Jehova – „der Gott, der Frieden gibt“

hier als mp3 „Jehova, der Gott, der Frieden gibt“

 

„Moge der Gott, der Frieden gibt, mit euch allen sein“ (Römer 15:33)

Mit einem Gefolge von 400 Männern marschiert Esau seinem heimkehrenden Zwillingsbruder Jakob entgegen. 20 Jahre sind vergangen, seit Esau ihm sein Erstgeburtsrecht verkauft hat, doch Jakob hat große Angst, sein Bruder könne ihn nach wie vor hassen und umbringen wollen. In der Gegend von Penuel, unweit vom Wildbachtal Jabbok stlich des Jordan, werden die beiden in Kürze aufeinandertreffen. Jakob rechnet mit dem Schlimmsten und sendet Esau eine Herde nach der anderen entgegen – insgesamt über 550 Tiere! Jedes Mal erklären seine Diener, dass es sich um ein Geschenk von seinem Bruder handelt.

 

2 Schließlich ist es so weit. Jakob geht mutig auf Esau zu und beugt sich vor ihm nieder – und das nicht nur einmal, sondern siebenmal. Den wichtigsten Schritt aber, um seinen Bruder milde zu stimmen, hat Jakob schon vorher unternommen: Er hat Jehova im Gebet angefleht, ihn aus der Hand seines Bruders zu befreien. Wird Jehova dieses Gebet erhören? Allerdings! Die Bibel berichtet: „Esau lief ihm entgegen, und er begann ihn zu umarmen und ihm um den Hals zu fallen und ihn zu küssen“ (1. Mose 32:11-20; 33:1-4)

(1. Mose 32:11-20) Befreie mich, ich bitte dich, aus der Hand meines Bruders, aus der Hand Esaus, denn ich bin in Furcht vor ihm, daß er kommt und gewiß über mich herfällt, über die Mutter samt den Kindern. 12 Und du, du hast gesagt: ‚Ohne jede Frage werde ich es dir gutgehen lassen, und ich will deinen Samen gleich den Sandkörnern des Meeres machen, die man vor Menge nicht zählen kann.‘ “ 13 Und er verbrachte jene Nacht dort. Und von dem, was ihm zur Hand kam, nahm er dann eine Gabe für Esau, seinen Bruder: 14 zweihundert Ziegen und zwanzig Ziegenböcke, zweihundert Mutterschafe und zwanzig Widder, 15 dreißig säugende Kamele und ihre Jungen, vierzig Kühe und zehn Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn ausgewachsene Esel. 16 Dann übergab er seinen Knechten je eine Herde nach der anderen und sprach wiederholt zu seinen Knechten: „Geht vor mir her hinüber, und zwischen Herde und Herde müßt ihr einen Abstand lassen.“ 17 Ferner gebot er dem ersten und sagte: „Falls Esau, mein Bruder, dir begegnen und dich fragen sollte, indem [er] spricht: ‚Wem gehörst du, und wohin gehst du, und wem gehören diese vor dir?‘, 18 dann sollst du sagen: ‚Deinem Knecht, dem Jakob. Eine Gabe ist es, die meinem Herrn, dem Esau, gesandt wird, und siehe, er selbst ist auch hinter uns.‘ “ 19 Und er fuhr fort, auch dem zweiten zu gebieten, auch dem dritten, auch allen, die den Herden folgten, indem [er] sprach: „Gemäß diesem Wort müßt ihr zu Esau reden, wenn ihr ihm begegnet. 20 Und ihr sollt auch sagen: ‚Siehe, dein Knecht Jakob ist hinter uns.‘ “ Denn er sagte sich: „Es mag sein, daß ich ihn beschwichtige durch die Gabe, die vor mir hergeht, und danach werde ich sein Angesicht sehen. Vielleicht wird er mich freundlich aufnehmen.“

(1. Mose 33:1-4) Nach einiger Zeit erhob Jakob seine Augen und schaute, und da kam Esau und mit ihm vierhundert Mann. Demzufolge verteilte er die Kinder auf Lea und auf Rahel und auf die beiden Mägde, 2 und er stellte die Mägde und ihre Kinder zuvorderst und Lea und ihre Kinder hinter sie und Rahel und Joseph zuhinterst. 3 Und er seinerseits ging vor ihnen her und beugte sich dann siebenmal zur Erde nieder, bis er an seinen Bruder herankam. 4 Und Esau lief ihm entgegen, und er begann ihn zu umarmen und ihm um den Hals zu fallen und ihn zu küssen, und sie brachen in Tränen aus.

Frage zu Absatz 1 und 2:
Welche angespannte Situation beschreibt die Bibel in 1. Mose Kapitel 32 und 33, und wie ging die Sache aus?

 

3 Welche Lehre enthält dieser Bericht für uns? Wenn Probleme entstehen, die den Frieden in der Christenversammlung gefährden, ist es wichtig, dass wir nichts unversucht lassen, die Sache aus der Welt zu schaffen. Jakob bemühte sich um Frieden mit Esau, obwohl er garnichts falsch gemacht und ihm nichts angetan h atte, wofür er sich hätte entschuldigen müssen. Im Gegenteil: Esau hatte sein Erstgeburtsrecht verachtet und es Jakob für eine Schüssel Eintopf verkauft (1. Mose 25:31-34; Hebräer 12:16).

(1. Mose 25:31-34) Darauf sprach Jakob: „Verkauf mir zuerst dein Erstgeburtsrecht!“ 32 Und Esau sagte weiter: „Siehe, ich gehe hin zu sterben, und von welchem Nutzen ist mir ein Erstgeburtsrecht?“ 33 Und Jakob fügte hinzu: „Schwör es mir zuerst!“ Und dann schwor er ihm und verkaufte Jakob sein Erstgeburtsrecht. 34 Und Jakob gab Esau Brot und ein Linsengericht, und er begann zu essen und zu trinken. Dann stand er auf und ging seines Weges. So verachtete Esau das Erstgeburtsrecht.

(Hebräer 12:16) daß kein Hurer da ist noch irgend jemand, der heilige Dinge nicht schätzt, wie Esau, der seine Erstgeburtsrechte im Tausch für e i n Mahl weggab.

An Jakobs Beispiel wird deutlich, wie groß unsere Bereitschaft sein sollte, es uns etwas kosten zu lassen, damit zwischen uns und unseren Brüdern Frieden herrscht. Es zeigt auch, dass uns der wahre Gott seinen Segen schenkt, wenn wir um eine Lösung beten und uns für Frieden einsetzen. In der Bibel finden wir noch viele Beispiele, aus denen wir lernen können, wie man wirklich Frieden stiftet.

Frage zu Absatz 3
Welche Lehre enthält der Bericht über Jakob und Esau für uns?

 

 

Ein überragendes Vorbild,
an dem wir uns orientieren möchten

 

4 Der großartigste Friedensstifter überhaupt ist natürlich Jehova – „der Gott, der Frieden gibt“ (Römer 15:33). Denken wir nur daran, was er es sich hat kosten lassen, damit wir in Frieden mit ihm leben können. Schließlich haben wir von Adam und Eva die Sünde geerbt, und „der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod“ (Römer 6:23). Doch weil uns Jehova so sehr liebt, lag es ihm am Herzen, uns zu retten. Dafür hat er seinen geliebten Sohn als vollkommenen Menschen auf die Erde geschickt. Und der Sohn war gern bereit, sich für uns zu opfern – ja er ließ sich von Gottes Feinden ums Leben bringen (Johannes 10:17,18).

Deshalb liebt mich der Vater, weil ich meine Seele hingebe, damit ich sie wiederempfange. 18 Niemand hat sie mir weggenommen, sondern ich gebe sie aus eigenem Antrieb hin. Ich habe Gewalt, sie hinzugeben, und ich habe Gewalt, sie wiederzuempfangen. Das Gebot darüber habe ich von meinem Vater empfangen.“

Jehova aber weckte ihn von den Toten auf, und Jesus erschien mit dem Wert seines vergossenen Blutes vor seinem Vater im Himmel. Dank dieses Lösegelds können alle, die ihre Sünden bereuen, vor dem ewigen Tod gerettet werden. (Lies Hebräer 9:14,24).

(Hebräer 9:14) wieviel mehr wird das Blut des Christus, der durch ewigen Geist sich selbst ohne Makel Gott dargebracht hat, unser Gewissen von toten Werken reinigen, damit wir [dem] lebendigen Gott heiligen Dienst darbringen können?

(Hebräer 9:24) Denn Christus begab sich nicht an eine mit Händen gemachte heilige Stätte, die ein Abbild der Wirklichkeit ist, sondern in den Himmel selbst, um nun vor der Person Gottes für uns zu erscheinen.

die Frage zu Absatz 4:
Was hat Jehova unternommen, um die Menschen von Sünde und Tod zu befreien?

 

5 Wie wirkt sich nun das Loskaufsopfer auf den Bruch zwischen Gott und der sündigen Menschheit aus? In Jesaja 53:5 lesen wir: „Die Züchtigung, die zu unserem Frieden diente, lag auf ihm, und seiner Wunden wegen ist uns Heilung geworden.“ Mwnschen, die auf Jehova hören, dürfen deshalb in Frieden mit ihm leben, statt von ihm als Feinde betrachtet zu werden. Die Bibel sagt auch: „Durch ihn haben wir die Befreiung durch Lösegeld mittels des Blutes dieses einen, ja die Vergebung unserer Verfehlungen“ (Epheser 1:7).

Durch ihn haben wir die Befreiung durch Lösegeld mittels des Blutes dieses einen, ja die Vergebung [unserer] Verfehlungen, gemäß dem Reichtum seiner unverdienten Güte.

 

6 Über Jesus Christus sagt die Bibel: „Gott hat es für gut befunden, in ihm die ganze Fülle wohnen zu lassen.“ Das bedeutet, dass Jesus die Schlüsselrolle bei dem spielt, worauf Jehova hinarbeitet. Und worum geht es ihm? Darum, „durch ihn alle anderen Dinge wieder mit sich zu versöhnen, indem Frieden gemacht wurde durch das Blut“ Jesu Christi. „Alle anderen Dinge“, mit denen Gott Frieden schließt, sind „die Dinge in den Himmeln“ und „die Dinge auf der Erde“. Was ist damit gemeint? (Lies Kolosser 1:19,20).

denn [Gott] hat es für gut befunden, in ihm die ganze Fülle wohnen zu lassen 20 und durch ihn alle [anderen] Dinge wieder mit sich zu versöhnen, indem Frieden gemacht wurde durch das Blut, [das er] am Marterpfahl [vergoß], es seien die Dinge auf der Erde oder die Dinge in den Himmeln.

Frage zu Absatz 5 und 6
Wie wirkt sich das Loskaufsopfer Jesu auf den Bruch zwischen Gott und der sündigen Menschheit aus?

 

7 Dank Jesu Opfer sind gesalbte Christen als Söhne Gottes „gerechtgesprochen worden“ und dürfen sich deshalb „des Friedens mit Gott erfreuen“. (Lies Römer 5:1)

Darum laßt uns, da wir nun zufolge des Glaubens gerechtgesprochen worden sind, uns des Friedens mit Gott erfreuen durch unseren Herrn Jesus Christus,

Sie werden als „die Dinge in den Himmeln“ bezeichnet, weil sie im Himmel leben werden, wo sie „als Könige über die Erde regieren“ und als Priester für Gott dienen sollen (Offenbarung 5:10).

und du hast sie zu einem Königtum und zu Priestern für unseren Gott gemacht, und sie sollen als Könige über die Erde regieren.“

Mit den „Dingen auf der Erde“ sind die Menschen gemeint, die ihre Sünden bereuen und ewig hier im Paradies leben dürfen (Psalm 37:29).

Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen,
Und sie werden immerdar darauf wohnen.

Frage zu Absatz 7
Was sind „die Dinge in den Himmeln“ und „die Dinge auf der Erde“, die wieder Frieden mit Gott genießen dürfen?

 

8 Der Apostel Paulus war Jehova zutiefst dankbar für das Lösegeld. Das wird an den Worten deutlich, die er an gesalbte Christen in Ephesus schrieb: „Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, hat uns, selbst als wir in Verfehlungen tot waren, zusammen mit dem Christus lebendig gemacht – durch unverdiente Güte seid ihr gerettet worden“ (Epheser 2:4,5). Egal, ob wir darauf hoffen düfen, im Himmel oder auf der Erde zu leben:

Sind wir Jehova nicht unendlich dankbar für seine Barmherzigkeit und seine unverdiente Güte?

Berührt es uns nicht tief im Herzen, wenn wir uns bewusst machen, was er alles auf sich genommen hat, damit wir Menschen wieder Frieden mit ihm haben können? Wenn wir jetzt vor einer Situation stehen, in der der Friede und die Harmonie in der Versammlung bedroht ist, fühlen wir uns dann nicht aus Dankbarkeit gedrängt, uns an ihm ein Beispiel zu nehmen und selbst auch aktiv Frieden zu stiften?

Frage zu Absatz 8:
Wie berührt es dich, wenn du dir bewusst machst, was Jehova alles auf sich genommen hat, damit wir Menschen wieder Frieden mit ihm haben können?

 

 

Das vorbildliche Verhaltensmuster
Abrahams und Isaaks

 

9 Über Abraham heißt es in der Bibel: „‚Abraham setzte Glauben in Jehova, und es wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet‘, und er wurde ‚Freund Jehovas‘ genannt“ (Jakobus 2:23). Sein Glaube zeigte sich unter anderem an dem friedfertigen Verhaltensmuster , das ihn auszeichnete.

Ein Beispiel: Weil sich Abrahams Viehherden stark vermehren, kommt es zu Spannungen zwischen seinen Hirten und denen seines Neffen Lot (1. Mose 12:5;13:7).

(1. Mose 12:5) So nahm Abram Sarai, seine Frau, und Lot, den Sohn seines Bruders, und alle Habe, die sie angesammelt hatten, und die Seelen, die sie in Haran erworben hatten, und sie machten sich auf den Weg, um in das Land Kanaan zu ziehen. Schließlich kamen sie in das Land Kanaan.

(1. Mose 13:7) Und ein Zank entstand zwischen den Hirten des Viehbestandes Abrams und den Hirten des Viehbestandes Lots; und zu jener Zeit wohnten der Kanaaniter und der Perisiter im Land.

Die nahe liegende Lösung? Abraham und Lot gehen getrennte Wege. Wie verhält sich Abraham in dieser heiklen Situation? Pocht er auf sein Alter und seine besondere Freundschaft mit Jehova und nimmt deshalb für sich in Anspruch, als erster entscheiden zu dürfen? Nein. Er handelt wie ein echter Friedensstifter und sagt zu seinem Neffen:

 

10 „Lass bitte kein Gezänk mehr zwischen mir und dir und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten sein, denn wir Männer sind Brüder.“ Er bietet ihm an: „Steht dir nicht das ganze Land zur Verfügung? Bitte trenn dich von mir. Wenn du zur Linken gehst, dann will ich zur Rechten gehen; wenn du aber zur Rechten gehst, dann will ich zur Linken gehen.“ Lot sucht sich das beste und fruchtbarste Land aus, aber Abraham ist ihm deswegen nicht böse (1. Mose 13:8-11).

Darum sprach Abram zu Lot: „Laß bitte kein Gezänk mehr zwischen mir und dir und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten sein, denn wir Männer sind Brüder. 9 Steht dir nicht das ganze Land zur Verfügung? Bitte trenn dich von mir. Wenn du zur Linken gehst, dann will ich zur Rechten gehen; wenn du aber zur Rechten gehst, dann will ich zur Linken gehen.“ 10 Da erhob Lot seine Augen und sah den ganzen „Bezirk des Jordan“, daß er überall eine gut bewässerte Gegend war, bevor Jehova Verderben über Sodom und Gomorra brachte, wie der Garten Jehovas, wie das Land Ägypten, bis nach Zoar hin. 11 Dann wählte sich Lot den ganzen „Bezirk des Jordan“, und Lot verlegte sein Lager nach Osten. So trennten sie sich einer von dem anderen.

Als Lot nämlich später verschleppt wird, macht sich Abraham, ohne irgendwie zu zögern, auf den Weg und befreit ihn (1. Mose 14:14-16).

So bekam Abram zu hören, daß sein Bruder gefangengenommen worden war. Hierauf bot er seine geübten Männer auf, dreihundertachtzehn in seinem Haus geborene Sklaven, und jagte [ihnen] nach bis Dan. 15 Und bei Nacht ging er daran, gegen sie seine Streitkräfte zu teilen, er und seine Sklaven, und so besiegte er sie und jagte ihnen weiter nach bis Hoba, das nördlich von Damaskus liegt. 16 Und er brachte dann die ganze Habe zurück, und auch Lot, seinen Bruder, und seine Habe und auch die Frauen und das Volk brachte er zurück.

Frage zu Absatz 9 und 10
Wie erwies sich Abraham gegenüber Lot als echter Friedensstifter?

 

11 Oder schauen wir uns nur an, was Abraham in Kanaan alles unternahm, um Frieden mit den Philistern zu halten, deren Nachbar er war. Sie hatten ihm einen von seinen Dienern gegrabenen Brunnen bei Beerscheba „mit Gewalt weggenommen“. Wie würde ein mann, der ers geschafft hatte, vier Könige zu besiegen, in so einer Situation reagieren?

Statt zum Gegenschlag auszuholen, entschied er sich dafür, die Sache erst einmal auf sich beruhen zu lassen. Später besuchte ihn dann der König der Philister und wollte einen Friedensvertrag mit ihm schließen, um sicherzugehen, dass Abraham seine Nachkommen gut behandeln würde. Abraham garantierte ihm das durch einen Schwur und brachte die Sache mit dem geraubten Brunnen erst danach zur Sprache. Der Philisterkönig war schockiert und gab ihm den Brunnen zurück. Zum Schluss heißt es in diesem Bibelbericht, dass Abraham ganz friedlich „noch viele Tage als Fremdling im Land der Philister“ lebte (1. Mose 21:22-31,34).

(1. Mose 21:22-31) Nun geschah es zu jener Zeit, daß Abimelech zusammen mit Pichol, seinem Heerobersten, zu Abraham sprach: „Gott ist mit dir in allem, was du tust. 23 So schwöre mir jetzt hier bei Gott, daß du dich mir und meiner Nachkommenschaft und meinem Geschlecht gegenüber nicht als falsch erweisen wirst, daß du gemäß der loyalen Liebe, mit der ich an dir gehandelt habe, an mir und an dem Land handeln wirst, in dem du als Fremdling geweilt hast.“ 24 Da sagte Abraham: „Ich werde schwören.“ 25 Als Abraham den Abimelech wegen des Wasserbrunnens, den die Knechte Abimelechs mit Gewalt weggenommen hatten, streng kritisierte, 26 da sprach Abimelech: „Ich weiß nicht, wer diese Sache getan hat, noch hast du selbst es mir mitgeteilt, und ich meinerseits habe auch nichts davon gehört außer heute.“ 27 Hierauf nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech, und sie gingen beide daran, einen Bund zu schließen. 28 Als Abraham sieben weibliche Lämmer von der Kleinviehherde besonders stellte, 29 sagte Abimelech weiter zu Abraham: „Was haben diese sieben weiblichen Lämmer hier zu bedeuten, die du besonders gestellt hast?“ 30 Da sprach er: „Du mußt die sieben weiblichen Lämmer von meiner Hand annehmen, damit es für mich als ein Zeugnis dafür dient, daß ich diesen Brunnen gegraben habe.“ 31 Darum nannte er diesen Ort Beërscheba, weil sie dort beide einen Eid geschworen hatten.

(1. Mose 21:34) Und Abraham weilte noch viele Tage als Fremdling im Land der Philister.

die Frage zu Absatz 11:
Was unternahm Abraham, um Frieden mit seinen Nachbarn, den Philistern, zu halten?

 

12 Abrahams Sohn Isaak zeichnete sich durch dasselbe friedfertige Verhaltensmuster aus wie sein Vater. Das wird auch daran deutlich, wie er den Philistern begegnete. Eine Hungersnot zwingt ihn, mit seiner Hausgemeinschaft aus den Trockengebietten im Negeb bei Beer-Lahai-Roi wegzuziehen. Er lässt sich nordlich davon in der fruchtbaren Gegend von Gerar im Land der Philister nieder. Dort segnet ihn Jehova mit Rekordernten und vermehrt seinen Viehbestand enorm. Das lässt bei den Philistern Neid aufkommen. Sie wollen verhindern, dass Isaak so wohlhabend wird wie sein Vater, und verstopfen deshalb die Brunnen, die Abrahams Diener hier gegraben haben. Irgendwann sagt dann der Philisterkönig zu Isaak: „Zieh aus unserer Nachbarschaft weg.“ Um des Friedens willen fügt sich Isaak (1. Mose 24:62; 26:1, 12-17).

(1. Mose 24:62) Nun war Isa·ak von dem Weg her gekommen, der nach Beer-Lahai-Roi geht, denn er wohnte im Land des Negeb.

(1. Mose 26:1) Nun entstand eine Hungersnot im Land, außer der ersten Hungersnot, die in den Tagen Abrahams eingetreten war, so daß sich Isa·ak zu Abimelech, dem König der Philister, nach Gerar begab.

(1. Mose 26:12-17) Danach begann Isa·ak, in jenem Land Samen zu säen, und in jenem Jahr erhielt er bis hundert Maß für eines, da Jehova ihn segnete. 13 Demzufolge wurde der Mann groß und wurde immer größer, bis er sehr groß war. 14 Und er hatte schließlich Schafherden und Rinderherden und eine große Dienerschaft, so daß die Philister ihn zu beneiden begannen. 15 Was alle Brunnen betrifft, die die Knechte seines Vaters in den Tagen Abrahams, seines Vaters, gegraben hatten, so verstopften die Philister sie und füllten sie jeweils mit trockener Erde. 16 Schließlich sprach Abimelech zu Isa·ak: „Zieh aus unserer Nachbarschaft weg, denn du bist weit stärker geworden als wir.“ 17 Da zog Isa·ak von dort weg und lagerte im Wildbachtal von Gerar und schlug dort seinen Wohnsitz auf.

 

13 Nachdem Isaak seinen Wohnsitz in einiger Entfernung aufgeschlagen hat, graben seine Hirten einen neuen Brunnen. Darauf behaupten die Hirten der Philister, das Wasser gehöre ihnen. Wie sein Vater Abraham bricht Isaak darüber keinen Streit vom Zaum. Er lässt seine Diener einfach einen anderen Brunnen graben. Als die Philister auch diesen für sich in Anspruch nehmen, bricht Isaak seine Zelte ab und wandert mit seinem großen Lager noch ein Stück weiter weg. Dort graben seine Diener einen weiteren Brunnen, dem Isaak den Namen Rehoboth gibt. Später zieht er in die fruchtbare Gegend um Beerscheba. Hier segnet ihn Jehova und sagt zu ihm: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir, und ich will dich segnen und deinen Samen wegen meines Knechtes Abraham mehren“ (1. Mose 26:17-25)

Da zog Isa·ak von dort weg und lagerte im Wildbachtal von Gerar und schlug dort seinen Wohnsitz auf. 18 Und Isa·ak ging daran, die Wasserbrunnen wieder aufzugraben, die man in den Tagen Abrahams, seines Vaters, gegraben hatte, die die Philister dann aber nach Abrahams Tod verstopft hatten; und er gab ihnen wieder ihre Namen nach den Namen, die sein Vater ihnen gegeben hatte.

19 Und die Knechte Isa·aks gruben weiter im Wildbachtal, und so fanden sie dort einen Brunnen mit frischem Wasser. 20 Und die Hirten von Gerar begannen, sich mit den Hirten Isa·aks zu zanken, indem [sie] sagten: „Das Wasser gehört uns!“ Folglich gab er dem Brunnen den Namen Esek, weil sie mit ihm gestritten hatten. 21 Und sie machten sich daran, einen anderen Brunnen zu graben, und man begann, sich auch um diesen zu zanken. Folglich gab er ihm den Namen Sitna. 22 Später zog er von dort weg und grub einen anderen Brunnen, doch um diesen zankten sie sich nicht. Somit gab er ihm den Namen Rehoboth und sagte: „Denn jetzt hat Jehova uns reichlich Raum gegeben und hat uns fruchtbar gemacht auf der Erde.“

23 Dann ging er von dort nach Beërscheba hinauf. 24 Und Jehova erschien ihm darauf in jener Nacht und sprach: „Ich bin der Gott Abrahams, deines Vaters. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir, und ich will dich segnen und deinen Samen wegen meines Knechtes Abraham mehren.“ 25 Demzufolge baute er dort einen Altar und rief den Namen Jehovas an und schlug sein Zelt dort auf, und die Knechte Isa·aks machten sich daran, dort einen Brunnen zu graben.

die Fragen zu Absatz 12 und 13:

  • Welches Beispiel nahm sich Isaak an seinem Vater?
  • Wie wurde Isaak von Jehova gesegnet, weil er sich um Frieden bemühte?

 

14 Isaak hatte natürlich das Recht, alle Brunnen zu nutzen, die seine Diener gegraben hatten. Und er wäre durchaus fähig gewesen, um dieses Recht zu kämpfen. Nicht umsonst kam der Philisterkönig später mit zwei seiner Beamten zu Isaak nach Beerscheba und wollte unbedingt einen Friedensvertrag mit ihm schließen! Der Grund? „Wir haben unverkennbar gesehen, dass Jehova wirklich mit dir ist.“ Obwohl dem so war, hatte sich Isaak mehr als einmal bewusst entschieden, wegzuziehen, statt zu kämpfen. Und auch diesmal erwies sich Isaak als echter Friedensstifter. Der Bericht sagt: „Dann machte er ein Festmahl für sie, und sie aßen und tranken. Am nächsten Morgen standen sie früh auf, und sie leisteten einander Schwüre. Danach sandte Isaak sie weg, und sie gingen von ihm in Frieden“ (1. Mose 26:26-31).

Später kam Abimelech aus Gerar zu ihm mit Ahusath, seinem vertrauten Freund, und Pichol, seinem Heerobersten. 27 Da sagte Isa·ak zu ihnen: „Warum seid ihr zu mir gekommen, da ihr mich doch gehaßt und mich somit aus eurer Nachbarschaft weggesandt habt?“ 28 Hierauf sprachen sie: „Wir haben unverkennbar gesehen, daß Jehova wirklich mit dir ist. Folglich sagten wir: ‚Laß bitte eine Eidesverpflichtung zwischen uns zustande kommen, zwischen uns und dir, und laß uns einen Bund mit dir schließen, 29 daß du uns nichts Schlechtes antun wirst, so, wie wir dich nicht angerührt haben, und so, wie wir dir nur Gutes getan haben, indem wir dich in Frieden wegsandten. Du nun bist der Gesegnete Jehovas.‘ “ 30 Dann machte er ein Festmahl für sie, und sie aßen und tranken. 31 Am nächsten Morgen standen sie früh auf, und sie leisteten einander Schwüre. Danach sandte Isa·ak sie weg, und sie gingen von ihm in Frieden.

Frage zu Absatz 14:
Woran zeigte sich, dass Isaak ein echter Friedensstifter war, als der Philisterkönig ihn wegen eines Friedensvertrags aufsuchte?

 

 

Das Beispiel des Sohnes,
den Jakob am meisten liebte

 

15 Isaaks Sohn Jakob wuchs zu einem „Mann ohne Tadel“ heran (1. Mose 25:27).

Und die Knaben wurden größer, und Esau wurde ein jagdkundiger Mann, ein Mann des Feldes, Jakob aber ein Mann ohne Tadel, der in Zelten wohnte.

Wie er sich um Frieden mit seinem Bruder Esau bemühte, haben wir ja schon besprochen. Offensichtlich hatte er sich auf diesem Gebiet viel von seinem Vater Isaak abgeschaut. Lernten nun seine eigenen Söhne etwas von seinem Beispiel?

Joseph war von allen 12 Söhnen Jakobs derjenige, den er am meisten liebte. Er hörte auf seinen Vater, respektierte ihn und ihm lag alles, was seinem Vater wichtig war, sehr am Herzen (1. Mose 37:2,14).

(1. Mose 37:2) Dies ist die Geschichte Jakobs. Als Joseph siebzehn Jahre alt war, hütete er gerade mit seinen Brüdern inmitten der Kleinviehherde Schafe, und da er noch ein Knabe war, war er bei den Söhnen Bilhas und den Söhnen Silpas, der Frauen seines Vaters. Da brachte Joseph ihrem Vater einen schlechten Bericht über sie.

(1. Mose 37:14) So sprach er zu ihm: „Geh, bitte. Sieh nach dem Wohlergehen deiner Brüder und nach dem Wohlergehen der Kleinviehherde, und bring mir Bescheid.“ Damit sandte er ihn aus der Tiefebene von Hebron weg, und er ging Sichem entgegen.

Seine älteren Brüder allerdings wurden so eifersüchtig auf ihn, dass sie nicht einmal mehr friedlich mit ihm reden konnten. Gnadenlos verkauften sie ihn als Sklaven und machten dann ihren Vater glauben, Joseph wäre von einem wilden Tier gefressen worden (1. Mose 37:4,28,31-33).

(1. Mose 37:4) Als dann seine Brüder sahen, daß ihr Vater ihn mehr liebte als alle seine Brüder, begannen sie ihn zu hassen, und sie vermochten nicht, friedlich mit ihm zu reden.

(1. Mose 37:28) Nun gingen Männer, midianitische Kaufleute, vorbei. Daher zogen und hoben sie Joseph aus der Wassergrube herauf und verkauften dann Joseph für zwanzig Silberstücke an die Ismaeliter. Schließlich brachten diese Joseph nach Ägypten.

(1. Mose 37:31-33) Sie jedoch nahmen Josephs langes Gewand und schlachteten einen Ziegenbock und tauchten das lange Gewand wiederholt in das Blut. 32 Danach sandten sie das lange gestreifte Gewand hin und ließen es ihrem Vater bringen und sagen: „Dieses haben wir gefunden. Untersuche bitte, ob es das lange Gewand deines Sohnes ist oder nicht.“ 33 Und er ging daran, es zu untersuchen, und rief aus: „Es ist das lange Gewand meines Sohnes! Ein bösartiges wildes Tier muß ihn gefressen haben! Joseph ist bestimmt zerrissen worden!“

Frage zu Absatz 15:
Warum konnten Josephs Brüder nicht einmal mehr friedlich mit ihm reden?

 

16 Jehova aber segnete Joseph. Irgendwann wurde er von Pharao zum ersten Minister von Ägypten ernannt – zum zweiten Mann im Staat. Als seine Brüder wegen einer schweren Hungersnot nach Ägypten kamen, erkannten sie ihn zuerst gar nicht, schon allein wegen seines Erscheinungsbilds als ägyptischer Amtsträger (1. Mose 42:5-7).

So kamen Israels Söhne zusammen mit den anderen, die zum Einkaufen kamen, weil im Land Kanaan Hungersnot herrschte. 6 Und Joseph war der Machthaber über das Land. Er war es, der den Verkauf an alles Volk der Erde tätigte. Demzufolge kamen Josephs Brüder und beugten sich vor ihm mit ihrem Angesicht zur Erde nieder. 7 Als Joseph seine Brüder zu sehen bekam, erkannte er sie sogleich, aber er machte sich für sie unkenntlich. So redete er hart mit ihnen und sprach zu ihnen: „Woher seid ihr gekommen?“, worauf sie sagten: „Aus dem Land Kanaan, um Nahrungsmittel zu kaufen.“

Wie leicht hätte Joseph ihnen nun ihr herzloses Verhalten ihm und seinem Vater gegenüber heimzahlen können! Doch statt sich zu rächen,setzte Joseph alles daran, Frieden mit ihnen zu schließen. Als feststand, dass es ihnen von Herzen leidtat, gab er sich zu erkennen und sagte: „‚Jetzt aber grämt euch nicht, und seid nicht zornig auf euch selbst, weil ihr mich hierher verkauft habt; denn zur Lebenserhaltung hat Gott mich vor euch hergesandt.‘ Und er ging daran, alle seine Brüder zu küssen und über ihnen zu weinen“ (1. Mose 45:1,5,15).

(1. Mose 45:1) Darauf konnte sich Joseph vor allen bei ihm Stehenden nicht länger beherrschen. So rief er aus: „Laßt jedermann von mir hinausgehen!“ Und niemand anders stand bei ihm, als sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen gab.

(1. Mose 45:5) Jetzt aber grämt euch nicht, und seid nicht zornig auf euch, weil ihr mich hierher verkauft habt; denn zur Lebenserhaltung hat Gott mich vor euch hergesandt.

(1. Mose 45:15) Und er ging daran, alle seine Brüder zu küssen und über ihnen zu weinen, und danach redeten seine Brüder mit ihm.

 

17 Nach Jakobs Tod hatten Josephs Brüder Angst, er werde jetzt womöglich mit ihnen abrechnen wollen. Als sie ihm ihre Befürchtungen eingestanden, brach Joseph „in Tränen aus“ und erwiderte: „Fürchtet euch nicht. Ich selbst werde euch und eure Kleinkinder fortwährend mit Nahrung versorgen.“ Da ihm so viel an Frieden lag, „tröstete er sie und redete ihnen beruhigend zu“ (1. Mose 50:15-21).

Als die Brüder Josephs sahen, daß ihr Vater tot war, begannen sie zu sagen: „Es könnte sein, daß Joseph uns anfeindet, und er wird uns bestimmt all das Üble vergelten, das wir ihm angetan haben.“ 16 Somit entboten sie Joseph diese Worte: „Dein Vater hat uns vor seinem Tod Befehl gegeben und gesagt: 17 ‚So sollt ihr zu Joseph sprechen: „Ich bitte dich, verzeih doch die Auflehnung deiner Brüder und ihre Sünde, daß sie dir Übles angetan haben.“ ‘ Und nun, verzeih bitte die Auflehnung der Knechte des Gottes deines Vaters.“ Und Joseph brach in Tränen aus, als sie zu ihm redeten. 18 Darauf kamen auch seine Brüder und fielen vor ihm nieder und sagten: „Hier sind wir als deine Sklaven!“ 19 Da sprach Joseph zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, denn bin ich an Gottes Statt? 20 Was euch betrifft, ihr hattet Übles gegen mich im Sinn. Gott hatte es zum Guten im Sinn, um so zu handeln wie an diesem Tag, um viele Menschen am Leben zu erhalten. 21 So fürchtet euch jetzt nicht. Ich selbst werde euch und eure Kleinkinder fortwährend mit Nahrung versorgen.“ So tröstete er sie und redete ihnen beruhigend zu.

die Frage zu Absatz 16 und 17:
Wie zeigte sich an Josephs Verhalten gegenüber seinen Geschwistern, dass ihm sehr viel an Frieden lag?

 

 

„Zu unserer Unterweisung geschrieben“

 

18 Der Apostel Paulus erklärte: „Alles, was vorzeiten geschrieben wurde, ist zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir durch unser Ausharren und den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können“ (Römer 15:4).

Wie hat es dich berührt, die Bibelberichte über Abraham, Isaak, Jakob und Joseph Revue passieren zu lassen und vor allem das großartigste Vorbild überhaupt zu studieren, unseren Gott Jehova?

 

19 Wird nicht auch dir ganz warm ums Herz, wenn du dir bewußt machst, was Jehova alles auf sich genommen hat, um den Bruch zwischen sich und der sündigen Menschheit zu heilen? Motiviert dich das nicht dazu, selbst ebenfalls nichts unversucht zu lassen, mit anderen Frieden zu halten?

Am Beispiel von Abraham, Isaak, Jakob und Joseph wird zudem deutlich, wie viel Eltern durch ein gutes Vorbild bei ihren Kindern bewirken können. Und diese Bibelberichte zeigen, dass Jehova unsere Bemühungen um Frieden segnet. Bestimmt verstehen wir jetzt noch besser, warum Paulus Jehova als den „Gott, der Frieden gibt“, bezeichnet. (Lies Römer 15:33; 16:20).

(Römer 15:33) Möge der Gott, der Frieden gibt, mit euch allen sein. Amen.

(Römer 16:20) Der Gott, der Frieden gibt, wird seinerseits den Satan in kurzem unter euren Füßen zermalmen. Die unverdiente Güte unseres Herrn Jesus sei mit euch.

Weshalb Paulus mit so viel Nachdruck dazu ermahnt, sich für Frieden einzusetzen, und wie wir echte Friedensstifter sein können, davon handelt der nächste Artikel.

die Fragen zu den Absätzen 18 und 19:

  • Wie haben dich die Beispiele von Friedensstiftern in diesem Artikel berührt?
  • Wovon handelt der nächste Artikel?

 

 

Was nimmst du für dich mit?

 

  • Wie ging Jakob vor, um Frieden zu schließen, als ihm Esau entgegenkam?
  • Wie berührt es dich, wenn du dir bewusst machst, was Jehova alles auf sich genommen hat, damit wir Menschen wieder Frieden mit ihm haben können?
  • Was nimmst du aus den Beispielen der Friedensstifter Abraham, Isaak, Jakob und Joseph für dich mit?

Jule 10. Oktober 2011 6 Kommentare Comments RSS

6 Kommentare zu “Jehova – „der Gott, der Frieden gibt“”

  1. Juleam 10. Oktober 2011 um 10:03 Link zum Kommentar

    Ganz interessant der Gedanke, der hier in den beiden Versen so versteckt heraus kommt:

    Warum wollte Jakob mit Esau Frieden schließen?

    Worum ging es ihm hierbei? War es lediglich die Angst, dass der Bruder ihn hassen und umbringen könne – Angst um sein eigenes Leben und das seiner Familie? War das alles?

    Wenn dies der einzige Beweggrund gewesen wäre, hätte Jakob nach diesem Treffen unglaublich enttäuscht sein können – denn er hatte seinem Bruder so viele Tiere geschickt, um ihn zu besänftigen und der benimmt sich so, als sei “dieses Oper” umsonst gewesen. Hatte er Jakob vielleicht sogar vermisst und war eh froh ihn zu sehen? Hätte er sich die Opfer dann nicht sparen können? Ist er nun auf sich selbst sauer, dass er “so blöd war”?

    Nein, wenn man sich die Geschichte hier ansieht, geht es nicht lediglich um die Angst um sein Leben – sondern um viel mehr: er wollte das Wohlgefallen Jehovas behalten und er wusste, dass Jehova Streit jeglicher Art hasst. Woher eigentlich? Das mosaische Gesetz gab es zu dem Zeitpunkt ja noch garnicht. Woher wusste er es?

    Weil er einen engen Umgang mit “seinem Freund” Jehova hatte. Er hat sich viel mit Jehova beschäftigt, über sein Tun nachgesonnen, viel mit ihm geredet (im Gebet) und daher wusste er, wie Jehova dachte und fühlte und was er wohl für angebracht halten würde.

    Daher war sich Jakob bewußt, dass er nun, wenn er im Land seiner Vorväter leben wollte, schleunigst mit seinem Bruder Frieden schließen musste. Denn unter Anbetern Jehovas sollte es keinerlei Streitigkeiten geben. Und falls es mal zu Unstimmigkeiten kommen sollte – dann sollten sie schleunigst beigelegt werden.

    Denn mal ehrlich: welchen Eindruck hätten wohl die Nationen, unter denen sie lebten, gewonnen, wenn sie gesehen hätten, dass die Brüder sich befeinden? Hätten die Anbeter Jehovas sich dann von den umliegenden Nationen unterschieden?

    Was ist mit uns?

    Müssen nicht auch wir darauf bedacht sein, uns von der Welt zu unterscheiden und mit gutem Beispeil voranzugehen? Immerhin ist unser Gott Jehova ja “ein Gott des Friedens”!

  2. Juleam 10. Oktober 2011 um 10:07 Link zum Kommentar

    uns an Jehova ein Beispiel nehmen

    Sind wir Jehova nicht unendlich dankbar für seine Barmherzigkeit und seine unverdiente Güte? Berührt es uns nicht tief im Herzen, wenn wir uns bewusst machen, was er alles auf sich genommen hat, damit wir Menschen wieder Frieden mit ihm haben können?

    Wenn wir jetzt vor einer Situation stehen, in der der Friede und die Harmonie in der Versammlung bedroht ist, fühlen wir uns dann nicht aus Dankbarkeit gedrängt, uns an ihm ein Beispiel zu nehmen und selbst auch aktiv Frieden zu stiften?

    Wenn wir es so sehen, dürfte uns nichts zu schwer und uns kein Opfer zu groß sein – um den Frieden innerhalb der Versammlung und Bruderschaft zu bewahren!

    Wenn wir daran denken, dass wir Jehova ja von Herzen lieben und IHN nachahmen wollen!
    Wenn wir bedenken, dass wir fasziniert von seiner Einstellung, von seiner Barmherzigkeit sind!

    ER ist für uns ein großes Vorbild und wir wollen ihn so gern nachahmen. ER ist das größte Vorbild für Barmherzigkeit und dafür, was er alles getan hat, um den Frieden wiederherzustellen. Wenn wir ihn nachahmen wollen, dann müssen auch wir bereit sein, alles zu opfern, damit der Frieden wiederhergestellt wird.

    Im nächsten Studienartikel, den wir nächste Woche studieren werden, wird ja noch gezeigt, dass auch dies relativ zu sehen ist. Frieden um jeden Preis – auf Kosten göttlicher Grundsätze und Maßstäbe – das ist es nicht, was hier gemeint ist.

    Hier ist eher davon die Rede, unseren Stolz und unsere gekränkten persönlichen Gefühle herunterzuschlucken und uns selbst nicht zu wichtig zu nehmen!

  3. Juleam 11. Oktober 2011 um 10:12 Link zum Kommentar

    Statt zum Gegenschlag auszuholen, entschied er sich dafür, die Sache erst einmal auf sich beruhen zu lassen. Später besuchte ihn dann der König der Philister und wollte einen Friedensvertrag mit ihm schließen, um sicherzugehen, dass Abraham seine Nachkommen gut behandeln würde. Abraham garantierte ihm das durch einen Schwur und brachte die Sache mit dem geraubten Brunnen erst danach zur Sprache.

    der hat ja Nerven, dieser Abraham! Anstatt vorher zu sagen, „ich stimme dem Vertrag zu, aber zuvor lass uns bitte erst mal klären, warum ihr so und so gehandelt habt“, stimmt er trotz dieser Unstimmigkeiten einem Friedensvertrag zu.

    Wenn wir aber meinen, er sei „ein Warmduscher“ gewesen, der die Dinge einfach nicht an sich ranließ, denn in den angegebenen Versen heißt es auch:

    1. Mose 21:25
    Da sagte Abraham: „Ich werde schwören.“ 25 Als Abraham den Abimelech wegen des Wasserbrunnens, den die Knechte Abimelechs mit Gewalt weggenommen hatten, streng kritisierte, 26 da sprach Abimelech

    also muss Abraham eine bewundernswerte Selbstbeherrschung gehabt haben. Etwas, was mir ganz eindeutig fehlt.

    Aber er hatte sie sicherlich nicht so ganz aus sich heraus (wobei, wenn ich mir meinen Mann so angucke, könnte das doch durchaus sein), sondern hat sicherlich Hilfe bei Jehova gesucht.

    Wie bei der Demo auf dem BZK mit der Mutter und ihrem respektlosen Kind: sie betete vorher, bevor sie eine Erwiderung gab.

    Ein gutes Beispiel für uns: an unserer Selbstbeherrschung arbeiten und unseren Gott dabei um Hilfe bitten

  4. Juleam 11. Oktober 2011 um 10:15 Link zum Kommentar

    Doch statt sich zu rächen, setzte Joseph alles daran, Frieden mit ihnen zu schließen. Als feststand, dass es ihnen von Herzen leidtat, gab er sich zu erkennen

    alles daran zu setzen, mit dem anderen Frieden zu schließen, bedeutet also nicht, alles nur herunter zu schlucken und um des lieben Friedens willen zu vergeben!

    Wie wir sehen, hatte Joseph seinen Brüdern erst mal „die Gelegenheit gegeben“, zu bereuen, was sie getan hatten und ihm das zu sagen. Er hatte sie nicht sofort in seine Arme geschlossen und gesagt „alles ist vergessen und vergeben“, sondern er wartete zuerst einen Beweis dafür ab, dass sie aufrichtig bereuten, was sie getan hatten.

  5. Juleam 12. Oktober 2011 um 10:16 Link zum Kommentar

    siehe bitte auch die folgenden Artikel:

    „Haltet mit allen Menschen Frieden“ WT vom 15.10.2009
    „Lohnt es sich, Frieden zu schließen“ WT vom 15.03.2005
    „Fühle ich mich angegriffen“ WT vom 01.09.2009
    „Erzieht eure Kinder zu friedsamen Menschen“ WT vom 01.12.2007
    „Schlüssel zum Familienglück – Konflikte lösen“ vom 01.02.2008

    und einige weitere Artikel, die ihr unter der Rubrik Konflikte findet

  6. Juleam 14. Oktober 2011 um 10:19 Link zum Kommentar

    ein Zeichen, wie weit Abraham damit ging, dem Frieden nachzulaufen:

    1. Mose 21:27-30

    Hierauf nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech, und sie gingen beide daran, einen Bund zu schließen. 28 Als Abraham sieben weibliche Lämmer von der Kleinviehherde besonders stellte, 29 sagte Abimelech weiter zu Abraham: „Was haben diese sieben weiblichen Lämmer hier zu bedeuten, die du besonders gestellt hast?“ 30 Da sprach er: „Du mußt die sieben weiblichen Lämmer von meiner Hand annehmen, damit es für mich als ein Zeugnis dafür dient, daß ich diesen Brunnen gegraben habe.“

    eigentlich hätte ja Abraham Anspruch auf Entschädigung gehabt – für all die zusätzlichen Mühen, weitere Brunnen zu graben und für den ganzen Ärger – aber Abraham bot dem Abimelech 7 weibliche Schafe an, als Zeichen des Bundes zwischen einander!

    Diese Begebenheit zeigt, wie sehr sich Abraham die Denkweise Jehovas angeeignet hatte – denn auch er gab etwas, obwohl eigentlich er es gewesen wäre, der etwas zu bekommen hätte:

    Ebenso wie bei Abraham hatte eigentlich Jehova Anspruch darauf, dass wir Schritte unternehmen würden, um wieder in Frieden zu ihm zu gelangen. Aber bevor wir selbst Schritte unternommen haben, hat er seinen geliebten Sohn geopfert, obwohl wir es eigentich garnicht verdient hätten!

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