der Mann? Glaubte der Mann, dass Jesus lebt, das es einen Jesus gibt? Nein, er glaubte nicht das Jesus existiert – denn das sah er ja! Sein Glaube war auf das gerichtet, was Jesus tun könnte, auf das was Jesus sagte! Und unser Glaube? Vertrauen wir den Worten und Versprechungen Jesu – oder glauben wir nur, dass es einen Jesus gibt?

Der vollmächtige und barmherzige »Jesus« hilft in souveräner Weise:
Das ist der Mittelpunkt des ganzen Berichts.
Auch Jesus setzt das Gespräch über »Wunder und Zeichen« (V. 48) nicht fort. Weder die theologische Diskussion noch das lehrhafte Glaubensgespräch stehen jetzt auf seiner Tagesordnung, sondern die konkrete Hilfe; und das heißt zugleich:
die Offenbarung seiner Herrlichkeit.
Es lohnt sich, die einzelnen Aussagen von Vers 50 genauer anzusehen. »Geh hin!« begegnet uns immer wieder in Heilungsberichten (z. B. Mt 8,4.13; 9,6). Diese Aufforderung Jesu schaltet den Willen des Menschen in das Geschehen ein. Ohne den Willen des Betroffenen soll sich das Wunder nicht vollziehen. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich auch die Rettung von der Verdammnis nicht ohne unsern Willen vollzieht. Die Aussage:
»Dein Sohn lebt!« lässt uns die absolute Gewissheit Jesu erkennen. Es ist die Gewissheit, die aus der Verbundenheit mit dem Vater stammt. Aber die Aussage »Dein Sohn lebt!« ist mehr als nur Ausdruck der Gewissheit. Sie ist zugleich das Befehlswort Jesu, das die Krankheit zum Weichen bringt (vgl. V. 52ff.). Jesus ist Herr der Natur und hat die Vollmacht, alle Krankheits- und Todesmacht zu überwinden. Das gilt bis heute. Allerdings wird keineswegs jede Krankheit von den Gläubigen weggenommen. Denn Krankheit ist oft der Weg, auf dem unser Glaube vertieft, bewährt und vollendet wird (vgl. 2Kor 12,9). Drittens erinnern uns die Worte »Dein Sohn lebt!« an die Wunderheilungen des Elia (1Kön 17,23) und Elisa (2Kön 4,36).
Dadurch werden wir noch einmal darauf hingewiesen, dass Jesus als »der Prophet« vollendet, was die atl. Propheten begonnen haben. Allerdings übertrifft Jesus Elia und Elisa dadurch, dass er aus der Ferne heilt.
Wir kommen nun an einen Punkt, an dem wir die ntl. Bedeutung des Glaubens erkennen:
»Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus ihm gesagt hatte.« Dieses Vertrauen in die Gültigkeit und Wirksamkeit des Wortes »Jesu« war eine wichtige Vorstufe zu dem Glauben an Jesus selbst. Keine Leistung war es, die jetzt von dem »Mann« gefordert wurde. Nur »dem Wort glauben« sollte er. Ähnlich vollzieht sich die Vergebung, die uns mit Gott in Ordnung bringt (vgl. Röm 4,3). Mit diesem »Glauben« wird das Geschenk der Heilung angenommen. Und dieses »Glauben« geschieht, bevor der Mann etwas sieht!
Nicht übersehen sollten wir auch den Schluss des Verses:
»Und er ging hin«. Aus dem »Glauben« erwächst das Gehorchen. Ohne Gehorsam gibt es keinen echten Glauben im Sinne des NT (vgl. Jak 2,14ff.). Deshalb ist das »ging hin« ein wichtiger Bestandteil der damaligen Vorgänge.

Edition C

Nun wird sein Glaube schon anderer Art. Er richtet sich persönlich auf Jesus und rechnet mit seinem Erbarmen für sein sterbendes Kind und für den Vater, der dieses sein Kind liebt. Nun kann Jesus die entscheidende Wendung herbeiführen. „Jesus sagt ihm: Geh, dein Sohn lebt.“ Diesem Wort gegenüber gibt es nur die enttäuschte Abwendung von einem Mann, der bloß Worte hat, oder ein glaubendes Ergreifen eben dieses Wortes. Das ist ein Glaube, der nicht mehr Zeichen und Wunder „sehen“ muß, sondern allein dem Wort vertraut und damit der Person selbst, die dieses Wort spricht. Das ist der Glaube, den Jesus haben will. Es ist der Glaube an ihn durch das Wort. Wieder wie in Joh 2, 7 beginnt das helfende Wunder mit einem Befehl, der auch hier nicht leicht zu befolgen ist. Der Mann muß zu seinem todkranken Kind zurückkehren, ohne den großen Helfer mitzubringen. Wieder ist der „Glaube“ zugleich „Gehorsam“ und dokumentiert sich darum in einer klaren Gehorsamstat. Bedeutsam ist es ausgesprochen: „Der Mann faßte Glauben an das Wort, das Jesus zu ihm gesprochen hatte, und ging“. Indem er nicht weiter blieb und bat, sondern vertrauend „ging“, machte er seinen Glauben fest.
Da „Glauben“ nicht „Schauen“ sein kann, war dieser Weg des Mannes nach Kapernaum dennoch ein Weg der inneren Spannung, je ernstlicher er seinen Jungen liebte, umso mehr. Er mußte aber nicht den ganzen Weg zurücklegen, bis er die letzte Gewißheit bekommt.

Wuppertaler Studienbibel

Johannes 4:46-53 ist das zweite der sieben Zeichen, die Jeschua vollbrachte und die Jochanan in seinem Evangelium aufzeichnete. Es ist auch Jeschuas zweiter Besuch in Kana, der erste war, als er das Wasser in Wein verwandelte. Und es war ein gewisser Edelmann, dessen Sohn krank war in Kfar Nachum (Johannes 4:46). Ein Edelmann war ein königlicher Beamter, und indem er ihn so nannte, zeigte Jochanan, dass er ein Regierungsbeamter von Herodes Antipas war. Dieser Mann hatte Glauben, denn die Entfernung von Kapernaum nach Kana betrug etwa zwanzig Meilen und ging fast nur bergauf. Kapernaum liegt am nördlichen Ufer des Sees von Galiläa, etwa sechshundert Fuß unter dem Meeresspiegel, während Kana in Galiläa etwa 1.500 Fuß über dem Meeresspiegel liegt. Als der Mann in Kana ankam, bat er , herabzusteigen und seinen Sohn zu heilen; denn er war dem Tode nahe (Johannes 4:47). Die Formulierung „komm herab“ war geografisch korrekt, da Kapernaum, wie gerade besprochen, viel niedriger liegt als Kana in Galiläa. Jeschua antwortete ihm, indem er sagte: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, werdet ihr nicht glauben“ . Er hinterfragte das Motiv des Edelmannes, ihn aufzusuchen. Glaubte er an ihn, musste er überzeugt werden oder suchte er wirklich nur ein Zeichen? Der Edelmann antwortete: „Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt“ (Johannes 4:49). Er bat nicht um ein Zeichen, denn er brauchte nicht überzeugt zu werden. Er glaubte bereits, dass Jeschua derjenige war, der er vorgab zu sein, und dass er deshalb das Kind heilen konnte. Er bat nur darum, dass Jeschua mit ihm geht und seinen Sohn heilt, bevor er stirbt, vielleicht in der Annahme, dass seine Anwesenheit notwendig sei, damit das Kind geheilt wird. Jeschua antwortete: Geh hin; dein Sohn lebt (Johannes 4:50a). Jochanan fügte hinzu: Der Mann glaubte dem Wort, das Jeschua zu ihm sprach, und er ging seines Weges (Johannes 4:50b). Der Mann hatte wahren Glauben, der sich darin zeigte, dass er auf Jeschuas Verheißung vertraute.

Arnold Fruchtenbaum – Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive

Saul und Agag – 2

So spricht Jehova der Heerscharen: Ich habe angesehen, was Amalek Israel getan, wie er sich ihm in den Weg gestellt hat, als es aus Ägypten heraufzog.
Elberfelder 1871 -1. Sam 15,2

Das ist es, was der Chef dieser Welt, unser Gott, Ihnen heute sagen will: ‚Ich möchte, dass die Amalekiter jetzt dafür bluten müssen, dass sie Israel gedisst haben, als die auf ihrem Weg raus aus Ägypten waren. Sie haben ihnen damals einfach den Weg versperrt.
VolxBibel – 1. Samuel 15,2

Was war denn schlimmes passiert, damals als Israel aus Ägypten heraufzog??

Amalek ist ein Enkel Esaus, dessen Nachkommen zwischen der Sinaihalbinsel und dem Südwesten Palästinas bis nach Ägypten und Arabien siedelten. Bald nach Israels Auszug aus Ägypten überfallen die Amalekiter sie.

Wuppertaler Studienbibel

Jehovah hatte „seinem Volk eine Lektion erteilen“: sie sollten lernen, dass sie sich nicht selbst retten konnten, auch kein anderer Mensch. Deshalb ließ ER zu, dass zuerst „kein Brot“ und dann etwas später „kein Wasser“ zur Verfügung stand. Die Menschen sollten zu IHM kommen und verstehen, dass es ein Wunder ist, wenn sie als so großes Volk über längere Zeit in der Steppe überleben würden.
Und genau in diesem Moment kommen die Amalekiter – ein Volk das als Nomaden lebten – und greifen nicht etwa die Hauptgruppe an, nein, die Amalekiter greifen die schwachen Kinder, Frauen und Alten an. Hätten sie nicht eigentlich „Erste Hilfe“ leisten müssen? Hätten sie nicht zuerst Wasser teilen müssen, um den schwachen zu helfen?
Dazu kam, dass die Amalekiter ja die „Gegenwart Jehovahs“ in der Mitte des Volkes – also die Rauch & Feuersäule sehen konnten – und trotzdem – oder gerade deshalb?? – greifen sie die schwache Gruppe der Israeliten an!?!?










Moses betet für den Sieg Israels über die Amalekiter

Aber das war ja nun 400 Jahre her! Warum sollte Jehovah da so „nachtragend“ sein?
Nun schauen wir uns die näheren Jahre an:

Und er versammelte zu sich die Kinder Ammon und Amalek; und er zog hin und schlug Israel, und sie nahmen die Palmenstadt in Besitz.
Elberfelder – Richter 3,13

Und es geschah, wenn Israel gesät hatte, so zogen Midian und Amalek und die Söhne des Ostens herauf, sie zogen herauf wider sie. Und sie lagerten sich wider sie und verdarben den Ertrag des Landes bis nach Gasa hin; und sie ließen keine Lebensmittel in Israel übrig, weder Kleinvieh, noch Rind, noch Esel. Denn sie zogen herauf mit ihren Herden und mit ihren Zelten, sie kamen wie die Heuschrecken an Menge; und ihrer und ihrer Kamele war keine Zahl; und sie kamen in das Land, um es zu verderben.
Elberfelder 1905 – Richter 6,3–5

Und Midian und Amalek und alle Söhne des Ostens lagen im Tale, wie die Heuschrecken an Menge; und ihrer Kamele war keine Zahl, wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist, an Menge.
Elberfelder 1905 – Richter 7,12

Es gab also „niemals Ruhe“ – sondern immer und immer wieder war der Angriff von Seiten der Amalekiter ausgegangen. Und dieser langen Feindschaft von seitens von Amalek sollte nun unter Saul ein Ende bereitet werden!

Ein Kommentar schreibt zusammenfassend:

Die Amalekiter, ein Volk aus Arabien-Petræa, das einen Landstrich an der Grenze zwischen Ägypten und Kanaan bewohnte, hatten sich bei ihrem Auszug aus Ägypten sehr grausam gegenüber den Israeliten verhalten, und Gott beschloss daraufhin, dass Amalek als Volk unter dem Himmel ausgelöscht werden sollte; aber es wurde verschont, bis es das Maß seiner Missetaten erfüllt hatte, und nun wird dieser Vorsatz von Saul, mehr als 400 Jahre später, in die Tat umgesetzt! Nichts konnte ein solches Vernichtungsdekret rechtfertigen, außer der absoluten Autorität Gottes, und die war gegeben: Die Gründe dafür kennen wir nicht, aber wir wissen, dass der Richter der ganzen Erde Recht tut. völlig vernichten. Le. 27:28, 29. Nu. 24:20. De. 13:15, 16; 20:16-18. Jos. 6:17-21. erschlagen. Ex. 20:5. Nu. 31:17. Jes. 14:21, 22. Rinder und Schafe. Ge. 3:17, 18. Ro. 8:20-22.

The Treasury of Scripture knowledge