Eine Erläuterung des Zweiten Artikels des Apostolischen Glaubensbekenntnisses
Kompakte, klare Information über Jesus. Das bietet Dr. Gerhard Maier dem suchenden Leser in diesem Buch. Der Professor der Theologie und frühere Landesbischof der Evangelischen Kirche von Württemberg ist nicht nur ein durch umfangreiche Auslegungen biblischer Schriften ausgewiesener Gelehrter, sondern auch ein Lehrer mit dem Herzen eines Seelsorgers. Mit großer Liebe erklärt er Satz für Satz den zweiten Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. Er bietet damit eine heilsame Medizin gegen eine heute grassierende lebensbedrohende Krankheit – die Jesus-Demenz.
Die Jesus-Vergessenheit führt zur Auflösung des christlichen Glaubens zu einem diffusen religiösen Nebel. Die Voraussetzung für einen begründeten christlichen Glaube ist die klare Antwort auf die Frage „Wer ist Jesus?“. Dieses Buch bietet diese Antwort.
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denn ein jeder wird seine eigene Last tragen. Elberfelder 1871 – Galater 6,5
Jeder wird genug an dem zu tragen haben, was er selbst vor Gott verantworten muss. Gute Nachricht Bibel 2018 – Galater 6:5
denn jeder wird seine eigne Bürde zu tragen haben. ( Rö 14:12 ) Zürcher 1931 – Gal 6,5
Jeder hat nämlich seine ganz persönliche Last zu tragen. (oder Jeder hat nämlich genug daran zu tragen, dass er sich einmal ´vor Gott` für sein eigenes Tun verantworten muss.) Neue Genfer Übersetzung 2013 – Gal 6:5
Schließlich ist jeder für sein eigenes Verhalten verantwortlich. Neues Leben – Bibel 2006 – Galater 6,5
Denn jeder einzelne trägt das eigene Päckchen. Gottes Agenda – Galater 6:5
Wenn der Vers 5 so herausgerissen wird, denke ich willkürlich an einen der letzten DDR- Filme die ich im Kino gesehen hatte: dieser hieß nach Vers 2 : Einer trage des anderen Last (von Lothar Warneke nach einem Szenarium von Wolfgang Held, der von der DEFA produziert und am 28. Januar 1988 uraufgeführt wurde.) Ist es also ein Widerspruch in der Bibel? Und gilt der Vers 5 wirklich für medizinische Behandlungen und meine Wahl, welcher Freizeitvergnügungen ich mir als Christ erlaubt und welche ich ablehnen sollte???
φορτίον Last (im Sinn dessen, was man vor Gott zu verantworten hat). βαστάσει Fut., wohl mod. Fut. (A247d) jeder wird tragen müssen/zu tragen haben.
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
Widerspricht sich die Bibel?
Im 2. Vers steht: „Einer trage des anderen Lasten,“ während der 5. Vers sagt: „… jeder wird seine eigene Bürde tragen.“ Da sich diese zwei Anweisungen zu widersprechen scheinen, stellt sich die Frage, was jetzt stimmt? Doch wenn wir sorgfältig analysieren, was in diesen Versen steht, dann gibt es keinen Widerspruch.
Vers 1: Fordere den anderen freundlich dazu auf, sein negatives Verhalten abzulegen, aber hüte dich gleichzeitig davor, selbst in Versuchung zu fallen. Vers 2: Das griechische Wort für „Last“ lautet baros und bedeutet soviel wie „Gewicht“ – etwas, das uns belastet oder bedrückt. Wenn du jemandem hilfst, etwas zu tragen, was für ihn alleine zu schwer ist, dann erfüllst du damit das Gesetz Christi. Vers 5: Das griechische Wort für „Bürde“ lautet phortion und bedeutet: „etwas, das getragen wird.“ Wenn ich etwas trage, das der andere eigentlich selbst tragen sollte, dann handle ich unklug. Gott hat uns nicht dazu berufen, den rechtmäßigen Pflichten anderer nachzukommen.
SCHLUSSFOLGERUNG: Wer zwanghaft abhängig ist, versucht, seine Bedürfnisse dadurch zu befriedigen, dass er Lasten trägt, die andere tragen sollten. Um sich aus einer zwanghaft abhängigen Beziehung zu befreien, müssen beide Partner den Versuch aufgeben, für die andere Person „alles in allem“ sein zu wollen. Statt dessen müssen sie einander ermutigen, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und in der Abhängigkeit von der Kraft Gottes zu leben.
June Hunt – Schlüssel zur biblischen Seelsorge
Darum seine nüchterne Schlußbemerkung: Jeder wird nämlich die eigene Bürde tragen. Der enge Zusammenhang mit V. 4 empfiehlt, an die gegenwärtige Selbstprüfung zu denken, nicht an einen Vorgang im Endgericht. Einen Unbelasteten im strengen Sinn gibt es nicht. Man muß auch mit verborgenen Verfehlungen rechnen. Das hier für Bürde stehende griechische Wort (phortion) war für allerlei Lebenslast gebräuchlich. In diesem Fall wird es ebenso zu deuten sein wie »Lasten« in V. 2, also als die Bürde der eigenen Verfehlungen. Mit diesem abschließenden Satz holt Paulus den mit sich selbst Zufriedenen in die Solidarität mit dem gefallenen Bruder zurück. Menschsein ist für uns alle nicht leicht. Wer steht wirklich würdevoll da? Wer steht nicht bürdevoll da!
Pohl – Wuppertaler Studienbibel
Denn neben jener Verantwortung für den anderen, dessen Last wir nicht abschütteln dürfen, steht unsere eigene Verantwortung für unser Tun und Lassen, für das wir vor Jesu Richterstuhl stehen werden: „Was hast du mit dem anvertrauten Pfunde gemacht?“ Es geht um deiner Seelen Seligkeit. Die Sorge nimmt dir keiner ab! Auch deine Haltung zum Bruder wird zeigen, ob du deiner eigenen Verantwortung bewußt bist.
H.Brandenburg – Wuppertaler Studienbibel
Jeder Christ hat aufgrund des Glaubens Lasten zu tragen, dies hat nicht den Sinn, wie Paulus im Vers davor deutlich gemacht hat, sich anderen gegenüber zu rühmen. Vgl. Plutarchus, De proverbiis Alexandrinorum 10.14: „οἱ ἐργάται τὰ φορτία βαστάζουσιν, ἄχρις οὗ τις αὐτὰ ὠνήσεται“. „Die Arbeiter tragen die Lasten, solange bis jemand sie kaufen wird“. Die Verkäufer tragen also die Waren herum, bis ein Käufer sich findet. Vgl. auch einen Philosophenschüler Zenons, der das Erbe seines Meisters antritt und auch die damit einhergehenden negativen Folgen in Diogenes Laertius, Vitae philosophorum 7.171: „Καὶ σκωπτόμενος δ’ ὑπὸ τῶν συμμαθητῶν ἠνείχετο καὶ ὄνος ἀκούων προσεδέχετο, λέγων αὐτὸς μόνος δύνασθαι βαστάζειν τὸ Ζήνωνος φορτίον“. „Und er ertrug es immer, von seinen Mitschülern beschimpft zu werden, und es machte ihm nichts aus, als Esel bezeichnet zu werden, wobei er ihnen sagte, dass er allein die Last von Zeno tragen kann“. Die Nachfolge von Zeno ging mit Nachteilen einher, die als „Last“ bezeichnet wird. Dies kann auch auf die Stelle bei Paulus übertragen werden, nämlich, dass die Christen ihre Last durch den Glauben tragen müssen.
P. Streitenberger – Der Galaterbrief
Angenommen, ein Gläubiger wird plötzlich vom Feind überrumpelt und fällt in die Sünde (oder das Wort „überrumpelt“ deutet darauf hin, dass er in der Sünde gefangen ist und von anderen Gläubigen entdeckt wird). Sollte unsere Haltung eine des Gerichts und der Verurteilung sein? Nein! Wenn wir geistlich sind (im Geist wandeln, vom Geist geleitet werden, durch den Geist Frucht bringen), werden wir versuchen, den Gefallenen wiederherzustellen. Das griechische Wort für „wiederherstellen“ ist ein medizinischer Begriff, der für das Einrichten eines gebrochenen Knochens verwendet wird. Christen sind Glieder des Leibes Christi, und ein Christ in Sünde schwächt den Leib. Wenn die Person sich der Wiederherstellung nicht unterwirft, müssen natürlich die in Matthäus 18 und 1. Korinther 5 beschriebenen Züchtigungsmaßnahmen in Betracht gezogen werden.
Wir sollen die Lasten der anderen tragen, aber wir müssen auch unsere eigenen Lasten tragen. Siehe die Worte des Paulus an die Galater in Gal 6,1-5. Es gibt einige Lasten, die wir mit anderen teilen können, aber es gibt auch einige, die wir allein tragen können. Wenn ich mich vor meiner eigenen Verantwortung drücke, während ich versuche, einem anderen zu helfen, ist das eine Sünde. Wir müssen den Geist der Sanftmut haben, wenn wir versuchen, anderen zu helfen, und nicht denken, dass wir besser sind als sie. Überlassen wir es Gott, zu richten und zu belohnen; er macht nie einen Fehler.
Warren W. Wiersbe – Wiersbes Erläuterungen zum Neuen Testament
Paulus spricht hier von der persönlichen Verantwortung eines jeden Gläubigen. »Last« ist hier phortìon, etwas, das nur so viel Gewicht hat, daß man es tragen (phèrein) kann. Bàros von Vers 2 ist eine Last, die einen erdrückt, die zu schwer ist und die man nicht zu tragen vermag. Wir sind Gott für das Leben, das wir führen, verantwortlich. Jeder trägt seine eigene Last von Verantwortung vor Gott und den Menschen, und am Richterstuhl Christi werden wir für uns und nicht für andere geradestehen müssen. Es ist der Mensch, der sich und sein Werk vor Gott geprüft hat und dabei seine eigenen Schwächen und Stärken erkennt, der gern anderen ihre Lasten abnimmt und sich nicht durch eitle Selbstgefälligkeit über andere erhebt.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt – Galater & Epheser
Die vierte Art und Weise, im Gleichschritt zu bleiben, wird in den Versen 3-5 gegeben: Denn wenn ein Mensch sich selbst für etwas hält, wenn er nichts ist, so betrügt er sich selbst. Ein jeder aber prüfe sein eigenes Werk, und dann wird er seinen Ruhm in Bezug auf sich selbst allein haben und nicht in Bezug auf seinen Nächsten. Denn ein jeder soll seine eigene Last tragen. Das bedeutet: die eigene Last tragen. In Vers 3 sagt Paulus, dass wir uns nicht falsch einschätzen sollen, aber in Vers 4 sollen wir ein solches Leben führen, dass es geprüft werden kann und man genau weiß, wo man steht. In Vers 5 wird dies damit begründet, dass jeder für seine eigene Last verantwortlich sein wird. Das ist kein Widerspruch zu Vers 2, in dem es heißt, dass wir „einer des anderen Last tragen“ sollen, denn es werden zwei verschiedene griechische Wörter verwendet. Das Wort für Last in Vers 2 ist baros und hat mit einem sehr schweren Gewicht zu tun, das kein Mensch ohne Hilfe tragen kann. Das griechische Wort, das in Vers 5 verwendet wird, ist phortion und bedeutet „eine normale Arbeitslast, die jeder Mensch tragen könnte.“ Es hat mit der normalen Last der eigenen Verantwortung zu tun. Jeder ist gefordert, seine individuelle Verantwortung zu erfüllen. In diesem Sinne muss jeder sein eigenes Gewicht tragen.
Arnold Fruchtenbaum – Galater
Wir können uns also nicht hinter einer Organisation oder Lehrern verstecken – sondern tragen für all unser Verhalten selbst Verantwortung. Da wir ja ein persönliches Verhältnis zu Jehovah anstreben, können wir uns weder mit anderen Göttern noch mit deren Feiertagen beschäftigen – ohne Jehovah „Eifersüchtig zu machen“. In einigen „religiösen Zeitschriften“ wird der oben genannte Vers benutzt, um zu erklären, worauf die Leser beim Arztbesuch achten sollten. Aber seien wir ehrlich: Jesus schickte niemanden zum Arzt, sondern ER heilte alle! Deshalb schau genau, was dein Verhältnis zu Jehovah behindern könnte!
Und ich will mein Netz über ihn ausbreiten, und in meinem Garne wird er gefangen werden; und ich will ihn nach Babel bringen, in das Land der Chaldäer, aber sehen wird er es nicht; und er wird daselbst sterben. Elberfelder 1871 – Hesekiel 12,13
Ich will auch mein Garn über ihn ausspannen, und er wird in meinem Netz gefangen werden; und ich will ihn gen Babel führen, in das Land der Chaldäer; aber er wird es nicht sehen und soll daselbst sterben. Schlachter 1952 – Hesekiel 12:13
Und du, du wirst seiner Hand nicht entrinnen, sondern gewißlich ergriffen und in seine Hand gegeben werden; und deine Augen werden die Augen des Königs von Babel sehen, und sein Mund wird mit deinem Munde reden, und du wirst nach Babel kommen. Elberfelder 1871 – Jeremia 34,3
Auch du wirst seiner Hand nicht entrinnen, sondern unfehlbar von ihm ergriffen und in seine Gewalt überliefert werden. Du wirst dann dem König von Babylon Auge in Auge gegenüberstehen und persönlich mit ihm reden müssen. Bruns 2013 – Jeremia 34:3
Hesekiel spricht im Namen Jehovahs als Prophet in „der Gefangenschaft“ – und zur selben Zeit lebt Jeremia, aber in Jerusalem. Er prophezeit ebenfalls im Namen Jehovahs – und beide scheinen sich zu widersprechen! Wird Zedekia nun den König von Babylon sehen? Und wird Zedekia auch Babylon sehen? Scheinbar ist es ein klarer Widerspruch. Erst als sich diese Prophezeiungen erfüllten, wurde der „scheinbare Knoten entwirrt“!
Es scheint seltsam, dass der Herr Worte wie „Zorn“, „Grimm“ und „großer Zorn“ (Jer. 21:5) verwendet, um sein Verhalten gegenüber seinem eigenen Volk zu beschreiben. Doch diese Worte waren Teil seines Bundes mit dem Volk, und das Volk kannte die Bedingungen des Bundes (siehe Dtn 29,23, 28; 32:16-17, 21, 29; Lev. 26:27-28). Gott hatte die Juden wiederholt gewarnt, dass ihr Ungehorsam seinen Zorn erregen und ihn zwingen würde, das Land zu richten, aber die Führer wollten nicht hören. Sie zogen tote Götzen dem lebendigen Gott vor, und Machtpolitik dem einfachen Glauben an sein Wort.
Jeremia kündigte an, dass die Menschen in Jerusalem an Hunger, Pestilenz oder dem Schwert sterben würden; viele der Überlebenden würden sogar nach Babylon verschleppt werden. König Zedekia und seine Beamten würden an Nebukadnezar ausgeliefert und verurteilt werden. Und genau das geschah. Die Belagerung begann am 15. Januar 588 und endete am 18. Juli 586, also in einem Zeitraum von etwas mehr als dreißig Monaten. Nachdem Zedekia, seine Söhne und seine Adligen gefangen genommen worden waren, wurden seine Söhne vor den Augen des Königs erschlagen, der daraufhin geblendet und nach Babylon gebracht wurde, wo er starb (Jer. 39:1-10; 52:8-11, 24-27; 2 Könige 25).
Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie
Der Anlass für die Botschaft an Zedekia wird in Vers 1 beschrieben: „Das Wort, das von Jehova zu Jeremia kam, als Nebukadnezar, der König von Babel, und sein ganzes Heer und alle Königreiche auf Erden, die unter seiner Herrschaft standen, und alle Völker gegen Jerusalem und alle seine Städte kämpften, sprach. Dieser Vers zeigt, dass die babylonischen Truppen nicht die einzigen waren, die in diesem dritten Krieg gegen Jerusalem kämpften. Auch andere Nationen, die Nebukadnezar bereits erobert hatte, waren beteiligt. Das Datum dieser Botschaft ist 588 v. Chr., also zwei Jahre vor der Zerstörung Jerusalems. In diesem Jahr zogen sich die Babylonier vorübergehend von der Belagerung Jerusalems zurück, um dem Herannahen der ägyptischen Armee zu begegnen (37:5-8; 44:30). Die Verse 2-5 enthalten die eigentliche Botschaft, wobei in Vers 2 die Einnahme und Verbrennung Jerusalems prophezeit wird: So spricht Jehova, der Gott Israels: Geh und sprich zu Zedekia, dem König von Juda, und sag ihm: So spricht Jehova: Siehe, ich will diese Stadt in die Hand des Königs von Babel geben, und er soll sie mit Feuer verbrennen. JHWH teilte Zedekia mit, dass er die Stadt an Nebukadnezar ausliefern würde. Vers 3 verrät, was mit Zedekia geschehen würde: Und du wirst nicht aus seiner Hand entkommen, sondern wirst gefangen genommen und in seine Hand gegeben werden; und deine Augen werden die Augen des Königs von Babel sehen, und er wird mit dir von Mund zu Mund reden, und du wirst nach Babel gehen. Zedekia würde gefangen genommen und ins Exil gebracht werden. Die Erfüllung dieser Prophezeiung wird in 2. Könige 25,6-7 berichtet: 6 Dann nahmen sie den König und führten ihn hinauf zum König von Babel nach Ribla und richteten ihn. 7 Und sie töteten die Söhne Zedekias vor seinen Augen und stachen ihm die Augen aus und banden ihn in Fesseln und führten ihn nach Babel. Vers 4 verspricht, dass Zedekia in Babylon nicht hingerichtet werden würde: Doch höre das Wort Jehovas, Zedekia, König von Juda: So spricht Jehova über dich: Du sollst nicht durch das Schwert sterben.
Dr Arnold G. Fruchtenbaum – Jeremia
Das Packen des Rucksacks und das Zurücklassen in einiger Entfernung von seinem Haus vermittelte die Botschaft, dass die Führer in Jerusalem planten, um ihr Leben zu fliehen. Das Graben durch die Mauer von der Außenseite des Hauses aus stellte den Angriff der babylonischen Armee auf die Mauern Jerusalems dar. Als Hesekiel an diesem Abend mit dem Rucksack auf dem Rücken durch das Loch aus dem Haus kletterte, stellte er die jüdischen Führer dar, die heimlich versuchten, aus der Stadt zu fliehen, um ihr Leben zu retten. Die Geschichte berichtet, dass König Zedekia, seine Offiziere und seine Armee genau auf diese Weise aus Jerusalem entkamen, aber sie wurden von den Babyloniern verfolgt und gefangen genommen (2. Könige 25:1-7; Jer. 52:4-11). Die Babylonier töteten die Söhne und Offiziere des Königs vor seinen Augen“, stachen Zedekia die Augen aus und brachten ihn als Gefangenen nach Babylon, wo er starb.
Am nächsten Morgen sagte Hesekiel in der Botschaft, die auf die „Aktionspredigt“ folgte, voraus, dass diese Ereignisse eintreten würden. Er kündigte auch an, dass Zedekia zwar nach Babylon gebracht werden würde, es aber nicht sehen würde (Hesekiel 12:13; Jer. 52:11). Wie konnte so etwas geschehen? Ganz einfach: Die Babylonier stachen ihm die Augen aus und Zedekia konnte nichts mehr sehen! Aber es war nicht die babylonische Armee, die den König von Juda und seine Offiziere gefangen nahm; es war Gottes „Netz“, das sie einfing. Nebukadnezar und das babylonische Heer siegten nicht aufgrund ihrer eigenen Fähigkeiten; sie waren Gottes Werkzeuge, um das Volk von Juda und Jerusalem zu besiegen (Jer. 27:1-22). Jeremia hatte Zedekia ermahnt, sich den Babyloniern zu ergeben (38:14ff), aber der König hatte nicht den Glauben, Gottes Wort zu vertrauen und es zu befolgen. Hätte er sich gedemütigt und sich ergeben, wären das Volk, die Stadt, der Tempel und das Leben des Volkes verschont geblieben.
Nicht nur die jüdischen Beamten würden getötet und ihr König gedemütigt werden, sondern auch die Menschen in Jerusalem, die die Belagerung überlebt hatten, würden in alle Winde zerstreut und einige von ihnen nach Babylon verschleppt werden (Hesek. 12:14-16). Auch dies wäre das Werk Gottes – „Ich werde sie zerstreuen“ – und nicht, weil diese überlebenden Juden besonders heilig gewesen wären. Ganz im Gegenteil: Der Herr erlaubte den Überlebenden, nach Babylon zu gehen, um zu bezeugen, dass ihre bösen Taten die Strafe verdienten, die Gott dem Volk auferlegt hatte. Dies wird in 14,22-23 wieder zur Sprache kommen.
Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie
In Vers 11 wurde Hesekiel angewiesen, von sich selbst zu sagen: Ich bin dein Zeichen. Die symbolischen Handlungen, die die Verbannten in Babylonien durch den Propheten beobachteten, waren ein Hinweis auf das, was dem Volk in Juda widerfahren würde. Sie waren dazu bestimmt, ins Exil zu gehen, in die Gefangenschaft. Der Punkt ist, dass die Judaisten nicht freiwillig nach Babylon reisen würden, sondern gezwungenermaßen als Gefangene von Nebukadnezar. Die Verse 12-13 befassen sich mit der Last, die auf dem Prinzen lastet. Vers 12 offenbart, was mit Zedekia während der endgültigen babylonischen Belagerung Jerusalems geschehen würde. Wie Hesekiel in der Zeichenhandlung würde Zedekia in der Dunkelheit ein paar Habseligkeiten auf seinen Schultern tragen und sich durch die Mauer graben. Diese Prophezeiung erfüllte sich, als die Babylonier die Tore Jerusalems blockierten und Zedekia gezwungen war, durch ein Loch in der Mauer zu fliehen, als der Feind in die Stadt eindrang, um ihn gefangen zu nehmen. Die Prophezeiung sagte auch voraus, dass Zedekia sein Gesicht verhüllen würde, um zu verhindern, dass er das Land Babylon mit eigenen Augen sehen konnte. Diese Bedeckung des Gesichts symbolisiert die Verblendung Zedekias. Nach seiner Gefangennahme in Ribla ließen die Babylonier seine Söhne vor seinen Augen hinrichten. Dann blendeten sie ihn und schleppten ihn in die Gefangenschaft. Das letzte, was Zedekia sah ( ), war also das Gemetzel an seiner eigenen Familie. Er war nie in der Lage, Babylon mit eigenen Augen zu sehen (2. Könige 25:4, 7; Jer. 39:4, 7; 52:7, 11). Vers 13 prophezeit, dass die Babylonier Zedekia drei Dinge antun würden, alles in Erfüllung von JHWHs Willen. Erstens würden sie ihn gefangen nehmen: Auch mein Netz will ich über ihn ausbreiten, und er soll in meiner Schlinge gefangen werden. Die Erfüllung dieses Orakels wird in 2. Könige 25,5; Jeremia 39,5; und 52,8 beschrieben. Raschi berichtet von einer rabbinischen Legende, die sich um die Gefangennahme Zedekijas rankt: Es gab eine Höhle (die sich) [etwa fünfundzwanzig Meilen] von seinem Haus bis zur Ebene von Jericho erstreckte, und er ging durch die Höhle hinaus. Was tat der Heilige, gepriesen sei Er,? Er brachte vor das Heer der Chaldäer einen Hirsch, der vor ihnen auf dem Dach der Höhle lief, und sie begannen ihn zu jagen. Und als Zedekia aus der Höhle in der Ebene von Jericho hervorkam, sahen sie ihn herauskommen und fingen ihn. Es wurde kein Hinweis auf eine solche Höhle oder einen solchen Tunnel entdeckt. Und wenn es einen solchen Tunnel gegeben hätte, hätte er die beträchtliche Strecke von Jerusalem nach Jericho überbrückt, die fünfundzwanzig Meilen beträgt. Der zweite Aspekt von Zedekias Schicksal in den Händen der Babylonier war seine Gefangenschaft: Ich werde ihn nach Babylon bringen, in das Land der Chaldäer. Die Erfüllung dieses Orakels ist in 2. Könige 25,7; Jeremia 39,7 und 52,11 festgehalten. Die dritte Strafe, die Zedekia auferlegt wird, ist Blindheit: Er wird es nicht sehen, das heißt, Babylon, obwohl er dort sterben wird.
Arnold Fruchtenbaum – Hesekiel – Band 1
Und die Stadt wurde erbrochen, und alle Kriegsmänner flohen des Nachts auf dem Wege durch das Tor, welches zwischen den beiden Mauern bei dem Garten des Königs lag (die Chaldäer aber waren rings um die Stadt her); und man (O. er (der König)) zog den Weg zur Ebene (H. Araba) Aber das Heer der Chaldäer jagte dem König nach, und sie erreichten ihn in den Ebenen (O. Steppen) von Jericho; und sein ganzes Heer zerstreute sich von ihm weg. Und sie ergriffen den König und führten ihn zu dem König von Babel nach Ribla hinauf; und man sprach das Urteil über ihn. Und man schlachtete die Söhne Zedekias vor seinen Augen; und man blendete die Augen Zedekias, und band ihn mit ehernen Fesseln (Vergl die Anm zu Richt 16,21) und brachte ihn nach Babel Elberfelder 1871 – 2.Könige 25,4–7
Das Geheimnis (Eig Die vertraute Mitteilung, od. der vertraute Umgang) Jehovas ist für die, welche ihn fürchten, und sein Bund, um ihnen denselben kundzutun. Elberfelder 1871 – Psalm 25,14
SEIN Einvernehmen ist der ihn Fürchtenden, sein Bund ists, sie erkennen zu lassen. Buber & Rosenzweig – Psalm 25:14
Das Geheimnis des Ewigen ist für die, die ihn fürchten, und sein Bund, um ihnen ihn kundzutun. Streitenberger – Der Tanach Deutsch – Ps 25,14
Vertrauten Umgang mit Jehova haben die, welche ihn fürchten; und seinen Bund macht er ihnen kund. van Ess 1858 – Ps 25:14
Es gibt ja immer wieder Menschen, die behaupten, von Gott „neue Erkenntnis erhalten zu haben“. Da sind diejenigen, die das Ende 1874 oder 1914 „im Auftrag Jehovahs“ vorhergesagt haben, oder diejenigen, die von einer Vorentrückung und damit einem zweiten und dritten Kommens Jesu predigen… Aber sind diese „Propheten“ wirklich „Freunde Jehovahs“? Oder lassen sich nicht alle diese von den „Anhängern“ durch „Spenden“ bezahlen, anstatt auf Gottes Vorsorge zu vertrauen?
In Vers 14 hat das Substantiv, das mit „Freundschaft“ übersetzt wird, in einigen Kontexten die besondere Bedeutung von „Geheimnis“, entweder im guten Sinne von Rat und Beistand oder im schlechten Sinne einer Verschwörung (siehe 64:2). Anderson schlägt vor, dass hier, parallel zu seinem Bund in Zeile b, das Wort „Rat“ bedeuten könnte (so NJV); NEB hat „vertraut seine Absichten an“, FRCL „vertraut sein Geheimnis an“ und NJB „besitzt sein Geheimnis“, mit einer Fußnote, die besagt, dass dies „Intimität mit Gott“ bedeutet. Der Hauptpunkt ist die innige Beziehung, die Jahwes Anhänger zu ihm haben. Jahwe zu fürchten bedeutet hier wie anderswo, ihn zu ehren, zu achten, ihm zu gehorchen. In Vers 14b scheint „bekannt machen“ die Bedeutung von „bekräftigen“ zu haben, nicht die von „zum ersten Mal offenbaren“. Oder aber, wie FRCL, „er lehrt sie die Pflichten des Bundes“ oder „er lehrt sie, was sein Bund von ihnen verlangt“. Das Verb ist ein Infinitiv, „ihnen kundtun“, und so nehmen einige den „Bund“ als Subjekt, nicht als Objekt („sein Bund wird ihnen Wissen vermitteln“); das ist nicht sehr wahrscheinlich. Ihnen seinen Bund bekannt zu machen, sollte nicht so übersetzt werden, dass sie nicht wüssten, was der Bund ist. Wenn der Übersetzer dem Vorbild von TEV folgt, könnte man z. B. sagen: „er erinnert das Volk daran, dass sein Bund wahr ist“ oder „er sagt dem Volk: „Mein Bund mit euch ist wahr. „
Bratcher – Ein Übersetzerhandbuch zum Buch der Psalmen
Wir können darauf vertrauen, dass Gott barmherzig und gnädig zu denen ist, die Buße tun (V. 11), aber wir müssen in der Furcht des Herrn wandeln (V. 12). „Er [Gott] wird ihn auf dem für ihn bestimmten Weg unterweisen“ (V. 12, NIV). Das Wissen, dass der Herr einen Plan für unser Leben hat und dass dieser Plan das Beste für uns ist, sollte uns große Freude und Zuversicht geben, wenn wir seinen Willen suchen (16,11; 139,13-16; Eph 2,10). Nach Gottes Bundesordnung werden diejenigen, die ihm gehorchen, seine Versorgung und seinen Schutz erhalten, und auch die nächsten Generationen der Familie werden gesegnet sein (5. Mose 4,1-14). Das Wort „Kinder“ wird im Deuteronomium fast vierzigmal verwendet, um uns daran zu erinnern, dass unsere Nachkommen durch unseren Gehorsam Segen empfangen oder durch unsere Sünden Leid erfahren können. Wenn wir ihn lieben, ihn fürchten und seinem Wort gehorchen, wird er sich uns nähern und seine Pläne mit uns teilen. „Geheimnis“ in Vers 14 bedeutet „vertrauliches Gespräch, Pläne und Absichten“, wovon Jesus in Johannes 15:15 sprach und was Abraham in 1. Mose 18:16ff. erfuhr (siehe auch Jer. 23:18 und 22Prov. 3:32 und Amos 3:7). Wenn wir „mit dem Herrn im Licht seines Wortes wandeln“, entwickeln wir eine enge Gemeinschaft mit ihm und verstehen seine Wege besser. Ja, wir können darauf vertrauen, dass der Herr uns hilft; und wenn er hilft, tut er es in Barmherzigkeit und Wahrheit („Liebe und Treue“, NIV).
Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie
Diese Gewißheit des Wohnens bei Gott hat noch etwas anderes im Gefolge: Einen vertrauten Umgang Jahwes gibt es für die, die ihn fürchten. Die beiden Satzhälften interpretieren sich gegenseitig. Der Gipfel des Gehorsams, der Kern des Guten, in dem man »wohnen« soll, ist die tiefe Gemeinschaft mit Gott. Vertrautheit mit Gott schließt Erziehung durch Gott ein. Doch diese »Vertraulichkeit« hat nichts mit billiger Kumpanei zu tun. Darum wird die Gottesliebe durch die Gottesfurcht vor dem Abgleiten ins plump Vertrauliche geschützt. Aus diesem innigen Verhältnis wächst ein tieferes Verstehen der Heilsabsichten Gottes: und seinen Bund läßt er sie wissen. Natürlich »weiß« David im vordergründigen Sinne, was es mit dem Heil auf sich hat. Die Weite der Liebe Gottes wird geschützt vor Verflachung durch einen tieferen Einblick in das Herz Gottes. Hierbei geht es weder um ein Wissen über alle Einzelheiten noch um die Erstellung eines »Fahrplans«.
Wuppertaler Studienbibel
Der Psalmist David sagte: „Die vertraute Gemeinschaft mit Jehova gehört denen, die ihn fürchten“ (Psalm 25:14). In der hebräischen Ursprache bedeutet das Wurzelwort, von dem sich „vertraute Gemeinschaft“ (ßōdh) herleitet, „zusammendrängen“. Dieser Vers drückt also die Vorstellung aus, in den engeren Kreis Jehovas oder in einen Freundschaftsbund mit ihm aufgenommen zu werden. Dies wird nur Anbetern Gottes gewährt, die angebrachten Respekt vor ihm bekunden. Die vertraute Freundschaft mit Gott veranlaßt einen Menschen, sich davor zu fürchten, dieses Verhältnis durch etwas zu zerstören, was ihm mißfällt — zum Beispiel das Gebet als Glücksbringer zu mißbrauchen, um sich den Sieg im Sport zu sichern. Jehova erhört die Gebete aufrichtiger Menschen, die seine Freundschaft wünschen, und er ist nicht parteiisch. Er zieht keine nationale Gruppe, keine Rasse und auch keine Mannschaft einer anderen vor (Psalm 65:2; Apostelgeschichte 10:34, 35).
Erwachet! 8.Mai 1990
Der Herr wird sein Volk nicht nur lehren und segnen, er wird ihm auch seinen Ratschluss offenbaren. Der Psalmist hatte zuvor darum gebetet, dass Gott seine Wege offenbart (V. 4); nun bekräftigt er, dass der Herr den Frommen geheime Dinge über den Bund offenbart. Das Wort, das mit „geheimer Ratschluss“ (סוֹד) übersetzt wird, weist darauf hin, dass zwischen Gott und seinem Volk eine enge, intime Gemeinschaft besteht; er offenbart ihnen sein Herz und seinen Willen (siehe z. B. 1. Mose 18,17, wo der Herr Abraham nicht verbirgt, was er zu tun gedenkt; siehe auch Spr 3,22; Ps 55,14.15).
Allen P. Ross – Ein Kommentar zu den Psalmen 1-89 – Kommentar – Kregel exegetische Bibliothek
Ein »Geheimnis des HERRN« ist etwas, das dem Menschen verborgen ist, wenn es der Herr nicht offenbart (Mt 11,25.26). Das zeigt uns, wie blind und damit auch wie hilflos wir sind. Kann ein Blinder sich selbst sehend machen, wo doch seine Blindheit gerade darin liegt, dass er gar nicht einsieht, dass er blind ist? Kann ein Hilfloser sich selbst helfen? Dann wäre er nicht hilflos. Das müsste uns lehren, Gott zu scheuen und ihn zu bitten, dass er uns enthülle, was wir für unseren Weg aus dieser Welt der Sünde in die Welt ewiger Glückseligkeit wissen müssen. Denn nur denen, »die ihn fürchten«, schließt er seine Geheimnisse auf (vgl. Spr 28,5; zur Gottesfurcht siehe V. 12). Und die Gottesfürchtigen lässt er »seinen Bund wissen«. Ihnen gibt er Einsicht und damit festes Vertrauen in den ewigen Bund, den er, der Vater, mit dem Sohn geschlossen hat (Tit 1,2), in den Bund der Erlösung, Bewahrung und Verherrlichung einer jeden Seele, die der Vater dem Sohn gegeben und die der Sohn mit seinem Blut erkauft hat. Von diesem Bund wusste David. In 2. Samuel 23,5 sagt er: »Er hat mir einen ewigen Bund gesetzt, geordnet in allem und verwahrt.« … »Das Geheimnis des Herrn ist mehr als ausreichend gegen die geheimen Pläne der Feinde« (Clarke).
Und wenn jemand den einzelnen (Eig ihn, den einzelnen) gewalttätig angreift, so werden ihm die zwei widerstehen; und eine dreifache Schnur zerreißt nicht so bald. Elberfelder 1871 – Prediger 4,12
Und überwältigt wer den einen, stehen die zwei gegen ihn auf, und die dreifaltige Schnur haut man so schnell nicht entzwei. Buber & Rosenzweig – Prediger 4:12
Und wenn einer den Einzelnen überwältigt, so werden die zwei ihm widerstehen; und eine dreifache Schnur wird nicht schnell zerrissen. Streitenberger – Der Tanach Deutsch – Pred 4,12
Ein Einzelner kann leicht von hinten angegriffen und niedergeschlagen werden; zwei, die zusammenhalten, wehren den Überfall ab. Und: Ein dreifaches Seil kann man kaum zerreißen. Neues Leben – Bibel 2006 – Pred 4:12
Hast du gewusst, dass jeder Fünfte in Deutschland mittlerweile allein lebt? Das Statistische Bundesamt in Berlin teilte mit, dass es 2011 rund 16 Millionen Alleinlebende gab. Deren Zahl hat sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich erhöht, 1992 waren es noch 11,5 Millionen Alleinlebende. Heute sind es also 20 %, die alleine leben. Vor allem in Großstädten ist der Single-Anteil am höchsten. Berlin toppt alles: Über 30 % der Menschen leben dort allein. Und diese Zahl wird noch höher, wenn man die Alleinerziehenden noch dazuzählt, meistens Frauen. Die sind zwar nicht ganz allein, aber doch ziemlich allein gelassen. Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, wies darauf hin, dass Alleinlebende häufiger von Armut bedroht sind. Nach den Alleinerziehenden seien Single-Haushalte diejenigen mit der höchsten Armutsgefährdungsquote. Noch ein Blick in die Zukunft: Der Anteil der Ein-Personen-Haushalte wird bis 2025 auf 40 % bzw. 43 % steigen und der mit zwei Personen auf knapp 40 %. Dagegen verringert sich der Anteil der Haushalte mit drei oder mehr Personen um ein Viertel auf 19 %. Jetzt sagt Gott: „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine lebt.“ Der Prediger sagt: „Zwei haben es besser als einer allein. Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell.“ Und ich sage deswegen: Bleib nicht allein. Such dir Menschen, befreunde dich, verlobe dich, trau dich. Wovor haben wir Angst? Wir haben Bindungsängste. Wusstest du, dass es in Bangladesch oder in Indien überhaupt keine Single-Haushalte gibt? Durchschnittlich teilen sich dort fünf Menschen eine Wohnung mit ein bis zwei Zimmern. Europa vereinsamt. Wir existieren allein vor uns hin, getrennt von Gartenzäunen und Vorurteilen. Aber wo soll das noch hinführen? Ich möchte dich ermutigen: Fang wieder an, mit Menschen zusammen zu sein. Gründe eine WG, lebe irgendwo als Untermieter, oder hol dir jemanden in dein Haus, wenn du ein Haus hast. Triff deine Freunde. Und wage es, trotz vieler Enttäuschungen und Verluste, die ganz normal sind, wieder Vertrauen in die Beziehungen und Freundschaften zu anderen Menschen zu investieren. Es geht nicht anders. Wir haben keine andere Wahl, denn allein gehen wir ein. Und zwar mit und ohne Gott.
Detlef Kühlein – Die Bibel für Kopf und Herz – Der bibletunes-Kommentar
Wenn Ehebruch oder eine Sucht aufgedeckt werden, ist es eine große Erschütterung für eine Ehe und Familie. Es braucht Hilfe von außen. Ärzte, Psychologen und Seelsorger sind Ansprechpartner im Katastrophenfall. Gemeinsam lässt sich die Statik des Vertrauensfundaments analysieren. Gemeinsam kann man Strategien entwickeln, um das zu sichern, was nicht vom Erdbeben verschüttet wurde. Gemeinsam kann man aufbauen, was zerbrach. Doch was tun, wenn alles hoffnungslos scheint? Viele Paare ergänzten ihr Eheversprechen mit Gottvertrauen: „So wahr mir Gott helfe, werde ich dich lieben, ehren und achten.“ Eine häufige Bibelstelle in Hochzeitszeremonien ist Prediger 4,12: „Zwei mögen überwältigt werden, aber eine dreifache Schnur reißt nicht leicht.“ Es bleibt die Hoffnung, dass wir auch in der Katastrophe gesichert sind. Selbst wenn die Verbindung zum Partner riss, werden beide von Gott gehalten.
SCM – Family Next 02-2022
Eine wichtige Voraussetzung für eine glückliche Ehe ist der Wunsch, dem anderen zu gefallen, aber das genügt nicht. Mehr ist erforderlich. Wir lesen: „Eine dreifache Schnur kann nicht so schnell entzweigerissen werden.“ (Prediger 4:12) Die Ehe wird eine dreifache Schnur, wenn man Gott in diesen Bund einbezieht. Wie kann das geschehen? Indem man den Bund der Ehe vor Gott schließt und stets anerkennt, daß man die Pflicht hat, ihm, dem Stifter der Ehe, wohlzugefallen. Das wird selbst von Erziehern und Universitätsprofessoren, die sich mit Eheproblemen befassen, anerkannt. F. Alexander Magoun, der seit Jahrzehnten in den ganzen Vereinigten Staaten in Colleges Vorlesungen hält, hat das letzte Kapitel seines Buches über Liebe und Ehe überschrieben „Religion in der Familie“. Er schreibt: „Man kann das Leben und die Religion nicht voneinander trennen . . . Echte Religiosität ist für ein glückliches und erfülltes Leben unerläßlich . . . Jedes materielle Problem hat immer eine religiöse Seite, und erst wenn man die religiösen Grundsätze entdeckt hat, die man zur Lösung anwenden muß, ist die Lösung möglich.“ Auch der Soziologe J. D. Unwin hat erklärt, eine Ehe könne sich nur dann voll entfalten, wenn die Partner sich einer Aufgabe hingäben, die außerhalb der Ehe liege und die beide Ehepartner als wichtiger betrachten würden als sich selbst oder ihr Verhältnis zueinander. Christen, die Jehova Gott hingegeben sind und ihm dienen, haben eine solche Aufgabe.
Erwachet! 8.Juni 1972
Als drittes Beispiel, das zeigt, dass zwei es besser haben als einer allein, beschreibt Kohelet in 4,12 die Situation eines Überfalls: Während einer allein vom Angreifer überwältigt wird, können ihm zwei zusammen standhalten. In der zweiten Hälfte des Verses formuliert Kohelet denselben Gedanken abstrakter, über das Bild eines dreifachen Fadens, der nicht zerreisst, d. h. besser hält als ein einfacher oder doppelter Faden. Kohelet zitiert hier wohl ein Sprichwort, denn von einem dreifachen Faden ist bereits im Gilgamesch-Epos die Rede (s. o. S. 33). Will man die Identität des Dritten bestimmen, liesse sich sowohl an ein Kind (des Paares) oder an Gott denken. Aber vermutlich geht es Kohelet nicht um eine bestimmte Dreierkonstellation, sondern um den allgemeinen Gedanken.
Schellenberg . Zürcher Bibelkommentare
Die unterstützende Körperwärme und der gegenseitige Beistand im Falle eines Überfalls oder Angriffs durch einen Gegner stellen zwei weitere anschauliche Beispiele dar. Die abschließende bildhafte Redewendung vom dreifachen Faden235, dessen Stärke in der antiken Welt offensichtlich sogar zum Sprichwort geworden ist, verstärkt das Anliegen der Zweierschaft in Richtung auf eine Gemeinschaft und Gruppe von drei und mehr Menschen. Kohelet bringt damit zum Ausdruck, daß der Mensch im Grunde ein soziales, auf zwischenmenschliches Miteinander angelegtes und angewiesenes Wesen ist und das Alleinsein eben »nicht gut«k ist. Im Gegensatz zum Bestreben des modernen Menschen, möglichst »autark«, also unabhängig von anderen zurechtzukommen, weist die Bibel im AT wie im NT auf die Zuordnung zueinander und die Abhängigkeit voneinander.
Stoll – Wuppertaler Studienbibel
Die Gabe der Gemeinschaft wird unter Menschen nirgends so vollkommen zur Wirklichkeit wie im Leib Christi. Dort werden Juden und Heiden, Griechen und Barbaren, Mann und Frau, Alt und Jung eins (Eph 2,14–16). Ist der Christ nicht eine beneidenswerte Kreatur? Weil er Gott fürchtet, findet er in den täglichen Beschäftigungen seine geheime Freude, und dazu findet er in der Gemeinschaft der Heiligen eine Quelle, an der er immer trinken und sich stärken kann. Wie arm ist der Gottlose, der beides nicht kennt; das Leben ist ihm eine Last, und er hat niemanden, mit dem er sie wirklich teilen kann. »eine dreifache Schnur zerreißt nicht so schnell«: Ein Paar, das Kinder hat, hält stärker und inniger zusammen als ein Paar ohne Kinder. Die dritte Schnur kann aber auch der Herr selbst sein. Ist er die verbindende Kraft zwischen Menschen, dann haben sie in dieser vergänglichen Schöpfung etwas gefunden, was in die Ewigkeit reicht und damit der Eitelkeit alles Geschaffenen enthoben ist. Es ist etwas, was wahrlich »nicht so schnell« zerreißt: Es zerreißt nie.
Benedikt Peters – Kommentar zum Buch Prediger
Die Stärke einer solchen Beziehung wird mit der eines dreifachen (dreilagigen) Seils verglichen, ein Bild, das anscheinend auf die sumerische Literatur vom Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. zurückgeht. Rabbinische Kommentare haben dieses Seil aber so verstanden, dass es die Vorteile und die größere Stärke von drei Personen als Gefährten zeigt, besonders wenn es darum geht, die Tora zu leben und weiterzugeben, im Gegensatz zu den beiden, um die es sonst in diesem Abschnitt geht.
The Jewish Study Bible
Zwei sind besser als einer. Die Rabbiner sagen, dass das für die Ehe und alle anderen wichtigen Beziehungen gilt. Die Weisen bringen dafür viele Beispiele: „Zwei, die zusammen die Tora lernen, sind besser als einer, der alleine lernt, denn wenn einer einen Fehler macht, kann der andere ihn korrigieren (Makkot 10a), und [das größte] Wissen über die Tora kann man nur mit anderen zusammen erlangen“ (Berakhot 63a). Laut einem Midrasch haben Mordechai und Esther sich gegenseitig geholfen und ergänzt, um Gottes Volk zu retten, und Moses und Aaron haben Israel gemeinsam bei der Einweihung des Mischkan (der Stiftshütte) gesegnet.
Der Herr weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu retten, die Ungerechten aber aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, um bestraft zu werden; Elberfelder 1871 – 2.Petrus 2,9
Das alles macht deutlich, dass` der Herr diejenigen, die ihn ehren, sehr wohl retten kann, wenn ihr Glaube auf die Probe gestellt ist (oder: sehr wohl vor/aus der Versuchung retten kann. ), und dass er diejenigen, die Unrecht tun, in Gewahrsam hält, bis sie am Tag des Gerichts ihre Strafe bekommen (andere Übersetzer: die Unrecht tun, bestraft, während er sie bis zum Tag des Gerichts in Gewahrsam hält.). Neue Genfer Übersetzung 2013 – 2.Petrus 2:9
Der Herr versteht sich darauf, Gottesfürchtige aus einer Versuchung zu befreien, Ungerechte wiederum als solche, die bestraft werden, für einen Gerichtstag zu verwahren, Gottes Agenda – 2.Petr 2,9
Dabei ist der Herr doch in der Lage, die Gottesfürchtigen aus der Anfechtung herauszuretten und die Ungerechten zu ertragen bis zum Tag des Gerichts, an dem sie ihre Strafe empfangen. Das Buch – 2009 – 2.Petr 2:9
Aus der Versuchung zu erretten, vgl. Mk 13,11; 1Petr 1,6. Aufzubewahren […] um sie zu strafen, der Autor hat eine Hölle nach dem Tod, aber vor dem Jüngsten Gericht vor Augen. In den rabbinischen Quellen findet eine solche Bestrafung meist im Gehinnom statt (mEd 2,10 [R. Aqiva zugeschrieben]: „[…] das Gericht über das Geschlecht der Sintflut dauerte zwölf Monate […], das Gericht über die Frevler in der Hölle dauerte zwölf Monate“]; tSan 13,3–4).
Das Neue Testament – jüdisch erklärt
dass der Herr Die Bedeutung der drei Beispiele in Vers 4–8 ist klar: Wenn Gott sündige Engel und gottlose Menschen in der Vergangenheit gerichtet hat, wird er gewiss auch die Ungerechten beim Endgericht verurteilen und die Gerechten erretten.
ihre Strafe bekommen Einige Kommentatoren sehen hierin einen Verweis auf eine vorausgehende Bestrafung vor dem Endgericht; dies entspricht auch der normalen Lesart des Griechischen an dieser Stelle. Andere Ausleger – Calvin mit eingeschlossen – verstehen dies aber als einen Verweis auf die zukünftige Bestrafung am Gerichtstag (d.h. „die Ungerechten werden für den Gerichtstag aufgespart“). Da es die Absicht des Petrus in diesem Abschnitt ist, die Gewissheit des Endgerichtes zu betonen, ist die zweite Bedeutungsmöglichkeit im Hinblick auf das Argument des Petrus angemessener als die erste, wenngleich er auch beide Sichtweisen im Blick gehabt haben kann.
Reformations-Studien-Bibel
Zum langen Vordersatz 2, 4–8 fügt V 9 den Nachsatz. Er zieht die Folgerung aus den drei Beispielen zuvor: Der Herr rettet die Frommen, die Ungerechten aber bewahrt er für den Tag der Bestrafung auf. Die Situation, die Lot zu ertragen hatte, wird als πειρασμός bezeichnet. Indessen ist πειρασμός überhaupt die Situation des Gerechten in der bösen Welt (Lk 8, 13). Ob dieser Dauer wird πειρασμός aus je akuter Versuchung zu dauernder Not und Gefahr des Menschen (Apk 2, 10; 3, 10). Darum bedarf er stets der Bewahrung und Errettung Gottes. Die Gefahr besteht aber nicht so sehr darin, daß der Mensch dazu neigt, in der Sünde mitzutun, sondern er ist in Gefahr, mit den Bösen in das Gericht zu kommen. Denn die Bösen werden für den Tag des Gerichtes aufbewahrt „als solche, die ihre Strafe erfahren“. Der Brief wird nicht sagen wollen, daß die Sünder als solche, die schon einstweilen ihre Strafe erdulden, der endgültigen Verurteilung entgegengehen. Er würde dann die Lehre vom doppelten Gericht bezeugen, dem einen sogleich nach dem Tod, dem andern im Weltgericht, wie sie allerdings so wohl dem Spätjudentum bekannt ist (4 Esr 7, 75–101; Henäth 22) und danach auch im NT (im Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus Lk 16, 22) vorausgesetzt werden kann (so Bigg, Knopf, Wohlenberg). Vielmehr wird κολαζομένους (an Stelle des wenig gebräuchlichen Part. fut. passivi stehend) futurisch zu fassen sein: Gott bewahrt die Bösen auf als solche, die am Tage des Gerichtes ihre Strafe erfahren werden (so Chaine, Charue, Felten, Michl, Windisch-Preisker). Nur das futurische Verständnis von κολαζομένους wird der eschatologischen Spannung des Briefes entsprechen.
Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament
Für die Abseitsstehenden scheint es unbegreiflich (V. 9), daß Gott überhaupt die Seinen prüft (warum auch, meinen sie!) und wie die Menschen angesichts so schwerer Schicksalsschläge durchhalten können. Aber Gott weiß, warum er prüft und wie lange. Auch hat er viele Möglichkeiten, die Seinen im Glauben zu erhalten. Bewährt werden wir nur durch Gottes Hilfe, ans Ziel kommen wir nur durch seinen Beistand (vgl. Offb 3,10; 2 Tim 4,18; Jud 6). Die Gottlosen sollen sich aber nicht in Sicherheit fühlen, wenn Gott die Seinen prüft. Für sie ist diese Zeit Gnadenzeit, weil Gott das Gericht noch nicht bringt. Sie gilt es zu nützen. Sonst ist es eine Zeit der Bewahrung für das Gericht.
Edition C Bibelkommentar Neues Testament
Nun faßt Petrus zusammen, was die biblischen Beispiele uns zeigen: So weiß der Herr Fromme aus der Versuchung zu retten. Mögen die Irrlehrer mit ihrem großen Anhang jetzt auch triumphieren, sie gehören mit Leben und Lehre doch zu den Ungerechten, die für den Tag des Gerichts bewahrt werden. Die treuen Gemeindeglieder aber dürfen und sollen ihre Lage als Versuchung, als „Prüfung“ ansehen. Das ist, seit es Menschen Gottes gibt, deren normale Lage in der Welt. Ihr Verhältnis zu Gott muß durch Versuchungen hindurch. Sie sind von Gott her „Prüfungen“ und Erprobungen, damit der Glaube darin seine Echtheit bewährt, wie das Gold im Feuer. Petrus hat das in seinem 1. Brief der Gemeinde ausführlich gesagt und eindringlich vor Augen gestellt: 1Pt 1, 6. 7; 3, 13–17; 4, 12–19.
Wuppertaler Studienbibel
Zwei Grundsätze werden angegeben: 1. Gott weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu retten. 2. Gott weiß die Ungerechten aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, um bestraft zu werden. Die Beispiele von Noah und Lot erläutern, wie Gott errettet, während die Erfahrungen der Engel, vorsintflutlichen Menschen und Sodomiten mitteilen, wie Gott bis zum Tag der ewigen Verdammnis und Strafe aufbewahrt. V.9 ist eine Zusammenfassung und Darlegung unantastbarer Prinzipien. Petrus beschäftigt sich damit, wie Gott vorbereitet und handelt. Für Noah gab es nur in der Arche Schutz. Das Innere der Arche war der einzige anerkannte und bereitstehende, sichere Zufluchtsort. Heute gilt für uns Röm 8,1: „Also ist jetzt keine Verdammnis für die, welche in Christo Jesu sind.“ Der Herr Jesus Christus ist der alleinige sichere Zufluchtsort, der von Gott anerkannt und zur Verfügung gestellt wurde. Lots Rettung war nötig, weil Gott den Gerechten nicht mit den Gottlosen bestrafen wollte. Der Richter der ganzen Erde (nicht nur des Tals von Sodom) wird gerecht handeln. Der Heilige wird nicht mit der Welt gerichtet werden (1Kor 11,32). Dann wenden wir uns dem zweiten Grundsatz zu: „Der Herr weiß … die Ungerechten aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, um bestraft zu werden.“ Dabei stellen wir fest, daß im Falle der Engel ihre Sünde gerichtet wurde und sie danach verurteilt sowie in Gruben oder Ketten aufbewahrt wurden, ganz gleich, welches Bild man gelten läßt. (Die Gruben sollen im tiefsten Abgrund bis zum Tag der Verdammnis gefangen- und die Ketten festhalten). Sie befinden sich bis zur endgültigen Bestrafung im Gefängnis, in sicherem Gewahrsam, ohne Hoffnung auf Begnadigung. Dann zeigen das 2. (die Opfer der Flut) und das 3. Beispiel (die Opfer des Feuers), daß Gott jeden im Himmel oder auf Erden mit Stumpf und Stiel ausrotten will, der gegen Ihn rebelliert hat. Er wird rechtschaffen und gerecht in all Seinen Taten sein, und dieser Fakt wird öffentlich kundwerden. Die Flut raffte sie alle hinweg; das Feuer vernichtete in diesem Tal jedes Lebewesen. Doch Gott bewahrte Noah und rettete Lot.
Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Verstand wird es befestigt; Elberfelder 1871 – Sprüche 24,3
Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Einsicht gewinnt es Bestand, Die Philippson-Bibel – Sprüche 24:3
Durch Weisheit wird ein Haus erbaut, durch Verständigkeit wird es gefestigt, Buber & Rosenzweig – Spr 24,3
Weisheit und Verstand sind ein sicheres Fundament, auf dem du dein Haus errichten kannst, Gute Nachricht Bibel 2018 – Spr 24:3
Durch Weisheit wird eine Hausgemeinschaft aufgebaut, und durch Unterscheidungsvermögen wird sie sich als fest gegründet erweisen. neue Welt Übersetzung – Bi12 – Sprüche 24:3
Was immer deine Rolle in der Familie ist, vertraue auf die Weisheit der Bibel und lass nicht zu, dass dein Verhalten von deinen Gefühlen, deiner Kultur oder der Meinung sogenannter Experten bestimmt wird.
Der Wachtturm August 2023
leider fehlt in der Auflistung, dass du dich auch nicht von sogenannten religiösen Bibelauslegern beeinflussen lassen solltest, die zwar auf der einen Seite jeden Kirchgänger dazu auffordern, in ihre Reihen zu wechseln, auch gegen den Wunsch des Ehepartners; aber wenn ein Ehepartner die „eigene Religion“ verlässt, indirekt zu einer „Trennung wegen geistiger Gefährdung“ auffordert. Jehovahs Wunsch im Garten Eden war, dass Mann und Frau immer zusammen bleiben sollten – und dieser Wunsch bleibt Sein Wunsch für alle Ewigkeit!
Weisheit … Einsicht … Erkenntnis Diese Begriffe werden synonym verwandt für die Voraussetzung und den Erhalt von rechten Beziehungsverhältnissen. Die echte Weisheit wird in Bezug auf die handwerkliche Fähigkeit bei der Konstruktion eines Hauses – wie in 2.Mose 36,1 –, in Bezug auf menschliche Beziehungen oder in Bezug auf die legitimen Errungenschaften des Wohlstandes verwandt. 24,3 ein Haus Dies ist entweder ein tatsächliches Gebäude oder eine Metapher für eine Familie oder selbst für eine Dynastie (2.Sam 7,11f.).
Reformations-Studien-Bibel
Denn wo man einer Haushaltung in Gottseligkeit weise vorsteht, da wird das Einkommen zunehmen und alles geht glücklich aus.
Luther Studienbibel (2025) – Erklärungen
Die Bilder von den Vorteilen der Weisheit (ein Haus … gebaut, gegründet und gefüllt) umfassen neben einem gesegneten Familienleben auch materielle Versorgung. Die Mittel, mit denen sie erlangt werden (durch Weisheit, Verständnis und Wissen), werden in den Sprüchen jedoch als aus der Furcht vor dem Herrn hervorgehend dargestellt. Daher sollte die Natur des Reichtums und die Haltung ihm gegenüber immer von der Priorität des Strebens nach Weisheit bestimmt sein.
The ESV Study Bible
Dieses Sprichwort zeigt, wie konstruktiv Weisheit sein kann. In anderen Sprichwörtern wird Weisheit als fleißige Frau dargestellt, die ihr Haus baut (9:1). Hier baut Weisheit nicht nur das Haus, sondern füllt es auch mit Wohlstand und Glück (siehe Anmerkung zu 3:2).
Faithlife Study Bible
Verständnis, Wahrnehmung und Urteilsvermögen sind drei Seiten derselben Medaille, die als die Krone der Tugenden bekannt sind. Ein Haus steht für einen Menschen, und die Weisheit ist der Baumeister dieses Hauses, das heißt, sie macht einen Menschen zu einem weisen und starken Menschen. So ein Mensch sieht die Weisheit und ihre Tugenden als wichtiger an als einen Menschen, der einen großen Besitz hat.
The Orthodox Study Bible: Notes
Durch Weisheit: Ähnlich wie in den Aussagen in 9:1 und 14:1. Ein Haus wird gebaut: Das konkrete Bild eines im Bau befindlichen Hauses ist ein Symbol für das eigene Leben. Im Hebräischen kann der Begriff „Haus“ auch „Haushalt“ oder „Familie“ bedeuten. • Das Haus ist die von Christus erbaute Kirche, und ihre Vorratskammern, gefüllt mit allen möglichen schönen Dingen, sind die Herzen der Gläubigen, die so leben wie er. Mit anderen Worten: Ihre Herzen sind reich an guten Gedanken, Worten und Taten (Johannes Chrysostomos, Kommentar zu den Sprüchen 24).
Die katholische Studienbibel von Ignatius
Die Formulierung durch Weisheit erinnert an 3,19 und nimmt von vornherein diesen Menschen hinein in den Bereich der Schöpfungsmacht Gottes. Auch 14,1 baut die Weisheit ein Haus, aber von der Torheit wird es niedergerissen. Im Gegensatz dazu betont hier der zweite Stichos, daß das Haus Bestand hat. Es wird befestigt und gewährt dauerhafte Geborgenheit. Das Haus gewinnt bleibende Schönheit und unzerstörbares Ansehen. Auch in 1Kor 3,11–14 ist sowohl das Bauen als auch das Bleiben bedeutungsvoll.
Wuppertaler Studienbibel
»Durch Weisheit wird ein Haus gebaut«, womit eine Familie gemeint ist (siehe dazu Auslegung zu 14,1 und unten V. 27). Doch auch die Gemeinde ist ein Haus, und die zu gründen und zu bauen, bedarf ebenfalls der Weisheit. Paulus konnte von sich sagen, dass er als »ein weiser Baumeister den Grund gelegt hatte« zum Haus in Korinth (1Kor 3,10), der Gemeinde Gottes an jenem Ort (1Kor 1,2). Es lag an den Korinthern, auf diesem Grund aufzubauen (1Kor 3,10b), und das würde nur gelingen, wenn sie den Apostel nachahmten (1Kor 4,16; 11,1; siehe auch Phil 3,17) und sich in allem an die Lehren hielten, die er ihnen überliefert hatte. Da ein Haus nur durch Weisheit gebaut wird, darf man nicht die Gottlosen nachahmen und mit deren Mitteln bauen, also mit Nötigungen und mit Drohen, und ebenso wenig mit billigen Lockmitteln. Nur »durch Einsicht«, die von Gott und durch Gottes Wort geschult ist, kann ein Haus so gebaut werden, dass es »befestigt« ist. Worin die Einsicht bzw. der Verstand besteht, hat der Sohn Gottes im Gleichnis von den zwei Häusern gelehrt (Mt 7,24–27). Steht das Haus, soll es gefüllt werden (3,10). Das geschieht nur durch »durch Erkenntnis«, Erkenntnis Gottes und seines Wortes, und wird dieses befolgt, werden »die Kammern [sich füllen] mit … kostbarem … Gut«. Darum schreibt Paulus der Gemeinde in Kolossä: »Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen« (Kol 3,16).
Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche
In der Bibel wird auch die Familie oft als Haus bezeichnet. Das Haus ist dann in diesem Sinn ein Bereich der Einheit, der Ordnung und der Geborgenheit. Es ist auch ein Ort, wo wir uns „zu Hause“ fühlen sollen. War es nicht von jeher die Absicht Gottes, als Er das Familienleben ins Dasein rief, dem Menschen diesen Bereich zu verschaffen, wo er in vertrauter Nähe mit seiner ihm anvertrauten Familie wohnen sollte?
Für Gott haben Ehe und Familie einen sehr großen Wert. Wir beobachten in unseren Tagen, wie Satan bemüht ist, diese Werte herab zu setzen. Es ist sein Ziel, die von Gott zum Wohl des Menschen gegebene Ordnung in der Schöpfung zu beseitigen. Er versucht z. B. die Ehe durch eine „unverbindliche Partnerschaft auf Zeit“ zu ersetzen. Unter seinem Einfluss versuchen die Menschen sogar, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft „gesellschaftsfähig“ zu machen. Die Folge davon ist eine traurige Zerrüttung des Familienlebens mit katastrophalen Folgen für Kinder und junge Menschen. Es ist uns deshalb ein besonderes Anliegen, noch einmal auf einige grundsätzliche Punkte hinzuweisen, die Gott uns in Seinem Wort zeigt und die eine Hilfe sind, wie man – um bei unserem Bild zu bleiben – ein Haus (oder eine Familie) auf den „Felsen bauen kann“. Über dieses Thema ist schon viel gesagt und geschrieben worden, und wir sind uns dessen bewusst, dass wir nichts Neues zu sagen haben. Aber durch diese Zeilen wollen wir gleichsam dem Beispiel des Apostels Petrus folgen. Er schrieb an die Gläubigen in der Zerstreuung: „Deshalb will ich Sorge tragen, euch immer an diese Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie wisst… Ich halte es aber für recht, … euch durch Erinnerung aufzuwecken“ (2 Petrus 1,12.13).
Im Buch der Sprüche heißt es von der Weisheit Gottes: „Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Verstand wird es befestigt“ (Spr 24,3). Und weiter wird gesagt, dass das Beachten der in der Bibel niedergelegten Weisheit mit Segen verbunden ist und ihre Verachtung zum Unglück führt. „Durch mich (die Weisheit) werden deine Tage sich mehren, und Lebensjahre werden dir hinzugefügt werden. Wenn du weise bist, so bist du weise für dich; und spottest du, so wirst du allein es tragen“ (Spr 9,11.12).
Ermunterung und Ermahnung Heft 1 – 2007
Sie sind in ihrem Haus gesegnet. „Der Fluch des Herrn liegt auf dem Haus der Gottlosen, aber das Haus der Gerechten segnet er“ (3:33, NIV). „Das Haus der Gottlosen wird zerstört werden, aber das Zelt der Gerechten wird gedeihen“ (14:11, NKJV). Die Gottlosen mögen in Häusern leben, und die Gerechten haben nur Zelte, aber mit dem Segen des Herrn wird das Zelt des Gerechten ein Palast sein! „Die Gottlosen werden umgestürzt und sind nicht mehr da; aber das Haus der Gerechten wird stehen“ (12:7).
In der hebräischen Kultur bezieht sich „Haus“ sowohl auf die Familie als auch auf das Gebäude, in dem die Familie wohnt (2 Sam. 7:16, 25, 27), was bedeutet, dass die Kinder des Gerechten in den Segen einbezogen sind. „Der Gerechte wandelt in seiner Rechtschaffenheit; seine Kinder werden nach ihm gesegnet“ (20:7, NKJV). „Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Verstand wird es gegründet; durch Erkenntnis werden die Räume mit allen kostbaren und angenehmen Reichtümern gefüllt“ (24:3-4; siehe 14:1).
Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie
Schau dir an, was Bezalel gemacht hat, dem der Heilige Weisheit gegeben hat; wie es in der Schrift heißt: „Und ich werde ihn mit einem göttlichen Geist der Geschicklichkeit, der Fähigkeit und der Erkenntnis ausstatten“ (Ex 31,3). Mit diesen drei Dingen hat der Heilige seine Welt erschaffen, wie es in der Schrift heißt: „Der Herr hat die Erde durch Weisheit [ḥokhmah] gegründet, die Himmel durch Verstand [tevunah] errichtet, und durch sein Wissen [daʿat] sind die Tiefen aufgebrochen“ (Spr 3,19–20). Und mit diesen drei Dingen hat Bezalel die Stiftshütte gebaut. In ähnlicher Weise wurde der Tempel durch diese drei [Dinge] gebaut; wie es in der [Schrift] heißt: „[Hiram] … war mit Geschick [ḥokhmah], Verstand [tevunah] und Wissen [daʿat] ausgestattet“ (1 Könige 7:14). Und auch der zukünftige Tempel wird mit diesen drei Dingen gebaut werden, wie es in der [Schrift] heißt: „Das Haus wird durch Weisheit [ḥokhmah] gebaut und durch Verständnis [tevunah] gegründet werden; und durch Wissen [daʿat] werden seine Räume mit allen kostbaren und schönen Dingen gefüllt [yimmaleʾu] werden“ (Spr 24,3–4). (Tanḥuma Va-yak•hel 5)
Mit ihrer typischen Untertreibung nutzen diese midraschischen Lehren verbale Übereinstimmungen, um unerwartete theologische Zusammenhänge herzustellen. Aus ihrer Sicht ist die Schrift keine zufällige historische Aufzeichnung, sondern ihre Sprache offenbart, wenn man sie richtig versteht, die Strukturen einer sinnvollen göttlichen Ordnung – einer Ordnung, in der die Welt und der Tempel Spiegelbilder derselben Weisheit und kosmischen Struktur sind.
The JPS Bible Commentary
„Mit Geld kann man ein Haus kaufen“, meinte der Prediger, „aber kein Zuhause.“ Die immateriellen Werte eines Zuhauses sind ganz anders als die materiellen Werte eines Hauses. Eine kluge Frau, sagt Salomo, baut ihr bayit (Haus). Im Gegensatz zum Englischen, das zwischen einem Haus und einem Zuhause unterscheidet, benutzt das Hebräische für beides dasselbe Wort. Aber es besteht kein Zweifel, dass sich Mishlei (Sprüche) 14:1 nicht auf die physische Struktur aus Stein oder Ziegeln bezieht, sondern auf die immateriellen Notwendigkeiten der Familie und des täglichen Lebens. Das Zuhause wird von einem großen Teil unserer Gesellschaft abgewertet. Es ist zu einem Ort geworden, an dem wir lediglich „unseren Hut aufhängen“, anstatt ein Ort der Familiengemeinschaft zu sein. In Familien, in denen beide Elternteile arbeiten, verbringen Kinder und Eltern nur wenige Stunden am Tag zusammen, wenn man die Schlafenszeiten nicht mitrechnet. Außerdem müssen die Kinder in vielen Fällen das Zuhause in Abwesenheit der Eltern gestalten. Einige haben klugerweise davor gewarnt, dass viele Eltern, die ihre Kinder heute in Kindertagesstätten abgeben, im Alter erleben werden, dass ihre Kinder sie in Pflegeheimen abgeben. In der alten jüdischen Welt war das Zuhause der Mittelpunkt des Lebens. Während vieler Perioden der jüdischen Geschichte lebte die ganze Großfamilie zusammen. Die Haushalte waren ziemlich groß, da die Familien so viele Kinder wie möglich haben wollten. Wie Salomo an anderer Stelle sagte: „Auch Kinder sind eine Gabe von ADONAI; die Frucht des Leibes ist eine Belohnung“ (Ps. 127,3). Die moderne Einstellung, Kinder als wirtschaftliche Belastung zu sehen, wäre in dieser Zeit und Kultur (ganz zu schweigen von Gottes Sichtweise) verabscheuungswürdig gewesen. Eine große Familie war für Männer sogar ein Grund zum Prahlen vor den Toren der Stadt (siehe Ps. 127,5). Weisheit baut ein Haus auf vielfältige Weise. Viele Kinder zu haben und sie in göttlicher Weisheit zu erziehen, ist ein Eckpfeiler des Hausbaus. Dazu gehört auch, das Zuhause mit guten Dingen zu füllen, wie Salomo in Mischlei 24,4 sagt: „Durch Wissen werden seine Räume mit allerlei kostbaren und angenehmen Besitztümern gefüllt.“ Diese Weisheit muss natürlich mit den biblischen Geboten gegen Materialismus in Einklang gebracht werden (z. B. Mischlei 11,4; 15,27; 16,16). Doch richtig verstanden sagt Salomo, dass Weisheit ein Zuhause voller Luxus und Schönheit schaffen kann. Die Weisheitsprinzipien, die dabei helfen, sind zweifellos Prinzipien für finanziellen Erfolg – worüber Mischlei viel zu sagen hat. Neben schönen Besitztümern und vielen Kindern bietet ein weises Zuhause Sicherheit: „Durch Verständnis wird es gesichert“ (24:3). Die hebräische Wurzel für die Sicherung des Hauses ist koon, was sich in dieser Form auf ein Haus bezieht, das gegründet und gut gebaut ist. Das heißt, weil es auf soliden Weisheitsprinzipien aufgebaut ist, ist das weise Zuhause vor Gefahren geschützt. Wie ein physisches Haus, das gebaut wurde, um einem Sturm standzuhalten, kann das Haus der Weisheit den Belastungen von Konflikten und dem Druck von außen standhalten. In diesen Versen und vor allem in der Kultur jener Zeit wird gezeigt, dass der Hausbau in erster Linie Aufgabe der Frau ist. Manche würden dieses Konzept als chauvinistisch komplett ablehnen. Andere würden in der Aufteilung der Verantwortung zwischen Mann und Frau eine implizite Weisheit sehen. Unabhängig davon, wie man diese Debatte für sich selbst entscheidet, will Salomo sicher nicht sagen, dass der Mann keine Rolle beim Hausbau spielt. Hier wird ein bestimmtes Familienideal im Sinn gehabt. Neben dem Problem der Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft könnte diese Lehre aus Mischlei auch für alleinstehende Erwachsene schwer zu akzeptieren sein. In der Antike lebte ein alleinstehender Erwachsener höchstwahrscheinlich bei seinen Eltern, und das war sein Zuhause. Vielleicht können Singles heute eine ähnliche Anwendung dieser Prinzipien finden, nicht unbedingt indem sie bei ihren Eltern leben, sondern indem sie ihre Eltern bis zur Heirat als ihre unmittelbare Familie betrachten. Unabhängig davon, in welcher Situation du dich befindest, gelten diese Prinzipien. Weisheit baut ein Zuhause auf. Torheit reißt es nieder. Ein weiser Elternteil erzieht seine Kinder in Frömmigkeit und geht mit Geld so um, dass es dem Zuhause Sicherheit gibt. Ein weiser Single kann sich auf seine Eltern, Freunde oder Geschwister verlassen und geht mit Geld so um, dass er sich eine Zukunft aufbauen kann. Ein weiser alleinerziehender Elternteil findet Hilfe bei der Kindererziehung und füllt sein Zuhause mit Liebe, die die Lücke des fehlenden Elternteils füllen kann. Nicht alle Familien sind ideal, aber alle Familien können in ihrer Situation Weisheit zeigen.
A Messianic Commentary on Proverbs: Proverbial Wisdom & Common Sense
Um die Reinheit von Silber und Gold zu prüfen, wird es im Kessel oder im Ofen ( Dient dazu, edle Metalle von anderem Material zu trennen. Der Ofen wird dabei so heiß, dass das eingefüllte Material schmilzt )geschmolzen. Aber die Herzen der Menschen prüfen, das kann allein der HERR ( Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR. ). BasisBibel 2021 – Sprüche 17,3
Mit Feuer prüft man die Reinheit von Silber und Gold, der HERR aber prüft die Herzen. Neues Leben Bibel 2014 – Sprüche 17:3
Der Tiegel fürs Silber, der Ofen fürs Gold, aber der Herzen Prüfer ist ER. Buber & Rosenzweig – Spr 17,3
Der Schmelztiegel für das Silber, und der Ofen für das Gold; aber Prüfer der Herzen ist Jehova. Elberfelder 1871 – Spr 17:3
Der Vergleich deutet an, dass der Herr unsere Erfahrungen gebraucht, um uns zu prüfen. Der Feuertest ist aber nicht dazu da, zu zerstören, sondern um zu reinigen. Die Abfolge von Silber über Gold bis hin zum Herzen scheint dem Herzen einen sehr hohen Wert zuzubilligen.
Reformations-Studien-Bibel
Genau wie das Silber und Gold durch das Feuer gemacht wird, so macht Gott durch das Feuer der Trübsal und Anfechtung unsere Herzen, damit wir uns selbst erkennen, ob wir Gott mit Ernst fürchten und ihm wahrhaftig vertrauen [1. Petr 1]. Darum sollen wir zusehen, dass wir eine solche Probe bestehen und rechtschaffen erkannt werden.
Luther Studienbibel (2025) – Erklärungen
Der Schmelztiegel und der Ofen deuten darauf hin, dass der Herr die Herzen durch Widrigkeiten prüft.
The ESV Study Bible
Das Feuer des Herrn (siehe Ps 66,10; Jer 9,7; Mal 3,2–3) trennt das Wertvolle von den Unreinheiten im Herzen eines Menschen (vgl. 16,2; 21,2; 27,21).
New Living Translation Study Bible_2008
Schmelztiegel. Ein Gefäß zum Schmelzen von Metallen. Herzen. Das Innerste eines Menschen, also sein Verstand, seine Gefühle und sein Wille.
The Reformation Heritage KJV Study Bible
Schmelztiegel … Ofen. Das Bild von Edelmetallen, die hohen Temperaturen ausgesetzt werden, um die Schlacke abzutrennen und eine gereinigte Form des Minerals zu erhalten. Der Herr prüft das Herz. Durch Prüfungen und verschiedene Umstände erkennt der Herr die Schlacke im menschlichen Herzen und das Ausmaß, in dem dieses Herz auf den Herrn vertraut.
NIV Biblical Theology Study Bible
Der Schmelztiegel und die Schmelzpfanne waren kleine Tongefäße, in denen Metalle bei mega hohen Temperaturen geschmolzen wurden, um sie zu veredeln. Getestet zu werden bedeutet, geprüft zu werden, um zu sehen, ob etwas echt ist. Der Prozess des Testens kann zu einer Reinigung führen (Hiob 23,10). Gott lässt sich nicht täuschen, wenn er Herzen beurteilt (1. Chronik 29,17; Psalm 7,9; 26,2; Jeremia 11,20; 12,3).
CSB Study Bible: Notes
Im Schmelztiegel wird Silber und Gold geläutert. Unedle Beimengungen verbrennen früher als das Edelmetall, das schließlich mit hohem Reinheitsgrad zurückbleibt. Solch gereinigtes Gold wird Offb 3,18 angeboten. Unser Spruch läßt mehr an das Moment des Prüfens denken. Wenn etwas die Feuerprobe besteht, ist sein Wert bewiesen. Die gleiche Bedeutung, die der Schmelztiegel für die Metalle hat, hat Jahwe für die Menschen. Er ist der Prüfer der Herzen. Seinen Feueraugen entgeht nichts (16,2). Sie erkennen jede Unreinheit. In 1Petr 1,7 werden Trübsale, die wir erleiden, als solche Prüfungen Gottes erklärt.
Wuppertaler Studienbibel
Als souveräner Herrscher über alle Dinge sieht und weiß der Herr, was vor sich geht, die Gedanken, Handlungen, Worte und Motive aller Menschen. „Denn der Herr sieht die Wege eines Menschen, und er prüft alle seine Pfade“ (Sprüche 5:21, NIV). „Die Augen des Herrn sind überall und wachen über die Bösen und die Guten“ (15:3, NIV). „Der Herr wägt die Herzen ab“ (21:2, NKJV; siehe 17:3 und 24:12). Wenn Gott richtet, richtet er gerecht, ob er nun die Bösen bestraft oder die Gerechten belohnt. Es ist ermutigend zu wissen, dass „der Herr regiert“ (Ps. 93,1) und dass seine gerechten Absichten erfüllt werden. Lasst uns sicher sein, dass wir mit Ihm auf dem Weg des Lebens wandeln, uns Seinem Willen hingeben und versuchen, Seinen Namen zu ehren.
Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie
So wie man Silber und Gold im »Tiegel« schmilzt (Ps 12,7) und im »Ofen« prüft (Spr 27,21), so prüft Jahwe die »Herzen« (siehe auch 27,21). Er läutert das Innere seiner Geliebten, »wie man Silber läutert« (Ps 66,10; siehe auch Sach 13,9; Mal 3,3), weil sie ihm kostbar sind und mehr bedeuten als alle Reichtümer der Welt. Die Hitze des Ofens und das Feuer des Tiegels dienen im Leben des Christen der »Bewährung [des] Glaubens« (1Petr 1,7). Nur durch Nöte wird offenbar, ob unser Glaube echt sei oder nicht, und darum sollten wir »das Feuer … das [uns] zur Prüfung geschieht« nicht als etwas Befremdliches ansehen (1Petr 4,12), sondern dem Herrn vielmehr dafür danken. Denn was könnte uns Schlimmeres passieren, als dass wir erst am Ende unseres Lebens einsehen müssten, dass unser Glaube nie echt war? ….
»So künstlich [kunstvoll] die Menschen sich zu verstellen, so vortrefflich sie sich mit Tugendfarben zu malen und andere zu berücken wissen, so wenig daher ein Mensch die Tiefen ihrer Herzen ergründen kann, so genau siehet der Höchste den Grund des Herzens; er weiß das Falsche und Betrügliche von dem Wahren und Aufrichtigen im Herzen zu unterscheiden. Er untersucht die Grade der Reinheit, er schafft die Schlacken, die Unreinheit heilsam weg; er erhöhet durch das Feuer der Trübsale und Anfechtungen den Glanz der Tugend« (Starke, zitiert bei Dächsel).
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