Prediger

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Weisheitslehrer

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Übersicht und thematische Verlinkung der Gedanken – sortiert nach Kapiteln

Thomas 9. Juli 2009 42 Kommentare Trackback URI Comments RSS

42 Kommentare zu “Prediger”

  1. Juleam 10. Juni 2009 um 14:36 Link zum Kommentar

    Prediger 1 – 3

    Prediger 3:1-8

    Für alles gibt es eine bestimmte Zeit, ja eine Zeit für jede Angelegenheit unter den Himmeln: 2 eine Zeit zur Geburt und eine Zeit zum Sterben; eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit, um Gepflanztes auszureißen; 3 eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen; eine Zeit zum Abbrechen und eine Zeit zum Bauen; 4 eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen; eine Zeit zum Klagen und eine Zeit zum Herumhüpfen; 5 eine Zeit, Steine wegzuwerfen, und eine Zeit, Steine zusammenzubringen; eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, dem Umarmen fernzubleiben; 6 eine Zeit zum Suchen und eine Zeit, [etwas] als verloren aufzugeben; eine Zeit zum Aufbewahren und eine Zeit zum Wegwerfen; 7 eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen; eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden; 8 eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen; eine Zeit für Krieg und eine Zeit für Frieden.

    „Für alles gibt es eine betimmte Zeit…“ – sogar eine Zeit zum Hassen?

    Hä?

    Wieso dass denn? Ein Anbeter Jehovas sollte doch nicht hassen. Hatten wir das nicht grad erst in Sprüche?

    (((noch auf der Wtlib nachforschen)))

    Sprüche 3:16-17

    Länge der Tage ist in ihrer Rechten; in ihrer Linken sind Reichtum und Herrlichkeit. 17 Ihre Wege sind Wege der Lieblichkeit, und all ihre Pfade sind Frieden.

    Also nichts Neues, was heute so an der Tagesordnung ist.

  2. Juleam 11. Juni 2009 um 14:37 Link zum Kommentar

    Prediger 4 – 6

    Prediger 4:1

    Und ich selbst wandte mich, damit ich all die Taten der Bedrückung sehen könnte, die unter der Sonne begangen werden, und siehe, die Tränen der Bedrückten, aber sie hatten keinen Tröster; und auf der Seite ihrer Bedrücker war Macht, so daß sie keinen Tröster hatten.

    Gut zusammengefasst, was wir tagtäglich sehen, was wir in der Zeitung lesen können und was wir in den Nachrichten sehen.

    Ah ja, hier kommt was, was ich schon seit 1985 kenne. Es war das Gespräch mit dem Pastor vor der Eheschließung und wir sollten uns einen „Trauspruch „ aussuchen, der uns in der Ehe leiten würde. Dieser hier gefiel mir am besten und so haben wir ihn auch genommen:

    Prediger 4:9-12

    Zwei sind besser als einer, weil sie eine gute Belohnung für ihre harte Arbeit haben. 10 Denn wenn einer von ihnen fallen sollte, kann der andere seinen Mitgenossen aufrichten. Wie aber wird es denn mit dem einen sein, der fällt, wenn nicht ein anderer da ist, um ihn aufzurichten?

    11 Überdies, wenn zwei beisammenliegen, so werden sie gewiß warm werden; wie aber kann sich einer allein warm halten? 12 Und wenn jemand einen allein überwältigen könnte, könnten zwei zusammen gegen ihn standhalten. Und eine dreifache Schnur kann nicht so schnell entzweigerissen werden.

    ich finde diesen Spruch immer noch sehr schön.

    Leider hat diese Ehe nicht lange gehalten. Das lag sicherlich auch viel daran, dass ich es damals nach Menschlichen Gedanken versucht habe und mich in einer psychiatrischen Klinik habe überreden lassen, diese Beziehung zu beenden, da mein Mann „schuld sei, dass es mir so schlecht ginge“. Leider.

    Das war ziemlich dumm. Wenn ich damals schon jemanden gehabt hätte, der mir gezeigt hätte, was die Bibel zu dem Ganzen sagt, hätten wir unsere Ehe sicherlich retten können und unsere Tochter wäre in einer richtigen und stabilen Familie aufgewachsen.

    Heute schäme ich mich, dass ich so schnell aufgegeben habe und damit nicht nur meinem damaligen Mann viel Kummer und Schmerz bereitet habe. Wie ich schon an anderer Stelle sagte, leiden immer die Kinder darunter – leider.

    Wer sich gern näher darüber informieren möchte, welche guten Ratschläge die Bibel bei Eheproblemen bietet, wie sie uns helfen kann, eine gute und innige Ehe zu führen und wie wir auch unsere Familie zu einem Ort der Harmonie und des Friedens machen können, einen Ort, wo wir neue Energie tanken und uns sicher und geborgen fühlen können – der sollte das nächste Mal, wenn Zeugen Jehovas an seiner Tür klingeln, sie hereinbitten und sie zu diesem Thema befragen.

    In den letzten Jahren haben wir so viel Literatur zu dem Thema gehabt, die wirklich wunderschön und hilfreich ist. Um nur mal einige zu nennen:

    „Das Geheimnis des Familienglücks“, ein Buch herausgegeben von Zeugen Jehovas, die Rubrik im Wachtturm „Schlüssel zum Familienglück“, die sich jede Ausgabe mit einem anderen Thema befasst. Im neuesten ist es z.B. „Mit Geld umgehen“ und zeigt uns anhand der Bibel, wie wir Streitigkeiten um das liebe Geld beenden können. In dem Buch „Bewahrt euch in Gottes Liebe“, das wir im letzten Jahr auf dem Kongress bekommen haben, gibt es ein sehr schönes Kapitel dazu: „Deine Ehe in Ehren halten – Wie kann ich an meiner Ehe arbeiten?“.

    All diese Publikationen kann man auf Wunsch kostenfrei von jedem Zeugen Jehovas bekommen. Man kann sie allein lesen oder gemeinsam mit Zeugen Jehovas besprechen, man kann sie sich aber auch direkt auf der Seite der Zeugen Jehovas herunterladen und sich als mp3 anhören.

    Damals wusste ich leider nicht, dass die Bibel soviel praktischen Rat um Thema Ehe enthält. Ich hatte nur diesen Trauspruch.

    Heute bin ich wieder verheiratet und mein Mann und ich lesen nicht nur regelmässig in der Bibel und reden über das Gelesene – sondern wir sind ständig bemüht, den Rat in unserem täglichen Leben auch anzuwenden.

    Sicherlich gibt es auch bei uns hin und wieder Probleme, denn wir sind ja auch nur ganz normale Menschen „aus Fleisch und Blut“. Aber wir haben eine gute Hilfe. Wir haben nicht nur den Rat der Bibel, sondern wir beide möchten unserem Schöpfer gefallen. Daher sind wir stets bemüht, den Rat der Bibel anzuwenden, ganz besonders wenn es Probleme gibtauch dann, wenn uns das, was wir gemäß der Bibel tun sollten, nicht besonders gefällt in dem Moment

    Tja, zurück zu dem Text in Prediger 4:9-12. Ist er nicht wunderschön?

    Besonders der letzte Vers ist sehr schön:

    Und eine dreifache Schnur kann nicht so schnell entzweigerissen werden.

    Hier wird gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir als Eheleute zusammenhalten. Ärger, Streitigkeiten und Stress haben wir eh schon genug. Schlimm wäre es, wenn dies nicht draussen vor unserer Wohnungstür bliebe.

    Aber wenn Eheleute fest zusammenhalten, besonders wenn es Probleme gibt – dies kann man mit Nichts aufwiegen. Wenn wir fest zusammenhalten, dann kann uns Nichts umwerfen, wie schlimm es auch sein mag.

    Die „dreifache Schnur“, die „nicht so schnell entzwei gerissen werden“ kann, die sind wir (beide Ehepartner) und Jehova Gott.

    Mal ganz ehrlich: wer kann wirklich ernsthaft streiten oder sich hässliche Schimpfworte an den Kopf werfen, wenn er sich vorstellt, dass Jehova mit im Zimmer ist? 😉

  3. Juleam 11. Juni 2009 um 14:39 Link zum Kommentar

    Prediger 5:1

    Behüte deine Füße, wann immer du zum Haus des [wahren] Gottes gehst; und möge es eher ein Herzunahen zum Hören sein, als um ein Schlachtopfer zu geben, wie die Unvernünftigen es tun, denn sie sind sich nicht bewußt, daß sie Schlechtes tun.

    Warum werden die, die Schlachtopfer bringen, hier „Unvernünftige“ genannt?
    Was ist daran schlecht?

    Hier einige Querverweise zum besseren Verständnis:

    1. Samuel 13:12

    da sagte ich mir: ‚Jetzt werden die Philister gegen mich nach Gilgal herabkommen, und ich habe das Angesicht Jehovas nicht besänftigt.‘ So bezwang ich mich und ging daran, das Brandschlachtopfer zu opfern.“

    Ähm, ja?

    Um es besser zu verstehen, müssen wir den Kontext auch noch lesen. Es geht hier um König Saul, der eigentlich warten sollte, bis Samuel kommt und das Opfer bringt. Opfer durfte damals nicht jeder bringen. Es war Samuels Aufgabe und Saul hatte anmassend gehandelt. Darum wurde er von Jehova verworfen

    Wahrscheinlich spielte es auch eine sehr grosse Rolle warum er nicht so lange warten wollte. Er hatte Angst, dass sich das Volk zerstreute und vielleicht dachte er auch, das Opfer wäre so eine Art Talismann. „Wir können nur gewinnen, wenn Jehova nun ganz fix ein Opfer bekommt“ oder so.

    Warum gehen wir in den Tempel um zu Opfern? Heute bedeutet dies, in den Zusamenkünften anwesend zu sein und unseren Predigtdienst. Wenn wir es nicht aus Liebe zu Jehova tun, sondern aus faschen Beweggründen

    Noch ein Querverweis:

    1. Samuel 15:22

    Darauf sagte Samuel: „Hat Jehova ebensoviel Gefallen an Brandopfern und Schlachtopfern wie daran, daß man der Stimme Jehovas gehorcht? Siehe! Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett von Widdern;

    Wenn wir die Gebote Jehovas bewusst übertreten und dann meinen, dies mit einem vermehrten Opfer ausgleichen zu können – dann ist dies bei Jehova sicherlich wertlos. Nicht vermehrte Opfer bewirken Vergebung und gutes Ansehen bei Jehova! Wenn wir gesündigt haben, müssen wir unsere Sünden bereuen, bekennen und von dem verkehrten Weg umkehren.

    Wir können nicht anhaltend sündigen und unsere Sünde verheimlichen und dann denken „wenn ich Jehova nun vermehrt diene, ein paar Stunden mehr in den Predigtdienst gehe, dann ist wieder alles ok“.
    Nein, dieses Denken wäre wirklich verkehrt und auch sehr gefährlich.

    Denn zum Einen machen wir uns dann etwas vor und zum Anderen nehmen wir uns mit diesem Denken die Möglichkeit, zu bereuen und umzukehren und so wieder zurück in Gottes Liebe zu gelangen.

    Noch ein Querverweis dazu:

    Sprüche 21:27

    Das Schlachtopfer der Bösen ist etwas Verabscheuungswürdiges, wieviel mehr, wenn einer es zusammen mit Zügellosigkeit [dar]bringt.

    Deutliche Worte…

    und

    Jesaja 1:13

    Hört auf, noch weitere wertlose Getreideopfer hereinzubringen. Räucherwerk – es ist mir etwas Verabscheuungswürdiges. Neumond und Sabbat, das Einberufen einer Zusammenkunft – ich kann die [Benutzung] unheimlicher Macht zugleich mit der feierlichen Versammlung nicht ertragen.

    und

    Hosea 6:6

    Denn an liebender Güte habe ich Gefallen gefunden und nicht am Schlachtopfer; und an der Erkenntnis Gottes mehr als an Ganzbrandopfern.

    Dies sind alles deutliche Worte.

    Also, wie muss ich nun den Text in Prediger 5:1 verstehen?

    Zur Erinnerung:

    Behüte deine Füße, wann immer du zum Haus des [wahren] Gottes gehst; und möge es eher ein Herzunahen zum Hören sein, als um ein Schlachtopfer zu geben, wie die Unvernünftigen es tun, denn sie sind sich nicht bewußt, daß sie Schlechtes tun.

    Nicht, dass sie um Hause Gottes gehen, um Schlachtopfer zu bringen, macht sie zu Unvernünftigen, sondern dass sie es aus falschen Beweggründen tun.

    Ich versuche hier mal eine andere Art der Übersetzung:

    „Achte auf dein Herz und deine Beweggründe, wenn du ins Haus Gottes (die Versammlung) gehst.
    Denke daran, dass du anwesend bist, um zu hören, was Jehova dir sagt und um danach auch zu handeln. Es zu beachten bei allem, was du tust.
    Du solltest nicht hingehen, um eine Show abzuziehen und den Anschein zu geben, du würdest Jehova anbeten, obwohl du ein Doppelleben führst.
    Auch glaube bitte nicht, dass du dich damit von deiner Schuld und Sünde loskaufen könntest. Denn dann ist es vergeblich und Jehova wird es nicht annehmen.
    Er kann dir ins Herz sehen und beurteilt dich gemäß dem, was er dort sieht.
    Wenn du dich also selbst täuscht, dann gleichst du einem Unvernünftigen und denkst bald, du machst alles in Ordnung und weisst nicht mehr, dass du schlecht handelst und damit Jehova schmerzt“.

    So oder ähnlich könnte man diesen Vers auch in anderen Worten, aber dem Sinn gemäß übersetzen.

    Vielleicht besitzt der eine oder andere ja mehrere Bibelübersetzungen. Dann könnte er da nachsehen, wie es dort übersetzt wird.

    Interessant. Ich sehe mir hier grad die Querverweise zu dem Teil an, wo steht „denn sie sind sich nicht bewusst, dass sie Schlechtes tun“ und was soll ich sagen? Den ersten dazu haben wir erst gestern gelesen:

    Sprüche 30:20

    So ist der Weg einer ehebrecherischen Frau: Sie hat gegessen und hat sich den Mund abgewischt, und sie hat gesagt: „Ich habe kein Unrecht begangen.“

    und den zweiten hatte ich bereits gestern dazu als Querverweis angeführt:

    Jeremia 6:15

    Schämten sie sich, weil sie sogar etwas Verabscheuungswürdiges getan hatten? Fürs erste schämen sie sich ganz bestimmt nicht; und zum andern haben sie nicht einmal kennengelernt, was es heißt, sich gedemütigt zu fühlen. Darum werden sie unter den Fallenden fallen; zu der Zeit, da ich Abrechnung mit ihnen halten muß, werden sie straucheln“, hat Jehova gesprochen.

    wie wir unschwer erkennen können, entspricht meine – doch recht freie – Überetzung dem, was uns Jehova damit sagen wollte.

  4. Juleam 12. Juni 2009 um 13:24 Link zum Kommentar

    Prediger 7 – 9

    Prediger 7:3

    Besser ist Verdruß als Lachen, denn durch die Verdrossenheit des Gesichts wird das Herz besser.

    Wieso ist Verdruß besser als Lachen?

    Ist das nicht widersprüchlich?

    Es ist eine sehr gute Aussage, die aber erst auf den zweiten Blick Sinn macht.

    „Denn durch die Verdrossenheit des Gesichts wird das Herz besser“ – wieso?

    Hierzu fällt mir jede Menge ein, Dinge die ich in diesem Zusammenhang gehört habe und auch Dinge, die ich selbst erlebt habe.

    Gleich als erstes kam mir wieder die Veranschaulichung mit der Muschel in den Sinn:

    Das Wertvolle der Muschel – die Perle – kann sich nur entwickeln, wenn ihr vorher Schmerz zugeführt wird. Als Abwehrreaktion gegen diesen Schmerz bildet sie einen Schutz um den Schmerzauslöser. So entwickelt sich dann mit der Zeit eine Perle. Die Perle widerum ist das, was die Muschel dann so wertvoll macht.

    Was hat das mit uns zu tun?

    Wenn wir selbst Krankheit, Ungerechtigkeit und ähnliches am eigenen Leib erlebt haben, dann werden wir viel mitfühlender werden. Wir werden vielleicht mehr Geduld mit anderen haben und sicherlich auch im Predigtdienst wirkungsvoller vorgehen.

    In dem Buch „Wähle den besten Lebensweg“, das lange mein Lieblingsbuch war, gibt es dazu ein sehr schönes Kapitel: „Was uns hilft, unter Leiden auszuharren“. Hier ist in diesem Zusammenhang besonders das Unterthema Wie Leiden den Glauben läutern können interessant:

    Wie Leiden den Glauben läutern können

    15 Der Apostel Petrus verglich die Auswirkungen, die Prüfungen auf den Glauben eines Christen haben können, mit dem Läutern von Gold durch Feuer. Durch den Läuterungsvorgang wird die Schlacke entfernt, und das reine Gold bleibt zurück. Der gesteigerte Wert des Goldes macht den Läuterungsvorgang bestimmt bezahlt. Dennoch ist sogar durch Feuer geprüftes Gold vergänglich, wie Petrus sagt. Es kann sich abnutzen oder auf andere Weise zerstört werden. Anders verhält es sich aber mit einem geprüften oder erprobten Glauben. Ein echter Glaube kann nicht zerstört werden.

    16 Wenn wir Gottes Gunst erlangen wollen, ist es absolut notwendig, daß wir einen solchen Glauben haben. Die Bibel sagt uns: „Ohne Glauben . . . ist es unmöglich, ihm [Gott] wohlzugefallen“ (Hebräer 11:6). Ein Glaube, der sich durch Prüfungen als echt erwiesen hat, ist wirklich weit wertvoller als geläutertes Gold. Unsere ewige Zukunft hängt von einem solchen Glauben ab.

    17 Wie aber kann der Glaube durch Prüfungen geläutert werden, so daß er „bei der Offenbarung Jesu Christi als eine Ursache zum Lobpreis und zur Herrlichkeit und Ehre erfunden“ wird? Das kann auf verschiedene Weise geschehen.

    18 Wenn unser Glaube stark ist, wird er uns in schwierigen Zeiten trösten und stützen. Nachdem wir dann eine Prüfung erfolgreich bestanden haben, fühlen wir uns gestärkt, weiteren Prüfungen zu begegnen. Diese Erfahrung wird uns gezeigt haben, was der Glaube für uns bewirken kann.

    19 Eine bestimmte Prüfung mag aber auch Mängel in unserer Persönlichkeit aufdecken, vielleicht Stolz, Sturheit, Ungeduld, Weltlichkeit oder Liebe zur Bequemlichkeit und zum Vergnügen. Solche Merkmale beruhen in Wirklichkeit auf Glaubensschwächen. Wieso? Weil sie verraten, daß der Betreffende sich nicht völlig der Leitung und dem Willen Gottes ihn betreffend unterstellt. Er ist nicht überzeugt, daß sein Vater wirklich am besten weiß, was zum Glück führen wird, und daß die Befolgung der göttlichen Anleitung immer gesegnet wird (Hebräer 3:12, 13). Wenn durch Prüfungen Schwächen offenbar werden, wird der Christ darauf aufmerksam, daß er seinen Glauben stärken muß, um ein annehmbarer Diener des Höchsten zu bleiben.

    20 Sollte daher durch eine besondere Situation ein Mangel in unserem Glauben aufgedeckt werden, so können wir uns überprüfen und feststellen, welche Verbesserungsmaßnahmen wir ergreifen sollten. Es wäre gut, wenn wir uns fragten: „Weshalb ist mein Glaube schwach? Vernachlässige ich es, Gottes Wort zu studieren und darüber nachzusinnen? Nehme ich alle Gelegenheiten wahr, mich mit meinen Glaubensbrüdern zu versammeln und durch ihre Glaubensäußerungen gestärkt zu werden? Neige ich dazu, mehr auf mich selbst zu vertrauen, als ich es tun sollte, statt all meine Sorgen und Nöte Jehova Gott anzubefehlen? Ist das Gebet ein Bestandteil meines täglichen Lebens, und bete ich wirklich von Herzen?“ Wenn wir einmal festgestellt haben, wo wir uns verbessern müssen, müssen wir uns gewissenhaft bemühen, in unserem Alltag die Änderungen vorzunehmen, die nötig sind, um unseren Glauben zu stärken.

    21 Wenn wir uns von Gott leiten lassen und geduldig darauf vertrauen, daß er uns den Ausweg aus unseren Prüfungen zeigt, können diese prüfungsreichen Erfahrungen bewirken, daß wir bessere Diener Gottes werden. Dann wird unser Glaube tatsächlich „bei der Offenbarung Jesu Christi als eine Ursache zum Lobpreis und zur Herrlichkeit und Ehre erfunden“ werden. Gottes Sohn wird unseren Glauben ‚lobpreisen‘ oder loben. Er wird uns wegen unseres Glaubens reich belohnen und uns auf diese Weise „Herrlichkeit“ verleihen. Er wird uns vor Jehova Gott und den Engeln als seine Jünger ‚ehren‘. (Vergleiche Matthäus 10:32; Lukas 12:8; 18:8.) Das wird bedeuten, daß wir ein endloses glückliches Leben vor uns haben. Doch wie können wir verhindern, daß wir unter schweren Leiden im Glauben schwach werden?

  5. Juleam 12. Juni 2009 um 13:27 Link zum Kommentar

    Prediger 7:7

    Denn allein Bedrückung kann bewirken, daß ein Weiser unsinnig handelt, und eine Gabe kann das Herz vernichten.

    Wie wahr diese Worte sind, haben wir am eigenen Leib erlebt. Auch wir haben unvernünftig gehandelt, als wir dachten, der Druck würde uns umbringen. Das ist nun dreieinhalb Jahre her und wir tragen noch heute die Konsequenzen. Es war nur ein kurzer Augenblick, wo wir unvernünftig gehandelt haben, aber er hatte weitreichende Auswirkungen. Seither sind wir noch mehr bemüht, uns in jedem Augenblick unseres Lebens an die Maßstäbe Jehovas zu halten.

    Prediger 7:9

    Sei nicht eilig in deinem Geist, gekränkt zu werden, denn sich gekränkt zu fühlen ruht im Busen der Unvernünftigen.

    Auch ein sehr wertvoller Rat. Oft nehmen wir uns selbst viel zu wichtig und neigen dann dazu, aus einem einen Fehler eines anderen ein Drama zu machen.

    Besser ist es, sich auf die positiven Aspekte des Lebens und auf die guten Seiten unserer Brüder und auch der unserer Mitmenschen zu konzentrieren.

    Prediger 7:15

    Alles habe ich während meiner nichtigen Tage gesehen. Da ist der Gerechte, der in seiner Gerechtigkeit umkommt, und da ist der Böse, der in seiner Schlechtigkeit lange besteht.

    na sowas!

  6. Juleam 12. Juni 2009 um 13:38 Link zum Kommentar

    Prediger 7:21-22

    Auch gib nicht dein Herz all den Worten hin, die die Menschen reden mögen, damit du deinen Knecht nicht Übles auf dich herabrufen hörst. 22 Denn dein eigenes Herz weiß wohl, sogar von vielen Malen, daß du, ja du, Übles auf andere herabgerufen hast.

    Sehr weise Gedanken.

    Ich muss dabei immer an ein Gespräch während eines Heimbibestudiums denken. Die Junge Frau hatte sich sehr darüber aufgeregt, dass jemand anderes angeblich schlecht über sie geredet haben solle. Bärbel, meine damalige Dienstpartnerin schlug die Bibel genau hier auf.

    Als wir die Verse zusammen gelesen haben, herrschte allgemeines Schweigen. Ich staunte, dass sowas in der Bibel steht, denn anscheinend hatte ich diese Verse zuvor überlesen. Sowas passiert halt, wenn man nicht so recht mit den Gedanken bei der Sache ist.

    Diese Worte haben uns alle drei begeistert, sie waren so schön und so kraftvoll.

    Wie oft regen wir uns über Dinge auf, die andere über uns erzählen. Einige gehen scheinbar sogar soweit, dass sie einer Person von der sie denken, sie würde schlecht über sie reden, buchstäblich hinterherlaufen, damit sie jedes Wort hören, was diese äußern. Und dann regen sie sich künstlich darüber auf, was derjenige gesagt hat.

    Ich finde so ein Verhalten ziemlich dumm. Wir sollten wirklich nicht zu wichtig nehmen, was andere über uns sagen. Denn die Menschen reden viel und auf dem Kongress 2006 sagte in Dortmund der Bethelredner dazu:

    „Wenn wir nach jedem Hund treten würden, der nach uns schnappt – dann würden wir garnicht mehr von der Stelle kommen“.

    Lassen wir die Menschen doch reden, der Worte sind ja bekanntlich viele. Und ausserdem sollten wir uns dabei immer bewusst sein, dass wir ja auch Fehler machen und dass sicherlich auch wir – ob bewusst oder unbewusst – etwas gesagt haben, was einen anderen gekränkt hat.

    Konzentrieren wir uns nicht darauf, ob und was andere Schlechtes über uns erzählen, sondern achten wir doch lieber darauf, dass nicht wir selbst durch gedankenlose Worte jemand anderes kränken.

    Wir haben so viele wundervolle und schöne Dinge, über die wir nachdenken und uns unterhalten können.

    Ich denke da an die DVD, die gestern auf dem internationalen Kongress „Wacht beständig“ herausgegeben worden ist. Sie heisst „Die Wunder der Schöpfung offenbaren Gottes Herrlichkeit“. Wir haben sie gestern abend im Familienkreis angesehen und sind alle drei davon begeistert.

    Da es darin ja darum geht, uns mit der Schönheit der Natur – Gottes Schöpfung – um beschäftigen, um so Jehova näher zu kommen, gibt es wundervolle Aufnahmen von Sonnenuntergängen, von Pflanzen und Tieren.

    Wir als Familie sind eh schon von der wundervollen Schöpfung begeistert. So haben wir Jahreskarten für Zoo, Tierpark und Aquarium und halten uns viel an unserem nahegelegenen See und in unserer herrlichen Umgebung auf – weil wir uns so Jehova viel näher fühlen. Alle drei fotografieren wir gerne und wenn wir z.B. mit Fine im Zoo oder sonstwie in der herrlichen Natur draussen sind, kommen wir teilweise stundenlang nicht vom Fleck, da sie total darin versunken ist, irgendein Tier, eine Blume oder eine Stimmung zu beobachten und mit der Camera einzufangen. Naja, es ist nicht nur Fine, das sind wir alle drei.

    Oft bin ich enttäuscht, dass das Bild, das meine Augen sehen, kaum dem entspricht, was das Bild da widergibt. Ich liebe Lichtspiele. Sorry, weiss nicht, wie ich es sonst in Worte kleiden sollte. Aber die Aufnahmen auf dem Video sind fantastisch. So wundervoll, dass wir uns das mehrmals angeguckt haben.

    Auch die Art und Weise, wie z.B. Entfernungen usw. veranschaulicht wurden oder der „weiße Raum“, den der Junge sich vorstellen sollte, fand ich sehr beeindruckend. Meinem Mann gefiel besonders, wie sich die Brüder einen Königreichssaal im Paradies vorstellen.

    Wenn wir uns mit solchen Dingen beschäftigen, ist das viel effektiver, als wenn wir uns künstlich aufregen.

    Wenn ich mich von meinen Lieben so sehr verletzt fühle, dass „ich in die Luft gehen könnte“, dann gehe ich an die frische Luft.

    Ich gehe runter an den See und beobachte die Tiere. Das macht mich wieder ruhiger uns später lachen wir darüber, dass ich mich mal wieder künstlich aufgeregt habe :-).

    Ja, lassen wir uns bitte nicht durch das was andere tun oder sagen derart ergrimmen, dass wir „Scheuklappen“ auf den Augen haben und nichts anderes mehr wahrnehmen. Wir schaden uns dadurch nur selbst.

    Unsere Fine hat diese Woche instinktiv sehr weise gehandelt. Sie hat sich nach einem Streit, der sie emotional sehr mitgenommen hat, einfach für eine Weile in den nahegelegenen Park gesetzt und das Jahrbuch weitergelesen, was sie bereits angefangen hatte. „ich will nicht reden, ich möchte mich lieber mit theokratischen Dingen beschäftigen“.

    Tz tz, und da wollte das Kind in der Projektwoche den Kurs „Stressbewältigung“ belegen *mit dem Kopf schüttelt*.

    Dabei weiss sie doch, wie es geht.

    Wie ist es mit uns? Sind wir ebenso weise?

  7. Juleam 12. Juni 2009 um 13:42 Link zum Kommentar

    Prediger 7:25-26

    Ich selbst wandte mich um, ja mein Herz tat es, um zu erkennen und zu erforschen und nach Weisheit und dem Grund der Dinge zu suchen und um über die Bosheit der Unvernunft und die Torheit des Wahnsinns Bescheid zu wissen; 26 und ich fand [dies] heraus: Bitterer als den Tod [fand ich] die Frau, die Fangnetzen [gleicht] und deren Herz Schleppnetze [und] deren Hände Fesseln sind. Man ist gut vor dem [wahren] Gott, wenn man ihr entrinnt, aber man sündigt, wenn man von ihr gefangen wird.

    … ohne Worte …

    Prediger 8:11-14

    Weil das Urteil über ein schlechtes Werk nicht eilends vollzogen worden ist, darum hat sich das Herz der Menschensöhne in ihnen völlig darauf gerichtet, Schlechtes zu tun. 12 Obwohl ein Sünder hundertmal Schlechtes tun und es lange Zeit treiben mag, wie es ihm gefällt, weiß ich doch auch, daß es mit denen, die den [wahren] Gott fürchten, gut ausgehen wird, weil sie sich vor ihm gefürchtet haben. 13 Mit dem Bösen aber wird es gar nicht gut ausgehen, noch wird er seine Tage verlängern, die wie ein Schatten sind, weil er sich vor Gott nicht fürchtet.

    14 Da ist eine Nichtigkeit, die auf der Erde vollführt wird, daß Gerechte da sind, denen so geschieht, als ob es für das Werk der Bösen wäre, und Böse da sind, denen so geschieht, als ob es für das Werk der Gerechten wäre. Ich sagte, daß auch das Nichtigkeit ist.

    Dies sind nicht meine eigenen Worte, sondern das, was die Bibel sagt!

    Zum Schluss eine kleine nachdenklich machende Geschichte:

    Prediger 9:14-16

    Da war eine kleine Stadt, und der Männer darin waren wenige; und es kam an sie ein großer König, und er umzingelte sie und baute große Festungen gegen sie. 15 Und es fand sich darin ein Mann, bedürftig, [aber] weise, und dieser verhalf der Stadt durch seine Weisheit zum Entrinnen. Aber kein Mensch gedachte jenes bedürftigen Mannes. 16 Und ich selbst sprach: „Weisheit ist besser als Macht; doch die Weisheit des Bedürftigen ist verachtet, und auf seine Worte wird nicht gehört.“

  8. Juleam 13. Juni 2009 um 13:46 Link zum Kommentar

    Prediger 10 – 12

    Prediger 10:2-3

    Das Herz des Weisen ist zu seiner rechten Hand, aber das Herz des Unvernünftigen zu seiner linken Hand. 3 Und auf welchem Weg auch immer der Törichte wandelt, mangelt es ihm an Herz, und er sagt gewiß jedem, daß er töricht ist.

    Prediger 10:8

    Wer eine Grube gräbt, wird selbst direkt in sie hineinfallen; und wer eine Steinmauer durchbricht, eine Schlange wird ihn beißen.

    „wer anderen eine Grube gräbt – fält selbst hinein“, auch wenn das nicht sofort passiert…

    Prediger 10:12-14

    Die Worte vom Mund des Weisen bedeuten Gunst, aber die Lippen des Unvernünftigen verschlingen ihn. 13 Der Beginn der Worte seines Mundes ist Torheit, und das nachherige Ende seines Mundes ist unglückbringender Wahnsinn. 14 Und der Törichte redet viele Worte.

    Prediger 11:1

    Sende dein Brot aus auf die Oberfläche der Wasser, denn im Verlauf vieler Tage wirst du es wiederfinden.

    „Im Verlauf vieler Tage“. Oft dauert es, bis wir den gerechten Lohn erhalten.

  9. Juleam 13. Juni 2009 um 14:11 Link zum Kommentar

    Prediger 12:1

    Gedenke nun deines großen Schöpfers in den Tagen deines Jünglingsalters, bevor die unglücklichen Tage herankommen oder die Jahre sich eingestellt haben, da du sagen wirst: „Ich habe kein Gefallen daran“;

    Wie Recht Salomo mit diesen Worten hat. Wir vergessen leider allzu oft, dass alles vergänglich ist. Manchmal denken wir, wir hätten jede Menge Zeit und verschieben daher viele Dinge auf später. Oft gibt es aber kein „später“.

    Zu diesem Gedanken hat mir mal eine Freundin aus Neustadt eine süsse Zeichnung geschickt, die ich seither im Umschlag meiner Bibel habe:

    keine Zeit

    Aber es gibt auch eine ganz süsse besinnliche Geschichte dazu, die ich mal vor ein paar Jahren gelesen und auf meinem Rechner abgespeichert habe:

    bewahre nichts für einen besonderen Anlass auf

    Einfach mal zum Nachdenken …

    Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holte ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus. Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin. Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze. „Dies kaufte ich, als wir zum ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her. Sie trug es nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!“

    Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden. Seine Frau war gestorben. Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: „Bewahre nichts für einen besonderen Anlass auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer Anlass. Ich denke immer noch an diese Worte … sie haben mein Leben verändert. Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger. Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft ohne auf das Unkraut im Garten zu achten. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei der Arbeit. Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt. Von jetzt an bewahre ich nichts mehr auf. Ich benutze täglich meine Kristallgläser. Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen. Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust dazu habe. Sätze, wie z.B. „Eines Tages …“ oder „An einem dieser Tage …“ sind dabei, aus meinem Vokabular verbannt zu werden.

    Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und machen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes gemacht hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie morgen nicht mehr sein wird (ein Morgen, das wir oft zu leicht nehmen). Ich glaube, dass sie noch ihre Familie und enge Freunde angerufen hätte. Vielleicht hätte sie auch ein paar alte Freunde angerufen, um sich zu versöhnen oder sich für alte Streitigkeiten zu entschuldigen. Der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen gegangen wäre (ihre Lieblingsküche), gefällt mir sehr.

    Es sind diese kleinen unerledigten Dinge, die mich sehr stören würden, wenn ich wüsste, dass meine Tage gezählt sind. Genervt wäre ich auch, gewisse Freunde nicht mehr gesehen zu haben, mit denen ich mich „an einem dieser Tage“ in Verbindung hätte setzen wollen.

    Genervt, nicht die Briefe geschrieben zu haben, die ich „an einem dieser Tage“ schreiben wollte. Genervt, meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe. Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr, was uns Freude und Lächeln in unser Leben bringen könnte. Ich sage mir, dass jeder Tag etwas Besonderes ist … jeder Tag, jede Stunde sowie jede Minute ist etwas Besonderes.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wie gut es tut, wenn wir den Rat aus Prediger 12:1 beherzigen.

    Ich selbst habe kurz nach meiner Taufe im Sommer 1992 den Pionierdienst aufgenommen. Leider musste ich bald aufgrund meiner Krankheit aufhören. Es hat lange gedauert, bis ich wieder stabil genug dafür war. Ich habe lange darauf hingearbeitet. Leider kam dann, kurz nachdem ich erneut eine Bewerung Ende 2005 abgegeben habe, etwas dazwischen, ich „habe unsinnig gehandelt“ habe und so konnte meine Bewerbung nicht angenommen werden.

    Der Predigdienst war schon immer „mein Lebenselixier“ und oft bin ich sehr traurig, dass ich heute nicht mehr so kann, wie ich gern möchte. Aber ein Gedanke tröstet mich immer wieder:

    „Ich habe ‚die gelegene Zeit‘ genutzt. Als ich konnte, habe ich immer alles gegeben, bis zum Schluss!“

  10. Juleam 13. Juni 2009 um 14:17 Link zum Kommentar

    Zum Schluss ein mahnendes Wort an uns alle – heute aktueller als je zuvor!

    Prediger 12:12

    Was irgend etwas außer diesen betrifft, mein Sohn, laß dich warnen: Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und sich [ihnen] viel zu widmen ist ermüdend für das Fleisch.

    Heute bezieht sich das nicht nur auf Bücher, sondern auch auf das Internet. Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass ich mich anfangs oft „darin verloren habe“, einfach die Zeit darüber vergessen habe.

    Heute habe ich „einen natürlichen Wecker“, der mich daran erinnert, nicht „zu lange zu bleiben“. Da ich nicht mehr lange am Stück sitzen kann, treibt mich schon recht bald der Schmerz vom Rechner fort. Für Artikel wie diesen benötige ich Stunden (da ich immer wieder unterbrechen muss) und „der Lohn“ sind jedesmal höllische Schmerzen.

    Aber ich kann einfach „nicht aufhören von den Dingen zu reden, die ich gehört habe“, sprich: von den Dingen, die ich in der Bibel gelesen oder in Vorträgen gehört habe.

    Trotzd aller Unbequemlichkeit und Schmerzen nutze ich die Möglichkeit noch, denn wer weiss, wie lange ich dies noch kann?

    Und hier kommt dann zum Schluss vom Bibelbuch Prediger der Sinn des Lebens:

    Prediger 12:13-14

    Der Abschluß der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den [wahren] Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze [Pflicht]. 14 Denn der [wahre] Gott selbst wird jederlei Werk ins Gericht über alles Verborgene bringen im Hinblick darauf, ob es gut ist oder böse.

    Amen!

  11. Thomasam 10. Juni 2010 um 14:57 Link zum Kommentar

    Prediger 1

    Der Mensch plagt sich ab sein Leben lang, doch was bringt es ihm ein? Hat er irgendeinen Gewinn davon? Generationen kommen und gehen, nur die Erde bleibt für alle Zeiten bestehen! Die Sonne geht auf und wieder unter, dann eilt sie dorthin, wo sie aufs Neue aufgeht. Niemand denkt mehr an das, was früher geschehen ist, und auch an die Taten unserer Nachkommen werden sich deren Kinder einmal nicht mehr erinnern.

    ob Salomo damit Recht hatte? Dieser ununterbrochene Kreislauf von Generationen wird wohl nur durch Gottes Königreich unterbrochen. Dank Internet sollte man sich ja nun „unauslöschlich in Erinnerung“ halten lassen.

    Das Wort „Nichtigkeit“ und die Wendung „unter der Sonne“ kommen im Buch Prediger wiederholt vor. Das mit „Nichtigkeit“ übersetzte hebräische Wort bedeutet buchstäblich „Hauch“ oder „Dunst“ und deutet auf Inhaltslosigkeit, Vergänglichkeit und etwas ohne bleibenden Wert hin. Die Wendung „unter der Sonne“ bedeutet „auf der Erde“ oder „in der Welt“. Somit ist alles – also alle Bemühungen, bei denen Gott außer Acht gelassen wird – Nichtigkeit. Im Gegensatz dazu ist es keine Nichtigkeit, den wahren Gott, Jehova, anzubeten, Gottes Wort, die Bibel, zu studieren und andere darüber zu belehren. Gott vergißt solche Bemühungen seiner Diener nicht (Hebräer 6:10). Und sogar für den Fall, daß jemand, der in Gottes Gunst steht, ein Unglück widerfahren sollte, wird er ‚im Beutel des Lebens bei Jehova eingewickelt sein‘ (1. Samuel 25:29). Welch eine zu Herzen gehende Vorstellung! Sich an diese Gedanken zu erinnern kann allen Anbetern Jehovas helfen, einen freudigen Geist zu bewahren.

    Im Wachtturm wurde einmal folgendes gesagt:

    „Wir sollten dieses Leben nicht mit Nichtigkeiten vergeuden . . . Wenn das jetzige Leben das ganze Leben ist, wäre nichts wichtig. Dieses Leben ist wie ein Ball, der in die Luft geworfen wird und bald wieder in den Staub zurückfällt. Es ist wie ein enteilender Schatten, wie eine verblühende Blume, wie ein Grashalm, der abgeschnitten wird und bald verdorrt. . . . Auf der Waage der Ewigkeit ist unsere Lebensspanne ein verschwindend kleines Stäubchen. Im Strome der Zeit ist es kaum ein Tropfen. Bestimmt hat der Prediger [Salomo] recht, wenn er, die vielen Sorgen und Taten des Menschen überblickend, sie alle als nichtig erklärt. Wir enteilen wieder so rasch, als ob wir nie gekommen wären; wir sind nur eine Person von den Milliarden, die kommen und gehen; und so wenige gibt es, die überhaupt wußten, daß wir hier waren! Diese Ansicht ist nicht zynisch oder wird nicht aus trüben, grämlichen, krankhaften Erwägungen heraus geäußert, sondern sie ist eine Wahrheit, eine Tatsache, der man ins Auge blicken muß; sie ist eine sachliche Feststellung, sofern das gegenwärtige Leben alles ist, was Leben heißt“ (1. Oktober 1957, Seite 600).

    Quelle w 1.April 1977

    Was wollte der Weise damit sagen?

    KÖNIG Salomo war einer der weisesten Männer, die je gelebt haben. Er konnte wahrheitsgemäß sagen: „Ich selbst habe sehr an Weisheit zugenommen, mehr als irgend jemand, der sich vor mir in Jerusalem befand, und mein eigenes Herz hat sehr viel Weisheit und Erkenntnis gesehen“ (Pred. 1:16). Mit den Worten: „Mein eigenes Herz hat sehr viel Weisheit und Erkenntnis gesehen“ wollte Salomo offensichtlich sagen, daß er nicht lediglich sein Gehirn mit viel Wissen angefüllt hatte. Weisheit und Erkenntnis hatten sein Herz beeinflußt und waren ein Teil von ihm geworden. Er schätzte ihren Wert und fühlte sich gedrängt, seine Erkenntnis und Weisheit zu gebrauchen.

    Salomo ließ keine Möglichkeit ungenutzt, um Weisheit zu erkennen. Er sagte: „Ich richtete mein Herz darauf, zu suchen und Weisheit zu erforschen in Verbindung mit allem, was unter den Himmeln getan worden ist . . . [gab] mein Herz hin, um Weisheit zu erkennen und Wahnsinn zu erkennen, und ich habe Narrheit kennengelernt“ (Pred. 1:13, 17). Salomo wurde zu dem eifrigen und ganzherzigen Bemühen angeregt, mit der Weisheit gründlich vertraut zu werden. Er beschränkte sich nicht nur darauf, die Gebote und Ermahnungen der Weisheit zu erforschen, sondern ergründete auch Wahnsinn und Narrheit. Er beobachtete aufmerksam, wie andere Menschen einen Weg des Wahnsinns und der Torheit einschlugen. Gestützt auf seine Beobachtungen, zog Salomo vernünftige Schlüsse in bezug darauf, wie man Probleme vermeiden kann.

    Zu welcher Einsicht kam er dadurch, daß er alle Aspekte weltlicher Erkenntnis und Weisheit gründlich erforschte? „Auch dies [ist] ein Haschen nach Wind . . . Denn in der Fülle von Weisheit gibt es eine Fülle von Verdruß, so daß wer Erkenntnis mehrt, Schmerz mehrt“ (Pred. 1:17, 18).

    Ein wesentlicher Grund dafür ist, wie Salomo sagte: „Was krumm gemacht ist, kann nicht geradegemacht werden, und was fehlt, kann unmöglich gezählt werden“ (Pred. 1:15). Jemand, der an weltlicher Weisheit zunimmt, wird sich auf schmerzhafte Weise der Tatsache bewußt, daß viel „Krummes“ in diesem unvollkommenen System nicht geradegemacht werden kann. Weder die Zeit noch die Umstände erlauben eine Korrektur. Ja, im menschlichen Bereich sind so viele Dinge mangelhaft, daß man sie nicht einmal aufzuzählen vermag. Je größer daher jemandes Erkenntnis und Weisheit ist, desto mehr wird ihm bewußt, wie begrenzt seine Möglichkeiten sind, die Dinge zum Positiven zu verändern. Seine kurze Lebensspanne und die ungünstigen Verhältnisse, die in der unvollkommenen menschlichen Gesellschaft herrschen, arbeiten gegen ihn. Die Folgen davon sind Enttäuschungen und Verdruß.

    Gottgemäße Weisheit hat jedoch keine solch negativen Auswirkungen, sondern fördert die Hoffnung, den Glauben und das Vertrauen. Diese Weisheit wird in der Bibel folgendermaßen beschrieben: „Die Weisheit von oben aber ist vor allem keusch, dann friedsam, vernünftig, zum Gehorchen bereit, voller Barmherzigkeit und guter Früchte, nicht parteiische Unterschiede machend, nicht heuchlerisch“ (Jak. 3:17). Welcher Art von Weisheit schenkst du die größte Aufmerksamkeit – derjenigen, die zu Enttäuschung führt, oder der gottgemäßen Weisheit, mit deren Hilfe du selbst heute das Beste aus deinem Leben machen kannst?

    Prediger 2

    Ich wollte herausfinden, was für die Menschen gut ist und ob sie in der kurzen Zeit ihres Lebens irgendwo Glück finden können. Das Beste, was ein Mensch da tun kann, ist: essen und trinken und die Früchte seiner Arbeit genießen. Doch das kann nur Gott ihm schenken! Denn wer kann essen und genießen ohne ihn? Dem Menschen, der ihm gefällt, gibt er Weisheit, Erkenntnis und Freude. Doch wer Gott missachtet, den lässt er sammeln und anhäufen, um dann alles dem zu geben, den er liebt. Dann war die ganze Mühe des einen vergeblich, als hätte er versucht, den Wind einzufangen!

    Quelle Wachtturm vom 15.April 1977

    Was wollte der Weise damit sagen?

    Das Streben nach Genuß und Kultur trägt wenig ein

    König Salomo fand, daß das Streben nach weltlicher Weisheit und weltlichem Wissen nicht befriedigt. Deshalb wandte er sich anderen Gebieten des Lebens zu, wie dem Streben nach Genuß und Kultur.

    Fand Salomo im Genuß in der Freude und im Lachen wirklich Befriedigung? Er schrieb: „Ich, ja ich, sprach in meinem Herzen: ,Komm doch nun, ich will dich mit Freude erproben. Auch sieh Gutes.‘ Und siehe! auch das war Nichtigkeit. Ich sprach zum Lachen: ,Unsinn!‘ und zur Freude: ,Was tut diese?‘ “ (Pred. 2:1, 2).

    Salomo hielt vergeblich bei Fröhlichkeit und Lachen nach etwas Lohnendem Ausschau. Genußstreben führt nicht zu wahrem und dauerhaftem Glück. Lachen und sich freuen trägt vielleicht vorübergehend dazu bei, daß man seine Probleme vergißt. Doch die Probleme werden nicht verschwinden, und wenn die Fröhlichkeit vorüber ist, mögen sie sich im Gegenteil nur noch drohender auftürmen. Zu Recht konnte Salomo vom Lachen als von „Unsinn“ sprechen, denn gedankenloses Gelächter trübt das klare Denkvermögen. Es kann dazu führen, daß jemand sehr ernste Dinge leichtnimmt und dadurch andere Personen verletzt oder reizt. Die Fröhlichkeit oder Art der Freude, die durch die Worte oder Handlungen eines Hofnarren hervorgerufen wird, bedeutet in Wirklichkeit nicht viel. Man kann nicht sagen, daß sie zu einem greifbaren und sinnvollen Ergebnis führt.

    Mit den Ergebnissen des Genusses, der Fröhlichkeit und des Lachens unzufrieden, prüfte Salomo die Wirkung des Weins. Er sagt weiter: „Ich forschte mit meinem Herzen nach, indem ich mein Fleisch sogar mit Wein erheiterte, während ich mein Herz mit Weisheit leitete, sogar um Narrheit zu erfassen, bis ich sehen könnte, was für Gutes es für die Menschensöhne gab in dem, was sie unter den Himmeln die Zahl der Tage ihres Lebens hindurch taten“ (Pred. 2:3). Salomo ließ sich beim Genuß des Weins von Weisheit und Vernunft leiten. Er wurde kein Trunkenbold, sondern bewahrte die Selbstbeherrschung. Sein Versuch, „Narrheit zu erfassen“, bedeutete daher nicht, daß er kein vernünftiges Maß einhielt. Er beherrschte sich vielmehr, während er die leichtere Seite des Lebens erforschte, und wurde daher nicht ausschweifend und genußsüchtig. Weil Salomo Herr seiner Sinne blieb, konnte er die Ergebnisse, zu denen er kam, richtig beurteilen.

    Was er sonst noch tat, beschrieb er folgendermaßen: „Ich unternahm größere Werke. Ich baute mir Häuser; ich pflanzte mir Weingärten. Ich machte mir Gärten und Parkanlagen, und ich pflanzte darin Fruchtbäume von allen Arten. Ich machte mir Wasserteiche, um damit den Wald von sprossenden Bäumen zu bewässern. Ich erwarb Knechte und Mägde, und ich bekam Söhne der Hausgenossen. Auch Viehbestand, Rinder und Kleinviehherden erlangte ich in großer Menge, mehr als alle, die vor mir in Jerusalem gewesen waren. Ich häufte mir auch Silber und Gold an und Besitz, wie er Königen und den Gerichtsbezirken eigen ist. Ich verschaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Wonnen der Menschensöhne, eine Dame, ja Damen. Und ich wurde größer und nahm zu, mehr als irgend jemand, der vor mir in Jerusalem gewesen war. Überdies verblieb mir meine eigene Weisheit. Und irgend etwas, was meine Augen forderten, enthielt ich ihnen nicht vor. Ich hielt mein Herz nicht zurück von irgendwelcher Art Freude, denn mein Herz war freudig wegen all meiner harten Arbeit, und das wurde mein Teil von all meiner harten Arbeit“ (Pred. 2:4-10).

    Als König verfügte Salomo über die Mittel, sich alles, was er wollte, leisten zu können. In seinem Streben nach zweckmäßigen Werken und Kultur – Architektur, Gartenbau, Landschaftsgärtnerei und Musik – ließ er die Weisheit nicht außer acht. Salomo verausgabte sich daher finanziell nicht völlig, sondern sammelte noch mehr Gold und Silber. Seine ‚Weisheit verblieb ihm‘ und lenkte seine zahlreichen Unternehmungen. Er fand auch eine gewisse Freude an dem, was er erreichen konnte. Fand aber Salomo bei diesen verschiedenen Bestrebungen wirklich heraus, was im Leben von dauerhaftem Wert ist? Seine Antwort lautet: „Ich, ja ich, wandte mich all meinen Arbeiten zu, die meine Hände getan hatten, und der harten Arbeit, die zu vollbringen ich hart gearbeitet hatte, und siehe! alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind, und da war nichts von Vorteil unter der Sonne“ (Pred. 2:11). Ja selbst bei dem, was man als lohnende Bestrebungen ansehen mag, empfand Salomo ein Gefühl der Leere und Nichtigkeit. Er wußte, daß er sterben würde und daß er keine Möglichkeit hatte zu erfahren, was aus all seiner harten Arbeit werden würde (Pred. 2:17-19).

    Ja, das Streben nach Genuß und Kultur ist an sich keine Garantie für ein glückliches und zufriedenes Leben. Derjenige, dessen Leben sich darum dreht, mag schließlich erkennen, daß sein Leben sehr leer ist und daß er geistige Speise benötigt.

    Was kannst du im Vergleich zu einem König tun?

    König Salomo befaßte sich eingehend mit irdischen Dingen. Er hatte die Zeit, die Mittel und das Verständnis für eine solch gründliche Untersuchung. Deshalb kann eine Betrachtung der Ergebnisse, zu denen Salomo gelangte und die im Buch Prediger aufgezeichnet sind, von außergewöhnlichem Nutzen sein.

    Wie nutzlos es für andere ist, eine ähnliche Untersuchung anzustellen, beschreibt der Weise mit den Worten: „Ich, ja ich, wandte mich, um Weisheit und Wahnsinn und Narrheit zu sehen; denn was kann der Erdenmensch tun, der nach dem König kommt? Das, was die Menschen bereits getan haben“ (Pred. 2:12). Ja, was kann der Durchschnittsmensch, der bei weitem nicht die Gelegenheiten und Mittel hat wie ein König, schon tun? Wollte er versuchen, das zu tun, was Salomo tat, so könnte er sich nur mit einigen Gebieten befassen und lediglich das tun, was andere schon getan haben. Er würde nichts Neues hinzulernen, was ihn wirklich befriedigen könnte.

    Zu welchem Ergebnis kommt Salomo? Er fährt fort: „Ich sah, ja ich, daß es mehr Vorteile gibt für die Weisheit als für die Narrheit, so, wie es mehr Vorteile gibt für Licht als für Finsternis“ (Pred. 2:13). Wer Weisheit besitzt, ist sicherlich besser daran als jemand, dem es daran mangelt. Sie befähigt ihn, mit den Problemen des Lebens fertig zu werden und seine Kräfte und Fähigkeiten sinnvoller einzusetzen, als wenn es ihm an Weisheit und Einsicht fehlen würde. Im Licht kann mehr geleistet werden als in völliger Finsternis.

    „Was irgendeinen Weisen betrifft“, so schrieb Salomo, „er hat seine Augen in seinem Kopf; aber der Unvernünftige wandelt in völliger Finsternis weiter“ (Pred. 2:14). Ein weiser Mensch hält seine Augen offen. Sie sind in dem Sinne in seinem „Kopf“, als sie seinen Verstandeskräften dienen. So kann er eine Sache durchschauen und quält sich nicht mit sinnlosen Versuchen ab, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Unvernünftige hingegen ist in Finsternis; seine Augen sind geschlossen und von keinem Wert, wenn es darum geht, herauszufinden, was der richtige Weg ist, den er einschlagen sollte.

    Allerdings bedeutet der Vorteil der Weisheit gegenüber der Torheit nicht, daß menschliche Weisheit zu echtem Glück und dauernder Zufriedenheit führen kann. Das erkannte Salomo anschließend mit den Worten an: „Ich habe erkannt, auch ich, daß es eine Zufälligkeit gibt, die allen widerfährt. Und ich selbst sprach in meinem Herzen: ,Eine Zufälligkeit gleich der des Unvernünftigen wird mir widerfahren, ja mir.‘ Warum denn war ich, ja ich, damals so überaus weise geworden? Und ich sprach in meinem Herzen: ,Auch das ist Nichtigkeit.‘ Denn es gibt nicht mehr Erinnerung an den Weisen als an den Unvernünftigen auf unabsehbare Zeit. In den Tagen, die bereits kommen, ist jeder gewißlich vergessen; und wie wird der Weise sterben? Zusammen mit dem Unvernünftigen“ (Pred. 2:14-16). Was den Tod betrifft, ergibt sich also für jemand, der weltliche Weisheit hat, kein erkennbarer Vorteil. Alle seine Werke und Tätigkeiten werden zu Nichtigkeit. Schließlich gerät der Tote, ungeachtet wie weise er gewesen sein mag, bei den Lebenden in Vergessenheit.

    Ist aber jemand nicht im Vorteil, wenn er seinen Nachkommen ein Erbe hinterlassen kann, weil er von seinen Mitteln weisen Gebrauch gemacht hat? Auch dafür gibt es keine Gewähr. Salomo sagt: „Ich haßte das Leben, weil die Arbeit, die unter der Sonne getan worden ist, von meinem Standpunkt aus unglücklich war, denn alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. Und ich, ja ich, haßte all meine harte Arbeit, an der ich hart arbeitete unter der Sonne, die ich für den Menschen zurückließe, der nach mir da wäre. Und wer ist da, der weiß, ob er sich, als weise oder töricht erweisen wird? Doch wird er die Herrschaft übernehmen über all meine harte Arbeit, an der ich hart arbeitete und bei der ich Weisheit bekundete unter der Sonne. Auch das ist Nichtigkeit. Und ich selbst wandte mich, mein Herz verzweifeln zu lassen ob all der harten Arbeit, an der ich unter der Sonne hart gearbeitet hatte. Denn da ist der Mensch, dessen harte Arbeit mit Weisheit und mit Erkenntnis und mit Tüchtigkeit getan worden ist, aber einem Menschen, der nicht hart an einer solchen Sache gearbeitet hat, wird der Anteil jenes Menschen gegeben werden. Auch das ist Nichtigkeit und ein großes Unglück“ (Pred. 2:17-21).

    Niemand weiß, was mit dem Erbe, das er hinterläßt, geschehen wird. Diejenigen, die das Erbe erhalten, mögen dessen Wert nicht schätzen und bald alles verschwenden, weil sie nicht hart dafür gearbeitet haben. Von welchem Nutzen wäre dann all die harte Arbeit gewesen, die zum Erwerb von Besitz erforderlich war? Noch schlimmer ist die Situation, wenn der hart Arbeitende viel Schmerz und Verdruß hatte und wegen all seiner Sorgen und seines Verdrusses nachts keinen Schlaf fand. Salomo bringt dies mit den Worten zum Ausdruck: „Denn was bekommt ein Mensch schließlich für all seine harte Arbeit und für das Streben seines Herzens, womit er hart arbeitet unter der Sonne? Denn alle seine Tage bedeutet seine Beschäftigung Schmerzen und Verdruß, auch während der Nacht legt sein Herz sich einfach nicht nieder. Auch das ist nur Nichtigkeit“ (Pred. 2:22, 23).

    Was kann man in Anbetracht dessen tun? Salomo antwortet: „Für einen Menschen gibt es nichts Besseres, als daß er essen und in der Tat trinken und seine Seele Gutes sehen lassen sollte wegen seiner harten Arbeit. Auch das habe ich gesehen, ja ich, daß dies von der Hand des wahren Gottes her ist. Denn wer ißt und trinkt besser als ich?“ (Pred. 2:24, 25). Jemand sollte zu seinen Lebzeiten die Früchte seiner Arbeit genießen. Selbstverständlich ist es nur natürlich, daß Eltern auch an ihre Kinder denken. Der christliche Apostel Paulus schrieb: „Nicht die Kinder sollten für ihre Eltern etwas zurücklegen, sondern die Eltern für ihre Kinder“ (2. Kor. 12:14). Das heißt aber nicht, daß Eltern für ihre Kinder so viele materielle Güter zurücklegen sollten, daß sie selbst die Lebensnotwendigkeiten entbehren oder unnötigerweise dürftig leben. Eltern sollten daran denken, daß, ungeachtet wie weise ihre Kinder sein mögen, materieller Besitz verlorengehen oder gestohlen, mißbraucht und zerstört werden kann. Daher ist es wirklich am besten, Gutes so lange auf vernünftige Weise zu genießen, wie man kann, statt extrem zu werden und Besitztum für Kinder aufzuhäufen, ohne zu seinen eigenen Lebzeiten daraus wirklich Nutzen zu ziehen.

    Gott gibt dem Gerechten und dem Bösen

    Was Gott dem Gerechten und dem Bösen gibt, geht aus Prediger 2:26 hervor: „Dem Menschen, der vor ihm gut ist, hat er Weisheit und Erkenntnis und Freude gegeben, aber dem Sünder hat er die Beschäftigung gegeben, einzusammeln und zusammenzubringen, lediglich um es dem zu geben, der gut ist vor dem wahren Gott.“

    Der gute Mensch wird, weil er die Richtlinien des Schöpfers anwendet, weise und nimmt an Erkenntnis zu. Er ist in der Lage, seine Mittel und Fähigkeiten in Übereinstimmung mit der Weisheit und der Erkenntnis anzuwenden, was dazu führt, daß er glücklich ist. Stände er nicht in einem Verhältnis zu Gott, so besäße er nicht diese echte Weisheit, Erkenntnis und Freude. Daher kann wirklich gesagt werden, daß Jehova Gott ihm „Weisheit und Erkenntnis und Freude“ gegeben hat.

    Der böse Mensch oder der Sünder hingegen setzt sich über den Rat Gottes hinweg. Daher läßt der Höchste ihn seine selbstsüchtigen Pläne ausführen und ihn die Folgen davon tragen. Der Sünder müht sich ab und quält sich in dem Bemühen, Besitztum anzuhäufen. Aber er findet keine Befriedigung oder Zufriedenheit, weil es ihm an Weisheit und Erkenntnis mangelt, um an all seiner Arbeit Freude zu finden. Ihm entgeht die Freude, die jemand verspürt, der mit seinem Besitz Bedürftigen hilft (Apg. 20:35). Außerdem mag er seine Absichten nur durch gesetzlose Mittel erreichen und am Ende das Opfer seiner eigenen Pläne werden. Alles, was der Sünder aufgehäuft hat, mag schließlich an den guten Menschen übergehen. Das war bei den Kanaanitern der Fall, denen es, obwohl sie ein sittlich verkommenes Volk waren, lange Zeit gutging. Doch dann gingen ihre Weingärten, Olivenhaine, Häuser und anderen Besitztümer an die Israeliten über, so wie Jehova Gott verfügt hatte (5. Mose 6:10, 11).

    Prediger 3

    Ich habe beobachtet, wie es auf dieser Welt zugeht: Wo man eigentlich Recht sprechen und gerechte Urteile fällen sollte, herrscht schreiende Ungerechtigkeit.
    Doch dann dachte ich: Am Ende wird Gott den Schuldigen richten und dem Unschuldigen zum Recht verhelfen. Denn dafür hat er eine Zeit vorherbestimmt, so wie für alles auf der Welt. Ich habe begriffen, dass Gott die Menschen prüft.

    Quelle der Wachtturm vom 15.Mai 1977

    Was wollte der Weise damit sagen?

    ‚Eine bestimmte Zeit für alles‘

    König Salomo beobachtete, daß auf der Erde alles bestimmten Kreisläufen und Veränderungen unterworfen ist. Wie für eine schwangere Frau die Zeit zum Gebären heranrückt, so kommt schließlich die Zeit, da hohes Alter oder Krankheit dem Leben ein Ende setzt. Wie es eine Zeit zur Geburt und zum Sterben gibt, so gibt es ‚eine Zeit zum Pflanzen und Ausreißen, zum Töten und Heilen, zum Abbrechen und Bauen, zum Weinen und Lachen, zum Schweigen und Reden, zum Lieben und Hassen und eine Zeit für Krieg und Frieden‘ (Pred. 3:1-8).

    Oft wird die Zeit für solche Dinge durch Umstände herbeigeführt, auf die der Mensch keinen Einfluß hat. Deshalb wirft Salomo, nachdem er diese Dinge erwähnt hat, zu Recht die Frage auf: „Welchen Vorteil gibt es für den Tätigen in dem, woran er hart arbeitet?“ (Pred. 3:9). Ja, wäre es in Anbetracht der Tatsache, daß im Leben eines Menschen bedeutende Dinge geschehen, auf die er keinen Einfluß hat, weise, zu versuchen, nur an harter Arbeit Freude zu finden? Wegen der Unsicherheiten des Lebens kann jemandes ganze Arbeit und sein Bemühen, ein Ziel in materieller Hinsicht zu erreichen, schnell zunichte werden (Matth. 6:27).

    Salomo sagt weiter: „Ich habe die Beschäftigung gesehen, die Gott den Menschensöhnen gegeben hat, mit der sie beschäftigt sein sollen“ (Pred. 3:10). Er konnte von sich sagen, er habe das „gesehen“, weil er selbst die Beschäftigung des Menschen gründlich untersucht hatte. Zu welchem Ergebnis kam Salomo, gestützt auf seine scharfe Beobachtung, hinsichtlich des Rahmens, innerhalb dessen der Mensch seine Tätigkeiten auszuführen hat? Wir lesen: „Alles hat er [Gott] schön gemacht zu seiner Zeit“ (Pred. 3:11).

    Im Einklang damit schreibt Salomo gemäß Prediger 7:29: „Siehe! Nur dies habe ich gefunden, daß der wahre Gott den Menschen rechtschaffen gemacht hat.“ Das geschah zu einer passenden Zeit innerhalb des Schöpfungsprogramms Gottes, als er den ersten vollkommenen Menschen erschuf. Diesem Menschen, Adam, gab Gott eine Frau, Eva, die die Vollkommenheit weiblicher Schönheit war, viel hübscher als die drei berühmten Töchter Hiobs (Hiob 42:15). Mit der Eheschließung zwischen Adam und Eva im herrlichen Edenparadies ging Gottes sechster Schöpfungstag zu Ende, und „Gott [sah] alles, was er gemacht hatte, und siehe! es war sehr gut“ (1. Mose 1:31).

    Gott stellte den irdischen Eltern der Menschheit im Edenparadies ein glückliches Leben in Vollkommenheit bis auf „unabsehbare Zeit“ in Aussicht. Er stellte ihnen eine ewige Zukunft in Aussicht unter der Voraussetzung, daß sie ihm ständig und uneingeschränkt gehorchen würden. Auf diese Weise ‚legte er dem Menschen die unabsehbare Zeit ins Herz‘ (Pred. 3:11; 1. Mose 2:16 bis 3:3). Nachdem dieses erste Menschenpaar auf Veranlassung Satans, des Teufels, im Ungehorsam gegenüber ihrem Schöpfer begonnen hatte, viele eigene Pläne auszusuchen, tat ihr Schöpfer zu einer sehr kritischen Zeit sozusagen etwas „Schönes“, denn er gab die Verheißung, einen Samen hervorzubringen, der zur Rechtfertigung Gottes und zum Segen der ganzen Menschheit den Kopf der großen Schlange zermalmen würde (1. Mose 3:15). Dieser kostbare Same sollte irgendwann in der Zukunft hervorgebracht werden. Daher blickten Männer und Frauen, die an Gottes Verheißung glaubten, erwartungsvoll nach dem Kommen des verheißenen Samens aus und nach den Segnungen, die ihnen durch diesen Samen zufließen sollten. Auf diese Weise hielt Gott ihnen eine leuchtende Zukunft vor Augen, etwas, wofür zu leben es sich lohnte, ganz gleich, wie weit es in der Zukunft liegen mochte.

    Nachdem Gott Noah und dessen Familie in der weltweiten Flut am Leben erhalten hatte, stellte er der Menschheit eine gerechte Zukunft in Aussicht und verschönerte gewissermaßen seinen den Frieden fördernden Bund durch einen prächtigen Regenbogen. Zu seiner Zeit und seinem Vorsatz entsprechend, schloß Gott danach seinen Bund mit Abraham, gemäß dem sich alle Familien und Nationen durch seinen Samen segnen sollten. Das war eine Bestätigung der in Eden gegebenen Verheißung hinsichtlich des Samens des „Weibes“ Gottes.

    Zur bestimmten Zeit ging aus der Geschlechtslinie Abrahams, die zum verheißenen Samen hinführte, David hervor, der König Israels in Jerusalem. Gott grenzte dann die Abstammungslinie, die zum verheißenen Samen führen sollte, weiter ein und tat gewissermaßen etwas „Schönes“, indem er mit dem treuen David einen Bund für ein ewiges Königreich in seiner Geschlechtslinie schloß. Gott wählte Davids Sohn Salomo zu seinem unmittelbaren Nachfolger aus, der den Tempel Jehovas in Jerusalem baute. Während der friedevollen Herrschaft Salomos wohnten „Juda und Israel . . . fortwährend in Sicherheit, ein jeder unter seinem eigenen Weinstock und unter seinem eigenen Feigenbaum, von Dan bis Beer-Scheba“ (1. Kö. 4:25). Mit gutem Grund konnte Salomo schreiben: „Siehe! Das Beste, das ich selbst gesehen habe, das schön ist, ist, daß einer esse und trinke und Gutes sehe für all seine harte Arbeit, womit er hart arbeitet unter der Sonne während der Zahl der Tage seines Lebens, die der wahre Gott ihm gegeben hat, denn das ist sein Teil“ (Pred. 5:18).

    Wenn wir die „schönen“ Dinge berücksichtigen, die Gott zu der für sie passenden Zeit gemacht hat, können wir verstehen, wie zutreffend Salomos weitere Worte über Jehova sind: „Auch die unabsehbare Zeit hat er in ihr Herz [das Herz der Menschensöhne] gelegt, damit der Mensch das Werk nie herausfinde, das der wahre Gott gemacht hat vom Anfang bis zum Ende“ (Pred. 3:11). Zur entsprechenden Zeit sandte Gott den größeren Salomo, das Hauptglied des verheißenen Samens, Jesus Christus, aus. Und Gott gebrauchte diesen Messias, um den Menschensöhnen „auch die unabsehbare Zeit“ ins Herz zu legen. Dieser Sohn Gottes verkündigte das messianische Königreich, das herrlicher sein soll als das Königreich Salomos und unter dem die gehorsamen Menschensöhne Leben bis in Ewigkeit, ja ewiges Leben erlangen könnten. Dieses Königreich wird eines der schönsten „Werke“ Gottes sein. Das ewige Leben wird nicht langweilig sein, denn dieses Königreich wird den Weg in endlose Zeitalter bereiten, in denen die erlöste Menschheit weitere Werke, die Gott hervorbringen wird, erforschen wird, ohne jemals damit fertig zu werden. Aber wir können überzeugt sein, daß jedes dieser jetzt noch nicht geoffenbarten Werke „schön . . . zu seiner Zeit“ sein wird. Welch wunderbare Zukunft steht der Menschheit also noch in Aussicht!

    Erfreue dich an dem, wofür Gott sorgt

    Was ist daher ratsam zu tun? Salomo empfiehlt, sich auf vernünftige Weise des Lebens zu erfreuen, Gutes aus seiner harten Arbeit zu sehen, statt sich vergeblich zu bemühen, das zu verändern, wofür Gott gesorgt hat. Salomos weitere Worte lauten: „Ich habe erkannt, daß es nichts Besseres für sie gibt, als sich zu freuen und zeitlebens Gutes zu tun, und auch, daß jeder Mensch essen und in der Tat trinken und Gutes sehen sollte für all seine harte Arbeit. Es ist die Gabe Gottes. Ich habe erkannt, daß alles, was der wahre Gott macht, auf unabsehbare Zeit währen wird. Es ist nichts hinzuzufügen, und nichts ist davon hinwegzunehmen; sondern der wahre Gott selbst hat es gemacht, damit die Menschen sich seinetwegen fürchten mögen“ (Pred. 3:12-14; 5:18).

    Die Angelegenheiten der Menschen, auch die Geburt und der Tod, spielen sich innerhalb eines durch Menschen unabänderlichen Rahmens ab. Solange es dem Vorsatz Gottes dient, wird sich daran nichts ändern. Somit sagte Salomo offensichtlich im Hinblick darauf, daß es ‚für alles unter dem Himmel eine bestimmte Zeit gibt‘: „Ich habe erkannt, daß alles, was der wahre Gott macht, auf unabsehbare Zeit währen wird“ (Pred. 3:14). Der Mensch kann einfach nichts an den Verhältnissen ändern, die gemäß Gottes Zulassung oder Überwaltung auf der Erde bestehen. Der mächtige König Nebukadnezar wurde zu der Einsicht gezwungen: „Alle Bewohner der Erde werden als bloßes Nichts geachtet, und er tut nach seinem eigenen Willen inmitten des Heeres der Himmel und der Bewohner der Erde. Und es existiert keiner, der seiner Hand wehren oder der zu ihm sprechen kann: ,Was hast du getan?‘ “ (Dan. 4:35). Keine Bemühung, etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen, wird Erfolg haben, da das allgemeine Lebensmuster auf der Erde infolge der Zulassung und des Vorsatzes Gottes bestehenbleibt. Die Tatsache, daß Menschen das volle Ausmaß der Werke Gottes in diesem Bereich nicht begreifen können, sollte ihnen Furcht oder heilige Scheu einflößen.

    Gleichzeitig zeigt die menschliche Geschichte, daß in den Vorgängen auf der Erde Kreisläufe auftreten, die sich wiederholen, wie Geburt und Tod, Krieg und Frieden, Lachen und Weinen. Diese sich wiederholenden Kreisläufe verknüpfen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander. Daher konnte Salomo sagen: „Was geworden ist, es war schon gewesen, und was werden soll, hat sich als bereits dazusein erwiesen.“ Die danach folgenden Worte sind indes nicht so leicht zu verstehen. Salomo sagte: „Der wahre Gott selbst ist ständig auf der Suche nach dem Verjagten“ (Pred. 3:15). Diese Worte mögen darauf hinweisen, daß gerechte Menschen oft von den Bösen verfolgt werden. Gott ’sucht‘ das Gute für seine Diener, und da er die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft völlig unter Kontrolle hat, kann er dafür sorgen, daß die Bösen, die Verfolger, von ihren Fehlern eingeholt werden, und kann den Gerechten Recht verschaffen. Oder es mag bedeuten, daß wir, obwohl die sich wiederholenden Kreisläufe bestehenbleiben und es nichts wirklich Neues gibt, davon überzeugt sein können, daß Gott trotzdem seinen Vorsatz verwirklichen wird. Während der Mensch machtlos sein mag, auf gewisse Umstände Einfluß auszuüben, kann der Höchste immer dafür sorgen, daß sich alles zum Besten seiner gehorsamen Diener auswirkt.

    Das ist tröstend, denn in dieser unvollkommenen Welt sollte man nicht damit rechnen, daß die Menschen stets Gerechtigkeit walten lassen. Salomo beschrieb die Situation mit den Worten: „Weiter habe ich unter der Sonne den Ort der Rechtsprechung gesehen, wo Bosheit war, und den Ort der Gerechtigkeit, wo Bosheit war“ (Pred. 3:16). Mit Recht erwartet man von einem Gericht Gerechtigkeit. Aber es mögen Bestechung und Parteilichkeit vorherrschen, weshalb es für viele Personen aussichtslos sein mag, das ihnen zustehende Recht zu erhalten. Wie können all diese Ungerechtigkeiten behoben werden? Salomo antwortet: „Der wahre Gott wird sowohl den Gerechten als auch den Bösen richten, denn es gibt eine Zeit für jede Angelegenheit und hinsichtlich jedes Werkes dort“ (Pred. 3:17). Statt sich also über das aufzuregen, was in der Welt geschieht, wartet ein weiser Mensch geduldig auf Gott, der zu seiner bestimmten Zeit und zum dauernden Nutzen seines treuen Volkes handeln wird (1. Sam. 26:7-10; Ps. 37:12, 13).

    ‚Damit sie sehen, daß sie an sich Tiere sind‘

    Menschen mögen auf ihre Fähigkeiten und ihr Wissen stolz sein. Wenn das Leben aber zu Ende geht, sind sie nicht besser daran als vernunftlose Tiere. Der weise König Salomo machte darauf aufmerksam, als er sagte: „Ich, ja ich, habe in meinem Herzen in Hinsicht auf die Menschensöhne gesagt, daß der wahre Gott sie auslesen wird, damit sie sehen können, daß sie an sich Tiere sind. Denn es gibt eine Zufälligkeit hinsichtlich der Menschensöhne und eine Zufälligkeit hinsichtlich des Tieres, und dieselbe Zufälligkeit trifft sie. Wie der eine stirbt, so stirbt der andere; und sie alle haben nur e i n e n Geist, so daß es keine Überlegenheit des Menschen gegenüber dem Tier gibt, denn alles ist Nichtigkeit. Alle gehen an e i n e n Ort. Sie alle sind aus dem Staub geworden, und sie alle kehren zum Staub zurück“ (Pred. 3:18-20).

    Unmittelbar bevor Salomo diesen Gedanken erwähnte, schrieb er: „Der wahre Gott wird sowohl den Gerechten als auch den Bösen richten, denn es gibt eine Zeit für jede Angelegenheit und hinsichtlich jedes Werkes dort“ (Pred. 3:17). Wenn daher Salomo im Vers 18 sagt, daß Gott Menschen „auslesen“ wird, mag das bedeuten, daß er ihnen Gelegenheiten einräumt und sie Erfahrungen sammeln läßt auch in bezug auf Probleme und Unsicherheiten, wodurch sich schließlich zeigen wird, ob sie gerecht oder böse sind. Die Tatsache, daß das Leben voller Schwierigkeiten und Unsicherheiten ist und schließlich im Tode endet, sollte den Menschen vor Augen führen, daß sie letzten Endes, soweit es ihre eigene Macht betrifft, Tieren gleichen. Mensch und Tier werden von demselben Geist oder derselben Lebenskraft, die durch die Atmung erhalten bleibt, belebt. Mensch und Tier kehren beim Tod zum leblosen Staub zurück (Pred. 9:4-6)

    Niemand kann, nur gestützt auf menschliche Beobachtungen, die Frage beantworten, die Salomo anschließend aufwirft: „Wer ist es, der den Geist der Menschensöhne kennt – ob er aufwärts steigt, und den Geist des Tieres – ob er niederwärts zur Erde steigt?“ (Pred. 3:21).

    Da der Tod bei Mensch und Tier allem Tun ein Ende setzt, kommt Salomo zu dem Schluß: „Ich habe gesehen, daß es nichts Besseres gibt, als daß der Mensch sich in seinen Werken freuen sollte, denn das ist sein Teil; denn wer wird ihn dahin bringen, das anzuschauen, was nach ihm sein wird?“ (Pred. 3:22). Die Weisheit gebietet, daß jemand an seiner harten Arbeit gesunde Freude findet. Wenn er tot ist, hat er keinen Anteil mehr an menschlichem Tun. Als Leichnam kann er nicht einmal beobachten, was unter den Menschen vorgeht (Pred. 9:5, 10).

    Der Gedanke daran, daß jemand durch den Tod wie ein vernunftloses Tier zur Nichtigkeit wird, sollte ernüchternd auf uns wirken. Es sollte uns daran erinnern, wie wichtig es ist, trotz Ungewißheiten und Problemen aus unserem Leben das Beste zu machen. Es sollte uns veranlassen, uns Gott zuzuwenden und anzuerkennen, daß es von ihm abhängt, ob wir nach unserem Tod einmal wieder leben werden.

  12. Thomasam 11. Juni 2010 um 15:21 Link zum Kommentar

    Prediger 4

    Dann wieder sah ich, wie viele Menschen auf dieser Welt ausgebeutet werden. Die Unterdrückten weinen, und niemand setzt sich für sie ein. Keiner hilft ihnen, denn ihre Unterdrücker sind zu mächtig und schrecken auch vor Gewalt nicht zurück.
    Nun weiß ich, warum die Menschen so hart arbeiten und so viel Erfolg haben: Sie tun es nur, um die anderen in den Schatten zu stellen! Auch das ist so sinnlos, als wollten sie den Wind einfangen.
    Zwar sagt man: „Der dumme Faulpelz legt die Hände in den Schoß und verhungert“, ich aber meine: Besser nur eine Hand voll besitzen und Ruhe genießen als viel Besitz haben und alle Hände voll zu tun. Denn im Grunde lohnt sich das ja nicht.

    So viel Ungerechtigkeit schon damals??
    Was die Sinnlosigkeit betrifft, nach Reichtum zu streben, denke ich an einen Vortrag, der zur Einweihung von der Hochstraße gehalten wurde: ohne gottesfürchtige Menschen ist eine Stadt in Gottes Augen leer. Und leider sind wir heute sehr sehr weit von der Natur entfernt und haben es deswegen um vieles schwerer, Gott zu finden und ihm nahe zu sein.

    Besinne dich, bevor du zum Tempel Gottes gehst! Geh nur hin, wenn du wirklich auf Gott hören willst. Das ist viel wertvoller als die Opfer der Unverständigen. Denn sie wissen nicht, worauf es ankommt; sie merken nicht, wenn sie Böses tun.

    Oh wie gut, wäre es doch, wenn diejenigen die nur Stören wollen und andere Fertig machen wollen, sich an diesen Vers halten würden: Geht nicht zu Gottes Tempel! Geht nur, wenn ihr wirklich auf Gott hören wollt und seine Worte wirklich anwenden wollt! Wie schön ruhig und friedlich wäre es dann unter Gottes Volk. Aber scheinbar hat der Widersacher vollen Erfolg indem er seine Anbeter unter Gottes Volk gemischt hat um die wahren Anbeter aus Gottes Tempel zu vergraulen oder sogar fortjagen zu lassen! Schade.

    Quelle Wachtturm vom 15. 6.1977

    Was wollte der Weise damit sagen?

    SEI BEI DER ARBEIT AUSGEGLICHEN

    Jemand, der gern hart arbeitet und dabei geschickt vorgeht, ist bestimmt zu loben. Doch harte Arbeit und Tüchtigkeit führen nicht unbedingt zur Zufriedenheit. Der weise König Salomo schrieb: „Ich habe selbst all die harte Arbeit und all die Tüchtigkeit in der Arbeit gesehen, daß es Wetteifer des einen gegenüber dem anderen bedeutet; auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind“ (Pred. 4:4).

    Jemand mag nicht nur deswegen hart und geschickt arbeiten, um etwas Wertvolles zu leisten, sondern auch um andere in bezug auf Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit auszustechen. Wenn Personen, die nebeneinander arbeiten, sich von dem Wunsch beherrschen lassen, besser sein zu wollen als ihre Kollegen, weicht die freundschaftliche Zusammenarbeit der Rivalität und dem Wetteifer. Es kann zu Neid und Feindschaft kommen. Man mag andere falsch beurteilen, indem man ihre Grenzen übersieht. Arbeit, die man leistet, um andere in den Schatten zu stellen, ist daher ein „Haschen nach Wind“, nach Nichtigkeit. Das Endergebnis ist sehr unerfreulich. Der Weise vermeidet dies.

    Das andere Extrem, das man vermeiden sollte, ist Faulheit. Salomo sagte: „Der Unvernünftige faltet seine Hände und ißt sein eigenes Fleisch“ (Pred. 4:5). Statt mit seinen Händen produktive Arbeit zu leisten, faltet der Faule sie, indem er sowenig wie möglich tut. Er ist insofern unvernünftig, als er durch seine Untätigkeit verarmt. Da er zufolge seiner Lässigkeit der richtigen Nahrung und anderer notwendiger Dinge entbehrt, gefährdet er seine Gesundheit und mag daher vorzeitig sterben. Da er sich auf diese Weise schädigt, ißt er gewissermaßen sein eigenes Fleisch.

    Man sollte sich also weder aus Konkurrenzgeist abmühen, noch darf man faul sein. Was bedeutet es aber dann, in bezug auf Arbeit ausgeglichen zu sein? Salomo erklärte: „Besser ist eine Handvoll Ruhe als eine doppelte Handvoll harter Arbeit und Haschen nach Wind“ (Pred. 4:6).

    Man handelt weise, wenn man sich nicht derart abmüht, daß man keine Zeit mehr hat, die Früchte seiner Arbeit zu genießen. Das bedeutet, mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Wer nicht zufrieden ist, findet einfach keine Ruhe. Er ist ständig nur um seinen materiellen Besitz besorgt und darum, wie er noch mehr bekommen könnte. Wer mit wenigem zufrieden ist, ist viel besser daran. Er scheut sich nicht, von seinen Mitteln Gebrauch zu machen, um Speisen und Getränke zu genießen und sich vernünftig zu erholen. Er ist auch auf andere bedacht und leistet wirklich Bedürftigen gern Hilfe. Das ist im Einklang mit dem biblischen Rat: „Er arbeite . . . hart, indem er mit seinen Händen gute Arbeit leiste, damit er etwas habe, um einem Bedürftigen davon abzugeben“ (Eph. 4:28). Gehörst du zu denen, die aufgrund dieser ausgeglichenen Ansicht in bezug auf Arbeit „eine Handvoll Ruhe“ genießen?

    DES MENSCHEN GRAUSAMKEIT GEGENÜBER DEM MENSCHEN

    Die Menschheitsfamilie ist seit langem Zeuge von schrecklicher Bedrückung und Ungerechtigkeit. König Salomo schrieb, gestützt auf seine Beobachtungen, die er vor nahezu 3 000 Jahren machte: „Ich selbst wandte mich, damit ich all die Taten der Bedrückung sehen könnte, die unter der Sonne begangen werden, und siehe! die Tränen der Bedrückten, aber sie hatten keinen Tröster; und auf der Seite ihrer Bedrücker war Macht, so daß sie keinen Tröster hatten. Und ich pries die Toten, die schon gestorben waren, mehr als die Lebenden, die noch am Leben waren. Und besser daran als sie beide ist der, der noch nicht ins Dasein gekommen ist, der die unglückbringende Arbeit nicht gesehen hat, die unter der Sonne getan wird“ (Pred. 4:1-3).

    Anscheinend hatte Salomo des Menschen Grausamkeit gegenüber dem Menschen zunächst nur beiläufig beachtet. Als er sich jedoch „wandte“, das heißt die Sache nochmals überdachte, war er entsetzt darüber, wie groß die Bedrückung in Wirklichkeit war. Weil die Bedrücker Macht und Gewalt hatten, mußten die Bedrückten ihre beklagenswerte Lage ertragen, ohne von jemandem bemitleidet oder getröstet zu werden. Die Situation war so erschütternd, daß Salomo zu dem Schluß kam, die Toten seien besser daran, da sie nicht mehr unter den schmerzlichen Auswirkungen der Ungerechtigkeit zu leiden hätten. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist der Ungeborene noch besser daran, da er dieses schreckliche Elend überhaupt nicht sehen oder miterleben muß.

    Wie sehr dies doch des Menschen Unfähigkeit verdeutlicht, der Ungerechtigkeit und Tyrannei ein Ende zu machen! Selbst König Salomo konnte mit all seiner Weisheit und Autorität an dem Elend, das auf die Unvollkommenheit des Menschen zurückzuführen war, nichts ändern. Daran kann nur Jehova Gott durch Jesus Christus etwas ändern. Es ist wirklich eine gute Botschaft, daß er verheißen hat, die Befreiung aus dieser Betrübnis zu der für alle Betroffenen passendsten Zeit herbeizuführen (Offb. 21:3, 4).

    DER WERT EINES FREUNDES

    Das Leben eines einsamen Menschen, der hart arbeitet, um Reichtümer aufzuhäufen, ist bestimmt leer. Der weise König Salomo schrieb: „Es existiert einer, aber nicht ein zweiter [das heißt ein einsamer Mensch, der keinen Freund oder Gefährten hat]; auch hat er wirklich keinen Sohn oder Bruder, aber all seiner harten Arbeit ist kein Ende. Auch sind seine Augen selbst mit Reichtum nicht gesättigt: ,Und für wen arbeite ich hart und lasse es meiner Seele an guten Dingen fehlen?‘ Auch das ist Nichtigkeit, und es ist eine unglückbringende Beschäftigung“ (Pred. 4:8). Wie sinnlos ist doch das Leben eines Geizhalses, der keinen Freund, Sohn oder Bruder hat und nicht einmal Nutzen aus seiner harten Arbeit zieht! Er häuft ständig nur Reichtum auf und möchte kein Geld für Dinge ausgeben, durch die sein Leben angenehmer und erfreulicher werden könnte. Aber bei seinem Tod ist er gezwungen, alles zurückzulassen. Wie sinnlos!

    Viel besser daran ist jemand, der mit einem guten Freund zusammenarbeitet. Der Weise fährt mit den Worten fort: „Zwei sind besser als einer, weil sie eine gute Belohnung für ihre harte Arbeit haben“ (Pred. 4:9). Ihre Zusammenarbeit bringt Vorteile: „eine gute Belohnung“ in Form von Beistand, Trost und Schutz. König Salomo sagt: „Wenn einer von ihnen fallen sollte, kann der andere seinen Mitgenossen aufrichten [weil wahrscheinlich nicht beide gleichzeitig fallen werden]. Wie aber wird es denn mit dem einen sein, der fällt, wenn nicht ein anderer da ist, um ihn aufzurichten? Überdies, wenn zwei beisammenliegen [wie zum Beispiel, wenn sie auf einer Reise in der Kälte übernachten müssen], so werden sie gewiß warm werden; wie aber kann sich einer allein warm halten? Und wenn jemand einen allein überwältigen könnte [der auf einer gefährlichen Straße unterwegs ist], könnten zwei zusammen gegen ihn standhalten. Und eine dreifache Schnur [die stärker ist als eine, die nur aus einem oder zwei Strängen besteht] kann nicht so schnell entzweigerissen werden“ (Pred. 4:10-12).

    Lebst du im Einklang mit dem Geist dieser Worte? Es ist sicherlich von großem Wert, wenn man zuverlässige Freunde hat.

    SELBST DIE HERVORRAGENDSTE STELLUNG IST NICHTIGKEIT

    Popularität bei Menschen ist oft schnell verflogen. Der Berühmte ist schnell vergessen, sobald jemand anders das Herz der Menschen erobert hat. Selbst Personen, die die hervorragendste Stellung einnehmen, bilden dabei keine Ausnahme.

    Der weise König Salomo beschrieb mit realistischen Worten, was Herrschern widerfahren kann: „Besser ist ein bedürftiges, aber weises Kind als ein alter, aber unvernünftiger König, der nicht genug Wissen erlangt hat, sich noch länger warnen zu lassen. Denn er [offensichtlich das Kind] ist ja aus dem Gefangenenhaus hervorgegangen, um König zu werden, obwohl er in dessen Königtum als ein Minderbemittelter geboren worden war“ (Pred. 4:13, 14).

    Ein Mann mag denken, daß ihm aufgrund dessen, daß er als König die hervorragendste Stellung einnimmt, und aufgrund seines Alters und seiner Erfahrung die Achtung und Unterstützung der Öffentlichkeit sicher ist. Aber trotz seiner Stellung und seines Alters wird einem König keine von Herzen kommende Ehre gezollt, wenn er unvernünftig handelt und sich weigert, den gesunden Rat anderer anzunehmen. Stellung und Alter an sich garantieren nicht, daß man geachtet wird. Deswegen ist ein bedürftiges, aber weises Kind besser daran als ein König, der einmal mit Weisheit herrschte, aber im Alter seine eigenen Wege geht und guten Rat nicht beachtet. Es könnte sein, daß der alte König sein ganzes Reich in hoffnungslose Schuld stürzt, sich gegenüber seinen Untertanen entfremdet und sogar abgesetzt wird und in Unehren stirbt. Ein jugendlicher König, der ständig weise handelt, mag dagegen die Achtung erwerben, die dem alten, aber törichten König nicht gezollt wird.

    Wie Salomo sagt, könnte ein solch weiser Jugendlicher sogar aus dem Gefangenenhaus erhöht werden und Königswürde empfangen. Das erlebte Joseph. Der Pharao von Ägypten war so sehr von ihm beeindruckt, daß er sagte: „Keiner [ist] so verständig und weise wie du. Du wirst persönlich über mein Haus gesetzt sein, und mein ganzes Volk wird dir unbedingt gehorchen. Nur um den Thron werde ich größer sein als du“ (1. Mose 41:39, 40). So wurde Joseph zum zweiten Herrscher Ägyptens erhöht.

    Als nächstes lenkt Salomo die Aufmerksamkeit auf das launenhafte Verhalten des Volkes und schreibt: „Ich habe alle Lebenden gesehen, die unter der Sonne umherwandeln, wie es geht mit dem Kinde, dem zweiten, das an Stelle des anderen aufsteht. Da ist kein Ende all des Volkes, all derer, vor denen er gewesen war; auch werden sich die Späteren seiner nicht freuen, denn auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind“ (Pred. 4:15, 16).

    Was meint Salomo mit dem Ausdruck „das Kind, das zweite“? Offensichtlich bezog er sich damit auf den Nachfolger des Königs. „Alle Lebenden“ sind all diejenigen, die darüber begeistert sind, einen neuen Herrscher zu haben. „Da ist kein Ende all des Volkes“, vor dem er als König steht. Das heißt, daß sie alle hinter ihm stehen und seine Herrschaft unterstützen. Aber seine Popularität hält nicht für immer an. Bald kommt die Zeit, da derjenige, dem die Leute zujubelten, nicht mehr ihrem Geschmack entspricht. Ernüchtert hören sie nun auf, sich über ihn zu freuen.

    Ebenso wird heute eine Gruppe Politiker durch eine andere ersetzt. Anfänglich mag Begeisterung über einen bestimmten Gouverneur, Premierminister oder Präsidenten herrschen. Doch es dauert nicht lange, bis die Leute mit ihm und seiner Politik unzufrieden sind. Sehr schnell sehen sie sich nach einem anderen um, der die Zügel der Regierung in die Hand nehmen soll.

    Ja, selbst die hervorragendste Stellung erweist sich somit nur als ein Tand, eine „Nichtigkeit“. Dies unterstreicht nur allzu deutlich, daß das, was am meisten befriedigt, nicht eine Stellung in der Welt ist, sondern ein gutes Verhältnis zu Jehova, dem ewigen Gott.

    Prediger 5

    Wenn du vor Gott ein Gelübde abgelegt hast, dann zögere nicht, es zu erfüllen! Menschen, die leichtfertige Versprechungen machen, gefallen Gott nicht – darum tu, was du ihm geschworen hast!
    Besser du versprichst gar nichts, als dass du ein Versprechen nicht hältst! Leg kein unbedachtes Gelübde ab, sonst lädst du Schuld auf dich! Hast du es doch getan, dann behaupte nicht vor dem Priester: „Ich habe es gar nicht so gemeint!“! Oder willst du, dass Gott zornig wird und die Früchte deiner Arbeit vernichtet?

    Versprechen nicht einhalten? Wer ist wohl das Wichtigste nach Jehova? Ja klar, mein Ehepartner! Und wie hoch sind die Scheidungsziffern und Trennungszahlen in sogenannten christlichen Völkern? Nur wahre Anbeter Jehovas werden ihr Versprechen auf keinen Fall brechen.

    Quelle Wachtturm vom 15.Juli 1977

    DA DER Höchste der Schöpfer des Himmels und der Erde ist, verdient er unsere Anerkennung und Ehrfurcht. König Salomo legte darauf Nachdruck, als er schrieb: „Behüte deine Füße, wann immer du zum Hause des wahren Gottes gehst; und möge es eher ein Herzunahen zum Hören sein, als um ein Schlachtopfer zu geben, wie die Unvernünftigen es tun, denn sie sind sich nicht bewußt, daß sie Schlechtes tun. Sei nicht eilig hinsichtlich deines Mundes; und was dein Herz betrifft, es sei nicht hastig, ein Wort vor dem wahren Gott vorzubringen. Denn der wahre Gott ist in den Himmeln, du aber bist auf der Erde. Darum sollte es sich zeigen, daß deiner Worte wenige sind“ (Pred. 5:1, 2).

    Wenn man sich an eine Anbetungsstätte begibt, sollte man zu Recht daran denken, wohin man geht, und auf seine Schritte achten. Das „Haus des wahren Gottes“ ist bestimmt kein Ort für sittlich unreine Personen oder für solche, die heilige Dinge nicht achten (Ps. 15:1-5). Es ist ein Ort zum „Hören“, das heißt, auf Gottes Gebote zu achten oder sie zu befolgen.

    Man sollte nicht wie ein Unvernünftiger handeln, der sein Denkvermögen nicht gebraucht und einen Weg einschlägt, der Gottes Geboten widerspricht. Der Unvernünftige mag aus religiösem Pflichtbewußtsein ein Opfer darbringen oder sich den Anschein der Frömmigkeit geben. Doch er übersieht, daß sein Opfer in den Augen Gottes dadurch wertlos, ja verabscheuungswürdig wird. Das wird in Sprüche 21:27 mit den Worten deutlich gemacht: „Das Schlachtopfer des Bösen ist etwas Verabscheuungswürdiges, wieviel mehr, wenn einer es zusammen mit Zügellosigkeit [„Schändlichkeit im Herzen“, New English Bible] darbringt.“

    Angesichts der Größe Gottes – er wohnt in den höchsten Himmeln – sollte sich jemand auch das, was er in seinen Gebeten sagt, gut überlegen. Er sollte nicht zulassen, daß sein Herz, das Organ, durch das er motiviert wird, ihn dazu anregt, impulsive, unüberlegte Worte zu äußern. Wenn er betet, sollte er sich Gott in dem vollen Bewußtsein seiner Majestät und Würde nahen und nicht gedankenlos plappern. Es ist besser, wenige, aber von Herzen kommende, ehrfürchtige Worte zu äußern.

    Salomo bekräftigt diesen Gedanken durch eine sprichwörtliche Redeweise, indem er weiter sagt: „Denn gewißlich kommt ein Traum zufolge der Menge der Beschäftigung und die Stimme eines Unvernünftigen zufolge der Menge der Worte“ (Pred. 5:3). Wenn sich jemand unnötigerweise mit materialistischen Gedanken beschäftigt, sich ehrgeizige Ziele setzt und den Schöpfer außer acht läßt, kommt es zu selbstsüchtigen Träumen. Eine solche „Menge der Beschäftigung“ kann zu nichtigen Träumereien führen und den Sinn des Betreffenden auch nachts beschäftigt halten, ihn in eine Traumwelt versetzen und ihm den gesunden Schlaf rauben. Wie übertriebene materialistische Interessen sinnlose Träume mit sich bringen, so schafft auch unaufhörliches Schwatzen Probleme. Schon nach kurzer Zeit verrät die Stimme des Schwatzers, daß sie einem Toren gehört. Er äußert fast zwangsläufig sehr törichte, unschickliche Worte. Deshalb sollte man sich vor gedankenlosem Reden hüten, und zwar, wie bereits gezeigt, besonders im Gebet.

    Bestimmt sollte man sich davor hüten, in Gelübden gedankenlose Worte zu äußern. Salomo sagte: „Wann immer du Gott ein Gelübde gelobst, zögere nicht, es zu bezahlen, denn da ist kein Gefallen an den Unvernünftigen. Was du gelobst, bezahle. Besser ist es, daß du nicht gelobst, als daß du gelobst und nicht bezahlst. Gestatte deinem Munde nicht, dein Fleisch zum Sündigen zu veranlassen, noch sage vor dem Engel, daß es ein Versehen war. Warum sollte der wahre Gott wegen deiner Stimme in Zorn geraten und das Werk deiner Hände zunichte machen müssen?“ (Pred. 5:4-6).

    Niemand ist irgendwie verpflichtet, Gott etwas zu geloben; ein Gelübde erfolgt freiwillig. Deshalb sollte man es sich sehr gut überlegen, um nicht übereilt zu reden, wenn man Gott etwas feierlich verspricht. Wer zögert, sein Gelübde zu erfüllen, würde wie ein Unvernünftiger handeln, das heißt wie jemand, der einen sittlichen Mangel aufweist und auf dessen Worte man sich nicht verlassen kann. Unbedachtes Reden des Mundes kann den Fleischesleib verpflichten, etwas zu tun, was sehr schwierig sein mag und dazu führt, daß das Gelübde nicht erfüllt wird, wodurch das Fleisch zum Sündigen veranlaßt wird. Wenn man, bevor man etwas gelobt, sorgfältig überlegt, wird man nicht voreilig reden. Man wird dann nicht den Wunsch haben, von einem Gelübde entbunden zu werden, mit dem Hinweis, man habe einen Fehler gemacht.

    Ein Gelübde nicht zu erfüllen kann schwerwiegende Folgen haben. Jehova Gott könnte „in Zorn geraten“ und einem zumindest teilweise seine Gunst und seinen Segen entziehen. Als Folge davon mag das, was der Betreffende aufgebaut hat, „niedergerissen“ werden. Der Psalmist faßt den Gedanken treffend in den Worten zusammen: „Wenn Jehova selbst das Haus nicht baut, so ist es umsonst, daß seine Bauleute hart daran gearbeitet haben. Wenn Jehova selbst die Stadt nicht behütet, so ist es umsonst, daß der Wächter ständig gewacht hat“ (Ps. 127:1).

    Salomo zeigt, wie man sich vor einem übereilten Gelübde hüten kann, indem er sagt: „Fürchte den wahren Gott.“ Das bedeutet, Ehrfurcht vor dem Schöpfer zu haben und nichts zu tun, wodurch man sein Mißfallen erregt. Wenn eine solche Furcht fehlt, treffen die folgenden Worte König Salomos zu: „Denn wegen der Menge der Beschäftigung gibt es Träume, und es gibt Nichtigkeiten und Worte in Menge“ (Pred. 5:7). Ja, wer sich zu sehr mit materiellen Dingen beschäftigt, wird selbstsüchtige Träume haben, die ihm die Ruhe rauben; er wird Enttäuschungen erleben, unter Frustrationen leiden, „Nichtigkeiten“ verfallen und gedankenlose Worte vor Gott äußern, die dazu führen können, daß er vorschnell etwas gelobt und sein Gelübde dann nicht erfüllt. Es ist daher wirklich vernünftig, alles aus gebührender Furcht vor Jehova Gott zu tun.

    Warum man über Bedrückung nicht erstaunt sein sollte

    Während der ganzen Menschheitsgeschichte hat es viele Herrscher und hohe Beamte gegeben, die ihren eigenen Vorteil suchten und sich über die Interessen des Volkes hinwegsetzten. So etwas kann für den einfachen Menschen besonders hart werden. Der weise König Salomo schrieb: „Wenn du irgendwelche Bedrückung des Minderbemittelten und den gewaltsamen Entzug des Rechts und der Gerechtigkeit in einem Gerichtsbezirk siehst, so staune nicht über die Angelegenheit, denn einer, der höher ist als der Hohe, wacht, und da sind die, die hoch über ihnen sind“ (Pred. 5:8). Ja, die Korruption und die Ungerechtigkeiten niedriger Beamter sind oft nur ein Abglanz dessen, was sich Personen in noch höheren Stellungen leisten. Gewöhnliche Bürger, die praktisch an unterster Stelle stehen, haben in einem solchen Fall unter der überwältigenden Last der Bedrückung zu leiden, die das korrupte Verhalten all jener Personen mit sich bringt.

    Nach seinen Worten über diese Ungerechtigkeiten schrieb Salomo weiter: „Auch ist der Gewinn der Erde unter ihnen allen; für ein Feld ist dem König selbst gedient worden“ (Pred. 5:9). Young’s Literal Translation of the Holy Bible gibt diesen Vers interessanterweise so wieder: „Und die Fülle eines Landes ist für alle. Einem König wird für ein Feld gedient.“ Auch die Wiedergabe dieses Verses in der alten griechischen Septuaginta-Übersetzung verdient Beachtung: „Und der Nutzen des Landes ist für jedermann – ein König gehört zu dem bebauten Feld“ (Charles Thomson). „Auch die Fülle der Erde ist für jeden: der König ist von dem bestellten Feld abhängig“ (Samuel Bagster and Sons Limited).

    Was bedeutet also dieser Vers? Folgendes: Die Fülle, der Ertrag, der Gewinn des Landes oder der Erde ist für alle seine Bewohner; sie sind von dem abhängig, was das Land hervorbringt. Selbst der König eines Landes bildet dabei keine Ausnahme. Aber das Land muß bearbeitet, bebaut oder bestellt werden, wenn es einen Ertrag bringen soll, der jemandes Bedürfnis oder Vorliebe entspricht. Somit ist dem König „für ein Feld“ gedient worden, d. h. nicht im Austausch für ein Feld, sondern für die Ernte oder den reichlichen Ertrag eines Feldes, indem sein Feld bebaut, bestellt oder bearbeitet worden ist. Er muß seine Diener aussenden, so daß sie das Feld bearbeiten oder bebauen, damit es einen großen Ertrag bringt (2. Chron. 26:1, 10). Wenn der König seine Diener das Land nicht besäen und bearbeiten läßt, kann er für sich und die königliche Familie nichts ernten. Selbst ein König darf es nicht als selbstverständlich ansehen, daß die Erde etwas hervorbringt. Im Einklang damit lautet Prediger 5:9 in einer alten syrischen Übersetzung: „Überdies sind die Reichtümer der Erde für alle; dem König selbst wird dadurch gedient, daß sein eigenes Feld bebaut wird“ (George M. Lamsa).

    Die Nichtigkeit des Strebens nach Reichtum

    Der weise König Salomo beobachtete, daß das Aufhäufen materieller Besitztümer keine echte Befriedigung mit sich bringt. Er schrieb: „Wer nur Silber liebt, wird mit Silber nicht gesättigt werden, noch jemand, der Reichtum liebt, mit Einkünften. Auch das ist Nichtigkeit. Wenn der guten Dinge viele werden, werden der sie Essenden gewißlich viele. Und welchen Vorteil gibt es für ihren großen Besitzer, es sei denn, sie mit seinen Augen anzuschauen?“ (Pred. 5:10, 11).

    Wer viel hat, ist nicht zufrieden, sondern möchte mehr. Seine „guten Dinge“ oder Reichtümer mehren sich. Mehr Lohnarbeiter und Diener sind erforderlich, um sich aller Dinge anzunehmen, und diese werden für ihre Dienste entlohnt. Wegen der Größe seines Reichtums kann der Eigentümer jedoch nicht selbst seinen ganzen Reichtum genießen. Er kann zum Beispiel immer nur ein bestimmtes Kleidungsstück tragen und nur eine bestimmte Menge einer Speise oder eines Getränks genießen. So besteht sein Lohn letzten Endes darin, daß er seinen angehäuften Reichtum sehen und damit prahlen kann, daß er ihn besitzt. Wenn er habsüchtig ist, kann es sogar sein, daß es ihm mißfällt, etwas von seinem Reichtum abzutreten, um für den Lebensunterhalt der Diener und gedungenen Arbeiter zu sorgen.

    Überdies mag sich der Reiche sehr große Sorgen um sein Eigentum machen. Im Gegensatz zu dem gewöhnlichen Arbeiter, der keinen größeren Besitz hat, um den er sich Sorgen machen müßte, kann der Reiche durch seine Sorgen um seine Besitztümer davon abgehalten werden, sich niederzulegen, um eine friedliche Nachtruhe zu genießen. Salomo bemerkte: „Süß ist der Schlaf des Dienenden, ungeachtet, ob es wenig oder viel sei, was er ißt; aber der Überfluß, der dem Reichen gehört, läßt ihn nicht schlafen“ (Pred. 5:12).

    Zufolge der im Leben auftretenden Unsicherheiten kann jemand, der fortwährend Reichtum anhäuft, plötzlich zu seinem Entsetzen verarmen, und das zu einer Zeit, da es für ihn am unwahrscheinlichsten ist, damit fertig zu werden. Salomo wies darauf hin, als er schrieb: „Da ist ein schlimmes Unglück, das ich unter der Sonne gesehen habe: Reichtum, der für seinen großen Besitzer zu seinem Unglück aufbewahrt wird. Und dieser Reichtum ist zufolge einer unglücklichen Beschäftigung zugrunde gegangen, und er ist Vater eines Sohnes geworden, während gar nichts in seiner Hand ist“ (Pred. 5:13, 14).

    Man stelle sich einmal vor, welch große Tragödie hier beschrieben wird! Ein Mann arbeitet hart und wird wohlhabend. Doch statt etwas von den Früchten seiner Arbeit zu genießen, hortet er lediglich seinen Reichtum. Das tut er nur zu seinem Schaden, denn er versagt sich die normalen Annehmlichkeiten, die er sich leisten könnte. Außerdem ist er sehr darum besorgt, sein Vermögen zu behalten und es zu vermehren. Schließlich geht ihm alles durch ein Mißgeschick, eine „unglückliche Beschäftigung“, vielleicht durch ein verhängnisvolles gewagtes Geschäft, verloren. Solange er also seinen Reichtum noch besaß, genoß er ihn nicht, und als er endlich Vater eines Sohnes wurde, war nicht einmal mehr ein Erbe vorhanden, an dem sich sein Sohn erfreuen konnte.

    Als nächstes macht Salomo auf einen weiteren Gesichtspunkt aufmerksam, der das Anhäufen großen Reichtums zur Nichtigkeit werden läßt. Wir lesen: „Gleichwie einer aus dem Leibe seiner Mutter hervorgekommen ist, wird einer nackt wieder weggehen, so, wie einer gekommen ist; und für seine harte Arbeit kann einer überhaupt nichts davontragen, was er mit seiner Hand mitnehmen könnte. Und auch das ist ein schweres Unglück: Gleichwie einer gekommen ist, so wird einer weggehen; und welchen Gewinn gibt es für den, der fortwährend für den Wind hart arbeitet?“ (Pred. 5:15, 16). Ja, beim Tode wird alle Mühe, die aufgewandt wurde, um Reichtümer anzuhäufen, absolut nichts bedeuten. Auf seinem Totenbett verspürt jemand, der Reichtum angehäuft hat, nicht einmal die Befriedigung, zu wissen, daß er zum Glück anderer beigetragen hat.

    Welch einen Preis doch der Geizige für sein unersättliches Verlangen nach Geld bezahlt! Salomo sagt weiter: „Auch ist er alle seine Tage in der Finsternis selbst, mit sehr viel Verdruß, mit Krankheit seinerseits und Ursache zu heftigem Zorn“ (Pred. 5:17). Ein solcher Mensch ist nicht glücklich. Sein ganzes Leben ist freudlos. Er gönnt sich nicht einmal das Essen, aus lauter Angst, sein Reichtum könnte sich ein wenig verringern. Er hat eine ungesunde geistige Einstellung, die an seiner körperlichen Gesundheit nagen mag. Wenn er krank ist, macht er sich Sorgen darüber, daß er ruhen muß und sich nicht seinen Arbeiten widmen kann. Er ist über alles besorgt und beunruhigt, was ihn daran hindern könnte, noch reicher zu werden.

    Ja, eine solch materialistische Lebensweise lohnt sich nicht; ein solches Leben ist inhaltslos. Deshalb empfiehlt Salomo, man solle die Früchte seiner harten Arbeit genießen, indem er sagt: „Siehe! Das Beste, das ich selbst gesehen habe, das schön ist, ist, daß einer esse und trinke und Gutes sehe für all seine harte Arbeit, womit er hart arbeitet unter der Sonne während der Zahl der Tage seines Lebens, die der wahre Gott ihm gegeben hat, denn das ist sein Teil“ (Pred. 5:18).

    Über die guten Auswirkungen auf den Betreffenden sagt Salomo: „Auch jeden Menschen, dem der wahre Gott Reichtum und materielle Besitztümer gegeben hat, den hat er ja ermächtigt, davon zu essen und seinen Teil wegzutragen und sich in seiner harten Arbeit zu freuen. Das ist die Gabe Gottes. Denn nicht oft würde er der Tage seines Lebens gedenken, weil der wahre Gott ihn mit dem beschäftigt, was sein Herz erfreut“ (Pred. 5:19, 20).

    Ein Mensch, der seinen Wohlstand als eine Gabe Gottes anerkennt, wird seine Reichtümer nicht horten, sondern sie dazu verwenden, andere zu erfreuen. Ein solcher Mensch wird eine ausgeglichene Ansicht über seine Besitztümer haben, weil er sich von gottgefälliger Weisheit leiten läßt. Daher hat er Freude an seinem Besitz. Jehova Gott hat ihn ermächtigt, sich an Speisen und Getränken insofern zu erfreuen, als er ihm die Weisheit verliehen hat, von materiellen Dingen rechten Gebrauch zu machen. Gleichzeitig ist der Betreffende nicht übermäßig wegen der Kürze des Lebens und seiner Probleme und Unsicherheiten besorgt. Nein, er findet in seinem Leben so viel Freude am Gutestun, daß die negativen Gesichtspunkte in seinem Denken nicht dominieren. Er freut sich von Herzen.

    Wer bestrebt ist, sich am Leben auf vernünftige Weise zu erfreuen, handelt bestimmt weise. Ihm bleiben die Enttäuschungen derer erspart, die ausschließlich materialistische Interessen verfolgen.

    Prediger 6

    Sei zufrieden mit dem, was du hast, und verlange nicht ständig nach mehr, denn das ist vergebliche Mühe – so als wolltest du den Wind einfangen.

    Quelle Wachtturm vom 1.September 1977
    Was wollte der Weise damit sagen?

    Besitztum ohne Freude und Genuß

    In seiner Betrachtung der Angelegenheiten des Menschen ließ der weise König Salomo die Umstände nicht außer acht, die Menschen oft daran hindern können, sich an dem, was sie besitzen, zu erfreuen und es zu genießen.

    Er schrieb darüber: „Da ist ein Unglück, das ich unter der Sonne gesehen habe, und es ist häufig unter den Menschen: ein Mann, dem der wahre Gott Reichtum und materielle Besitztümer und Herrlichkeit gibt und dem es für seine Seele an nichts von dem mangelt, nach dem er Verlangen bekundet, und doch setzt der wahre Gott ihn nicht in den Stand, davon zu essen, obwohl ein bloßer Ausländer es essen mag. Das ist Nichtigkeit, und es ist eine schlimme Krankheit“ (Pred. 6:1, 2).

    Der Allmächtige läßt zu, daß jemand seine ihm von Gott verliehenen Fähigkeiten gebraucht, um Besitztümer zu erwerben und Anerkennung oder Herrlichkeit unter seinen Zeitgenossen zu erlangen. In diesem Sinne konnte Salomo zu Recht sagen, daß Gott einem solchen Menschen Reichtum, materielle Besitztümer und Herrlichkeit „gibt“. Obwohl jemand alles haben mag, können ihn die Verhältnisse traurigerweise daran hindern, sich an diesen Besitztümern zu erfreuen und sie zu genießen.

    Vielleicht könnte er sich schmackhafte Speisen leisten, kann sie aber wegen Magen- oder Darmstörungen nicht genießen. Nebukadnezar ist ein interessantes Beispiel dafür. Er schwang sich in Babylon zum Weltherrscher auf. Dann demütigte Jehova Gott ihn wegen seines Stolzes, indem er ihn krank werden ließ. All das Schöne des Palastes, auch köstliche Speisen und edle Weine, hatte für Nebukadnezar seinen Reiz verloren. Da er sich für ein Tier hielt, verließ er den luxuriösen Palast und ernährte sich wie ein Stier von Gras. Während Nebukadnezar die Freuden des Palastlebens entgingen, zogen ‚bloße Ausländer‘ Nutzen aus seinem Reichtum. Ja, Nebukadnezar hatte ein ernstes Leiden befallen, eine „schlimme Krankheit“, sie dauerte sieben Jahre (Dan. 4:28-37).

    Salomo weist dann darauf hin, daß ein langes Leben und eine große Familie für ein sinnvolles, befriedigendes Leben nicht ausreichen. Er sagt weiter: „Wenn ein Mann hundertmal Vater würde und er viele Jahre lebte, so daß die Tage seiner Jahre zahlreich wären, aber seine eigene Seele sich nicht gesättigt hat mit guten Dingen und ihm auch das Grab nicht zuteil geworden ist [was vielleicht bedeutet, daß er sich ins Grab sehnte wie Hiob in seiner Bedrängnis (Hiob 3:11-22)], so muß ich sagen, daß ein vorzeitig Geborener besser daran ist als er. Denn umsonst ist dieser [vorzeitig Geborene] gekommen, und in Finsternis geht er dahin, und mit Finsternis wird sein eigener Name bedeckt sein. Auch hat er die Sonne selbst weder gesehen noch gekannt. Dieser hat mehr Ruhe als der vorherige. Und selbst angenommen, daß er tausend Jahre zweimal durchlebt hat und er dennoch nicht gesehen hat, was gut ist – geht nicht jeder an e i n e n Ort?“ (Pred. 6:3-6).

    Wahrlich, von welchem Wert sind ein langes Leben und viele Kinder, wenn man sich am Leben nicht erfreuen kann? Ob reich oder arm, jung oder alt, alle gehen beim Tod an einen Ort: ins Grab. Für einen Menschen, der sich am Leben nicht richtig erfreut, bedeutet ein langes Leben, daß er mehr Probleme und Schwierigkeiten während einer längeren Zeit hat als jemand, der jung stirbt. Der vorzeitig Geborene, ein totgeborenes Kind, ist insofern besser daran, als es all die Härten eines leeren, enttäuschenden Lebens nicht zu erdulden hat.

    Salomo schreibt weiter: „All die harte Arbeit der Menschen ist für ihren Mund, aber selbst ihre eigene Seele wird nicht gefüllt. Denn welchen Vorteil hat der Weise vor dem Unvernünftigen? Was hat der Niedergedrückte davon, zu wissen, wie er vor den Lebenden zu wandeln hat? Besser ist das Sehen mit den Augen als das Umherwandern der Seele. Auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind“ (Pred. 6:7-9).

    Die Menschen arbeiten hart, um das zu erlangen, was sie benötigen, um sich am Leben zu erhalten; sie arbeiten „für ihren Mund“. Doch dadurch werden ihre Wünsche, ja ihre innersten Sehnsüchte selten befriedigt. Der weise, aber unzufriedene Mensch mag versuchen, Wünsche zu unterdrücken, die ihn beunruhigen, wohingegen der Tor ihnen nachgibt und sich keine Zurückhaltung auferlegt. Das war offensichtlich der Grund für Salomos Fragen: „Denn welchen Vorteil hat der Weise vor dem Unvernünftigen? Was hat der Niedergedrückte davon, zu wissen, wie er vor den Lebenden zu wandeln hat?“ Während sowohl der Weise als auch der Törichte brennende Wünsche hegen mögen, ist der Weise nicht im Vorteil. Genauso mag der Niedergedrückte wissen, wie er die Wünsche, die ihn beunruhigen, vor anderen verbergen kann, doch dadurch werden sie nicht aus der Welt geschafft. Sie sind nicht in Erfüllung gegangen und beunruhigen ihn ständig. Auch er ist nicht besser daran als der Tor. Somit ist jemand wirklich weise, wenn er zufrieden ist, das genießt, was er hat und was er mit seinen Augen sehen kann, statt sehnsüchtig nach etwas anderem auszublicken und sich durch sein starkes Verlangen des Friedens berauben zu lassen.

    Man kann auch unzufrieden werden, wenn man nicht erkennt, daß sich vieles einfach nicht ändern läßt. Salomo sagte: „Was immer geworden ist, sein Name ist bereits ausgesprochen worden, und es ist bekanntgeworden, was der Mensch ist; und er vermag nicht, seine Rechtssache mit einem zu führen, der stärker ist als er“ (Pred. 6:10). Ein Mann mag Reichtum erlangen und eine gute Stellung bekleiden. Aber er bleibt das, als was auch der erste Mensch bezeichnet wurde: ein Erdenmensch, ‚adám (eine hebräische Bezeichnung, die von einem Wurzelwort abgeleitet ist, das „rot“ oder „rötlich“ bedeutet). Ja, er bleibt ein sterblicher Mensch, und er kann daher keinen Handel abschließen, um sich für immer am Leben zu erhalten. Der Psalmist drückt diesen Gedanken wie folgt aus: „Nicht einer von ihnen kann irgendwie selbst einen Bruder erlösen noch Gott ein Lösegeld für ihn geben (und der Erlösungspreis ihrer Seele ist so kostbar, daß er aufgehört hat auf unabsehbare Zeit), daß er immerdar fortleben und die Grube nicht sehen sollte“ (Ps. 49:7-9).

    Selbst wenn alles gutgeht, ist das Leben in diesem System der Dinge sehr unsicher. Zeit und Umstände trifft sie alle, was die Ungewißheit noch erhöht. Deshalb warf Salomo die Fragen auf: „Da es viele Dinge gibt, die viel Nichtigkeit verursachen, welchen Vorteil hat ein Mensch? Denn wer weiß, was für Gutes ein Mensch im Leben während der Zahl der Tage seines nichtigen Lebens hat, wenn er sie wie ein Schatten verbringt? Denn wer kann dem Menschen kundtun, was nach ihm unter der Sonne geschehen wird?“ (Pred. 6:11, 12).

    Hat ein Mensch, der materielle Besitztümer und Ansehen erlangt hat, wirklich einen Vorteil angesichts dessen, daß der Tod all seinem Streben und Bemühen ein Ende bereitet? Wer kann wirklich sagen, welches weltliche Ziel – Reichtümer, Ansehen, Macht – es wert ist, daß man danach strebt? Wie oft halten doch Menschen etwas für wünschenswert und sind dann, wenn sie es erworben haben, enttäuscht oder vielleicht sogar verbittert! Daß das Leben so kurz ist und ‚wie ein Schatten vergeht‘, verschlimmert die Sache nur noch. Es besteht keine Möglichkeit, Zeit zurückzugewinnen und seine Bemühungen auf ein anderes Ziel zu richten. Und weil ein Mensch nicht bestimmen kann, was nach seinem Tod geschieht, ist es auch nicht wirklich befriedigend, für seine Kinder und Enkel in materieller Hinsicht zu sorgen und dabei geistige Interessen außer acht zu lassen.

    Wie nachdrücklich doch die Worte des Weisen die Notwendigkeit zeigen, zufrieden zu sein und das Leben auf vernünftige Weise zu genießen! Statt materialistische Wünsche aufkommen zu lassen, ist der wirklich Weise darauf bedacht, ein gutes Verhältnis zu Gott zu bewahren.

  13. Thomasam 12. Juni 2010 um 16:02 Link zum Kommentar

    Prediger 7

    Es ist wertvoller, auf die Zurechtweisung eines verständigen Menschen zu achten, als sich die Loblieder von Dummköpfen anzuhören! Denn das Schmeicheln eines Törichten ist so unbeständig wie ein Strohfeuer.
    Es ist gut, wenn du ausgewogen bist und die Extreme meidest. Wer Gott gehorcht, der findet den richtigen Weg. Diese Weisheit beschützt einen Menschen mehr, als zehn Machthaber einer Stadt ihm helfen können. Denn es ist kein Mensch auf der Erde so gottesfürchtig, dass er nur Gutes tut und niemals sündigt. Hör nicht auf das Geschwätz der Leute; dann hörst du auch nicht, wie dein Untergebener über dich lästert! Du weißt genau, dass auch du sehr oft über andere hergezogen hast.

    Quelle Wachtturm 15.September 1977

    Was wollte der Weise damit sagen?

    Der Wert eines guten Namens

    Ein guter Name oder ein guter Ruf ist etwas Wertvolles, was es verdient, geschützt zu werden. Der weise König Salomo sagte: „Ein Name ist besser als gutes Öl und der Tag des Todes als der Tag, da man geboren wird“ (Pred. 7:1). Gutes Öl war in alter Zeit etwas Kostbares. Es verbreitete einen lieblichen Duft. Doch noch lieblicher als der Duft guten Öls ist ein guter Ruf. Jemandes Name erhält durch das ganze Leben des Betreffenden seine Bedeutung und sagt aus, was für eine Person er ist. Beim Tode ist dieser Name oder Ruf besiegelt bzw. endgültig festgelegt. Da man bei der Geburt noch keinen Ruf hat, ist der ‚Tag des Todes besser als der Tag, da man geboren wird‘.

    Wenn man einen guten Namen bewahren möchte, sollte man das Leben mit ernsten Augen betrachten. Salomo empfahl: „Besser ist es, in das Haus der Trauer zu gehen, als in das Haus des Festmahls zu gehen, denn das ist das Ende aller Menschen; und der Lebende sollte es sich zu Herzen nehmen“ (Pred. 7:2).

    Wenn in einer Familie jemand stirbt, ist es sicherlich nicht angebracht, daß man die Hinterbliebenen völlig übersieht und dazu übergeht, zu feiern und ausgelassen zu sein. Man hat vielmehr die Gelegenheit, die Trauernden zu trösten. Gleichzeitig kann es sich günstig auf einen selbst auswirken, wenn man in das „Haus der Trauer“ geht. Man wird mit allem Nachdruck an die Kürze des Lebens erinnert und daran, wie schnell jemandes Planen und Tun ein Ende nehmen kann. Das kann jemand veranlassen, sich ernsthaft darüber Gedanken zu machen, wie er sein eigenes Leben lebt. Der Geist, der in einem „Haus des Festmahls“ herrscht, trägt indes nicht zu derart nüchternem Denken bei.

    Salomo sagt weiter: „Besser ist Verdruß als Lachen, denn durch die Verdrossenheit des Angesichts wird das Herz besser. Das Herz der Weisen ist im Hause der Trauer, aber das Herz der Unvernünftigen ist im Hause der Freude“ (Pred. 7:3, 4).

    Wer sich im „Haus der Trauer“ befindet, wird sich der Kürze des Lebens bewußt und ist wegen unvorhergesehener Ereignisse beunruhigt. Er sieht traurig und ernst aus; er zeigt kein lachendes Gesicht, wie wenn er in einem „Haus des Festmahls“ wäre. Sein ernster Blick kann sich auf das Herz günstig auswirken und eine Wendung zum Besseren herbeiführen. „Das Herz der Weisen ist“ insofern „im Hause der Trauer“, als es erwägt, wie sie ihr Leben führen sollten und warum. Ihr Herz läßt keine Oberflächlichkeit und Unbesorgtheit erkennen, wie man sie an einem Ort ausgelassener Festlichkeit antrifft.

    Salomo setzt diese Argumentation fort und sagt: „Besser ist es, das Schelten eines Weisen zu hören, als der Mann zu sein, der das Lied der Unvernünftigen hört. Denn wie das Geräusch von Dornen unter dem Topf, so ist das Lachen des Unvernünftigen; und auch das ist Nichtigkeit“ (Pred. 7:5, 6).

    Wer vom rechten Weg abkommt, würde sicherlich aus dem „Schelten eines Weisen“ Nutzen ziehen. Aber von welchem Wert wäre das Lied oder die leere Schmeichelei eines Unvernünftigen? Durch Schmeichelei könnten Fehler zugedeckt werden, der Betreffende könnte in seiner verkehrten Handlungsweise bestärkt und sein Ruf könnte ruiniert werden. Wenn das oberflächliche Gelächter eines Toren zu einer unpassenden Zeit erschallt, tut es dem Ohr ebenso weh wie das Knattern brennender Dornen unter einem Topf; es sind unangenehme, nicht erbauende Laute.

    Hüte dich davor, schlecht zu werden

    Niemand, auch nicht ein Weiser, ist davor gefeit, schlecht zu werden. König Salomo schrieb: „Denn allein Bedrückung kann bewirken, daß ein Weiser unsinnig handelt, und eine Gabe kann das Herz vernichten“ (Pred. 7:7).

    Selbst ein Weiser kann, wenn er längere Zeit bedrückt wird, unbesonnen handeln. Er mag die Selbstbeherrschung verlieren und seiner Enttäuschung Luft machen, indem er anderen mit spitzer Zunge begegnet oder vielleicht versucht, sich durch ungesetzliche Mittel Erleichterung zu verschaffen.

    Der Schrifttext könnte andererseits auch Bedrückung beschreiben, an der der Weise selbst beteiligt ist. Jemand, der herrschsüchtig ist oder dazu neigt, andere zu bedrücken, ist, ganz gleich, wie weise er sein mag, unbarmherzig und rücksichtslos. Er läßt die Gefühle anderer außer acht und ist blind für ihre Notlage. Er ist nur auf sich selbst und auf seine Stellung bedacht. Er kommt sich als ein großer Wohltäter vor und meint daher, das Recht zu haben, jeden zu unterdrücken, der es wagt, seine Handlungsweise zu kritisieren. (Vergleiche 2. Chronika 16:10.)

    Ein Bestechungsgeschenk kann einen ebenso schlechten Einfluß ausüben wie Bedrückung und „kann das Herz“ oder gute Beweggründe „vernichten“. Personen, die sich bestechen lassen, mögen Arme und Bedürftige, die unter Diskriminierung und Parteilichkeit zu leiden haben, herzlos behandeln.

    Wie man Ungerechtigkeit und Bedrückung ertragen kann

    Was kann man tun, um mit Ungerechtigkeit fertig zu werden? Salomos weitere Worte sind dabei sehr hilfreich: „Besser ist das nachherige Ende einer Sache als ihr Anfang. Besser ist einer, der geduldig ist, als einer, der hochmütigen Geistes ist. Sei nicht eilig in deinem Geiste, gekränkt zu werden, denn sich gekränkt zu fühlen ruht im Busen der Unvernünftigen“ (Pred. 7:8, 9).

    Es ist vernünftig, geduldig zu sein und darauf zu vertrauen, daß letztlich für Gottes Diener alles gut ausgehen wird. Ja, das Ende einer Sache mag ganz anders sein als ihr düsterer Anfang. Das traf gewiß auf die in Ägypten versklavten Israeliten zu. Als Moses Pharao anfangs um die Freilassung der Israeliten bat, reagierte dieser mit verschärftem Druck (2. Mose 5:1-9). Am Ende machte sich jedoch Jehova Gott einen großen Namen, indem er die Befreiung seines versklavten Volkes herbeiführte (2. Mose 12:31, 32).

    Ein geduldiger Mensch ist nicht so sehr geneigt, selbst etwas in die Hand zu nehmen und dadurch sich oder andere in Schwierigkeiten zu bringen. Doch jemandem, der hochmütigen Geistes ist, fällt es schwer, beherrscht zu bleiben, und er neigt dazu, übereilt zu handeln, was zu seinem eigenen Schaden ist. Ein ungeduldiger Mensch, dessen Erwartungen unerfüllt bleiben, gerät schnell in Zorn. Er ist leicht gekränkt oder entwickelt einen starken Unwillen. Er pflegt diesen Ärger oder diesen Unwillen und behält ihn so eng bei sich, als ob er ihn in seinem Busen ruhen ließe. Deswegen sprach Salomo mit Recht von ihm als von einem „Unvernünftigen“, denn seine Einstellung zeitigt schlechte Ergebnisse in Form übereilter Worte oder Handlungen.

    Eine realistische Ansicht über die Vergangenheit ist eine weitere wertvolle Hilfe, mit unerfreulichen Situationen in der Gegenwart fertig zu werden. Salomo gab den Rat: „Sprich nicht: ,Weshalb ist es geschehen, daß sich die früheren Tage als besser erwiesen haben als diese?‘, denn nicht zufolge von Weisheit hast du danach gefragt“ (Pred. 7:10).

    Wer sich in die „gute alte Zeit“ zurücksehnt, vergißt, daß es auch damals genügend Probleme und Sorgen gab. Das Leben in diesem unvollkommenen System entspricht nie dem Idealzustand. In der Vergangenheit mag einiges besser gewesen sein, etwas anderes dafür wieder nicht. Ein nostalgischer Blick in die Vergangenheit mag sehr unrealistisch sein. Außerdem kann niemand die Zeit zurückdrehen. Daher ist es sehr unvernünftig, zu glauben, es sei irgendwann in der Vergangenheit in jeder Hinsicht in dieser Welt besser gewesen, und dadurch unzufrieden zu werden. Eine solche Gesinnung ist keine Hilfe, mit einer unangenehmen, aber unabänderlichen Lage fertig zu werden.

    Die Weisheit – von größerem Wert

    Ein Erbe ist wertvoll. Aber von welchem Nutzen wäre es, wenn es demjenigen, der es erhält, an Weisheit mangeln würde, um es richtig verwalten zu können? König Salomo schrieb: „Weisheit zusammen mit einem Erbe ist gut und ist vorteilhaft für die, welche die Sonne sehen. Denn Weisheit dient zum Schutz, gleichwie Geld zum Schutz dient; aber der Vorteil der Erkenntnis ist, daß Weisheit selbst ihre Besitzer am Leben erhält“ (Pred. 7:11, 12).

    Somit ist Weisheit von größerem Wert als materielle Besitztümer. Jemand, dem es an Weisheit mangelt, mag ein Erbe schnell verschwenden. Geld bietet zwar einen gewissen Schutz und ermöglicht seinem Besitzer, das zu erhalten, was er braucht, doch kann es verlorengehen oder gestohlen werden. Reiche mögen sogar Opfer von Raubüberfällen und Gewalttaten werden. Andererseits kann die Weisheit – die Fähigkeit, Erkenntnis anzuwenden, um Probleme zu lösen oder bestimmte Ziele zu erreichen – jemand davon zurückhalten, törichte Risiken einzugehen, durch die er sein Leben gefährdet. Sie kann jemand vor einem frühzeitigen Tod bewahren und, wenn sie auf einer angemessenen Gottesfurcht beruht, dazu führen, daß er ewiges Leben erlangt.

    Die Weisheit ist somit als Schutz bestimmt von Wert. Der Weise sagte: „Die Weisheit selbst ist für den Weisen stärker als zehn Machthaber, die sich in einer Stadt befunden haben“ (Pred. 7:19). Die Weisheit kann als Schutz mehr leisten als „zehn Machthaber“ – die vollständige Zahl von Kriegern, die die Bewohner einer belagerten Stadt beschützen.

    Da alle Menschen unvollkommen sind, kommen wir nicht ohne die weise Anleitung aus, die Jehova Gott in seinem Wort zur Verfügung gestellt hat. Als Sünder verfehlen die Menschen bei weitem den vollkommenen Maßstab Gottes. Salomo sagte: „Denn da ist kein Mensch gerecht auf der Erde, der ständig Gutes tut und nicht sündigt“ (Pred. 7:20). Bestimmt sollten wir uns daher die in der Bibel geoffenbarte Weisheit zu eigen machen. Das wird uns helfen, heute und in der Zukunft Erfolg zu haben.

    Woran der Mensch nichts ändern kann

    In dieser unvollkommenen Welt geschieht vieles, worauf der Mensch keinen Einfluß hat. So unerwünscht dies auch ist, kann der Mensch doch daran nichts ändern. König Salomo bemerkte: „Sieh das Werk des wahren Gottes, denn wer vermag geradezumachen, was er gekrümmt hat?“ (Pred. 7:13). In anderen Worten: Welcher Mensch kann die Fehler und Unvollkommenheiten, die Gott zuläßt, beseitigen? Niemand, denn es liegt nicht nur Sinn und Zweck in allem, was der Höchste selbst tut, sondern auch in anderen Dingen, die er geschehen läßt.

    Deshalb empfiehlt Salomo: „An einem guten Tag zeige, daß du guter Dinge bist, und an einem Unglückstag sieh, daß der wahre Gott auch diesen genauso wie jenen gemacht hat, zu dem Zweck, daß der Mensch nach ihnen überhaupt nichts herausfinden kann“ (Pred. 7:14). Gemäß diesem Rat sollte man für einen Tag, an dem alles gutgeht, dankbar sein und sollte dies dadurch zeigen, daß man gütig, großzügig und freundlich ist und in seinen Worten und Handlungen Freude zum Ausdruck bringt. Man sollte einen guten Tag als ein Geschenk Gottes ansehen. Was aber, wenn ein Tag Unheil und Schwierigkeiten bringt? Man tut gut daran, zu ’sehen‘ oder anzuerkennen, daß Gott das Unheil zugelassen hat. Weshalb? Salomo sagt: „Zu dem Zweck, daß der Mensch nach ihnen überhaupt nichts herausfinden kann.“

    Der Umstand, daß Gott uns sowohl Freuden als auch Schwierigkeiten erleben läßt, bietet uns nicht nur Gelegenheit, Ausharren zu entwickeln, sondern sollte uns auch, wie Salomo sagt, nachdrücklich vor Augen führen, daß wir nicht voraussagen können, was die Zukunft bringen wird. Es gibt keine Ausnahmen; Unheil kann sowohl über die Gerechten als auch über die Bösen kommen. Ja, gerechte Menschen mögen leiden, während es bösen Menschen anscheinend gutgeht. Salomo sagt weiter: „Alles habe ich während meiner nichtigen Tage gesehen. Da ist der Gerechte, der in seiner Gerechtigkeit umkommt, und da ist der Böse, der in seiner Schlechtigkeit lange besteht“ (Pred. 7:15).

    Dieser Umstand beunruhigt natürlich viele Menschen. Sie sind sogar zornig auf den Höchsten. Doch so weit sollte man es nicht kommen lassen. Wir sollten statt dessen auf Gott vertrauen und daran denken, daß er ein Gott der Liebe ist (1. Joh. 4:8). Was er zuläßt, wird nie zum dauernden Schaden einer Person führen. Die Tatsache, daß sowohl Gutes als auch Böses über uns kommen kann, sollte uns erkennen helfen, wie wichtig es ist, uns nicht auf uns selbst, sondern auf Gott zu verlassen. Wir mögen jetzt zwar gewisse Dinge nicht verstehen, doch dürfen wir davon überzeugt sein, daß alles, was Gott zugelassen hat, wenn es vorüber ist, schließlich für die Betroffenen zum Nutzen gewesen sein wird.

    Der Apostel Petrus machte dies deutlich, als er über die Leiden sprach, die zu seiner Zeit über seine Glaubensbrüder gekommen waren: „Geliebte, laßt euch das, was unter euch brennt und was euch als Prüfung widerfährt, nicht befremden, als ob euch etwas Befremdendes zustoße. Im Gegenteil, freut euch weiterhin, insofern ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, damit ihr euch auch während der Offenbarung seiner Herrlichkeit mit Frohlocken freuen könnt. Wenn ihr um des Namens Christi willen geschmäht werdet, seid ihr glücklich, weil der Geist der Herrlichkeit, ja der Geist Gottes, auf euch ruht“ (1. Petr. 4:12-14). „Aber nachdem ihr eine kleine Weile gelitten habt, wird der Gott aller unverdienten Güte, der euch zu seiner ewigen Herrlichkeit in Gemeinschaft mit Christus berufen hat, eure Schulung selbst beenden, er wird euch befestigen, er wird euch stärken“ (1. Petr. 5:10).

    Warum man Extreme meiden sollte

    Unvollkommene Menschen können sehr leicht das Gleichgewicht verlieren und extreme Ansichten vertreten. König Salomo gab daher den Rat: „Werde nicht allzu gerecht, noch zeige dich übermäßig weise. Warum solltest du Verwüstung über dich bringen? Sei nicht allzu böse, noch werde töricht. Warum solltest du sterben, wenn deine Zeit nicht da ist? Es ist besser, daß du das eine erfassest, aber auch vom anderen ziehe deine Hand nicht zurück; denn wer Gott fürchtet, wird bei alledem frei ausgehen“ (Pred. 7:16-18).

    Wer allzu gerecht ist, sorgt sich meist übermäßig um geringfügige Dinge. Er macht zum Beispiel eine große Streitfrage aus einer rein menschlichen Verfahrens- oder Handlungsweise, aus Dingen, über die die Bibel nichts sagt. Wenn er sieht, wie jemand etwas Gutes tut oder vielleicht Barmherzigkeit erweist, mag er einen Einwand erheben, weil eine gewisse „Form“ nicht gewahrt worden ist. Er gleicht weitgehend den Pharisäern, die sich nicht über die wunderbare Erleichterung freuten, die Jesus am Sabbat Bedrückten verschaffte, sondern darüber zornig wurden und schlußfolgerten, der Sohn Gottes habe das Gesetz übertreten, indem er an jenem Tag Heilungen vorgenommen habe (Mark. 3:1-6; Luk. 14:1-6). Personen, die allzu gerecht sind, bedenken häufig nicht, was barmherzig, liebevoll oder hilfreich wäre. Sie gehen in der Anwendung von Regeln bis zum Äußersten. Wenn ihrer Meinung nach eine Regel verletzt worden ist, ziehen sie keine anderen Faktoren in Betracht. (Vergleiche Matthäus 12:2-7; 23:23; Römer 14:1-4, 10).

    Personen, die allzu gerecht sind, mögen in der Selbstverleugnung so weit gehen, daß sie ihre Gesundheit schädigen. Sie handeln im Widerspruch zu dem vernünftigen Rat aus Kolosser 2:20-23: „Warum unterwerft ihr euch, als lebtet ihr in der Welt, weiterhin den Verordnungen: ,Fasse nicht an noch koste, noch berühre‘ in bezug auf Dinge, die alle dadurch, daß sie verbraucht werden, zur Vernichtung bestimmt sind, gemäß den Geboten und Lehren von Menschen? Gerade diese Dinge besitzen zwar einen Schein von Weisheit in einer selbstauferlegten Form der Anbetung und Scheindemut, einer strengen Behandlung des Leibes; aber sie sind von keinem Wert im Kampf gegen die Befriedigung des Fleisches.“

    Wer allzu gerecht ist, läuft tatsächlich Gefahr, wie Salomo sagt, ‚Verwüstung über sich zu bringen‘. Er mag sich durch Unbesonnenheit, Eifer oder übertriebene Selbstverleugnung physisch, geistig oder seelisch zugrunde richten. Und was noch schlimmer ist: Eine lieblose Einstellung kann ihn Gottes Gunst und Segen kosten.

    Dann gibt es nach den Worten Salomos den Menschen, der ’sich übermäßig weise zeigt‘ und versucht, andere durch seine Weisheit zu beeindrucken. Er schwingt sich zum Kritiker auf und erweckt den Eindruck, er verfüge über ein besseres Verständnis als alle anderen. Weil er eine hohe Meinung von seinen Fähigkeiten hat, mischt er sich häufig in Angelegenheiten anderer Leute ein und bietet unaufgefordert Lösungen für ihre Probleme an. Mit der Zeit entfremdet er sich anderen, und man mag alles mögliche tun, um ihn zu meiden. Außerdem zeigt es sich vielleicht mit der Zeit, daß sein Rat nicht allzu gut war, und man mag ihn beschuldigen, unnötigerweise Schwierigkeiten verursacht zu haben.

    Damit jemand nicht ins andere Extrem fällt, indem er Gerechtigkeit und Weisheit nicht mehr im rechten Licht sieht, warnt Salomo auch davor, ‚allzu böse zu werden‘. Wir alle müssen selbstverständlich zugeben, daß die Unvollkommenheit eine Realität ist. Der Apostel Johannes schrieb: „Wenn wir erklären: ,Wir haben keine Sünde‘, führen wir uns selbst irre und die Wahrheit ist nicht in uns“ (1. Joh. 1:8). Deshalb müssen wir uns damit abfinden, daß wir in vieler Hinsicht sündigen. Doch man sollte darüber wachen, daß man nicht leicht über einen Fehler hinweggeht und sich mit den Worten entschuldigt: „Schließlich bin ich ja ein Sünder.“ Während man sich des Lebens erfreut, sollte man darüber wachen, nicht alle Zügel fallen zu lassen. Wer denkt, er sei über das Gesetz und über Zurechtweisung erhaben, handelt wie ein Tor und beschwört Unheil herauf. Wenn jemand zügellos handelt, mag er schwerwiegende Probleme bekommen und sogar frühzeitig sterben.

    Wie kann man solche Extreme meiden? Man muß Gottesfurcht, eine Ehrfurcht vor dem Schöpfer, haben. Diese Furcht hält einen davon zurück zu sündigen und veranlaßt einen, eine ausgeglichene Lebensweise zu pflegen und Extreme zu meiden. Wer Gott fürchtet, bemüht sich, gerecht und weise zu sein, doch hält er sich davon zurück, allzu gewissenhaft zu sein und Weisheit zur Schau zu stellen. Weil er das Leben auf vernünftige Weise genießt, mag er sogar von Extremisten als ein Sünder verurteilt werden wie Jesus Christus, den man zu Unrecht als einen Säufer und Fresser bezeichnete (Matth. 11:19).

    In Wirklichkeit aber achtet ein solch gewissenhafter, ausgeglichener Mensch streng auf seinen Wandel und treibt nicht Sünde. Ein gottesfürchtiger Mensch bleibt von den Problemen und Schwierigkeiten derer verschont, die die göttliche Richtschnur außer acht lassen, (1.) ’nicht allzu gerecht zu werden und sich nicht übermäßig weise zu zeigen‘ und (2.) ’nicht allzu böse zu werden‘. Auf diese Weise ‚erfaßt er‘, wie Salomo empfiehlt, ‚das eine, aber zieht auch seine Hand nicht vom anderen zurück‘. Er erfaßt Gerechtigkeit, ohne so genau zu sein, daß er unmögliche Maßstäbe für sich und andere aufstellt oder sich vernünftiges Vergnügen im Leben vorenthält.

    Sei nicht übermäßig darum besorgt, was die Menschen sagen

    Mitunter mag man sich fragen: Was sagen andere über mich? Mögen sie mich wirklich oder nicht? Wenn man sich solche Fragen stellt, sollte man vorsichtig sein. Der Weise rät uns: „Gib nicht dein Herz all den Worten hin, die die Menschen reden mögen, damit du deinen Knecht nicht Übles auf dich herabrufen hörest. Denn dein eigenes Herz weiß wohl, sogar von vielen Malen, daß du, ja du, Übles auf andere herabgerufen hast“ (Pred. 7:21, 22).

    Es ist unvernünftig, allzusehr darum besorgt zu sein, was die Menschen sagen, und sich ihre Worte allzusehr zu Herzen zu nehmen. Die Menschen sind unvollkommen, und deshalb mögen sie über Freunde und Bekannte etwas sagen, was keineswegs schmeichelhaft für sie ist. Salomo beobachtete, daß ein Diener, der seinem Herrn gegenüber eigentlich loyal sein sollte, verärgert sein und Böses auf ihn herabrufen mag. Man darf also nicht jede Bemerkung ernst nehmen und sich dadurch beunruhigen lassen. Andererseits kann durch außergewöhnlich vorteilhafte Worte bei jemandem aber auch der Stolz gefördert werden.

    Wenn man daher auf die Äußerungen anderer achtet, sollte man auch seine eigenen Worte in Betracht ziehen. Salomo bemerkte, daß man selbst oftmals Schlechtes über andere gesagt hat, ohne damit eine böswillige Absicht zu verfolgen. Warum sollte man sich also über die Äußerungen anderer aufregen, indem man ihre Worte zu ernst nimmt? Warum sollte man sich übermäßig für die Äußerungen anderer interessieren? Man könnte durch die Äußerungen anderer, seien sie günstig oder ungünstig, aus dem Gleichgewicht gebracht werden, falls man sie zu ernst nimmt.

    Obwohl sich Salomo eingehend mit den Angelegenheiten der Menschen beschäftigte, erkannte er, daß es ihm nicht möglich war, alles zu verstehen. Er sagte: „All dies habe ich mit Weisheit erprobt. Ich sprach: ,Ich will weise werden.‘ Aber sie war fern von mir“ (Pred. 7:23). Salomo erprobte die Grundsätze, die er als Ergebnis seines ausgiebigen Forschens aufgestellt hatte. Er gebrauchte seine Weisheit, um diese Grundsätze auszuwerten, und stellte mit Genugtuung fest, daß sie stimmten und vernünftig waren. Er hatte die Nichtigkeit und Leere einer materialistischen Lebensweise erkannt, bei der der Schöpfer außer acht gelassen wird. Aber Salomo war sich darüber im klaren, daß er im absoluten Sinne weit davon entfernt war, weise zu sein, und das, obwohl er wirklich den Wunsch hatte, Einsicht zu erlangen, was aus seinen entschlossenen Worten hervorgeht: „Ich will weise werden.“ Obwohl er über außergewöhnliche Weisheit verfügte, konnte er vieles nicht ergründen. Er sagte weiter: „Was geworden ist, ist weit weg und überaus tief. Wer kann es herausfinden?“ (Pred. 7:24). Offensichtlich bezogen sich diese Worte Salomos auf Gottes Handeln, seine Werke und Vorsätze. (Vergleiche Römer 11:33, 34.)

    Der Zustand der Menschheit

    Salomo erkannte die Größe und Vielfalt der Werke Gottes und wandte sich erneut den Angelegenheiten der Menschen zu. Er schreibt: „Ich selbst wandte mich um, ja mein Herz tat es, um zu erkennen und zu erforschen und nach Weisheit und dem Grund der Dinge zu suchen und um über die Bosheit der Unvernunft und die Torheit des Wahnsinns Bescheid zu wissen; und ich fand dies heraus: Bitterer als den Tod fand ich das Weib, das selbst gleich Fangnetzen ist und dessen Herz Schleppnetze und dessen Hände Fesseln sind. Man ist gut vor dem wahren Gott, wenn man ihr entrinnt, aber man sündigt, wenn man von ihr gefangen wird“ (Pred. 7:25, 26).

    Beachten wir, daß sich Salomo aufgrund seines ganzherzigen Nachforschens veranlaßt sieht, eine böse Frau, eine Prostituierte, als das Schlechteste hinzustellen, mit dem ein Mann zu tun haben könnte. Er vergleicht ihre Lockmittel mit „Schleppnetzen“ und „Fesseln“. Ein Mann, der sich von einer solchen Frau verführen läßt, mag etwas erleben, was bitterer ist als der Tod; vielleicht zieht er sich eine widerliche Geschlechtskrankheit zu oder ruiniert seine Familie, falls er verheiratet ist. Noch bedeutender ist jedoch der Umstand, daß er sein Verhältnis zu Jehova Gott gefährdet, wenn er sich mit einer Prostituierten einläßt.

    Die Tatsache, daß Salomo mit solchem Nachdruck vor den Lockmitteln einer schlechten Frau warnt, legt die Vermutung nahe, daß damals unter Frauen ein sehr niedriges sittliches Niveau herrschte. Das mag auf fremdländischen Einfluß und eine Neigung zur Baalsanbetung zurückzuführen gewesen sein, einem Fruchtbarkeitskult, den Salomo später förderte, weil er seinen ausländischen Frauen gefallen wollte (1. Kö. 11:3-8). Vor diesem Hintergrund mögen die weiteren Worte Salomos verständlich erscheinen: „Siehe! Dies habe ich gefunden, . . . eins nach dem andern genommen, um das Endergebnis zu finden, daß meine Seele fortwährend suchte, ich aber nicht gefunden habe. E i n e n Mann aus tausend habe ich gefunden, aber eine Frau habe ich unter all diesen nicht gefunden“ (Pred. 7:27, 28).

    Salomo kam zu der Erkenntnis, daß ein rechtschaffener Mann schwer zu finden war. Es mochte einen unter tausend geben. Doch gestützt auf seine Erfahrungen mit vielen Frauen und Nebenfrauen sowie auf seine Beobachtungen anderer Frauen, kam Salomo zu dem Schluß, daß eine ideale Frau damals noch seltener war. Das heißt nicht, daß es keine vortrefflichen Frauen gab, sondern daß, insgesamt gesehen, nur wenige vorbildliche Frauen zu finden waren. Ein Mann, der eine gute Frau gefunden hatte, war tatsächlich gesegnet. Passenderweise heißt es in den Sprüchen: „Eine tüchtige Ehefrau, wer kann sie finden? Ihr Wert geht weit über den von Korallen“ (Spr. 31:10). „Hat jemand eine gute Ehefrau gefunden? Er hat Gutes gefunden“ (Spr. 18:22).

    Der Umstand, daß rechtschaffene Männer und Frauen schwer zu finden waren, konnte jedoch nicht Gott zur Last gelegt werden. Salomo erkannte dies mit den Worten an: „Der wahre Gott [hat] den Menschen rechtschaffen gemacht . . ., sie selbst aber haben viele Pläne gesucht“ (Pred. 7:29). Statt an den gerechten Maßstäben Gottes festzuhalten, haben es sich die meisten Männer und Frauen zu ihrem Schaden vorsätzlich erwählt, nach ihren eigenen Plänen, Wahlsprüchen und Methoden zu handeln.

    Prediger 8

    Ich sah, wie Menschen, die von Gott nichts wissen wollten, in Ehren begraben wurden, während man andere, die Gott gehorchten, aus der Nähe des Heiligtums vertrieb und sie vergaß in der Stadt. Auch das ist sinnlos!
    Die Verbrecher werden nicht schnell genug bestraft, und das verführt viele dazu, Böses zu tun. Manch einer hat schon hundert Verbrechen begangen – und lebt immer noch! Ja, auch ich weiß: „Wer Gott ehrt und ihm gehorcht, dem geht es gut. Wer Gott missachtet, muss die Folgen tragen: Er verschwindet so plötzlich wie ein Schatten, weil er keine Ehrfurcht hat vor Gott.“
    Und trotzdem geschieht so viel Sinnloses auf der Welt: Da geht es rechtschaffenen Menschen so schlecht, wie es den Gottlosen gehen sollte. Und da haben Gottlose ein so schönes Leben, als hätten sie Gottes Gebote befolgt. Das ist völlig sinnlos!

    Diese Ungerechtigkeit schreit auch heute zum Himmel. Lügner und Verbrecher klagen unbescholtene Menschen an – und diese Ungerechtigkeit wird erst vom Allmächtigen in Zukunft wieder richtig gestellt. Wehe denen, die diese Ungerechtigkeit unterstützen!

    Quelle Wachtturm 1.Dezember 1977

    Was wollte der Weise damit sagen?

    WEISHEIT kann sich auf ihren Besitzer nützlich auswirken. König Salomo schrieb: „Wer ist gleich dem Weisen? Und wer ist es, der die Deutung einer Sache kennt? Die Weisheit eines Menschen ist es, die sein Angesicht leuchten läßt, und selbst die Strenge seines Angesichts wird zum Besseren verändert“ (Pred. 8:1).

    Der wirklich Weise ragt aus der menschlichen Gesellschaft heraus, er ist ohnegleichen. Außer einem anderen Weisen ist ihm niemand gleich. Er kennt die „Deutung einer Sache“, das heißt, er besitzt die nötige Einsicht, um die verwirrenden Probleme des Lebens zu lösen.

    Auch das Aussehen des Weisen ist ansprechend. Sein Gesicht strahlt innere Freude und Zufriedenheit wider. Als Folge davon nimmt sein Antlitz, das sonst streng und abweisend erscheinen könnte, einen freundlichen Ausdruck an.

    Wie man die Herrschaft unvollkommener Menschen ertragen kann

    Als König konnte Salomo guten Rat darüber erteilen, wie man Herrschern gegenüber weise handelt. Er erklärte: „Halte dich an den Befehl des Königs, und das in Hinsicht auf den Eid Gottes. Beeile dich nicht, damit du von ihm weggehen könntest. Nimm nicht Stellung in einer schlechten Sache. Denn alles, was ihm zu tun gefällt, wird er tun, weil das Wort des Königs das Machtgebot ist; und wer darf zu ihm sagen: ,Was tust du?‘?“ (Pred. 8:2-4).

    Im alten Israel war es möglich, daß die Ältesten, die die ganze Nation vertraten, in einen Bund mit dem König eintraten und sich bereit erklärten, ihm treu zu sein. Zum Beispiel lesen wir in bezug auf David: „Da kamen alle älteren Männer Israels zum König nach Hebron, und König David schloß mit ihnen einen Bund in Hebron vor Jehova“ (2. Sam. 5:3). Dem Befehl des Königs nicht zu gehorchen würde deshalb einen Bruch des vor Jehova geleisteten Treueids bedeuten. Andererseits bewies Gehorsam Achtung vor dem wahren Gott, in dessen Gegenwart der Bund geschlossen worden war. Ebenso bleiben wahre Christen aus Respekt vor Jehova den Regierungen dieser Welt untertan, weil sie erkennen, daß sie mit Gottes Zulassung bestehen (Röm. 13:1, 2).

    Der Rat Salomos, nicht übereilt des Königs Gegenwart zu verlassen, wird in Prediger 10:4 mit den Worten erweitert: „Wenn der Geist eines Herrschers wider dich aufsteigen sollte, so verlaß deinen eigenen Platz nicht, denn Gelassenheit selbst mildert große Sünden.“ Eine Person mag durch jemand, der Autorität besitzt, zurechtgewiesen oder gezüchtigt werden. Sie mag diese Zurechtweisung übelnehmen und geneigt sein, ihre Stellung aufzugeben oder sogar ihre Gesinnung dem Herrscher gegenüber zu ändern. Salomo jedoch empfiehlt, nicht übereilt die Treue zu brechen oder eine Stellung aufzugeben. Der gleiche Grundsatz kann heute auf das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer angewandt werden.

    Der weise König Salomo rät auch, ’nicht Stellung in einer schlechten Sache zu nehmen‘, das heißt nicht in etwas verwickelt zu werden, was der Herrscher als schlecht betrachtet. Kraft seiner Autorität hat das Wort des Königs weit mehr Gewicht als das Wort irgendeines seiner Untertanen. Sein Wort gilt. Seine Autorität wird nicht in Frage gestellt. Aus diesem Grund kann niemand herausfordernd von ihm Rechenschaft verlangen.

    Die Person, die gesetzestreu bleibt, sollte vom Herrscher nichts zu fürchten haben. Salomo sagt: „Wer das Gebot hält, wird kein Unglück erfahren“ (Pred. 8:5). Der gehorsame Untertan „wird kein Unglück erfahren“, das als Strafe über die kommt, die das Gesetz des Königs übertreten. Der Rat des Weisen entspricht den Worten des Apostels Paulus: „Wer sich daher der Gewalt widersetzt, hat sich der Anordnung Gottes entgegengestellt; die, die sich ihr entgegengestellt haben, werden für sich ein Gericht empfangen. Denn die Herrschenden sind nicht für die gute Tat ein Gegenstand der Furcht, sondern für die schlechte. Willst du also ohne Furcht vor der obrigkeitlichen Gewalt sein? Fahre fort, Gutes zu tun, und du wirst Lob von ihr haben“ (Röm. 13:2, 3).

    Was aber, wenn der Herrscher ungerecht ist? Salomo bezog sich offensichtlich auf eine solche Situation, als er weiter sagte: „Das weise Herz wird sowohl Zeit als Gericht kennen. Denn selbst für jede Angelegenheit gibt es eine Zeit und ein Gericht, weil das Unglück der Menschen vielfältig ist über ihnen. Denn da ist keiner, der weiß, was werden wird, denn so, wie es werden wird, wer kann es ihm kundtun?“ (Pred. 8:5-7).

    Ein Weiser handelt nicht aufrührerisch. Da er sich in seinem Herzen von Weisheit leiten läßt, erkennt er, daß es eine geeignete Zeit zum Handeln gibt und eine Möglichkeit, einen bedrückenden Herrscher zu ertragen. Offene Rebellion würde bedeuten, Unheil heraufzubeschwören. Ein gutes Urteilsvermögen würde andererseits jemand davon abhalten, zu einer ungeeigneten Zeit zu handeln (Ps. 37:1-7). Für „alles“ gibt es eine geeignete Zeit und eine richtige Beurteilung oder rechte Verfahrensweise. Deshalb beschwört jemand nur Schwierigkeiten herauf, wenn er diese Tatsache außer acht läßt und übereilt handelt. Unvollkommene Menschen haben bereits genügend Probleme, und es erübrigt sich, noch weitere hinzuzufügen, indem man übereilt handelt und ignoriert, daß es „für jede Angelegenheit . . . eine Zeit und ein Gericht“ gibt. Außerdem kann niemand sicher sein, was die Zukunft bringen wird. Selbst Machthaber sterben. Wer das im Sinn behält, kann in einer schwierigen Situation leichter ausharren. Die Herrschaft eines Tyrannen kann nicht für immer andauern. In diesem unvollkommenen System kommt alles zu einem Ende.

    Eine gründliche Untersuchung bedrückender menschlicher Herrschaft

    Die Schlußfolgerungen, die Salomo aus der bedrückenden Herrschaft des Menschen zog, beruhten auf sorgfältigen Beobachtungen. Er erwog von Herzen alle Gesichtspunkte solcher menschlichen Herrschaft und ihre Auswirkung auf die Menschen. Aus diesem Grunde konnte er sagen: „All das habe ich gesehen, und mein Herz richtete sich auf jede Arbeit, die unter der Sonne getan worden ist während der Zeit, da der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht hat“ (Pred. 8:9). Tyrannische Regenten können jedoch nicht auf unbestimmte Zeit ihre Herrschaft ausüben. Salomo fuhr fort: „Aber obwohl dem so ist [daß der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden herrscht], habe ich gesehen, wie die Bösen begraben wurden, wie sie hereinkamen und wie sie von dem heiligen Ort selbst wegzugehen pflegten und in der Stadt vergessen wurden, wo sie so gehandelt hatten. Auch das ist Nichtigkeit“ (Pred. 8:10). Zu ihren Lebzeiten würden die Bösen zu dem heiligen Ort, der in Salomos Tagen die heilige Stadt Jerusalem mit dem Tempel Jehovas war, hereinkommen und davon weggehen (Matth. 24:15). Sie hätten dort keine Schlechtigkeit verüben sollen. Während ihrer Beerdigung gehen sie zum letztenmal von dort weg. Trotz der hohen Stellung dieser schlechten Menschen würden sie sterben, begraben werden und dem Gedächtnis derer, die in der Stadt ihres Wirkens leben, bald entschwinden. Auf diese Weise würde sich das Leben tyrannischer Herrscher als nichtig und leer erweisen.

    Keine Entlassung aus dem „Krieg“ mit dem Tod

    Es gibt einen Krieg, aus dem entlassen zu werden für Menschen unmöglich ist. König Salomo schrieb darüber: „Da ist kein Mensch, der Macht hat über den Geist [die Lebenskraft], um den Geist zurückzuhalten; noch gibt es irgendein Machtgebot am Tage des Todes; noch gibt es irgendeine Entlassung im Kriege. Und Bosheit wird denen, die ihr frönen, nicht zum Entrinnen verhelfen“ (Pred. 8:8).

    Wenn es ans Sterben geht, ist der Mensch machtlos. Er mag versuchen, was er will, er kann den Geist nicht zurückhalten, so daß die Lebenskraft in seinen Körperzellen bleibt und er sich auf diese Weise am Leben erhalten kann. Sterbende Menschen haben einfach keine Macht über den Tag des Todes. Niemand kann aufgrund menschlicher Anstrengungen aus dem unbarmherzigen „Krieg“, den der Feind „Tod“ gegen alle führt, entlassen werden (Röm. 5:14). Es besteht nicht einmal die Möglichkeit, für einen Ersatz zu sorgen, um vom Sterben beurlaubt zu werden. Der inspirierte Psalmist erklärte: „Nicht einer von ihnen kann irgendwie selbst einen Bruder erlösen noch Gott ein Lösegeld für ihn geben (und der Erlösungspreis ihrer Seele ist so kostbar, daß er aufgehört hat auf unabsehbare Zeit), daß er immerdar fortleben und die Grube nicht sehen sollte“ (Ps. 49:7-9). Während ihres Lebens mag es Bösen auf schlaue und unredliche Weise gelungen sein, sich einer Strafe zu entziehen. Doch es gibt keinen Kunstgriff, keinen Plan und keine Intrige, durch die sie dem Tod entrinnen können.

    Mit dem fertig werden, was man in einer unvollkommenen Welt sieht

    In diesem unvollkommenen System sehen wir vieles, was uns sehr beunruhigen könnte. Die Bösen mögen gedeihen, während die Gerechten leiden. Wie können wir vermeiden, uns dadurch verbittern zu lassen?

    Gestützt auf sorgfältige Nachforschungen, zeichnete Salomo folgende hilfreiche Beobachtungen auf: „Weil das Urteil über ein schlechtes Werk nicht eilends vollzogen worden ist, darum hat sich das Herz der Menschensöhne in ihnen völlig darauf gerichtet, Schlechtes zu tun. Obwohl ein Sünder hundertmal Schlechtes tun und es lange Zeit treiben mag, wie es ihm gefällt, weiß ich doch auch, daß es mit denen, die den wahren Gott fürchten, gut ausgehen wird, weil sie sich vor ihm gefürchtet haben. Mit dem Bösen aber wird es gar nicht gut ausgehen, noch wird er seine Tage verlängern, die wie ein Schatten sind, weil er sich vor Gott nicht fürchtet“ (Pred. 8:11-13).

    Wie Salomo hier zeigte, mag das menschliche Rechtswesen lax sein, und menschliche Gerichte mögen peinlich langsam arbeiten oder sogar nachlässig darin sein, böse Werke zu verurteilen. Weil die Bösen nicht für ihre Gesetzlosigkeit bestraft werden, meinen sie, sie kämen ungeschoren davon, und verhärten sich in ihrer bösen Handlungsweise. Aber ihre Bosheit macht sich nicht bezahlt. Ihr Leben vergeht schnell, „wie ein Schatten“, und sie können es durch keine ihrer Intrigen verlängern. Andererseits sind gerechte Personen in Wirklichkeit nicht für immer im Nachteil. Andere mögen ihnen zwar hart zusetzen, doch Ehrfurcht vor dem Schöpfer zu haben oder ihn zu „fürchten“ wirkt sich zum Guten aus. Der Gerechte bewahrt ein reines Gewissen, findet Befriedigung darin, das zu tun, wovon er weiß, daß es richtig ist, und wenn er als ein treuer Diener Gottes stirbt, hat er die Hoffnung, von den Toten auferweckt zu werden. So wird für diejenigen, die Jehova Gott fürchten, letzten Endes alles „gut ausgehen“.

    Wer davon überzeugt ist, daß der Höchste diejenigen belohnt, die ihn fürchten, wird sich nicht verbittern lassen, wenn er das beobachtet, was Salomo danach beschreibt: „Da ist eine Nichtigkeit, die auf der Erde vollführt wird, daß Gerechte da sind, denen so geschieht, als ob es für das Werk der Bösen wäre, und Böse da sind, denen so geschieht, als ob es für das Werk der Gerechten wäre. Ich sagte, daß auch das Nichtigkeit ist“ (Pred. 8:14). Diese Ungerechtigkeit kann nicht Jehova Gott zur Last gelegt werden. Sie ist „eine Nichtigkeit, die auf der Erde vollführt wird“, etwas, wofür unvollkommene Menschen verantwortlich sind. Manchmal ist dies auf korrupte Beamte zurückzuführen, manchmal einfach darauf, daß gewisse Personen Gottes vortreffliche Maßstäbe, die Gott in seinem Wort festgelegt hat, nicht kennen oder nicht schätzen.

    Ein gottesfürchtiger Mensch läßt nicht zu, daß ihm die Ungerechtigkeiten der Welt seine Freude am Leben rauben. Er erkennt, daß er das, was Gott bis heute unter den Menschen zugelassen hat, einfach nicht ändern kann, und er handelt daher gemäß den Worten Salomos: „Ich selbst lobte die Freude, weil die Menschen nichts Besseres haben unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und sich zu freuen, und daß dies sie begleiten sollte in ihrer harten Arbeit während der Tage ihres Lebens, die der wahre Gott ihnen unter der Sonne gegeben hat“ (Pred. 8:15). Ja, das beste ist, man bewahrt im Leben eine angemessene Furcht vor dem Schöpfer, während man seine Befriedigung in der Arbeit und bei vernünftigem Essen und Trinken findet. Denn sich wegen all der Fehler, die in diesem System begangen werden, zu sorgen und sich aufzureiben würde nur zu Frustration führen und einem die Freude am Leben rauben. Es könnte jemandes geistige Gesinnung und Glück zerstören. Sich aufzureiben oder sich zu beklagen wird die Befreiung nicht beschleunigen, die dadurch herbeigeführt werden muß, daß Gott die gegenwärtige Ordnung beseitigt und durch eine gerechte neue Ordnung ersetzt (Ps. 37:5-7).

    Außerdem gewinnt man nichts durch den Versuch, eine Regel oder Formel zu entdecken, die auf umfassende und ausführliche Weise die Gründe für die Vorgänge in dieser Welt erklären könnte. Der weise König Salomo und andere untersuchten vor langer Zeit sorgfältig die Angelegenheiten der Menschen. Sie konnten aber keine solche präzise Regel entdecken, durch die bestimmt werden könnte, was in jedem Fall zu erwarten ist. Salomo berichtet: „In Übereinstimmung damit richtete ich mein Herz darauf, Weisheit zu erkennen und die Beschäftigung zu sehen, die auf der Erde durchgeführt wird, weil es einen gibt, der mit seinen Augen keinen Schlaf sieht, weder bei Tag noch bei Nacht. Und ich sah das ganze Werk des wahren Gottes, wie die Menschen das Werk, das unter der Sonne getan worden ist, nicht herauszufinden vermögen; wie sehr die Menschen auch ständig hart arbeiten, um es zu suchen, finden sie es doch nicht heraus. Und selbst wenn sie sagen sollten, sie seien weise genug, es zu erkennen, würden sie es nicht herauszufinden vermögen“ (Pred. 8:16, 17).

    Beachten wir, daß Salomo das, was unter den Menschen geschieht, als das „ganze Werk des wahren Gottes“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist insofern zutreffend, als all das geschieht, weil Gott es zuläßt oder toleriert, nicht weil er all das verursacht, unterstützt oder gutheißt. Selbst wenn jemand seinen Schlaf opfern würde, würde er das volle Ausmaß dessen, was Gott tut und zuläßt, während er seinen großartigen Vorsatz verwirklicht, nicht erfassen können. Dieser Gedanke kommt durch Salomos Worte in der Übersetzung von Moffatt zum Ausdruck: „Als ich meinen Sinn dem Studium der Weisheit hingab, um all das ausgefüllte Leben der Welt kennenzulernen, fand ich, daß der Mensch unfähig ist, die Wahrheit all dessen zu erfassen, was Gott in dieser Welt tut; er mag angestrengt arbeiten, um sie zu erlangen, indem er bei Tag und bei Nacht, schlaflos, danach sucht, doch er wird sie nie herausfinden; ein Weiser mag denken, er komme hinter das Geheimnis, doch selbst er findet es nie heraus“ (Pred. 8:16, 17).

    Prediger 9

    Freu dich am Leben!
    Also iss dein Brot, trink deinen Wein, und sei fröhlich dabei! Denn schon lange gefällt Gott dein Tun! Trag immer schöne Kleider1, und salbe dein Gesicht mit duftenden Ölen! Genieße das Leben mit der Frau, die du liebst, solange du dein vergängliches Leben führst, das Gott dir auf dieser Welt gegeben hat. Genieße jeden flüchtigen Tag, denn das ist der einzige Lohn für deine Mühen. Alles, was du tun kannst, wozu deine Kraft ausreicht, das tu! Denn im Totenreich, wohin auch du gehen wirst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.

    So einfach sollte das Leben sein – und wenn Gottes Gerechte neue Welt der Bosheit ein Ende gemacht hat, werden sich wohl alle dann Lebenden ihres Lebens wirklich erfreuen können – ohne den Tod fürchten zu müssen. Wist du dann dort sein? Oder wirst du, weil du heute gegen Gottes Maßstäbe handelst, im ewiger Nichtexistenz abgetaucht sein??

    Quelle Wachtturm 1.Januar 1978

    Was wollte der Weise damit sagen?

    Sie sind in Gottes Hand

    So weise König Salomo auch war, er konnte doch nicht das volle Ausmaß des Werkes Gottes ergründen – all das, was der Höchste nicht nur tut, sondern im Zuge der Verwirklichung seines wunderbaren Vorsatzes auch zuläßt. Dennoch gab es eine bedeutende Wahrheit, die sich Salomo nach einer sorgfältigen Untersuchung der Angelegenheiten des Menschen ‚zu Herzen nahm‘. Was war das? Die Tatsache, daß „die Gerechten und die Weisen und ihre Werke in der Hand des wahren Gottes sind“ (Pred. 9:1).

    Ja, die Gerechten und die Weisen sind, was ihre Person und ihre Handlungen betrifft, in der Hand oder in der Macht des Höchsten. Er mag zwar zulassen, daß Unheil über sie kommt, doch sie werden bestimmt nicht ihres Lohnes verlustig gehen. Jehova Gott „kennt die, die ihm gehören“, und wird alle seine Werke ‚zum Guten derer auswirken lassen, die ihn lieben‘ (Röm. 8:28; 2. Tim. 2:19). Das kann eine Quelle des Trostes und der Ermunterung sein, wenn wir Gerechte leiden sehen, während die Bösen gedeihen (Pred. 8:14).

    Bibelgelehrte der letzten Jahrhunderte haben sich gefragt, was wohl Salomo mit den weiteren Worten aus Prediger 9:1 sagen wollte: „Die Menschen wissen weder von der Liebe noch von dem Haß, was alles vor ihnen war.“ Es könnte gut sein, daß diese Worte absichtlich so geschrieben wurden, daß mehrere brauchbare Auffassungen davon abgeleitet werden können. Zum Beispiel könnte man darunter verstehen, daß die Lebenden keine Ahnung haben, wieviel Liebe und Haß unter den Menschen herrschten, die vor ihnen lebten, da der Tod der Liebe und dem Haß ein Ende bereitet.

    Oder vielleicht sollten Salomos Worte im Zusammenhang mit dem vorausgegangenen Hinweis gesehen werden, daß Gott sowohl über die Gerechten und Weisen als auch über ihre Werke Macht hat. Die Liebe und der Haß, die sie und alle übrigen Menschen verspüren, machen sich bemerkbar, weil Gott sie zuläßt. Außerdem wußte der Höchste lange vor ihrer Geburt, daß die Menschen Liebe und Haß verspüren würden. Er ließ zu, daß sündhafte Menschen, die lieben und hassen würden, ins Dasein kamen. Nach der Auflehnung Adams und Evas erklärte Jehova Gott: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir [der Urschlange, Satan, dem Teufel] und dem Weibe [nicht Eva, sondern Gottes „Weib“ (Gal. 4:26-31)] und zwischen deinem Samen und ihrem Samen“ (1. Mose 3:15). Gott ‚wußte‘ also, daß sich ‚Liebe und Haß‘ in der Menschheit entwickeln würden, während die Menschen das erst durch schmerzliche Erfahrungen kennenlernen würden.

    Die Worte des Weisen aus Prediger 9:1 könnten aber auch wie folgt erklärt werden: Unter unvollkommenen Menschen werden Liebe und Haßgefühle oft ohne Grund und Ursache zum Ausdruck gebracht. Den Menschen geht daher das Wissen, das Verständnis oder die Kenntnis der Beweggründe für all die Liebe und den Haß ab, die vor ihnen zum Ausdruck gebracht wurden. So verstanden, würden Salomos Worte gut zu seiner anschließenden Betrachtung passen, in der er zeigt, wie ungewiß das Leben ist und daß der Tod, der allem ein Ende bereitet, nicht vorausgesagt werden kann. Liebe und Haß können genauso blind wie unbegreiflich sein.

    Weil die Menschen in einer unvollkommenen, sündhaften Welt leben, mögen sie, ob sie gerecht oder böse sind, Gutes und Böses sowie Liebe und Haß verspüren. Jehova erlaubt den Gerechten und den Bösen, Speise und Trank zu genießen und auch aus anderen seiner großzügigen Vorkehrungen zur Erhaltung des Lebens Nutzen zu ziehen (Matth. 5:45; Apg. 14:16, 17). Auch wenn es ans Sterben geht, gibt es keinen Unterschied. Salomo sagte weiter: „Alle sind gleich in dem, was alle haben. E i n e Zufälligkeit gibt es für den Gerechten und den Bösen, den Guten und den Reinen und den Unreinen und den, der Schlachtopfer darbringt, und den, der nicht Schlachtopfer darbringt. Der Gute ist so wie der Sünder; der [leichtsinnig oder gedankenlos] Schwörende ist so wie jeder, der sich vor einem geschworenen Eid gefürchtet hat“ (Pred. 9:2).

    Da es nach außen hin anscheinend keinen Unterschied gibt zwischen dem, was den Gerechten, und dem, was den Bösen zu ihren Lebzeiten widerfährt, und besonders da alle im Tode enden, könnte man zu der Auffassung gelangen, man habe in Wirklichkeit keinen Vorteil, wenn man ein rechtschaffenes, gottesfürchtiges Leben führe. Salomo führte diesen Umstand als einen Grund dafür an, weshalb die Menschen ständig sündigen, indem er sagte: „Dies ist, was unglücklich ist in allem, was unter der Sonne getan worden ist, daß das Herz der Menschensöhne, weil es e i n e Zufälligkeit für alle gibt, auch voll von Schlechtem ist“ (Pred. 9:3).

    Nützt es ihnen aber etwas, daß sie gesetzlos handeln? Nein, denn der Weise sagt: „Wahnsinn ist in ihrem Herzen zeit ihres Lebens, und danach – zu den Toten!“ (Pred. 9:3). Solange sie leben, handeln sie, als ob sie von Sinnen seien, und gehen hemmungslos ihren verkehrten Wünschen und Neigungen nach. Ihr Leben der Festgelage und Lüste endet schließlich unvermittelt im Tod. Wie also sollte man sein Leben gestalten?

    Eine vernünftige Lebensweise

    Man sollte das Leben schätzen und es gut nutzen. Salomo schrieb: „Denn wer irgend allen Lebenden zugesellt ist, für den ist Zuversicht da, weil ein lebender Hund besser daran ist als ein toter Löwe. Denn die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden [ein ernüchternder Gedanke, der sie veranlassen sollte, ihr Leben auf vernünftige Weise zu nutzen]; aber was die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt, auch haben sie keinen Lohn mehr, denn die Erinnerung an sie ist vergessen. Auch ihre Liebe und ihr Haß und ihre Eifersucht sind bereits vergangen, und sie haben auf unabsehbare Zeit keinen Anteil mehr an irgend etwas, was unter der Sonne zu tun ist“ (Pred. 9:4-6).

    Nur wenn man am Leben ist, kann es Zuversicht und Hoffnung geben. Dann sollte man sich bei dem Schöpfer einen guten Namen machen. Solange jemand am Leben ist, besteht die Hoffnung, daß er sich bessert, selbst wenn er gesetzlos handelt. Kommt einmal der Tod, so ist es zu spät. Daher ist ein lebender Hund – obwohl man ihn verachtet – besser daran als ein toter Löwe, der König der Tiere. Die Lebenden können immer noch etwas tun, aber die Toten haben keinen Anteil mehr an irgendeinem Werk oder an Empfindungen wie Liebe, Haß und Eifersucht, die einen so wesentlichen Bestandteil des irdischen Seins bilden.

    Wir sollten uns daher als gottesfürchtige Menschen an der Arbeit unserer Hände erfreuen. Salomo schrieb: „Geh, iß deine Speise mit Freuden, und trinke deinen Wein mit gutem Herzen, denn der wahre Gott hat bereits Wohlgefallen gefunden an deinen Werken. Mögen sich deine Kleider bei jeder Gelegenheit als weiß erweisen [strahlend und sauber, indem sie nicht Trauer oder Schwermut widerspiegeln, sondern Freude], und Öl [ebenfalls ein Symbol der Freude, da Öl kühlend und erfrischend wirkt] fehle nicht auf deinem Haupte. Sieh an das Leben mit der Ehefrau, die du liebst, alle Tage deines nichtigen Lebens, die Er dir gegeben hat unter der Sonne, alle Tage deiner Nichtigkeit, denn das ist dein Anteil am Leben und an deiner harten Arbeit, mit der du hart arbeitest unter der Sonne. Alles, was deine Hand zu tun findet, das tue mit all deiner Kraft, denn es gibt kein Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheol, dem Ort, wohin du gehst“ (Pred. 9:7-10).

    Das Leben auf vernünftige Weise zu genießen, zu essen und zu trinken ist richtig und angebracht. Es ist Gottes Gabe und findet daher sein Wohlgefallen. Das wollte Salomo offensichtlich sagen, als er nach der Ermunterung, sich am Essen und Trinken zu erfreuen, weiter sagte: „Denn der wahre Gott hat bereits Wohlgefallen gefunden an deinen Werken.“ Ja, der Höchste verlangt von uns nicht, daß wir ein enthaltsames Leben führen und uns jede Freude versagen. Da er ein glücklicher Gott ist, möchte er, daß die Menschen im täglichen Leben, auch in ihrem Eheleben, glücklich sind (Apg. 14:17). Das heißt natürlich nicht, daß sie ein genußsüchtiges Leben führen und nur auf Vergnügen aussein sollten. Salomo ermunterte zur Arbeit und dazu, Gelegenheiten zu nutzen, die Hände im Gutestun anzustrengen, bevor man durch den Tod völlig daran gehindert wird und im Scheol, im Grab, endet.

    In dieser Welt ist es daher am vernünftigsten, das Leben so lange wie möglich zu genießen, und zwar indem man sich innerhalb der Grenzen bewegt, die durch Gottes Sittengesetze gezogen werden. Allzuoft tritt das Unerwartete ein. Durch den Tod kann alles sehr schnell zur Nichtigkeit gemacht werden. Der schnellste Läufer kann straucheln und das Rennen verlieren. Eine mächtige Armee mag von einer schwächeren Streitmacht besiegt werden. Einem Weisen mag es nicht gelingen, eine gute Stelle zu erhalten, und er mag daher hungern. Personen, die sich hervorragend darauf verstehen, ein Geschäft zu leiten, mögen aufgrund irgendwelcher Umstände ihre Kenntnisse nicht anwenden können und daher verarmen. Gebildete Menschen mögen sich den Zorn von Machthabern zuziehen und bei ihnen in Ungnade fallen. Diese Beobachtungen hatte König Salomo beiläufig gemacht, doch nachdem er alles noch einmal sorgfältig erwogen hatte, schrieb er: „Ich wandte mich, um unter der Sonne zu sehen, daß nicht den Schnellen der Wettlauf gehört noch den Starken die Schlacht, noch auch den Weisen die Speise, noch auch den Verständigen der Reichtum, noch selbst denen, die Kenntnisse haben, die Gunst, denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle. Denn der Mensch kennt auch seine Zeit nicht [denn der Tod kann unerwartet kommen]. So wie Fische, die in einem üblen Netz gefangen werden, und wie Vögel, die in einer Falle gefangen werden, so werden die Menschensöhne selbst zu einer Zeit des Unglücks verstrickt, wenn es sie plötzlich überfällt“ (Pred. 9:11, 12).

    Wie Fische in einem Netz und Vögel in einer Falle unerwartet gefangen werden mögen, so können auch Menschen plötzlich, ohne Warnung, vom Tode überrascht werden. Salomo erteilte eine eindringliche Lektion darüber, wie man das Leben, seine echten Vorteile und Gelegenheiten, auf vernünftige und lohnende Weise so lange wie möglich genießen kann.

    Weisheit wird nicht immer geschätzt

    In dieser Welt geschehen oft Dinge, mit denen man nicht rechnet. König Salomo machte diese Beobachtung und sagte, daß ‚die Weisen keine Speise haben und diejenigen, die Kenntnisse haben, in Ungnade fallen mögen‘ (Pred. 9:11). Das ist hauptsächlich deshalb so, weil Menschen oft nach dem äußeren Schein urteilen statt nach dem tatsächlichen Stand der Dinge.

    Der weise König Salomo führte eine bemerkenswerte Veranschaulichung an, ein Beispiel, das ‚groß für ihn‘ war. Wir lesen: „Auch das sah ich, was Weisheit unter der Sonne betrifft – und sie war groß für mich [„hat mich tief beeindruckt“, Bruns]: Da war eine kleine Stadt [ein sehr unbedeutender Ort], und der Männer darin waren wenige [es gab also wenig Männer, die sie verteidigen konnten]; und es kam an sie ein großer König, und er umzingelte sie und baute große Festungen gegen sie. Und es fand sich darin ein Mann, bedürftig, aber weise, und dieser verhalf der Stadt durch seine Weisheit zum Entrinnen. Aber kein Mensch gedachte jenes bedürftigen Mannes“ (Pred. 9:13-15). Hätte es diesen bedürftigen weisen Mann nicht gegeben, so wäre die Stadt in die Hände des „großen Königs“ gefallen. Die Weisheit dieses armen Mannes erwies sich gewissermaßen den Belagerungswerken und den Kriegern des Königs überlegen. Doch nachdem die Gefahr vorüber war, fühlten sich die Leute dem bedürftigen Mann gegenüber nicht verpflichtet, sondern vergaßen ihn ganz und gar.

    Salomo zog folgende Schlußfolgerung daraus: „Weisheit ist besser als Mächtigkeit; doch die Weisheit des Bedürftigen ist verachtet, und auf seine Worte wird nicht gehört“ (Pred. 9:16). Ja, wenn ein Mensch keine höhere Stellung bekleidet oder nicht prominent ist, werden seine Worte allzuoft überhört. Sie haben wenig Gewicht. Manchmal befolgt man sie vielleicht als letzten Ausweg aus Schwierigkeiten. Doch ist die kritische Lage einmal vorüber, so wird der Betreffende nicht geehrt. (Vergleiche 1. Korinther 1:26, 27; 2:8-11.)

    Dennoch ist die Weisheit von großem Wert und wird nicht immer einfach deshalb verachtet, weil sie aus einer anspruchslosen Quelle stammt. Salomo sagte weiter: „Die Worte der Weisen in Ruhe werden mehr Gehör finden als der Schrei jemandes, der unter Unvernünftigen herrscht. Weisheit ist besser als Kampfgeräte, und nur ein einziger Sünder kann viel Gutes vernichten“ (Pred. 9:17, 18).

    Wie der Weise hier zeigt, ist es weit besser und vernünftiger, auf die besonnenen, würdigen Worte weiser, doch niedriger Personen zu hören statt auf die Schreie eines Herrschers, der sich in seiner Popularität auf Untertanen stützt, die durch ihre Einstellung und ihr Handeln eine törichte Ansicht über das Leben verraten. Wie das Beispiel des bedürftigen weisen Mannes zeigt, kann mit Weisheit mehr erreicht werden als mit einer Kriegsausrüstung. Doch schon ein einziger Sünder oder Tor kann ungeahnte Schwierigkeiten heraufbeschwören. Durch seine verkehrten Gedanken, die er vielleicht lautstark zum Ausdruck bringt, oder durch seine schlechten Handlungen kann er die besten Pläne zunichte machen und den Ruf einer Gemeinde ruinieren oder Kräfte und Mittel vergeuden. (Vergleiche 3. Johannes 9-11.) Wahrlich, der Weisheit ist der Vorzug zu geben, selbst wenn Personen, die weise sind, von anderen nicht geschätzt werden.

  14. Thomasam 13. Juni 2010 um 16:18 Link zum Kommentar

    Prediger 10

    Etwas Schlimmes habe ich auf dieser Welt beobachtet, einen großen Fehler, den Machthaber immer wieder begehen: Die Törichten bekommen die höchsten Posten, und die Vornehmen werden übergangen.

    Daran erkennt man auch leicht, wer sich von Gottes Geist leiten lässt. Durch Gottes Geist werden Personen ungeachtet ihres Äußeren geleitet und erhalten vom Allmächtigen Aufgaben als Propheten u.ä. – wo Gottes Geist fehlt, werden Törichte eingesetzt, und es kommt zu keinem guten Ergebnis.

    Quelle Wachtturm vom Februar 1978

    Was wollte der Weise damit sagen?

    Selbst ein wenig Torheit kann Schaden stiften

    Schon eine einzige törichte Handlung kann dem Ruf eines Menschen schaden. Der weise König Salomo schrieb: „Tote Fliegen machen das Öl des Salbenbereiters stinkend, gärend. So wirkt ein wenig Torheit bei einem, der kostbar ist an Weisheit und Herrlichkeit“ (Pred. 10:1). Ein guter Name oder Ruf läßt sich mit wohlriechendem Öl vergleichen, das leicht durch so etwas Unscheinbares wie tote Fliegen verdorben werden kann. Durch die Verwesung dieser Insekten wird das Öl stinkend, es beginnt zu ‚gären‘. Ebensogut könnte ein Mensch seinen guten Ruf, eine weise und ehrenwerte Person zu sein, durch eine unüberlegte Handlung, „ein wenig Torheit“, verlieren.

    Das ist darauf zurückzuführen, daß man von jemandem, der für seine Weisheit bekannt ist, mehr erwartet als von anderen. Er muß sich daher bei seinem Reden und bei seinem Handeln sehr in acht nehmen. Sein vorzüglicher Ruf könnte zum Beispiel durch einen einzigen heftigen Zornausbruch, durch einmaligen übermäßigen Alkoholgenuß oder eine einzige unkeusche Handlung mit einer Person des anderen Geschlechts besudelt werden.

    Wo das Herz sein sollte

    Um nicht der Torheit anheimzufallen, sollte man sein Herz mit rechten Beweggründen füllen. Der Weise sagte: „Das Herz des Weisen ist zu seiner rechten Hand, aber das Herz des Unvernünftigen zu seiner linken Hand. Und auf welchem Weg auch immer der Törichte wandelt, mangelt es ihm an Herz, und er sagt gewiß jedem, daß er töricht ist“ (Pred. 10:2, 3).

    In der Bibel wird die „rechte Hand“ oft mit einer Stellung der Gunst oder des Wohlwollens in Verbindung gebracht. (Vergleiche Matthäus 25:33.) Durch den Hinweis, daß das Herz des Weisen zu seiner rechten Hand ist, wird daher angedeutet, daß es ihn veranlaßt, gut und wohlgefällig zu handeln. Der Törichte wird jedoch motiviert, einen verkehrten Weg einzuschlagen; sein Herz ist zu seiner „linken Hand“. Er gleicht einem Rechtshänder, der, falls er seine rechte Hand nicht gebrauchen kann, mit seiner linken Hand ungeschickt sein mag und nicht imstande ist, etwas Erforderliches auszuführen. Da es dem Törichten an guten Beweggründen, an „Herz“ zu seiner rechten Hand, mangelt, wird er leicht als das erkannt, was er ist. Es ist so, als ob er ‚jedem sagen würde, daß er töricht ist‘. Weil ein solcher Mensch weder Zurechtweisung noch Rat erhalten möchte, ist er auch schnell dabei, andere, die ihm zu helfen versuchen, als „Törichte“ zu bezeichnen.

    Ein schwerwiegender Fehler

    Wenn ein Herrscher bei der Auswahl von Männern für ein hohes Amt einen schwerwiegenden Fehler macht, kann viel Schaden angerichtet werden. Der weise König Salomo bezeichnete einen solchen Fehler als ein Unglück und schrieb: „Da ist etwas Unglückliches, was ich unter der Sonne gesehen habe, wie wenn es einen Fehlgriff gibt, der wegen des Machthabers ausgeht: Torheit ist in viele hohe Stellungen gesetzt worden, doch die Reichen [„Edle“, Bruns] selbst bleiben lediglich in niedrigem Stande wohnen. Ich habe Knechte auf Pferden gesehen, aber Fürsten, die gleich Knechten auf der Erde gingen“ (Pred. 10:5-7).

    Salomo nannte Personen, die sich für hohe Stellungen eignen, „Reiche“. Das sollten wir nicht so auffassen, als ob er sich für eine Plutokratie – eine Staatsform, in der allein die Reichen herrschen – aussprach. Salomo dachte offensichtlich an Personen, die gutes Urteilsvermögen anwenden und imstande sind, eine gute Verwaltung zu führen. Solche Männer verraten bestimmt größeres Geschick zu regieren als Personen, die ihre Mittel verschwendet oder schlecht verwaltet haben.

    Personen, die über Autorität verfügen, mögen aufgrund mangelnden Urteilsvermögens fürstlichen oder edlen Menschen nicht die ihnen gebührende Ehre zuerkennen und sie wie Knechte behandeln. Weit weniger befähigte Männer, lediglich Knechte, mögen indes wie Adelige auf Pferden reiten. Dieser Umstand bringt Schwierigkeiten für die Untertanen mit sich, die gezwungen sind, sich Beamten zu unterwerfen, die in Wirklichkeit ungeeignet sind. Wahrlich, Salomos Worte unterstreichen, wie wichtig es ist, für bedeutende Aufgaben befähigte Personen auszuwählen.

    Unfähige Personen sind um ihre Stellung nicht zu beneiden

    Unfähigkeit mag zunächst nicht erkannt werden. Es gibt Personen, die es verstehen, andere durch einen scheinbar scharfen Verstand zu beeindrucken. Man mag sie für verantwortliche Aufgaben auswählen, während wirklich weise Männer übersehen werden. Man mag geneigt sein, unqualifizierte Personen, die eine Vertrauensstellung innehaben, zu beneiden. Doch unfähige Personen sind nicht zu beneiden. Sie stehen ständig in Gefahr, das zu verlieren, was sie erreicht haben. Da es ihnen an der nötigen Weisheit mangelt, mag es sich schließlich herausstellen, was sie sind, und zu ihrem Schaden und zu ihrer Schande mögen sie einen schrecklichen Sturz erleiden.

    Durch seinen Hinweis auf andere Gefahren wollte Salomo offensichtlich zeigen, daß Unfähigkeit an sich schon gefährlich ist. Er schrieb: „Wer eine Grube gräbt, wird selbst direkt in sie hineinfallen [weil eine offene Grube eine stets gegenwärtige Gefahr darstellt]; und wer eine Steinmauer durchbricht, eine Schlange [die in alten Mauern zu Hause ist] wird ihn beißen. Wer Steine ausbricht, wird sich daran verletzen. Wer Holzklötze spaltet, wird sich dabei in acht nehmen müssen“ (Pred. 10:8, 9). Sowohl beim Steinegraben als auch beim Holzfällen können Leib und Leben gefährdet sein, und deshalb sollte man dabei Vorsicht walten lassen.

    Bestimmt ist eine kompetente Person in einer weit besseren Lage als jemand, der zwar über Fähigkeiten verfügt, sie aber mangels Weisheit nicht richtig einsetzen kann. Salomo veranschaulicht dies mit den Worten: „Wenn ein eisernes Werkzeug stumpf geworden ist und jemand seine Schneide nicht gewetzt hat, dann wird er seine eigenen leistungsfähigen Kräfte anstrengen.“ Es wäre töricht, zum Holzfällen eine stumpfe Axt zu verwenden, sich unnötigerweise anzustrengen und dennoch keine gute Arbeit leisten zu können. „So ist“, wie Salomo weiter sagt, „die Anwendung von Weisheit im Hinblick auf Erfolg von Vorteil“ (Pred. 10:10). Ja, was zählt, ist angewandte Weisheit. Jemand mag Erkenntnis haben, doch von welchem Wert wäre sie, wenn er nicht wüßte, wie er sie anzuwenden hat? Salomo sagt: „Wenn die Schlange beißt, ohne daß eine Beschwörung erfolgt, dann gibt es keinen Vorteil für den, der der Zungenkunst ergeben ist“ (Pred. 10:11). Die Fähigkeit, eine Schlange zu beschwören, ist nutzlos, wenn derjenige, der über diese Fähigkeit verfügt, von der Schlange gebissen wird, bevor seine Beschwörung wirkt. In der Jerusalemer Bibel lautet dieser Vers: „Wenn die Schlange beißt, bevor sie beschworen, so hat der Beschwörer nichts von seiner Kunst.“ Man muß somit wirkungsvoll sprechen.

    Statt also auf unfähige Personen, die Autorität erlangen, neidisch zu sein, sollte man erkennen, in welch gefährlicher Lage sie sich befinden, und sich selbst bemühen, weisen Gebrauch von seinem Wissen und von seinen Fähigkeiten zu machen. Auf die Dauer gesehen ist der Weise, selbst wenn sein gutes Urteilsvermögen zunächst nicht erkannt wird, besser daran als jemand, der im Rang gestiegen, aber unfähig ist.

    Die mißliche Lage des Toren

    Salomo stellte die Wirkung der Worte des Weisen derjenigen der Worte eines Toren gegenüber und schrieb: „Die Worte vom Mund des Weisen bedeuten Gunst, aber die Lippen des Unvernünftigen verschlingen ihn“ (Pred. 10:12). Aus dem Munde weiser Menschen gehen Worte hervor, die für den Hörer gut und förderlich sind. (Vergleiche Epheser 4:29.) Ihre Äußerungen finden wahrscheinlich auch ein günstiges Echo. Der Unvernünftige hingegen bereitet sich durch seine Worte Schande; sie ruinieren oder „verschlingen ihn“ daher.

    Der „Unvernünftige“ äußert vom Anfang bis zum Ende Torheit und geht in seiner Argumentation oft von falschen Voraussetzungen aus und gelangt zu falschen Schlußfolgerungen. Salomo beschreibt dies wie folgt: „Der Beginn der Worte seines Mundes ist Torheit, und das nachherige Ende seines Mundes ist unglückbringender Wahnsinn. Und der Törichte redet viele Worte. Der Mensch weiß nicht, was werden wird; und das, was nach ihm werden wird, wer kann es ihm kundtun?“ (Pred. 10:13, 14). Der Tor meint, er könne es.

    Solche Personen machen sich das Leben auch in anderer Hinsicht schwer. Salomo sagt weiter: „Die harte Arbeit der Unvernünftigen ermüdet sie, weil nicht e i n e r erkannt hat, wie man zur Stadt geht“ (Pred. 10:15). Personen, die kein gutes Urteilsvermögen anwenden, mögen sich endlos abmühen, sie mögen ermüden und dennoch praktisch nichts wirklich Lohnendes erreichen. Sie lassen eigensinnigerweise das außer acht, was ihr gesunder Menschenverstand ihnen sagen sollte. Es entgeht ihnen sogar Augenfälliges, was mit einer leicht zu erkennenden Durchgangsstraße, die zur Stadtmitte führt, zu vergleichen ist.

    Wenn sich die Herrschenden durch Torheit auszeichnen

    Es ist schon schlimm genug, wenn das gewöhnliche Volk Torheit offenbart. Wenn aber Herrscher nicht den gesunden Menschenverstand walten lassen und kein gutes Urteilsvermögen anwenden, bedeutet das Ruin für den Staat und Schaden für seine Untertanen. Salomo fragt: „Wie wird es mit dir sein, o Land, wenn dein König ein Knabe ist und deine eigenen Fürsten selbst am Morgen beim Essen bleiben?“ (Pred. 10:16). Es ist wirklich traurig, wenn ein Herrscher Merkmale eines unerfahrenen Jugendlichen aufweist und von Fürsten oder Beratern umgeben ist, die nicht an den Staatsgeschäften interessiert sind. Wenn sie am Morgen ihre Zeit mit Essen verbringen, statt ihren Aufgaben nachzukommen, wird das Reich zerfallen.

    Im Gegensatz dazu sagt Salomo über die Wirkung einer guten staatlichen Verwaltung: „Glücklich bist du, o Land, wenn dein König der Sohn von Edlen [also selbst ein weiser und edler Herrscher] ist und deine eigenen Fürsten zur rechten Zeit essen, zur Machterweisung [um Kraft für ihre Arbeit zu erlangen], nicht zum bloßen Trinken [sich nicht der Genußsucht hingeben]“ (Pred. 10:17). Ja, weise Herrscher tragen viel zum Glück ihrer Untertanen bei.

    Das Sprichwort, mit dem Salomo dann fortfährt, zeigt, daß Ruin und Zerfall die Folge sind, wenn wichtige Arbeit ungetan bleibt. Wir lesen: „Durch große Faulheit senkt sich das Gebälk, und durch das Hängenlassen der Hände wird das Haus undicht“ (Pred. 10:18). Ein Haus, das man nicht instand hält, wird baufällig. Das Dach wird sich senken und undicht werden. Genauso führt es zum Ruin, wenn Staatsgeschäfte nicht richtig wahrgenommen werden.

    An dieser Stelle erwähnt Salomo ein weiteres Sprichwort: „Brot ist für das Lachen der Arbeiter, und Wein selbst erfreut das Leben; aber Geld ist das, was in allen Dingen eine Erwiderung findet“ (Pred. 10:19). Sich beim Essen angenehm zu unterhalten kann sehr genußreich sein. Brot kann man aber nicht ohne Geld erhalten, und jemand freut sich nicht allzusehr über Wein, wenn er über sehr wenig Mittel für das Lebensnotwendige verfügt. In dem heutigen System kann man sich mit Geld alle materiellen Dinge erwerben, und daher findet es „in allen Dingen eine Erwiderung“. Salomo wollte vielleicht mit diesen Worten sagen, daß jemand durch Fleiß das erforderliche Geld erhalten kann, um sich Brot und Wein leisten zu können, die Annehmlichkeiten, die die Lebensfreude steigern.

    Dann gibt Salomo den Rat: „Sogar in deinem Schlafgemach rufe nicht Übles auf den König selbst herab, und in den inneren Gemächern, wo du dich niederlegst, rufe nicht Übles auf irgendeinen Reichen herab; denn ein fliegendes Geschöpf der Himmel wird den Laut übermitteln, und etwas, was Flügel besitzt, wird die Sache kundtun“ (Pred. 10:20). Sollte die herrschende Klasse die Staatsgeschäfte vernachlässigen, so wird der Weise dennoch keine unnötigen Risiken eingehen. Von welchem Nutzen wäre es für ihn, im abgeschiedensten Teil des Hauses zu schimpfen und sich zu beklagen, wenn es nicht in seiner Macht steht, an der Situation etwas zu ändern? Er denkt vielleicht, niemand könne ihn hören. Doch mitunter kommt etwas auf sehr ungewöhnliche und völlig unerwartete Weise ans Licht. Warum also seinen Frieden und seine Sicherheit durch unüberlegte Äußerungen über Personen, die Autorität haben, aufs Spiel setzen? (Vergleiche Matthäus 12:36, 37; Römer 13:1; Titus 3:1, 2; 1. Petrus 2:13-17.) Wie praktisch Salomos Rat doch ist!

    Prediger 11

    Genieß deine Jugend!
    Wie schön ist das Licht, und wie wohltuend ist es, die Sonne zu sehen! Freu dich über jedes neue Jahr, das du erleben darfst! Auch wenn noch viele vor dir liegen – denk daran, dass die Dunkelheit danach lange dauert! Alles, was dann geschieht, ist sinnlos! Du junger Mensch, genieße deine Jugend, und freu dich in der Blüte deines Lebens! Tu, was dein Herz dir sagt und was deinen Augen gefällt! Aber sei dir bewusst, dass Gott dich für alles zur Rechenschaft ziehen wird! Lass dich nicht von Kummer und Sorgen beherrschen, und schütze dich vor Krankheit! Denn Jugend und Schönheit sind vergänglich.

    Wie schön, dass der Schöpfer keine Trauerklöße mag, sondern Menschen die sich ihres Lebens erfeuen – aber dabei seine Maßstäbe nicht außer acht lassen. Wie weise, wenn man seine Jugend so nutzt, und sich nicht schon in frühester Jugend verlobt, verheiratet und dann „die Blüte des Lebens“ mit „Windelwechsln“ zu tun hat 😉

    Quelle Wachtturm vom März 1978

    Was wollte der Weise damit sagen?

    Ergreife die Gelegenheit

    Manchmal bietet sich eine ausgezeichnete Gelegenheit, Gutes zu tun oder etwas Nützliches zu erhalten. Wegen der Unsicherheiten des Lebens in dem gegenwärtigen System mag jedoch ein gewisses Maß an Glauben erforderlich sein, wenn man bestimmte Situationen richtig nutzen möchte. Und dennoch könnten wir, falls wir in einem solchen Fall Befürchtungen hegen, uns etwas wirklich Lohnendes verscherzen. Es könnte gut sein, daß wir dadurch nicht zur Ermunterung anderer beitragen.

    Der weise König Salomo gab diesbezüglich einen sehr praktischen Rat. Er schrieb: „Sende dein Brot aus auf die Oberfläche der Wasser, denn im Verlauf vieler Tage wirst du es wiederfinden. Gib sieben oder sogar acht einen Anteil, denn du weißt nicht, welches Unglück sich auf der Erde ereignen wird“ (Pred. 11:1, 2). Diese Worte werden im allgemeinen als eine Aufforderung zur Freigebigkeit angesehen.

    Man weiß nie, wozu es führen kann, wenn man freigebig ist. Es mag den Anschein haben, daß man etwas dem „Wasser“ übergibt, ohne die Aussicht, sogleich dafür etwas zurückzuerhalten. Aber man mag durch seine Freigebigkeit die Zuneigung anderer gewinnen, die veranlaßt werden, ihrerseits freigebig zu sein, falls man selbst in Not geraten sollte. Das heißt nicht, daß jemand, der wirklich freigebig ist, damit rechnen sollte, daß ihm vergolten wird. Er findet hingegen Freude daran, anderen zu geben, und vertraut darauf, daß er stets das haben wird, was er benötigt. Er gibt also nicht nur einigen wenigen, vielleicht zwei oder drei, sondern ist von ganzem Herzen freigebig und gibt „sieben oder sogar acht“. Einige vorsichtige Personen mögen denken, dies sei sehr unvernünftig, weil sie befürchten, in Not zu geraten, falls sich ein Unglück ereignet. Wenn aber einen freigebigen Menschen ein Unglück ereilt, wird ihm mit größerer Wahrscheinlichkeit geholfen werden. Einen ähnlichen Gedanken brachte Jesus Christus zum Ausdruck, als er sagte: „Übt euch im Geben, und man wird euch geben. Man wird euch ein treffliches, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß in euren Schoß schütten“ (Luk. 6:38).

    Freigebigkeit ließe sich auch damit vergleichen, daß man Reis in einen von Wasser bedeckten Boden pflanzt. Nach ‚vielen Tagen‘ kommt das so Gepflanzte zur Reife und bringt einen reichen Ertrag.

    Salomo zieht dann bestimmte unabänderliche Gesetze heran, um zu zeigen, daß Unentschlossenheit im Leben nicht gerade das beste ist. Er bemerkt: „Wenn die Wolken mit Wasser gefüllt sind, schütten sie einen wahren Regenguß auf die Erde aus; und wenn ein Baum nach Süden fällt oder wenn es nach Norden ist, an der Stelle, wohin der Baum fällt, dort wird er liegen“ (Pred. 11:3). So ist es nun einmal. Menschen haben darauf keinen Einfluß. Warum also mit der Freigebigkeit oder einer notwendigen Handlung zögern oder diesbezüglich unentschlossen sein? Wenn es regnet, regnet es. Wenn ein Baum in eine bestimmte Richtung fällt, dann fällt er dorthin. Das trifft auch auf viele andere Dinge im Leben zu. Untätig zu sein ist keine Garantie dafür, daß sie nicht geschehen.

    Wer sein Leben dadurch ordnen möchte, daß er im voraus herauszufinden sucht, was geschehen oder nicht geschehen mag, wird nichts zustande bringen. Salomo sagte: „Wer auf den Wind achtet, wird nicht Samen säen [da er fürchtet, daß der Wind den Samen wegbläst]; und wer nach den Wolken schaut, wird nicht ernten [da er fürchtet, daß das geschnittene Getreide naß wird, bevor er es in seinen Lagerraum bringen kann]“ (Pred. 11:4).

    Wir sollten daher die Hände nicht in den Schoß legen, sondern tun, was getan werden muß, in dem Bewußtsein, daß es immer Ungewißheiten geben wird. Es besteht keine Möglichkeit, das Werk Gottes zu ergründen, das heißt eine Regel zu entdecken, durch die genau bestimmt werden kann, was er tun oder bei der Verwirklichung seines Vorsatzes tolerieren mag, und dann unsere Geschäfte nach dieser Regel auszurichten. Salomo wies darauf hin, daß Gottes Werk für den Menschen ein ebenso großes Geheimnis ist wie die Entwicklung des Kindes im Mutterleib. Er schrieb: „So, wie du nicht weißt, welches der Weg des Geistes ist in den Gebeinen im Leib der Schwangeren, ebenso kennst du nicht das Werk des wahren Gottes, der alle Dinge tut“ (Pred. 11:5).

    In Anbetracht der Unsicherheiten des Lebens und der Unfähigkeit des Menschen, gewisse feststehende Gesetze zu ändern, gibt Salomo den Rat: „Am Morgen säe deinen Samen, und bis zum Abend laß deine Hand nicht ruhen; denn du weißt nicht, wo dies Erfolg haben wird, entweder hier oder dort, oder ob beides gleicherweise gut sein wird“ (Pred. 11:6). Am besten machen wir uns also mit Fleiß an unsere Arbeit und lassen uns durch Ungewißheiten nicht so weit beunruhigen, daß wir uns an unserem Wirken hindern lassen, sei es in Verbindung mit unserem Glauben, unserem Berufsleben oder in bezug auf Freigebigkeit.

    Das kann dazu beitragen, daß wir positiv zum Leben eingestellt sind. Salomo schrieb: „Das Licht ist auch süß, und es ist gut für die Augen, die Sonne zu sehen; denn wenn ein Mensch auch viele Jahre leben sollte, so möge er sich in ihnen allen freuen“ (Pred. 11:7, 8). Da nur ein Lebender das Licht und die Sonne schätzen kann, weist Salomo hier darauf hin, daß es gut ist, am Leben zu sein, und daß man Freude am Leben finden sollte. Er fügt allerdings noch den ernüchternden Gedanken hinzu: „Er gedenke der Tage der Finsternis, obwohl ihrer viele sein könnten; jeder Tag, der gekommen ist, ist Nichtigkeit“ (Pred. 11:8). Man sollte die Tatsache nicht außer acht lassen, daß man seine Kraft und Vitalität verlieren kann, wenn sich die „Tage der Finsternis“, das hohe Alter, einstellen. Für einen Hinfälligen mag, während sich sein Leben über Jahre hinzieht, jeder Tag Nichtigkeit sein, anscheinend leer und bedeutungslos. Deshalb sollte man sich, solange es einem möglich ist, auf vernünftige Weise des Lebens erfreuen, gutes Urteilsvermögen anwenden und sich in allem, was man tut, von Gott leiten lassen.

    Mache weisen Gebrauch von der Jugendkraft

    In der Jugend, wenn man noch über Kraft und Vitalität verfügt, kann das Leben etwas Schönes sein. Der weise König Salomo schrieb: „Freue dich, junger Mann, in deiner Jugend, und dein Herz tue dir Gutes in den Tagen deines Jünglingsalters, und wandle in den Wegen deines Herzens und in den Dingen, die deine Augen sehen. Doch wisse, daß der wahre Gott dich um dies alles ins Gericht bringen wird. Entferne daher Verdruß aus deinem Herzen, und halte dir Unglück vom Fleische fern, denn Jugend und die Blüte des Lebens sind Nichtigkeit“ (Pred. 11:9, 10).

    Der Schöpfer möchte, daß sich Jugendliche des Lebens erfreuen, und ist ihren Interessen gegenüber und zu dem, was ihre jungen Herzen und Augen anspricht, nicht negativ eingestellt. Ein junger Mensch sollte aber daran denken, daß er dennoch von Gott für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird. Der Höchste läßt Jugendlichen zwar Wahlfreiheit, doch schützt er sie nicht vor den bitteren Folgen, die sie zu tragen haben, wenn sie einen verkehrten Weg einschlagen. Jugendliche können sich vor allen möglichen Enttäuschungen und vor Schaden bewahren, wenn sie kein unbekümmertes, ausschweifendes Leben führen.

    Salomo schreibt unter Inspiration, daß die „Jugend und die Blüte des Lebens . . . Nichtigkeit“ sind. Wieso? Weil man offensichtlich nicht immer jung bleibt. Und die Freuden und Vorteile der jugendlichen Kraft und Vitalität halten nur eine unbestimmte Zeit lang an. Selbst junge Menschen werden krank und sterben. Ein Jugendlicher, der das übersieht, macht vielleicht keinen weisen Gebrauch von dem, was er hat, und verschwendet seine körperlichen Kräfte und Fähigkeiten aufgrund einer Lebensweise, durch die er sich sein späteres Leben als Erwachsener erschweren mag.

    Prediger 12

    Zu guter Letzt lasst uns das Wichtigste von allem hören: Begegne Gott mit Ehrfurcht, und halte seine Gebote! Das gilt für jeden Menschen.
    Denn Gott wird Gericht halten über alles, was wir tun – sei es gut oder böse -, auch wenn es jetzt noch verborgen ist.

    Diese Worte sollte man NIE aus den Augen verlieren! Gottes Gebote kennenlernen und danach ausrichten – nur das bringt wahre Freude!!!

    Quelle Wachtturm von April 1978

    König Salomo lenkt daher passenderweise die Aufmerksamkeit auf denjenigen, den Jugendliche zum Mittelpunkt ihres Lebens machen sollten. Er sagt: „Gedenke nun deines großen Schöpfers in den Tagen deines Jünglingsalters, bevor die unglücklichen Tage herankommen oder die Jahre sich eingestellt haben, da du sagen wirst: ,Ich habe kein Gefallen daran‘; bevor sich die Sonne und das Licht und der Mond und die Sterne verfinstern und die Wolken zurückgekehrt sind, danach der Regenguß“ (Pred. 12:1, 2).

    Es gibt keine bessere Zeit, ernsthaft über den Schöpfer nachzudenken, als wenn man in der Blüte seines Lebens steht und man im Dienst für den Höchsten wirklich sein Bestes geben kann. Diese Fähigkeit schwindet in den ‚unglücklichen Tagen‘ des Alters, wenn der Körper schwach und kränklich wird. Besonders jemand, der seine Jugend vergeudet hat, wird an seinem Lebensabend ‚kein Gefallen haben‘. Salomo vergleicht die Jugendzeit mit dem Sommer in Palästina, der Zeit, in der Sonne, Mond und Sterne am wolkenlosen Himmel leuchten. Im Alter ist dies vorbei, und die Tage gleichen der kalten, regnerischen Winterzeit, in der es gleichsam eine Schwierigkeit nach der anderen regnet.

    Salomo fährt fort und beschreibt die Auswirkungen des Alters auf den menschlichen Körper, den er mit einem Haus vergleicht. Er sagt: „An dem Tage, da die Hüter des Hauses [die Hände und Arme, die dem Körper zu Diensten stehen und für seine Bedürfnisse sorgen] zittern und die Männer von leistungsfähiger Kraft [die Beine] sich gekrümmt haben und die mahlenden Frauen [die Zähne] aufgehört haben zu arbeiten, weil ihrer wenig geworden sind, und die Damen, die an den Fenstern schauen [die Augen], es dunkel gefunden haben und die Türen [des Mundes, die Lippen] nach der Straße geschlossen sind [weil man selten in der Öffentlichkeit spricht], wenn das Geräusch der mahlenden Mühle leise wird [da das Kauen mit zahnlosen Kiefern leise und undeutlich wird] und man beim Laut eines Vogels aufsteht [weil man einen sehr leichten Schlaf hat] und alle Töchter des Gesangs gedämpft tönen [weil man schlecht hört; außerdem ist die Stimme schwach, so daß Lieder kraftlos klingen]“ (Pred. 12:3, 4).

    „Auch fürchten sie sich schon vor dem, was hoch ist [in dem Bewußtsein der Gefahr, möglicherweise zu fallen], und Schrecknisse gibt es auf dem Wege [auf verkehrsreichen Straßen lauern nun zufolge schlechteren Sehvermögens und Gehörs sowie der langsameren Reflexe viele Gefahren]. Und der Mandelbaum trägt Blüten [das Haar wird weiß und fällt aus wie die weißen Blätter der Mandelblüte, die auf den Boden fallen], und der Grashüpfer [ein alter Mensch, der steif und gebeugt ist und sich mit den Ellbogen nach hinten abstützt, mag einem Grashüpfer gleichen] schleppt sich hin, und die Kaperbeere platzt [weil sie bei einem alten Menschen, der keinen Appetit hat, nicht mehr appetitanregend wirkt], weil der Mensch zu seinem langwährenden Hause [dem Grab] hingeht und die Klagenden auf der Straße umhergegangen sind; ehe die silberne Schnur [das Rückenmark] entfernt wird und die goldene Schale [der schalenähnliche Schädel, der das Gehirn umschließt] zerschlagen wird und der Krug [das Herz] am Quell zerbrochen wird und das Schöpfrad für die Zisterne [das Kreislaufsystem] zerschlagen worden ist. Dann kehrt der Staub zur Erde zurück, so, wie er gewesen ist, und der Geist [die Lebenskraft] selbst kehrt zu dem wahren Gott zurück, der ihn gegeben hat“ (Pred. 12:5-7). Diese Rückkehr des Geistes oder der Lebenskraft zu Gott bedeutet, daß der Höchste nun die Macht hat, über den Geist zu verfügen. Gott allein kann den Verstorbenen wieder auferwecken.

    Wirklich weise ist der Jugendliche, der seine Zeit und Kraft einsetzt, um dem Schöpfer zu dienen. Er wird das als Erwachsener nicht bedauern und besser in der Lage sein, mit dem Verlust seiner Körperkraft fertig zu werden. Wenn er im Einklang mit den Geboten des Schöpfers lebt, bleibt er außerdem davor bewahrt, seine Gesundheit und Kraft vorzeitig einzubüßen.

    Welche Weisheit ist wirklich von Wert?

    NACHDEM König Salomo das gesamte Spektrum der Angelegenheiten des Menschen gründlich untersucht hatte, legte er seine Ergebnisse schriftlich nieder. Über sein Bestreben, andere aus seinen Nachforschungen Nutzen ziehen zu lassen, schrieb er: „Außer der Tatsache, daß der Versammler weise geworden war, lehrte er auch das Volk fortwährend Erkenntnis, und er stellte Erwägungen und gründliche Nachforschungen an, damit er viele Sprüche wohlgeordnet zusammenstelle. Der Versammler suchte die gefälligen Worte zu finden und die richtigen Worte der Wahrheit niederzuschreiben“ (Pred. 12:9, 10).

    In der griechischen Septuaginta lautet Prediger 12:9, 10: „Und überdies, weil der Prediger weise war, weil er die Menschen Weisheit lehrte; damit das Ohr finde, was von Gleichnissen angenehm ist, suchte der Prediger fleißig, Worte zu finden und eine Schrift der Geradheit – Worte der Wahrheit“ (Thomson; 1. Kö. 4:29-34; siehe auch The New English Bible und Ginsburgs Kommentar). In seinen Schriften bemühte sich Salomo, die Leser mit gefälligen Worten anzusprechen, mit interessanten und wirklich lohnenden Themen. Da Salomo von Gottes Geist unterstützt wurde, können wir seine Feststellungen heute vorbehaltlos annehmen. Außerdem entsprechen sie heute noch den Tatsachen.

    Zu welchem Schluß kam Salomo in bezug auf die in seinen Tagen vorhandene Literatur? Er schrieb: „Die Worte der Weisen sind wie Ochsenstacheln, und gleichwie eingeschlagene Nägel sind die, die sich dem Sammeln von Sinnsprüchen widmen; sie sind von e i n e m Hirten gegeben worden. Was irgend etwas außer diesen betrifft, mein Sohn, laß dich warnen: Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und sich ihnen viel zu widmen ist ermüdend für das Fleisch“ (Pred. 12:11, 12).

    Die nützlichsten Schriftstücke sind somit diejenigen, aus denen die Weisheit des „e i n e n Hirten“, Jehovas Gottes, spricht. Sich anderen Wissensquellen in übertriebenem Maße zu widmen kann für jemand unnötig ermüdend sein, ohne daß er viel gewinnt, was von echtem und bleibendem Wert ist. Solche Schriften wirken sich – besonders wenn sie ein Produkt weltlicher Überlegungen sind und der göttlichen Weisheit widersprechen – schädlich auf den Menschen aus und zerstören den Glauben. Andererseits werden die Worte derer, die über göttliche Weisheit verfügen, gleichsam wie Ochsenstacheln wirken und die Zuhörer oder Leser zu Fortschritten im Einklang mit dieser Weisheit anspornen. Und wer sich dem Sammeln von Sinnsprüchen widmet – das heißt dem Sammeln wirklich wertvoller weiser Aussprüche -, gleicht Nägeln, und zwar deshalb, weil seine Zuhörer durch seine guten Worte, die Jehovas Weisheit widerspiegeln, gefestigt und gestärkt werden können.

    Salomo faßte seine gesamten Nachforschungen mit den Worten zusammen: „Der Abschluß der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht. Denn der wahre Gott selbst wird jederlei Werk ins Gericht über alles Verborgene bringen im Hinblick darauf, ob es gut ist oder böse“ (Pred. 12:13, 14). Eine heilsame Furcht oder Ehrfurcht vor dem Schöpfer wird uns davor schützen, verwegen zu handeln, wodurch wir ungeahnte Schwierigkeiten für uns heraufbeschwören könnten. Und wenn wir anerkennen, daß der Aufmerksamkeit des Schöpfers nichts entgeht, mögen wir uns angespornt fühlen, seine Gebote zu halten. Der Höchste wird über alles richten, auch über das für menschliche Augen Verborgene. Ist es nicht richtig und wirklich vernünftig, seine Gebote zu halten, da sie doch zu unserem ewigen Wohl gereichen?

  15. Juleam 14. Juni 2011 um 20:04 Link zum Kommentar

    WT 1. April 1977

    Was wollte der Weise damit sagen? – ausgewählte Verse von Sprüche 1

    KÖNIG Salomo war einer der weisesten Männer, die je gelebt haben. Er konnte wahrheitsgemäß sagen:

    “Ich selbst habe sehr an Weisheit zugenommen, mehr als irgend jemand, der sich vor mir in Jerusalem befand, und mein eigenes Herz hat sehr viel Weisheit und Erkenntnis gesehen” (Pred. 1:16).

    Mit den Worten: “Mein eigenes Herz hat sehr viel Weisheit und Erkenntnis gesehen” wollte Salomo offensichtlich sagen, daß er nicht lediglich sein Gehirn mit viel Wissen angefüllt hatte. Weisheit und Erkenntnis hatten sein Herz beeinflußt und waren ein Teil von ihm geworden. Er schätzte ihren Wert und fühlte sich gedrängt, seine Erkenntnis und Weisheit zu gebrauchen.

    Salomo ließ keine Möglichkeit ungenutzt, um Weisheit zu erkennen. Er sagte:

    “Ich richtete mein Herz darauf, zu suchen und Weisheit zu erforschen in Verbindung mit allem, was unter den Himmeln getan worden ist . . . [gab] mein Herz hin, um Weisheit zu erkennen und Wahnsinn zu erkennen, und ich habe Narrheit kennengelernt” (Pred. 1:13, 17).

    Salomo wurde zu dem eifrigen und ganzherzigen Bemühen angeregt, mit der Weisheit gründlich vertraut zu werden. Er beschränkte sich nicht nur darauf, die Gebote und Ermahnungen der Weisheit zu erforschen, sondern ergründete auch Wahnsinn und Narrheit. Er beobachtete aufmerksam, wie andere Menschen einen Weg des Wahnsinns und der Torheit einschlugen. Gestützt auf seine Beobachtungen, zog Salomo vernünftige Schlüsse in bezug darauf, wie man Probleme vermeiden kann.

    Zu welcher Einsicht kam er dadurch, daß er alle Aspekte weltlicher Erkenntnis und Weisheit gründlich erforschte?

    “Auch dies [ist] ein Haschen nach Wind . . . Denn in der Fülle von Weisheit gibt es eine Fülle von Verdruß, so daß wer Erkenntnis mehrt, Schmerz mehrt” (Pred. 1:17, 18).

    Ein wesentlicher Grund dafür ist, wie Salomo sagte:

    “Was krumm gemacht ist, kann nicht geradegemacht werden, und was fehlt, kann unmöglich gezählt werden” (Pred. 1:15).

    jemand, der an weltlicher Weisheit zunimmt, wird sich auf schmerzhafte Weise der Tatsache bewußt, daß viel “Krummes” in diesem unvollkommenen System nicht geradegemacht werden kann. Weder die Zeit noch die Umstände erlauben eine Korrektur. Ja, im menschlichen Bereich sind so viele Dinge mangelhaft, daß man sie nicht einmal aufzuzählen vermag. Je größer daher jemandes Erkenntnis und Weisheit ist, desto mehr wird ihm bewußt, wie begrenzt seine Möglichkeiten sind, die Dinge zum Positiven zu verändern. Seine kurze Lebensspanne und die ungünstigen Verhältnisse, die in der unvollkommenen menschlichen Gesellschaft herrschen, arbeiten gegen ihn. Die Folgen davon sind Enttäuschungen und Verdruß.

    Gottgemäße Weisheit hat jedoch keine solch negativen Auswirkungen, sondern fördert die Hoffnung, den Glauben und das Vertrauen. Diese Weisheit wird in der Bibel folgendermaßen beschrieben: “Die Weisheit von oben aber ist vor allem keusch, dann friedsam, vernünftig, zum Gehorchen bereit, voller Barmherzigkeit und guter Früchte, nicht parteiische Unterschiede machend, nicht heuchlerisch” (Jak. 3:17). Welcher Art von Weisheit schenkst du die größte Aufmerksamkeit – derjenigen, die zu Enttäuschung führt, oder der gottgemäßen Weisheit, mit deren Hilfe du selbst heute das Beste aus deinem Leben machen kannst?

  16. Juleam 14. Juni 2011 um 20:13 Link zum Kommentar

    Quelle Wachtturm vom 15.April 1977

    Was wollte der Weise damit sagen?
    Das Streben nach Genuß und Kultur trägt wenig ein

    König Salomo fand, daß das Streben nach weltlicher Weisheit und weltlichem Wissen nicht befriedigt. Deshalb wandte er sich anderen Gebieten des Lebens zu, wie dem Streben nach Genuß und Kultur.

    Fand Salomo im Genuß in der Freude und im Lachen wirklich Befriedigung? Er schrieb:

    “Ich, ja ich, sprach in meinem Herzen: ,Komm doch nun, ich will dich mit Freude erproben. Auch sieh Gutes.’ Und siehe! auch das war Nichtigkeit. Ich sprach zum Lachen: ,Unsinn!’ und zur Freude: ,Was tut diese?’ ” (Pred. 2:1, 2).

    Salomo hielt vergeblich bei Fröhlichkeit und Lachen nach etwas Lohnendem Ausschau. Genußstreben führt nicht zu wahrem und dauerhaftem Glück. Lachen und sich freuen trägt vielleicht vorübergehend dazu bei, daß man seine Probleme vergißt. Doch die Probleme werden nicht verschwinden, und wenn die Fröhlichkeit vorüber ist, mögen sie sich im Gegenteil nur noch drohender auftürmen. Zu Recht konnte Salomo vom Lachen als von “Unsinn” sprechen, denn gedankenloses Gelächter trübt das klare Denkvermögen. Es kann dazu führen, daß jemand sehr ernste Dinge leichtnimmt und dadurch andere Personen verletzt oder reizt. Die Fröhlichkeit oder Art der Freude, die durch die Worte oder Handlungen eines Hofnarren hervorgerufen wird, bedeutet in Wirklichkeit nicht viel. Man kann nicht sagen, daß sie zu einem greifbaren und sinnvollen Ergebnis führt.

    Mit den Ergebnissen des Genusses, der Fröhlichkeit und des Lachens unzufrieden, prüfte Salomo die Wirkung des Weins. Er sagt weiter:

    “Ich forschte mit meinem Herzen nach, indem ich mein Fleisch sogar mit Wein erheiterte, während ich mein Herz mit Weisheit leitete, sogar um Narrheit zu erfassen, bis ich sehen könnte, was für Gutes es für die Menschensöhne gab in dem, was sie unter den Himmeln die Zahl der Tage ihres Lebens hindurch taten” (Pred. 2:3).

    Salomo ließ sich beim Genuß des Weins von Weisheit und Vernunft leiten. Er wurde kein Trunkenbold, sondern bewahrte die Selbstbeherrschung. Sein Versuch, “Narrheit zu erfassen”, bedeutete daher nicht, daß er kein vernünftiges Maß einhielt. Er beherrschte sich vielmehr, während er die leichtere Seite des Lebens erforschte, und wurde daher nicht ausschweifend und genußsüchtig. Weil Salomo Herr seiner Sinne blieb, konnte er die Ergebnisse, zu denen er kam, richtig beurteilen.

    Was er sonst noch tat, beschrieb er folgendermaßen:

    “Ich unternahm größere Werke. Ich baute mir Häuser; ich pflanzte mir Weingärten. Ich machte mir Gärten und Parkanlagen, und ich pflanzte darin Fruchtbäume von allen Arten. Ich machte mir Wasserteiche, um damit den Wald von sprossenden Bäumen zu bewässern. Ich erwarb Knechte und Mägde, und ich bekam Söhne der Hausgenossen. Auch Viehbestand, Rinder und Kleinviehherden erlangte ich in großer Menge, mehr als alle, die vor mir in Jerusalem gewesen waren. Ich häufte mir auch Silber und Gold an und Besitz, wie er Königen und den Gerichtsbezirken eigen ist. Ich verschaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Wonnen der Menschensöhne, eine Dame, ja Damen. Und ich wurde größer und nahm zu, mehr als irgend jemand, der vor mir in Jerusalem gewesen war. Überdies verblieb mir meine eigene Weisheit. Und irgend etwas, was meine Augen forderten, enthielt ich ihnen nicht vor. Ich hielt mein Herz nicht zurück von irgendwelcher Art Freude, denn mein Herz war freudig wegen all meiner harten Arbeit, und das wurde mein Teil von all meiner harten Arbeit” (Pred. 2:4-10).

    Als König verfügte Salomo über die Mittel, sich alles, was er wollte, leisten zu können. In seinem Streben nach zweckmäßigen Werken und Kultur – Architektur, Gartenbau, Landschaftsgärtnerei und Musik – ließ er die Weisheit nicht außer acht. Salomo verausgabte sich daher finanziell nicht völlig, sondern sammelte noch mehr Gold und Silber. Seine ‘Weisheit verblieb ihm’ und lenkte seine zahlreichen Unternehmungen. Er fand auch eine gewisse Freude an dem, was er erreichen konnte. Fand aber Salomo bei diesen verschiedenen Bestrebungen wirklich heraus, was im Leben von dauerhaftem Wert ist? Seine Antwort lautet:

    “Ich, ja ich, wandte mich all meinen Arbeiten zu, die meine Hände getan hatten, und der harten Arbeit, die zu vollbringen ich hart gearbeitet hatte, und siehe! alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind, und da war nichts von Vorteil unter der Sonne” (Pred. 2:11).

    Ja selbst bei dem, was man als lohnende Bestrebungen ansehen mag, empfand Salomo ein Gefühl der Leere und Nichtigkeit. Er wußte, daß er sterben würde und daß er keine Möglichkeit hatte zu erfahren, was aus all seiner harten Arbeit werden würde (Pred. 2:17-19).

    Ja, das Streben nach Genuß und Kultur ist an sich keine Garantie für ein glückliches und zufriedenes Leben. Derjenige, dessen Leben sich darum dreht, mag schließlich erkennen, daß sein Leben sehr leer ist und daß er geistige Speise benötigt.

    Was kannst du im Vergleich zu einem König tun?

    König Salomo befaßte sich eingehend mit irdischen Dingen. Er hatte die Zeit, die Mittel und das Verständnis für eine solch gründliche Untersuchung. Deshalb kann eine Betrachtung der Ergebnisse, zu denen Salomo gelangte und die im Buch Prediger aufgezeichnet sind, von außergewöhnlichem Nutzen sein.

    Wie nutzlos es für andere ist, eine ähnliche Untersuchung anzustellen, beschreibt der Weise mit den Worten:

    “Ich, ja ich, wandte mich, um Weisheit und Wahnsinn und Narrheit zu sehen; denn was kann der Erdenmensch tun, der nach dem König kommt? Das, was die Menschen bereits getan haben” (Pred. 2:12).

    Ja, was kann der Durchschnittsmensch, der bei weitem nicht die Gelegenheiten und Mittel hat wie ein König, schon tun? Wollte er versuchen, das zu tun, was Salomo tat, so könnte er sich nur mit einigen Gebieten befassen und lediglich das tun, was andere schon getan haben. Er würde nichts Neues hinzulernen, was ihn wirklich befriedigen könnte.

    Zu welchem Ergebnis kommt Salomo? Er fährt fort:

    “Ich sah, ja ich, daß es mehr Vorteile gibt für die Weisheit als für die Narrheit, so, wie es mehr Vorteile gibt für Licht als für Finsternis” (Pred. 2:13).

    Wer Weisheit besitzt, ist sicherlich besser daran als jemand, dem es daran mangelt. Sie befähigt ihn, mit den Problemen des Lebens fertig zu werden und seine Kräfte und Fähigkeiten sinnvoller einzusetzen, als wenn es ihm an Weisheit und Einsicht fehlen würde. Im Licht kann mehr geleistet werden als in völliger Finsternis.

    “Was irgendeinen Weisen betrifft”, so schrieb Salomo, “er hat seine Augen in seinem Kopf; aber der Unvernünftige wandelt in völliger Finsternis weiter” (Pred. 2:14).

    Ein weiser Mensch hält seine Augen offen. Sie sind in dem Sinne in seinem “Kopf”, als sie seinen Verstandeskräften dienen. So kann er eine Sache durchschauen und quält sich nicht mit sinnlosen Versuchen ab, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Unvernünftige hingegen ist in Finsternis; seine Augen sind geschlossen und von keinem Wert, wenn es darum geht, herauszufinden, was der richtige Weg ist, den er einschlagen sollte.

    Allerdings bedeutet der Vorteil der Weisheit gegenüber der Torheit nicht, daß menschliche Weisheit zu echtem Glück und dauernder Zufriedenheit führen kann. Das erkannte Salomo anschließend mit den Worten an:

    “Ich habe erkannt, auch ich, daß es eine Zufälligkeit gibt, die allen widerfährt. Und ich selbst sprach in meinem Herzen: ,Eine Zufälligkeit gleich der des Unvernünftigen wird mir widerfahren, ja mir.’ Warum denn war ich, ja ich, damals so überaus weise geworden? Und ich sprach in meinem Herzen: ,Auch das ist Nichtigkeit.’ Denn es gibt nicht mehr Erinnerung an den Weisen als an den Unvernünftigen auf unabsehbare Zeit. In den Tagen, die bereits kommen, ist jeder gewißlich vergessen; und wie wird der Weise sterben? Zusammen mit dem Unvernünftigen” (Pred. 2:14-16).

    Was den Tod betrifft, ergibt sich also für jemand, der weltliche Weisheit hat, kein erkennbarer Vorteil. Alle seine Werke und Tätigkeiten werden zu Nichtigkeit. Schließlich gerät der Tote, ungeachtet wie weise er gewesen sein mag, bei den Lebenden in Vergessenheit.

    Ist aber jemand nicht im Vorteil, wenn er seinen Nachkommen ein Erbe hinterlassen kann, weil er von seinen Mitteln weisen Gebrauch gemacht hat? Auch dafür gibt es keine Gewähr. Salomo sagt:

    “Ich haßte das Leben, weil die Arbeit, die unter der Sonne getan worden ist, von meinem Standpunkt aus unglücklich war, denn alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. Und ich, ja ich, haßte all meine harte Arbeit, an der ich hart arbeitete unter der Sonne, die ich für den Menschen zurückließe, der nach mir da wäre. Und wer ist da, der weiß, ob er sich, als weise oder töricht erweisen wird? Doch wird er die Herrschaft übernehmen über all meine harte Arbeit, an der ich hart arbeitete und bei der ich Weisheit bekundete unter der Sonne. Auch das ist Nichtigkeit. Und ich selbst wandte mich, mein Herz verzweifeln zu lassen ob all der harten Arbeit, an der ich unter der Sonne hart gearbeitet hatte. Denn da ist der Mensch, dessen harte Arbeit mit Weisheit und mit Erkenntnis und mit Tüchtigkeit getan worden ist, aber einem Menschen, der nicht hart an einer solchen Sache gearbeitet hat, wird der Anteil jenes Menschen gegeben werden. Auch das ist Nichtigkeit und ein großes Unglück” (Pred. 2:17-21).

    Niemand weiß, was mit dem Erbe, das er hinterläßt, geschehen wird. Diejenigen, die das Erbe erhalten, mögen dessen Wert nicht schätzen und bald alles verschwenden, weil sie nicht hart dafür gearbeitet haben. Von welchem Nutzen wäre dann all die harte Arbeit gewesen, die zum Erwerb von Besitz erforderlich war? Noch schlimmer ist die Situation, wenn der hart Arbeitende viel Schmerz und Verdruß hatte und wegen all seiner Sorgen und seines Verdrusses nachts keinen Schlaf fand. Salomo bringt dies mit den Worten zum Ausdruck:

    “Denn was bekommt ein Mensch schließlich für all seine harte Arbeit und für das Streben seines Herzens, womit er hart arbeitet unter der Sonne? Denn alle seine Tage bedeutet seine Beschäftigung Schmerzen und Verdruß, auch während der Nacht legt sein Herz sich einfach nicht nieder. Auch das ist nur Nichtigkeit” (Pred. 2:22, 23).

    Was kann man in Anbetracht dessen tun? Salomo antwortet:

    “Für einen Menschen gibt es nichts Besseres, als daß er essen und in der Tat trinken und seine Seele Gutes sehen lassen sollte wegen seiner harten Arbeit. Auch das habe ich gesehen, ja ich, daß dies von der Hand des wahren Gottes her ist. Denn wer ißt und trinkt besser als ich?” (Pred. 2:24, 25).

    Jemand sollte zu seinen Lebzeiten die Früchte seiner Arbeit genießen. Selbstverständlich ist es nur natürlich, daß Eltern auch an ihre Kinder denken. Der christliche Apostel Paulus schrieb: “Nicht die Kinder sollten für ihre Eltern etwas zurücklegen, sondern die Eltern für ihre Kinder” (2. Kor. 12:14). Das heißt aber nicht, daß Eltern für ihre Kinder so viele materielle Güter zurücklegen sollten, daß sie selbst die Lebensnotwendigkeiten entbehren oder unnötigerweise dürftig leben. Eltern sollten daran denken, daß, ungeachtet wie weise ihre Kinder sein mögen, materieller Besitz verlorengehen oder gestohlen, mißbraucht und zerstört werden kann. Daher ist es wirklich am besten, Gutes so lange auf vernünftige Weise zu genießen, wie man kann, statt extrem zu werden und Besitztum für Kinder aufzuhäufen, ohne zu seinen eigenen Lebzeiten daraus wirklich Nutzen zu ziehen.

    Gott gibt dem Gerechten und dem Bösen

    Was Gott dem Gerechten und dem Bösen gibt, geht aus Prediger 2:26 hervor:

    “Dem Menschen, der vor ihm gut ist, hat er Weisheit und Erkenntnis und Freude gegeben, aber dem Sünder hat er die Beschäftigung gegeben, einzusammeln und zusammenzubringen, lediglich um es dem zu geben, der gut ist vor dem wahren Gott.”

    Der gute Mensch wird, weil er die Richtlinien des Schöpfers anwendet, weise und nimmt an Erkenntnis zu. Er ist in der Lage, seine Mittel und Fähigkeiten in Übereinstimmung mit der Weisheit und der Erkenntnis anzuwenden, was dazu führt, daß er glücklich ist. Stände er nicht in einem Verhältnis zu Gott, so besäße er nicht diese echte Weisheit, Erkenntnis und Freude. Daher kann wirklich gesagt werden, daß Jehova Gott ihm “Weisheit und Erkenntnis und Freude” gegeben hat.

    Der böse Mensch oder der Sünder hingegen setzt sich über den Rat Gottes hinweg. Daher läßt der Höchste ihn seine selbstsüchtigen Pläne ausführen und ihn die Folgen davon tragen. Der Sünder müht sich ab und quält sich in dem Bemühen, Besitztum anzuhäufen. Aber er findet keine Befriedigung oder Zufriedenheit, weil es ihm an Weisheit und Erkenntnis mangelt, um an all seiner Arbeit Freude zu finden. Ihm entgeht die Freude, die jemand verspürt, der mit seinem Besitz Bedürftigen hilft (Apg. 20:35). Außerdem mag er seine Absichten nur durch gesetzlose Mittel erreichen und am Ende das Opfer seiner eigenen Pläne werden. Alles, was der Sünder aufgehäuft hat, mag schließlich an den guten Menschen übergehen. Das war bei den Kanaanitern der Fall, denen es, obwohl sie ein sittlich verkommenes Volk waren, lange Zeit gutging. Doch dann gingen ihre Weingärten, Olivenhaine, Häuser und anderen Besitztümer an die Israeliten über, so wie Jehova Gott verfügt hatte (5. Mose 6:10, 11).

  17. Juleam 14. Juni 2011 um 20:26 Link zum Kommentar

    ‘Eine bestimmte Zeit für alles’

    König Salomo beobachtete, daß auf der Erde alles bestimmten Kreisläufen und Veränderungen unterworfen ist. Wie für eine schwangere Frau die Zeit zum Gebären heranrückt, so kommt schließlich die Zeit, da hohes Alter oder Krankheit dem Leben ein Ende setzt. Wie es eine Zeit zur Geburt und zum Sterben gibt, so gibt es

    ‘eine Zeit zum Pflanzen und Ausreißen, zum Töten und Heilen, zum Abbrechen und Bauen, zum Weinen und Lachen, zum Schweigen und Reden, zum Lieben und Hassen und eine Zeit für Krieg und Frieden’ (Pred. 3:1-8).

    Oft wird die Zeit für solche Dinge durch Umstände herbeigeführt, auf die der Mensch keinen Einfluß hat. Deshalb wirft Salomo, nachdem er diese Dinge erwähnt hat, zu Recht die Frage auf:

    “Welchen Vorteil gibt es für den Tätigen in dem, woran er hart arbeitet?” (Pred. 3:9).

    Ja, wäre es in Anbetracht der Tatsache, daß im Leben eines Menschen bedeutende Dinge geschehen, auf die er keinen Einfluß hat, weise, zu versuchen, nur an harter Arbeit Freude zu finden? Wegen der Unsicherheiten des Lebens kann jemandes ganze Arbeit und sein Bemühen, ein Ziel in materieller Hinsicht zu erreichen, schnell zunichte werden (Matth. 6:27).

    Salomo sagt weiter:

    “Ich habe die Beschäftigung gesehen, die Gott den Menschensöhnen gegeben hat, mit der sie beschäftigt sein sollen” (Pred. 3:10).

    Er konnte von sich sagen, er habe das “gesehen”, weil er selbst die Beschäftigung des Menschen gründlich untersucht hatte. Zu welchem Ergebnis kam Salomo, gestützt auf seine scharfe Beobachtung, hinsichtlich des Rahmens, innerhalb dessen der Mensch seine Tätigkeiten auszuführen hat? Wir lesen:

    “Alles hat er [Gott] schön gemacht zu seiner Zeit” (Pred. 3:11).

    Im Einklang damit schreibt Salomo gemäß Prediger 7:29:

    “Siehe! Nur dies habe ich gefunden, daß der wahre Gott den Menschen rechtschaffen gemacht hat.”

    Das geschah zu einer passenden Zeit innerhalb des Schöpfungsprogramms Gottes, als er den ersten vollkommenen Menschen erschuf. Diesem Menschen, Adam, gab Gott eine Frau, Eva, die die Vollkommenheit weiblicher Schönheit war, viel hübscher als die drei berühmten Töchter Hiobs (Hiob 42:15). Mit der Eheschließung zwischen Adam und Eva im herrlichen Edenparadies ging Gottes sechster Schöpfungstag zu Ende, und “Gott [sah] alles, was er gemacht hatte, und siehe! es war sehr gut” (1. Mose 1:31).

    Gott stellte den irdischen Eltern der Menschheit im Edenparadies ein glückliches Leben in Vollkommenheit bis auf “unabsehbare Zeit” in Aussicht. Er stellte ihnen eine ewige Zukunft in Aussicht unter der Voraussetzung, daß sie ihm ständig und uneingeschränkt gehorchen würden. Auf diese Weise ‘legte er dem Menschen die unabsehbare Zeit ins Herz’ (Pred. 3:11; 1. Mose 2:16 bis 3:3). Nachdem dieses erste Menschenpaar auf Veranlassung Satans, des Teufels, im Ungehorsam gegenüber ihrem Schöpfer begonnen hatte, viele eigene Pläne auszusuchen, tat ihr Schöpfer zu einer sehr kritischen Zeit sozusagen etwas “Schönes”, denn er gab die Verheißung, einen Samen hervorzubringen, der zur Rechtfertigung Gottes und zum Segen der ganzen Menschheit den Kopf der großen Schlange zermalmen würde (1. Mose 3:15). Dieser kostbare Same sollte irgendwann in der Zukunft hervorgebracht werden. Daher blickten Männer und Frauen, die an Gottes Verheißung glaubten, erwartungsvoll nach dem Kommen des verheißenen Samens aus und nach den Segnungen, die ihnen durch diesen Samen zufließen sollten. Auf diese Weise hielt Gott ihnen eine leuchtende Zukunft vor Augen, etwas, wofür zu leben es sich lohnte, ganz gleich, wie weit es in der Zukunft liegen mochte.

    Nachdem Gott Noah und dessen Familie in der weltweiten Flut am Leben erhalten hatte, stellte er der Menschheit eine gerechte Zukunft in Aussicht und verschönerte gewissermaßen seinen den Frieden fördernden Bund durch einen prächtigen Regenbogen. Zu seiner Zeit und seinem Vorsatz entsprechend, schloß Gott danach seinen Bund mit Abraham, gemäß dem sich alle Familien und Nationen durch seinen Samen segnen sollten. Das war eine Bestätigung der in Eden gegebenen Verheißung hinsichtlich des Samens des “Weibes” Gottes.

    Zur bestimmten Zeit ging aus der Geschlechtslinie Abrahams, die zum verheißenen Samen hinführte, David hervor, der König Israels in Jerusalem. Gott grenzte dann die Abstammungslinie, die zum verheißenen Samen führen sollte, weiter ein und tat gewissermaßen etwas “Schönes”, indem er mit dem treuen David einen Bund für ein ewiges Königreich in seiner Geschlechtslinie schloß. Gott wählte Davids Sohn Salomo zu seinem unmittelbaren Nachfolger aus, der den Tempel Jehovas in Jerusalem baute. Während der friedevollen Herrschaft Salomos wohnten “Juda und Israel . . . fortwährend in Sicherheit, ein jeder unter seinem eigenen Weinstock und unter seinem eigenen Feigenbaum, von Dan bis Beer-Scheba” (1. Kö. 4:25). Mit gutem Grund konnte Salomo schreiben:

    “Siehe! Das Beste, das ich selbst gesehen habe, das schön ist, ist, daß einer esse und trinke und Gutes sehe für all seine harte Arbeit, womit er hart arbeitet unter der Sonne während der Zahl der Tage seines Lebens, die der wahre Gott ihm gegeben hat, denn das ist sein Teil” (Pred. 5:18).

    Wenn wir die “schönen” Dinge berücksichtigen, die Gott zu der für sie passenden Zeit gemacht hat, können wir verstehen, wie zutreffend Salomos weitere Worte über Jehova sind:

    “Auch die unabsehbare Zeit hat er in ihr Herz [das Herz der Menschensöhne] gelegt, damit der Mensch das Werk nie herausfinde, das der wahre Gott gemacht hat vom Anfang bis zum Ende” (Pred. 3:11).

    Zur entsprechenden Zeit sandte Gott den größeren Salomo, das Hauptglied des verheißenen Samens, Jesus Christus, aus. Und Gott gebrauchte diesen Messias, um den Menschensöhnen “auch die unabsehbare Zeit” ins Herz zu legen. Dieser Sohn Gottes verkündigte das messianische Königreich, das herrlicher sein soll als das Königreich Salomos und unter dem die gehorsamen Menschensöhne Leben bis in Ewigkeit, ja ewiges Leben erlangen könnten. Dieses Königreich wird eines der schönsten “Werke” Gottes sein. Das ewige Leben wird nicht langweilig sein, denn dieses Königreich wird den Weg in endlose Zeitalter bereiten, in denen die erlöste Menschheit weitere Werke, die Gott hervorbringen wird, erforschen wird, ohne jemals damit fertig zu werden. Aber wir können überzeugt sein, daß jedes dieser jetzt noch nicht geoffenbarten Werke “schön . . . zu seiner Zeit” sein wird. Welch wunderbare Zukunft steht der Menschheit also noch in Aussicht!

    Erfreue dich an dem, wofür Gott sorgt

    Was ist daher ratsam zu tun? Salomo empfiehlt, sich auf vernünftige Weise des Lebens zu erfreuen, Gutes aus seiner harten Arbeit zu sehen, statt sich vergeblich zu bemühen, das zu verändern, wofür Gott gesorgt hat. Salomos weitere Worte lauten:

    “Ich habe erkannt, daß es nichts Besseres für sie gibt, als sich zu freuen und zeitlebens Gutes zu tun, und auch, daß jeder Mensch essen und in der Tat trinken und Gutes sehen sollte für all seine harte Arbeit. Es ist die Gabe Gottes. Ich habe erkannt, daß alles, was der wahre Gott macht, auf unabsehbare Zeit währen wird. Es ist nichts hinzuzufügen, und nichts ist davon hinwegzunehmen; sondern der wahre Gott selbst hat es gemacht, damit die Menschen sich seinetwegen fürchten mögen” (Pred. 3:12-14; 5:18).

    Die Angelegenheiten der Menschen, auch die Geburt und der Tod, spielen sich innerhalb eines durch Menschen unabänderlichen Rahmens ab. Solange es dem Vorsatz Gottes dient, wird sich daran nichts ändern. Somit sagte Salomo offensichtlich im Hinblick darauf, daß es ‘für alles unter dem Himmel eine bestimmte Zeit gibt’:

    “Ich habe erkannt, daß alles, was der wahre Gott macht, auf unabsehbare Zeit währen wird” (Pred. 3:14).

    Der Mensch kann einfach nichts an den Verhältnissen ändern, die gemäß Gottes Zulassung oder Überwaltung auf der Erde bestehen. Der mächtige König Nebukadnezar wurde zu der Einsicht gezwungen: “Alle Bewohner der Erde werden als bloßes Nichts geachtet, und er tut nach seinem eigenen Willen inmitten des Heeres der Himmel und der Bewohner der Erde. Und es existiert keiner, der seiner Hand wehren oder der zu ihm sprechen kann: ,Was hast du getan?’ ” (Dan. 4:35). Keine Bemühung, etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen, wird Erfolg haben, da das allgemeine Lebensmuster auf der Erde infolge der Zulassung und des Vorsatzes Gottes bestehenbleibt. Die Tatsache, daß Menschen das volle Ausmaß der Werke Gottes in diesem Bereich nicht begreifen können, sollte ihnen Furcht oder heilige Scheu einflößen.

    Gleichzeitig zeigt die menschliche Geschichte, daß in den Vorgängen auf der Erde Kreisläufe auftreten, die sich wiederholen, wie Geburt und Tod, Krieg und Frieden, Lachen und Weinen. Diese sich wiederholenden Kreisläufe verknüpfen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander. Daher konnte Salomo sagen:

    “Was geworden ist, es war schon gewesen, und was werden soll, hat sich als bereits dazusein erwiesen.”

    Die danach folgenden Worte sind indes nicht so leicht zu verstehen. Salomo sagte:

    “Der wahre Gott selbst ist ständig auf der Suche nach dem Verjagten” (Pred. 3:15).

    Diese Worte mögen darauf hinweisen, daß gerechte Menschen oft von den Bösen verfolgt werden. Gott ‘sucht’ das Gute für seine Diener, und da er die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft völlig unter Kontrolle hat, kann er dafür sorgen, daß die Bösen, die Verfolger, von ihren Fehlern eingeholt werden, und kann den Gerechten Recht verschaffen. Oder es mag bedeuten, daß wir, obwohl die sich wiederholenden Kreisläufe bestehenbleiben und es nichts wirklich Neues gibt, davon überzeugt sein können, daß Gott trotzdem seinen Vorsatz verwirklichen wird. Während der Mensch machtlos sein mag, auf gewisse Umstände Einfluß auszuüben, kann der Höchste immer dafür sorgen, daß sich alles zum Besten seiner gehorsamen Diener auswirkt.

    Das ist tröstend, denn in dieser unvollkommenen Welt sollte man nicht damit rechnen, daß die Menschen stets Gerechtigkeit walten lassen. Salomo beschrieb die Situation mit den Worten:

    “Weiter habe ich unter der Sonne den Ort der Rechtsprechung gesehen, wo Bosheit war, und den Ort der Gerechtigkeit, wo Bosheit war” (Pred. 3:16).

    Mit Recht erwartet man von einem Gericht Gerechtigkeit. Aber es mögen Bestechung und Parteilichkeit vorherrschen, weshalb es für viele Personen aussichtslos sein mag, das ihnen zustehende Recht zu erhalten. Wie können all diese Ungerechtigkeiten behoben werden? Salomo antwortet:

    “Der wahre Gott wird sowohl den Gerechten als auch den Bösen richten, denn es gibt eine Zeit für jede Angelegenheit und hinsichtlich jedes Werkes dort” (Pred. 3:17).

    Statt sich also über das aufzuregen, was in der Welt geschieht, wartet ein weiser Mensch geduldig auf Gott, der zu seiner bestimmten Zeit und zum dauernden Nutzen seines treuen Volkes handeln wird (1. Sam. 26:7-10; Ps. 37:12, 13).

    ‘Damit sie sehen, daß sie an sich Tiere sind’

    Menschen mögen auf ihre Fähigkeiten und ihr Wissen stolz sein. Wenn das Leben aber zu Ende geht, sind sie nicht besser daran als vernunftlose Tiere. Der weise König Salomo machte darauf aufmerksam, als er sagte:

    “Ich, ja ich, habe in meinem Herzen in Hinsicht auf die Menschensöhne gesagt, daß der wahre Gott sie auslesen wird, damit sie sehen können, daß sie an sich Tiere sind. Denn es gibt eine Zufälligkeit hinsichtlich der Menschensöhne und eine Zufälligkeit hinsichtlich des Tieres, und dieselbe Zufälligkeit trifft sie. Wie der eine stirbt, so stirbt der andere; und sie alle haben nur e i n e n Geist, so daß es keine Überlegenheit des Menschen gegenüber dem Tier gibt, denn alles ist Nichtigkeit. Alle gehen an e i n e n Ort. Sie alle sind aus dem Staub geworden, und sie alle kehren zum Staub zurück” (Pred. 3:18-20).

    Unmittelbar bevor Salomo diesen Gedanken erwähnte, schrieb er:

    “Der wahre Gott wird sowohl den Gerechten als auch den Bösen richten, denn es gibt eine Zeit für jede Angelegenheit und hinsichtlich jedes Werkes dort” (Pred. 3:17).

    Wenn daher Salomo im Vers 18 sagt, daß Gott Menschen “auslesen” wird, mag das bedeuten, daß er ihnen Gelegenheiten einräumt und sie Erfahrungen sammeln läßt auch in bezug auf Probleme und Unsicherheiten, wodurch sich schließlich zeigen wird, ob sie gerecht oder böse sind. Die Tatsache, daß das Leben voller Schwierigkeiten und Unsicherheiten ist und schließlich im Tode endet, sollte den Menschen vor Augen führen, daß sie letzten Endes, soweit es ihre eigene Macht betrifft, Tieren gleichen. Mensch und Tier werden von demselben Geist oder derselben Lebenskraft, die durch die Atmung erhalten bleibt, belebt. Mensch und Tier kehren beim Tod zum leblosen Staub zurück (Pred. 9:4-6)

    Niemand kann, nur gestützt auf menschliche Beobachtungen, die Frage beantworten, die Salomo anschließend aufwirft:

    “Wer ist es, der den Geist der Menschensöhne kennt – ob er aufwärts steigt, und den Geist des Tieres – ob er niederwärts zur Erde steigt?” (Pred. 3:21).

    Da der Tod bei Mensch und Tier allem Tun ein Ende setzt, kommt Salomo zu dem Schluß:

    “Ich habe gesehen, daß es nichts Besseres gibt, als daß der Mensch sich in seinen Werken freuen sollte, denn das ist sein Teil; denn wer wird ihn dahin bringen, das anzuschauen, was nach ihm sein wird?” (Pred. 3:22).

    Die Weisheit gebietet, daß jemand an seiner harten Arbeit gesunde Freude findet. Wenn er tot ist, hat er keinen Anteil mehr an menschlichem Tun. Als Leichnam kann er nicht einmal beobachten, was unter den Menschen vorgeht (Pred. 9:5, 10).

    Der Gedanke daran, daß jemand durch den Tod wie ein vernunftloses Tier zur Nichtigkeit wird, sollte ernüchternd auf uns wirken. Es sollte uns daran erinnern, wie wichtig es ist, trotz Ungewißheiten und Problemen aus unserem Leben das Beste zu machen. Es sollte uns veranlassen, uns Gott zuzuwenden und anzuerkennen, daß es von ihm abhängt, ob wir nach unserem Tod einmal wieder leben werden.

  18. Juleam 14. Juni 2011 um 20:34 Link zum Kommentar

    Quelle Wachtturm vom 15. 6.1977

    Was wollte der Weise damit sagen?
    SEI BEI DER ARBEIT AUSGEGLICHEN

    Jemand, der gern hart arbeitet und dabei geschickt vorgeht, ist bestimmt zu loben. Doch harte Arbeit und Tüchtigkeit führen nicht unbedingt zur Zufriedenheit. Der weise König Salomo schrieb:

    “Ich habe selbst all die harte Arbeit und all die Tüchtigkeit in der Arbeit gesehen, daß es Wetteifer des einen gegenüber dem anderen bedeutet; auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind” (Pred. 4:4).

    Jemand mag nicht nur deswegen hart und geschickt arbeiten, um etwas Wertvolles zu leisten, sondern auch um andere in bezug auf Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit auszustechen. Wenn Personen, die nebeneinander arbeiten, sich von dem Wunsch beherrschen lassen, besser sein zu wollen als ihre Kollegen, weicht die freundschaftliche Zusammenarbeit der Rivalität und dem Wetteifer. Es kann zu Neid und Feindschaft kommen. Man mag andere falsch beurteilen, indem man ihre Grenzen übersieht. Arbeit, die man leistet, um andere in den Schatten zu stellen, ist daher ein “Haschen nach Wind”, nach Nichtigkeit. Das Endergebnis ist sehr unerfreulich. Der Weise vermeidet dies.

    Das andere Extrem, das man vermeiden sollte, ist Faulheit. Salomo sagte:

    “Der Unvernünftige faltet seine Hände und ißt sein eigenes Fleisch” (Pred. 4:5).

    Statt mit seinen Händen produktive Arbeit zu leisten, faltet der Faule sie, indem er sowenig wie möglich tut. Er ist insofern unvernünftig, als er durch seine Untätigkeit verarmt. Da er zufolge seiner Lässigkeit der richtigen Nahrung und anderer notwendiger Dinge entbehrt, gefährdet er seine Gesundheit und mag daher vorzeitig sterben. Da er sich auf diese Weise schädigt, ißt er gewissermaßen sein eigenes Fleisch.

    Man sollte sich also weder aus Konkurrenzgeist abmühen, noch darf man faul sein. Was bedeutet es aber dann, in bezug auf Arbeit ausgeglichen zu sein? Salomo erklärte:

    “Besser ist eine Handvoll Ruhe als eine doppelte Handvoll harter Arbeit und Haschen nach Wind” (Pred. 4:6).

    Man handelt weise, wenn man sich nicht derart abmüht, daß man keine Zeit mehr hat, die Früchte seiner Arbeit zu genießen. Das bedeutet, mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Wer nicht zufrieden ist, findet einfach keine Ruhe. Er ist ständig nur um seinen materiellen Besitz besorgt und darum, wie er noch mehr bekommen könnte. Wer mit wenigem zufrieden ist, ist viel besser daran. Er scheut sich nicht, von seinen Mitteln Gebrauch zu machen, um Speisen und Getränke zu genießen und sich vernünftig zu erholen. Er ist auch auf andere bedacht und leistet wirklich Bedürftigen gern Hilfe. Das ist im Einklang mit dem biblischen Rat: “Er arbeite . . . hart, indem er mit seinen Händen gute Arbeit leiste, damit er etwas habe, um einem Bedürftigen davon abzugeben” (Eph. 4:28). Gehörst du zu denen, die aufgrund dieser ausgeglichenen Ansicht in bezug auf Arbeit “eine Handvoll Ruhe” genießen?

    DES MENSCHEN GRAUSAMKEIT GEGENÜBER DEM MENSCHEN

    Die Menschheitsfamilie ist seit langem Zeuge von schrecklicher Bedrückung und Ungerechtigkeit. König Salomo schrieb, gestützt auf seine Beobachtungen, die er vor nahezu 3 000 Jahren machte:

    “Ich selbst wandte mich, damit ich all die Taten der Bedrückung sehen könnte, die unter der Sonne begangen werden, und siehe! die Tränen der Bedrückten, aber sie hatten keinen Tröster; und auf der Seite ihrer Bedrücker war Macht, so daß sie keinen Tröster hatten. Und ich pries die Toten, die schon gestorben waren, mehr als die Lebenden, die noch am Leben waren. Und besser daran als sie beide ist der, der noch nicht ins Dasein gekommen ist, der die unglückbringende Arbeit nicht gesehen hat, die unter der Sonne getan wird” (Pred. 4:1-3).

    Anscheinend hatte Salomo des Menschen Grausamkeit gegenüber dem Menschen zunächst nur beiläufig beachtet. Als er sich jedoch “wandte”, das heißt die Sache nochmals überdachte, war er entsetzt darüber, wie groß die Bedrückung in Wirklichkeit war. Weil die Bedrücker Macht und Gewalt hatten, mußten die Bedrückten ihre beklagenswerte Lage ertragen, ohne von jemandem bemitleidet oder getröstet zu werden. Die Situation war so erschütternd, daß Salomo zu dem Schluß kam, die Toten seien besser daran, da sie nicht mehr unter den schmerzlichen Auswirkungen der Ungerechtigkeit zu leiden hätten. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist der Ungeborene noch besser daran, da er dieses schreckliche Elend überhaupt nicht sehen oder miterleben muß.

    Wie sehr dies doch des Menschen Unfähigkeit verdeutlicht, der Ungerechtigkeit und Tyrannei ein Ende zu machen! Selbst König Salomo konnte mit all seiner Weisheit und Autorität an dem Elend, das auf die Unvollkommenheit des Menschen zurückzuführen war, nichts ändern. Daran kann nur Jehova Gott durch Jesus Christus etwas ändern. Es ist wirklich eine gute Botschaft, daß er verheißen hat, die Befreiung aus dieser Betrübnis zu der für alle Betroffenen passendsten Zeit herbeizuführen (Offb. 21:3, 4).

    DER WERT EINES FREUNDES

    Das Leben eines einsamen Menschen, der hart arbeitet, um Reichtümer aufzuhäufen, ist bestimmt leer. Der weise König Salomo schrieb:

    “Es existiert einer, aber nicht ein zweiter [das heißt ein einsamer Mensch, der keinen Freund oder Gefährten hat]; auch hat er wirklich keinen Sohn oder Bruder, aber all seiner harten Arbeit ist kein Ende. Auch sind seine Augen selbst mit Reichtum nicht gesättigt: ,Und für wen arbeite ich hart und lasse es meiner Seele an guten Dingen fehlen?’ Auch das ist Nichtigkeit, und es ist eine unglückbringende Beschäftigung” (Pred. 4:8).

    Wie sinnlos ist doch das Leben eines Geizhalses, der keinen Freund, Sohn oder Bruder hat und nicht einmal Nutzen aus seiner harten Arbeit zieht! Er häuft ständig nur Reichtum auf und möchte kein Geld für Dinge ausgeben, durch die sein Leben angenehmer und erfreulicher werden könnte. Aber bei seinem Tod ist er gezwungen, alles zurückzulassen. Wie sinnlos!

    Viel besser daran ist jemand, der mit einem guten Freund zusammenarbeitet. Der Weise fährt mit den Worten fort:

    “Zwei sind besser als einer, weil sie eine gute Belohnung für ihre harte Arbeit haben” (Pred. 4:9).

    Ihre Zusammenarbeit bringt Vorteile: “eine gute Belohnung” in Form von Beistand, Trost und Schutz. König Salomo sagt:

    “Wenn einer von ihnen fallen sollte, kann der andere seinen Mitgenossen aufrichten [weil wahrscheinlich nicht beide gleichzeitig fallen werden]. Wie aber wird es denn mit dem einen sein, der fällt, wenn nicht ein anderer da ist, um ihn aufzurichten? Überdies, wenn zwei beisammenliegen [wie zum Beispiel, wenn sie auf einer Reise in der Kälte übernachten müssen], so werden sie gewiß warm werden; wie aber kann sich einer allein warm halten? Und wenn jemand einen allein überwältigen könnte [der auf einer gefährlichen Straße unterwegs ist], könnten zwei zusammen gegen ihn standhalten. Und eine dreifache Schnur [die stärker ist als eine, die nur aus einem oder zwei Strängen besteht] kann nicht so schnell entzweigerissen werden” (Pred. 4:10-12).

    Lebst du im Einklang mit dem Geist dieser Worte? Es ist sicherlich von großem Wert, wenn man zuverlässige Freunde hat.

    SELBST DIE HERVORRAGENDSTE STELLUNG IST NICHTIGKEIT

    Popularität bei Menschen ist oft schnell verflogen. Der Berühmte ist schnell vergessen, sobald jemand anders das Herz der Menschen erobert hat. Selbst Personen, die die hervorragendste Stellung einnehmen, bilden dabei keine Ausnahme.

    Der weise König Salomo beschrieb mit realistischen Worten, was Herrschern widerfahren kann:

    “Besser ist ein bedürftiges, aber weises Kind als ein alter, aber unvernünftiger König, der nicht genug Wissen erlangt hat, sich noch länger warnen zu lassen. Denn er [offensichtlich das Kind] ist ja aus dem Gefangenenhaus hervorgegangen, um König zu werden, obwohl er in dessen Königtum als ein Minderbemittelter geboren worden war” (Pred. 4:13, 14).

    Ein Mann mag denken, daß ihm aufgrund dessen, daß er als König die hervorragendste Stellung einnimmt, und aufgrund seines Alters und seiner Erfahrung die Achtung und Unterstützung der Öffentlichkeit sicher ist. Aber trotz seiner Stellung und seines Alters wird einem König keine von Herzen kommende Ehre gezollt, wenn er unvernünftig handelt und sich weigert, den gesunden Rat anderer anzunehmen. Stellung und Alter an sich garantieren nicht, daß man geachtet wird. Deswegen ist ein bedürftiges, aber weises Kind besser daran als ein König, der einmal mit Weisheit herrschte, aber im Alter seine eigenen Wege geht und guten Rat nicht beachtet. Es könnte sein, daß der alte König sein ganzes Reich in hoffnungslose Schuld stürzt, sich gegenüber seinen Untertanen entfremdet und sogar abgesetzt wird und in Unehren stirbt. Ein jugendlicher König, der ständig weise handelt, mag dagegen die Achtung erwerben, die dem alten, aber törichten König nicht gezollt wird.

    Wie Salomo sagt, könnte ein solch weiser Jugendlicher sogar aus dem Gefangenenhaus erhöht werden und Königswürde empfangen. Das erlebte Joseph. Der Pharao von Ägypten war so sehr von ihm beeindruckt, daß er sagte: “Keiner [ist] so verständig und weise wie du. Du wirst persönlich über mein Haus gesetzt sein, und mein ganzes Volk wird dir unbedingt gehorchen. Nur um den Thron werde ich größer sein als du” (1. Mose 41:39, 40). So wurde Joseph zum zweiten Herrscher Ägyptens erhöht.

    Als nächstes lenkt Salomo die Aufmerksamkeit auf das launenhafte Verhalten des Volkes und schreibt:

    “Ich habe alle Lebenden gesehen, die unter der Sonne umherwandeln, wie es geht mit dem Kinde, dem zweiten, das an Stelle des anderen aufsteht. Da ist kein Ende all des Volkes, all derer, vor denen er gewesen war; auch werden sich die Späteren seiner nicht freuen, denn auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind” (Pred. 4:15, 16).

    Was meint Salomo mit dem Ausdruck “das Kind, das zweite”? Offensichtlich bezog er sich damit auf den Nachfolger des Königs. “Alle Lebenden” sind all diejenigen, die darüber begeistert sind, einen neuen Herrscher zu haben. “Da ist kein Ende all des Volkes”, vor dem er als König steht. Das heißt, daß sie alle hinter ihm stehen und seine Herrschaft unterstützen. Aber seine Popularität hält nicht für immer an. Bald kommt die Zeit, da derjenige, dem die Leute zujubelten, nicht mehr ihrem Geschmack entspricht. Ernüchtert hören sie nun auf, sich über ihn zu freuen.

    Ebenso wird heute eine Gruppe Politiker durch eine andere ersetzt. Anfänglich mag Begeisterung über einen bestimmten Gouverneur, Premierminister oder Präsidenten herrschen. Doch es dauert nicht lange, bis die Leute mit ihm und seiner Politik unzufrieden sind. Sehr schnell sehen sie sich nach einem anderen um, der die Zügel der Regierung in die Hand nehmen soll.

    Ja, selbst die hervorragendste Stellung erweist sich somit nur als ein Tand, eine “Nichtigkeit”. Dies unterstreicht nur allzu deutlich, daß das, was am meisten befriedigt, nicht eine Stellung in der Welt ist, sondern ein gutes Verhältnis zu Jehova, dem ewigen Gott.

  19. Juleam 14. Juni 2011 um 20:39 Link zum Kommentar

    DA DER Höchste der Schöpfer des Himmels und der Erde ist, verdient er unsere Anerkennung und Ehrfurcht. König Salomo legte darauf Nachdruck, als er schrieb:

    “Behüte deine Füße, wann immer du zum Hause des wahren Gottes gehst; und möge es eher ein Herzunahen zum Hören sein, als um ein Schlachtopfer zu geben, wie die Unvernünftigen es tun, denn sie sind sich nicht bewußt, daß sie Schlechtes tun. Sei nicht eilig hinsichtlich deines Mundes; und was dein Herz betrifft, es sei nicht hastig, ein Wort vor dem wahren Gott vorzubringen. Denn der wahre Gott ist in den Himmeln, du aber bist auf der Erde. Darum sollte es sich zeigen, daß deiner Worte wenige sind” (Pred. 5:1, 2).

    Wenn man sich an eine Anbetungsstätte begibt, sollte man zu Recht daran denken, wohin man geht, und auf seine Schritte achten. Das “Haus des wahren Gottes” ist bestimmt kein Ort für sittlich unreine Personen oder für solche, die heilige Dinge nicht achten (Ps. 15:1-5). Es ist ein Ort zum “Hören”, das heißt, auf Gottes Gebote zu achten oder sie zu befolgen.

    Man sollte nicht wie ein Unvernünftiger handeln, der sein Denkvermögen nicht gebraucht und einen Weg einschlägt, der Gottes Geboten widerspricht. Der Unvernünftige mag aus religiösem Pflichtbewußtsein ein Opfer darbringen oder sich den Anschein der Frömmigkeit geben. Doch er übersieht, daß sein Opfer in den Augen Gottes dadurch wertlos, ja verabscheuungswürdig wird. Das wird in Sprüche 21:27 mit den Worten deutlich gemacht: “Das Schlachtopfer des Bösen ist etwas Verabscheuungswürdiges, wieviel mehr, wenn einer es zusammen mit Zügellosigkeit [„Schändlichkeit im Herzen“, New English Bible] darbringt.”

    Angesichts der Größe Gottes – er wohnt in den höchsten Himmeln – sollte sich jemand auch das, was er in seinen Gebeten sagt, gut überlegen. Er sollte nicht zulassen, daß sein Herz, das Organ, durch das er motiviert wird, ihn dazu anregt, impulsive, unüberlegte Worte zu äußern. Wenn er betet, sollte er sich Gott in dem vollen Bewußtsein seiner Majestät und Würde nahen und nicht gedankenlos plappern. Es ist besser, wenige, aber von Herzen kommende, ehrfürchtige Worte zu äußern.

    Salomo bekräftigt diesen Gedanken durch eine sprichwörtliche Redeweise, indem er weiter sagt:

    “Denn gewißlich kommt ein Traum zufolge der Menge der Beschäftigung und die Stimme eines Unvernünftigen zufolge der Menge der Worte” (Pred. 5:3).

    Wenn sich jemand unnötigerweise mit materialistischen Gedanken beschäftigt, sich ehrgeizige Ziele setzt und den Schöpfer außer acht läßt, kommt es zu selbstsüchtigen Träumen. Eine solche “Menge der Beschäftigung” kann zu nichtigen Träumereien führen und den Sinn des Betreffenden auch nachts beschäftigt halten, ihn in eine Traumwelt versetzen und ihm den gesunden Schlaf rauben. Wie übertriebene materialistische Interessen sinnlose Träume mit sich bringen, so schafft auch unaufhörliches Schwatzen Probleme. Schon nach kurzer Zeit verrät die Stimme des Schwatzers, daß sie einem Toren gehört. Er äußert fast zwangsläufig sehr törichte, unschickliche Worte. Deshalb sollte man sich vor gedankenlosem Reden hüten, und zwar, wie bereits gezeigt, besonders im Gebet.

    Bestimmt sollte man sich davor hüten, in Gelübden gedankenlose Worte zu äußern. Salomo sagte:

    “Wann immer du Gott ein Gelübde gelobst, zögere nicht, es zu bezahlen, denn da ist kein Gefallen an den Unvernünftigen. Was du gelobst, bezahle. Besser ist es, daß du nicht gelobst, als daß du gelobst und nicht bezahlst. Gestatte deinem Munde nicht, dein Fleisch zum Sündigen zu veranlassen, noch sage vor dem Engel, daß es ein Versehen war. Warum sollte der wahre Gott wegen deiner Stimme in Zorn geraten und das Werk deiner Hände zunichte machen müssen?” (Pred. 5:4-6).

    Niemand ist irgendwie verpflichtet, Gott etwas zu geloben; ein Gelübde erfolgt freiwillig. Deshalb sollte man es sich sehr gut überlegen, um nicht übereilt zu reden, wenn man Gott etwas feierlich verspricht. Wer zögert, sein Gelübde zu erfüllen, würde wie ein Unvernünftiger handeln, das heißt wie jemand, der einen sittlichen Mangel aufweist und auf dessen Worte man sich nicht verlassen kann. Unbedachtes Reden des Mundes kann den Fleischesleib verpflichten, etwas zu tun, was sehr schwierig sein mag und dazu führt, daß das Gelübde nicht erfüllt wird, wodurch das Fleisch zum Sündigen veranlaßt wird. Wenn man, bevor man etwas gelobt, sorgfältig überlegt, wird man nicht voreilig reden. Man wird dann nicht den Wunsch haben, von einem Gelübde entbunden zu werden, mit dem Hinweis, man habe einen Fehler gemacht.

    Ein Gelübde nicht zu erfüllen kann schwerwiegende Folgen haben. Jehova Gott könnte “in Zorn geraten” und einem zumindest teilweise seine Gunst und seinen Segen entziehen. Als Folge davon mag das, was der Betreffende aufgebaut hat, “niedergerissen” werden. Der Psalmist faßt den Gedanken treffend in den Worten zusammen: “Wenn Jehova selbst das Haus nicht baut, so ist es umsonst, daß seine Bauleute hart daran gearbeitet haben. Wenn Jehova selbst die Stadt nicht behütet, so ist es umsonst, daß der Wächter ständig gewacht hat” (Ps. 127:1).

    Salomo zeigt, wie man sich vor einem übereilten Gelübde hüten kann, indem er sagt: “Fürchte den wahren Gott.” Das bedeutet, Ehrfurcht vor dem Schöpfer zu haben und nichts zu tun, wodurch man sein Mißfallen erregt. Wenn eine solche Furcht fehlt, treffen die folgenden Worte König Salomos zu:

    “Denn wegen der Menge der Beschäftigung gibt es Träume, und es gibt Nichtigkeiten und Worte in Menge” (Pred. 5:7).

    Ja, wer sich zu sehr mit materiellen Dingen beschäftigt, wird selbstsüchtige Träume haben, die ihm die Ruhe rauben; er wird Enttäuschungen erleben, unter Frustrationen leiden, “Nichtigkeiten” verfallen und gedankenlose Worte vor Gott äußern, die dazu führen können, daß er vorschnell etwas gelobt und sein Gelübde dann nicht erfüllt. Es ist daher wirklich vernünftig, alles aus gebührender Furcht vor Jehova Gott zu tun.

    Warum man über Bedrückung nicht erstaunt sein sollte

    Während der ganzen Menschheitsgeschichte hat es viele Herrscher und hohe Beamte gegeben, die ihren eigenen Vorteil suchten und sich über die Interessen des Volkes hinwegsetzten. So etwas kann für den einfachen Menschen besonders hart werden. Der weise König Salomo schrieb:

    “Wenn du irgendwelche Bedrückung des Minderbemittelten und den gewaltsamen Entzug des Rechts und der Gerechtigkeit in einem Gerichtsbezirk siehst, so staune nicht über die Angelegenheit, denn einer, der höher ist als der Hohe, wacht, und da sind die, die hoch über ihnen sind” (Pred. 5:8).

    Ja, die Korruption und die Ungerechtigkeiten niedriger Beamter sind oft nur ein Abglanz dessen, was sich Personen in noch höheren Stellungen leisten. Gewöhnliche Bürger, die praktisch an unterster Stelle stehen, haben in einem solchen Fall unter der überwältigenden Last der Bedrückung zu leiden, die das korrupte Verhalten all jener Personen mit sich bringt.

    Nach seinen Worten über diese Ungerechtigkeiten schrieb Salomo weiter:

    “Auch ist der Gewinn der Erde unter ihnen allen; für ein Feld ist dem König selbst gedient worden” (Pred. 5:9).

    Young’s Literal Translation of the Holy Bible gibt diesen Vers interessanterweise so wieder: “Und die Fülle eines Landes ist für alle. Einem König wird für ein Feld gedient.” Auch die Wiedergabe dieses Verses in der alten griechischen Septuaginta-Übersetzung verdient Beachtung: “Und der Nutzen des Landes ist für jedermann – ein König gehört zu dem bebauten Feld” (Charles Thomson). “Auch die Fülle der Erde ist für jeden: der König ist von dem bestellten Feld abhängig” (Samuel Bagster and Sons Limited).

    Was bedeutet also dieser Vers? Folgendes: Die Fülle, der Ertrag, der Gewinn des Landes oder der Erde ist für alle seine Bewohner; sie sind von dem abhängig, was das Land hervorbringt. Selbst der König eines Landes bildet dabei keine Ausnahme. Aber das Land muß bearbeitet, bebaut oder bestellt werden, wenn es einen Ertrag bringen soll, der jemandes Bedürfnis oder Vorliebe entspricht. Somit ist dem König “für ein Feld” gedient worden, d. h. nicht im Austausch für ein Feld, sondern für die Ernte oder den reichlichen Ertrag eines Feldes, indem sein Feld bebaut, bestellt oder bearbeitet worden ist. Er muß seine Diener aussenden, so daß sie das Feld bearbeiten oder bebauen, damit es einen großen Ertrag bringt (2. Chron. 26:1, 10). Wenn der König seine Diener das Land nicht besäen und bearbeiten läßt, kann er für sich und die königliche Familie nichts ernten. Selbst ein König darf es nicht als selbstverständlich ansehen, daß die Erde etwas hervorbringt. Im Einklang damit lautet Prediger 5:9 in einer alten syrischen Übersetzung: “Überdies sind die Reichtümer der Erde für alle; dem König selbst wird dadurch gedient, daß sein eigenes Feld bebaut wird” (George M. Lamsa).

    Die Nichtigkeit des Strebens nach Reichtum

    Der weise König Salomo beobachtete, daß das Aufhäufen materieller Besitztümer keine echte Befriedigung mit sich bringt. Er schrieb:

    “Wer nur Silber liebt, wird mit Silber nicht gesättigt werden, noch jemand, der Reichtum liebt, mit Einkünften. Auch das ist Nichtigkeit. Wenn der guten Dinge viele werden, werden der sie Essenden gewißlich viele. Und welchen Vorteil gibt es für ihren großen Besitzer, es sei denn, sie mit seinen Augen anzuschauen?” (Pred. 5:10, 11).

    Wer viel hat, ist nicht zufrieden, sondern möchte mehr. Seine “guten Dinge” oder Reichtümer mehren sich. Mehr Lohnarbeiter und Diener sind erforderlich, um sich aller Dinge anzunehmen, und diese werden für ihre Dienste entlohnt. Wegen der Größe seines Reichtums kann der Eigentümer jedoch nicht selbst seinen ganzen Reichtum genießen. Er kann zum Beispiel immer nur ein bestimmtes Kleidungsstück tragen und nur eine bestimmte Menge einer Speise oder eines Getränks genießen. So besteht sein Lohn letzten Endes darin, daß er seinen angehäuften Reichtum sehen und damit prahlen kann, daß er ihn besitzt. Wenn er habsüchtig ist, kann es sogar sein, daß es ihm mißfällt, etwas von seinem Reichtum abzutreten, um für den Lebensunterhalt der Diener und gedungenen Arbeiter zu sorgen.

    Überdies mag sich der Reiche sehr große Sorgen um sein Eigentum machen. Im Gegensatz zu dem gewöhnlichen Arbeiter, der keinen größeren Besitz hat, um den er sich Sorgen machen müßte, kann der Reiche durch seine Sorgen um seine Besitztümer davon abgehalten werden, sich niederzulegen, um eine friedliche Nachtruhe zu genießen. Salomo bemerkte:

    “Süß ist der Schlaf des Dienenden, ungeachtet, ob es wenig oder viel sei, was er ißt; aber der Überfluß, der dem Reichen gehört, läßt ihn nicht schlafen” (Pred. 5:12).

    Zufolge der im Leben auftretenden Unsicherheiten kann jemand, der fortwährend Reichtum anhäuft, plötzlich zu seinem Entsetzen verarmen, und das zu einer Zeit, da es für ihn am unwahrscheinlichsten ist, damit fertig zu werden. Salomo wies darauf hin, als er schrieb:

    “Da ist ein schlimmes Unglück, das ich unter der Sonne gesehen habe: Reichtum, der für seinen großen Besitzer zu seinem Unglück aufbewahrt wird. Und dieser Reichtum ist zufolge einer unglücklichen Beschäftigung zugrunde gegangen, und er ist Vater eines Sohnes geworden, während gar nichts in seiner Hand ist” (Pred. 5:13, 14).

    Man stelle sich einmal vor, welch große Tragödie hier beschrieben wird! Ein Mann arbeitet hart und wird wohlhabend. Doch statt etwas von den Früchten seiner Arbeit zu genießen, hortet er lediglich seinen Reichtum. Das tut er nur zu seinem Schaden, denn er versagt sich die normalen Annehmlichkeiten, die er sich leisten könnte. Außerdem ist er sehr darum besorgt, sein Vermögen zu behalten und es zu vermehren. Schließlich geht ihm alles durch ein Mißgeschick, eine “unglückliche Beschäftigung”, vielleicht durch ein verhängnisvolles gewagtes Geschäft, verloren. Solange er also seinen Reichtum noch besaß, genoß er ihn nicht, und als er endlich Vater eines Sohnes wurde, war nicht einmal mehr ein Erbe vorhanden, an dem sich sein Sohn erfreuen konnte.

    Als nächstes macht Salomo auf einen weiteren Gesichtspunkt aufmerksam, der das Anhäufen großen Reichtums zur Nichtigkeit werden läßt. Wir lesen:

    “Gleichwie einer aus dem Leibe seiner Mutter hervorgekommen ist, wird einer nackt wieder weggehen, so, wie einer gekommen ist; und für seine harte Arbeit kann einer überhaupt nichts davontragen, was er mit seiner Hand mitnehmen könnte. Und auch das ist ein schweres Unglück: Gleichwie einer gekommen ist, so wird einer weggehen; und welchen Gewinn gibt es für den, der fortwährend für den Wind hart arbeitet?” (Pred. 5:15, 16).

    Ja, beim Tode wird alle Mühe, die aufgewandt wurde, um Reichtümer anzuhäufen, absolut nichts bedeuten. Auf seinem Totenbett verspürt jemand, der Reichtum angehäuft hat, nicht einmal die Befriedigung, zu wissen, daß er zum Glück anderer beigetragen hat.

    Welch einen Preis doch der Geizige für sein unersättliches Verlangen nach Geld bezahlt! Salomo sagt weiter:

    “Auch ist er alle seine Tage in der Finsternis selbst, mit sehr viel Verdruß, mit Krankheit seinerseits und Ursache zu heftigem Zorn” (Pred. 5:17).

    Ein solcher Mensch ist nicht glücklich. Sein ganzes Leben ist freudlos. Er gönnt sich nicht einmal das Essen, aus lauter Angst, sein Reichtum könnte sich ein wenig verringern. Er hat eine ungesunde geistige Einstellung, die an seiner körperlichen Gesundheit nagen mag. Wenn er krank ist, macht er sich Sorgen darüber, daß er ruhen muß und sich nicht seinen Arbeiten widmen kann. Er ist über alles besorgt und beunruhigt, was ihn daran hindern könnte, noch reicher zu werden.

    Ja, eine solch materialistische Lebensweise lohnt sich nicht; ein solches Leben ist inhaltslos. Deshalb empfiehlt Salomo, man solle die Früchte seiner harten Arbeit genießen, indem er sagt:

    “Siehe! Das Beste, das ich selbst gesehen habe, das schön ist, ist, daß einer esse und trinke und Gutes sehe für all seine harte Arbeit, womit er hart arbeitet unter der Sonne während der Zahl der Tage seines Lebens, die der wahre Gott ihm gegeben hat, denn das ist sein Teil” (Pred. 5:18).

    Über die guten Auswirkungen auf den Betreffenden sagt Salomo:

    “Auch jeden Menschen, dem der wahre Gott Reichtum und materielle Besitztümer gegeben hat, den hat er ja ermächtigt, davon zu essen und seinen Teil wegzutragen und sich in seiner harten Arbeit zu freuen. Das ist die Gabe Gottes. Denn nicht oft würde er der Tage seines Lebens gedenken, weil der wahre Gott ihn mit dem beschäftigt, was sein Herz erfreut” (Pred. 5:19, 20).

    Ein Mensch, der seinen Wohlstand als eine Gabe Gottes anerkennt, wird seine Reichtümer nicht horten, sondern sie dazu verwenden, andere zu erfreuen. Ein solcher Mensch wird eine ausgeglichene Ansicht über seine Besitztümer haben, weil er sich von gottgefälliger Weisheit leiten läßt. Daher hat er Freude an seinem Besitz. Jehova Gott hat ihn ermächtigt, sich an Speisen und Getränken insofern zu erfreuen, als er ihm die Weisheit verliehen hat, von materiellen Dingen rechten Gebrauch zu machen. Gleichzeitig ist der Betreffende nicht übermäßig wegen der Kürze des Lebens und seiner Probleme und Unsicherheiten besorgt. Nein, er findet in seinem Leben so viel Freude am Gutestun, daß die negativen Gesichtspunkte in seinem Denken nicht dominieren. Er freut sich von Herzen.

    Wer bestrebt ist, sich am Leben auf vernünftige Weise zu erfreuen, handelt bestimmt weise. Ihm bleiben die Enttäuschungen derer erspart, die ausschließlich materialistische Interessen verfolgen.

  20. Juleam 14. Juni 2011 um 20:43 Link zum Kommentar

    Quelle Wachtturm vom 1.September 1977
    Was wollte der Weise damit sagen?

    Besitztum ohne Freude und Genuß

    In seiner Betrachtung der Angelegenheiten des Menschen ließ der weise König Salomo die Umstände nicht außer acht, die Menschen oft daran hindern können, sich an dem, was sie besitzen, zu erfreuen und es zu genießen.

    Er schrieb darüber:

    “Da ist ein Unglück, das ich unter der Sonne gesehen habe, und es ist häufig unter den Menschen: ein Mann, dem der wahre Gott Reichtum und materielle Besitztümer und Herrlichkeit gibt und dem es für seine Seele an nichts von dem mangelt, nach dem er Verlangen bekundet, und doch setzt der wahre Gott ihn nicht in den Stand, davon zu essen, obwohl ein bloßer Ausländer es essen mag. Das ist Nichtigkeit, und es ist eine schlimme Krankheit” (Pred. 6:1, 2).

    Der Allmächtige läßt zu, daß jemand seine ihm von Gott verliehenen Fähigkeiten gebraucht, um Besitztümer zu erwerben und Anerkennung oder Herrlichkeit unter seinen Zeitgenossen zu erlangen. In diesem Sinne konnte Salomo zu Recht sagen, daß Gott einem solchen Menschen Reichtum, materielle Besitztümer und Herrlichkeit “gibt”. Obwohl jemand alles haben mag, können ihn die Verhältnisse traurigerweise daran hindern, sich an diesen Besitztümern zu erfreuen und sie zu genießen.

    Vielleicht könnte er sich schmackhafte Speisen leisten, kann sie aber wegen Magen- oder Darmstörungen nicht genießen. Nebukadnezar ist ein interessantes Beispiel dafür. Er schwang sich in Babylon zum Weltherrscher auf. Dann demütigte Jehova Gott ihn wegen seines Stolzes, indem er ihn krank werden ließ. All das Schöne des Palastes, auch köstliche Speisen und edle Weine, hatte für Nebukadnezar seinen Reiz verloren. Da er sich für ein Tier hielt, verließ er den luxuriösen Palast und ernährte sich wie ein Stier von Gras. Während Nebukadnezar die Freuden des Palastlebens entgingen, zogen ‘bloße Ausländer’ Nutzen aus seinem Reichtum. Ja, Nebukadnezar hatte ein ernstes Leiden befallen, eine “schlimme Krankheit”, sie dauerte sieben Jahre (Dan. 4:28-37).

    Salomo weist dann darauf hin, daß ein langes Leben und eine große Familie für ein sinnvolles, befriedigendes Leben nicht ausreichen. Er sagt weiter:

    “Wenn ein Mann hundertmal Vater würde und er viele Jahre lebte, so daß die Tage seiner Jahre zahlreich wären, aber seine eigene Seele sich nicht gesättigt hat mit guten Dingen und ihm auch das Grab nicht zuteil geworden ist [was vielleicht bedeutet, daß er sich ins Grab sehnte wie Hiob in seiner Bedrängnis (Hiob 3:11-22)], so muß ich sagen, daß ein vorzeitig Geborener besser daran ist als er. Denn umsonst ist dieser [vorzeitig Geborene] gekommen, und in Finsternis geht er dahin, und mit Finsternis wird sein eigener Name bedeckt sein. Auch hat er die Sonne selbst weder gesehen noch gekannt. Dieser hat mehr Ruhe als der vorherige. Und selbst angenommen, daß er tausend Jahre zweimal durchlebt hat und er dennoch nicht gesehen hat, was gut ist – geht nicht jeder an e i n e n Ort?” (Pred. 6:3-6).

    Wahrlich, von welchem Wert sind ein langes Leben und viele Kinder, wenn man sich am Leben nicht erfreuen kann? Ob reich oder arm, jung oder alt, alle gehen beim Tod an einen Ort: ins Grab. Für einen Menschen, der sich am Leben nicht richtig erfreut, bedeutet ein langes Leben, daß er mehr Probleme und Schwierigkeiten während einer längeren Zeit hat als jemand, der jung stirbt. Der vorzeitig Geborene, ein totgeborenes Kind, ist insofern besser daran, als es all die Härten eines leeren, enttäuschenden Lebens nicht zu erdulden hat.

    Salomo schreibt weiter:

    “All die harte Arbeit der Menschen ist für ihren Mund, aber selbst ihre eigene Seele wird nicht gefüllt. Denn welchen Vorteil hat der Weise vor dem Unvernünftigen? Was hat der Niedergedrückte davon, zu wissen, wie er vor den Lebenden zu wandeln hat? Besser ist das Sehen mit den Augen als das Umherwandern der Seele. Auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind” (Pred. 6:7-9).

    Die Menschen arbeiten hart, um das zu erlangen, was sie benötigen, um sich am Leben zu erhalten; sie arbeiten “für ihren Mund”. Doch dadurch werden ihre Wünsche, ja ihre innersten Sehnsüchte selten befriedigt. Der weise, aber unzufriedene Mensch mag versuchen, Wünsche zu unterdrücken, die ihn beunruhigen, wohingegen der Tor ihnen nachgibt und sich keine Zurückhaltung auferlegt. Das war offensichtlich der Grund für Salomos Fragen: “Denn welchen Vorteil hat der Weise vor dem Unvernünftigen? Was hat der Niedergedrückte davon, zu wissen, wie er vor den Lebenden zu wandeln hat?” Während sowohl der Weise als auch der Törichte brennende Wünsche hegen mögen, ist der Weise nicht im Vorteil. Genauso mag der Niedergedrückte wissen, wie er die Wünsche, die ihn beunruhigen, vor anderen verbergen kann, doch dadurch werden sie nicht aus der Welt geschafft. Sie sind nicht in Erfüllung gegangen und beunruhigen ihn ständig. Auch er ist nicht besser daran als der Tor. Somit ist jemand wirklich weise, wenn er zufrieden ist, das genießt, was er hat und was er mit seinen Augen sehen kann, statt sehnsüchtig nach etwas anderem auszublicken und sich durch sein starkes Verlangen des Friedens berauben zu lassen.

    Man kann auch unzufrieden werden, wenn man nicht erkennt, daß sich vieles einfach nicht ändern läßt. Salomo sagte:

    “Was immer geworden ist, sein Name ist bereits ausgesprochen worden, und es ist bekanntgeworden, was der Mensch ist; und er vermag nicht, seine Rechtssache mit einem zu führen, der stärker ist als er” (Pred. 6:10).

    Ein Mann mag Reichtum erlangen und eine gute Stellung bekleiden. Aber er bleibt das, als was auch der erste Mensch bezeichnet wurde: ein Erdenmensch, ‘adám (eine hebräische Bezeichnung, die von einem Wurzelwort abgeleitet ist, das “rot” oder “rötlich” bedeutet). Ja, er bleibt ein sterblicher Mensch, und er kann daher keinen Handel abschließen, um sich für immer am Leben zu erhalten. Der Psalmist drückt diesen Gedanken wie folgt aus: “Nicht einer von ihnen kann irgendwie selbst einen Bruder erlösen noch Gott ein Lösegeld für ihn geben (und der Erlösungspreis ihrer Seele ist so kostbar, daß er aufgehört hat auf unabsehbare Zeit), daß er immerdar fortleben und die Grube nicht sehen sollte” (Ps. 49:7-9).

    Selbst wenn alles gutgeht, ist das Leben in diesem System der Dinge sehr unsicher. Zeit und Umstände trifft sie alle, was die Ungewißheit noch erhöht. Deshalb warf Salomo die Fragen auf:

    “Da es viele Dinge gibt, die viel Nichtigkeit verursachen, welchen Vorteil hat ein Mensch? Denn wer weiß, was für Gutes ein Mensch im Leben während der Zahl der Tage seines nichtigen Lebens hat, wenn er sie wie ein Schatten verbringt? Denn wer kann dem Menschen kundtun, was nach ihm unter der Sonne geschehen wird?” (Pred. 6:11, 12).

    Hat ein Mensch, der materielle Besitztümer und Ansehen erlangt hat, wirklich einen Vorteil angesichts dessen, daß der Tod all seinem Streben und Bemühen ein Ende bereitet? Wer kann wirklich sagen, welches weltliche Ziel – Reichtümer, Ansehen, Macht – es wert ist, daß man danach strebt? Wie oft halten doch Menschen etwas für wünschenswert und sind dann, wenn sie es erworben haben, enttäuscht oder vielleicht sogar verbittert! Daß das Leben so kurz ist und ‘wie ein Schatten vergeht’, verschlimmert die Sache nur noch. Es besteht keine Möglichkeit, Zeit zurückzugewinnen und seine Bemühungen auf ein anderes Ziel zu richten. Und weil ein Mensch nicht bestimmen kann, was nach seinem Tod geschieht, ist es auch nicht wirklich befriedigend, für seine Kinder und Enkel in materieller Hinsicht zu sorgen und dabei geistige Interessen außer acht zu lassen.

    Wie nachdrücklich doch die Worte des Weisen die Notwendigkeit zeigen, zufrieden zu sein und das Leben auf vernünftige Weise zu genießen! Statt materialistische Wünsche aufkommen zu lassen, ist der wirklich Weise darauf bedacht, ein gutes Verhältnis zu Gott zu bewahren.

  21. Juleam 14. Juni 2011 um 20:54 Link zum Kommentar

    Quelle Wachtturm 15.September 1977
    Was wollte der Weise damit sagen?

    Der Wert eines guten Namens

    Ein guter Name oder ein guter Ruf ist etwas Wertvolles, was es verdient, geschützt zu werden. Der weise König Salomo sagte:

    “Ein Name ist besser als gutes Öl und der Tag des Todes als der Tag, da man geboren wird” (Pred. 7:1).

    Gutes Öl war in alter Zeit etwas Kostbares. Es verbreitete einen lieblichen Duft. Doch noch lieblicher als der Duft guten Öls ist ein guter Ruf. Jemandes Name erhält durch das ganze Leben des Betreffenden seine Bedeutung und sagt aus, was für eine Person er ist. Beim Tode ist dieser Name oder Ruf besiegelt bzw. endgültig festgelegt. Da man bei der Geburt noch keinen Ruf hat, ist der ‘Tag des Todes besser als der Tag, da man geboren wird’.

    Wenn man einen guten Namen bewahren möchte, sollte man das Leben mit ernsten Augen betrachten. Salomo empfahl:

    “Besser ist es, in das Haus der Trauer zu gehen, als in das Haus des Festmahls zu gehen, denn das ist das Ende aller Menschen; und der Lebende sollte es sich zu Herzen nehmen” (Pred. 7:2).

    Wenn in einer Familie jemand stirbt, ist es sicherlich nicht angebracht, daß man die Hinterbliebenen völlig übersieht und dazu übergeht, zu feiern und ausgelassen zu sein. Man hat vielmehr die Gelegenheit, die Trauernden zu trösten. Gleichzeitig kann es sich günstig auf einen selbst auswirken, wenn man in das “Haus der Trauer” geht. Man wird mit allem Nachdruck an die Kürze des Lebens erinnert und daran, wie schnell jemandes Planen und Tun ein Ende nehmen kann. Das kann jemand veranlassen, sich ernsthaft darüber Gedanken zu machen, wie er sein eigenes Leben lebt. Der Geist, der in einem “Haus des Festmahls” herrscht, trägt indes nicht zu derart nüchternem Denken bei.

    Salomo sagt weiter:

    “Besser ist Verdruß als Lachen, denn durch die Verdrossenheit des Angesichts wird das Herz besser. Das Herz der Weisen ist im Hause der Trauer, aber das Herz der Unvernünftigen ist im Hause der Freude” (Pred. 7:3, 4).

    Wer sich im “Haus der Trauer” befindet, wird sich der Kürze des Lebens bewußt und ist wegen unvorhergesehener Ereignisse beunruhigt. Er sieht traurig und ernst aus; er zeigt kein lachendes Gesicht, wie wenn er in einem “Haus des Festmahls” wäre. Sein ernster Blick kann sich auf das Herz günstig auswirken und eine Wendung zum Besseren herbeiführen. “Das Herz der Weisen ist” insofern “im Hause der Trauer”, als es erwägt, wie sie ihr Leben führen sollten und warum. Ihr Herz läßt keine Oberflächlichkeit und Unbesorgtheit erkennen, wie man sie an einem Ort ausgelassener Festlichkeit antrifft.

    Salomo setzt diese Argumentation fort und sagt:

    “Besser ist es, das Schelten eines Weisen zu hören, als der Mann zu sein, der das Lied der Unvernünftigen hört. Denn wie das Geräusch von Dornen unter dem Topf, so ist das Lachen des Unvernünftigen; und auch das ist Nichtigkeit” (Pred. 7:5, 6).

    Wer vom rechten Weg abkommt, würde sicherlich aus dem “Schelten eines Weisen” Nutzen ziehen. Aber von welchem Wert wäre das Lied oder die leere Schmeichelei eines Unvernünftigen? Durch Schmeichelei könnten Fehler zugedeckt werden, der Betreffende könnte in seiner verkehrten Handlungsweise bestärkt und sein Ruf könnte ruiniert werden. Wenn das oberflächliche Gelächter eines Toren zu einer unpassenden Zeit erschallt, tut es dem Ohr ebenso weh wie das Knattern brennender Dornen unter einem Topf; es sind unangenehme, nicht erbauende Laute.

    Hüte dich davor, schlecht zu werden

    Niemand, auch nicht ein Weiser, ist davor gefeit, schlecht zu werden. König Salomo schrieb:

    “Denn allein Bedrückung kann bewirken, daß ein Weiser unsinnig handelt, und eine Gabe kann das Herz vernichten” (Pred. 7:7).

    Selbst ein Weiser kann, wenn er längere Zeit bedrückt wird, unbesonnen handeln. Er mag die Selbstbeherrschung verlieren und seiner Enttäuschung Luft machen, indem er anderen mit spitzer Zunge begegnet oder vielleicht versucht, sich durch ungesetzliche Mittel Erleichterung zu verschaffen.

    Der Schrifttext könnte andererseits auch Bedrückung beschreiben, an der der Weise selbst beteiligt ist. Jemand, der herrschsüchtig ist oder dazu neigt, andere zu bedrücken, ist, ganz gleich, wie weise er sein mag, unbarmherzig und rücksichtslos. Er läßt die Gefühle anderer außer acht und ist blind für ihre Notlage. Er ist nur auf sich selbst und auf seine Stellung bedacht. Er kommt sich als ein großer Wohltäter vor und meint daher, das Recht zu haben, jeden zu unterdrücken, der es wagt, seine Handlungsweise zu kritisieren. (Vergleiche 2. Chronika 16:10.)

    Ein Bestechungsgeschenk kann einen ebenso schlechten Einfluß ausüben wie Bedrückung und “kann das Herz” oder gute Beweggründe “vernichten”. Personen, die sich bestechen lassen, mögen Arme und Bedürftige, die unter Diskriminierung und Parteilichkeit zu leiden haben, herzlos behandeln.

    Wie man Ungerechtigkeit und Bedrückung ertragen kann

    Was kann man tun, um mit Ungerechtigkeit fertig zu werden? Salomos weitere Worte sind dabei sehr hilfreich:

    “Besser ist das nachherige Ende einer Sache als ihr Anfang. Besser ist einer, der geduldig ist, als einer, der hochmütigen Geistes ist. Sei nicht eilig in deinem Geiste, gekränkt zu werden, denn sich gekränkt zu fühlen ruht im Busen der Unvernünftigen” (Pred. 7:8, 9).

    Es ist vernünftig, geduldig zu sein und darauf zu vertrauen, daß letztlich für Gottes Diener alles gut ausgehen wird. Ja, das Ende einer Sache mag ganz anders sein als ihr düsterer Anfang. Das traf gewiß auf die in Ägypten versklavten Israeliten zu. Als Moses Pharao anfangs um die Freilassung der Israeliten bat, reagierte dieser mit verschärftem Druck (2. Mose 5:1-9). Am Ende machte sich jedoch Jehova Gott einen großen Namen, indem er die Befreiung seines versklavten Volkes herbeiführte (2. Mose 12:31, 32).

    Ein geduldiger Mensch ist nicht so sehr geneigt, selbst etwas in die Hand zu nehmen und dadurch sich oder andere in Schwierigkeiten zu bringen. Doch jemandem, der hochmütigen Geistes ist, fällt es schwer, beherrscht zu bleiben, und er neigt dazu, übereilt zu handeln, was zu seinem eigenen Schaden ist. Ein ungeduldiger Mensch, dessen Erwartungen unerfüllt bleiben, gerät schnell in Zorn. Er ist leicht gekränkt oder entwickelt einen starken Unwillen. Er pflegt diesen Ärger oder diesen Unwillen und behält ihn so eng bei sich, als ob er ihn in seinem Busen ruhen ließe. Deswegen sprach Salomo mit Recht von ihm als von einem “Unvernünftigen”, denn seine Einstellung zeitigt schlechte Ergebnisse in Form übereilter Worte oder Handlungen.

    Eine realistische Ansicht über die Vergangenheit ist eine weitere wertvolle Hilfe, mit unerfreulichen Situationen in der Gegenwart fertig zu werden. Salomo gab den Rat:

    “Sprich nicht: ,Weshalb ist es geschehen, daß sich die früheren Tage als besser erwiesen haben als diese?’, denn nicht zufolge von Weisheit hast du danach gefragt” (Pred. 7:10).

    Wer sich in die “gute alte Zeit” zurücksehnt, vergißt, daß es auch damals genügend Probleme und Sorgen gab. Das Leben in diesem unvollkommenen System entspricht nie dem Idealzustand. In der Vergangenheit mag einiges besser gewesen sein, etwas anderes dafür wieder nicht. Ein nostalgischer Blick in die Vergangenheit mag sehr unrealistisch sein. Außerdem kann niemand die Zeit zurückdrehen. Daher ist es sehr unvernünftig, zu glauben, es sei irgendwann in der Vergangenheit in jeder Hinsicht in dieser Welt besser gewesen, und dadurch unzufrieden zu werden. Eine solche Gesinnung ist keine Hilfe, mit einer unangenehmen, aber unabänderlichen Lage fertig zu werden.

    Die Weisheit – von größerem Wert

    Ein Erbe ist wertvoll. Aber von welchem Nutzen wäre es, wenn es demjenigen, der es erhält, an Weisheit mangeln würde, um es richtig verwalten zu können? König Salomo schrieb:

    “Weisheit zusammen mit einem Erbe ist gut und ist vorteilhaft für die, welche die Sonne sehen. Denn Weisheit dient zum Schutz, gleichwie Geld zum Schutz dient; aber der Vorteil der Erkenntnis ist, daß Weisheit selbst ihre Besitzer am Leben erhält” (Pred. 7:11, 12).

    Somit ist Weisheit von größerem Wert als materielle Besitztümer. Jemand, dem es an Weisheit mangelt, mag ein Erbe schnell verschwenden. Geld bietet zwar einen gewissen Schutz und ermöglicht seinem Besitzer, das zu erhalten, was er braucht, doch kann es verlorengehen oder gestohlen werden. Reiche mögen sogar Opfer von Raubüberfällen und Gewalttaten werden. Andererseits kann die Weisheit – die Fähigkeit, Erkenntnis anzuwenden, um Probleme zu lösen oder bestimmte Ziele zu erreichen – jemand davon zurückhalten, törichte Risiken einzugehen, durch die er sein Leben gefährdet. Sie kann jemand vor einem frühzeitigen Tod bewahren und, wenn sie auf einer angemessenen Gottesfurcht beruht, dazu führen, daß er ewiges Leben erlangt.

    Die Weisheit ist somit als Schutz bestimmt von Wert. Der Weise sagte:

    “Die Weisheit selbst ist für den Weisen stärker als zehn Machthaber, die sich in einer Stadt befunden haben” (Pred. 7:19).

    Die Weisheit kann als Schutz mehr leisten als “zehn Machthaber” – die vollständige Zahl von Kriegern, die die Bewohner einer belagerten Stadt beschützen.

    Da alle Menschen unvollkommen sind, kommen wir nicht ohne die weise Anleitung aus, die Jehova Gott in seinem Wort zur Verfügung gestellt hat. Als Sünder verfehlen die Menschen bei weitem den vollkommenen Maßstab Gottes. Salomo sagte:

    “Denn da ist kein Mensch gerecht auf der Erde, der ständig Gutes tut und nicht sündigt” (Pred. 7:20).

    Bestimmt sollten wir uns daher die in der Bibel geoffenbarte Weisheit zu eigen machen. Das wird uns helfen, heute und in der Zukunft Erfolg zu haben.

    Woran der Mensch nichts ändern kann

    In dieser unvollkommenen Welt geschieht vieles, worauf der Mensch keinen Einfluß hat. So unerwünscht dies auch ist, kann der Mensch doch daran nichts ändern. König Salomo bemerkte:

    “Sieh das Werk des wahren Gottes, denn wer vermag geradezumachen, was er gekrümmt hat?” (Pred. 7:13).

    In anderen Worten: Welcher Mensch kann die Fehler und Unvollkommenheiten, die Gott zuläßt, beseitigen? Niemand, denn es liegt nicht nur Sinn und Zweck in allem, was der Höchste selbst tut, sondern auch in anderen Dingen, die er geschehen läßt.

    Deshalb empfiehlt Salomo:

    “An einem guten Tag zeige, daß du guter Dinge bist, und an einem Unglückstag sieh, daß der wahre Gott auch diesen genauso wie jenen gemacht hat, zu dem Zweck, daß der Mensch nach ihnen überhaupt nichts herausfinden kann” (Pred. 7:14).

    Gemäß diesem Rat sollte man für einen Tag, an dem alles gutgeht, dankbar sein und sollte dies dadurch zeigen, daß man gütig, großzügig und freundlich ist und in seinen Worten und Handlungen Freude zum Ausdruck bringt. Man sollte einen guten Tag als ein Geschenk Gottes ansehen. Was aber, wenn ein Tag Unheil und Schwierigkeiten bringt? Man tut gut daran, zu ‘sehen’ oder anzuerkennen, daß Gott das Unheil zugelassen hat. Weshalb? Salomo sagt:

    “Zu dem Zweck, daß der Mensch nach ihnen überhaupt nichts herausfinden kann.”

    Der Umstand, daß Gott uns sowohl Freuden als auch Schwierigkeiten erleben läßt, bietet uns nicht nur Gelegenheit, Ausharren zu entwickeln, sondern sollte uns auch, wie Salomo sagt, nachdrücklich vor Augen führen, daß wir nicht voraussagen können, was die Zukunft bringen wird. Es gibt keine Ausnahmen; Unheil kann sowohl über die Gerechten als auch über die Bösen kommen. Ja, gerechte Menschen mögen leiden, während es bösen Menschen anscheinend gutgeht. Salomo sagt weiter:

    “Alles habe ich während meiner nichtigen Tage gesehen. Da ist der Gerechte, der in seiner Gerechtigkeit umkommt, und da ist der Böse, der in seiner Schlechtigkeit lange besteht” (Pred. 7:15).

    Dieser Umstand beunruhigt natürlich viele Menschen. Sie sind sogar zornig auf den Höchsten. Doch so weit sollte man es nicht kommen lassen. Wir sollten statt dessen auf Gott vertrauen und daran denken, daß er ein Gott der Liebe ist (1. Joh. 4:8). Was er zuläßt, wird nie zum dauernden Schaden einer Person führen. Die Tatsache, daß sowohl Gutes als auch Böses über uns kommen kann, sollte uns erkennen helfen, wie wichtig es ist, uns nicht auf uns selbst, sondern auf Gott zu verlassen. Wir mögen jetzt zwar gewisse Dinge nicht verstehen, doch dürfen wir davon überzeugt sein, daß alles, was Gott zugelassen hat, wenn es vorüber ist, schließlich für die Betroffenen zum Nutzen gewesen sein wird.

    Der Apostel Petrus machte dies deutlich, als er über die Leiden sprach, die zu seiner Zeit über seine Glaubensbrüder gekommen waren: “Geliebte, laßt euch das, was unter euch brennt und was euch als Prüfung widerfährt, nicht befremden, als ob euch etwas Befremdendes zustoße. Im Gegenteil, freut euch weiterhin, insofern ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, damit ihr euch auch während der Offenbarung seiner Herrlichkeit mit Frohlocken freuen könnt. Wenn ihr um des Namens Christi willen geschmäht werdet, seid ihr glücklich, weil der Geist der Herrlichkeit, ja der Geist Gottes, auf euch ruht” (1. Petr. 4:12-14). “Aber nachdem ihr eine kleine Weile gelitten habt, wird der Gott aller unverdienten Güte, der euch zu seiner ewigen Herrlichkeit in Gemeinschaft mit Christus berufen hat, eure Schulung selbst beenden, er wird euch befestigen, er wird euch stärken” (1. Petr. 5:10).

    Warum man Extreme meiden sollte

    Unvollkommene Menschen können sehr leicht das Gleichgewicht verlieren und extreme Ansichten vertreten. König Salomo gab daher den Rat:

    “Werde nicht allzu gerecht, noch zeige dich übermäßig weise. Warum solltest du Verwüstung über dich bringen? Sei nicht allzu böse, noch werde töricht. Warum solltest du sterben, wenn deine Zeit nicht da ist? Es ist besser, daß du das eine erfassest, aber auch vom anderen ziehe deine Hand nicht zurück; denn wer Gott fürchtet, wird bei alledem frei ausgehen” (Pred. 7:16-18).

    Wer allzu gerecht ist, sorgt sich meist übermäßig um geringfügige Dinge. Er macht zum Beispiel eine große Streitfrage aus einer rein menschlichen Verfahrens- oder Handlungsweise, aus Dingen, über die die Bibel nichts sagt. Wenn er sieht, wie jemand etwas Gutes tut oder vielleicht Barmherzigkeit erweist, mag er einen Einwand erheben, weil eine gewisse “Form” nicht gewahrt worden ist. Er gleicht weitgehend den Pharisäern, die sich nicht über die wunderbare Erleichterung freuten, die Jesus am Sabbat Bedrückten verschaffte, sondern darüber zornig wurden und schlußfolgerten, der Sohn Gottes habe das Gesetz übertreten, indem er an jenem Tag Heilungen vorgenommen habe (Mark. 3:1-6; Luk. 14:1-6). Personen, die allzu gerecht sind, bedenken häufig nicht, was barmherzig, liebevoll oder hilfreich wäre. Sie gehen in der Anwendung von Regeln bis zum Äußersten. Wenn ihrer Meinung nach eine Regel verletzt worden ist, ziehen sie keine anderen Faktoren in Betracht. (Vergleiche Matthäus 12:2-7; 23:23; Römer 14:1-4, 10).

    Personen, die allzu gerecht sind, mögen in der Selbstverleugnung so weit gehen, daß sie ihre Gesundheit schädigen. Sie handeln im Widerspruch zu dem vernünftigen Rat aus Kolosser 2:20-23: “Warum unterwerft ihr euch, als lebtet ihr in der Welt, weiterhin den Verordnungen: ,Fasse nicht an noch koste, noch berühre’ in bezug auf Dinge, die alle dadurch, daß sie verbraucht werden, zur Vernichtung bestimmt sind, gemäß den Geboten und Lehren von Menschen? Gerade diese Dinge besitzen zwar einen Schein von Weisheit in einer selbstauferlegten Form der Anbetung und Scheindemut, einer strengen Behandlung des Leibes; aber sie sind von keinem Wert im Kampf gegen die Befriedigung des Fleisches.”

    Wer allzu gerecht ist, läuft tatsächlich Gefahr, wie Salomo sagt, ‘Verwüstung über sich zu bringen’. Er mag sich durch Unbesonnenheit, Eifer oder übertriebene Selbstverleugnung physisch, geistig oder seelisch zugrunde richten. Und was noch schlimmer ist: Eine lieblose Einstellung kann ihn Gottes Gunst und Segen kosten.

    Dann gibt es nach den Worten Salomos den Menschen, der ‘sich übermäßig weise zeigt’ und versucht, andere durch seine Weisheit zu beeindrucken. Er schwingt sich zum Kritiker auf und erweckt den Eindruck, er verfüge über ein besseres Verständnis als alle anderen. Weil er eine hohe Meinung von seinen Fähigkeiten hat, mischt er sich häufig in Angelegenheiten anderer Leute ein und bietet unaufgefordert Lösungen für ihre Probleme an. Mit der Zeit entfremdet er sich anderen, und man mag alles mögliche tun, um ihn zu meiden. Außerdem zeigt es sich vielleicht mit der Zeit, daß sein Rat nicht allzu gut war, und man mag ihn beschuldigen, unnötigerweise Schwierigkeiten verursacht zu haben.

    Damit jemand nicht ins andere Extrem fällt, indem er Gerechtigkeit und Weisheit nicht mehr im rechten Licht sieht, warnt Salomo auch davor, ‘allzu böse zu werden’. Wir alle müssen selbstverständlich zugeben, daß die Unvollkommenheit eine Realität ist. Der Apostel Johannes schrieb: “Wenn wir erklären: ,Wir haben keine Sünde’, führen wir uns selbst irre und die Wahrheit ist nicht in uns” (1. Joh. 1:8). Deshalb müssen wir uns damit abfinden, daß wir in vieler Hinsicht sündigen. Doch man sollte darüber wachen, daß man nicht leicht über einen Fehler hinweggeht und sich mit den Worten entschuldigt: “Schließlich bin ich ja ein Sünder.” Während man sich des Lebens erfreut, sollte man darüber wachen, nicht alle Zügel fallen zu lassen. Wer denkt, er sei über das Gesetz und über Zurechtweisung erhaben, handelt wie ein Tor und beschwört Unheil herauf. Wenn jemand zügellos handelt, mag er schwerwiegende Probleme bekommen und sogar frühzeitig sterben.

    Wie kann man solche Extreme meiden? Man muß Gottesfurcht, eine Ehrfurcht vor dem Schöpfer, haben. Diese Furcht hält einen davon zurück zu sündigen und veranlaßt einen, eine ausgeglichene Lebensweise zu pflegen und Extreme zu meiden. Wer Gott fürchtet, bemüht sich, gerecht und weise zu sein, doch hält er sich davon zurück, allzu gewissenhaft zu sein und Weisheit zur Schau zu stellen. Weil er das Leben auf vernünftige Weise genießt, mag er sogar von Extremisten als ein Sünder verurteilt werden wie Jesus Christus, den man zu Unrecht als einen Säufer und Fresser bezeichnete (Matth. 11:19).

    In Wirklichkeit aber achtet ein solch gewissenhafter, ausgeglichener Mensch streng auf seinen Wandel und treibt nicht Sünde. Ein gottesfürchtiger Mensch bleibt von den Problemen und Schwierigkeiten derer verschont, die die göttliche Richtschnur außer acht lassen, (1.) ‘nicht allzu gerecht zu werden und sich nicht übermäßig weise zu zeigen’ und (2.) ‘nicht allzu böse zu werden’. Auf diese Weise ‘erfaßt er’, wie Salomo empfiehlt, ‘das eine, aber zieht auch seine Hand nicht vom anderen zurück’. Er erfaßt Gerechtigkeit, ohne so genau zu sein, daß er unmögliche Maßstäbe für sich und andere aufstellt oder sich vernünftiges Vergnügen im Leben vorenthält.

    Sei nicht übermäßig darum besorgt, was die Menschen sagen

    Mitunter mag man sich fragen: Was sagen andere über mich? Mögen sie mich wirklich oder nicht? Wenn man sich solche Fragen stellt, sollte man vorsichtig sein. Der Weise rät uns:

    “Gib nicht dein Herz all den Worten hin, die die Menschen reden mögen, damit du deinen Knecht nicht Übles auf dich herabrufen hörest. Denn dein eigenes Herz weiß wohl, sogar von vielen Malen, daß du, ja du, Übles auf andere herabgerufen hast” (Pred. 7:21, 22).

    Es ist unvernünftig, allzusehr darum besorgt zu sein, was die Menschen sagen, und sich ihre Worte allzusehr zu Herzen zu nehmen. Die Menschen sind unvollkommen, und deshalb mögen sie über Freunde und Bekannte etwas sagen, was keineswegs schmeichelhaft für sie ist. Salomo beobachtete, daß ein Diener, der seinem Herrn gegenüber eigentlich loyal sein sollte, verärgert sein und Böses auf ihn herabrufen mag. Man darf also nicht jede Bemerkung ernst nehmen und sich dadurch beunruhigen lassen. Andererseits kann durch außergewöhnlich vorteilhafte Worte bei jemandem aber auch der Stolz gefördert werden.

    Wenn man daher auf die Äußerungen anderer achtet, sollte man auch seine eigenen Worte in Betracht ziehen. Salomo bemerkte, daß man selbst oftmals Schlechtes über andere gesagt hat, ohne damit eine böswillige Absicht zu verfolgen. Warum sollte man sich also über die Äußerungen anderer aufregen, indem man ihre Worte zu ernst nimmt? Warum sollte man sich übermäßig für die Äußerungen anderer interessieren? Man könnte durch die Äußerungen anderer, seien sie günstig oder ungünstig, aus dem Gleichgewicht gebracht werden, falls man sie zu ernst nimmt.

    Obwohl sich Salomo eingehend mit den Angelegenheiten der Menschen beschäftigte, erkannte er, daß es ihm nicht möglich war, alles zu verstehen. Er sagte:

    “All dies habe ich mit Weisheit erprobt. Ich sprach: ,Ich will weise werden.’ Aber sie war fern von mir” (Pred. 7:23).

    Salomo erprobte die Grundsätze, die er als Ergebnis seines ausgiebigen Forschens aufgestellt hatte. Er gebrauchte seine Weisheit, um diese Grundsätze auszuwerten, und stellte mit Genugtuung fest, daß sie stimmten und vernünftig waren. Er hatte die Nichtigkeit und Leere einer materialistischen Lebensweise erkannt, bei der der Schöpfer außer acht gelassen wird. Aber Salomo war sich darüber im klaren, daß er im absoluten Sinne weit davon entfernt war, weise zu sein, und das, obwohl er wirklich den Wunsch hatte, Einsicht zu erlangen, was aus seinen entschlossenen Worten hervorgeht:

    “Ich will weise werden.” Obwohl er über außergewöhnliche Weisheit verfügte, konnte er vieles nicht ergründen. Er sagte weiter: “Was geworden ist, ist weit weg und überaus tief. Wer kann es herausfinden?” (Pred. 7:24).

    Offensichtlich bezogen sich diese Worte Salomos auf Gottes Handeln, seine Werke und Vorsätze. (Vergleiche Römer 11:33, 34.)

    Der Zustand der Menschheit

    Salomo erkannte die Größe und Vielfalt der Werke Gottes und wandte sich erneut den Angelegenheiten der Menschen zu. Er schreibt:

    “Ich selbst wandte mich um, ja mein Herz tat es, um zu erkennen und zu erforschen und nach Weisheit und dem Grund der Dinge zu suchen und um über die Bosheit der Unvernunft und die Torheit des Wahnsinns Bescheid zu wissen; und ich fand dies heraus: Bitterer als den Tod fand ich das Weib, das selbst gleich Fangnetzen ist und dessen Herz Schleppnetze und dessen Hände Fesseln sind. Man ist gut vor dem wahren Gott, wenn man ihr entrinnt, aber man sündigt, wenn man von ihr gefangen wird” (Pred. 7:25, 26).

    Beachten wir, daß sich Salomo aufgrund seines ganzherzigen Nachforschens veranlaßt sieht, eine böse Frau, eine Prostituierte, als das Schlechteste hinzustellen, mit dem ein Mann zu tun haben könnte. Er vergleicht ihre Lockmittel mit “Schleppnetzen” und “Fesseln”. Ein Mann, der sich von einer solchen Frau verführen läßt, mag etwas erleben, was bitterer ist als der Tod; vielleicht zieht er sich eine widerliche Geschlechtskrankheit zu oder ruiniert seine Familie, falls er verheiratet ist. Noch bedeutender ist jedoch der Umstand, daß er sein Verhältnis zu Jehova Gott gefährdet, wenn er sich mit einer Prostituierten einläßt.

    Die Tatsache, daß Salomo mit solchem Nachdruck vor den Lockmitteln einer schlechten Frau warnt, legt die Vermutung nahe, daß damals unter Frauen ein sehr niedriges sittliches Niveau herrschte. Das mag auf fremdländischen Einfluß und eine Neigung zur Baalsanbetung zurückzuführen gewesen sein, einem Fruchtbarkeitskult, den Salomo später förderte, weil er seinen ausländischen Frauen gefallen wollte (1. Kö. 11:3-8). Vor diesem Hintergrund mögen die weiteren Worte Salomos verständlich erscheinen:

    “Siehe! Dies habe ich gefunden, . . . eins nach dem andern genommen, um das Endergebnis zu finden, daß meine Seele fortwährend suchte, ich aber nicht gefunden habe. E i n e n Mann aus tausend habe ich gefunden, aber eine Frau habe ich unter all diesen nicht gefunden” (Pred. 7:27, 28).

    Salomo kam zu der Erkenntnis, daß ein rechtschaffener Mann schwer zu finden war. Es mochte einen unter tausend geben. Doch gestützt auf seine Erfahrungen mit vielen Frauen und Nebenfrauen sowie auf seine Beobachtungen anderer Frauen, kam Salomo zu dem Schluß, daß eine ideale Frau damals noch seltener war. Das heißt nicht, daß es keine vortrefflichen Frauen gab, sondern daß, insgesamt gesehen, nur wenige vorbildliche Frauen zu finden waren. Ein Mann, der eine gute Frau gefunden hatte, war tatsächlich gesegnet. Passenderweise heißt es in den Sprüchen: “Eine tüchtige Ehefrau, wer kann sie finden? Ihr Wert geht weit über den von Korallen” (Spr. 31:10). “Hat jemand eine gute Ehefrau gefunden? Er hat Gutes gefunden” (Spr. 18:22).

    Der Umstand, daß rechtschaffene Männer und Frauen schwer zu finden waren, konnte jedoch nicht Gott zur Last gelegt werden. Salomo erkannte dies mit den Worten an:

    “Der wahre Gott [hat] den Menschen rechtschaffen gemacht . . ., sie selbst aber haben viele Pläne gesucht” (Pred. 7:29).

    Statt an den gerechten Maßstäben Gottes festzuhalten, haben es sich die meisten Männer und Frauen zu ihrem Schaden vorsätzlich erwählt, nach ihren eigenen Plänen, Wahlsprüchen und Methoden zu handeln.

  22. Juleam 14. Juni 2011 um 21:03 Link zum Kommentar

    Quelle Wachtturm 1.Dezember 1977

    Was wollte der Weise damit sagen?

    WEISHEIT kann sich auf ihren Besitzer nützlich auswirken. König Salomo schrieb:

    “Wer ist gleich dem Weisen? Und wer ist es, der die Deutung einer Sache kennt? Die Weisheit eines Menschen ist es, die sein Angesicht leuchten läßt, und selbst die Strenge seines Angesichts wird zum Besseren verändert” (Pred. 8:1).

    Der wirklich Weise ragt aus der menschlichen Gesellschaft heraus, er ist ohnegleichen. Außer einem anderen Weisen ist ihm niemand gleich. Er kennt die “Deutung einer Sache”, das heißt, er besitzt die nötige Einsicht, um die verwirrenden Probleme des Lebens zu lösen.

    Auch das Aussehen des Weisen ist ansprechend. Sein Gesicht strahlt innere Freude und Zufriedenheit wider. Als Folge davon nimmt sein Antlitz, das sonst streng und abweisend erscheinen könnte, einen freundlichen Ausdruck an.

    Wie man die Herrschaft unvollkommener Menschen ertragen kann

    Als König konnte Salomo guten Rat darüber erteilen, wie man Herrschern gegenüber weise handelt. Er erklärte:

    “Halte dich an den Befehl des Königs, und das in Hinsicht auf den Eid Gottes. Beeile dich nicht, damit du von ihm weggehen könntest. Nimm nicht Stellung in einer schlechten Sache. Denn alles, was ihm zu tun gefällt, wird er tun, weil das Wort des Königs das Machtgebot ist; und wer darf zu ihm sagen: ,Was tust du?’?” (Pred. 8:2-4).

    Im alten Israel war es möglich, daß die Ältesten, die die ganze Nation vertraten, in einen Bund mit dem König eintraten und sich bereit erklärten, ihm treu zu sein. Zum Beispiel lesen wir in bezug auf David: “Da kamen alle älteren Männer Israels zum König nach Hebron, und König David schloß mit ihnen einen Bund in Hebron vor Jehova” (2. Sam. 5:3). Dem Befehl des Königs nicht zu gehorchen würde deshalb einen Bruch des vor Jehova geleisteten Treueids bedeuten. Andererseits bewies Gehorsam Achtung vor dem wahren Gott, in dessen Gegenwart der Bund geschlossen worden war. Ebenso bleiben wahre Christen aus Respekt vor Jehova den Regierungen dieser Welt untertan, weil sie erkennen, daß sie mit Gottes Zulassung bestehen (Röm. 13:1, 2).

    Der Rat Salomos, nicht übereilt des Königs Gegenwart zu verlassen, wird in Prediger 10:4 mit den Worten erweitert: “Wenn der Geist eines Herrschers wider dich aufsteigen sollte, so verlaß deinen eigenen Platz nicht, denn Gelassenheit selbst mildert große Sünden.”

    Eine Person mag durch jemand, der Autorität besitzt, zurechtgewiesen oder gezüchtigt werden. Sie mag diese Zurechtweisung übelnehmen und geneigt sein, ihre Stellung aufzugeben oder sogar ihre Gesinnung dem Herrscher gegenüber zu ändern. Salomo jedoch empfiehlt, nicht übereilt die Treue zu brechen oder eine Stellung aufzugeben. Der gleiche Grundsatz kann heute auf das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer angewandt werden.

    Der weise König Salomo rät auch, ‘nicht Stellung in einer schlechten Sache zu nehmen’, das heißt nicht in etwas verwickelt zu werden, was der Herrscher als schlecht betrachtet. Kraft seiner Autorität hat das Wort des Königs weit mehr Gewicht als das Wort irgendeines seiner Untertanen. Sein Wort gilt. Seine Autorität wird nicht in Frage gestellt. Aus diesem Grund kann niemand herausfordernd von ihm Rechenschaft verlangen.

    Die Person, die gesetzestreu bleibt, sollte vom Herrscher nichts zu fürchten haben. Salomo sagt:

    “Wer das Gebot hält, wird kein Unglück erfahren” (Pred. 8:5).

    Der gehorsame Untertan “wird kein Unglück erfahren”, das als Strafe über die kommt, die das Gesetz des Königs übertreten. Der Rat des Weisen entspricht den Worten des Apostels Paulus: “Wer sich daher der Gewalt widersetzt, hat sich der Anordnung Gottes entgegengestellt; die, die sich ihr entgegengestellt haben, werden für sich ein Gericht empfangen. Denn die Herrschenden sind nicht für die gute Tat ein Gegenstand der Furcht, sondern für die schlechte. Willst du also ohne Furcht vor der obrigkeitlichen Gewalt sein? Fahre fort, Gutes zu tun, und du wirst Lob von ihr haben” (Röm. 13:2, 3).

    Was aber, wenn der Herrscher ungerecht ist? Salomo bezog sich offensichtlich auf eine solche Situation, als er weiter sagte:

    “Das weise Herz wird sowohl Zeit als Gericht kennen. Denn selbst für jede Angelegenheit gibt es eine Zeit und ein Gericht, weil das Unglück der Menschen vielfältig ist über ihnen. Denn da ist keiner, der weiß, was werden wird, denn so, wie es werden wird, wer kann es ihm kundtun?” (Pred. 8:5-7).

    Ein Weiser handelt nicht aufrührerisch. Da er sich in seinem Herzen von Weisheit leiten läßt, erkennt er, daß es eine geeignete Zeit zum Handeln gibt und eine Möglichkeit, einen bedrückenden Herrscher zu ertragen. Offene Rebellion würde bedeuten, Unheil heraufzubeschwören. Ein gutes Urteilsvermögen würde andererseits jemand davon abhalten, zu einer ungeeigneten Zeit zu handeln (Ps. 37:1-7). Für “alles” gibt es eine geeignete Zeit und eine richtige Beurteilung oder rechte Verfahrensweise. Deshalb beschwört jemand nur Schwierigkeiten herauf, wenn er diese Tatsache außer acht läßt und übereilt handelt. Unvollkommene Menschen haben bereits genügend Probleme, und es erübrigt sich, noch weitere hinzuzufügen, indem man übereilt handelt und ignoriert, daß es “für jede Angelegenheit . . . eine Zeit und ein Gericht” gibt. Außerdem kann niemand sicher sein, was die Zukunft bringen wird. Selbst Machthaber sterben. Wer das im Sinn behält, kann in einer schwierigen Situation leichter ausharren. Die Herrschaft eines Tyrannen kann nicht für immer andauern. In diesem unvollkommenen System kommt alles zu einem Ende.

    Eine gründliche Untersuchung bedrückender menschlicher Herrschaft

    Die Schlußfolgerungen, die Salomo aus der bedrückenden Herrschaft des Menschen zog, beruhten auf sorgfältigen Beobachtungen. Er erwog von Herzen alle Gesichtspunkte solcher menschlichen Herrschaft und ihre Auswirkung auf die Menschen. Aus diesem Grunde konnte er sagen:

    “All das habe ich gesehen, und mein Herz richtete sich auf jede Arbeit, die unter der Sonne getan worden ist während der Zeit, da der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht hat” (Pred. 8:9).

    Tyrannische Regenten können jedoch nicht auf unbestimmte Zeit ihre Herrschaft ausüben. Salomo fuhr fort: “Aber obwohl dem so ist [daß der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden herrscht], habe ich gesehen, wie die Bösen begraben wurden, wie sie hereinkamen und wie sie von dem heiligen Ort selbst wegzugehen pflegten und in der Stadt vergessen wurden, wo sie so gehandelt hatten. Auch das ist Nichtigkeit” (Pred. 8:10). Zu ihren Lebzeiten würden die Bösen zu dem heiligen Ort, der in Salomos Tagen die heilige Stadt Jerusalem mit dem Tempel Jehovas war, hereinkommen und davon weggehen (Matth. 24:15). Sie hätten dort keine Schlechtigkeit verüben sollen. Während ihrer Beerdigung gehen sie zum letztenmal von dort weg. Trotz der hohen Stellung dieser schlechten Menschen würden sie sterben, begraben werden und dem Gedächtnis derer, die in der Stadt ihres Wirkens leben, bald entschwinden. Auf diese Weise würde sich das Leben tyrannischer Herrscher als nichtig und leer erweisen.

    Keine Entlassung aus dem “Krieg” mit dem Tod

    Es gibt einen Krieg, aus dem entlassen zu werden für Menschen unmöglich ist. König Salomo schrieb darüber:

    “Da ist kein Mensch, der Macht hat über den Geist [die Lebenskraft], um den Geist zurückzuhalten; noch gibt es irgendein Machtgebot am Tage des Todes; noch gibt es irgendeine Entlassung im Kriege. Und Bosheit wird denen, die ihr frönen, nicht zum Entrinnen verhelfen” (Pred. 8:8).

    Wenn es ans Sterben geht, ist der Mensch machtlos. Er mag versuchen, was er will, er kann den Geist nicht zurückhalten, so daß die Lebenskraft in seinen Körperzellen bleibt und er sich auf diese Weise am Leben erhalten kann. Sterbende Menschen haben einfach keine Macht über den Tag des Todes. Niemand kann aufgrund menschlicher Anstrengungen aus dem unbarmherzigen “Krieg”, den der Feind “Tod” gegen alle führt, entlassen werden (Röm. 5:14). Es besteht nicht einmal die Möglichkeit, für einen Ersatz zu sorgen, um vom Sterben beurlaubt zu werden. Der inspirierte Psalmist erklärte: “Nicht einer von ihnen kann irgendwie selbst einen Bruder erlösen noch Gott ein Lösegeld für ihn geben (und der Erlösungspreis ihrer Seele ist so kostbar, daß er aufgehört hat auf unabsehbare Zeit), daß er immerdar fortleben und die Grube nicht sehen sollte” (Ps. 49:7-9). Während ihres Lebens mag es Bösen auf schlaue und unredliche Weise gelungen sein, sich einer Strafe zu entziehen. Doch es gibt keinen Kunstgriff, keinen Plan und keine Intrige, durch die sie dem Tod entrinnen können.

    Mit dem fertig werden, was man in einer unvollkommenen Welt sieht

    In diesem unvollkommenen System sehen wir vieles, was uns sehr beunruhigen könnte. Die Bösen mögen gedeihen, während die Gerechten leiden. Wie können wir vermeiden, uns dadurch verbittern zu lassen?

    Gestützt auf sorgfältige Nachforschungen, zeichnete Salomo folgende hilfreiche Beobachtungen auf:

    “Weil das Urteil über ein schlechtes Werk nicht eilends vollzogen worden ist, darum hat sich das Herz der Menschensöhne in ihnen völlig darauf gerichtet, Schlechtes zu tun. Obwohl ein Sünder hundertmal Schlechtes tun und es lange Zeit treiben mag, wie es ihm gefällt, weiß ich doch auch, daß es mit denen, die den wahren Gott fürchten, gut ausgehen wird, weil sie sich vor ihm gefürchtet haben. Mit dem Bösen aber wird es gar nicht gut ausgehen, noch wird er seine Tage verlängern, die wie ein Schatten sind, weil er sich vor Gott nicht fürchtet” (Pred. 8:11-13).

    Wie Salomo hier zeigte, mag das menschliche Rechtswesen lax sein, und menschliche Gerichte mögen peinlich langsam arbeiten oder sogar nachlässig darin sein, böse Werke zu verurteilen. Weil die Bösen nicht für ihre Gesetzlosigkeit bestraft werden, meinen sie, sie kämen ungeschoren davon, und verhärten sich in ihrer bösen Handlungsweise. Aber ihre Bosheit macht sich nicht bezahlt. Ihr Leben vergeht schnell, “wie ein Schatten”, und sie können es durch keine ihrer Intrigen verlängern. Andererseits sind gerechte Personen in Wirklichkeit nicht für immer im Nachteil. Andere mögen ihnen zwar hart zusetzen, doch Ehrfurcht vor dem Schöpfer zu haben oder ihn zu “fürchten” wirkt sich zum Guten aus. Der Gerechte bewahrt ein reines Gewissen, findet Befriedigung darin, das zu tun, wovon er weiß, daß es richtig ist, und wenn er als ein treuer Diener Gottes stirbt, hat er die Hoffnung, von den Toten auferweckt zu werden. So wird für diejenigen, die Jehova Gott fürchten, letzten Endes alles “gut ausgehen”.

    Wer davon überzeugt ist, daß der Höchste diejenigen belohnt, die ihn fürchten, wird sich nicht verbittern lassen, wenn er das beobachtet, was Salomo danach beschreibt:

    “Da ist eine Nichtigkeit, die auf der Erde vollführt wird, daß Gerechte da sind, denen so geschieht, als ob es für das Werk der Bösen wäre, und Böse da sind, denen so geschieht, als ob es für das Werk der Gerechten wäre. Ich sagte, daß auch das Nichtigkeit ist” (Pred. 8:14).

    Diese Ungerechtigkeit kann nicht Jehova Gott zur Last gelegt werden. Sie ist “eine Nichtigkeit, die auf der Erde vollführt wird”, etwas, wofür unvollkommene Menschen verantwortlich sind. Manchmal ist dies auf korrupte Beamte zurückzuführen, manchmal einfach darauf, daß gewisse Personen Gottes vortreffliche Maßstäbe, die Gott in seinem Wort festgelegt hat, nicht kennen oder nicht schätzen.

    Ein gottesfürchtiger Mensch läßt nicht zu, daß ihm die Ungerechtigkeiten der Welt seine Freude am Leben rauben. Er erkennt, daß er das, was Gott bis heute unter den Menschen zugelassen hat, einfach nicht ändern kann, und er handelt daher gemäß den Worten Salomos:

    “Ich selbst lobte die Freude, weil die Menschen nichts Besseres haben unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und sich zu freuen, und daß dies sie begleiten sollte in ihrer harten Arbeit während der Tage ihres Lebens, die der wahre Gott ihnen unter der Sonne gegeben hat” (Pred. 8:15).

    Ja, das beste ist, man bewahrt im Leben eine angemessene Furcht vor dem Schöpfer, während man seine Befriedigung in der Arbeit und bei vernünftigem Essen und Trinken findet. Denn sich wegen all der Fehler, die in diesem System begangen werden, zu sorgen und sich aufzureiben würde nur zu Frustration führen und einem die Freude am Leben rauben. Es könnte jemandes geistige Gesinnung und Glück zerstören. Sich aufzureiben oder sich zu beklagen wird die Befreiung nicht beschleunigen, die dadurch herbeigeführt werden muß, daß Gott die gegenwärtige Ordnung beseitigt und durch eine gerechte neue Ordnung ersetzt (Ps. 37:5-7).

    Außerdem gewinnt man nichts durch den Versuch, eine Regel oder Formel zu entdecken, die auf umfassende und ausführliche Weise die Gründe für die Vorgänge in dieser Welt erklären könnte. Der weise König Salomo und andere untersuchten vor langer Zeit sorgfältig die Angelegenheiten der Menschen. Sie konnten aber keine solche präzise Regel entdecken, durch die bestimmt werden könnte, was in jedem Fall zu erwarten ist. Salomo berichtet:

    “In Übereinstimmung damit richtete ich mein Herz darauf, Weisheit zu erkennen und die Beschäftigung zu sehen, die auf der Erde durchgeführt wird, weil es einen gibt, der mit seinen Augen keinen Schlaf sieht, weder bei Tag noch bei Nacht. Und ich sah das ganze Werk des wahren Gottes, wie die Menschen das Werk, das unter der Sonne getan worden ist, nicht herauszufinden vermögen; wie sehr die Menschen auch ständig hart arbeiten, um es zu suchen, finden sie es doch nicht heraus. Und selbst wenn sie sagen sollten, sie seien weise genug, es zu erkennen, würden sie es nicht herauszufinden vermögen” (Pred. 8:16, 17).

    Beachten wir, daß Salomo das, was unter den Menschen geschieht, als das “ganze Werk des wahren Gottes” bezeichnet. Diese Bezeichnung ist insofern zutreffend, als all das geschieht, weil Gott es zuläßt oder toleriert, nicht weil er all das verursacht, unterstützt oder gutheißt. Selbst wenn jemand seinen Schlaf opfern würde, würde er das volle Ausmaß dessen, was Gott tut und zuläßt, während er seinen großartigen Vorsatz verwirklicht, nicht erfassen können. Dieser Gedanke kommt durch Salomos Worte in der Übersetzung von Moffatt zum Ausdruck:

    “Als ich meinen Sinn dem Studium der Weisheit hingab, um all das ausgefüllte Leben der Welt kennenzulernen, fand ich, daß der Mensch unfähig ist, die Wahrheit all dessen zu erfassen, was Gott in dieser Welt tut; er mag angestrengt arbeiten, um sie zu erlangen, indem er bei Tag und bei Nacht, schlaflos, danach sucht, doch er wird sie nie herausfinden; ein Weiser mag denken, er komme hinter das Geheimnis, doch selbst er findet es nie heraus” (Pred. 8:16, 17).

  23. Juleam 14. Juni 2011 um 21:07 Link zum Kommentar

    Quelle Wachtturm 1.Januar 1978
    Was wollte der Weise damit sagen?

    Sie sind in Gottes Hand

    So weise König Salomo auch war, er konnte doch nicht das volle Ausmaß des Werkes Gottes ergründen – all das, was der Höchste nicht nur tut, sondern im Zuge der Verwirklichung seines wunderbaren Vorsatzes auch zuläßt. Dennoch gab es eine bedeutende Wahrheit, die sich Salomo nach einer sorgfältigen Untersuchung der Angelegenheiten des Menschen ‘zu Herzen nahm’. Was war das? Die Tatsache, daß “die Gerechten und die Weisen und ihre Werke in der Hand des wahren Gottes sind” (Pred. 9:1).

    Ja, die Gerechten und die Weisen sind, was ihre Person und ihre Handlungen betrifft, in der Hand oder in der Macht des Höchsten. Er mag zwar zulassen, daß Unheil über sie kommt, doch sie werden bestimmt nicht ihres Lohnes verlustig gehen. Jehova Gott “kennt die, die ihm gehören”, und wird alle seine Werke ‘zum Guten derer auswirken lassen, die ihn lieben’ (Röm. 8:28; 2. Tim. 2:19). Das kann eine Quelle des Trostes und der Ermunterung sein, wenn wir Gerechte leiden sehen, während die Bösen gedeihen (Pred. 8:14).

    Bibelgelehrte der letzten Jahrhunderte haben sich gefragt, was wohl Salomo mit den weiteren Worten aus Prediger 9:1 sagen wollte:

    “Die Menschen wissen weder von der Liebe noch von dem Haß, was alles vor ihnen war.”

    Es könnte gut sein, daß diese Worte absichtlich so geschrieben wurden, daß mehrere brauchbare Auffassungen davon abgeleitet werden können. Zum Beispiel könnte man darunter verstehen, daß die Lebenden keine Ahnung haben, wieviel Liebe und Haß unter den Menschen herrschten, die vor ihnen lebten, da der Tod der Liebe und dem Haß ein Ende bereitet.

    Oder vielleicht sollten Salomos Worte im Zusammenhang mit dem vorausgegangenen Hinweis gesehen werden, daß Gott sowohl über die Gerechten und Weisen als auch über ihre Werke Macht hat. Die Liebe und der Haß, die sie und alle übrigen Menschen verspüren, machen sich bemerkbar, weil Gott sie zuläßt. Außerdem wußte der Höchste lange vor ihrer Geburt, daß die Menschen Liebe und Haß verspüren würden. Er ließ zu, daß sündhafte Menschen, die lieben und hassen würden, ins Dasein kamen. Nach der Auflehnung Adams und Evas erklärte Jehova Gott: “Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir [der Urschlange, Satan, dem Teufel] und dem Weibe [nicht Eva, sondern Gottes „Weib“ (Gal. 4:26-31)] und zwischen deinem Samen und ihrem Samen” (1. Mose 3:15). Gott ‘wußte’ also, daß sich ‘Liebe und Haß’ in der Menschheit entwickeln würden, während die Menschen das erst durch schmerzliche Erfahrungen kennenlernen würden.

    Die Worte des Weisen aus Prediger 9:1 könnten aber auch wie folgt erklärt werden: Unter unvollkommenen Menschen werden Liebe und Haßgefühle oft ohne Grund und Ursache zum Ausdruck gebracht. Den Menschen geht daher das Wissen, das Verständnis oder die Kenntnis der Beweggründe für all die Liebe und den Haß ab, die vor ihnen zum Ausdruck gebracht wurden. So verstanden, würden Salomos Worte gut zu seiner anschließenden Betrachtung passen, in der er zeigt, wie ungewiß das Leben ist und daß der Tod, der allem ein Ende bereitet, nicht vorausgesagt werden kann. Liebe und Haß können genauso blind wie unbegreiflich sein.

    Weil die Menschen in einer unvollkommenen, sündhaften Welt leben, mögen sie, ob sie gerecht oder böse sind, Gutes und Böses sowie Liebe und Haß verspüren. Jehova erlaubt den Gerechten und den Bösen, Speise und Trank zu genießen und auch aus anderen seiner großzügigen Vorkehrungen zur Erhaltung des Lebens Nutzen zu ziehen (Matth. 5:45; Apg. 14:16, 17). Auch wenn es ans Sterben geht, gibt es keinen Unterschied. Salomo sagte weiter:

    “Alle sind gleich in dem, was alle haben. E i n e Zufälligkeit gibt es für den Gerechten und den Bösen, den Guten und den Reinen und den Unreinen und den, der Schlachtopfer darbringt, und den, der nicht Schlachtopfer darbringt. Der Gute ist so wie der Sünder; der [leichtsinnig oder gedankenlos] Schwörende ist so wie jeder, der sich vor einem geschworenen Eid gefürchtet hat” (Pred. 9:2).

    Da es nach außen hin anscheinend keinen Unterschied gibt zwischen dem, was den Gerechten, und dem, was den Bösen zu ihren Lebzeiten widerfährt, und besonders da alle im Tode enden, könnte man zu der Auffassung gelangen, man habe in Wirklichkeit keinen Vorteil, wenn man ein rechtschaffenes, gottesfürchtiges Leben führe. Salomo führte diesen Umstand als einen Grund dafür an, weshalb die Menschen ständig sündigen, indem er sagte:

    “Dies ist, was unglücklich ist in allem, was unter der Sonne getan worden ist, daß das Herz der Menschensöhne, weil es e i n e Zufälligkeit für alle gibt, auch voll von Schlechtem ist” (Pred. 9:3).

    Nützt es ihnen aber etwas, daß sie gesetzlos handeln? Nein, denn der Weise sagt: “Wahnsinn ist in ihrem Herzen zeit ihres Lebens, und danach – zu den Toten!” (Pred. 9:3). Solange sie leben, handeln sie, als ob sie von Sinnen seien, und gehen hemmungslos ihren verkehrten Wünschen und Neigungen nach. Ihr Leben der Festgelage und Lüste endet schließlich unvermittelt im Tod. Wie also sollte man sein Leben gestalten?

    Eine vernünftige Lebensweise

    Man sollte das Leben schätzen und es gut nutzen. Salomo schrieb:

    “Denn wer irgend allen Lebenden zugesellt ist, für den ist Zuversicht da, weil ein lebender Hund besser daran ist als ein toter Löwe. Denn die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden [ein ernüchternder Gedanke, der sie veranlassen sollte, ihr Leben auf vernünftige Weise zu nutzen]; aber was die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt, auch haben sie keinen Lohn mehr, denn die Erinnerung an sie ist vergessen. Auch ihre Liebe und ihr Haß und ihre Eifersucht sind bereits vergangen, und sie haben auf unabsehbare Zeit keinen Anteil mehr an irgend etwas, was unter der Sonne zu tun ist” (Pred. 9:4-6).

    Nur wenn man am Leben ist, kann es Zuversicht und Hoffnung geben. Dann sollte man sich bei dem Schöpfer einen guten Namen machen. Solange jemand am Leben ist, besteht die Hoffnung, daß er sich bessert, selbst wenn er gesetzlos handelt. Kommt einmal der Tod, so ist es zu spät. Daher ist ein lebender Hund – obwohl man ihn verachtet – besser daran als ein toter Löwe, der König der Tiere. Die Lebenden können immer noch etwas tun, aber die Toten haben keinen Anteil mehr an irgendeinem Werk oder an Empfindungen wie Liebe, Haß und Eifersucht, die einen so wesentlichen Bestandteil des irdischen Seins bilden.

    Wir sollten uns daher als gottesfürchtige Menschen an der Arbeit unserer Hände erfreuen. Salomo schrieb:

    “Geh, iß deine Speise mit Freuden, und trinke deinen Wein mit gutem Herzen, denn der wahre Gott hat bereits Wohlgefallen gefunden an deinen Werken. Mögen sich deine Kleider bei jeder Gelegenheit als weiß erweisen [strahlend und sauber, indem sie nicht Trauer oder Schwermut widerspiegeln, sondern Freude], und Öl [ebenfalls ein Symbol der Freude, da Öl kühlend und erfrischend wirkt] fehle nicht auf deinem Haupte. Sieh an das Leben mit der Ehefrau, die du liebst, alle Tage deines nichtigen Lebens, die Er dir gegeben hat unter der Sonne, alle Tage deiner Nichtigkeit, denn das ist dein Anteil am Leben und an deiner harten Arbeit, mit der du hart arbeitest unter der Sonne. Alles, was deine Hand zu tun findet, das tue mit all deiner Kraft, denn es gibt kein Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheol, dem Ort, wohin du gehst” (Pred. 9:7-10).

    Das Leben auf vernünftige Weise zu genießen, zu essen und zu trinken ist richtig und angebracht. Es ist Gottes Gabe und findet daher sein Wohlgefallen. Das wollte Salomo offensichtlich sagen, als er nach der Ermunterung, sich am Essen und Trinken zu erfreuen, weiter sagte:

    “Denn der wahre Gott hat bereits Wohlgefallen gefunden an deinen Werken.”

    Ja, der Höchste verlangt von uns nicht, daß wir ein enthaltsames Leben führen und uns jede Freude versagen. Da er ein glücklicher Gott ist, möchte er, daß die Menschen im täglichen Leben, auch in ihrem Eheleben, glücklich sind (Apg. 14:17). Das heißt natürlich nicht, daß sie ein genußsüchtiges Leben führen und nur auf Vergnügen aussein sollten. Salomo ermunterte zur Arbeit und dazu, Gelegenheiten zu nutzen, die Hände im Gutestun anzustrengen, bevor man durch den Tod völlig daran gehindert wird und im Scheol, im Grab, endet.

    In dieser Welt ist es daher am vernünftigsten, das Leben so lange wie möglich zu genießen, und zwar indem man sich innerhalb der Grenzen bewegt, die durch Gottes Sittengesetze gezogen werden. Allzuoft tritt das Unerwartete ein. Durch den Tod kann alles sehr schnell zur Nichtigkeit gemacht werden. Der schnellste Läufer kann straucheln und das Rennen verlieren. Eine mächtige Armee mag von einer schwächeren Streitmacht besiegt werden. Einem Weisen mag es nicht gelingen, eine gute Stelle zu erhalten, und er mag daher hungern. Personen, die sich hervorragend darauf verstehen, ein Geschäft zu leiten, mögen aufgrund irgendwelcher Umstände ihre Kenntnisse nicht anwenden können und daher verarmen. Gebildete Menschen mögen sich den Zorn von Machthabern zuziehen und bei ihnen in Ungnade fallen. Diese Beobachtungen hatte König Salomo beiläufig gemacht, doch nachdem er alles noch einmal sorgfältig erwogen hatte, schrieb er:

    “Ich wandte mich, um unter der Sonne zu sehen, daß nicht den Schnellen der Wettlauf gehört noch den Starken die Schlacht, noch auch den Weisen die Speise, noch auch den Verständigen der Reichtum, noch selbst denen, die Kenntnisse haben, die Gunst, denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle. Denn der Mensch kennt auch seine Zeit nicht [denn der Tod kann unerwartet kommen]. So wie Fische, die in einem üblen Netz gefangen werden, und wie Vögel, die in einer Falle gefangen werden, so werden die Menschensöhne selbst zu einer Zeit des Unglücks verstrickt, wenn es sie plötzlich überfällt” (Pred. 9:11, 12).

    Wie Fische in einem Netz und Vögel in einer Falle unerwartet gefangen werden mögen, so können auch Menschen plötzlich, ohne Warnung, vom Tode überrascht werden. Salomo erteilte eine eindringliche Lektion darüber, wie man das Leben, seine echten Vorteile und Gelegenheiten, auf vernünftige und lohnende Weise so lange wie möglich genießen kann.

    Weisheit wird nicht immer geschätzt

    In dieser Welt geschehen oft Dinge, mit denen man nicht rechnet. König Salomo machte diese Beobachtung und sagte, daß ‘die Weisen keine Speise haben und diejenigen, die Kenntnisse haben, in Ungnade fallen mögen’ (Pred. 9:11). Das ist hauptsächlich deshalb so, weil Menschen oft nach dem äußeren Schein urteilen statt nach dem tatsächlichen Stand der Dinge.

    Der weise König Salomo führte eine bemerkenswerte Veranschaulichung an, ein Beispiel, das ‘groß für ihn’ war. Wir lesen:

    “Auch das sah ich, was Weisheit unter der Sonne betrifft – und sie war groß für mich [„hat mich tief beeindruckt“, Bruns]: Da war eine kleine Stadt [ein sehr unbedeutender Ort], und der Männer darin waren wenige [es gab also wenig Männer, die sie verteidigen konnten]; und es kam an sie ein großer König, und er umzingelte sie und baute große Festungen gegen sie. Und es fand sich darin ein Mann, bedürftig, aber weise, und dieser verhalf der Stadt durch seine Weisheit zum Entrinnen. Aber kein Mensch gedachte jenes bedürftigen Mannes” (Pred. 9:13-15).

    Hätte es diesen bedürftigen weisen Mann nicht gegeben, so wäre die Stadt in die Hände des “großen Königs” gefallen. Die Weisheit dieses armen Mannes erwies sich gewissermaßen den Belagerungswerken und den Kriegern des Königs überlegen. Doch nachdem die Gefahr vorüber war, fühlten sich die Leute dem bedürftigen Mann gegenüber nicht verpflichtet, sondern vergaßen ihn ganz und gar.

    Salomo zog folgende Schlußfolgerung daraus:

    “Weisheit ist besser als Mächtigkeit; doch die Weisheit des Bedürftigen ist verachtet, und auf seine Worte wird nicht gehört” (Pred. 9:16).

    Ja, wenn ein Mensch keine höhere Stellung bekleidet oder nicht prominent ist, werden seine Worte allzuoft überhört. Sie haben wenig Gewicht. Manchmal befolgt man sie vielleicht als letzten Ausweg aus Schwierigkeiten. Doch ist die kritische Lage einmal vorüber, so wird der Betreffende nicht geehrt. (Vergleiche 1. Korinther 1:26, 27; 2:8-11.)

    Dennoch ist die Weisheit von großem Wert und wird nicht immer einfach deshalb verachtet, weil sie aus einer anspruchslosen Quelle stammt. Salomo sagte weiter:

    “Die Worte der Weisen in Ruhe werden mehr Gehör finden als der Schrei jemandes, der unter Unvernünftigen herrscht. Weisheit ist besser als Kampfgeräte, und nur ein einziger Sünder kann viel Gutes vernichten” (Pred. 9:17, 18).

    Wie der Weise hier zeigt, ist es weit besser und vernünftiger, auf die besonnenen, würdigen Worte weiser, doch niedriger Personen zu hören statt auf die Schreie eines Herrschers, der sich in seiner Popularität auf Untertanen stützt, die durch ihre Einstellung und ihr Handeln eine törichte Ansicht über das Leben verraten. Wie das Beispiel des bedürftigen weisen Mannes zeigt, kann mit Weisheit mehr erreicht werden als mit einer Kriegsausrüstung. Doch schon ein einziger Sünder oder Tor kann ungeahnte Schwierigkeiten heraufbeschwören. Durch seine verkehrten Gedanken, die er vielleicht lautstark zum Ausdruck bringt, oder durch seine schlechten Handlungen kann er die besten Pläne zunichte machen und den Ruf einer Gemeinde ruinieren oder Kräfte und Mittel vergeuden. (Vergleiche 3. Johannes 9-11.) Wahrlich, der Weisheit ist der Vorzug zu geben, selbst wenn Personen, die weise sind, von anderen nicht geschätzt werden.

  24. Juleam 14. Juni 2011 um 21:15 Link zum Kommentar

    Quelle Wachtturm vom Februar 1978
    Was wollte der Weise damit sagen?

    Selbst ein wenig Torheit kann Schaden stiften

    Schon eine einzige törichte Handlung kann dem Ruf eines Menschen schaden. Der weise König Salomo schrieb:

    “Tote Fliegen machen das Öl des Salbenbereiters stinkend, gärend. So wirkt ein wenig Torheit bei einem, der kostbar ist an Weisheit und Herrlichkeit” (Pred. 10:1).

    Ein guter Name oder Ruf läßt sich mit wohlriechendem Öl vergleichen, das leicht durch so etwas Unscheinbares wie tote Fliegen verdorben werden kann. Durch die Verwesung dieser Insekten wird das Öl stinkend, es beginnt zu ‘gären’. Ebensogut könnte ein Mensch seinen guten Ruf, eine weise und ehrenwerte Person zu sein, durch eine unüberlegte Handlung, “ein wenig Torheit”, verlieren.

    Das ist darauf zurückzuführen, daß man von jemandem, der für seine Weisheit bekannt ist, mehr erwartet als von anderen. Er muß sich daher bei seinem Reden und bei seinem Handeln sehr in acht nehmen. Sein vorzüglicher Ruf könnte zum Beispiel durch einen einzigen heftigen Zornausbruch, durch einmaligen übermäßigen Alkoholgenuß oder eine einzige unkeusche Handlung mit einer Person des anderen Geschlechts besudelt werden.

    Wo das Herz sein sollte

    Um nicht der Torheit anheimzufallen, sollte man sein Herz mit rechten Beweggründen füllen. Der Weise sagte:

    “Das Herz des Weisen ist zu seiner rechten Hand, aber das Herz des Unvernünftigen zu seiner linken Hand. Und auf welchem Weg auch immer der Törichte wandelt, mangelt es ihm an Herz, und er sagt gewiß jedem, daß er töricht ist” (Pred. 10:2, 3).

    In der Bibel wird die “rechte Hand” oft mit einer Stellung der Gunst oder des Wohlwollens in Verbindung gebracht. (Vergleiche Matthäus 25:33.) Durch den Hinweis, daß das Herz des Weisen zu seiner rechten Hand ist, wird daher angedeutet, daß es ihn veranlaßt, gut und wohlgefällig zu handeln. Der Törichte wird jedoch motiviert, einen verkehrten Weg einzuschlagen; sein Herz ist zu seiner “linken Hand”. Er gleicht einem Rechtshänder, der, falls er seine rechte Hand nicht gebrauchen kann, mit seiner linken Hand ungeschickt sein mag und nicht imstande ist, etwas Erforderliches auszuführen. Da es dem Törichten an guten Beweggründen, an “Herz” zu seiner rechten Hand, mangelt, wird er leicht als das erkannt, was er ist. Es ist so, als ob er ‘jedem sagen würde, daß er töricht ist’. Weil ein solcher Mensch weder Zurechtweisung noch Rat erhalten möchte, ist er auch schnell dabei, andere, die ihm zu helfen versuchen, als “Törichte” zu bezeichnen.

    Ein schwerwiegender Fehler

    Wenn ein Herrscher bei der Auswahl von Männern für ein hohes Amt einen schwerwiegenden Fehler macht, kann viel Schaden angerichtet werden. Der weise König Salomo bezeichnete einen solchen Fehler als ein Unglück und schrieb:

    “Da ist etwas Unglückliches, was ich unter der Sonne gesehen habe, wie wenn es einen Fehlgriff gibt, der wegen des Machthabers ausgeht: Torheit ist in viele hohe Stellungen gesetzt worden, doch die Reichen [„Edle“, Bruns] selbst bleiben lediglich in niedrigem Stande wohnen. Ich habe Knechte auf Pferden gesehen, aber Fürsten, die gleich Knechten auf der Erde gingen” (Pred. 10:5-7).

    Salomo nannte Personen, die sich für hohe Stellungen eignen, “Reiche”. Das sollten wir nicht so auffassen, als ob er sich für eine Plutokratie – eine Staatsform, in der allein die Reichen herrschen – aussprach. Salomo dachte offensichtlich an Personen, die gutes Urteilsvermögen anwenden und imstande sind, eine gute Verwaltung zu führen. Solche Männer verraten bestimmt größeres Geschick zu regieren als Personen, die ihre Mittel verschwendet oder schlecht verwaltet haben.

    Personen, die über Autorität verfügen, mögen aufgrund mangelnden Urteilsvermögens fürstlichen oder edlen Menschen nicht die ihnen gebührende Ehre zuerkennen und sie wie Knechte behandeln. Weit weniger befähigte Männer, lediglich Knechte, mögen indes wie Adelige auf Pferden reiten. Dieser Umstand bringt Schwierigkeiten für die Untertanen mit sich, die gezwungen sind, sich Beamten zu unterwerfen, die in Wirklichkeit ungeeignet sind. Wahrlich, Salomos Worte unterstreichen, wie wichtig es ist, für bedeutende Aufgaben befähigte Personen auszuwählen.

    Unfähige Personen sind um ihre Stellung nicht zu beneiden

    Unfähigkeit mag zunächst nicht erkannt werden. Es gibt Personen, die es verstehen, andere durch einen scheinbar scharfen Verstand zu beeindrucken. Man mag sie für verantwortliche Aufgaben auswählen, während wirklich weise Männer übersehen werden. Man mag geneigt sein, unqualifizierte Personen, die eine Vertrauensstellung innehaben, zu beneiden. Doch unfähige Personen sind nicht zu beneiden. Sie stehen ständig in Gefahr, das zu verlieren, was sie erreicht haben. Da es ihnen an der nötigen Weisheit mangelt, mag es sich schließlich herausstellen, was sie sind, und zu ihrem Schaden und zu ihrer Schande mögen sie einen schrecklichen Sturz erleiden.

    Durch seinen Hinweis auf andere Gefahren wollte Salomo offensichtlich zeigen, daß Unfähigkeit an sich schon gefährlich ist. Er schrieb:

    “Wer eine Grube gräbt, wird selbst direkt in sie hineinfallen [weil eine offene Grube eine stets gegenwärtige Gefahr darstellt]; und wer eine Steinmauer durchbricht, eine Schlange [die in alten Mauern zu Hause ist] wird ihn beißen. Wer Steine ausbricht, wird sich daran verletzen. Wer Holzklötze spaltet, wird sich dabei in acht nehmen müssen” (Pred. 10:8, 9).

    Sowohl beim Steinegraben als auch beim Holzfällen können Leib und Leben gefährdet sein, und deshalb sollte man dabei Vorsicht walten lassen.

    Bestimmt ist eine kompetente Person in einer weit besseren Lage als jemand, der zwar über Fähigkeiten verfügt, sie aber mangels Weisheit nicht richtig einsetzen kann. Salomo veranschaulicht dies mit den Worten: “Wenn ein eisernes Werkzeug stumpf geworden ist und jemand seine Schneide nicht gewetzt hat, dann wird er seine eigenen leistungsfähigen Kräfte anstrengen.” Es wäre töricht, zum Holzfällen eine stumpfe Axt zu verwenden, sich unnötigerweise anzustrengen und dennoch keine gute Arbeit leisten zu können.

    “So ist”, wie Salomo weiter sagt, “die Anwendung von Weisheit im Hinblick auf Erfolg von Vorteil” (Pred. 10:10).

    Ja, was zählt, ist angewandte Weisheit. Jemand mag Erkenntnis haben, doch von welchem Wert wäre sie, wenn er nicht wüßte, wie er sie anzuwenden hat? Salomo sagt:

    “Wenn die Schlange beißt, ohne daß eine Beschwörung erfolgt, dann gibt es keinen Vorteil für den, der der Zungenkunst ergeben ist” (Pred. 10:11).

    Die Fähigkeit, eine Schlange zu beschwören, ist nutzlos, wenn derjenige, der über diese Fähigkeit verfügt, von der Schlange gebissen wird, bevor seine Beschwörung wirkt. In der Jerusalemer Bibel lautet dieser Vers: “Wenn die Schlange beißt, bevor sie beschworen, so hat der Beschwörer nichts von seiner Kunst.” Man muß somit wirkungsvoll sprechen.

    Statt also auf unfähige Personen, die Autorität erlangen, neidisch zu sein, sollte man erkennen, in welch gefährlicher Lage sie sich befinden, und sich selbst bemühen, weisen Gebrauch von seinem Wissen und von seinen Fähigkeiten zu machen. Auf die Dauer gesehen ist der Weise, selbst wenn sein gutes Urteilsvermögen zunächst nicht erkannt wird, besser daran als jemand, der im Rang gestiegen, aber unfähig ist.

    Die mißliche Lage des Toren

    Salomo stellte die Wirkung der Worte des Weisen derjenigen der Worte eines Toren gegenüber und schrieb:

    “Die Worte vom Mund des Weisen bedeuten Gunst, aber die Lippen des Unvernünftigen verschlingen ihn” (Pred. 10:12).

    Aus dem Munde weiser Menschen gehen Worte hervor, die für den Hörer gut und förderlich sind. (Vergleiche Epheser 4:29.) Ihre Äußerungen finden wahrscheinlich auch ein günstiges Echo. Der Unvernünftige hingegen bereitet sich durch seine Worte Schande; sie ruinieren oder “verschlingen ihn” daher.

    Der “Unvernünftige” äußert vom Anfang bis zum Ende Torheit und geht in seiner Argumentation oft von falschen Voraussetzungen aus und gelangt zu falschen Schlußfolgerungen. Salomo beschreibt dies wie folgt:

    “Der Beginn der Worte seines Mundes ist Torheit, und das nachherige Ende seines Mundes ist unglückbringender Wahnsinn. Und der Törichte redet viele Worte. Der Mensch weiß nicht, was werden wird; und das, was nach ihm werden wird, wer kann es ihm kundtun?” (Pred. 10:13, 14).

    Der Tor meint, er könne es.

    Solche Personen machen sich das Leben auch in anderer Hinsicht schwer. Salomo sagt weiter:

    “Die harte Arbeit der Unvernünftigen ermüdet sie, weil nicht e i n e r erkannt hat, wie man zur Stadt geht” (Pred. 10:15).

    Personen, die kein gutes Urteilsvermögen anwenden, mögen sich endlos abmühen, sie mögen ermüden und dennoch praktisch nichts wirklich Lohnendes erreichen. Sie lassen eigensinnigerweise das außer acht, was ihr gesunder Menschenverstand ihnen sagen sollte. Es entgeht ihnen sogar Augenfälliges, was mit einer leicht zu erkennenden Durchgangsstraße, die zur Stadtmitte führt, zu vergleichen ist.

    Wenn sich die Herrschenden durch Torheit auszeichnen

    Es ist schon schlimm genug, wenn das gewöhnliche Volk Torheit offenbart. Wenn aber Herrscher nicht den gesunden Menschenverstand walten lassen und kein gutes Urteilsvermögen anwenden, bedeutet das Ruin für den Staat und Schaden für seine Untertanen. Salomo fragt:

    “Wie wird es mit dir sein, o Land, wenn dein König ein Knabe ist und deine eigenen Fürsten selbst am Morgen beim Essen bleiben?” (Pred. 10:16).

    Es ist wirklich traurig, wenn ein Herrscher Merkmale eines unerfahrenen Jugendlichen aufweist und von Fürsten oder Beratern umgeben ist, die nicht an den Staatsgeschäften interessiert sind. Wenn sie am Morgen ihre Zeit mit Essen verbringen, statt ihren Aufgaben nachzukommen, wird das Reich zerfallen.

    Im Gegensatz dazu sagt Salomo über die Wirkung einer guten staatlichen Verwaltung:

    “Glücklich bist du, o Land, wenn dein König der Sohn von Edlen [also selbst ein weiser und edler Herrscher] ist und deine eigenen Fürsten zur rechten Zeit essen, zur Machterweisung [um Kraft für ihre Arbeit zu erlangen], nicht zum bloßen Trinken [sich nicht der Genußsucht hingeben]” (Pred. 10:17).

    Ja, weise Herrscher tragen viel zum Glück ihrer Untertanen bei.

    Das Sprichwort, mit dem Salomo dann fortfährt, zeigt, daß Ruin und Zerfall die Folge sind, wenn wichtige Arbeit ungetan bleibt. Wir lesen:

    “Durch große Faulheit senkt sich das Gebälk, und durch das Hängenlassen der Hände wird das Haus undicht” (Pred. 10:18).

    Ein Haus, das man nicht instand hält, wird baufällig. Das Dach wird sich senken und undicht werden. Genauso führt es zum Ruin, wenn Staatsgeschäfte nicht richtig wahrgenommen werden.

    An dieser Stelle erwähnt Salomo ein weiteres Sprichwort:

    “Brot ist für das Lachen der Arbeiter, und Wein selbst erfreut das Leben; aber Geld ist das, was in allen Dingen eine Erwiderung findet” (Pred. 10:19).

    Sich beim Essen angenehm zu unterhalten kann sehr genußreich sein. Brot kann man aber nicht ohne Geld erhalten, und jemand freut sich nicht allzusehr über Wein, wenn er über sehr wenig Mittel für das Lebensnotwendige verfügt. In dem heutigen System kann man sich mit Geld alle materiellen Dinge erwerben, und daher findet es “in allen Dingen eine Erwiderung”. Salomo wollte vielleicht mit diesen Worten sagen, daß jemand durch Fleiß das erforderliche Geld erhalten kann, um sich Brot und Wein leisten zu können, die Annehmlichkeiten, die die Lebensfreude steigern.

    Dann gibt Salomo den Rat:

    “Sogar in deinem Schlafgemach rufe nicht Übles auf den König selbst herab, und in den inneren Gemächern, wo du dich niederlegst, rufe nicht Übles auf irgendeinen Reichen herab; denn ein fliegendes Geschöpf der Himmel wird den Laut übermitteln, und etwas, was Flügel besitzt, wird die Sache kundtun” (Pred. 10:20).

    Sollte die herrschende Klasse die Staatsgeschäfte vernachlässigen, so wird der Weise dennoch keine unnötigen Risiken eingehen. Von welchem Nutzen wäre es für ihn, im abgeschiedensten Teil des Hauses zu schimpfen und sich zu beklagen, wenn es nicht in seiner Macht steht, an der Situation etwas zu ändern? Er denkt vielleicht, niemand könne ihn hören. Doch mitunter kommt etwas auf sehr ungewöhnliche und völlig unerwartete Weise ans Licht. Warum also seinen Frieden und seine Sicherheit durch unüberlegte Äußerungen über Personen, die Autorität haben, aufs Spiel setzen? (Vergleiche Matthäus 12:36, 37; Römer 13:1; Titus 3:1, 2; 1. Petrus 2:13-17.) Wie praktisch Salomos Rat doch ist!

  25. Juleam 14. Juni 2011 um 21:20 Link zum Kommentar

    Quelle Wachtturm vom März 1978
    Was wollte der Weise damit sagen?

    Ergreife die Gelegenheit

    Manchmal bietet sich eine ausgezeichnete Gelegenheit, Gutes zu tun oder etwas Nützliches zu erhalten. Wegen der Unsicherheiten des Lebens in dem gegenwärtigen System mag jedoch ein gewisses Maß an Glauben erforderlich sein, wenn man bestimmte Situationen richtig nutzen möchte. Und dennoch könnten wir, falls wir in einem solchen Fall Befürchtungen hegen, uns etwas wirklich Lohnendes verscherzen. Es könnte gut sein, daß wir dadurch nicht zur Ermunterung anderer beitragen.

    Der weise König Salomo gab diesbezüglich einen sehr praktischen Rat. Er schrieb:

    “Sende dein Brot aus auf die Oberfläche der Wasser, denn im Verlauf vieler Tage wirst du es wiederfinden. Gib sieben oder sogar acht einen Anteil, denn du weißt nicht, welches Unglück sich auf der Erde ereignen wird” (Pred. 11:1, 2).

    Diese Worte werden im allgemeinen als eine Aufforderung zur Freigebigkeit angesehen.

    Man weiß nie, wozu es führen kann, wenn man freigebig ist. Es mag den Anschein haben, daß man etwas dem “Wasser” übergibt, ohne die Aussicht, sogleich dafür etwas zurückzuerhalten. Aber man mag durch seine Freigebigkeit die Zuneigung anderer gewinnen, die veranlaßt werden, ihrerseits freigebig zu sein, falls man selbst in Not geraten sollte. Das heißt nicht, daß jemand, der wirklich freigebig ist, damit rechnen sollte, daß ihm vergolten wird. Er findet hingegen Freude daran, anderen zu geben, und vertraut darauf, daß er stets das haben wird, was er benötigt. Er gibt also nicht nur einigen wenigen, vielleicht zwei oder drei, sondern ist von ganzem Herzen freigebig und gibt “sieben oder sogar acht”. Einige vorsichtige Personen mögen denken, dies sei sehr unvernünftig, weil sie befürchten, in Not zu geraten, falls sich ein Unglück ereignet. Wenn aber einen freigebigen Menschen ein Unglück ereilt, wird ihm mit größerer Wahrscheinlichkeit geholfen werden. Einen ähnlichen Gedanken brachte Jesus Christus zum Ausdruck, als er sagte: “Übt euch im Geben, und man wird euch geben. Man wird euch ein treffliches, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß in euren Schoß schütten” (Luk. 6:38).

    Freigebigkeit ließe sich auch damit vergleichen, daß man Reis in einen von Wasser bedeckten Boden pflanzt. Nach ‘vielen Tagen’ kommt das so Gepflanzte zur Reife und bringt einen reichen Ertrag.

    Salomo zieht dann bestimmte unabänderliche Gesetze heran, um zu zeigen, daß Unentschlossenheit im Leben nicht gerade das beste ist. Er bemerkt:

    “Wenn die Wolken mit Wasser gefüllt sind, schütten sie einen wahren Regenguß auf die Erde aus; und wenn ein Baum nach Süden fällt oder wenn es nach Norden ist, an der Stelle, wohin der Baum fällt, dort wird er liegen” (Pred. 11:3).

    So ist es nun einmal. Menschen haben darauf keinen Einfluß. Warum also mit der Freigebigkeit oder einer notwendigen Handlung zögern oder diesbezüglich unentschlossen sein? Wenn es regnet, regnet es. Wenn ein Baum in eine bestimmte Richtung fällt, dann fällt er dorthin. Das trifft auch auf viele andere Dinge im Leben zu. Untätig zu sein ist keine Garantie dafür, daß sie nicht geschehen.

    Wer sein Leben dadurch ordnen möchte, daß er im voraus herauszufinden sucht, was geschehen oder nicht geschehen mag, wird nichts zustande bringen. Salomo sagte:

    “Wer auf den Wind achtet, wird nicht Samen säen [da er fürchtet, daß der Wind den Samen wegbläst]; und wer nach den Wolken schaut, wird nicht ernten [da er fürchtet, daß das geschnittene Getreide naß wird, bevor er es in seinen Lagerraum bringen kann]” (Pred. 11:4).

    Wir sollten daher die Hände nicht in den Schoß legen, sondern tun, was getan werden muß, in dem Bewußtsein, daß es immer Ungewißheiten geben wird. Es besteht keine Möglichkeit, das Werk Gottes zu ergründen, das heißt eine Regel zu entdecken, durch die genau bestimmt werden kann, was er tun oder bei der Verwirklichung seines Vorsatzes tolerieren mag, und dann unsere Geschäfte nach dieser Regel auszurichten. Salomo wies darauf hin, daß Gottes Werk für den Menschen ein ebenso großes Geheimnis ist wie die Entwicklung des Kindes im Mutterleib. Er schrieb:

    “So, wie du nicht weißt, welches der Weg des Geistes ist in den Gebeinen im Leib der Schwangeren, ebenso kennst du nicht das Werk des wahren Gottes, der alle Dinge tut” (Pred. 11:5).

    In Anbetracht der Unsicherheiten des Lebens und der Unfähigkeit des Menschen, gewisse feststehende Gesetze zu ändern, gibt Salomo den Rat:

    “Am Morgen säe deinen Samen, und bis zum Abend laß deine Hand nicht ruhen; denn du weißt nicht, wo dies Erfolg haben wird, entweder hier oder dort, oder ob beides gleicherweise gut sein wird” (Pred. 11:6).

    Am besten machen wir uns also mit Fleiß an unsere Arbeit und lassen uns durch Ungewißheiten nicht so weit beunruhigen, daß wir uns an unserem Wirken hindern lassen, sei es in Verbindung mit unserem Glauben, unserem Berufsleben oder in bezug auf Freigebigkeit.

    Das kann dazu beitragen, daß wir positiv zum Leben eingestellt sind. Salomo schrieb:

    “Das Licht ist auch süß, und es ist gut für die Augen, die Sonne zu sehen; denn wenn ein Mensch auch viele Jahre leben sollte, so möge er sich in ihnen allen freuen” (Pred. 11:7, 8).

    Da nur ein Lebender das Licht und die Sonne schätzen kann, weist Salomo hier darauf hin, daß es gut ist, am Leben zu sein, und daß man Freude am Leben finden sollte. Er fügt allerdings noch den ernüchternden Gedanken hinzu:

    “Er gedenke der Tage der Finsternis, obwohl ihrer viele sein könnten; jeder Tag, der gekommen ist, ist Nichtigkeit” (Pred. 11:8).

    Man sollte die Tatsache nicht außer acht lassen, daß man seine Kraft und Vitalität verlieren kann, wenn sich die “Tage der Finsternis”, das hohe Alter, einstellen. Für einen Hinfälligen mag, während sich sein Leben über Jahre hinzieht, jeder Tag Nichtigkeit sein, anscheinend leer und bedeutungslos. Deshalb sollte man sich, solange es einem möglich ist, auf vernünftige Weise des Lebens erfreuen, gutes Urteilsvermögen anwenden und sich in allem, was man tut, von Gott leiten lassen.

    Mache weisen Gebrauch von der Jugendkraft

    In der Jugend, wenn man noch über Kraft und Vitalität verfügt, kann das Leben etwas Schönes sein. Der weise König Salomo schrieb:

    “Freue dich, junger Mann, in deiner Jugend, und dein Herz tue dir Gutes in den Tagen deines Jünglingsalters, und wandle in den Wegen deines Herzens und in den Dingen, die deine Augen sehen. Doch wisse, daß der wahre Gott dich um dies alles ins Gericht bringen wird. Entferne daher Verdruß aus deinem Herzen, und halte dir Unglück vom Fleische fern, denn Jugend und die Blüte des Lebens sind Nichtigkeit” (Pred. 11:9, 10).

    Der Schöpfer möchte, daß sich Jugendliche des Lebens erfreuen, und ist ihren Interessen gegenüber und zu dem, was ihre jungen Herzen und Augen anspricht, nicht negativ eingestellt. Ein junger Mensch sollte aber daran denken, daß er dennoch von Gott für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird. Der Höchste läßt Jugendlichen zwar Wahlfreiheit, doch schützt er sie nicht vor den bitteren Folgen, die sie zu tragen haben, wenn sie einen verkehrten Weg einschlagen. Jugendliche können sich vor allen möglichen Enttäuschungen und vor Schaden bewahren, wenn sie kein unbekümmertes, ausschweifendes Leben führen.

    Salomo schreibt unter Inspiration, daß die “Jugend und die Blüte des Lebens . . . Nichtigkeit” sind. Wieso? Weil man offensichtlich nicht immer jung bleibt. Und die Freuden und Vorteile der jugendlichen Kraft und Vitalität halten nur eine unbestimmte Zeit lang an. Selbst junge Menschen werden krank und sterben. Ein Jugendlicher, der das übersieht, macht vielleicht keinen weisen Gebrauch von dem, was er hat, und verschwendet seine körperlichen Kräfte und Fähigkeiten aufgrund einer Lebensweise, durch die er sich sein späteres Leben als Erwachsener erschweren mag.

  26. Juleam 14. Juni 2011 um 21:23 Link zum Kommentar

    Quelle Wachtturm von April 1978

    König Salomo lenkt daher passenderweise die Aufmerksamkeit auf denjenigen, den Jugendliche zum Mittelpunkt ihres Lebens machen sollten. Er sagt:

    “Gedenke nun deines großen Schöpfers in den Tagen deines Jünglingsalters, bevor die unglücklichen Tage herankommen oder die Jahre sich eingestellt haben, da du sagen wirst: ,Ich habe kein Gefallen daran’; bevor sich die Sonne und das Licht und der Mond und die Sterne verfinstern und die Wolken zurückgekehrt sind, danach der Regenguß” (Pred. 12:1, 2).

    Es gibt keine bessere Zeit, ernsthaft über den Schöpfer nachzudenken, als wenn man in der Blüte seines Lebens steht und man im Dienst für den Höchsten wirklich sein Bestes geben kann. Diese Fähigkeit schwindet in den ‘unglücklichen Tagen’ des Alters, wenn der Körper schwach und kränklich wird. Besonders jemand, der seine Jugend vergeudet hat, wird an seinem Lebensabend ‘kein Gefallen haben’. Salomo vergleicht die Jugendzeit mit dem Sommer in Palästina, der Zeit, in der Sonne, Mond und Sterne am wolkenlosen Himmel leuchten. Im Alter ist dies vorbei, und die Tage gleichen der kalten, regnerischen Winterzeit, in der es gleichsam eine Schwierigkeit nach der anderen regnet.

    Salomo fährt fort und beschreibt die Auswirkungen des Alters auf den menschlichen Körper, den er mit einem Haus vergleicht. Er sagt:

    “An dem Tage, da die Hüter des Hauses [die Hände und Arme, die dem Körper zu Diensten stehen und für seine Bedürfnisse sorgen] zittern und die Männer von leistungsfähiger Kraft [die Beine] sich gekrümmt haben und die mahlenden Frauen [die Zähne] aufgehört haben zu arbeiten, weil ihrer wenig geworden sind, und die Damen, die an den Fenstern schauen [die Augen], es dunkel gefunden haben und die Türen [des Mundes, die Lippen] nach der Straße geschlossen sind [weil man selten in der Öffentlichkeit spricht], wenn das Geräusch der mahlenden Mühle leise wird [da das Kauen mit zahnlosen Kiefern leise und undeutlich wird] und man beim Laut eines Vogels aufsteht [weil man einen sehr leichten Schlaf hat] und alle Töchter des Gesangs gedämpft tönen [weil man schlecht hört; außerdem ist die Stimme schwach, so daß Lieder kraftlos klingen]” (Pred. 12:3, 4).

    “Auch fürchten sie sich schon vor dem, was hoch ist [in dem Bewußtsein der Gefahr, möglicherweise zu fallen], und Schrecknisse gibt es auf dem Wege [auf verkehrsreichen Straßen lauern nun zufolge schlechteren Sehvermögens und Gehörs sowie der langsameren Reflexe viele Gefahren]. Und der Mandelbaum trägt Blüten [das Haar wird weiß und fällt aus wie die weißen Blätter der Mandelblüte, die auf den Boden fallen], und der Grashüpfer [ein alter Mensch, der steif und gebeugt ist und sich mit den Ellbogen nach hinten abstützt, mag einem Grashüpfer gleichen] schleppt sich hin, und die Kaperbeere platzt [weil sie bei einem alten Menschen, der keinen Appetit hat, nicht mehr appetitanregend wirkt], weil der Mensch zu seinem langwährenden Hause [dem Grab] hingeht und die Klagenden auf der Straße umhergegangen sind; ehe die silberne Schnur [das Rückenmark] entfernt wird und die goldene Schale [der schalenähnliche Schädel, der das Gehirn umschließt] zerschlagen wird und der Krug [das Herz] am Quell zerbrochen wird und das Schöpfrad für die Zisterne [das Kreislaufsystem] zerschlagen worden ist. Dann kehrt der Staub zur Erde zurück, so, wie er gewesen ist, und der Geist [die Lebenskraft] selbst kehrt zu dem wahren Gott zurück, der ihn gegeben hat” (Pred. 12:5-7).

    Diese Rückkehr des Geistes oder der Lebenskraft zu Gott bedeutet, daß der Höchste nun die Macht hat, über den Geist zu verfügen. Gott allein kann den Verstorbenen wieder auferwecken.

    Wirklich weise ist der Jugendliche, der seine Zeit und Kraft einsetzt, um dem Schöpfer zu dienen. Er wird das als Erwachsener nicht bedauern und besser in der Lage sein, mit dem Verlust seiner Körperkraft fertig zu werden. Wenn er im Einklang mit den Geboten des Schöpfers lebt, bleibt er außerdem davor bewahrt, seine Gesundheit und Kraft vorzeitig einzubüßen.

    Welche Weisheit ist wirklich von Wert?

    NACHDEM König Salomo das gesamte Spektrum der Angelegenheiten des Menschen gründlich untersucht hatte, legte er seine Ergebnisse schriftlich nieder. Über sein Bestreben, andere aus seinen Nachforschungen Nutzen ziehen zu lassen, schrieb er:

    “Außer der Tatsache, daß der Versammler weise geworden war, lehrte er auch das Volk fortwährend Erkenntnis, und er stellte Erwägungen und gründliche Nachforschungen an, damit er viele Sprüche wohlgeordnet zusammenstelle. Der Versammler suchte die gefälligen Worte zu finden und die richtigen Worte der Wahrheit niederzuschreiben” (Pred. 12:9, 10).

    In der griechischen Septuaginta lautet Prediger 12:9, 10: “Und überdies, weil der Prediger weise war, weil er die Menschen Weisheit lehrte; damit das Ohr finde, was von Gleichnissen angenehm ist, suchte der Prediger fleißig, Worte zu finden und eine Schrift der Geradheit – Worte der Wahrheit” (Thomson; 1. Kö. 4:29-34; siehe auch The New English Bible und Ginsburgs Kommentar). In seinen Schriften bemühte sich Salomo, die Leser mit gefälligen Worten anzusprechen, mit interessanten und wirklich lohnenden Themen. Da Salomo von Gottes Geist unterstützt wurde, können wir seine Feststellungen heute vorbehaltlos annehmen. Außerdem entsprechen sie heute noch den Tatsachen.

    Zu welchem Schluß kam Salomo in bezug auf die in seinen Tagen vorhandene Literatur? Er schrieb:

    “Die Worte der Weisen sind wie Ochsenstacheln, und gleichwie eingeschlagene Nägel sind die, die sich dem Sammeln von Sinnsprüchen widmen; sie sind von e i n e m Hirten gegeben worden. Was irgend etwas außer diesen betrifft, mein Sohn, laß dich warnen: Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und sich ihnen viel zu widmen ist ermüdend für das Fleisch” (Pred. 12:11, 12).

    Die nützlichsten Schriftstücke sind somit diejenigen, aus denen die Weisheit des “e i n e n Hirten”, Jehovas Gottes, spricht. Sich anderen Wissensquellen in übertriebenem Maße zu widmen kann für jemand unnötig ermüdend sein, ohne daß er viel gewinnt, was von echtem und bleibendem Wert ist. Solche Schriften wirken sich – besonders wenn sie ein Produkt weltlicher Überlegungen sind und der göttlichen Weisheit widersprechen – schädlich auf den Menschen aus und zerstören den Glauben. Andererseits werden die Worte derer, die über göttliche Weisheit verfügen, gleichsam wie Ochsenstacheln wirken und die Zuhörer oder Leser zu Fortschritten im Einklang mit dieser Weisheit anspornen. Und wer sich dem Sammeln von Sinnsprüchen widmet – das heißt dem Sammeln wirklich wertvoller weiser Aussprüche -, gleicht Nägeln, und zwar deshalb, weil seine Zuhörer durch seine guten Worte, die Jehovas Weisheit widerspiegeln, gefestigt und gestärkt werden können.

    Salomo faßte seine gesamten Nachforschungen mit den Worten zusammen:

    “Der Abschluß der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht. Denn der wahre Gott selbst wird jederlei Werk ins Gericht über alles Verborgene bringen im Hinblick darauf, ob es gut ist oder böse” (Pred. 12:13, 14).

    Eine heilsame Furcht oder Ehrfurcht vor dem Schöpfer wird uns davor schützen, verwegen zu handeln, wodurch wir ungeahnte Schwierigkeiten für uns heraufbeschwören könnten. Und wenn wir anerkennen, daß der Aufmerksamkeit des Schöpfers nichts entgeht, mögen wir uns angespornt fühlen, seine Gebote zu halten. Der Höchste wird über alles richten, auch über das für menschliche Augen Verborgene. Ist es nicht richtig und wirklich vernünftig, seine Gebote zu halten, da sie doch zu unserem ewigen Wohl gereichen?

  27. Juleam 14. Juni 2011 um 21:41 Link zum Kommentar

    Das Wort Jehovas ist lebendig

    Höhepunkte aus dem Buch Prediger

    „DER Mensch, von einer Frau geboren, ist kurzlebig und mit Erregung gesättigt“ (Hiob 14:1). Deshalb ist es wichtig, dass wir unser kurzes Leben nicht mit wertlosen Angelegenheiten und Bestrebungen vergeuden. Wofür sollten wir Zeit, Kraft und Mittel einsetzen? Was sollten wir nicht tun? Die Weisheiten aus dem Bibelbuch Prediger geben hierzu zuverlässige Anleitung. Die Botschaft, die sie vermitteln, „ist imstande, Gedanken und Absichten des Herzens zu beurteilen“, und sie kann uns helfen, ein sinnvolles Leben zu führen (Hebräer 4:12).

    Das Buch Prediger wurde von dem israelitischen König Salomo geschrieben, der für seine Weisheit bekannt ist. Es enthält praktische Ratschläge darüber, was sich im Leben wirklich lohnt und was wertlos ist. Da Salomo auf einige seiner Bauprojekte verweist, schrieb er das Buch offenbar nach deren Fertigstellung und bevor er von der wahren Anbetung abwich (Nehemia 13:26). Die Niederschrift erfolgte somit vor dem Jahr 1000 v. u. Z. — gegen Ende der 40-jährigen Regierung Salomos.

    WAS IST KEINE NICHTIGKEIT?
    (Prediger 1:1 bis 6:12)

    „Alles ist Nichtigkeit!“, verkündet der Versammler und fragt: „Welchen Gewinn hat ein Mensch wirklich in all seiner harten Arbeit, an der er hart arbeitet unter der Sonne?“ (Prediger 1:2, 3). Das Wort „Nichtigkeit“ und die Wendung „unter der Sonne“ kommen im Buch Prediger wiederholt vor. Das mit „Nichtigkeit“ übersetzte hebräische Wort bedeutet buchstäblich „Hauch“ oder „Dunst“ und deutet auf Inhaltslosigkeit, Vergänglichkeit und etwas ohne bleibenden Wert hin. Die Wendung „unter der Sonne“ bedeutet „auf der Erde“ oder „in der Welt“. Somit ist alles — also alle Bemühungen, bei denen Gott außer Acht gelassen wird — Nichtigkeit.

    „Behüte deine Füße, wann immer du zum Haus des wahren Gottes gehst“, sagt Salomo; „und möge es eher ein Herzunahen zum Hören sein“ (Prediger 5:1). Sich in der wahren Anbetung für Jehova Gott einzusetzen ist keine Nichtigkeit. Dass wir auf unser Verhältnis zu ihm achten, macht unser Leben ja gerade sinnvoll.

    Antworten auf biblische Fragen:

    1:4-10 — Was ist an den Kreisläufen in der Natur „ermüdend“?
    Der Versammler erwähnt nur drei grundlegende Abläufe, die das Leben auf der Erde ermöglichen: den Lauf der Sonne, das Windsystem und den Wasserkreislauf. Eigentlich gibt es jede Menge sehr komplizierter Naturkreisläufe. Man könnte das ganze Leben damit verbringen, sie zu erforschen, und würde sie dennoch nicht völlig verstehen. Das kann schon „ermüdend“ sein. Außerdem ist es frustrierend, unsere kurze Lebensdauer mit der Endlosigkeit der wiederkehrenden Kreisläufe zu vergleichen. Selbst die Suche nach etwas Neuem ist ermüdend. Schließlich bauen neue Erfindungen nur auf Gesetzen auf, die der wahre Gott festgelegt hat und deren er sich bereits bei der Schöpfung bedient hat.

    2:1, 2 — Warum wird Lachen als „Unsinn“ bezeichnet?
    Lachen kann uns Schwierigkeiten für einen Augenblick vergessen lassen und Feiern kann bewirken, dass uns Probleme kleiner vorkommen. Vom Lachen verschwinden die Schwierigkeiten jedoch nicht. Sein Glück im Lachen zu suchen wird daher als „Unsinn“ bezeichnet.

    3:11 — Was hat Gott „schön gemacht zu seiner Zeit“?
    Zu dem, was Jehova Gott „schön“ oder passend und gut gemacht hat zur rechten Zeit, gehört unter anderem: die Erschaffung Adams und Evas, der Regenbogenbund, der Bund mit Abraham, der Bund mit David, das Erscheinen des Messias und die Einsetzung Jesu Christi als König in Gottes Königreich. Jehova wird jedoch in naher Zukunft noch etwas „schön“ machen. Wir können sicher sein, dass die gerechte neue Welt genau zur rechten Zeit Wirklichkeit wird (2. Petrus 3:13).

    3:15b — Inwiefern ist ‘der wahre Gott ständig auf der Suche nach dem Verjagten’?
    Das „Verjagte“ bezieht sich womöglich auf das, was Gott vorhat. Der ständige Kreislauf von Geburt und Tod, Krieg und Frieden kann zwar bewirken, dass sich ein Mensch ohnmächtig fühlt und zu dem Schluss kommt, die Geschichte werde sich immer wiederholen. Doch der wahre Gott kann alles anstreben und herbeiführen, was er will (Prediger 3:1-10, 15a). Mit dem „Verjagten“ könnten auch die Gerechten gemeint sein, die oft von den Bösen verfolgt werden. Dann wäre damit gemeint, dass Jehova ständig nach Gerechten Ausschau hält, „damit er sich stark erweist“ zu ihren Gunsten (2. Chronika 16:9).

    5:9 — In welcher Hinsicht ist „der Gewinn der Erde unter ihnen allen“?
    Auf den „Gewinn der Erde“, den Ertrag des Landes, sind alle Menschen angewiesen. Ein König bildet hierin keine Ausnahme. Er ist auf die Dienste seiner Diener angewiesen, die sein Land bestellen und hart arbeiten, um die Ernte für ihn einzubringen.

    Lehren für uns:

    1:15. Es ist sinnlos, Zeit und Kraft für die Abschaffung der Unterdrückung und Ungerechtigkeit einzusetzen, die heute zu beobachten sind. Nur Gottes Königreich kann Bosheit beseitigen (Daniel 2:44).

    2:4-11. Sich der Kultur zu widmen, wie Architektur, Gartenkunst und Musik, sowie ein luxuriöser Lebensstil ist „ein Haschen nach Wind“. All das gibt dem Leben nämlich weder echten Sinn, noch bringt es bleibendes Glück.

    2:12-16. Weisheit kann dazu beitragen, dass sich gewisse Probleme leichter lösen lassen — darin ist sie gegenüber der Torheit von Vorteil. Was den Tod betrifft, ist menschliche Weisheit jedoch nicht von Vorteil. Selbst wenn jemand mithilfe solcher Weisheit einen gewissen Ruhm erlangt hat, ist er schnell vergessen.

    2:24; 3:12, 13, 22. Es ist nicht verkehrt, die Früchte seiner Arbeit zu genießen.

    2:26. Göttliche Weisheit bewirkt Freude und Jehova gibt sie dem, „der vor ihm gut ist“. Diese Weisheit bekommt man nur über ein gutes Verhältnis zu Gott.

    3:16, 17. Immer Gerechtigkeit zu erwarten ist unrealistisch. Wir sollten uns von dem, was heute in der Welt geschieht, nicht beunruhigen lassen, sondern darauf warten, dass Jehova alles richtig stellt.

    4:4. Harte Arbeit geschickt zu erledigen kann befriedigend sein. Sich jedoch nur anzustrengen, um andere in den Schatten zu stellen, lässt Konkurrenz aufkommen und kann Böswilligkeit und Eifersucht hervorrufen. Wir müssen uns im Predigtdienst aus dem richtigen Beweggrund anstrengen.

    4:7-12. Zwischenmenschliche Beziehungen sind wichtiger als materielle Besitztümer und dürfen nicht dem Streben nach Reichtum geopfert werden.

    4:13. Stellung und Alter tragen nicht immer Achtung ein. Wer Verantwortung trägt, sollte vernünftig handeln.

    4:15, 16. ‘Das zweite Kind’ — der Nachfolger des Königs — hat vielleicht anfänglich die Unterstützung des ganzen Volkes, doch später freut sich das Volk nicht über ihn. Beliebtheit hält meist nicht lange an.

    5:2. Unsere Gebete sollten nicht langatmig, sondern gut überlegt sein und von Ehrfurcht zeugen.

    5:3-7. Sich völlig von materiellen Angelegenheiten in Anspruch nehmen zu lassen, kann zu Träumereien über selbstsüchtige Interessen führen. Es kann auch bewirken, dass man nachts unruhig ist, fantasiert und keinen erholsamen Schlaf findet. Wer viel redet, den hält man womöglich für töricht; und er könnte Gott voreilig etwas geloben. ‘Den wahren Gott zu fürchten’ bewahrt uns vor beidem.

    6:1-9. Was nützen uns Reichtum, Herrlichkeit, ein langes Leben, ja selbst eine große Familie, wenn wir aufgrund gewisser Umstände nichts davon haben? „Besser ist das Sehen mit den Augen“, also den Tatsachen ins Auge zu sehen, als „das Umherwandern der Seele [„des Seelenbegehrens“, Fußnote]“, das heißt, das Bemühen, unerfüllbare Wünsche zu befriedigen. Am besten lebt es sich also, wenn man mit „Lebensunterhalt und Bedeckung“ zufrieden ist, sich am Guten im Leben erfreut und sich darauf konzentriert, ein enges Verhältnis zu Jehova zu bewahren (1. Timotheus 6:8).

    RAT FÜR DIE WEISEN
    (Prediger 7:1 bis 12:8)

    Wie können wir einen guten Namen oder Ruf bewahren? Wie sollten wir zu Herrschern eingestellt sein und wie zu Ungerechtigkeiten, die wir möglicherweise sehen? Die Toten sind sich nicht des Geringsten bewusst. Wie sollten wir daher jetzt leben? Wie können Jugendliche ihre Zeit und Kraft klug einsetzen? Die wertvollen Hinweise des Versammlers zu diesen und anderen Fragen finden wir in den Kapiteln 7 bis 12.

    Antworten auf biblische Fragen:

    7:19 — In welcher Hinsicht ist Weisheit stärker als „zehn Machthaber“?
    Die Zahl Zehn steht in der Bibel in übertragenem Gebrauch für Vollständigkeit. Salomo spricht davon, dass Weisheit mehr Schutz bietet als eine vollständige Zahl wachhabender Krieger in einer Stadt.

    10:2 — Was bedeutet es, dass jemandes Herz „zu seiner rechten Hand“ oder „zu seiner linken Hand“ ist?
    Die rechte Hand deutet oft auf Gunst hin. Hat jemand das Herz zu seiner rechten Hand, ist also damit gemeint, dass es ihn zum Guten motiviert. Lenkt ihn das Herz auf einen schlechten Weg, hat er es sozusagen zu seiner linken Hand.

    10:15 — Wieso ermüden die Unvernünftigen von ihrer harten Arbeit?
    Wem es an Urteilsvermögen mangelt, der schafft durch seine harte Arbeit nichts von bleibendem Wert. Die Arbeit befriedigt ihn nicht. Seine fortwährenden Bemühungen ermüden ihn nur.

    11:7, 8 — Was bedeuten die Worte: „Das Licht ist auch süß, und es ist gut für die Augen, die Sonne zu sehen“?
    Sonne und Licht leuchten zur Freude der Lebenden. Salomo spricht hier davon, wie gut es ist, am Leben zu sein, und dass wir uns daran „freuen“ sollten, bevor uns die Tage der Finsternis, das vorgerückte Alter, die Vitalität rauben.

    11:10 — Warum sind „Jugend und die Blüte des Lebens“ Nichtigkeit?
    Sie sind Nichtigkeit, wenn man sie unnütz verstreichen lässt, denn die Tage der Jugendkraft vergehen genauso schnell wie Dunst.

    Lehren für uns:

    7:6. Wir sollten uns nicht dazu hinreißen lassen, im falschen Augenblick zu lachen, denn es ist ebenso störend und unnütz wie das Knistern brennender Dornen unter einem Topf.

    7:21, 22. Wir sollten nicht übermäßig darum besorgt sein, was andere reden.

    8:2, 3; 10:4. Wenn uns ein Vorgesetzter oder Arbeitgeber kritisiert oder korrigiert, ist es klug, die Ruhe zu bewahren. Das ist besser, als eilig ‘von ihm wegzugehen’, das heißt, überstürzt zu kündigen.

    8:8; 9:5-10, 12. Unser Leben kann genauso unerwartet enden wie das eines Fisches, der sich in einem Netz verfängt, oder eines Vogels, der in die Falle geht. Außerdem kann keiner verhindern, dass ihn beim Tod die Lebenskraft verlässt, noch kann einer dem Feldzug entgehen, den der Tod gegen die Menschheit führt. Wir sollten Zeit also nicht nutzlos verstreichen lassen. Jehova will, dass wir das Leben schätzen und uns auf vernünftige Weise daran erfreuen. Darum sollten wir den Dienst für Jehova in unserem Leben allem voranstellen.

    8:16, 17. Wir werden nie völlig erfassen können, was Gott alles getan hat und was er unter den Menschen alles zugelassen hat, selbst wenn wir deswegen schlaflose Nächte hätten. Sich über all das Unrecht Gedanken zu machen, das schon geschehen ist, nimmt uns nur die Lebensfreude.

    9:16-18. Weisheit verdient Anerkennung, auch wenn sie allgemein nicht geschätzt wird. Die ruhigen Worte eines Weisen sind dem ungestümen Geschrei eines Unvernünftigen vorzuziehen.

    10:1. Wir müssen aufpassen, was wir sagen und tun. Eine einzige Unbesonnenheit wie ein Wutausbruch, einmaliger Alkoholmissbrauch oder sexuell unreines Verhalten bei nur einer Begebenheit genügt, den guten Ruf einer geachteten Person zu ruinieren.

    10:5-11. Ein Unfähiger ist um seine hohe Stellung nicht zu beneiden. Unfähigkeit kann selbst bei Kleinigkeiten schlimme Folgen haben. Es ist besser, Geschick darin zu erwerben, mit Weisheit vorzugehen, um Gelingen zu haben. Wie wichtig es doch ist, beim Predigen des Königreiches und beim Jüngermachen geschickter zu werden!

    11:1, 2. Wir sollten von Herzen großzügig sein. Das spornt auch andere an, großzügig zu sein (Lukas 6:38).

    11:3-6. Die Ungewissheiten im Leben dürfen nicht dazu führen, dass wir unentschlossen sind.

    11:9; 12:1-7. Junge Leute sind Jehova verantwortlich. Sie sollten ihre Zeit und Kraft daher im Dienst für Gott einsetzen, bevor sie alt werden und nicht mehr richtig können.

    „DIE WORTE DER WEISEN“ LEITEN UNS AN
    (Prediger 12:9-14)

    Wie sind „die gefälligen Worte“, die der Versammler zu finden suchte, zu betrachten? Im Unterschied zu den vielen Büchern mit menschlicher Weisheit sind „die Worte der Weisen . . . wie Ochsenstacheln, und wie eingeschlagene Nägel sind die, die sich den Sammlungen von Sprüchen widmen; sie sind von e i n e m Hirten gegeben worden“ (Prediger 12:10-12). Die Worte der Weisheit von dem ‘einen Hirten’, Jehova, geben unserem Leben Halt.

    Auf die weisen Ratschläge aus dem Buch Prediger zu hören hilft uns, ein sinnvolles und glückliches Leben zu führen. Außerdem wird uns zugesichert, „dass es mit denen, die den wahren Gott fürchten, gut ausgehen wird“. Bleiben wir daher fest entschlossen, ‘den wahren Gott zu fürchten und seine Gebote zu halten’ (Prediger 8:12; 12:13).

  28. Juleam 12. Juni 2012 um 17:27 Link zum Kommentar

    Prediger 1 – 3

    Prediger 1:1-11 Es gibt nichts Neues unter der Sonne

    1 In diesem Buch sind die Worte des Predigers aufgeschrieben. Er war ein Sohn Davids und herrschte als König in Jerusalem.

    2 Alles ist vergänglich und vergeblich, sagte der Prediger, nichts hat Bestand, ja, alles ist völlig sinnlos! 3 Der Mensch plagt sich ab sein Leben lang, doch was bringt es ihm ein? Hat er irgendeinen Gewinn davon? 4 Generationen kommen und gehen, nur die Erde bleibt für alle Zeiten bestehen! 5 Die Sonne geht auf und wieder unter, dann eilt sie dorthin, wo sie aufs Neue aufgeht. 6 Der Wind weht bald von Norden, bald von Süden, ruhelos dreht er sich, schlägt ständig um und kommt dann am Ende wieder aus der alten Richtung. 7 Unaufhörlich fließen die Flüsse, sie alle münden ins Meer, und doch wird das Meer niemals voll.

    8 Nichts kann der Mensch vollkommen in Worte fassen, so sehr er sich auch darum bemüht! Das Auge sieht sich niemals satt, und auch das Ohr hat nie genug gehört. 9 Was früher geschehen ist, wird wieder geschehen; was man früher getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne! 10 Zwar sagt man ab und zu: »So etwas ist noch nie da gewesen!«, aber auch dies hat es schon einmal gegeben, in längst vergangenen Zeiten! 11 Niemand denkt mehr an das, was früher geschehen ist, und auch an die Taten unserer Nachkommen werden sich deren Kinder einmal nicht mehr erinnern.

    in der Tat gibt es nichts unter der Sonne, was von Jehova nicht bereits erschaffen wurde. Ich denke da ganz besonders an den Bereich der Bionik – zusammen mit der Serie in unseren Zeitschriften „Wer hat es erfunden?“. Hier wird uns immer wieder gezeigt, dass die ganzen tollen Errungenschaften der „ach so schlauen Menschen“ ja auch nur von Jehova abgekupfert sind 😉

  29. Juleam 12. Juni 2012 um 17:28 Link zum Kommentar

    Prediger 1:12-18 Lohnt es sich, alles zu erforschen?

    12 Ich, der Prediger, war König von Israel und regierte in Jerusalem. 13 Ich gab mir viel Mühe, alles auf der Welt mit meiner Weisheit zu erforschen und zu begreifen. Doch was für eine große Last ist das! Gott hat sie den Menschen auferlegt, sie sollen sich damit abmühen!

    14 Ich beobachtete, was auf der Welt geschieht, und erkannte: Alles ist vergebliche Mühe – gerade so, als wollte man den Wind einfangen. 15 Was krumm gewachsen ist, kann man nicht gerade biegen, und was nicht da ist, kann man nicht zählen.

    16 Ich überlegte und sagte mir: »Ich habe große Weisheit erlangt und viel Wissen erworben, mehr als jeder andere, der vor mir in Jerusalem regierte.« 17 Doch dann dachte ich darüber nach, was die Weisheit ausmacht und worin sie sich von Unvernunft und Verblendung unterscheidet, und ich erkannte: Wer sich um Weisheit bemüht, kann genauso gut versuchen, den Wind einzufangen!

    18 Je größer die Weisheit, desto größer der Kummer; und wer sein Wissen vermehrt, der vermehrt auch seinen Schmerz.

    Inwiefern bereitet große Weisheit großen Kummer?

    Hatten wir nicht in den Sprüchen den Gedanken, dass die Weisheit der Anfang der Gottesfurcht ist? Wir hatten gesehen, dass wir Jehova kennenlernen müssen (Erkenntnis) und das Gelernte dann anwenden, in die Tat umsetzen (Weisheit) und dadurch Freunde Gottes werden können.

    Warum sagt dann Salomo, dass Weisheit nichtig ist? Meint er hier die weltliche Weisheit, die Gott außen vor lässt?

  30. Juleam 12. Juni 2012 um 17:31 Link zum Kommentar

    Prediger 2 – Was ist der Sinn?

    1 Also sagte ich mir: »Versuch fröhlich zu sein und das Leben zu genießen!« Doch ich merkte, dass auch dies sinnlos ist. 2 Mein Lachen erschien mir töricht, und das Vergnügen – was hilft es schon? 3 Da nahm ich mir vor, mich mit Wein zu berauschen und so zu leben wie die Unverständigen – doch bei allem sollte die Weisheit mich führen. Ich wollte herausfinden, was für die Menschen gut ist und ob sie in der kurzen Zeit ihres Lebens irgendwo Glück finden können.

    4 Ich schuf große Dinge: Ich baute mir Häuser und pflanzte Weinberge. 5 Ich legte Ziergärten und riesige Parks für mich an und bepflanzte sie mit Fruchtbäumen aller Art. 6 Ich baute große Teiche, um den Wald mit seinen jungen Bäumen zu bewässern. 7 Ich erwarb Knechte und Mägde zu denen hinzu, die schon lange bei uns lebten und zu Zeiten meines Vaters in unserem Haus geboren wurden. Ich besaß größere Rinder- und Schafherden als alle, die vor mir in Jerusalem regiert hatten. 8 Meine Schatzkammern füllte ich mit Silber und Gold, mit Schätzen aus anderen Königreichen. Ich ließ Sänger und Sängerinnen an meinen Hof kommen und hatte alle Frauen, die ein Mann sich nur wünschen kann.

    9 So wurde ich berühmter und reicher als jeder, der vor mir in Jerusalem regiert hatte, und meine Weisheit verlor ich dabei nicht. 10 Ich gönnte mir alles, was meine Augen begehrten, und erfüllte mir jeden Herzenswunsch. Meine Mühe hatte sich gelohnt: Ich war glücklich und zufrieden.

    11 Doch dann dachte ich nach über das, was ich erreicht hatte, und wie hart ich dafür arbeiten musste, und ich erkannte: Alles war letztendlich sinnlos – als hätte ich versucht, den Wind einzufangen! Es gibt auf dieser Welt keinen bleibenden Gewinn.

    Auf alle wartet das gleiche Schicksal

    12 Ich überlegte: Worin unterscheidet sich der Weise vom Unverständigen und Verblendeten? Was wird der Mann tun, der einmal als mein Nachfolger auf dem Königsthron sitzen wird? Was schon jeder vor ihm getan hat?

    13 Ja, ich weiß, dass man sagt: »Weisheit ist besser als Unvernunft, so wie Licht besser ist als Finsternis. 14 Der Weise läuft mit offenen Augen durch die Welt, doch der Unvernünftige tappt im Dunkeln.« Und trotzdem wartet auf beide das gleiche Los! 15 Als ich das erkannte, fragte ich mich: Wenn mich das gleiche Schicksal trifft wie den Unverständigen – wozu habe ich dann überhaupt nach Weisheit gesucht? Da begriff ich, dass auch das Streben nach Weisheit sinnlos ist. 16 Denn später erinnert sich niemand mehr an den Weisen, genauso wenig wie an den Unwissenden. Wie bald sind beide vergessen – der Tod macht keinen Unterschied!

    17 Da begann ich das Leben zu verabscheuen, alles auf der Welt war mir zuwider. Denn es ist so sinnlos, als wollte man den Wind einfangen. 18 Auch mein Besitz, für den ich mich mein Leben lang abgemüht hatte, war mir verleidet, denn ich begriff, dass ich einmal alles meinem Nachfolger hinterlassen muss. 19 Und wer weiß schon, ob der weise oder töricht sein wird? Doch er wird alles besitzen, was ich durch meine Arbeit und mein Wissen erworben habe. Wie sinnlos!

    20 Als ich das erkannte, begann ich zu verzweifeln, weil ich mich mein Leben lang so geplagt hatte. 21 Da hat man mit seinem Wissen, seinen Fähigkeiten und seinem Fleiß etwas erreicht und muss es dann an einen anderen abtreten, der sich nie darum gekümmert hat! Das ist so sinnlos und ungerecht! 22 Denn was bleibt dem Menschen von seiner Mühe und von all seinen Plänen? 23 Sein Leben lang hat er nichts als Ärger und Sorgen, sogar nachts findet er keine Ruhe! Und doch ist alles vergeblich.

    24 Das Beste, was ein Mensch da tun kann, ist: essen und trinken und die Früchte seiner Arbeit genießen. Doch das kann nur Gott ihm schenken! 25 Denn wer kann essen und genießen ohne ihn?

    26 Dem Menschen, der ihm gefällt, gibt er Weisheit, Erkenntnis und Freude. Doch wer Gott missachtet, den lässt er sammeln und anhäufen, um dann alles dem zu geben, den er liebt. Dann war die ganze Mühe des einen vergeblich, als hätte er versucht, den Wind einzufangen!

    Ja, am Ende bringt er es auf den Punkt. Hier muss ich an Jesu Gleichnis von dem Reichen denken, der seine Vorratskammern vergrößern will und wo Jesus sagt, er solle besser reich vor Jehova sein.

    Alles, was wir ohne unseren Gott tun, ist eigentlich sinnlos. Wenn wir aber Erkenntnis über Jehova suchen und diese anwenden, dann erhalten wir Gottes Freundschaft. Und die ist kein Haschen nach Wind. Wenn wir eines Tages „von dieser schönen Erde gehen müssen“, dann war dies nicht vergeblich. Dies hat immer Sinn, auch wenn wir sterben müssen!

    Wenn wir unser Leben in den Dienst für Jehova stellen, dann werden wir ein befriedigendes Leben führen. Die Freundschaft mit Jehova ist wertvoll, sie kann uns nicht genommen werden. Sie erfüllt uns schon hier und jetzt und sie ist das Einzige, was wir in die Taschen unseres letzten Hemdes stecken und mitnehmen können. Sie verwelkt nicht, verliert nicht an Wert und sie ist auch noch/wieder da, wenn wir wieder zum Leben durch die Auferstehung kommen.

    Alles ist ein Haschen nach Wind – nur die Suche nach Jehova und das Erlangen und der Erhalt seiner Freundschaft nicht. Dies ist ewig, von bleibendem Wert!

  31. Juleam 12. Juni 2012 um 17:33 Link zum Kommentar

    Sprüche 3 – Alles hat seine Zeit

    1 Jedes Ereignis, alles auf der Welt hat seine Zeit:

    2 Geborenwerden und Sterben,
    Pflanzen und Ausreißen,

    3 Töten und Heilen,
    Niederreißen und Aufbauen,

    4 Weinen und Lachen,
    Klagen und Tanzen,

    5 Steinewerfen und Steinesammeln,
    Umarmen und Loslassen,

    6 Suchen und Finden,
    Aufbewahren und Wegwerfen,

    7 Zerreißen und Zusammennähen,
    Reden und Schweigen,

    8 Lieben und Hassen,
    Krieg und Frieden.

    9 Was also hat der Mensch davon, dass er sich abmüht?

    10 Ich habe erkannt: Gott legt ihm diese Last auf, damit er schwer daran zu tragen hat. 11 Für alles auf der Welt hat Gott schon vorher die rechte Zeit bestimmt. In das Herz des Menschen hat er den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist. Aber der Mensch kann Gottes Werke nie voll und ganz begreifen.

    12 So kam ich zu dem Schluss, dass es für den Menschen nichts Besseres gibt, als sich zu freuen und das Leben zu genießen. 13 Wenn er zu essen und zu trinken hat und sich über die Früchte seiner Arbeit freuen kann, ist das allein Gottes Geschenk.

    14 Ich begriff, dass Gottes Werk für immer bestehen wird. Niemand kann etwas hinzufügen oder wegnehmen. Damit bewirkt Gott, dass die Menschen Ehrfurcht vor ihm haben. 15 Was immer sich auch ereignet oder noch ereignen wird – alles ist schon einmal da gewesen. Gott lässt von neuem geschehen, was in Vergessenheit geriet.

    Was ist der Mensch?

    16 Ich habe beobachtet, wie es auf dieser Welt zugeht: Wo man eigentlich Recht sprechen und gerechte Urteile fällen sollte, herrscht schreiende Ungerechtigkeit. 17 Doch dann dachte ich: Am Ende wird Gott den Schuldigen richten und dem Unschuldigen zum Recht verhelfen. Denn dafür hat er eine Zeit vorherbestimmt, so wie für alles auf der Welt.

    18 Ich habe begriffen, dass Gott die Menschen prüft. Sie sollen erkennen: Nichts unterscheidet sie von den Tieren. 19 Denn auf Mensch und Tier wartet das gleiche Schicksal: Beiden gab Gott das Leben, und beide müssen sterben. Der Mensch hat dem Tier nichts voraus, denn auch er ist vergänglich. 20 Sie alle gehen an denselben Ort – aus dem Staub der Erde sind sie entstanden, und zum Staub der Erde kehren sie zurück. 21 Wer weiß schon, ob der Geist des Menschen wirklich nach oben steigt, der Geist des Tieres aber in die Erde hinabsinkt?

    22 So erkannte ich: Ein Mensch kann nichts Besseres tun, als die Früchte seiner Arbeit zu genießen – das ist sein einziger Lohn. Denn niemand kann sagen, was nach dem Tod geschehen wird!

  32. Juleam 12. Juni 2012 um 17:40 Link zum Kommentar

    Prediger 4 – 6

    Prediger 4:1-12 Selbst den Toten geht es besser!

    1 Dann wieder sah ich, wie viele Menschen auf dieser Welt ausgebeutet werden. Die Unterdrückten weinen, und niemand setzt sich für sie ein. Keiner hilft ihnen, denn ihre Unterdrücker sind zu mächtig und schrecken auch vor Gewalt nicht zurück. 2 Wie glücklich sind doch die Toten, sie haben es viel besser als die Lebenden! 3 Noch besser aber geht es denen, die gar nicht erst geboren wurden! Sie haben das schreiende Unrecht auf dieser Welt nie sehen müssen.

    Weniger ist mehr

    4 Nun weiß ich, warum die Menschen so hart arbeiten und so viel Erfolg haben: Sie tun es nur, um die anderen in den Schatten zu stellen! Auch das ist so sinnlos, als wollten sie den Wind einfangen. 5 Zwar sagt man: »Der dumme Faulpelz legt die Hände in den Schoß und verhungert«, 6 ich aber meine: Besser nur eine Hand voll besitzen und Ruhe genießen als viel Besitz haben und alle Hände voll zu tun. Denn im Grunde lohnt sich das ja nicht.

    Zwei haben es besser als einer allein

    7 Noch etwas Sinnloses habe ich auf dieser Welt beobachtet:

    8 Manch einer lebt völlig allein, niemand ist bei ihm. Auch einen Sohn oder Bruder hat er nicht. Trotzdem arbeitet er ohne Ende und ist nie zufrieden mit seinem Besitz. Aber für wen mühe ich mich dann ab und gönne mir nichts Gutes mehr? Das ist doch kein Leben, so vergeudet man nur seine Zeit!

    9 Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen. 10 Stürzt einer von ihnen, dann hilft der andere ihm wieder auf die Beine. Doch wie schlecht steht es um den, der alleine ist, wenn er hinfällt! Niemand ist da, der ihm wieder aufhilft! 11 Wenn zwei in der Kälte zusammenliegen, wärmt einer den anderen, doch wie soll einer allein warm werden? 12 Einer kann leicht überwältigt werden, doch zwei sind dem Angriff gewachsen. Man sagt ja auch: »Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell!«

    Ja, die Ehe ist ein Geschenk von Gott.

    Er weiss, dass wir nicht gemacht sind, um allein zu sein – sondern dass wir das Bedürfnis haben, einen anderen zu lieben und geliebt zu werden. Wenn ER uns also so einen Menschen an die Seite stellt, dann dürfen wir uns glücklich preisen.

    Allerdings ist es sehr wichtig, dass wir uns der Heiligkeit der Ehe bewußt sind und auch zu unserem Partner halten. Denn mit das Schlimmste, was uns passieren kann, ist von diesem verraten zu werden.

    Wir hatten diesen Gedanken erst am Wochenende im Studienartikel, dass „Verrat ein bedrohliches Zeichen der heutigen Zeit“ ist und wie schlimm die Folgen sind.

    Halte treu und loyal zu deinem Ehepartner
    12 Verrat, ganz gleich in welcher Form, ist immer gemein und abscheulich. Wir dürfen nie zulassen, dass dadurch der Frieden und die Harmonie in christlichen Familien und Versammlungen gestört wird. Mit diesem Gedanken im Sinn wollen wir jetzt untersuchen, was uns hilft, treu und loyal zu unserem Ehepartner und zu unserem Gott zu halten.

    13 Ehebruch ist eine der verheerendsten Formen von Verrat. Der Ehepartner wird hintergangen, weil man seine Aufmerksamkeit und Zuneigung auf eine andere Person gerichtet hat. Der betrogene Partner steht plötzlich verlassen da. Sein Leben ist praktisch auf den Kopf gestellt. Wie kann es zwischen zwei Menschen, die sich einmal geliebt haben, so weit kommen? Einen ersten Schritt in diese Richtung gehen Eheleute nicht selten dadurch, dass sie sich emotional voneinander entfernen. Wie die Soziologin Gabriella Turnaturi erläutert, kann ein Nährboden für Verrat entstehen, wenn man sich phasenweise „nicht voll in die Beziehung einbringt“. Das ist auch schon Paaren im mittleren Alter passiert. Zum Beispiel ließ sich ein 50-Jähriger nach 25 Jahren Ehe von seiner treuen Frau scheiden, weil er sich in eine andere verliebt hatte. Einige reden da entschuldigend von einer Midlife-Crisis, einer Krise in der Lebensmitte. Aber das klingt fast so, als handle es sich um eine unvermeidbare Entwicklung. Nennen wir das Kind lieber beim richtigen Namen: Es ist ein Midlife-Verrat!

    14 Wie denkt Jehova über jemand, der seinen Partner ohne biblischen Scheidungsgrund verlässt? „Er hat Ehescheidung gehasst“, heißt es in der Bibel über unseren Gott. Für Personen, die ihren Ehepartner schlecht behandeln, hintergehen und im Stich lassen, hat er sehr deutliche Worte gefunden. (Lies Maleachi 2:13-16)

    „Und dies ist das zweite, das ihr tut, [wodurch] der Altar Jehovas mit Tränen bedeckt wird, mit Weinen und Seufzen, so daß es kein Hinwenden mehr gibt zur Opfergabe noch Wohlgefallen am Entgegennehmen [von irgend etwas] aus eurer Hand. 14 Und ihr habt gesagt: ‚Weswegen?‘ Deswegen, weil Jehova selbst Zeugnis abgelegt hat zwischen dir und der Ehefrau deiner Jugend, an der du selbst treulos gehandelt hast, obwohl sie deine Mitgenossin und die Frau deines Bundes ist. 15 Und da war einer, der [es] nicht tat, da er hatte, was von [dem] Geist übrigblieb. Und was suchte jener? Den Samen Gottes. Und ihr sollt euch hinsichtlich eures Geistes hüten, und an der Ehefrau deiner Jugend möge niemand treulos handeln. 16 Denn er hat Ehescheidung gehaßt“, hat Jehova, der Gott Israels, gesprochen; „und den, der sein Gewand mit Gewalttat überdeckt hat“, hat Jehova der Heerscharen gesagt. „Und ihr sollt euch hinsichtlich eures Geistes hüten, und ihr sollt nicht treulos handeln.

    Jesus stimmte mit seinem Vater völlig überein. Er lehrte, man könne nicht einfach seinem unschuldigen Partner den Laufpass geben und dann so tun, als sei nichts geschehen. (Lies Matthäus 19:3-6,9).

    Und Pharisäer traten an ihn heran, in der Absicht, ihn zu versuchen, und sprachen: „Ist es einem Mann erlaubt, sich von seiner Frau aus jedem beliebigen Grund scheiden zu lassen?“ 4 In Erwiderung sagte er: „Habt ihr nicht gelesen, daß der, welcher sie schuf, sie von Anfang an männlich und weiblich gemacht hat 5 und sprach: ‚Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird fest zu seiner Frau halten, und die zwei werden e i n Fleisch sein‘, 6 so daß sie nicht mehr zwei, sondern e i n Fleisch sind? Was also Gott zusammengejocht hat, bringe kein Mensch auseinander.“
    Ich sage euch, daß, wer immer sich von seiner Frau scheiden läßt, ausgenommen aufgrund von Hurerei, und eine andere heiratet, Ehebruch begeht.“

    15 Was können Verheiratete dafür tun, treu und loyal zu ihrem Partner zu halten? Gottes Wort sagt: „Freue dich mit der Ehefrau oder dem Ehemann deiner Jugend“, und: „Sieh das Leben mit der Ehefrau oder dem Ehemann, die oder den du liebst“ (Sprüche 5:18; Prediger 9:9). Während die beiden gemeinsam älter werden, müssen sie sich in ihrer Beziehung „voll einbringen“ – sowohl körperlich als auch emotional. Das heißt einander Aufmerksamkeit zu schenken, miteinander Zeit zu verbringen und einander immer näher zu kommen. Ihre Ehe und ihre Bindung zu Jehova intakt zu halten muss im Mittelpunkt ihrer Bemühungen stehen. Dazu ist es notwendig, dass sie miteinander die Bibel studieren, miteinander in den Predigtdienst gehen und miteinander um den Segen Jehovas beten

    Überlegen wir doch bitte einmal, welche Folgen Ehebruch und anderer Verrat haben. Wenn wir nicht einmal dem Menschen vertrauen können, der uns am nächsten steht – welchen Sinn hat das Leben dann noch?

    Wenn wir aber unsere Gelübde ernst nehmen und an unserem Ehegelübde festhalten, dann werden wir glücklich sein. Allerdings gehört dazu noch mehr, als „gehorsam an dem Platz neben meinem Ehepartner auszuharren“. Jehova wünscht, dass wir eine beglückende Beziehung führen. Daher reicht es nicht aus, nur anwesend zu sein, sondern Anteil am Leben des anderen zu nehmen und ihn Anteil an unserem haben lassen. Auch diesen Gedanken wurden in den oben zitierten Absätzen kurz angeschnitten.

    Suchen wir Rat in Gottes Wort, wie wir unsere Ehe zu einem Erfolg werden lassen können und befolgen wir ihn. Wenn beide Partner sich ernstlich bemühen, Jehova mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Sinn zu dienen, dann werden sie ein gemeinsames Ziel haben, das vereint. Außerdem gibt es nichts Beglückenderes, als die Freundschaft Jehovas.

    Wenn wir also gemeinsam unserem liebevollen Gott dienen, dann werden wir eine glückliche Ehe und ein befriedigendes Leben führen

  33. Juleam 12. Juni 2012 um 17:44 Link zum Kommentar

    Prediger 4:13-5:6

    Die Gunst des Volkes ist trügerisch!

    13 Besser ein junger Mann, der arm, aber weise ist, als ein alter und törichter König, der keine Ratschläge annimmt!

    14 Ich sah, wie man einen jungen Mann aus dem Gefängnis holte und ihn zum König machte, obwohl er arm zur Welt gekommen war, als der alte König bereits regierte. 15 Alle Menschen stellten sich auf die Seite des jungen Mannes, er sollte die Herrschaft übernehmen. 16 Die begeisterte Volksmenge lief ihm nach, aber bald schon waren sie auch mit ihm nicht mehr zufrieden, und sein Ruhm erlosch schnell. So war alles umsonst, als hätte er versucht, den Wind einzufangen!

    Begegne Gott mit Ehrfurcht!

    17 Besinne dich, bevor du zum Tempel Gottes gehst! Geh nur hin, wenn du wirklich auf Gott hören willst. Das ist viel wertvoller als die Opfer der Unverständigen. Denn sie wissen nicht, worauf es ankommt; sie merken nicht, wenn sie Böses tun.

    1 Denk erst nach, bevor du betest, sei nicht zu voreilig! Denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde – also sei sparsam mit deinen Worten!

    2 Man sagt doch: »Wer zu geschäftig ist, träumt bald unruhig, und wer zu viel redet, sagt leicht etwas Dummes.«

    3 Wenn du vor Gott ein Gelübde abgelegt hast, dann zögere nicht, es zu erfüllen! Menschen, die leichtfertige Versprechungen machen, gefallen Gott nicht – darum tu, was du ihm geschworen hast! 4 Besser du versprichst gar nichts, als dass du ein Versprechen nicht hältst!

    5 Leg kein unbedachtes Gelübde ab, sonst lädst du Schuld auf dich! Hast du es doch getan, dann behaupte nicht vor dem Priester: »Ich habe es gar nicht so gemeint!«! Oder willst du, dass Gott zornig wird und die Früchte deiner Arbeit vernichtet?

    6 Wer viel träumt, träumt manches Sinnlose, und wer viel redet, sagt manches Unnütze. Du aber begegne Gott mit Ehrfurcht!

  34. Juleam 12. Juni 2012 um 17:48 Link zum Kommentar

    Prediger 5:7-6:9

    Die Gewaltherrschaft der Mächtigen

    7 Wundere dich nicht, wenn du siehst, wie die Armen im Land unterdrückt werden und wie man das Recht beugt! Denn ein Mächtiger belauert den anderen, und beide werden von noch Mächtigeren beherrscht. 8 So ist es wohl besser für ein Land, wenn es einen König hat, der für Recht und Ordnung sorgt.

    Reichtum garantiert noch kein Glück

    9 Wer geldgierig ist, bekommt nie genug, und wer den Luxus liebt, hat immer zu wenig – auch das ist völlig sinnlos! 10 Je reicher einer wird, umso mehr Leute scharen sich um ihn, die auf seine Kosten leben wollen – und er kann nur dabei zusehen. Was also hat der Reiche von seinem Besitz? 11 Der Fleißige kann gut schlafen – egal, ob er viel oder wenig zu essen hat. Dem Reichen aber raubt sein voller Bauch den Schlaf.

    12 Etwas Schlimmes habe ich auf dieser Welt beobachtet: wenn einer seinen Besitz sorgsam hütet und ihn dann doch verliert. 13 Nur ein misslungenes Geschäft – und schon ist sein ganzes Vermögen dahin, auch seinen Kindern kann er nichts hinterlassen. 14 So wie er auf diese Welt gekommen ist, muss er sie wieder verlassen – nackt und besitzlos! Nicht eine Hand voll kann er mitnehmen von dem, wofür er sich hier abmühte. 15 Es ist zum Verzweifeln! Wie er kam, muss er wieder gehen. Was hat er also von seiner harten Arbeit – es ist ja doch alles umsonst! 16 Sein ganzes Leben bestand aus Mühe und Trauer; er hatte nichts als Ärger und Sorgen und plagte sich mit vielen Krankheiten.

    17 Eines habe ich begriffen: Das größte Glück genießt ein Mensch in dem kurzen Leben, das Gott ihm gibt, wenn er isst und trinkt und es sich gut gehen lässt bei aller Mühe. Das ist sein einziger Lohn! 18 Wenn Gott einen Menschen reich und wohlhabend werden lässt und ihm auch noch Freude dabei schenkt, dann kann der Mensch es dankbar annehmen und die Früchte seiner Arbeit genießen. Denn das ist ein Geschenk Gottes!

    19 Weil Gott ihm so viel Freude gibt, denkt er nicht darüber nach, wie kurz sein Leben ist.

    1 Noch ein großes Unglück habe ich auf dieser Welt gesehen, es trifft sehr viele Menschen:

    2 Da schenkt Gott einem Mann Reichtum, Wohlstand und Ehre – ja, alles, was er sich nur wünschen kann, nichts fehlt! Und trotzdem lässt er ihn nichts davon genießen, sondern es fällt einem Fremden in die Hände. Was für eine Sinnlosigkeit und welch ein Unglück! 3 Mag ein Mann auch hundert Kinder haben und sehr lange leben – wenn er sein Glück nicht genießen kann und am Ende nicht einmal begraben wird, was hat er dann davon? Selbst einer Fehlgeburt geht es besser! 4 Als ein Nichts kommt sie, ins Dunkel geht sie, dorthin, wo sie für immer vergessen wird. 5-6 Das Licht der Sonne hat sie nie erblickt, und doch geht es ihr besser als jenem Mann, der nie das Glück genießen wird, selbst wenn er zweitausend Jahre leben würde! Am Ende müssen beide an den gleichen Ort!

    7 Der Mensch müht sich ab sein Leben lang, nur um genug zum Essen zu haben, doch nie wird sein Verlangen gestillt. 8 Was also hat der Weise dem Unverständigen voraus? Was nützt dem Armen ein rechtschaffenes Leben? 9 Sei zufrieden mit dem, was du hast, und verlange nicht ständig nach mehr, denn das ist vergebliche Mühe – so als wolltest du den Wind einfangen.

    Das Einzige, was wirklich zählt und glücklich und zufrieden macht, ist ein Leben mit Jehova – zu wissen, dass wir sein Herz erfreut haben!

    Da fällt mir wieder Angelika, die Frau unseres damaligen Kreisaufsehers ein: sie ist sehr jung an Krebs gestorben, aber sie hat uns allen auf ihrer Gedenkansprache ausrichten lassen, dass wir nicht traurig sein sollten.

    Sie habe zwar nur ein sehr kurzes Leben gehabt, aber es wäre reicher gewesen als das vieler, die erst mit 90 sterben.

    Denn ihr ganzes Leben hatte sich um Jehova gedreht, sie hatte mit ihrem Mann Jehova von Herzen gedient und sie wußte, dass Jehova sie liebt und sie hatte ihr Leben nicht vergeudet. Es war kein „Haschen nach Wind“ gewesen.

    Kann man das von uns auch sagen?

  35. Juleam 12. Juni 2012 um 18:13 Link zum Kommentar

    Prediger 6:10-12 Gegen Gott kommt niemand an!

    10 Alles auf der Welt ist schon seit langer Zeit vorherbestimmt, und auch das Schicksal jedes Menschen ist schon vor seiner Geburt festgelegt. Mit dem, der mächtiger ist als er, kann er nicht darüber streiten. 11 Er kann ihn noch so sehr anklagen – es hat ja doch keinen Sinn und hilft ihm nicht weiter!

    12 Welcher Mensch weiß schon, was für ihn gut ist in seinem kurzen und sinnlosen Leben, das schnell wie ein Schatten vorbeieilt? Wer kann ihm sagen, was nach seinem Tod auf dieser Welt geschehen wird?

    Stützt dies hier den Schicksalsglauben? Sagt die Bibel hier, dass wir keinen Einfluß auf unser Leben haben – da es bereits vor unser Geburt festgelegt ist? Sind wir dann auch nicht verantwortlich für unsere Sünden, denn „das ist ja Schicksal“?

    Im WT vom 01.09.1996 gab es einen entsprechenden Artikel unter der Rubrik „Was lehrt die Bibel?“

    Lehrt die Bibel den Schicksalsglauben?

    VERLEUMDUNG! RUFMORD! Wenn ein geachtetes Gemeindemitglied glaubt, seinem Namen oder Ruf sei durch eine Falschdarstellung geschadet worden, wird der Betreffende sich gedrängt fühlen, die Sache richtigzustellen. Vielleicht geht er sogar gerichtlich gegen den Verleumder vor.

    Eigentlich ist Fatalismus nichts anderes als eine Verleumdung des allmächtigen Gottes. Man unterstellt Gott, er sei persönlich für alles tragische Geschehen verantwortlich, das Menschen widerfährt. Wer an das Schicksal glaubt, müßte sich vorstellen können, daß der universelle Souverän einen Plan aufstellt, der etwa so aussieht: „Heute wird John bei einem Autounfall verletzt, Fatou erleidet einen Malariaanfall, und Mamadous Haus wird durch einen Sturm zerstört.“ Könnte man sich wirklich gedrängt fühlen, einem solchen Gott zu dienen?

    „Wenn aber Gott nicht für Mißgeschicke, die uns widerfahren, verantwortlich ist, wer ist es dann?“ mag ein schicksalsgläubiger Mensch fragen. Ousmane, der im vorhergehenden Artikel erwähnte junge Mann, machte sich auch darüber Gedanken. Doch er war auf seiner Suche nach der Wahrheit nicht auf Vermutungen angewiesen. Er erfuhr, daß Gott derartige Verleumdungen durch die Lehren seines inspirierten Wortes, der Bibel, richtiggestellt hat (2. Timotheus 3:16). Daher wollen wir einmal betrachten, was die Bibel zu diesem Thema sagt.

    Wer ist schuld?

    Bei Katastrophen wie Überschwemmungen, Stürmen oder Erdbeben spricht man oft von höherer Gewalt. Die Bibel enthält jedoch keinen Hinweis darauf, daß Gott solche Unglücke verursacht. Greifen wir eine Tragödie heraus, die sich vor Jahrhunderten im Nahen Osten zutrug. Wie die Bibel sagt, berichtete der einzige Überlebende dieser Katastrophe: „Feuer Gottes [mit dem hebräischen Ausdruck kann auch ein Blitz gemeint sein] fiel von den Himmeln und loderte dann unter den Schafen und den Bediensteten und verzehrte sie; und ich konnte entrinnen, nur ich allein, um es dir mitzuteilen“ (Hiob 1:16).

    Der zu Tode erschrockene Mann dachte vielleicht, Gott sei für das Feuer verantwortlich, aber die Bibel zeigt, daß Gott nicht daran schuld war. Wenn wir uns Hiob 1:7-12 durchlesen, erkennen wir, daß der Blitz nicht von Gott, sondern von seinem Widersacher — Satan, dem Teufel — hervorgerufen wurde. Das bedeutet nicht, daß alle Unglücke direkt von Satan verursacht werden. Aber es besteht ganz offensichtlich kein Grund, Gott die Schuld zu geben.

    Tatsächlich liegt es oft am Menschen, wenn etwas schiefgeht. Mißerfolge in der Schule, im Beruf und im zwischenmenschlichen Bereich können darauf zurückzuführen sein, daß man sich nicht ausreichend bemüht hat, nicht genügend in eine gute Ausbildung investiert hat oder anderen gegenüber nicht rücksichtsvoll genug ist. Auch Krankheiten, Unfälle und Todesfälle können auf Nachlässigkeit zurückgehen. So ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, schon erheblich geringer, wenn man den Sicherheitsgurt anlegt. Wäre dagegen ein unabänderliches „Schicksal“ am Werk, würde auch das Anschnallen nichts nützen. Durch eine angemessene medizinische Versorgung und durch Hygiene wird die Zahl der Todesfälle ebenfalls stark reduziert. Selbst manche Katastrophen, bei denen man gemeinhin von „höherer Gewalt“ spricht, werden im Grunde vom Menschen verursacht — als trauriges Resultat der Mißwirtschaft, die mit der Erde getrieben wird. (Vergleiche Offenbarung 11:18.)

    „Zeit und unvorhergesehenes Geschehen“

    Es gibt natürlich viele traurige Ereignisse, deren Ursache nicht ohne weiteres ersichtlich ist. Beachten wir jedoch, was die Bibel in Prediger 9:11 sagt: „Ich wandte mich, um unter der Sonne zu sehen, daß nicht den Schnellen der Wettlauf gehört noch den Starken die Schlacht, noch auch den Weisen die Speise, noch auch den Verständigen der Reichtum, noch selbst denen, die Kenntnisse haben, die Gunst, denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle.“ Es besteht somit kein Grund zu der Annahme, unser Schöpfer habe etwas mit Unfällen zu tun oder Unfallopfer seien für irgend etwas bestraft worden.

    Jesus Christus sprach sich gegen fatalistische Überlegungen aus. Mit Bezug auf einen tragischen Vorfall, über den seine Zuhörer gut unterrichtet waren, fragte er: „Jene achtzehn, auf die der Turm in Siloam fiel und sie tötete, meint ihr, daß sie sich als größere Schuldner erwiesen als alle anderen Menschen, die Jerusalem bewohnen? Gewiß nicht, sage ich euch“ (Lukas 13:4, 5). Ganz offensichtlich führte Jesus dieses Unglück nicht auf einen göttlichen Eingriff zurück, sondern auf „Zeit und unvorhergesehenes Geschehen“.

    Die verheerenden Auswirkungen der Unvollkommenheit

    Wie steht es aber mit unerklärlichen Krankheiten oder Todesfällen? Die Bibel sagt über den Zustand des Menschen ganz offen, daß „in Adam alle sterben“ (1. Korinther 15:22). Der Tod hat viel Kummer über die Menschheit gebracht, nachdem unser Vorfahr Adam den Weg des Ungehorsams eingeschlagen hatte. Gemäß Gottes Warnung hat Adam seinen Nachkommen den Tod als Vermächtnis hinterlassen (1. Mose 2:17; Römer 5:12). Deshalb können alle Krankheiten letzten Endes auf unseren gemeinsamen Vorfahren Adam zurückgeführt werden. Auch viele Enttäuschungen und Mißerfolge, die wir erleben, stehen mit unseren ererbten Schwächen in Zusammenhang (Psalm 51:5).

    Nehmen wir das Problem der Armut. Der Schicksalsglaube hat Betroffene oft darin bestärkt, sich resigniert mit ihrer schwierigen Lage abzufinden. „Das ist unser Schicksal“, denken sie. Aus der Bibel geht indessen hervor, daß die menschliche Unvollkommenheit, nicht das Schicksal schuld ist. Einige verarmen, weil sie das „ernten“, was sie durch Faulheit oder verkehrte Verwendung ihrer Mittel „gesät“ haben (Galater 6:7; Sprüche 6:10, 11). Unzählige Millionen leben in Armut, weil sie von habgierigen Machthabern ausgebeutet werden. (Vergleiche Jakobus 2:6.) „Der Mensch [hat] über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht“, sagt die Bibel (Prediger 8:9). Nichts deutet darauf hin, daß Armut Gott oder dem Schicksal zuzuschreiben wäre.

    Schädliche Auswirkungen des Schicksalsglaubens

    Ein weiteres überzeugendes Argument gegen den Schicksalsglauben sind die Auswirkungen, die der Fatalismus auf Menschen haben kann. Jesus Christus sagte: „Jeder gute Baum [bringt] vortreffliche Frucht hervor, aber jeder faule Baum bringt wertlose Frucht hervor“ (Matthäus 7:17). Sehen wir uns eine „Frucht“ des Fatalismus an — den Einfluß, den er auf das Verantwortungsgefühl der Menschen hat.

    Ein gesundes Verantwortungsgefühl ist wichtig. Es bewirkt, daß Eltern für ihre Kinder sorgen; Arbeiter werden motiviert, ihre Aufgaben gewissenhaft zu erfüllen; Fabrikanten fühlen sich veranlaßt, hochwertige Erzeugnisse zu produzieren. Der Schicksalsglaube kann jedoch bewirken, daß dieses Gefühl abstumpft. Angenommen, an einem Auto ist die Lenkung defekt. Hat der Besitzer ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl, dann wird er den Defekt aus Sorge um sein Leben und das seiner Mitfahrer reparieren lassen. Ein schicksalsgläubiger Mensch dagegen wird das Risiko womöglich unbeachtet lassen und denken, es werde nur etwas passieren, wenn es „Gottes Wille“ sei.

    Ja, der Schicksalsglaube kann leicht Sorglosigkeit, Faulheit, Verantwortungslosigkeit und viele andere negative Wesenszüge entstehen lassen.

    Ein Hindernis für unser Verhältnis zu Gott?

    Die schädlichste Auswirkung des Schicksalsglaubens besteht allerdings darin, daß unser Verantwortungs- oder Pflichtgefühl gegenüber Gott unterdrückt werden kann (Prediger 12:13). Der Psalmist forderte alle Menschen auf, ‘zu schmecken und zu sehen, daß Jehova gut ist’ (Psalm 34:8). Gott hat für diejenigen, die seine Güte erfahren möchten, bestimmte Erfordernisse festgelegt (Psalm 15:1-5).

    Dazu gehört Reue (Apostelgeschichte 3:19; 17:30). Sie setzt voraus, daß man Fehler eingesteht und erforderliche Änderungen vornimmt. Als unvollkommene Menschen haben wir alle viel zu bereuen. Wenn sich allerdings jemand für ein wehrloses Opfer des Schicksals hält, wird es ihm schwerfallen, die Notwendigkeit der Reue zu erkennen oder die Verantwortung für seine Fehler zu übernehmen.

    Der Psalmist sagte über Gott: „Deine liebende Güte ist besser als Leben“ (Psalm 63:3). Doch der Schicksalsglaube hat Millionen von Menschen zu der Überzeugung verleitet, Gott habe ihr Elend verursacht. Es ist ganz natürlich, daß viele deswegen verbittert sind und sich dagegen sperren, ein wirklich enges Verhältnis zu ihrem Schöpfer zu entwickeln. Wie könnte man auch Liebe zu jemandem empfinden, den man als Ursache aller seiner Probleme und Prüfungen ansieht? Der Fatalismus stellt sich somit als Schranke zwischen Gott und den Menschen.

    Von der Tyrannei des Schicksals befreit

    Der zu Beginn erwähnte Ousmane war früher dem Schicksalsglauben versklavt. Als Zeugen Jehovas ihm jedoch halfen, sein Denken nach der Bibel auszurichten, fühlte er sich bewogen, seinen Schicksalsglauben aufzugeben. Mit welchem Ergebnis? Er fühlte sich zutiefst erleichtert und gewann eine neue, positive Einstellung zum Leben. Was noch wichtiger ist, er hat Jehova als einen Gott kennengelernt, der „barmherzig und gnädig [ist], langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit“ (2. Mose 34:6).

    Ousmane hat auch erkannt, daß Gott zwar nicht jede Einzelheit unseres Lebens plant, wohl aber einen Vorsatz für die Zukunft hat. In 2. Petrus 3:13 heißt es: „Es [gibt] neue Himmel und eine neue Erde, die wir gemäß seiner Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen.“ Jehovas Zeugen haben Millionen zu der Hoffnung verholfen, als Teil dieser verheißenen „neuen Erde“ ewig zu leben. Sie möchten gern jedem behilflich sein.

    In dem Maße, wie jemand eine genaue biblische Erkenntnis erwirbt, wird ihm klarwerden, daß seine Zukunft nicht von einem festgelegten Schicksal bestimmt wird, auf das er keinen Einfluß nehmen kann. Folgende Worte, die Moses in alter Zeit an die Israeliten richtete, sind äußerst zutreffend: „Ich [habe] dir Leben und Tod vorgelegt . . ., den Segen und den Fluch; und du sollst das Leben wählen, damit du am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, indem du Jehova, deinen Gott, liebst, indem du auf seine Stimme hörst und indem du fest zu ihm hältst“ (5. Mose 30:19, 20). Ja, jeder kann seine Zukunft selbst in die Hand nehmen. Sie wird nicht vom Schicksal bestimmt

    wenn der „Schicksalsglaube“ also nicht mit der Bibel übereinstimmt,dann muss es an der Art der Übersetzung liegen. Bei uns in der Neuen-Welt-Übersetzung wird es so formuliert:

    Was immer geworden ist, sein Name ist bereits ausgesprochen worden, und es ist bekanntgeworden, was der Mensch ist; und er kann nicht seine Rechtssache mit einem führen, der stärker ist als er.

    in der Elberfelder heißt es:

    Was entsteht, schon längst war sein Name genannt; und es ist bekannt, was ein Mensch sein wird,

    Luther sagt:

    Was da ist, des Name ist zuvor genannt, und es ist bestimmt, was ein Mensch sein wird; und er kann nicht hadern mit dem, der ihm zu mächtig ist.

    in der Schlachter-Übersetzung heißt es:

    Was immer entstanden ist, längst wurde es mit Namen genannt! Und es ist bekannt, was ein Mensch ist: er kann nicht rechten mit dem, der mächtiger ist als er;

    Im Einsichtenbuch habe ich noch Folgendes gefunden – aber es erklärt den Widerspruch der unterschiedlichen Übersetzungen auch nicht:

    Schicksalsglaube und Prädestinationslehre. Viele heidnische Völker des Altertums, so auch die Griechen und die Römer, glaubten, das Schicksal einer Person, vor allem die Lebenslänge, werde von vornherein von den Göttern festgelegt. In der griechischen Mythologie lenkten drei Göttinnen das Schicksal der Menschen: Klotho (Spinnerin), die den Lebensfaden spann; Lachesis (Zuteilerin), die über die Lebenslänge entschied, und Atropos (Unabwendbare), die das Leben abschnitt, wenn die Zeit abgelaufen war. Eine ähnliche Triade gab es unter den römischen Göttern.

    Gemäß dem jüdischen Historiker Josephus (erstes Jahrhundert u. Z.) versuchten die Pharisäer die Vorstellung des Schicksals mit ihrem Glauben an Gott und mit dem freien Willen, der dem Menschen gewährt worden ist, in Einklang zu bringen (Geschichte des Jüdischen Krieges, 2. Buch, Kap. 8, Abs. 14; Jüdische Altertümer, 18. Buch, Kap. 1, Abs. 3). In der New Schaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge heißt es: „Vor Augustinus [d. h. im 4. und 5. Jahrhundert u. Z.] gab es im Christentum keinen ernsthaften Ansatz zur Entwicklung einer Prädestinationstheorie.“ Den sogenannten Kirchenvätern wie z. B. Justinus, Origenes und Irenäus in der Zeit vor Augustinus „ist nichts von einer uneingeschränkten Prädestination bekannt; sie lehren den freien Willen“ (Hastings, Encyclopædia of Religion and Ethics, 1919, Bd. X, S. 231). Wie verlautet, brachten sie in Verbindung mit der Widerlegung des Gnostizismus immer wieder ihren Glauben an den freien Willen des Menschen zum Ausdruck als „dem kennzeichnenden Merkmal der menschlichen Persönlichkeit, der Grundlage der moralischen Verantwortlichkeit, einer Gabe Gottes, durch die der Mensch das wählen kann, was Gott wohlgefällig ist“, und sie sprachen von „der sittlichen Selbstbestimmung des Menschen und dem Rat Gottes, der niemandem aufgezwungen wird“ (The New Schaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge, herausgegeben von S. Jackson, Bd. IX, 1957, S. 192, 193).

    warum wird der Text dann so in einigen Übersetzungen gezeigt, wenn er doch dem Großen und Ganzen der Bibel widerspricht?

  36. Juleam 16. Juni 2012 um 10:11 Link zum Kommentar

    Prediger 7 – 9

    Prediger 7:1-14 – Was ist gut?

    1 »Ein guter Ruf ist mehr wert als kostbares Parfüm«, heißt es, und ich sage: Der Tag des Todes ist besser als der Tag der Geburt.

    2 Geh lieber in ein Haus, wo man trauert, als dorthin, wo gefeiert wird. Denn im Trauerhaus wird man daran erinnert, dass der Tod auf jeden Menschen wartet. 3 Leid ist besser als Lachen, Trauer verändert den Menschen zum Guten. 4 Der Weise geht dorthin, wo man trauert, aber der Unverständige liebt den Ort, wo gefeiert wird.

    5 Es ist wertvoller, auf die Zurechtweisung eines verständigen Menschen zu achten, als sich die Loblieder von Dummköpfen anzuhören! 6 Denn das Schmeicheln eines Törichten ist so unbeständig wie ein Strohfeuer.

    7 Wenn ein Verständiger sich unter Druck setzen lässt, wird er zum Narren; wer bestechlich ist, richtet sich selbst zugrunde.

    8 Das Ende einer Sache ist besser als ihr Anfang; Geduld hilft mehr als Überheblichkeit.

    9 Werde nicht zu schnell zornig, denn nur ein Dummkopf braust leicht auf.

    10 Frag nicht: »Warum war früher alles besser?«! Damit zeigst du nur, wie wenig Weisheit du besitzt.

    11 Weisheit ist so wertvoll wie ein Erbbesitz, sie ist für jeden Menschen nützlich. 12 Sie bietet so viel Sicherheit wie Geld, ja, sie schenkt sogar noch mehr: Wer die Weisheit besitzt, den erhält sie am Leben.

    13 Halte dir vor Augen, was Gott tut! Wer kann gerade machen, was er gekrümmt hat?

    14 Wenn es dir gut geht, dann freu dich über dein Glück, und wenn es dir schlecht geht, dann bedenke: Gott schickt dir beides, und du weißt nie, was die Zukunft bringen wird.

    Zu Vers 10 heißt es in dem von Thom zitierten WT-Artikel auszugsweise:

    Eine realistische Ansicht über die Vergangenheit ist eine weitere wertvolle Hilfe, mit unerfreulichen Situationen in der Gegenwart fertig zu werden. Salomo gab den Rat: “Sprich nicht: ,Weshalb ist es geschehen, daß sich die früheren Tage als besser erwiesen haben als diese?’, denn nicht zufolge von Weisheit hast du danach gefragt” (Pred. 7:10).

    Wer sich in die “gute alte Zeit” zurücksehnt, vergißt, daß es auch damals genügend Probleme und Sorgen gab. Das Leben in diesem unvollkommenen System entspricht nie dem Idealzustand. In der Vergangenheit mag einiges besser gewesen sein, etwas anderes dafür wieder nicht. Ein nostalgischer Blick in die Vergangenheit mag sehr unrealistisch sein. Außerdem kann niemand die Zeit zurückdrehen. Daher ist es sehr unvernünftig, zu glauben, es sei irgendwann in der Vergangenheit in jeder Hinsicht in dieser Welt besser gewesen, und dadurch unzufrieden zu werden. Eine solche Gesinnung ist keine Hilfe, mit einer unangenehmen, aber unabänderlichen Lage fertig zu werden.

    Dies erinnert an ähnliche Gedanken, die wie vor kurzem in einem Studienartikel behandelt haben:

    Die „gute alte Zeit“
    6 Nicht zu unterschätzen ist die Gefahr, sich nach der in der Erinnerung verklärten „guten alten Zeit“ zurück zu sehnen. Unser Gedächtnis funktioniert nämlich nicht immer so ganz zuverlässig. Die damaligen Probleme und Schattenseiten blenden wir in der Rückschau aus – womöglich ohne uns dessen bewusst zu werden – während wir gleichzeitig alles, was damals schön war, geradezu idealisieren. Prompt kommt uns die Vergangenheit viel besser vor, als sie in Wirklichkeit war, und wir schwelgen wehmütig in Nostalgie. Doch die Bibel sagt warnend: „Frage nicht: ‚Wie kommt es, dass die früheren Zeiten besser waren als die heutigen?’ Es ist unweise, danach zu fragen“ (Prediger 7:10 Bruns). Warum sind Gedanken dieser Art so gefährlich?

    7 Ein Beispiel dafür findet sich in der Geschichte der Israeliten. Zur Zeit Josephs waren sie in Ägypten ja noch als Gäste willkommen gewesen. Doch nach seinem Tod setzten die Ägypter „Zwangsarbeitsoberste über sie, zu dem Zweck, sie beim Tragen ihrer Lasten zu bedrücken“ (2. Mose 1:11). Schließlich sahen sie sich sogar einer Art Völkermord ausgesetzt, als Pharao befahl, alle männlichen Neugeborenen umzubringen (2. Mose 1:15,16,22). Nicht umsonst sagte Jehova zu Moses: „Zweifellos habe ich die Trübsal meines Volkes, das in Ägypten ist, gesehen, und ich habe ihr Geschrei über die gehört, die sie zur Arbeit antreiben; denn ich weiß wohl, welche Schmerzen sie leiden“ (2. Mose 3:7).

    8 Wie froh und glücklich müssen die Israeliten gewesen sein, als freies Volk aus dem Land ihrer Unterdrücker ausziehen zu können! Sie waren Zeugen geworden, wie Jehova höchst eindrucksvoll seine Macht gezeigt hatte, indem er über den stolzen Pharao und sein Volk die zehn Plagen brachte. (Lies 2. Mose 6:1,6,7). Die Ägypter hatten sie am Ende nicht einfach nur ziehen lassen, sondern sie förmlich dazu gedrängt, zu gehen, und ihnen so viel Gold und Silber mitgegeben, dass es im Bericht heißt: „Sie plünderten die Ägypter aus“ (2. Mose 12:33-36). Dann erlebten die Israeliten zu ihrer großen Erleichterung und Freude, wie Jehova Pharao und sein Heer im Roten Meer vernichtete (2. Mose 14:30,31). All diese begeisternden Machttaten Jehovas mitzuerleben muss doch ihren Glauben ungemein gestärkt haben – sollte man meinen …

    9 Doch gar nicht lange nach ihrer Befreiung durch all diese Wunder fingen genau dieselben Menschen an, zu murren und an allem herumzunörgeln. Der Grund? Das Essen. Sie wurden mit dem, wofür Jehova sorgte, unzufrieden und klagten: „Wie wir doch der Fische gedenken, die wir in Ägypten jeweils umsonst zu essen bekamen, der Gurken und der Wassermelonen und des Lauchs und der Zwiebeln und des Knoblauchs! Jetzt aber ist unsere Seele vertrocknet. Gar nichts haben wir vor unseren Augen als nur das Manna“ (4. Mose 11:5,6). Ihre Wahrnehmung war verzerrt – und zwar so krass, dass sie allen Ernstes in das Land ihrer Sklaverei zurück wollten! (4. Mose 14:2-4). Sie blickten auf das zurück, was hinter ihnen lag, und machten Jehova damit zornig (4. Mose 11:10).

    10 Die Moral für uns heute? Machen wir schwierige Zeiten durch, tun wir uns keinen Gefallen, wenn wir unsere Gedanken andauernd um das kreisen lassen, was früher vermeintlich alles gut war – womöglich sogar, bevor wir in die Wahrheit kamen. Es ist zwar nicht verkehrt, darüber nachzudenken, was wir aus Erfahrungen gelernt haben, oder in schönen Erinnerungen zu schwelgen. Nur müssen wir dabei die Vergangenheit in einem ausgeglichenen, realistischen Licht sehen. Sonst könnte es dazu führen, dass wir nur umso mehr mit unserer aktuellen Situation hadern und uns unsere frühere Art zu leben zurück wünschen. (Lies 2. Petrus 2:20-22).

    Und sie erinnern auch an die „Schwäche“, die unser Erinnerungsvermögen hat. Vor einiger Zeit hatten wir diesen Gedanken auch bei der Bibellese, als es um die Israeliten ging, die sich nach „dem Luxus, den sie in Ägypten genossen“ zurück sehnten

    Lohnt es sich also wirklich, darüber nachzudenken, wie gut und toll früher alles war?

  37. Juleam 16. Juni 2012 um 10:31 Link zum Kommentar

    Prediger 7:15-29 Vermeide die Extreme!

    15 In meinem kurzen Leben habe ich viel gesehen: Manch einer richtet sich nach Gottes Geboten und kommt trotzdem um; ein anderer will von Gott nichts wissen, aber er genießt ein langes Leben. 16 Sei nicht zu fromm, und übertreib es nicht mit deiner Weisheit! Warum willst du dich selbst zugrunde richten? 17 Sei aber auch nicht gewissenlos und unvernünftig! Warum willst du sterben, bevor deine Zeit gekommen ist? 18 Es ist gut, wenn du ausgewogen bist und die Extreme meidest. Wer Gott gehorcht, der findet den richtigen Weg.

    19 Diese Weisheit beschützt einen Menschen mehr, als zehn Machthaber einer Stadt ihm helfen können. 20 Denn es ist kein Mensch auf der Erde so gottesfürchtig, dass er nur Gutes tut und niemals sündigt.

    21 Hör nicht auf das Geschwätz der Leute; dann hörst du auch nicht, wie dein Untergebener über dich lästert! 22 Du weißt genau, dass auch du sehr oft über andere hergezogen hast.

    Wer ist weise?

    23 Ich habe alles versucht, um weise zu werden; ich wollte Einsicht erlangen, aber sie blieb mir unerreichbar fern. 24 Was geschieht, kann man nicht ergründen – es ist tief verborgen und nicht zu verstehen. 25 Trotzdem bemühte ich mich mit aller Kraft, herauszufinden, was die Weisheit ausmacht; ich wollte wissen, wie man zu einem rechten Urteil kommt. Auch dachte ich darüber nach, ob Gottlosigkeit mit Verblendung zusammenhängt und Unwissenheit mit mangelnder Einsicht.

    26 Ich habe erkannt: Schlimmer als der Tod ist jene Frau, die einem Fangseil gleicht, deren Liebe dich einfängt wie ein Netz und deren Arme dich umschließen wie Fesseln. Ein Mann, der Gott gefällt, kann sich vor ihr retten, aber der Gottlose wird von ihr gefangen.

    27 Ja, sagt der Prediger, das habe ich nach und nach herausgefunden, während ich nach Antworten suchte. 28 Doch was ich mir von Herzen wünsche, habe ich immer noch nicht gefunden. Unter tausend Menschen fand ich nur einen Mann, dem ich mein Vertrauen schenken konnte, aber keine Frau.

    29 Nur dieses eine habe ich gelernt: Gott hat die Menschen aufrichtig und wahrhaftig geschaffen, jetzt aber sind sie falsch und berechnend.

    Zu Vers 16-18 heisst es in dem bereits zitierten Artikel:

    Warum man Extreme meiden sollte

    Unvollkommene Menschen können sehr leicht das Gleichgewicht verlieren und extreme Ansichten vertreten. König Salomo gab daher den Rat: “Werde nicht allzu gerecht, noch zeige dich übermäßig weise. Warum solltest du Verwüstung über dich bringen? Sei nicht allzu böse, noch werde töricht. Warum solltest du sterben, wenn deine Zeit nicht da ist? Es ist besser, daß du das eine erfassest, aber auch vom anderen ziehe deine Hand nicht zurück; denn wer Gott fürchtet, wird bei alledem frei ausgehen” (Pred. 7:16-18).

    Wer allzu gerecht ist, sorgt sich meist übermäßig um geringfügige Dinge. Er macht zum Beispiel eine große Streitfrage aus einer rein menschlichen Verfahrens- oder Handlungsweise, aus Dingen, über die die Bibel nichts sagt. Wenn er sieht, wie jemand etwas Gutes tut oder vielleicht Barmherzigkeit erweist, mag er einen Einwand erheben, weil eine gewisse “Form” nicht gewahrt worden ist. Er gleicht weitgehend den Pharisäern, die sich nicht über die wunderbare Erleichterung freuten, die Jesus am Sabbat Bedrückten verschaffte, sondern darüber zornig wurden und schlußfolgerten, der Sohn Gottes habe das Gesetz übertreten, indem er an jenem Tag Heilungen vorgenommen habe (Mark. 3:1-6; Luk. 14:1-6). Personen, die allzu gerecht sind, bedenken häufig nicht, was barmherzig, liebevoll oder hilfreich wäre. Sie gehen in der Anwendung von Regeln bis zum Äußersten. Wenn ihrer Meinung nach eine Regel verletzt worden ist, ziehen sie keine anderen Faktoren in Betracht. (Vergleiche Matthäus 12:2-7; 23:23; Römer 14:1-4, 10).

    Personen, die allzu gerecht sind, mögen in der Selbstverleugnung so weit gehen, daß sie ihre Gesundheit schädigen. Sie handeln im Widerspruch zu dem vernünftigen Rat aus Kolosser 2:20-23: “Warum unterwerft ihr euch, als lebtet ihr in der Welt, weiterhin den Verordnungen: ,Fasse nicht an noch koste, noch berühre’ in bezug auf Dinge, die alle dadurch, daß sie verbraucht werden, zur Vernichtung bestimmt sind, gemäß den Geboten und Lehren von Menschen? Gerade diese Dinge besitzen zwar einen Schein von Weisheit in einer selbstauferlegten Form der Anbetung und Scheindemut, einer strengen Behandlung des Leibes; aber sie sind von keinem Wert im Kampf gegen die Befriedigung des Fleisches.”

    Wer allzu gerecht ist, läuft tatsächlich Gefahr, wie Salomo sagt, ‘Verwüstung über sich zu bringen’. Er mag sich durch Unbesonnenheit, Eifer oder übertriebene Selbstverleugnung physisch, geistig oder seelisch zugrunde richten. Und was noch schlimmer ist: Eine lieblose Einstellung kann ihn Gottes Gunst und Segen kosten.

    Dann gibt es nach den Worten Salomos den Menschen, der ‘sich übermäßig weise zeigt’ und versucht, andere durch seine Weisheit zu beeindrucken. Er schwingt sich zum Kritiker auf und erweckt den Eindruck, er verfüge über ein besseres Verständnis als alle anderen. Weil er eine hohe Meinung von seinen Fähigkeiten hat, mischt er sich häufig in Angelegenheiten anderer Leute ein und bietet unaufgefordert Lösungen für ihre Probleme an. Mit der Zeit entfremdet er sich anderen, und man mag alles mögliche tun, um ihn zu meiden. Außerdem zeigt es sich vielleicht mit der Zeit, daß sein Rat nicht allzu gut war, und man mag ihn beschuldigen, unnötigerweise Schwierigkeiten verursacht zu haben.

    Damit jemand nicht ins andere Extrem fällt, indem er Gerechtigkeit und Weisheit nicht mehr im rechten Licht sieht, warnt Salomo auch davor, ‘allzu böse zu werden’. Wir alle müssen selbstverständlich zugeben, daß die Unvollkommenheit eine Realität ist. Der Apostel Johannes schrieb: “Wenn wir erklären: ,Wir haben keine Sünde’, führen wir uns selbst irre und die Wahrheit ist nicht in uns” (1. Joh. 1:8). Deshalb müssen wir uns damit abfinden, daß wir in vieler Hinsicht sündigen. Doch man sollte darüber wachen, daß man nicht leicht über einen Fehler hinweggeht und sich mit den Worten entschuldigt: “Schließlich bin ich ja ein Sünder.” Während man sich des Lebens erfreut, sollte man darüber wachen, nicht alle Zügel fallen zu lassen. Wer denkt, er sei über das Gesetz und über Zurechtweisung erhaben, handelt wie ein Tor und beschwört Unheil herauf. Wenn jemand zügellos handelt, mag er schwerwiegende Probleme bekommen und sogar frühzeitig sterben.

    Wie kann man solche Extreme meiden? Man muß Gottesfurcht, eine Ehrfurcht vor dem Schöpfer, haben. Diese Furcht hält einen davon zurück zu sündigen und veranlaßt einen, eine ausgeglichene Lebensweise zu pflegen und Extreme zu meiden. Wer Gott fürchtet, bemüht sich, gerecht und weise zu sein, doch hält er sich davon zurück, allzu gewissenhaft zu sein und Weisheit zur Schau zu stellen. Weil er das Leben auf vernünftige Weise genießt, mag er sogar von Extremisten als ein Sünder verurteilt werden wie Jesus Christus, den man zu Unrecht als einen Säufer und Fresser bezeichnete (Matth. 11:19).

    In Wirklichkeit aber achtet ein solch gewissenhafter, ausgeglichener Mensch streng auf seinen Wandel und treibt nicht Sünde. Ein gottesfürchtiger Mensch bleibt von den Problemen und Schwierigkeiten derer verschont, die die göttliche Richtschnur außer acht lassen, (1.) ‘nicht allzu gerecht zu werden und sich nicht übermäßig weise zu zeigen’ und (2.) ‘nicht allzu böse zu werden’. Auf diese Weise ‘erfaßt er’, wie Salomo empfiehlt, ‘das eine, aber zieht auch seine Hand nicht vom anderen zurück’. Er erfaßt Gerechtigkeit, ohne so genau zu sein, daß er unmögliche Maßstäbe für sich und andere aufstellt oder sich vernünftiges Vergnügen im Leben vorenthält.

    Ein Gedankengang, der mich seit mehr als einem Jahr intensiv beschäftigt: was ist Selbstgerechtigkeit – wo ist der Unterschied? Hier in den zitierten Absätzen wird das ja ziemlich gut herausgearbeitet. Weiteren interessanten Stoff dazu hatte ich in dem Buch „Kommentare zum Jakobusbrief gefunden und auch bereits hier zitiert

    weitere Gedanken dazu, was Selbstgerechtigkeit ist, finden wir unter anderem zu folgenden Bibelversen:
    4. Mose 11:10
    Psalm 13-15
    Psalm 26:9-11
    Psalm 53:4
    Psalm 86:16-17
    2. Könige 9:25-26
    Jeremia 26:7-9
    Matthäus 7:1-6
    2. Korinther 1:12-14

  38. Juleam 16. Juni 2012 um 10:47 Link zum Kommentar

    Prediger 8

    1 Wen kann man zu den Weisen zählen? Wer versteht es, das Leben richtig zu deuten? Ein weiser Mensch hat ein fröhliches Gesicht, alle Härte ist daraus verschwunden.

    Die Macht der Herrscher

    2 Ich rate dir: Gehorch den Befehlen des Königs, denn du hast ihm vor Gott die Treue geschworen. 3 Hüte dich davor, ihm abtrünnig zu werden, und lass dich nicht auf Intrigen ein, denn der König setzt ja doch alles durch, was ihm gefällt. 4 Seine Worte haben Macht, niemand kann ihn zur Rede stellen und fragen: »Was tust du da?« 5 Weise ist, wer den Befehlen des Königs gehorcht und nichts gegen ihn unternimmt. Er hat erkannt, dass auch die Regierungszeit des Königs begrenzt ist und Gott ihn richten wird.

    6 Denn für alles hat Gott die Zeit bestimmt, er spricht das Urteil. Aber auf dem Menschen lastet eine schwere Not: 7 Er weiß nicht, was auf ihn zukommt, und niemand kann ihm sagen, wie es geschehen wird. 8 Er besitzt keine Macht über den Wind und kann ihn nicht aufhalten, ebenso wenig kann er dem Tod entfliehen. Ein Soldat im Krieg wird nie vom Dienst befreit, und wer schuldig geworden ist, muss die Folgen tragen.

    9 Dies alles habe ich gesehen, als ich beobachtete, was auf dieser Welt geschieht – einer Welt, in der einige Menschen Macht besitzen und die anderen darunter leiden müssen.

    Das Unrecht in der Welt

    10 Ich sah, wie Menschen, die von Gott nichts wissen wollten, in Ehren begraben wurden, während man andere, die Gott gehorchten, aus der Nähe des Heiligtums vertrieb und sie vergaß in der Stadt. Auch das ist sinnlos!

    11 Die Verbrecher werden nicht schnell genug bestraft, und das verführt viele dazu, Böses zu tun.

    12 Manch einer hat schon hundert Verbrechen begangen – und lebt immer noch!
    Ja, auch ich weiß: »Wer Gott ehrt und ihm gehorcht, dem geht es gut. 13 Wer Gott missachtet, muss die Folgen tragen: Er verschwindet so plötzlich wie ein Schatten, weil er keine Ehrfurcht hat vor Gott.« 14 Und trotzdem geschieht so viel Sinnloses auf der Welt: Da geht es rechtschaffenen Menschen so schlecht, wie es den Gottlosen gehen sollte. Und da haben Gottlose ein so schönes Leben, als hätten sie Gottes Gebote befolgt. Das ist völlig sinnlos!

    15 Darum rühme ich die Freude, denn es gibt für den Menschen nichts Besseres auf der Welt, als zu essen und zu trinken und sich zu freuen. Das wird ihn bei seiner Mühe begleiten das kurze Leben hindurch, das Gott ihm gegeben hat.

    Was Gott tut, ist unbegreiflich!

    16-17 Ich bemühte mich, die Weisheit kennen zu lernen und das Tun und Treiben auf dieser Welt zu verstehen. Doch ich musste einsehen: Was Gott tut und auf der Welt geschehen lässt, kann der Mensch nicht vollständig begreifen, selbst wenn er sich Tag und Nacht keinen Schlaf gönnt. So sehr er sich auch anstrengt, alles zu erforschen, er wird es nicht ergründen! Und wenn ein weiser Mensch behauptet, er könne das alles verstehen, dann irrt er sich!

    Zu Prediger 8:11-12 heisst es in dem zitierten WT-Artikel auszugsweise:

    Wie Salomo hier zeigte, mag das menschliche Rechtswesen lax sein, und menschliche Gerichte mögen peinlich langsam arbeiten oder sogar nachlässig darin sein, böse Werke zu verurteilen. Weil die Bösen nicht für ihre Gesetzlosigkeit bestraft werden, meinen sie, sie kämen ungeschoren davon, und verhärten sich in ihrer bösen Handlungsweise. Aber ihre Bosheit macht sich nicht bezahlt. Ihr Leben vergeht schnell, “wie ein Schatten”, und sie können es durch keine ihrer Intrigen verlängern. Andererseits sind gerechte Personen in Wirklichkeit nicht für immer im Nachteil. Andere mögen ihnen zwar hart zusetzen, doch Ehrfurcht vor dem Schöpfer zu haben oder ihn zu “fürchten” wirkt sich zum Guten aus. Der Gerechte bewahrt ein reines Gewissen, findet Befriedigung darin, das zu tun, wovon er weiß, daß es richtig ist, und wenn er als ein treuer Diener Gottes stirbt, hat er die Hoffnung, von den Toten auferweckt zu werden. So wird für diejenigen, die Jehova Gott fürchten, letzten Endes alles “gut ausgehen”.

    Wer davon überzeugt ist, daß der Höchste diejenigen belohnt, die ihn fürchten, wird sich nicht verbittern lassen,

    Gut zusammen gefasst!

  39. Juleam 16. Juni 2012 um 10:50 Link zum Kommentar

    Prediger 9

    Über dies alles habe ich nachgedacht, und ich habe erkannt: Auch der Rechtschaffene und Verständige ist bei allem, was er tut, von Gott abhängig. Ja, der Mensch versteht nicht einmal, warum er liebt oder hasst. Alles ist schon vorher festgelegt – 2 bei jedem Menschen. Ein und dasselbe Schicksal trifft sie alle, ob sie nun Gott gehorchen oder ihn missachten, ob sie Gutes tun und sich an die Reinheitsgebote halten oder nicht, ob sie Gott Opfer bringen oder es sein lassen. Dem Guten ergeht es genauso wie dem Sünder, dem, der schwört, ebenso wie dem, der den Schwur scheut.

    3 Es ist ein großes Unglück, dass alle Menschen auf dieser Welt ein und dasselbe Schicksal erleiden! Ihr Leben lang sind sie verblendet, und ihr Herz ist voller Bosheit, bis sie schließlich sterben.

    4 Wer lebt, hat noch Hoffnung, denn ein lebendiger Hund ist besser dran als ein toter Löwe! 5 Die Lebenden wissen wenigstens, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen gar nichts. Ihre Mühe wird nicht mehr belohnt, denn niemand erinnert sich noch an sie. 6 Ihr Lieben, ihr Hassen, ihre Eifersucht – alles ist mit ihnen gestorben. Nie mehr werden sie beteiligt sein an dem, was auf der Welt geschieht.

    Freu dich am Leben!

    7 Also iss dein Brot, trink deinen Wein, und sei fröhlich dabei! Denn schon lange gefällt Gott dein Tun! 8 Trag immer schöne Kleider, und salbe dein Gesicht mit duftenden Ölen! 9 Genieße das Leben mit der Frau, die du liebst, solange du dein vergängliches Leben führst, das Gott dir auf dieser Welt gegeben hat. Genieße jeden flüchtigen Tag, denn das ist der einzige Lohn für deine Mühen. 10 Alles, was du tun kannst, wozu deine Kraft ausreicht, das tu! Denn im Totenreich, wohin auch du gehen wirst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.

    Verkehrte Welt!

    11 Ich habe beobachtet, wie es auf dieser Welt zugeht: Nicht die Schnellen gewinnen den Wettlauf und nicht die Starken den Krieg. Weisheit garantiert noch keinen Lebensunterhalt, Klugheit führt nicht immer zu Reichtum, und die Verständigen sind nicht unbedingt beliebt. Sie alle sind gefangen in der Zeit, ein Spielball des Schicksals. 12 Kein Mensch weiß, wann seine Zeit gekommen ist. Wie Fische im Netz gefangen werden, wie Vögel in die Falle geraten, so enden auch die Menschen: Der Tod ereilt sie, wenn sie es am wenigsten erwarten.

    13 Noch etwas habe ich beobachtet – ein gutes Beispiel dafür, wie die Weisheit auf dieser Welt beurteilt wird:

    14 Da war eine kleine Stadt mit wenig Einwohnern. Ein mächtiger König zog mit seinem Heer gegen sie aus, schloss sie ein und schüttete ringsum einen hohen Belagerungswall auf. 15 In der Stadt lebte ein armer Mann, der war sehr weise. Er hätte die Stadt durch seine Weisheit retten können, aber niemand dachte an ihn. 16 Da sagte ich mir: Zwar ist Weisheit wertvoller als Stärke, aber ein Armer wird nicht für klug gehalten; seine Worte beachtet man nicht. 17 Es ist besser, auf die bedächtigen Worte eines Weisen zu hören als auf das Geschrei eines Königs von Dummköpfen.

    18 Weisheit bewirkt mehr als Waffen, aber ein einziger, der Böses tut, kann viel Gutes zerstören.

    in dem zitierten WT-Artikel heißt es hierzu:

    Salomo zog folgende Schlußfolgerung daraus: “Weisheit ist besser als Mächtigkeit; doch die Weisheit des Bedürftigen ist verachtet, und auf seine Worte wird nicht gehört” (Pred. 9:16). Ja, wenn ein Mensch keine höhere Stellung bekleidet oder nicht prominent ist, werden seine Worte allzuoft überhört. Sie haben wenig Gewicht. Manchmal befolgt man sie vielleicht als letzten Ausweg aus Schwierigkeiten. Doch ist die kritische Lage einmal vorüber, so wird der Betreffende nicht geehrt. (Vergleiche 1. Korinther 1:26, 27; 2:8-11.)

    Dennoch ist die Weisheit von großem Wert und wird nicht immer einfach deshalb verachtet, weil sie aus einer anspruchslosen Quelle stammt. Salomo sagte weiter: “Die Worte der Weisen in Ruhe werden mehr Gehör finden als der Schrei jemandes, der unter Unvernünftigen herrscht. Weisheit ist besser als Kampfgeräte, und nur ein einziger Sünder kann viel Gutes vernichten” (Pred. 9:17, 18).

    Wie der Weise hier zeigt, ist es weit besser und vernünftiger, auf die besonnenen, würdigen Worte weiser, doch niedriger Personen zu hören statt auf die Schreie eines Herrschers, der sich in seiner Popularität auf Untertanen stützt, die durch ihre Einstellung und ihr Handeln eine törichte Ansicht über das Leben verraten. Wie das Beispiel des bedürftigen weisen Mannes zeigt, kann mit Weisheit mehr erreicht werden als mit einer Kriegsausrüstung. Doch schon ein einziger Sünder oder Tor kann ungeahnte Schwierigkeiten heraufbeschwören. Durch seine verkehrten Gedanken, die er vielleicht lautstark zum Ausdruck bringt, oder durch seine schlechten Handlungen kann er die besten Pläne zunichte machen und den Ruf einer Gemeinde ruinieren oder Kräfte und Mittel vergeuden. (Vergleiche 3. Johannes 9-11.) Wahrlich, der Weisheit ist der Vorzug zu geben, selbst wenn Personen, die weise sind, von anderen nicht geschätzt werden.

    die Schlußfolgerung zu der Geschichte, die bereits nachdenklich machte

  40. Juleam 16. Juni 2012 um 10:54 Link zum Kommentar

    Prediger 10 – 12

    Prediger 10 – Die kleinste Dummheit wiegt schwerer als die größte Weisheit

    1 Tote Fliegen bringen duftende Salben zum Stinken, und schon eine kleine Dummheit zerstört die Weisheit und das Ansehen eines Menschen.

    2 Ein vernünftiger Mensch unternimmt das Richtige, ein törichter dagegen nur das Falsche. 3 Welchen Weg der Törichte auch einschlägt – ihm fehlt der Verstand; jeder kann erkennen, wie dumm er ist.

    4 Wenn ein Machthaber zornig auf dich ist, dann vergiss nicht, dass du ihm unterstellt bist! Bleib gelassen, dadurch vermeidest du große Fehler!

    5 Etwas Schlimmes habe ich auf dieser Welt beobachtet, einen großen Fehler, den Machthaber immer wieder begehen:

    6 Die Törichten bekommen die höchsten Posten, und die Vornehmen werden übergangen. 7 Ich habe Knechte hoch zu Ross gesehen und Fürsten, die wie Knechte zu Fuß gehen mussten.

    8 Wer eine Grube gräbt, kann hineinfallen, und wer eine Mauer abreißt, kann von einer Schlange gebissen werden. 9 Wer im Steinbruch arbeitet, kann sich dabei verletzen, und wer Holz spaltet, bringt sich in Gefahr.

    10 Wenn die Axt stumpf geworden ist, weil ihr Benutzer sie nicht geschliffen hat, muss er sich doppelt anstrengen. Der Kluge hält sein Werkzeug in Ordnung.

    11 Dem Schlangenbeschwörer hilft seine Kunst nicht weiter, wenn die Schlange zubeißt, bevor er sie beschworen hat!

    12 Ein weiser Mensch wird geachtet für seine Worte; aber ein Dummkopf richtet sich durch sein Gerede selbst zugrunde. 13 Wenn er seinen Mund aufmacht, hört man nichts als dummes Geschwätz – es bringt nur Unheil und Verblendung! 14 Ja, solch ein Mensch redet ununterbrochen. Dabei weiß keiner, was die Zukunft bringt; niemand sagt ihm, was nach seinem Tod geschehen wird. 15 Wann endlich wird der Dummkopf vom vielen Reden müde? Nicht einmal den Weg in die Stadt findet er!

    16 Wehe dem Land, dessen König noch ein Kind ist und dessen Machthaber schon früh am Morgen Feste feiern! 17 Wohl dem Land, dessen König frei regieren kann und dessen Machthaber zur richtigen Zeit feiern, sich dabei beherrschen können und sich nicht wie die Säufer aufführen!

    18 Wenn jemand die Hände in den Schoß legt und zu faul ist, das Dach seines Hauses auszubessern, tropft bald der Regen durch, und das Gebälk fällt in sich zusammen.

    19 Ein gutes Essen macht fröhlich, Wein macht lustig, und Geld macht beides möglich!

    20 Nicht einmal in Gedanken schimpfe auf den König, nicht einmal in deinem Schlafzimmer fluche über den Reichen! Denn die Spatzen pfeifen es von den Dächern, und schon bist du verraten.

  41. Juleam 16. Juni 2012 um 10:57 Link zum Kommentar

    Prediger 11 – Wer wagt, gewinnt!

    1 Setz dein Hab und Gut ein, um Handel zu treiben, und eines Tages wird es dir Gewinn bringen.2 Verteil deinen Besitz auf möglichst viele Stellen, denn du weißt nicht, ob ein großes Unglück über das Land kommt und alles zerstört.

    3 Wenn die Wolken voll Wasser sind, wird es auch regnen, und wohin ein Baum fällt, dort bleibt er liegen.

    4 Wer ängstlich auf den Wind achtet, wird nie säen; und wer auf die Wolken schaut, wird nie ernten.

    5 Du weißt nicht, aus welcher Richtung der Wind kommen wird; du siehst nicht, wie ein Kind im Mutterleib Gestalt annimmt. Ebenso wenig kannst du die Taten Gottes ergründen, der alles bewirkt.

    6 Säe am Morgen deine Saat aus, leg aber auch am Abend die Hände nicht in den Schoß! Denn du weißt nicht, ob das eine oder das andere gedeiht – oder vielleicht sogar beides zusammen!

    Genieß deine Jugend!

    7 Wie schön ist das Licht, und wie wohltuend ist es, die Sonne zu sehen! 8 Freu dich über jedes neue Jahr, das du erleben darfst! Auch wenn noch viele vor dir liegen – denk daran, dass die Dunkelheit danach lange dauert! Alles, was dann geschieht, ist sinnlos!

    9 Du junger Mensch, genieße deine Jugend, und freu dich in der Blüte deines Lebens! Tu, was dein Herz dir sagt und was deinen Augen gefällt! Aber sei dir bewusst, dass Gott dich für alles zur Rechenschaft ziehen wird!

    10 Lass dich nicht von Kummer und Sorgen beherrschen, und schütze dich vor Krankheit! Denn Jugend und Schönheit sind vergänglich.

    Ergreife die Gelegenheit…

  42. Juleam 16. Juni 2012 um 10:59 Link zum Kommentar

    Prediger 12

    1 Denk schon als junger Mensch an deinen Schöpfer, bevor die beschwerlichen Tage kommen und die Jahre näher rücken, in denen du keine Freude mehr am Leben hast. 2 Dann wird selbst das Licht immer dunkler für dich: Sonne, Mond und Sterne verfinstern sich, und nach einem Regenschauer ziehen die Wolken von neuem auf. 3 Deine Hände, mit denen du dich schützen konntest, zittern; deine starken Beine werden schwach und krumm. Die Zähne fallen dir aus, du kannst kaum noch kauen, und deine Augen werden trübe. 4 Deine Ohren können den Lärm auf der Straße nicht mehr wahrnehmen, und deine Stimme wird immer leiser. Schon frühmorgens beim Zwitschern der Vögel wachst du auf, obwohl du ihren Gesang kaum noch hören kannst. 5 Du fürchtest dich vor jeder Steigung und hast Angst, wenn du unterwegs bist. Dein Haar wird weiß, mühsam schleppst du dich durch den Tag, und deine Lebenslust schwindet. Dann trägt man dich in deine ewige Wohnung, und deine Freunde laufen trauernd durch die Straßen.

    6 Ja, koste das Leben aus, ehe es zu Ende geht – so wie eine silberne Schnur zerreißt oder eine goldene Schale zerspringt, so wie ein Krug bei der Quelle zerbricht oder das Schöpfrad in den Brunnen fällt und zerschellt. 7 Dann kehrt der Leib zur Erde zurück, aus der er genommen wurde; und der Lebensgeist geht wieder zu Gott, der ihn gegeben hat.

    8 Ja, alles ist vergänglich und vergeblich, sagte der Prediger, alles ist völlig sinnlos!

    Ein Nachwort

    9 Der Prediger war ein weiser Mensch, der seine Erkenntnisse an das Volk weitergab. Er dachte über viele Lebensweisheiten nach, prüfte ihren Inhalt und brachte sie in eine schöne Form. 10 Er bemühte sich, ansprechende Worte zu finden, dabei aber aufrichtig zu sein und die Wahrheit zu schreiben.

    11 Ja, die Worte der Weisen sind wie ein Stock, mit dem der Bauer sein Vieh antreibt; Lebensweisheiten, in Sprüche gefasst, gleichen eingeschlagenen Nägeln: Sie verleihen dem Menschen einen festen Halt. Gott, der eine große Hirte der Menschen, hat sie uns gegeben.

    12 Mein Sohn, lass dich warnen! Es nimmt kein Ende mit dem vielen Bücherschreiben, und zu viel Lernen macht den ganzen Körper müde.

    13 Zu guter Letzt lasst uns das Wichtigste von allem hören: Begegne Gott mit Ehrfurcht, und halte seine Gebote! Das gilt für jeden Menschen.

    14 Denn Gott wird Gericht halten über alles, was wir tun – sei es gut oder böse -, auch wenn es jetzt noch verborgen ist.

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