Ruth


Ruth und Noomi

thematische Verlinkung der Gedanken – sortiert nach Kapiteln

Thomas 2. Juni 2009 29 Kommentare Trackback URI Comments RSS

29 Kommentare zu “Ruth”

  1. Thomasam 25. März 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Ruth 1

    Jeder geht seinen Weg. Wenn Gott uns nicht das gibt, was wir momentan haben möchten – dann und erst dann, zeigt sich, welchen Geist wir wirklich haben. So auch in der Geschichte der Familie, die wir im Bibelbuch Ruth finden.

    Und es geschah in den Tagen, als die Richter richteten, da entstand eine Hungersnot im Lande. Und ein Mann von Bethlehem-Juda zog hin, um sich in den Gefilden Moabs aufzuhalten, er und sein Weib und seine beiden Söhne. 2 Und der Name des Mannes war Elimelech, und der Name seines Weibes Noomi, und die Namen seiner beiden Söhne Machlon und Kiljon

    War es richtig, anstatt auf den Allmächtigen zu vertrauen, das Land der Verheißung zu verlassen? Nun, Elimelech hofft, durch sein “mutiges Handeln” sein Leben und das Leben seiner Familie zu verlängern. Aber er irrt, wenn er den Weg Jehovas verlässt! Seine Söhne heiraten zwar in der neuen Heimat. Aber wir lesen

    Und Elimelech, der Mann Noomis, starb: und sie blieb mit ihren beiden Söhnen übrig. Und sie nahmen sich moabitische Weiber: der Name der einen war Orpa, und der Name der anderen Ruth; und sie wohnten daselbst bei zehn Jahren. Da starben auch die beiden, Machlon und Kiljon; und das Weib blieb allein übrig von ihren beiden Söhnen und von ihrem Manne

    Traurig, dass alles verloren scheint! Nichts mehr ist Noomi geblieben: weder Mann noch Kinder, kein Erbanteil mehr im Land. Ein Grund zum verzweifeln? Doch Noomi hat ihren Schöpfer nicht vergessen. Sie will ihm eine Chance geben – und kehrt deshalb zurück ins verheißene Land. Doch was, ja was könnte Gott schon noch für sie tun? Zusammen mit ihren Schwiegertöchtern geht sie den Weg zurück ins verheißene Land. Kurz vor dem Ziel fordert sie die beiden Schwiegertöchter auf, in ihre Heimat zurück zu kehren. Was sollen die beiden jungen Frauen auch in Israel? Es gäbe kein Land, keine Heimat, keine Ruhe. Würden sie jemals eine Familie haben können? Wahrscheinlich nicht, da die Israeliten sich ja von den Außländern fernhalten sollten! Also warum sollten Orpa und Ruth nicht lieber in Moab eine neue Familie gründen?

    … meine Töchter! denn mir ergeht es viel bitterer als euch; denn die Hand Jehovas ist wider mich ausgegangen.

    Ja Noomi hat das Gefühl, dass der wohl falsche Entschluß, nach Moab gezogen zu sein, einen bitteren Nachgeschmack haben würde, der niemals wieder weggehen könnte. Doch Ruth entscheidet sich nicht wie Orpa. Orpas Entscheidung erscheint logisch und menschlich völlig in Ordnung.
    Ruth aber läßt ihre Entscheidung auf eine wichtige Frage beruhen:

    denn wohin du gehst, will ich gehen, und wo du weilst, will ich weilen; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott; 17 wo du stirbst, will ich sterben, und daselbst will ich begraben werden. So soll mir Jehova tun und so hinzufügen, nur der Tod soll scheiden zwischen mir und dir!

    Wir sehen, sie vertraut auf Jehova, und zeigt ihren Glauben nicht durch tote Worte! Sie handelt.

    In einem Nachschlagewerk hab ich noch einen interessanten Gedanken gefunden:

    Der Verlust des Königtums beinhaltet das Aufkommen der Demokratie und führt letztlich zur Regierung des Eigenwillens, zur Ablehnung jeder Autorität und zur Nachsicht gegenüber jeder Art von Zügellosigkeit. …
    Die Ausübung des Eigenwillens schließt die Autortät des Herrn und die Leitung des Hauptes aus. Wie die Welt tut auch die Masse der Christen, was recht ist in ihren Augen. …
    Vielleicht tun wir in den Augen der Welt nichts moralisch gesehen Falsches, wir sind vielleicht sogar sehr aktiv und völlig aufrichtig. Aber wenn in unserer Aktivität die Ansprüche des Herrn und die Leitung des Hauptes ignoriert werden, ist es einfach unser Eigenwille, der uns das tun lässt, was in unseren Augen recht ist.

  2. Thomasam 25. März 2009 um 07:11 Link zum Kommentar

    Ruth 2-4

    Was passiert mit dieser mutigen Frau??

    Für den vernünftig denkenden Menschen dieser Welt erscheint die Wahl Ruths äußert törich. Die Sorglosigkeit Moabs, den Komfort des Elternahuses und das Land der Geburt zu verlassen um eine Reise durch die Wüste auf sich zu nehmen, von der sie nichts weiß, in ein Land, das sie nie gesehen hat, in Gesellschaft einer armen leidgeprüften Witwe scheint wirklich der Giüfe der Torheit zu sein.

    Wir sehen nun eine fleißige Ruth, die von früh bis spät arbeitet! Nicht faul darauf wartet, dass irgendetwas geschehen würde, wird sie zur Handelnden! Noomi gibt ihr guten Rat und hilft ihr, die Gesetze des Landes zu nutzen. Wir sehen auch, das theokratische Ordnung in dieser kleinen Familie herrscht:

    Und Ruth, die Moabitin, sprach zu Noomi: Laß mich doch aufs Feld gehen und unter den Ähren lesen hinter dem her, in dessen Augen ich Gnade finden werde. Und sie sprach zu ihr: Gehe hin, meine Tochter.

    kein Eigenwille 😉

    Und Boas sprach zu Ruth: Hörst du, meine Tochter?

    Oh, welch liebevoller Mensch dieser Boas war! Er selbst kannte aus seinem eigenen Leben wie unbarmherzlig die Mitmenschen sein konnten! War seine Mutter nicht auch eine Ausländerin, und war dadurch vielen Anfeindungen ausgesetzt? Und doch hat Boas nicht nur eine liebevolle Art an sich, sondern redet ständig von Jehova! Er begrüßt seine Diener mit “Jehova sei mit euch” und auch zu Ruth spricht er über Jehova, und dass dieser liebevolle Gott ihr ihr Handeln vergelten werde!

    Und Boas handelt! Er gibt Anweisungen für seine Diener, und er selbst nimmt auch die Geschickt in die Hand.
    Wie ist das bei uns? Wenden wir uns ab, wenn wir Mitmenschen sehen, die unsere Hilfe bedürfen? Oder handeln wir wie Boas, wenn wir die Möglichkeit dazu haben?

    Im letzten Kapitel erleben wir Boas in Aktion: er hat die Ältesten gerufen und verhandelt mit dem nächsten Blutsverwandten darum, ob dieser die Ruth und Noomi freikaufen will. Dieser Blutsverwandte würde schon die finaziellen Möglichkeiten haben, das Feld und Noomi freizukaufen, aber er will nicht dafür sorgen, dass sein Erbteil durch das Erbteil der Noomi geschwächt wird, deshalb verzichtet er auf Ruth und damit auf das Rückkaufsrecht! Welch eine Schmach – das Gesetz des Allmächtigen so auszuschlagen!

    Aber Boas ergreift die Möglichkeit und wird geseget!

    Da sprach Boas zu den Ältesten und zu allem Volke: Ihr seid heute Zeugen, daß ich aus der Hand Noomis alles gekauft habe, was Elimelech, und alles, was Kiljon und Machlon gehörte; und auch Ruth, die Moabitin, das Weib Machlons, habe ich mir zum Weibe gekauft, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbteil zu erwecken, daß nicht der Name des Verstorbenen ausgerottet werde unter seinen Brüdern und aus dem Tore seines Ortes. Ihr seid heute Zeugen! ….
    Und Boas nahm Ruth, und sie wurde sein Weib, und er ging zu ihr ein; und Jehova verlieh ihr Schwangerschaft und sie gebar einen Sohn. Und die Weiber sprachen zu Noomi: Gepriesen sei Jehova, der es dir heute nicht hat fehlen lassen an einem Löser ! Und sein Name werde gerühmt in Israel! Und er wird dir ein Erquicker der Seele sein und ein Versorger deines Alters! Denn deine Schwiegertochter, die dich liebt, hat ihn geboren, sie, die dir besser ist als sieben Söhne. Und Noomi nahm das Kind und legte es auf ihren Schoß und wurde seine Wärterin. Und die Nachbarinnen gaben ihm einen Namen, indem sie sprachen: Ein Sohn ist der Noomi geboren! und sie gaben ihm den Namen Obed. Er ist der Vater Isais, des Vaters Davids.

    Was für ein Leben! Nichts hatte Ruht verloren, weil sie auf Jehova vertraute! Er hat ihr eine Familie geschenkt! Das hatte sie sicher nicht erwartet!

    Können auch wir, in verzweifelten Situationen auf den Höchsten schauen? und warten, bis er etwas für uns tut? Wer dies tut, wird von ihm geseget!

    Wer aber gemäß seinem eigenen Herzen handelt, muss sich nicht wundern von dem Höchsten verworfen zu sein. Im Bibelbuch Ruth lernen wir also gottesfürchtigen Personen wie Ruth, Noomi und Boas kennen. Aber wir lernen auch, dass es Nichtsnutzige Menschen schon damals gab, die Entscheidungen zu ihren eigenen Nutzen trafen und meist nicht sofort dafür bestraft wurden. Wie schön wird es sein, wenn der Allmächtige wieder König über die Menschen ist, und er Böse und Schlechte Menschen sofort bestrafen kann.

  3. Thomasam 25. März 2009 um 21:05 Link zum Kommentar

    Wie mögen die anderen wohl gedacht haben? Ob diese wohl günstig auf diese Verbindung geschaut haben? Oder war da eher Mißgunst, schließlich waren sie ja beide fast Ausländer, die zu meiden waren? Und hatte Noomi nicht die Versammlung freiwillig verlassen? Kann denn jemand, der seinen Platz in der Versammlung aufgibt, überhaupt Gottes Geist haben? Und deren Kinder oder Enkel – haftet da nicht immer ein gewisser Makel an diesen? Nein, mit solchen Menschen will selbst heute noch kaum einer Umgang pflegen.
    Nun war ja Boas reich geworden – da kann man ja dann notgedrungen eine Freundschaft aufbauen, um von seinem Reichtum abzuhaben?
    Und Boas, wäre es für ihn nicht viel besser, einen großen Bogen um diese Moabiterin und diese Noomi zu machen? Würde er nicht sonst wieder die alten Wunden und Geschichten aufwecken, über die nun endlich Gras gewachsen war?

    Der Allmächtige schaut aber NUR auf das Herz der Menschen, und beurteilt uns als einzelne Menschen nach unsere Herzenseingenschaften.

    Nehmen wir uns ein Beispiel an der engen Freundschaft zwischen Ruth und Noomi, und an dem guten Beispiel des Boas: für die Interessen anderer einzutreten.

  4. Juleam 30. März 2009 um 01:02 Link zum Kommentar

    Bilder für die Kleinen zum Ausmalen – in ganzer Größe könnt ihr sie runterladen und ausmalen, wenn ihr auf den Link (z.B. Ruth und Noomi) geht…

    Ruth und Noomi
    Ruth und Noomi

    Boas
    Ruth und Boas

  5. Thomasam 25. März 2010 um 14:09 Link zum Kommentar

    Ruth 1-4
    Zitate von J.N.Darby


    Das Buch Ruth erzählt uns auch von den Tagen der Richter, als kein König in Israel war; es zeigt uns aber die schöne Seite jener Tage in den Auswirkungen der Gnade Gottes, der (gepriesen sei Seine Name!) es niemals unterließ, inmitten des Bösen, wie auch in dem beständigen Fortschritt der Ereignisse zur Erfüllung Seiner Verheißungen im Messias hinzuwirken, welcherart der gleichzeitige Fortschritt des allgemeinen Bösen auch sein mochte.

    Ruth, eine Fremde, die durch Glauben unter den Flügeln des Gottes Israels Schutz suchte, wird in Gnade aufgenommen, und das Geschlechtsregister Davids, des Königs über Israel nach der Gnade, ist mit ihr verbunden. Es ist das Geschlechtsregister des Herrn Jesu Selbst nach dem Fleische.

    Da Elimelech (was bedeutet: Gott der König) tot ist, wird Noomi (Huldvolle, Liebliche) Witwe, und schließlich verliert sie auch ihre Kinder. Sie ist ein Vorbild der jüdischen Nation, die, da sie ihren Gott verloren hat, einer Witwe gleicht und keinen Erben hat. Doch wird es einen Überrest geben, bar aller Rechte auf die Verheißungen (und deshalb sinnbildlich durch eine Fremde dargestellt), der in Gnade angenommen werden wird (gleich wie die Nationen und die Versammlung, vgl. Micha 5, 3, den letzten Teil) – der sich treu und herzlich dem verödeten Israel anschließen wird; denn Ruth hielt sich an sie und an ihren Gott (Ruth 1, 16). Gott wird diesen Überrest anerkennen, der, selbst arm und bedrängt, von Herzen den Geboten gehorchen wird, die dem Volke gegeben sind.

    Noomi, die in ihrer Verarmung ein Vorbild der Nation ist, gibt ihren Zustand zu: sie nennt sich Mara (Bitterkeit).

    Der nächste Blutsverwandte, der gerne das Erbteil eingelöst hätte, weigert sich, es zu tun, wenn Ruth mit übernommen werden muss. Das Gesetz war jemals fähig, Israel wieder in sein Erbteil einzusetzen, noch den Namen des Toten in Gnade zu erwecken.

    Boas (in ihm ist Stärke), auf den der Überrest keinen direkten Anspruch hatte, übernimmt es, den Namen des Toten zu erwecken und das Erbteil Israels wiederherzustellen. Er handelt in Gnade und in Güte und ermutigt den geduldigen und demütigen Glauben des Überrests, der Sanftmütigen der Erde, und er erweist sich als treu, den Vorsatz und den Willen Gottes in bezug auf diese arme und elende Familie zu erfüllen. Nichts kann rührender und auserlesener sein als die hier gegebenen Einzelheiten. Der Charakter Ruths, des armen Weibes aus den Nationen, weist eine große Schönheit auf.

    „Noomi nahm das Kind und legte es auf ihren Schoß“, und es wurde gesagt: „Ein Sohn ist der Noomi geboren.“ Tatsächlich wird der Erbe der Verheißungen Israel als Nation geboren werden, obwohl die Erfüllung der Verheißungen nur den Überrest berührt, der, während er sich völlig mit dem Interessengebiet des Volkes eins macht, weder den Reichen noch den Armen nachgeht, sondern im Glauben und Gehorsam das Zeugnis Gottes inmitten des Volkes auf dem von Ihm bestimmten Pfade bewahrt hat. Wenn uns also das Buch der Richter einerseits den Abfall des Volkes Israels und ihr Versagen unter der Verantwortlichkeit zeigt, selbst als Gott ihr Helfer war, so stellt uns andererseits dieses rührende und kostbare Buch die Morgendämmerung besserer Dinge, die Gnade, vor Augen, die inmitten der Schwierigkeiten wirkt, indem sie die Erfüllung der Verheißung sichert und diesen Schauplatz des Elends und der Sünde durch liebliche und schöne Fälle des Glaubens verschönert, durch diese köstlichen Früchte der Gnade, sei es in Schwachheit und Ergebenheit oder in Kraft und Güte, und immer im Einklang mit dem vollkommenen Willen Gottes, und versichert durch diese rührende Geschichte sinnbildlich, dass Israel den Verheißungen gemäß völlig zum Segen wiederhergestellt werden wird. Es ist ein erfrischendes und liebliches Bild inmitten der Hartherzigkeit und Leiden Israels.

  6. WT 01.03.2005am 28. März 2010 um 12:37 Link zum Kommentar

    Das Wort Jehovas ist lebendig

    Höhepunkte aus dem Buch Ruth

    EINE zu Herzen gehende Beschreibung einer loyalen Freundschaft zwischen zwei Frauen. Ein Bericht, aus dem große Hochachtung vor Jehova Gott und volles Vertrauen in seine Richtlinien spricht. Eine Geschichte, die zeigt, wie stark Jehovas Interesse an der Abstammungslinie des Messias war. Die bewegende Erzählung von einer Familie und ihren Freuden und Sorgen. Das alles und noch viel mehr ist das Bibelbuch Ruth.

    Das Buch Ruth umfasst einen Zeitraum von 11 Jahren „in den Tagen, als die Richter [in Israel] Recht sprachen“ (Ruth 1:1). Abgespielt haben sich die im Buch Ruth geschilderten Ereignisse wohl zu Anfang der Richterzeit. Denn der Landbesitzer Boas, eine der Hauptfiguren in dieser wahren Geschichte, war der Sohn Rahabs, und sie lebte zur Zeit Josuas (Josua 2:1, 2; Ruth 2:1; Matthäus 1:5). Festgehalten wurde die Geschichte wahrscheinlich von dem Propheten Samuel im Jahr 1090 v. u. Z. Es ist das einzige Bibelbuch, das den Namen einer nichtisraelitischen Frau trägt. Dieses Buch besitzt große Aussagekraft und „ist lebendig und übt Macht aus“ (Hebräer 4:12).

    „WOHIN DU GEHST, WERDE ICH GEHEN“
    (Ruth 1:1 bis 2:23)

    Als Noomi und Ruth in Bethlehem ankommen, herrscht große Aufregung. Die Frauen der Stadt zeigen auf die ältere der beiden und fragen immer wieder: „Ist das Noomi?“ Noomi antwortet darauf: „Nennt mich nicht Noomi. Nennt mich Mara, denn der Allmächtige hat es mir sehr bitter gemacht. Voll bin ich ausgezogen, und mit leeren Händen hat Jehova mich zurückkehren lassen“ (Ruth 1:19-21).

    Als Noomi mit der Familie wegen einer Hungersnot in Israel von Bethlehem nach Moab zieht, hat sie einen Mann und zwei Söhne. Deswegen sagt sie später: „Voll bin ich ausgezogen“. Doch einige Zeit nach dem Umzug stirbt Elimelech, ihr Mann. Danach heiraten ihre beiden Söhne die Moabiterinnen Orpa und Ruth. Zehn Jahre verstreichen. Beide Söhne sterben, ohne Nachkommen zu hinterlassen. Damit sind die drei Frauen ganz auf sich allein gestellt. Als Noomi beschließt, nach Juda zurückzukehren, gehen ihre verwitweten Schwiegertöchter mit ihr. Unterwegs dringt Noomi jedoch in ihre Schwiegertöchter, nach Moab zurückzugehen und dort jemand aus ihrem eigenen Volk zu heiraten. Orpa lässt sich darauf ein. Ruth allerdings hält fest zu Noomi und sagt: „Wohin du gehst, werde ich gehen, und wo du die Nacht verbringst, werde ich die Nacht verbringen. Dein Volk wird mein Volk sein und dein Gott mein Gott“ (Ruth 1:16).

    Die beiden Witwen, Noomi und Ruth, kommen in Bethlehem zu Beginn der Gerstenernte an. Wie in Gottes Gesetz vorgesehen, liest Ruth Ähren auf einem Feld. Zufällig gehört es einem Verwandten Elimelechs, einem älteren jüdischen Mann namens Boas. Ruth gewinnt Boas’ Sympathie und liest auf seinem Feld weiter, „bis die Gerstenernte und die Weizenernte zu Ende“ sind (Ruth 2:23).

    Antworten auf biblische Fragen:

    1:8 — Warum sagte Noomi zu ihren Schwiegertöchtern, sie sollten „jede in das Haus ihrer Mutter“ zurückkehren statt in das Haus ihres Vaters?
    Es wird nichts darüber gesagt, ob Orpas Vater zu dem Zeitpunkt noch lebte. Ruths Vater war jedoch noch am Leben (Ruth 2:11). Dennoch hat Noomi vom Haus der Mutter gesprochen, vielleicht weil sie dadurch die beiden Frauen an die Geborgenheit erinnern wollte, die sie bei ihren Müttern finden könnten. Diese Geborgenheit könnte ihnen besonders jetzt über den schweren Abschied von ihrer geliebten Schwiegermutter hinweghelfen. Möglicherweise wollte sie damit auch sagen, dass die Mütter von Ruth und Orpa im Gegensatz zu ihr ein wohl behütetes Heim hatten.

    1:13, 21 — Hat Jehova Noomi das Leben bitter gemacht und ihr Unglück zugefügt?
    Nein, und Noomi schob Gott damit kein Unrecht zu. Allerdings hatte sie bei all dem, was passiert war, das Gefühl, dass Jehova gegen sie war. Sie wurde bitter und desillusioniert. In der damaligen Zeit wurde Fruchtbarkeit als Segen von Gott und Unfruchtbarkeit als Fluch angesehen. Noomi hatte keine Enkelkinder und beide Söhne waren gestorben. Deshalb glaubte sie vielleicht, mit Recht sagen zu können, dass Jehova sie „erniedrigt“ hatte.

    2:12 — Was war der ‘vollkommene Lohn’, den Ruth von Jehova erhielt?
    Ruth bekam einen Sohn und hatte die Ehre, ein Bindeglied in der wichtigsten Abstammungslinie der Geschichte zu werden — der von Jesus Christus (Ruth 4:13-17; Matthäus 1:5, 16).

    Lehren für uns:

    1:8; 2:20. Trotz der tragischen Ereignisse in ihrem Leben verlor Noomi nicht das Vertrauen in Jehovas liebende Güte. Wir wollen das auch nicht, vor allem in schweren Zeiten.

    1:9. Das Zuhause sollte nicht nur ein Ort sein, an dem man gemeinsam als Familie isst und schläft. Es sollte ein Ort des Friedens, der Ruhe und der Geborgenheit sein.

    1:14-16. Orpa kehrte „zu ihrem Volk und ihren Göttern“ zurück. Ruth nicht. Sie verließ ihre Heimat, wo sie sich geborgen und sicher fühlte, und blieb Jehova treu. Wenn wir loyale Liebe zu Gott entwickeln und gern bereit sind, Opfer zu bringen, hilft uns das, egoistischen Wünschen nicht nachzugeben. Und es bewahrt uns davor, ‘zur Vernichtung zurückzuweichen’ (Hebräer 10:39).

    2:2
    .Im Gesetz war vorgesehen, dass Ausländer und Benachteiligte Ähren lesen durften. Ruth war bereit, sich das zunutze zu machen. Sie hatte ein demütiges Herz. Leidet ein Christ Not, sollte er nicht zu stolz sein, die liebevolle Hilfe seiner Glaubensbrüder anzunehmen oder sich staatliche Unterstützung zunutze zu machen, die ihm zusteht.

    2:7. Obwohl Ruth das Recht hatte, Ähren zu lesen, fragte sie um Erlaubnis (3. Mose 19:9, 10). Damit zeigte sie, wie sanftmütig sie war. Es ist gut, wenn auch wir ‘Sanftmut suchen’, denn „die Sanftmütigen . . . werden die Erde besitzen, und sie werden wirklich ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens“ (Zephanja 2:3; Psalm 37:11).

    2:11. Ruth war für Noomi nicht nur eine Verwandte. Sie war ihr auch eine treue Freundin (Sprüche 17:17). Ihre Freundschaft hielt, weil sie auf Liebe, Loyalität, Einfühlungsvermögen, Güte und Opferbereitschaft gegründet war. Und sie basierte vor allem auf ihrem Verhältnis zu Jehova — ihrem Wunsch, Jehova zu dienen und zu seinen Anbetern zu gehören. Auch wir können echte Freundschaften mit wahren Anbetern Jehovas aufbauen.

    2:15-17. Selbst als Boas Ruth die Arbeit erleichterte, „las [sie] weiterhin auf dem Feld auf, bis zum Abend“. Ruth war fleißig. Auch ein Christ sollte für seinen Arbeitseifer bekannt sein.

    2:19-22. Noomi und Ruth haben sich in den Abendstunden angeregt unterhalten und die Ältere hat sich für das, was die Jüngere erlebte und unternahm, interessiert. Beide haben offen über ihre Gedanken und Gefühle gesprochen. Sollte es in einer christlichen Familie nicht genauso sein?

    2:22, 23. Im Gegensatz zu Jakobs Tochter Dina suchte Ruth Anschluss bei Dienern Jehovas. Ein sehr gutes Beispiel für uns! (1. Mose 34:1, 2; 1. Korinther 15:33).

    NOOMI STEHT NICHT MEHR MIT LEEREN HÄNDEN DA
    (Ruth 3:1 bis 4:22)

    Noomi ist zu alt, um noch Kinder zu bekommen. Sie wünscht sich daher, dass Ruth an ihrer Stelle eine so genannte Schwagerehe oder Ehe durch Rückkauf eingeht. Ruth macht alles so, wie Noomi es sagt, und bittet Boas, als Rückkäufer zu fungieren. Boas ist gern dazu bereit. Allerdings ist ein anderer Mann noch enger mit Noomi verwandt und eigentlich müsste ihm zuerst das Rückkaufsrecht eingeräumt werden.

    Boas verliert keine Zeit, die Sache zu regeln. Gleich am nächsten Morgen trifft er sich in Begleitung von zehn älteren Männern aus Bethlehem mit dem Verwandten und fragt ihn, ob er der Rückkäufer sein wolle. Der Mann lehnt das Ganze schließlich ab. Also übernimmt Boas die Rolle als Rückkäufer und heiratet Ruth. Sie bekommen einen Sohn, Obed, der später der Großvater von König David wird. Die Frauen von Bethlehem sagen jetzt zu Noomi: „Gesegnet sei Jehova, . . . er ist ein Wiederhersteller deiner Seele und ein Ernährer deines Alters geworden, denn deine Schwiegertochter, die dich wirklich liebt, die für dich besser ist als sieben Söhne, hat ihn geboren“ (Ruth 4:14, 15). Die Frau, die nach Bethlehem zurückgekehrt war, stand nun nicht mehr „mit leeren Händen“ da (Ruth 1:21).

    Antworten auf biblische Fragen:

    3:11 — Wieso hatte Ruth den Ruf, eine „tüchtige Frau“ zu sein?
    Es war nicht das ‘äußerliche Flechten der Haare’ und das „Anlegen goldener Schmucksachen“ oder das „Tragen äußerer Kleider“, weswegen Ruth bewundert wurde. Es war vielmehr die „verborgene Person des Herzens“ — ihre Loyalität und Liebe, ihre Demut und Sanftmut, ihr Fleiß und ihre Opferbereitschaft. Jede gottesfürchtige Frau, die wie Ruth einen guten Ruf haben möchte, muss sich bemühen, diese Eigenschaften zu entwickeln (1. Petrus 3:3, 4; Sprüche 31:28-31).

    3:14 — Warum sind Ruth und Boas vor Tagesanbruch aufgestanden?
    Das haben sie nicht etwa gemacht, weil sie in der Nacht etwas Unmoralisches getan hatten und es vertuschen wollten. Was Ruth in jener Nacht unternahm, entsprach offensichtlich der Sitte, an die sich eine Frau hielt, wenn sie ihr Recht auf die Schwagerehe anmeldete. Ruth führte genau das aus, was Noomi ihr gesagt hatte. Die Reaktion von Boas zeigt zudem deutlich, dass er in dem Vorgehen Ruths nichts Unrechtes sah (Ruth 3:2-13). Ruth und Boas standen offenbar einfach so früh auf, um keinen Anlass zu falschen Gerüchten zu geben.

    3:15 — Was bedeutet es, dass Boas Ruth sechs Maß Gerste mitgegeben hat?
    Diese Geste sollte vielleicht bedeuten: So wie auf sechs Arbeitstage ein Ruhetag folgt, würde auch Ruths Ruhetag kommen. Boas würde dafür sorgen, dass sie im Haus eines Ehemanns „einen Ruheort finden“ würde (Ruth 1:9; 3:1). Vielleicht konnte Ruth aber auch nicht mehr als sechs Maß Gerste auf dem Kopf tragen.

    3:16 — Warum hat Noomi Ruth gefragt: „Wer bist du, meine Tochter?“ Hat sie ihre Schwiegertochter nicht wiedererkannt?
    Das könnte durchaus sein, denn Ruth kam wahrscheinlich noch im Dunkeln heim. Andererseits wollte Noomi mit der Frage eventuell auch herausfinden, ob sich im Zusammenhang mit dem Rückkauf Ruths Identität nun geändert hatte.

    4:6 — Wie konnte sich ein Rückkäufer sein eigenes Erbe durch den Rückkauf ‘verderben’?
    Zum einen: Der Rückkäufer musste das Geld aufbringen, um das verkaufte Landerbe des verarmten Israeliten zurückzukaufen. Der Preis war von der Zahl der Jahre abhängig, die bis zum Jubeljahr noch verblieben (3. Mose 25:25-27). Dadurch verringerte sich sein Vermögen. Zum anderen: Würde Ruth einen Sohn bekommen, würde dieser Sohn und nicht ein naher Verwandter des Rückkäufers das zurückgekaufte Land erben.

    Lehren für uns:

    3:12; 4:1-6. Boas hielt sich gewissenhaft an alle Richtlinien, die Jehova festgelegt hatte. Halten wir uns eng an theokratische Richtlinien? (1. Korinther 14:40).

    3:18. Noomi vertraute Boas. Sollten wir nicht ebenfalls unseren treuen Glaubensbrüdern vertrauen? Ruth war bereit, eine Schwagerehe mit einem Mann einzugehen, den sie kaum kannte, einem Mann, der in der Bibel nicht einmal mit Namen genannt wird (Ruth 4:1). Wieso war sie dazu bereit? Weil sie Gottes Richtlinien völlig vertraute. Haben auch wir dieses Vertrauen? Halten wir uns zum Beispiel bei der Suche nach einem Ehepartner an die Richtlinie, „nur im Herrn“ zu heiraten? (1. Korinther 7:39).

    4:13-16. Ruth erhielt ein großes Vorrecht, obwohl sie eine Moabiterin war und früher den Gott Kamos verehrt hatte. Das bestätigt den Grundsatz: „So hängt es denn nicht von dem ab, der wünscht, noch von dem, der läuft, sondern von Gott, der barmherzig ist“ (Römer 9:16).

    Gott ‘erhöhe euch zur gegebenen Zeit’

    Das Buch Ruth schildert Jehova als einen Gott voller liebender Güte, der sich für seine loyalen Diener einsetzt (2. Chronika 16:9). Wenn man darüber nachdenkt, auf welche Weise Ruth gesegnet wurde, sieht man, wie wichtig es ist, Gott bedingungslos zu vertrauen und sich ganz sicher zu sein, „dass er ist und dass er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“ (Hebräer 11:6).
    Ruth, Noomi und Boas hatten völliges Vertrauen in die Richtlinien Jehovas und das hat für sie gute Folgen gehabt. Auch heute lässt „Gott alle seine Werke zum Guten derer mitwirken . . ., die Gott lieben, derer, die nach seinem Vorsatz die Berufenen sind“ (Römer 8:28). Darum wollen wir uns die Empfehlung des Apostels Petrus zu Herzen nehmen: „Erniedrigt euch daher unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch zur gegebenen Zeit erhöhe, wobei ihr all eure Sorge auf ihn werft, denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5:6, 7).

  7. WT 15.04.2003am 25. März 2011 um 12:47 Link zum Kommentar

    Eine Ehe gegen alle Erwartungen — Boas und Ruth

    ES IST Frühling. Auf der Dreschtenne unweit von Bethlehem herrscht das für diese Jahreszeit übliche geschäftige Treiben. Der Tag ist lang gewesen. Der Duft frisch gerösteten Getreides liegt in der Luft und verrät den hungrigen Arbeitern, dass es Zeit zum Essen ist. Sie alle werden die Früchte ihrer mühevollen Arbeit genießen können.

    Boas, ein wohlhabender Grundbesitzer, trinkt und isst sich satt und ruht sich neben einem großen Getreidehaufen aus. Als der Erntetag zur Neige geht, sucht sich jeder Mann ein bequemes Plätzchen zum Schlafen. Boas, rundum zufrieden, deckt sich zu und versinkt langsam in tiefen Schlaf.

    Eine heimliche Begegnung

    Um Mitternacht wacht Boas frierend und zitternd auf. Kein Wunder — seine Füße sind absichtlich aufgedeckt worden, und jemand hat sich genau dort hingelegt! Boas kann die Person in der Dunkelheit nicht erkennen und fragt: „Wer bist du?“ Eine Frauenstimme antwortet: „Ich bin Ruth, deine Sklavin, und du sollst deinen Rocksaum über deine Sklavin ausbreiten, denn du bist ein Rückkäufer“ (Ruth 3:1-9).

    Unter vier Augen unterhalten sich die beiden in der Dunkelheit. Frauen halten sich zu dieser Zeit gewöhnlich nicht auf der Dreschtenne auf (Ruth 3:14). Auf Boas’ Geheiß jedoch bleibt Ruth bis kurz vor Anbruch der Dämmerung zu seinen Füßen liegen. Dann steht sie auf und geht, um keine unbegründete Kritik aufkommen zu lassen.

    War das ein romantisches Rendezvous? Erlag jener reiche ältere Mann den geschickten Verführungskünsten einer armen jungen Witwe aus einem heidnischen Land? Oder nutzte Boas in jener Nacht Ruths Lage und ihre Einsamkeit aus? Nein, sondern es geht hier einzig und allein um Loyalität und Liebe zu Gott. Und auch die Hintergründe sind äußerst zu Herzen gehend.

    Doch wer ist Ruth eigentlich? Was veranlasst sie zu ihrem Handeln? Und wer ist dieser reiche Mann, Boas?

    „Eine tüchtige Frau“

    Viele Jahre vor dieser Begebenheit wurde Juda von einer Hungersnot heimgesucht. Eine vierköpfige israelitische Familie — Elimelech, seine Frau Noomi und ihre beiden Söhne Machlon und Kiljon — wanderte in das fruchtbarere Land Moab aus. Dort heirateten die Söhne die Moabiterinnen Ruth und Orpa. Nachdem die drei Männer in Moab gestorben waren, erfuhren die drei Frauen, dass sich die Verhältnisse in Israel gebessert hatten. Daraufhin beschloss Noomi — mittlerweile verwitwet, verbittert und ohne Kinder oder Enkel —, in ihre Heimat zurückzukehren (Ruth 1:1-14).

    Auf dem Weg nach Israel überzeugte Noomi Orpa, zu ihrem Volk heimzukehren. Dann sagte Noomi zu Ruth: „Siehe! Deine verwitwete Schwägerin ist zu ihrem Volk und ihren Göttern zurückgekehrt. Kehr mit deiner verwitweten Schwägerin zurück.“ Doch Ruth erwiderte: „Dränge mich nicht, dich zu verlassen, . . . denn wohin du gehst, werde ich gehen . . . Dein Volk wird mein Volk sein und dein Gott mein Gott. Wo du stirbst, werde ich sterben, und dort werde ich begraben werden“ (Ruth 1:15-17). So kamen die beiden mittellosen Witwen schließlich nach Bethlehem.

    Dort sind die Nachbarinnen derart von der Liebe und Fürsorge Ruths für ihre Schwiegermutter beeindruckt, dass sie über Ruth sagen, sie sei für Noomi ‘besser als sieben Söhne’. Andere nennen Ruth „eine tüchtige Frau“ (Ruth 3:11; 4:15).

    Als in Bethlehem die Gerstenernte beginnt, sagt Ruth zu Noomi: „Lass mich bitte aufs Feld gehen und unter den Ähren auflesen, hinter jemandem her, in dessen Augen ich Gunst finden mag“ (Ruth 2:2).

    Durch Zufall gerät Ruth auf das Feld, das Boas gehört, einem Verwandten ihres Schwiegervaters Elimelech. Sie bittet den Vorarbeiter um Erlaubnis, Ähren aufzulesen. Dabei erweist sie sich als ungewöhnlich fleißig, sodass der Aufseher sie Boas gegenüber lobt (Ruth 1:22 bis 2:7).

    Ein Beschützer und Wohltäter

    Boas ist ein ergebener Anbeter Jehovas. Jeden Morgen grüßt er seine Erntearbeiter mit den Worten: „Jehova sei mit euch“, und sie erwidern ihm: „Jehova segne dich“ (Ruth 2:4). Boas beobachtet, wie fleißig Ruth arbeitet; auch hat er erfahren, wie loyal sie sich gegenüber Noomi verhält. Daraufhin sorgt er dafür, dass sie bei der Nachlese bevorzugt behandelt wird. Er sagt ihr, sie solle nirgendwo anders hingehen, sondern auf seinen Feldern bleiben und sich dicht zu seinen jungen Frauen halten, denn bei ihnen wäre sie sicher. Auch habe er den jungen Männern geboten, sie nicht anzutasten. Wenn sie durstig sei, würden diese frisches Wasser für sie schöpfen (Ruth 2:8, 9).

    Ruth beugt sich zur Erde nieder und fragt Boas, wie es komme, dass sie Gunst in seinen Augen gefunden habe, wo sie doch eine Ausländerin sei. Boas antwortet, ihm sei eingehend über alles berichtet worden, was Ruth nach dem Tod ihres Mannes für ihre Schwiegermutter getan habe — wie sie ihren Vater, ihre Mutter, ihre Verwandten und ihr Heimatland verlassen habe, um bei einem Volk zu wohnen, das sie früher nicht gekannt hatte. Er wünscht Ruth einen vollkommenen Lohn von Jehova für ihre Handlungsweise (Ruth 2:10-12).

    Boas versucht nicht, Ruth schmeichelnd zu umwerben. Sein Lob ist aufrichtig gemeint. In tiefer Demut bedankt sich Ruth bei ihm für seine beruhigenden und tröstenden Worte. Sie betrachtet seine Güte als unverdient und arbeitet umso fleißiger weiter. Später, zur Essenszeit, ruft Boas Ruth herbei und sagt ihr, sie solle etwas Brot essen und ihr Stück in den Essig tauchen. Sie isst sich satt und spart noch etwas auf, das sie mit nach Hause nimmt und Noomi bringt (Ruth 2:14).

    Bis zum Abend hat Ruth rund 22 Liter Gerste aufgelesen. Zusammen mit dem aufgesparten Essen bringt sie alles Noomi mit (Ruth 2:15-18). Erfreut über die reichliche Ausbeute fragt diese ihre Schwiegertochter: „Wo hast du heute aufgelesen, und wo hast du gearbeitet? Gesegnet werde der, der dich beachtet hat.“ Als Noomi erfährt, dass es sich um Boas handelt, sagt sie: „Gesegnet sei er von Jehova, der von seiner liebenden Güte gegenüber den Lebenden und den Toten nicht abgelassen hat. . . . Der Mann ist mit uns verwandt. Er ist einer unserer Rückkäufer“ (Ruth 2:19, 20).

    Einen „Ruheort“ finden

    Noomi ist daran gelegen, für ihre Schwiegertochter einen „Ruheort“ zu finden, das heißt ein Zuhause. Deshalb ergreift sie die Gelegenheit, um — entsprechend dem göttlichen Gesetz — eine Bitte um Rückkauf in die Wege zu leiten (3. Mose 25:25; 5. Mose 25:5, 6). Noomi entwirft einen höchst wirkungsvollen, fast dramatischen Plan, wie Ruth die Aufmerksamkeit des Boas auf sich lenken soll. Hervorragend instruiert begibt sich Ruth im Schutz der Dunkelheit zur Dreschtenne, die Boas gehört. Sie findet ihn schlafend vor, deckt ihn zu seinen Füßen auf und wartet, bis er aufwacht (Ruth 3:1-7).

    Als Boas wach wird, hilft ihm zweifellos die symbolhafte Geste Ruths verstehen, was sie mit der Bitte meint, er solle ‘seinen Rocksaum über seine Sklavin ausbreiten’. Durch Ruths Vorgehen wird sich der bereits an Jahren vorgerückte Judäer seiner Verantwortung als Rückkäufer bewusst, ist er doch ein Verwandter von Machlon, Ruths verstorbenem Ehemann (Ruth 3:9).
    Zwar kommt Ruths nächtlicher Besuch für Boas überraschend, aber ihre Bitte um Rückkauf trifft ihn nicht völlig unerwartet, wie seine Reaktion erkennen lässt. Boas ist bereit, auf Ruths Ersuchen hin zu handeln.

    In Ruths Stimme schwingt wohl eine gewisse Unsicherheit mit, denn Boas fühlt sich veranlasst, sie mit den Worten zu beruhigen: „Und nun, meine Tochter, fürchte dich nicht. Alles, was du sagst, werde ich für dich tun, denn jeder im Tor meines Volkes weiß, dass du eine tüchtige Frau bist“ (Ruth 3:11).

    Boas beurteilt Ruths Vorgehen als völlig tugendhaft; das wird an seiner Aussage deutlich: „Gesegnet seist du von Jehova, meine Tochter. Du hast deine liebende Güte im letzten Fall noch besser zum Ausdruck gebracht als im ersten Fall“ (Ruth 3:10). Im ersten Fall hat Ruth liebende Güte oder loyale Liebe Noomi gegenüber bewiesen, im letzten Fall dadurch, dass sie sich selbstlos Boas, einem wesentlich älteren Mann, zum Rückkauf zur Verfügung gestellt hat. Sie ist bereit, im Namen Machlons, ihres verstorbenen Mannes, und zugunsten von Noomi Kinder zu bekommen.

    Ein Rückkäufer entzieht sich seiner Verpflichtung

    Am darauf folgenden Morgen lässt Boas einen Verwandten kommen, der als „Soundso“ bezeichnet wird und enger mit Noomi verwandt ist als Boas. Vor den Einwohnern und älteren Männern der Stadt offenbart ihm Boas, dass er das Recht habe, von Noomi das Feldstück zurückzukaufen, das ihrem Mann Elimelech gehörte und das sie verkaufen muss. Boas fragt den Mann, ob er es kaufen wolle, denn falls nicht, wäre Boas selbst dazu bereit.
    Soundso erklärt sich daraufhin zum Rückkauf bereit (Ruth 4:1-4).

    Allerdings steht dem Mann eine Überraschung bevor. Boas sagt nämlich als Nächstes vor allen Zeugen: „An dem Tag, an dem du das Feld aus Noomis Hand kaufst, sollst du es auch von Ruth, der Moabiterin, der Frau des Verstorbenen, kaufen, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbe erstehen zu lassen.“ Das allerdings lässt diesen nächsten Verwandten befürchten, sein eigenes Erbe zu verderben. Deshalb verzichtet er auf das Rückkaufsrecht und sagt: „Ich kann es nicht zurückkaufen“ (Ruth 4:5, 6).

    Nach dem Brauch muss jemand, der den Rückkauf verweigert, seine Sandale ausziehen und sie dem anderen geben. Als der Rückkäufer zu Boas sagt: „Kauf es für dich“, zieht er dabei seine Sandale aus. Darauf sagt Boas zu den älteren Männern und dem ganzen Volk: „Ihr seid heute Zeugen, dass ich aus der Hand Noomis tatsächlich alles kaufe, was Elimelech gehörte, und alles, was Kiljon und Machlon gehörte. Und auch Ruth, die Moabiterin, die Frau Machlons, erkaufe ich mir in der Tat zur Frau, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbe erstehen zu lassen . . . Ihr seid heute Zeugen“ (Ruth 4:7-10).

    Alles Volk, das im Tor ist, sagt darauf zu Boas: „Möge Jehova der Frau, die in dein Haus kommt, gewähren, wie Rahel und wie Lea zu sein, die beide das Haus Israel erbaut haben; und du, beweise deine Würdigkeit in Ephratha, und mache dir einen beachtenswerten Namen in Bethlehem“ (Ruth 4:11, 12).
    Mit dem Segen des Volkes nimmt Boas Ruth zur Frau. Sie schenkt ihm einen Sohn mit Namen Obed, und durch ihn werden Ruth und Boas zu Vorfahren König Davids und damit auch Vorfahren Jesu Christi (Ruth 4:13-17; Matthäus 1:5, 6, 16).

    „Ein vollkommener Lohn“

    Überall, wo uns Boas in der Erzählung begegnet, erscheint er als ein außergewöhnlicher Mann — angefangen von der freundlichen Begrüßung seiner Arbeiter bis zu seiner Zusage, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass der Name Elimelechs erhalten bleibe. Er ist ein Mann der Tat, der große Autorität besitzt und dem es dennoch nicht an Selbstbeherrschung, Freigebigkeit und Freundlichkeit mangelt; er zeichnet sich durch ein sittlich einwandfreies Verhalten, durch Glauben und Integrität aus. Ja, er ist ein Mann, der den Geboten Jehovas in jeder Hinsicht gehorsam nachkommt.

    Ruth zeichnet sich durch Liebe zu Jehova, loyale Liebe zu Noomi sowie durch Fleiß und Demut aus. Kein Wunder, dass die Leute sie als „eine tüchtige Frau“ bezeichnen! Von Ruth kann wirklich gesagt werden: „Das Brot der Faulheit isst sie nicht“, und dank ihrer harten Arbeit hat sie auch etwas, was sie mit ihrer bedürftigen Schwiegermutter teilen kann (Sprüche 31:27, 31). Außerdem muss Ruth dadurch, dass sie sich Noomis annahm, das Glück verspürt haben, das Geben mit sich bringt (Apostelgeschichte 20:35; 1. Timotheus 5:4, 8).

    Im Bibelbuch Ruth finden wir wirklich ausgezeichnete Vorbilder. Noomi wird von Jehova nicht vergessen. Ruth erhält einen „vollkommenen Lohn“ als Vorfahrin Jesu Christi. Boas wird mit einer ‘tüchtigen Frau’ gesegnet. Bestimmt können wir uns an diesen Glaubensmenschen ein Beispiel nehmen.

    [Kasten auf Seite 26]
    Grund zur Hoffnung

    Falls wir jemals den Eindruck haben, vom Unglück heimgesucht zu werden, kann uns die Geschichte Ruths Hoffnung machen. Sie ragt hervor als bedeutendes Nachspiel zum Bibelbuch Richter. Im Buch Ruth erfahren wir, wie Jehova eine einfache Witwe aus der fremden Nation Moab dazu gebrauchte, einen König für sein Volk zu beschaffen. Vor dem Hintergrund des Buches Richter ist Ruths Glaube ein leuchtendes Vorbild jener Epoche.

    Ruths Erlebnisse bestärken uns in der Gewissheit, dass Gott auch in den schwierigsten Zeiten immer für seine Diener sorgt und seine Vorsätze verwirklicht.

  8. WT 15.06.2002am 25. März 2011 um 12:56 Link zum Kommentar

    ‘Du bist eine tüchtige Frau’

    Diese Worte des Lobes waren an eine junge Moabiterin gerichtet, eine Witwe namens Ruth, die Schwiegertochter der Israelitin Noomi. Vor etwa 3 000 Jahren hatte sich Ruth, die zur Zeit der Richter in Israel lebte, einen hervorragenden Namen gemacht (Ruth 3:11). Wie konnte sie sich so einen Ruf erwerben? Wem kann ihr Beispiel nützen?

    Sie war nicht jemand, der „das Brot der Faulheit“ aß; Ruth arbeitete stundenlang schwer als Ährenleserin auf den Feldern und ihr Fleiß trug ihr dieses Lob ein. Selbst als man ihr anbot, ihr die Arbeit zu erleichtern, mühte sie sich weiterhin ab und tat mehr als das Übliche. Sie entspricht ausgezeichnet der biblischen Beschreibung einer zu lobenden, tüchtigen und fleißigen Ehefrau (Sprüche 31:10-31; Ruth 2:7, 15-17).

    Ruths geistige Eigenschaften — ihre Demut, ihre aufopferungsvolle Einstellung und ihre loyale Liebe — waren ein bedeutender Grund, warum sie in einem guten Ruf stand. Sie verließ ihre Eltern sowie ihr Heimatland, und obwohl für sie nur geringe Aussichten bestanden, die Geborgenheit einer Ehe zu finden, hielt sie fest zu Noomi. Gleichzeitig äußerte Ruth den Wunsch, Jehova, dem Gott ihrer Schwiegermutter, zu dienen. In dem Bibelbericht wird besonders hervorgehoben, wie wertvoll sie war, indem gesagt wird, dass sie für Noomi besser war als sieben Söhne (Ruth 1:16, 17; 2:11, 12; 4:15).

    Ruth genoss verdientermaßen einen guten Ruf unter ihren Gefährten, von größerer Bedeutung war jedoch, dass Gott ihre Eigenschaften positiv beurteilte und sie mit dem Vorrecht belohnte, eine Vorfahrin Jesu Christi zu werden (Matthäus 1:5; 1. Petrus 3:4).

    Welch gutes Beispiel Ruth doch ist — nicht nur für christliche Frauen, sondern für alle, die Jehova anbeten möchten!

  9. WT 15.05.1996am 25. März 2011 um 13:02 Link zum Kommentar

    Ruths Loyalität

    Im Bibelbuch Ruth wird deutlich gezeigt, wie wichtig Loyalität ist. Stellen wir uns vor, wir würden im Familienkreis reihum den Bericht vorlesen und uns bemühen, das Gesagte in uns aufzunehmen.

    Wir sehen die Moabiterin Ruth zusammen mit ihrer verwitweten Schwiegermutter Noomi auf dem Weg nach Bethlehem, und wir hören Ruth sagen: „Dein Volk wird mein Volk sein und dein Gott mein Gott“ (Ruth 1:16).

    Auf dem Feld des Boas beobachten wir die fleißige Ruth, die hinter den Erntearbeitern Nachlese hält. Wir hören, wie Boas sie mit den Worten lobt: „Jeder im Tor meines Volkes weiß, daß du eine tüchtige Frau bist“ (Ruth 3:11). Kurze Zeit später heiraten Boas und Ruth. Im Einklang mit der Vorkehrung der Schwagerehe bringt sie durch Boas „der Noomi“ einen Sohn zur Welt.

    Ruth wird eine Vorfahrin Davids und schließlich Jesu Christi. Auf diese Weise erhält sie ‘einen vollkommenen Lohn’. Wer den Bibelbericht liest, lernt daraus eine wertvolle Lektion: Sei Jehova gegenüber loyal, und du wirst reich gesegnet werden (Ruth 2:12; 4:17-22; Sprüche 10:22; Matthäus 1:1, 5, 6).

  10. Inspiriert-Bucham 25. März 2011 um 13:06 Link zum Kommentar

    Wieso das Buch Ruth für uns heute noch nützlich ist:

    WIESO NÜTZLICH

    Dieser wunderbare Bericht ist bestimmt nützlich, da er gerechtigkeitsliebenden Menschen hilft, einen starken Glauben zu entwickeln.

    Alle Hauptpersonen in diesem erregenden Drama bekundeten einen hervorragenden Glauben an Jehova, und „[sie erlangten] durch ihren Glauben Zeugnis“ (Heb. 11:39). Sie sind vortreffliche Beispiele für uns heute. Noomi vertraute fest auf die liebende Güte Jehovas (1:8; 2:20). Ruth war bereit, ihre Heimat zu verlassen, um weiterhin Jehova anzubeten; sie erwies sich als loyal und unterwürfig sowie als willige Arbeiterin. Große Wertschätzung für das Gesetz Jehovas, demütige Einwilligung, den Willen Jehovas zu tun, sowie Liebe zur treuen Noomi und zur fleißigen Ruth veranlaßten Boas, von dem Vorrecht einer Ehe als Rückkäufer Gebrauch zu machen.

    Jehovas Vorkehrung der Ehe, in diesem Fall der Ehe durch Rückkauf, bereitete ihm Ehre. Jehova leitete die Ehe von Boas und Ruth in die Wege, und er segnete sie gemäß seiner liebenden Güte; er gebrauchte sie dazu, die königliche Linie Judas ununterbrochen zu erhalten, die zu David und schließlich zu Jesus Christus, dem größeren David, führte.

    Die Aufmerksamkeit, die Jehova dem Hervorbringen des Königreichserben gemäß seiner gesetzlichen Vorkehrung schenkte, sollte unsere Zuversicht stärken und uns vertrauensvoll der Erfüllung aller Königreichsverheißungen entgegenblicken lassen. Sie sollte uns anspornen, in der neuzeitlichen Erntearbeit beschäftigt zu sein, in der Gewißheit, einen vollkommenen Lohn von Jehova zu empfangen, dem Gott des geistigen Israel, ‘unter dessen Flügeln Zuflucht zu suchen wir gekommen sind’ und dessen Königreichsvorsätze auf so wunderbare Weise ihrer vollständigen Erfüllung entgegengehen (2:12).

    Das Buch Ruth ist ein weiteres wichtiges Bindeglied in den Aufzeichnungen, die uns allmählich diesem Königreich näherbringen.

  11. Juleam 28. März 2012 um 14:24 Link zum Kommentar

    Ruth 1 – 4

    Ruth 1:20-21

    »Nennt mich nicht länger Noomi«, erwiderte sie, »nennt mich Mara, denn Gott, der Allmächtige, hat mir ein schweres Schicksal auferlegt: 21 Als ich von hier fortzog, hatte ich alles, was man sich nur wünschen kann. Jetzt lässt mich der Herr mit leeren Händen zurückkehren. Warum nennt ihr mich also noch Noomi? Der Herr hat sein Urteil gegen mich gesprochen; er, der Allmächtige, hat mir bitteres Leid zugefügt.«

    Wieso glaubte sie, dass Jehova ihr dieses Leid zugefügt hätte?

    War zu diesem Zeitpunkt nicht bereits das Bibelbuch Hiob geschrieben und kannte sie diese Geschichte – und damit den Zusammenhang von Jehova und Leid – nicht?

    Oder ist es der Schmerz, der auch uns heute manchmal dumme Sachen sagen lässt, obwohl wir vom Verstand her wissen, dass es nicht so ist?

  12. Juleam 28. März 2012 um 14:25 Link zum Kommentar

    Boas und Ruth – eine Liebesgeschichte?

    Vielleicht nicht in dem heute üblichen Sinne von „Liebe auf den ersten Blick“ und dem ganzen Herz-Schmerz, bis die beiden sich endlich kriegen. Ruth war kein junges Mädchen mehr. Immerhin hatte sie bereits eine langjährige Ehe hinter sich und kannte den Schmerz der Witwenschaft. Sicherlich ist sie nicht aufgebrezelt und rausgeputzt herumgelaufen, um sich einen Mann zu suchen oder nur ihren Marktwert zu testen. Sie hatte so etwas überhaupt nicht im Sinn! Auch Boas war kein junger knackiger Mann mehr, der mit seinen äußeren Vorzügen punkten konnte. Sie hatten sich nicht einmal verliebt, als sie dann heiraten – sondern vollziehen einfach die Schwagerehe, wie es damals üblich war. Trotzdem hatten sie eine gute Basis für die Ehe – denn jeder von ihnen hatte Eigenschaften, die ihn nicht nur anziehend und liebenswert machten, sondern Basis für eine erfolgreiche Ehe bilden:

    Ruth 2:8-9

    Da sagte Boas zu Ruth: »Ich mache dir einen Vorschlag: Du brauchst nicht auf ein anderes Feld zum Ährenlesen zu gehen; bleib hier bei meinen Mägden, 9 die die Garben binden! Sammle immer dort, wo die Arbeiter gerade das Korn abmähen. Ich habe ihnen verboten, dich zu belästigen. Wenn du Durst hast, dann geh ruhig zu den Krügen dort, und trink von dem Wasser, das meine Männer geschöpft haben!«

    Boas war sehr mitfühlend, liebevoll und großzügig, wie Ruth sofort erkennt

    Ruth 2:10

    Da warf Ruth sich vor ihm nieder und fragte: »Womit habe ich das verdient? Warum beachtest du mich, obwohl ich eine Ausländerin bin?«

    Auch Boas durfte sofort sehr schöne Wesenszüge an Ruth sehen

    Ruth 2:7, 11-12

    »Sie hat mich gefragt, ob sie dort, wo deine Männer schon waren, die liegen gebliebenen Ähren auflesen darf. Seit dem frühen Morgen ist sie bereits da und hat sich noch kaum in den Schatten gesetzt.«
    »Man hat mir berichtet, wie du seit dem Tod deines Mannes deiner Schwiegermutter beigestanden hast. Deine Eltern und dein Land hast du verlassen und dich einem Volk angeschlossen, das du vorher nicht gekannt hast. 12 Du bist zum Herrn, dem Gott Israels, gekommen, um bei ihm Schutz und Zuflucht zu finden. Möge er alle deine Taten reich belohnen!«

    Was kann einen besseren Erfolg für eine Ehe versprechen, als wenn beide Partner Jehova von ganzem Herzen lieben und alles daran setzen, um IHM zu gefallen?

    Eine fleißige und demütige Frau, die die Interessen Jehovas und ihrer Schwiegermutter über ihre eigenen stellt, die alles bisherige dafür aufgibt und fleißig und respektvoll und sogar dankbar ist.

    Ein Mann, der verständnisvoll und einfühlsam ist, sich um andere (und so auch um die Bedürfnisse seiner Frau) sorgt, der großzügig und aufmerksam mit anderen umgeht und in erster Linie an anderen ihre tiefe Liebe zu Jehova schätzt, der gibt ohne Hintergedanken, sondern einfach, weil er gern gibt.

    Wenn zwei solche Menschen eine Ehe eingehen, dann muss das einfach gut gehen. Und wenn man solche Personen kennen lernt, dann gesellt sich die Liebe sicherlich auch bald dazu.

    Außerdem kommt noch hinzu, dass die Verbindung eingegangen wird, um göttlichen Anforderungen Genüge zu tun. Wir erinnern uns, was Gott durch Moses über die Schwagerehe sagen ließ? Boas wie Ruth wollten diesem Erfordernis von ganzem Herzen nachkommen. Sicherlich hat Jehova diese freudige Bereitschaft mit einer glücklichen Ehe gesegnet!

    Worauf achten wir bei der Partnerwahl?

    Warum besuchen wir in erster Linie unsere Kongresse: um von Jehova belehrt zu werden – oder um einen Ehepartner zu suchen?

    Was steht für uns persönlich im Vordergrund: unsere eigenen Bedürfnisse und Interessen – oder die von Jehova?

  13. Juleam 6. April 2013 um 21:03 Link zum Kommentar

    Ruth 1 – 4

    Ruth 1 – Wie mag Noomi dazu eingestellt gewesen sein, dass sie als Familie das verheißene Land verließen?

    1 Und es geschah in den Tagen, als die Richter regierten, da entstand eine Hungersnot im Land. Damals zog ein Mann aus Bethlehem in Juda fort, um sich im Gebiet von Moab niederzulassen samt seiner Frau und seinen beiden Söhnen. 2 Und der Name dieses Mannes war Elimelech , und der Name seiner Frau Naemi , seine beiden Söhne aber hießen Machlon und Kiljon; sie waren Ephratiter aus Bethlehem in Juda. Und sie kamen in das Gebiet von Moab und lebten dort.

    3 Elimelech aber, Naemis Mann, starb, und sie blieb allein übrig mit ihren beiden Söhnen. 4 Und diese nahmen sich moabitische Frauen; der Name der einen war Orpa , und der Name der anderen Ruth . Und sie wohnten etwa zehn Jahre dort. 5 Danach starben auch sie beide, Machlon und Kiljon, sodass die Frau ohne ihre beiden Söhne und ihren Mann allein übrig blieb.

    6 Da machte sie sich mit ihren beiden Schwiegertöchtern auf und kehrte zurück aus dem Gebiet von Moab; denn sie hatte im Gebiet von Moab gehört, dass der Herr sein Volk heimgesucht und ihm Brot gegeben habe. 7 So verließ sie den Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr, und sie machten sich auf den Weg, um wieder in das Land Juda zurückzukehren.

    8 Naemi aber sprach zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Geht hin, kehrt um, jede zum Haus ihrer Mutter! Der Herr erweise euch Güte, wie ihr es an den Verstorbenen und an mir getan habt! 9 Der Herr gebe euch, dass ihr Ruhe findet, jede im Haus ihres Mannes! Und sie küsste sie [zum Abschied]. Da erhoben sie ihre Stimmen und weinten, 10 und sie sprachen zu ihr: Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen! 11 Aber Naemi sprach: Kehrt um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Trage ich denn noch Söhne in meinem Schoß, die eure Männer werden könnten? 12 Kehrt um, meine Töchter, und geht heim! Denn ich bin zu alt, um noch einen Mann zu heiraten. Und wenn ich auch spräche: Es ist zu hoffen, dass ich schon diese Nacht einen Mann bekomme und sogar Söhne gebäre! – 13 wolltet ihr deshalb warten, bis sie groß geworden sind? Wolltet ihr euch deshalb einschließen und keinen Mann heiraten? Nicht doch, meine Töchter! Denn mir ergeht es noch viel bitterer als euch, weil die Hand des Herrn gegen mich ausgestreckt ist!

    14 Da erhoben sie ihre Stimmen und weinten noch mehr; und Orpa küsste ihre Schwiegermutter [zum Abschied]; Ruth aber hing ihr an.

    15 Sie aber sprach: Siehe, deine Schwägerin ist umgekehrt zu ihrem Volk und zu ihren Göttern ; kehre du auch um, deiner Schwägerin nach! 16 Aber Ruth antwortete: Dringe nicht in mich, dass ich dich verlassen und mich von dir abwenden soll! Denn wo du hingehst, da will ich auch hingehen, und wo du bleibst, da will ich auch bleiben; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott! 17 Wo du stirbst, da sterbe auch ich, und dort will ich begraben werden; der Herr tue mir dies und das und noch mehr, wenn nicht der Tod allein uns scheiden soll!

    18 Als sie nun sah, dass sie sich fest vorgenommen hatte, mit ihr zu gehen, ließ sie davon ab, ihr zuzureden. 19 So gingen die beiden, bis sie nach Bethlehem gelangten.

    Und es geschah, als sie in Bethlehem ankamen, da geriet die ganze Stadt in Bewegung ihretwegen, und man fragte: Ist das die Naemi ? 20 Sie aber sprach: Nennt mich nicht Naemi , sondern nennt mich Mara ; denn der Allmächtige hat es mir sehr bitter gemacht! 21 Voll zog ich aus, aber leer hat mich der Herr wieder heimgebracht. Warum nennt ihr mich denn Naemi, da doch der Herr mich gedemütigt und der Allmächtige mich betrübt hat? 22 So kehrte Naemi zurück, und mit ihr Ruth, die Moabiterin, ihre Schwiegertochter, die sich vom Land Moab abwandte; und sie kamen am Anfang der Gerstenernte nach Bethlehem.

    Auch über diese Geschichte haben wir bereits viel nachgedacht:

    Eine Frage, die immer noch im Raum steht, ist, ob es in Jehovas Augen richtig war, das Verheißene Land zu verlassen – oder ob sie nicht besser auf Jehova hätten vertrauen müssen.

    Besonders mit ihrem Wunsch, nunmehr Mara genannt zu werden, kommen Gedanken auf: könnte es sein, dass Noomi eigentlich nicht dafür gewesen war, das Verheißene Land zu verlassen?

    Vielleicht hatte sie sich lediglich ihrem Mann untergeordnet und seine Entscheidung respektiert. Sie hat ihm keine Vorwürfe gemacht, vielleicht erwies sich diese Entscheidung ja auch zu Anfang noch als richtig, denn hier in Moab mußten sie nicht hungern. Aber als dann ihr Mann stirbt, kommt ihr vielleicht in den Sinn, dass dies die Strafe Jehovas dafür ist, dass sie SEIN Land, das er ihnen gegeben hatte, verlassen haben – anstatt auf ihn zu vertrauen.

    Wie alt mögen die Söhne gewesen sein, als der Vater starb? Zumindest war sie wohl eine Weile alleinerziehend, denn von der Heirat der Söhne ist erst nach dem Tod des Vaters die Rede und zu der Zeit war es üblich, jung zu heiraten.

    Ob sie in dieser Zeit bereits ab und an darüber nachgedacht hatte, wieder zu ihrem eigenen Volk zurückzukehren?

    Wie war eigentlich ihr sozialer Stand in dem fremden Land? Hatten sie Freunde gehabt, oder stand sie wirklich allein mit den beiden Jungs da? Wovon hatten sie sich ernährt?

    Oder waren die beiden beim Tod des Vaters bereits alt genug, um für sich und die Mutter zu sorgen? War sie da bereits abhängig von ihnen und hatte daher kein so großes Vetorecht, was eine Rückkehr in die Heimat und die Heirat moabitischer Frauen anging?

    Interessant ist ja die Tatsache, dass beide Söhne trotz 10 jähriger Ehe kinderlos blieben. Hatte Jehova ‚deren Mutterschoß verschlossen‘, weil er mit Noomi noch Großes vorhatte?

    Jehova hatte diese Frau all die Jahre beobachtet. Vielleicht hat er gesehen, dass sie lieber nicht die Heimat und den Erbbesitz verlassen hätte, sich aber dennoch demütig als Ehefrau unterordnete. Er hat sie beobachtet, wie sie weiterhin so gelebt hatte, wie sie es im Verheißenen Land getan hätte. Vielleicht hatte sie auf engere Freundschaften und Kontakte verzichtet, um sich nicht mit Götzendienst zu verunreinigen. ER hat beobachtet, dass sie am liebsten wieder in die Heimat zu ihrem Erbbesitz zurückgekehrt wäre, aber nicht die Kraft und den Einfluss und die Mittel dazu hatte. Er hat ihre Bedenken gesehen, als sich ihre Söhne Frauen aus Moab nahmen, dass sie diese aber trotzdem liebevoll behandelte und stets bemüht war, das zu tun, was IHM gefällt.

    Warum waren die Söhne so früh gestorben? Es wird nichts darüber gesagt: waren sie krank oder war es ein Unfall? Oder waren es nichtsnutzige Männer, wie die Söhne des Juda seinerzeit?

    Fakt ist: Noomi ist zwar am Boden zerstört und hat den Lebensmut verloren, aber sie nutzt die Chance, wieder in die Heimat zurückzukehren. Nun hält sie hier nichts mehr, sie will sich wieder unter Gottes Volk bewegen können. Und so zieht sie los.

    Es wird gesagt, dass der Bericht zu ihr drang, dass die Hungersnot in Israel wieder vorbei war. Ob dies erst zu diesem Zeitpunkt so ist, oder nur deshalb erst jetzt erwähnt wird, weil sie nun die Möglichkeit zur Umkehr hat, wird leider nicht gesagt.

  14. Juleam 6. April 2013 um 21:07 Link zum Kommentar

    Warum bedrängt sie die beiden Schwiegertöchter, wieder zurück zu ihren eigenen Göttern zu gehen?

    Sie muss eine sehr gute Mutter und ein sehr liebenswerter Mensch gewesen sein – denn die Schwiegertöchter begleiten sie und wollen mit ihr die Heimat verlassen.

    Warum bedrängt sie die beiden, wieder umzukehren und in der eigenen Heimat zu bleiben? Warum schickt sie sie zu ihren eigenen Göttern zurück – wenn sie doch weiss, dass Jehova der allein wahre Gott ist?

    Denkt sie hier an ihre eigene Zeit in dem fremden Land zurück und wie unwohl sie sich dabei gefühlt hatte? Wie sehr sie die wahre Anbetung vermisst hatte und andere Menschen, die ebenfalls ihren eigenen wundervollen Gott Jehova anbeten. Will sie dies den Schwiegertöchtern ersparen?

    Will sie nur testen, ob es ihnen wirklich ernst mit ihrem Entschluß ist?

    Sie weiss ja, dass die jungen Frauen es in Israel nicht leicht haben werden, denn sie würden dort keinen Mann finden – denn die Israeliten durften sich ja nicht mit den Völkern vermischen. Welche Zukunft hätten diese Frauen denn dort? Würden sie nicht ihre Familie, ihre Freunde und besonders ihre Art vermissen, wie ihre Götter angebetet werden?

    Hat sie Angst, dass die jungen Frauen andere in Israel zum Götzendienst verführen könnten?

    Fakt ist, dass sie ihnen sagt, sie sollten zu ihren Göttern zurück kehren.

    Scheinbar hatten sie diese nicht aufgegeben, obwohl sie mit Israeliten verheiratet gewesen waren. Zehn Jahre sind eine lange Zeit und wenn die Männer fest in der wahren Anbetung standen, dann wären dies ja nicht mehr „ihre“ Götter gewesen.

    Noomi hatte doch im Haus der Söhne gelebt, da muss sie doch wissen, wie es um die Anbetung der Frauen steht!

    Orpha kehrt um, sie scheint zu sehr an dem Alten zu hängen – aber Ruth lässt sich nicht abschütteln.

    Geht es ihr nur um die Schwiegermutter – oder hängt ihr Herz bereits an Jehova?

  15. Juleam 6. April 2013 um 21:11 Link zum Kommentar

    Ruth 2 – warum Boas so freundlich und mitfühlend mit Ruht ist

    1 Nun hatte Naemi einen Verwandten ihres Mannes, der war ein sehr angesehener Mann aus dem Geschlecht Elimelechs, und sein Name war Boas . 2 Ruth aber, die Moabiterin, sprach zu Naemi: Lass mich doch aufs Feld hinausgehen und Ähren auflesen bei dem, in dessen Augen ich Gnade finde! Da sprach sie zu ihr: Geh hin, meine Tochter! 3 Und so ging sie hin, kam und las Ähren auf dem Feld hinter den Schnittern her. Es traf sich aber, dass jenes Stück Feld dem Boas gehörte, der aus dem Geschlecht Elimelechs war.

    4 Und siehe, Boas kam von Bethlehem her und sprach zu den Schnittern: Der Herr sei mit euch! Und sie antworteten ihm: Der Herr segne dich! 5 Und Boas fragte seinen Knecht, der über die Schnitter bestellt war: Zu wem gehört diese junge Frau? 6 Und der Knecht , der über die Schnitter bestellt war, antwortete und sprach: Das ist die moabitische junge Frau, die mit Naemi aus dem Gebiet von Moab zurückgekommen ist. 7 Und sie hat gesagt: Lass mich doch auflesen und zwischen den Garben sammeln hinter den Schnittern her! Und sie kam und blieb vom Morgen an bis jetzt; sie bleibt nicht lange zu Hause sitzen!

    8 Da sprach Boas zu Ruth: Hörst du, meine Tochter? Du sollst auf keinen anderen Acker gehen, um aufzulesen; und begib dich auch nicht weg von hier, sondern halte dich da zu meinen Mägden. 9 Dein Auge sei auf das Feld gerichtet, wo sie schneiden, und geh hinter ihnen her! Habe ich nicht den Knechten geboten, dass dich niemand antasten soll? Und wenn du Durst hast, so geh hin zu den Gefäßen und trinke von dem, was die Knechte schöpfen!

    10 Da fiel sie auf ihr Angesicht und neigte sich zur Erde und sprach: Warum habe ich vor deinen Augen Gnade gefunden, dass du dich um mich kümmerst , da ich doch eine Fremde bin? 11 Da antwortete Boas und sprach zu ihr: Es ist mir alles erzählt worden, was du an deiner Schwiegermutter getan hast nach dem Tod deines Mannes, wie du deinen Vater und deine Mutter und dein Heimatland verlassen hast und zu einem Volk gezogen bist, das du zuvor nicht kanntest. 12 Der Herr vergelte dir deine Tat, und dir werde voller Lohn zuteil von dem Herrn , dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, um Zuflucht zu suchen unter seinen Flügeln !

    13 Und sie sprach: Mein Herr, lass mich Gnade finden vor deinen Augen; denn du hast mich getröstet und deiner Magd freundlich zugesprochen, obwohl ich doch nicht [einmal] wie eine deiner Mägde bin!

    14 Und zur Essenszeit sprach Boas zu ihr: Komm her und iss von dem Brot und tunke deinen Bissen in den Essig ! Und sie setzte sich neben die Schnitter. Er aber gab ihr geröstetes Korn, und sie aß und wurde satt und ließ übrig. 15 Und als sie wieder aufstand, um Ähren aufzulesen, gebot Boas seinen Knechten und sprach:

    Lasst sie auch zwischen den Garben auflesen und tut ihr nichts zuleide! 16 Und ihr sollt auch aus den [Ähren-]-Bündeln etwas für sie herausziehen und es liegen lassen, damit sie es auflesen kann, und ihr sollt sie deswegen nicht schelten!

    17 So las sie auf dem Feld bis zum Abend; und als sie ausgeklopft hatte, was sie aufgelesen hatte, war es etwa ein Epha Gerste. 18 Und sie hob es auf und trug es in die Stadt; und ihre Schwiegermutter sah, was sie aufgelesen hatte; dazu zog sie heraus, was sie übrig gelassen hatte, nachdem sie satt geworden war, und gab es ihr.

    19 Und ihre Schwiegermutter sprach zu ihr: Wo hast du heute aufgelesen, und wo hast du gearbeitet? Gesegnet sei, der sich um dich gekümmert hat! Da sagte sie ihrer Schwiegermutter, bei wem sie gearbeitet hatte, und sprach:

    Der Mann, bei dem ich heute gearbeitet habe, heißt Boas ! 20 Da sprach Naemi zu ihrer Schwiegertochter: Gesegnet sei er von dem Herrn , der seine Gnade den Lebendigen und den Toten nicht entzogen hat! Und Naemi sagte ihr: Der Mann ist mit uns nahe verwandt, er gehört zu unseren Lösern . 21 Und Ruth, die Moabiterin, sprach: Er sagte auch das zu mir: Du sollst dich zu meinen Knechten halten , bis sie mit meiner ganzen Ernte fertig sind!

    22 Und Naemi sprach zu ihrer Schwiegertochter Ruth: Es ist gut , meine Tochter, wenn du mit seinen Mägden ausgehst und man dich nicht auf einem anderen Acker belästigt!

    23 So hielt sie sich bei der Ährenlese zu den Mägden des Boas, bis die Gersten- und Weizenernte vollendet war. Und sie wohnte bei ihrer Schwiegermutter.

    Ein zufälliges Zusammentreffen, das sich zum Guten auswirkt? Vielleicht hat ja Jehova von Anfang an die Finger im Spiel, indem ER ihre Schritte zum Feld des Boas lenkt.

    Sie fragt ihn, warum er ihr Gunst erweist, denn sie sei doch eine Moabiterin. In dem alten biblischen Drama von der Gesellschaft „Mache Jehovas Vorhaben zu deinem Lebensinhalt“ wird Licht in die Sache gebracht:

    Boas selbst ist ja das Kind einer Fremden. Erinnern wir uns an Rahab: sie war eine Prostituierte in Jericho und wurde verschont, weil sie Jehova als ihren Gott angenommen hat und die Kundschafter versteckt hatte. Sie war seine Mutter!

    Thom hatte bereits im Zusammenhang mit der Niederlage bei Ai den Gedanken gesponnen, dass einige diese Niederlage darauf zurückgeführt haben könnten, dass nun diese Hure mit ihnen ging und dass dies das Missfallen Jehovas ausgelöst haben könnte.

    Auch wenn dem Volk im Gesetz geboten wurde, freundlich und mitfühlend zu Fremdlingen zu sein, da sie selbst einst Fremdlinge in Ägypten waren, so werden Rahab wohl dennoch von einigen Vorurteile entgegengebracht worden sein. Wir haben ja gesehen, dass das Volk immer wieder gegen Jehova und „seine Regeln“ aufbegehrt hatte. So wußte Boas bestimmt, wie es sich anfühlt, ausgegrenzt zu sein. So ein Erlebnis macht uns ja umso mitfühlender für andere, die in einer ähnlichen Situation sind.

    Weitere Gedanken finden wir hier:

  16. Juleam 6. April 2013 um 21:14 Link zum Kommentar

    Ruth 3 – Mutige tapfere Ruth – wie mag ihr jetzt wohl zumute sein?

    1 Naemi aber, ihre Schwiegermutter, sprach zu ihr: Meine Tochter, sollte ich dir nicht Ruhe verschaffen, damit es dir gut gehen wird? 2 Und nun, ist nicht Boas, bei dessen Mägden du gewesen bist, unser Verwandter ?

    Siehe, er worfelt diese Nacht auf der Gerstentenne. 3 So bade dich nun und salbe dich und lege deine Kleider an und geh zur Tenne hinab; aber lass dich von dem Mann nicht bemerken, bis er fertig ist mit Essen und Trinken! 4 Wenn er sich dann schlafen legt, so achte auf den Ort, wo er sich niederlegt, und geh hin und hebe die Decke zu seinen Füßen auf und lege dich dort hin; und er wird dir sagen, was du tun sollst.

    5 Sie sprach zu ihr: Alles, was du sagst, das will ich tun! 6 Und sie ging zur Tenne hinab und machte es genau so, wie es ihre Schwiegermutter geboten hatte.

    7 Als nun Boas gegessen und getrunken hatte und sein Herz guter Dinge war, ging er und legte sich hinter einen Garbenhaufen. Und sie kam leise und hob die Decke auf zu seinen Füßen und legte sich dort hin. 8 Als es nun Mitternacht war, da schrak der Mann auf und beugte sich vor, und siehe, da lag eine Frau zu seinen Füßen! 9 Da fragte er: Wer bist du? Sie aber antwortete: Ich bin Ruth, deine Magd! So breite deine Flügel über deine Magd; denn du bist ja Löser !

    10 Er aber sprach: Gesegnet seist du vom Herrn , meine Tochter! Du hast jetzt noch edler gehandelt als zuvor, dass du nicht den jungen Männern nachgelaufen bist, weder den armen noch den reichen! 11 Nun, meine Tochter, fürchte dich nicht! Alles, was du wünschst, das will ich für dich tun; denn jedermann im Tor meines Volkes weiß, dass du eine tugendhafte Frau bist.

    12 Und nun, es ist wahr, dass ich ein Löser bin; aber es ist noch ein anderer Löser da, der näher verwandt ist als ich. 13 Bleibe über Nacht! Und morgen dann – wenn er dich lösen will, nun, so löse er dich! Gefällt es ihm aber nicht, dich zu lösen, so will ich dich lösen, so wahr der Herr lebt ! Bleibe bis zum Morgen liegen!

    14 So lag sie bis zum Morgen zu seinen Füßen. Dann stand sie auf, ehe noch einer den anderen erkennen konnte, denn er sprach: Es soll nicht bekannt werden, dass eine Frau auf die Tenne gekommen ist! 15 Und er sagte: Gib den Überwurf her, den du anhast, und halte ihn auf! Und sie hielt ihn auf. Da maß er sechs [Maß] Gerste ab und lud es ihr auf und ging in die Stadt.

    16 Sie aber kam zu ihrer Schwiegermutter, und die sprach: Wie steht es mit dir, meine Tochter? Da teilte sie ihr alles mit, was der Mann ihr getan hatte, 17 und sie sprach: Diese sechs [Maß] Gerste gab er mir; denn er sagte: Du sollst nicht leer zu deiner Schwiegermutter kommen! 18 Sie aber sprach: Bleibe still, meine Tochter, bis du erfährst, wie die Sache ausgeht; denn der Mann wird nicht ruhen, bis er die Sache noch heute zu Ende geführt hat!

    Mutige tapfere Ruth – wie mag ihr jetzt wohl zumute sein?

    Boas hatte sie ja inzwischen kennen und schätzen gelernt, so dass es für sie sicherlich keinen Schrecken hat, seine Frau zu werden. Und hatte nicht die Schwiegermutter von diesem freundlichen und mitfühlenden Boas gesprochen?

    Nun ist auf einmal die Rede von einem weiteren „Bewerber“, der Ansprüche anmelden könnte. Ob ihr diese Tatsache wohl Angst gemacht hat?

    Ob sie Jehova darum gebeten hat, dass dieser andere ablehnen würde?

    Oder vertraut sie einfach darauf, dass Jehova es schon richten wird?

    In dem Drama taucht dieser andere Bewerber bereits gleich bei der Ankunft der beiden Frauen auf. Er gibt sich den Anschein, der Schwägerin helfen zu wollen, aber in Wirklichkeit will er nur das Feld günstig erwerben. Er versucht, es ihr abzuschwatzen und sie weicht erst mal aus und so kommt er immer wieder.

    Wie muss es der Ruth in dem Drama eiskalt den Rücken runter gelaufen sein, dass dies ihr zukünftiger Mann sein könnte. Würde er ablehnen?

    Glücklicherweise ist dieser – im Drama wie in der Bibel – viel zu egoistisch und berechnend und so lehnt er ab. Glück gehabt! Aber dazu kommen wir ja erst im nächsten Kapitel 😉

    Einen weiteren Gedanken finden wir hier:

  17. Juleam 6. April 2013 um 21:18 Link zum Kommentar

    Ruth 4 – Ruth, Boas und Noomi werden sehr von Jehova für ihr Vertrauen und ihren Mut belohnt:

    1 Boas aber war zum Stadttor hinaufgegangen und hatte sich dort niedergesetzt; und siehe, da ging der Löser vorüber, von dem Boas geredet hatte. Da sprach er: Komm, setze dich her, du Soundso! Und er kam herbei und setzte sich. 2 Und Boas nahm zehn Männer von den Ältesten der Stadt und sprach: Setzt euch hierher! Und sie setzten sich.

    3 Da sprach er zu dem Löser: Naemi , die aus dem Gebiet von Moab zurückgekommen ist, verkauft das Stück Feld, das unserem Bruder Elimelech gehörte. 4 Darum gedachte ich dir den Vorschlag zu machen: Wenn du es lösen willst, so kaufe es vor den Bürgern und vor den Ältesten meines Volkes; willst du es aber nicht lösen, so sage es mir, damit ich es weiß; denn es gibt niemand, der es lösen kann, ausgenommen du, und ich nach dir!

    Und er sprach: Ich will es lösen! 5 Da sagte Boas: An dem Tag, da du das Feld aus der Hand Naemis kaufst, erwirbst du [es] auch von Ruth, der Moabiterin, der Frau des Verstorbenen, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbteil wieder aufzurichten.

    6 Da sprach der Löser: Ich kann es nicht für mich lösen , ohne mein eigenes Erbteil zu verderben! Löse du für dich, was ich lösen sollte; denn ich kann es nicht lösen!

    7 Es war aber von alters her Sitte in Israel, bei der Lösung und beim Tausch die ganze Sache so gültig zu machen: Der eine zog seinen Schuh aus und gab ihn dem anderen. Das war die Bestätigung in Israel. 8 So sprach nun der Löser zu Boas: Kaufe du es für dich!, und zog seinen Schuh aus.

    9 Da sprach Boas zu den Ältesten und zu dem ganzen Volk: Ihr seid heute Zeugen , dass ich aus der Hand Naemis alles erworben habe, was Elimelech, und alles, was Kiljon und Machlon gehörte. 10 Dazu habe ich mir Ruth, die Moabi-terin, die Frau Machlons, zur Ehefrau erworben, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbteil wieder aufzurichten, damit der Name des Verstorbenen nicht verschwinde aus der Mitte seiner Brüder und aus dem Tor seines Ortes. Ihr seid heute Zeugen!

    11 Da sprach das ganze Volk, das im Stadttor stand, und die Ältesten: Wir sind Zeugen! Der Herr mache die Frau, die in dein Haus kommt, wie Rahel und Lea, die beide das Haus Israel gebaut haben! Werde mächtig in Ephrata und mache dir einen Namen in Bethlehem! 12 Und dein Haus werde wie das Haus des Perez , den die Tamar dem Juda gebar, durch den Samen , den dir der Herr von dieser jungen Frau geben wird!

    13 So nahm Boas die Ruth, und sie wurde seine Frau, und er ging zu ihr ein. Der Herr aber gab ihr, dass sie schwanger wurde und einen Sohn gebar. 14 Da sprachen die Frauen zu Naemi: Gepriesen sei der Herr , der dir zu dieser Zeit einen Löser nicht versagt hat! Sein Name werde gerühmt in Israel! 15 Der wird nun deine Seele erquicken und dich in deinem Alter versorgen ; denn deine Schwiegertochter, die dich liebt, hat ihn geboren, sie, die dir mehr wert ist als sieben Söhne!

    16 Und Naemi nahm das Kind und legte es in ihren Schoß und wurde seine Pflegerin .

    17 Und ihre Nachbarinnen gaben ihm einen Namen und sprachen: Der Naemi ist ein Sohn geboren! Und sie gaben ihm den Namen Obed . Der ist der Vater Isais, des Vaters Davids.

    18 Und dies ist der Stammbaum des Perez : Perez zeugte Hezron, 19 Hezron zeugte Ram , Ram zeugte Amminadab , 20 Amminadab zeugte Nachschon , Nachschon zeugte Salmon, 21 Salmon zeugte Boas , Boas zeugte Obed, 22 Obed zeugte Isai , Isai zeugte David .

    Wie wir sehen, belohnt Jehova alle drei, die hier voller Glauben, Vertrauen und Zuversicht ihr Schicksal in SEINE Hand gelegt haben:

    Noomi, die wieder in die Heimat zurückkehrt, ohne zu wissen, was dort auf sie zukommt. Die sich so sehr danach gesehnt hatte, dass aus der Linie ihres Mannes der Verheißene Same hervorgehen würde und die doch keinerlei Hoffnung mehr haben durfte – nach menschlichen Ermessen.

    Ruth, die treu ihrer Schwiegermutter folgt und dafür alles, was sie kennt und was ihr lieb war, aufgibt – denn sie will mit dieser den wahrenm Gott anbeten. Vielleicht hat sie ja Angst, dass ihr dies allein in der Heimat nicht gelingen wird, da sie nur von Götzendienern umgeben ist. Sie setzt Jehova und die wahre Anbetung an die erste Stelle und ist auch bereit, einen Mann zu erhören, der durch die Verwandtschaft mit dem Schwiegervater ausgewählt wird. Vielleicht hätte sie ja sogar ihre Bitte um Rückkauf zurückziehen können, als sie erfährt, dass noch ein anderer – ein ihr Fremder – in Frage kommt.

    Boas, der die beiden Frauen freundlich und liebevoll unterstützt und dem Gebot des Rückkaufs nachkommen will. Er will sich an die Regeln halten, aber gleichzeitig dafür sorgen, dass es der Frau auch gut ergehen wird.

    So bremst er den anderen Kandidaten aus, indem er ihn darauf aufmerksam macht, dass er nicht nur das Feld kauft, sondern auch die Moabiterin.

    In dem Drama wird das so dargestellt, dass der andere erst denkt, es ginge um Noomi und da muss er sich ja keine Gedanken machen, denn die ist ja schon alt und wird wohl keine Kinder mehr bekommen. Sicherlich verzichtet die auch auf die Schwagerehe – und falls nicht, wird diese alte Frau wohl kaum noch fruchtbar sein. Daher weist Boas darauf hin, dass er nicht nur Noomi, sondern auch die junge Ruth bekommt. Da lehnt dieser lieber dankend ab, denn sein Erbe soll ihm und seinen Kindern gehören. Eins von Ruth wäre ja das Kind ihres verstorbenen Mannes!

    Ruth, Boas und Noomi gehen ein grosses Risiko ein, aber ihnen ist Jehova und die Verheissung wichtiger. Sie wollen SEIN Herz erfreuen und sie handeln entsprechend, auch wenn dies oftmals Mut und Kraft kostet und sie jede Menge Vertrauen in Jehova abverlangt.

    Aber alle drei werden aufs Höchste von IHM gesegnet: aus ihnen geht der Same hervor!

    Wie steht es mit uns und unserem Verhältnis zu Jehova? Ist er ebenso eine feste Konstante in unserem Leben, wie bei diesen drei Treuen? Sind wir ebenso wie diese bereit, unsere eigenen persönlichen Bedürfnisse und Wünsche IHM unterzuordnen?

    Weitere Gedanken finden wir hier:

  18. Juleam 6. April 2013 um 21:19 Link zum Kommentar

    Wer hat eigentlich behauptet, dass die Rolle der Frau in der Bibel sehr negativ ist?

    Wir haben bis hierhin bereits von vielen treuen Frauen gehört: Sarah, Rebekka, Rahel, Rahab, Ruth und Noomi usw. Alles Frauen, die in ihrem Verhältnis zu Jehova herausgeragt sind und lobend erwähnt werden. Denken wir auch an Miriam, Deborah und Jael und auch an die Tochter Jephthas. Alle werden sie lobend erwähnt und nirgendwo wird abfällig über sie geredet.

    Auch morgen werden wir von einer tapferen und glaubensvollen Frau lesen, die von Jehova lobend in der Bibel erwähnt wird: Hanna

  19. Juleam 6. April 2013 um 21:30 Link zum Kommentar

    Da dieses Geschichte mit Ruth und Boas eigentlich eine wundervolle Lovestory ist, habe ich sie mir vorher in der Volxbibel durchgelesen. Ich wollte sehen, wie die Gedanken dort rübergebracht werden und war angenehm überrascht. Daher will ich sie euch nicht vorenthalten.

    Bitte behaltet beim Lesen im Sinn, dass diese Geschichte – so wie sie hier übersetzt wird – nicht im alten Israel spielt, sondern in der heutigen Zeit. Viel Vergnügen:

    Die Vorgeschichte

    1 Diese Geschichte passierte in der Zeit, als in Israel noch diese Richtertypen das Sagen hatten. Da gab’s nämlich mal ne Zeitlang im ganzen Land nichts zu essen. Ein Mann, der in Bethlehem, im Gebiet von Juda, lebte, kam deshalb auf die Idee, nach Moab umzuziehen. Er wollte sich mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen eine Bude suchen und dort als Ausländer leben. 2 Der Typ hieß Elimelech, seine Frau hieß Noomi, und die Söhne hießen Machlon und Kiljon. Die kamen aus der Familie der Efratiter aus Bethlehem. Als sie in Moab angekommen waren, 3 starb Elimelech. Noomi blieb als alleinerziehende Mutter mit ihren beiden Söhnen zurück. 4 Später heirateten die Söhne zwei Frauen aus Moab, die eine hieß Orpa, und die andere hieß Rut. 5 Allerdings starben die beiden Söhne Machlon und Kiljon bereits zehn Jahre später.

    6 Noomi packte ihre Sachen und zog mit den zwei Ehefrauen von ihren Söhnen wieder in ihre Heimat nach Juda zurück. Sie hatte nämlich in der Zeitung gelesen, dass Gott gerade seine Leute in Juda gut mit Essen versorgt. 7 Also stieg sie mit ihren Schwiegertöchtern in den Bus, bis zur Endstation Juda. 8 Unterwegs sagte sie plötzlich zu den beiden: „Passt auf, steigt mal lieber aus und fahrt wieder zurück zu euren Eltern! Gott soll dafür -sorgen, dass es euch gutgeht, weil ihr mir und meinen Söhnen immer echt geholfen habt. 9 Ich wünsche euch, dass ihr von Gott einen neuen Mann geschenkt bekommt und ihr ein neues Zuhause findet!“ Noomi knutschte beide noch mal auf die Wange und wollte sich von ihnen verabschieden. Beide Frauen fingen aber voll an zu heulen.

    10 „Nein, wir wollen dich nicht verlassen!“, schluchzten sie. „Wir wollen dich zu deinen Leuten begleiten!“ 11 „Hey, ihr zwei, geht bitte wieder zurück!“, sagte Noomi. „Was wollt ihr denn noch bei mir? Ich hab leider keine weiteren zwei Söhne, und ich kann mir auch keine aus dem Ärmel zaubern! 12 Bitte, geht zurück! Ich bin einfach zu alt, um noch mal einen Mann zu finden! Und selbst wenn: angenommen ich würde noch mal heiraten und zwei Söhne kriegen, 13 dann wären die doch viel zu jung für euch! Außerdem könnt ihr doch nicht 18 Jahre rumhängen und warten, bis die endlich erwachsen sind. Wollt ihr wirklich so lange ohne Männer auskommen? Nee, echt nicht, das kann ich euch nicht antun. Ich möchte nicht, dass ihr den gleichen Horror durchmacht wie ich. Auch wenn Gott mir das zugemutet hat, muss das für euch ja nicht sein.“

    14 Jetzt heulten Rut und Orpa erst richtig los. Orpa drückte ihrer Schwiegermutter nochmal einen Kuss auf die Wange und verabschiedete sich dann. Rut blieb aber bei ihr. 15 Noomi sagte immer wieder zu ihr: „Mensch, deine Schwägerin ist zu ihren Leuten zurückgefahren, dort, wo auch ihr Gott ist. Jetzt mach es genauso wie sie!“ 16 Aber Rut war immer noch nicht von der Idee begeistert. „Setz mich nicht so unter Druck, dass ich dich verlassen soll! Ich werde nicht zurückgehen! Ich werde dich nicht alleine lassen! Da, wo du bist, will ich auch sein. Deine Leute sind auch meine Leute, und dein Gott ist auch mein Gott. 17 Und wo du mal stirbst, will ich auch sterben, und wo man dich beerdigt, da will ich auch beerdigt werden. Gott soll mir eine klatschen, wenn ich dieses Versprechen nicht einhalte. Nur der Tod wird mich von dir trennen können!“

    18 Noomi wurde klar, dass sie Rut nicht von ihren Plänen abbringen konnte. Also hörte sie auf damit, Rut ständig zu bequatschen, dass sie doch nach Hause gehen sollte. 19 Sie fuhren dann beide zusammen nach Bethlehem.

    Kaum waren sie dort, hatte sich die Nachricht schon überall rumgesprochen. Die Frauen in der Stadt tratschten es rum, und immer wenn sie um die Ecke kam, rief eine: „Ach, da ist ja diese Noomi!“ 20 Noomi redete mal mit den Frauen: „Ich finde es nicht gut, wenn ihr mich Noomi nennt. Mein neuer Name ist Mara, das bedeutet so viel wie ‚Bitter‘. Gott, der alles kann, hat mir nämlich ein echt bitteres Los gegeben. 21 Als ich von hier weggezogen bin, hatte ich noch einen Mann und zwei Söhne. Und jetzt hab ich nichts mehr. Bitte nennt mich nicht mehr Noomi. Gott hat wohl etwas gegen mich, er hat mich bestraft.“ Noomi heißt übersetzt nämlich „die Frau, die gut drauf ist“.

    22 Auf die Art kam Noomi wieder zurück in ihre Heimat. Mit dabei war Rut, ihre Schwiegertochter, die aus dem Gebiet von Moab stammte. Als sie in Bethlehem ankamen, war gerade die Gerstenernte angesagt.

    Rut findet einen Job als Erntehelferin

    1 Noomi erinnerte sich an einen Verwandten von ihrem Mann, der Boas hieß. Er gehörte zur Familie vom Elimelech. Boas hatte eine eigene Firma. 2 Eines Tages sagte Rut zu ihrer Schwiegermutter: „Ich will mal losgehen und uns was zu essen organisieren. Auf den Feldern darf man ja immer die Körner mitnehmen, die von der Ernte übrig geblieben sind. Werde schon jemanden finden, der mich mag und nichts dagegen hat!“ – „Klar, gute Idee, mach das!“, antwortete Noomi.

    3 Rut ging also ab dann immer auf ein Feld und sammelte dort die Ähren ein, die vom Mähdrescher runtergefallen waren. Zufällig gehörte dieses Feld dem Boas. 4 An dem Tag kam Boas gerade auf dem Rückweg von Bethlehem an seinen Feldern vorbei. Er rief den Arbeitern zu: „Gott ist auf eurer Seite!“, und sie antworteten: „Und er soll dir das Beste geben, was er hat!“ 5 Boas sah Rut am Arbeiten und fragte den Typen, der an dem Tag die Aufsicht hatte, woher sie kommen.

    6 „Das ist eine -Moabiterin!“, antwortete der. „Sie ist mit Noomi gekommen. 7 Sie hat um Erlaubnis gebeten, die Ähren einzusammeln, die wir auf dem Feld liegengelassen haben. Sie ist schon seit heute früh hier am Arbeiten. Ich glaub, das ist das erste Mal, dass sie eine Pause einlegt und sich in den Schatten gesetzt hat.“

    8 Boas ging zu Rut und quatschte sie an. „Darf ich dir einen Tipp geben? Geh nicht auf ein anderes Feld zum Sammeln! Bleib besser hier und lauf meinen Angestellten hinterher. 9 Du musst eigentlich immer nur hinter dem Mähdrescher hergehen. Ich hab meinen Angestellten gesagt, dass sie dich in Ruhe arbeiten lassen sollen. Und wenn du Durst hast, dann kannst du dir gerne auch eine Flasche Wasser von meinen Leuten geben -lassen. Die Kisten stehen dort hinten!“ 10 Rut war ganz platt: „Warum bist du so nett zu mir? Wir kennen uns doch gar nicht, und ich bin eine Ausländerin!“

    11 „Ich hab von der Geschichte gehört, was du alles durchgemacht hast. Dass du dich echt gerade gemacht hast für deine Schwiegermutter seit dem Tod von deinem Ehemann. Du hast alles hinter dir gelassen, deinen Vater und deine Mutter, dein ganzes Zuhause, und bist mit ihr hierher zu meinen Leuten gekommen, obwohl du hier keinen kanntest. 12 Da hab ich echt Respekt vor. Gott soll dir dafür eine fette Belohnung geben. Du stehst unter dem Schutzschirm von Gott, dem Gott von Israel, zu dem du gehörst und von dem du dich beschützen lässt!“ 13 „Ach, Mann, das ist ja echt voll nett von dir!“, antwortete Rut. „Das hat mir voll Mut gemacht, was du gesagt hast, danke! Und dass du so mit mir umgehst, obwohl ich weniger wert bin als einer deiner Angestellten, macht es noch besser!“

    14 Als Mittagspause angesagt war, ging Boas zur Rut und fragte sie: „Darf ich dich zu uns zum Essen einladen? Du kannst dich an unseren Brötchen und dem Bier bedienen, wenn du willst!“ Rut war einverstanden und setzte sich zu den Angestellten dazu, die dort am Essen waren. Boas gab ihr eine fette Extraportion, dass sie es nicht schaffte, das ganz aufzuessen, weil sie schon pappsatt war. 15 Dann stand sie auf, um wieder an die Arbeit zu gehen.

    Boas sagte zu den Aufsehern: „Sie hat meine Erlaubnis, auch im Feld zwischen den Spuren Ähren aufzusammen, wo der Mähdrescher durchgebrettert ist, klar? Sie darf überall hin, behindert sie nicht beim Arbeiten und lasst sie in Ruhe. 16 Ich will sogar, dass ihr absichtlich den Mähdrescher mal absaufen lasst, damit einiges von der Ernte auf den Boden fällt. Sie soll das dann aufsammeln können. Seid nett zu ihr!“

    17 Rut sammelte an dem Tag eine Menge Weizen auf. Insgesamt hatte sie 17 Kilo an dem Tag gesammelt. 18 Den ganzen Weizen brachte sie in die Stadt zu ihrer Schwiegermutter. Auch die Brötchen, die noch übrig waren, brachte sie mit.

    19 „Hey, wo hast du denn so viel Weizen her? Auf welchem Feld warst du heute? Ich bete für denjenigen, der dir das erlaubt hat, dem soll es immer voll gutgehen!“ „Der Typ nannte sich Boas, dem das Feld gehört hat“, antwortete Rut. 20 „Ah, den kenn ich! Boas ist sogar mit uns über ein paar Ecken verwandt! Gott soll Boas beschenken! Das Ganze ist für mich mal wieder voll das Zeichen, dass Gott auf uns aufpasst und für uns sorgt. Er sorgt für uns, solange wir leben und auch wenn wir tot sind“, sagte Noomi. „Du musst wissen, dass Boas einer von diesen „Lösern“ ist, der auf uns aufpassen soll. Er muss bei uns als so eine Art Ersatz-Ehemann einspringen, weil dein alter Ehemann gestorben ist. Das steht so in den Gesetzen von Gott!“

    21 Rut jubelte: „Er hat mir sogar erlaubt, dass ich bei seinen Leuten bleiben darf, bis die ganze Ernte eingefahren wurde! Ist doch echt krass, oder?“ 22 „Ja, halte dich an diese Leute!“, sage Noomi. „Woanders würden sie vermutlich nicht so nett mit dir umgehen wie dort!“

    23 In der ganzen Zeit, wo die Gerste und der Weizen geerntet wurden, blieb Rut bei den Arbeitern von Boas und sammelte die Ähren auf. Danach kümmerte sie sich dann auch wieder tagsüber um ihre Schwiegermutter zu Hause.

    Rut will was von Boas

    1 Irgendwann meinte Noomi zu ihrer Schwiegertochter Rut: „Ich finde, du solltest dir noch mal einen Mann suchen und heiraten. Dann geht es dir besser, und du hast auch ein richtiges Zuhause! 2 Du weißt jetzt ja, dass dieser Boas, der Typ, auf dessen Feld du heute gearbeitet hast, mit uns über drei Ecken verwandt ist. Ich hab gehört, dass der heute Abend wegen der Ernte noch ne Spätschicht einlegt.

    3 Pass auf, ich hab da ne Idee. Geh mal duschen und mach dich etwas frisch. Dann ziehst du dir ein nettes Sommerkleid an und gehst auf seinen Hof. Versteck dich irgendwo, dass er dich nicht sieht, bevor er mit dem Abendessen fertig ist. 4 Und wenn er sich dann ins Bett legt und pennt, legst du dich einfach am Fußende mit unter seine Decke. Er wird dir dann schon sagen, was du machen sollst.“

    5 „Okay, wenn du meinst. Ich werde alles so machen, wie du es gesagt hast“, sagte Rut.

    6 Sie ging also auf den Hof und zog alles genau so durch, wie es ihre Schwiegermutter gesagt hatte. 7 Nachdem Boas mit dem Essen fertig war und auch etwas Wein getrunken hatte, legte er sich gut gelaunt ins Bett. Rut schlich sich leise zu ihm hin und schlüpfte einfach am Fußende mit unter seine Bettdecke. 8 Gegen 12.00 Uhr nachts wachte Boas ganz plötzlich auf. Er setzte sich auf und stellte fest, dass jemand bei seinen Füßen lag. 9 „Hä? Wer bist du denn?“, fragte er ganz überrascht. „Ich bin die Rut! Ich arbeite für dich, und du bist ein Verwandter von meinem Mann, der schon gestorben ist! Darum bist du eigentlich auch nach dem Gesetz verpflichtet, dich um mich zu kümmern. Bitte beschütze mich und heirate mich!“

    10 „Wow, du bist echt krass unterwegs“, lachte Boas. „Gott ist auf deiner Seite. Was du da gerade gemacht hast, zeigt mir, wie treu du zu deiner Familie stehst. Du hättest dir ja auch jeden anderen Mann angeln können, egal ob einen Arbeiter oder einen Millionär, und hättest bei jedem gute Chancen gehabt. 11 Okay, meine Liebe, entspann dich! Ich mach alles, was du willst. Jeder in der Stadt hat auch schon lange mitbekommen, was für ein fittes Mädel du bist. 12 Mir fällt bloß gerade noch eine Sache ein, die vielleicht ein Problem werden könnte: Schon richtig, dass dein Mann mit mir verwandt war und ich dir helfen muss. Trotzdem: Wenn ich richtig liege, gibt es da noch jemanden, der sogar näher mit ihm verwandt ist als ich. Der hat eigentlich Vorfahrt und muss zuerst gefragt werden. 13 Penn erst mal eine Nacht hier. Ich werde den Mann morgen anrufen und ihn fragen, ob er seine Pflicht, die er dem Gesetz nach hat, erfüllen will oder ob er sie lieber mir abtritt. Sonst werde ich das übernehmen. Das schwör ich dir bei Gott. Aber bleib erst mal bis morgen hier!“

    14 Rut blieb dann bis zum nächsten Morgen am Fußende in seinem Bett. Aber bevor die ersten Angestellten kamen, stand sie auf. Boas hatte nämlich gesagt, es wäre keine so gute Idee, wenn jeder mitkriegen würde, dass eine Frau in der Nacht bei ihm übernachtet hatte. 15 Zum Abschied sagte er zu ihr: „Gib mal bitte deinen Rucksack her!“ Dann füllte er das ganze Teil mit Weizenkörnern, 25 Kilo. Er half ihr noch, den Rucksack zu schultern, und ging dann in die Stadt.

    16 Als sie nach Hause kam, fragte ihre Schwiegermutter sofort: „Na, wie ist es gelaufen?“ Rut erzählte ihr die ganze Geschichte, alles was Boas für sie getan hatte und so. 17 „Und dann hat er auch noch meinen Rucksack bis zum Rand mit Weizenkörnern vollgestopft!“, sagte sie am Ende zu ihr. „Er meinte, ich sollte doch nicht mit leeren Händen zu dir nach Hause kommen.“

    18 „Okay, dann bleib jetzt erst mal zu Hause und lass uns abwarten, wie die Sache weitergeht. Der Typ wird das Ding bestimmt heute noch regeln!“

    Durch Rut kommt wieder Leben in die Bude

    1 In der Zwischenzeit ging Boas zum Bürgerbüro, was im Stadtzentrum lag. Als er dort war, kam zufällig dieser andere Mann vorbei, der auch über drei Ecken mit Noomi verwandt war. Eigentlich wäre der verpflichtet gewesen Rut zu heiraten, da er näher als Boas mit Ruts verstorbenen Ehemann verwandt war. „Hallo! Haben Sie gerade mal ein bisschen Zeit?“, rief ihm Boas zu. Der Typ kam zu ihm hin und setzte sich.

    2 Boas rief schnell ein paar Leute aus der Stadt an, die dort was zu sagen hatten. Als alle da waren, begrüßte er sie. „Setzen Sie sich hier her zu uns!“ Als alle einen Platz gefunden hatten, 3 sagte er zu diesem Typen: „Du hast bestimmt auch gehört, dass diese Noomi aus Moab wieder zurückgekommen ist und jetzt wieder hier wohnt. Sie hat jetzt ihren Anteil von dem Land, das sie von Elimelech geerbt hat, zum Verkauf in die Zeitung gesetzt. 4 Ich hatte jetzt folgende Idee: Warum kaufst du es nicht? Du könntest hier gleich vor Zeugen den Kaufvertrag abschließen. Wirst du deine Pflicht als Verwandter erfüllen? Oder hast du da keinen Bock drauf? Ich würde das gerne wissen, denn dann wäre ich der Nächste an der Reihe, der gefragt wird.“ Der andere Typ antwortete: „Nee, ist in Ordnung, ich übernehme das! Ich kümmer mich um das Land.“

    5 „Okay“, sagte Boas. „Wenn du dieses Stück Land von Elimelech übernimmst, was jetzt Noomi gehört, musst du dich aber auch um Rut aus Moab kümmern. Du musst sie heiraten und sie schwängern, damit sie einen Sohn kriegen kann, was ja mit ihrem ersten Mann nicht geklappt hat. Der Sohn wird dann das Grundstück erben. So wird die Familie nicht ganz aussterben, und sie wird weiter auf ihrem eigenen Land leben können.“ 6 „Hm, wenn das so ist, dann hab ich da nicht so den Bock drauf. Ich würde ja selbst den Kürzeren dabei ziehen und meinem Eigentum schaden. Ich trete hiermit offiziell mein Recht als Verwandter an dich ab. Ich will das nicht machen.“

    7 Damals war es üblich, wenn man so eine Sache vereinbarte, am Ende zur Bestätigung dem anderen seinen Schuh zu geben. Damit war das wie ein Vertrag, der unterschrieben worden ist. 8 Als dieser Typ zu Boas gesagt hatte, dass er das jetzt übernehmen könnte, gab er ihm also seinen Schuh. 9 Zu den Leuten, die drum herum standen, sagte Boas:

    „Sie sind jetzt Zeugen, ja? Ich habe von Noomi alles bekommen, was vorher Elimelech und seinen Söhnen Kiljon und Machlon gehörte. 10 Außerdem hab ich auch Rut bekommen, die aus Moab stammt. Sie war die Frau von Machlon, der schon tot ist. Ich übernehme damit auch die Verpflichtung, ihr ein Kind zu machen, was ja mit Machlon nicht geklappt hat. Das Kind soll dann alles mal erben. Machlons Familie soll nicht aussterben, sie soll in seinem Familienstamm in dieser Stadt in Israel weiterleben. Sie sind jetzt alle Zeugen von dem, was ich gerade gesagt habe.“

    11 Die Chefs und auch die anderen Männer, die dabei waren, sagten: „Okay, einverstanden! Gott soll dafür sorgen, dass Ihre neue Frau viele Kinder bekommt. Mehr Babys als Rahel oder Lea soll sie kriegen, die ja beide dafür gesorgt haben, dass es viele Israeliten gibt. Wir wünschen Ihnen, dass Sie in diesem Familienstamm gut klarkommen. Sie sollen immer genug Geld haben und auch einen guten Ruf. Man soll über Sie nur Gutes in Bethlehem erzählen. 12 Durch die Kinder, die Sie von dieser Frau bekommen, soll Ihre Familie mal an Einfluss gewinnen. Sie soll so eine Macht haben, die vergleichbar ist mit der Familie vom Perez, der ein Sohn von Tamar und Juda war.“

    Rut wird die Ur-Ur-Oma vom Präsidenten David

    13 So passierte das damals, dass Boas die Rut geheiratet hat. Gott sorgte dafür, dass Rut bald schwanger wurde, und sie kriegte einen Jungen. 14 Die Freundinnen von Noomi waren begeistert. „Siehst du, Gott ist der Größte! Er hat dir mit diesem Kind einen echten Nachkommen geschenkt. Wir wünschen dir, dass dieses Kind mal richtig berühmt wird in Israel! 15 Dieser Junge wird dich voll aufbauen. Und er wird sich um deine Altersvorsorge kümmern. Er ist ja der Sohn von deiner Schwiegertochter, die immer zu dir gehalten hat und dich sehr liebt. Sie bringt es mehr als sieben Söhne gleichzeitig!“ 16 Noomi wurde dann die Pflegemutter von dem Jungen.

    17 Später kamen ein paar Frauen aus der Nachbarschaft vorbei. „Herzlichen Glückwunsch!“, sagten sie. „Yeah! Noomi hat einen Sohn bekommen!“ Sie suchten für das Baby einen Namen aus und kamen auf Obed. Dieser Obed wurde dann der Vater von Isai. Und Isai ist der Vater von dem berühmten Präsidenten David!

    18 Jetzt kommt noch mal eine Liste von den Nachfahren vom Perez: Perez bekam einen Sohn, den Hezron. 19 Hezron bekam einen Sohn namens Ram. Ram wurde der Vater von Amminadab. 20 Der bekam den Sohn Nachschon. Als Nachschon groß war, heiratete er und bekam einen Sohn, den er Salmon nannte. 21 Salmon war der Vater von Boas. Boas kriegte dann den Obed als Sohn.
    22 Und dieser Obed war der Vater von Isai, der wiederum der Vater von David war.

  20. Juleam 20. November 2015 um 12:43 Link zum Kommentar

    Ruth 1:21
    Dies kann ja so nicht stimmen

    Noemi sagt hier, dass sie reich und wohlhabend gewesen sei, als sie auswanderte – aber das muss sich um eine Übertreibung handeln oder bildlich gemeint sein, denn sie waren ja wegen der Hungersnot ausgewandert.

    Sicherlich hat sich Elimelech nicht leichtfertig dazu entschlossen, sondern wird diesem so gravierenden Schritt – Verlassen seines Erbbesitzes und seines Volkes – erst getan haben, als garnichts anderes mehr ging und sie sonst verhungert wären.

    Sie könnten also nicht buchstäblich „reich und wohlhabend“ gewesen sein

    Vielleicht meint sie dies aber auch im übertragenden Sinne, denn sie hatte ihre Lieben noch bei sich, die Familie war komplett. Als sie gingen waren noch Mann und Söhne bei ihr und gesund. Nun sind alle drei tot und man nennt dies ja nicht umsonst auch „einen Verlust“

  21. Juleam 20. November 2015 um 12:45 Link zum Kommentar

    Ruth 1:21
    Glaubte sie wirklich, all das Schlimme käme von Gott?

    der WT 01.03.2005 sagt dazu folgendes:

    1:13, 21 — Hat Jehova Noomi das Leben bitter gemacht und ihr Unglück zugefügt?

    Nein, und Noomi schob Gott damit kein Unrecht zu. Allerdings hatte sie bei all dem, was passiert war, das Gefühl, dass Jehova gegen sie war. Sie wurde bitter und desillusioniert. In der damaligen Zeit wurde Fruchtbarkeit als Segen von Gott und Unfruchtbarkeit als Fluch angesehen. Noomi hatte keine Enkelkinder und beide Söhne waren gestorben. Deshalb glaubte sie vielleicht, mit Recht sagen zu können, dass Jehova sie „erniedrigt“ hatte.

    weitere Gedanken zu Ruth 1 finden wir hier

  22. Juleam 20. November 2015 um 12:47 Link zum Kommentar

    Ruth 2:2
    Wovon haben sie denn bis dahin gelebt?

    Hier wird gesagt, dass Ruth „eines Tages“ davon spricht, zur Nachlese zu gehen. Wovon haben sie denn bis dahin gelebt? Schließlich gab es zu dieser Zeit keine Sozialleistungen, wie wir es heute kennen – sondern eben diese Nachlese war dazu gedacht, dass sich Leute wie Ruth und Noomi ernähren konnten

    Was haben sie bis dahin getan? Hatten Ihnen vielleicht die Verwandten geholfen?

    Oder hatte sie vielleicht Erspartes, das sie zuerst aufgebraucht hatten?

    Oder ist es hier nur so irreführend mit „eines Tages“ übersetzt worden?

  23. Juleam 20. November 2015 um 12:47 Link zum Kommentar

    Ruth 2:1-13
    Weiß er hier bereits, dass er als Rückkäufer in Frage kommt?

    Das Gebot, die Armen die Nachlese halten zu lassen, gilt ja für das ganze Volk Israel und auch das Gebot, gastfreundlich zu sein. Egal, auf welchem Feld sie Nachlese halten würde, sie wäre unter Gottes Volk und gut versorgt.

    Warum also fordert er sie auf, auf seinem Feldern zu bleiben?

    Und was sollen die Anweisungen an seine Arbeiter, ihr nicht zu nahe zu treten?

    Hatte sich der Großteil des Volkes bereits wieder von Jehova abgewandt?

  24. Juleam 20. November 2015 um 12:48 Link zum Kommentar

    Ruth 2:15-16
    Warum diese Sonderbehandlung?

    Die Anweisung im Gesetz lautete, dass sie nicht die Halme aufsammeln sollen, die bei der Ernte und dem Zusammenbinden herausfallen – denn diese sollten für die Armen sein.

    Boas tut bereits viel mehr, als er Ruth zum Essen mit einlädt. Aber dies könnte ich vielleicht noch unter dem Begriff „Gastfreundschaft“ abharken. Dann fordert er seine Leute auf, sie nicht zu belästigen. Ok, er will ihr Schutz gewähren, das ist auch noch etwas im Bereich des Normalen.

    Aber nun fordert er seine Arbeiter auf, ihr bewusst was zukommen zu lassen, eine aktive Handlung – warum?

    Hatte er sich vielleicht bereits in sie verliebt und behandelte sie deshalb viel zuvorkommender, als alle anderen?

  25. Juleam 20. November 2015 um 12:50 Link zum Kommentar

    Ruth 2:3, 19
    War sie bereits von Anfang an auf Boas‘ Feldern?

    Als es am Anfang heißt „es fügte sich so“ hatte ich angenommen, dass sie direkt auf Boas Felder geriet. Aber hier in Vers 19 fragt Naomi „wo hast du denn Heute gesammelt?“ Und daraus ergibt sich für mich die Frage, wo sie vorher war

    Oder fragt sie das deshalb, weil Ruth heute deutlich mehr hat, weil Boas die Arbeiter aufgefordert hatte, zusätzlich Halme rauszuziehen und für sie liegen zu lassen und weil sie durch das Mittagessen zusätzliche Kraft zum Sammeln hatte?

    War Boas die Tage davor vielleicht geschäftlich unterwegs gewesen und kommt erst jetzt dazu, als sie schon mehrere Tage auf seinen Feldern Nachlese gehalten hatte?

  26. Juleam 20. November 2015 um 12:51 Link zum Kommentar

    Ruth 2:22-23
    Was empfinden seine Arbeiterinnen wohl, als Boas Ruth heiratet?

    Darüber habe ich bisher noch nie nachgedacht: Ruth ist zu dieser Zeit eigentlich die Niedrigste unter Boas, sie erhält Almosen, hat keine bezahlte Arbeit.

    Seine Mägde haben bei ihm eine Festanstellung, einem sicheren Job. Vielleicht arbeiten sie bereits viele Jahre bei ihm und wer weiß, vielleicht schwärmt ja auch die eine oder andere bereits seit einer Weile für diesen netten, großzügigen, mitfühlenden reichen Mann.

    Nun kommt da so eine Zugereiste, die nicht einmal zu Gottes Volk gehört und sie wird gleich zu Anfang von ihm bevorzugt. Sicherlich werden einige von den Frauen neidisch sein.

    Was geht wohl in ihnen vor, als Boas Ruth zur Frau nimmt?

    weitere Gedanken zu Ruth 2 finden wir hier

  27. Juleam 20. November 2015 um 12:54 Link zum Kommentar

    Ruth 3:11
    Womit hatte sie sich diesen Ruf erworben?

    Boas sagt zu ihr „jeder in der Stadt weiß, dass du eine anständige Frau bist“. Woher wissen die anderen das?

    Ist dies eine so kleine Stadt, dass sich Dimge schnell herumsprechen?

    Ich staune, dass sie so einem guten Ruf hatte, denn ich hätte eher vermutet, dass die Neider Intrigen spinnen würden

    Im WT 01.03.2005 wird das so erklärt:

    3:11 — Wieso hatte Ruth den Ruf, eine „tüchtige Frau“ zu sein?

    Es war nicht das ‘äußerliche Flechten der Haare’ und das „Anlegen goldener Schmucksachen“ oder das „Tragen äußerer Kleider“, weswegen Ruth bewundert wurde. Es war vielmehr die „verborgene Person des Herzens“ — ihre Loyalität und Liebe, ihre Demut und Sanftmut, ihr Fleiß und ihre Opferbereitschaft. Jede gottesfürchtige Frau, die wie Ruth einen guten Ruf haben möchte, muss sich bemühen, diese Eigenschaften zu entwickeln (1. Petrus 3:3, 4; Sprüche 31:28-31).

  28. Juleam 20. November 2015 um 12:56 Link zum Kommentar

    Ruth 3:12-13, 16
    Wusste Naomi das nicht?

    Wir hatten gelesen, dass es Naomi war, die Ruth in dieser Nacht zu Boas auf die Tenne geschickt hatte. Kannte sie ihre Verwandtschaft nicht? Wusste sie nicht, dass nicht Boas derjenige war, der als erster Rückkäufer in Frage kam?

    Oder kannte sie diesen anderen und wusste, dass er nicht verantwortungsbewusst genug war, seine Pflichten zu übernehmen, und wollte sich lästige unnötige Gespräche ersparen?

    Wie lief das überhaupt damals? Waren es die Frauen, die aktiv auf ihren Rückkäufer zugehen mussten, oder übernahm das in der Regel der Vater oder Schwiegervater – nur dass es hier beides nicht gab?

    Bei Juda und Tamar liest es sich so, als wäre es außergewöhnlich gewesen, dass sie sich selbst um die Schwagerehe bemüht hatte – weil Juda nicht noch einen Sohn verlieren wollte

    weitere Gedanken zu Ruth 3 finden wir hier

  29. Juleam 20. November 2015 um 13:02 Link zum Kommentar

    Ruth 4:12
    Interessant, dass auch hier die beiden erwähnt werden – Zufall?

    „12Und der HERR schenke dir durch diese junge Frau ebenso viele Nachkommen wie unserem Ahnherrn Perez, dem Sohn von Tamar und Juda.“

    Warum werden hier Tamar und Juda erwähnt? Was ist die Gemeinsamkeit?

    Sicherlich haben in der Zwischenzeit viele die Schwagerehe vollzogen oder Land zurück gekauft – also warum wird hier ein Bezug zu Juda und Tamar hergestellt?

    weitere Gedanken zu Ruth 4 finden wir hier, es empfiehlt sich auch, sich mal die Höhepunkte zum Bibelbuch Ruth anzusehen. Weiter geht es dann für mich mit 1. Samuel

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