Der große Auftrag

 

Der große Auftrag - und wo ist mein Platz?Der große Auftrag – und wo ist mein Platz?
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Predigtmanuskript auf der Seite von Bayless Conley

 

 

Der große Auftrag

15.04.2012

Pastor Bayless Conley

 

Die letzten Worte Jesu an uns waren: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Macht alle Nationen zu Jüngern.“ Das sollte für uns oberste Priorität haben. Wir wollen heute darüber sprechen, was Gott am Herzen liegt. Das sollten Sie nicht verpassen. Holen Sie Ihre Bibel und bleiben Sie dran.

Schlagen Sie mit mir Markus 16:14 auf. Dort heißt es: Markus 16:14-20

„Nachher offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tisch lagen, und rügte ihren Unglauben und ihre Herzenshärtigkeit, dass sie denen, die ihn auferweckt gesehen, nicht geglaubt hatten. Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden. Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden. Der Herr wurde nun, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Jene aber zogen aus und predigten überall, während der Herr mitwirkte und das Wort durch die darauf folgenden Zeichen bestätigte.“

 

Dieser Auftrag, den Jesus den Jüngern gab, gilt allen Christen in jeder Generation. Ich möchte mit Ihnen nacheinander die einzelnen Punkte durchgehen, die Er nannte. Als Erstes sagte Er: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung.“ In manchen Übersetzungen heißt es: „allen Menschen“. Beachten Sie, dass Jesus sagte: „Geht in die ganze Welt und predigt das Evangelium.“

 

Das Wort „Evangelium“ bedeutet wörtlich „gute Nachricht“. Wir sollen gute Nachrichten verkündigen. Die gute Nachricht sollte man nicht mit Wut im Bauch verkündigen. Es ist doch die allerbeste Nachricht, dass Gott in Jesus gegenwärtig war und den Menschen ihre Sünde nicht vorhielt, sondern sie aus der Welt schaffte und ans Kreuz nagelte. Fantastische Nachrichten!

 

Stellen Sie sich Folgendes vor: Ein junger Mann kommt, je älter er wird, immer weniger mit seinem Vater aus. Am Ende rebelliert er, schlägt alles in den Wind, was er daheim an Gottesfurcht und Weisheit mitbekommen hat, verlässt sein Zuhause und führt ein zügelloses Leben. Er sinkt immer tiefer und entfernt sich immer weiter von allen moralischen und gesellschaftlichen Grenzen, bis er schließlich ganz unten ist. Er ist am Ende seiner Kräfte und erkennt, dass er sein Leben gründlich vermasselt hat. Inzwischen hat der Vater von der Situation erfahren und sein großes Herz ist voller Erbarmen für seinen verlorenen Sohn. Also schickt er einen Freund mit einer Nachricht los: „Komm heim. Alles ist vergeben. Ich liebe dich.“ Doch unterwegs wird die innere Einstellung des Freundes immer selbstgerechter und ablehnender. Als er schließlich dem verlorenen Sohn begegnet, hat er die Nachricht abgewandelt. Jetzt klingt sie etwa so: „Du unnützer Mistkerl! Du verdienst es nicht, dass dein Vater dich so gut behandelt, und ich hoffe, er vernichtet dich für deine Sünden. Ach, und übrigens: Du sollst nach Hause kommen.“ „Nein, danke.“

 

Vor Jahren las ich von einem jungen Mann, der ganz ähnlich alle Grenzen über Bord geworfen und alle Verbindungen zu seiner Familie abgebrochen hatte. Und als er von Zuhause wegging, sagte er schreckliche Dinge zu seinen Eltern. Er ging fort und ließ sich jahrelang nicht mehr blicken. Er führte ein elendes Leben. Doch wie der verlorene Sohn in der Geschichte von Jesus kam er zur Besinnung und dachte: „Was mache ich hier nur?“ Er dachte an die Gebete seiner Mutter und die Erziehung seines Vaters und beschloss, nach Hause zurückzukehren. Er wusste aber nicht, ob seine Eltern ihn noch haben wollten. Also schrieb er ihnen einen Brief und sagte: „Ich würde gern nach Hause kommen. Aber ich verstehe auch, wenn ihr mich nach allem, was ich getan und gesagt habe, nicht mehr haben wollt.“ Er fragte, ob es ihnen recht wäre, wenn er heimkäme und sagte ihnen, an welchem Tag er mit dem Zug kommen wollte. Kurz vor dem Bahnhof der Stadt gab es an der Bahnstrecke eine große Eiche. Der Sohn schrieb: „Wenn ihr ein Band oder eine Schleife an den Baum knotet, weiß ich, dass ich nach Hause kommen darf. Wenn nichts am Baum hängt, werde ich die Nachricht auch verstehen. Dann fahre ich weiter und steige gar nicht erst aus.“ An jenem Tag im Zug saß dem Sohn ein Mann gegenüber. Er merkte, dass der junge Mann bedrückt und nervös war, und fragte ihn:

„Junger Mann, haben Sie etwas auf dem Herzen? Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“ Und der junge Mann schüttete ihm sein Herz aus und erzählte, was er getan und was er Schlimmes zu seiner Familie gesagt hatte. Er erzählte ihm auch, dass er seine Eltern bat, ein Band oder eine Schleife an den Baum zu binden. Dann sagte er: „Ich kann einfach nicht hinausschauen. Wenn der Baum leer ist, weiß ich nicht, was ich tun soll!“ Der ältere Mann sagte: „Schauen Sie einfach nicht aus dem Fenster. Ich werde hinausschauen und Ihnen sagen, wenn Sie hinsehen müssen.“ Der junge Mann war einverstanden. Der Zug kam der Stadt immer näher. Der ältere Mann stand auf und dann schüttelte er den jungen Mann. „Das müssen Sie sehen!“ Der Sohn schaute hinaus und sah, dass der Baum voller Bänder und Schleifen hing. An jedem Ast, an jedem Zweig hing ein Band, das sagte: „Komm heim. Alles ist vergeben. Du bist geliebt.“

 

Und ich möchte Ihnen sagen: Gott hat eine Menge Bänder an einen Baum gebunden. Das geschah auf Golgatha an dem Kreuz, an dem Jesus Christus starb. Gott sagte: „Ich liebe dich. Alles ist vergeben. Komm heim. Du musst es dir nicht verdienen. Gute Nachrichten!“

 

Ich möchte Ihnen einen Vers aus der Amplified Bible vorlesen. Hören Sie einfach zu. 2. Korinther 5:19:

„Denn Gott war in Christus persönlich anwesend und versöhnte so die Welt mit sich selbst und rechnete den Menschen ihre Sünden nicht mehr an, sondern schaffte sie aus der Welt. Diese herrliche Botschaft der Versöhnung hat er uns anvertraut.“

 

Diese Botschaft sollen wir verkündigen, dass Gott schon alles getan hat, um uns mit sich zu versöhnen. Er hat Ihre Sünden bereits aus der Welt geschafft. Sie müssen nur Buße tun und zu Ihm kommen. Jesus sagte: „Geht in die ganze Welt und predigt das Evangelium.“ Weiter sagte Er in Vers 16: „Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.“ Die alte King-James-Übersetzung sagt es noch deutlicher: „Wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“ Die Menschen können glauben, was wir predigen oder auch nicht. Aber das ist die Methode, die Gott gewählt hat, um Menschen in Seine Familie zu holen: die Verkündigung des Evangeliums. Gott drängt sich keinem Menschen auf. Doch wenn Menschen die Botschaft hören, liegt in der Botschaft auch schon das PotenTial zum Glauben. Der Glaube kommt aus dem Hören und das Hören aus Gottes Wort.

 

Schlagen Sie jetzt bitte 1. Korinther 1:18 auf. Hier wird die Methode erklärt, die Gott gewählt hat, um Menschen zu retten.

 

1. Korinther 1:18

„Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft.“

 

Vers 21

„Denn weil in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, hat es Gott wohlgefallen, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu retten.“

 

Wenn man mich gefragt hätte, hätte ich es anders gemacht. Ich hätte eine Methode mit mehr Spezialeffekten gewählt… Engel und Schriftrollen und Trompeten und so etwas. Doch Gott hat sich entschieden, durch die „Torheit der Predigt“ Menschen in Seine Familie zu holen und die zu retten, die Ihm glauben.

Bei der Errettung geht es nicht um Regeln, Vorschriften und Rituale. Es geht um eine Beziehung. Jesus sagte in Johannes 17:3: „Dies ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott,

und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Das ist Gottes Methode, ob es uns gefällt oder nicht. Die gute Nachricht predigen. Die Geschichte von Jesu Kreuzigung, Auferstehung und Erlösung erzählen. Außerdem sagte Jesus in Markus 16: „Wer gläubig geworden und getauft worden ist.“ Für Menschen, die an Christus glauben, ist die Taufe nicht „freiwillig“. Sie ist ein Gebot, dem man gehorchen soll und keine Lehrfrage, über die man diskutiert. Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet. Nun ist es nicht die Taufe, die uns rettet, denn Jesus sagte weiter: „Wer ungläubig ist, wird verdammt werden.“ Er sagte nicht: „Wer nicht glaubt und nicht getauft ist, wird verdammt.“

 

Die Taufe ist ein äußeres Zeichen eines inneren Zustandes. Aber wenn Sie das einfach so abtun – „Ach, ich weiß noch nicht, ob ich mich taufen lasse oder nicht“ – dann bezweifle ich, ob Sie eine echte Begegnung mit Jesus hatten. Wenn Sie ein so klares Gebot unseres Retters so leichtfertig abtun, kennen Sie vielleicht nicht den gleichen Jesus, den ich kenne. Für Christen ist die Taufe nicht optional. Die Rettung kommt durch Glauben und Bekenntnis.

 

Römer 10:9-10

„Wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, [wirst] du gerettet.“

 

Die Taufe ist ein Zeichen für diese Rettung. In 1. Petrus 3:21 heißt es, sie ist die Bitte um ein gutes Gewissen vor Gott. Römer 6 sagt, durch die Taufe identifizieren wir uns mit dem Tod, dem Begräbnis und der Auferstehung Jesu und sie soll öffentlich stattfinden. Mit anderen Worten, wenn ich bei der Taufe im Wasser untertauche, heißt das, mein altes Leben ist begraben. Wenn ich wieder auftauche, identifiziere ich mich mit Seiner Auferstehung und habe ein neues Leben in Christus, das Gott gehört. Und der Teufel und die Engel und meine Nachbarn und meine Familie und jeder andere, der zuschaut, weiß, dass der alte Bayless im Wasser der Taufe untergegangen ist. Ich habe jetzt ein neues Leben in Christus und mein Leben hat eine neue Richtung. Aber wenn Sie meinen, die Taufe rettet Sie, dann muss ich Ihnen sagen, dass Sie falsch liegen. Lassen Sie sich taufen. Das ist wichtig. Aber wenn Sie nicht zuerst gerettet sind, steigen Sie als trockener Teufel ins Wasser und kommen als nasser Teufel heraus. Verstehen Sie mich nicht falsch: Es ist wichtig, dass Sie sich taufen lassen. Aber eine Taufe ohne das Vertrauen auf Christus macht Sie bloß nass.

 

In Markus 16:17 sagt Jesus dann: „Diese Zeichen werden denen folgen, die glauben.“ Jesus denkt also offenbar, dass unsere Verkündigung des Evangeliums von übernatürlichen Zeichen begleitet sein soll. Und Er nennt einige dieser Zeichen. Das erste davon ist: „In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben.“

 

Freunde, Dämonen gibt es wirklich. Vielleicht ist heute jemand hier, der das aus erster Hand weiß. Schon bevor ich Christ wurde, wusste ich, dass es Dämonen gibt. Einige Dinge, in die ich vor meiner Bekehrung verwickelt war, hatten mich begreifen lassen, dass es den Teufel und Dämonen wirklich gibt. Aber es war wunderbar, als ich herausfand, dass ich in Jesus Christus Vollmacht über sie habe! Es ist ganz anders, jetzt auf Seiner Seite zu sein. Jesus sagte: „In meinem Namen werdet ihr Dämonen austreiben.“ Matthäus berichtet, dass Jesus sagte: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Deswegen geht hin in meinem Namen und treibt Dämonen aus.“

 

Vor vielen Jahren hielt ich jede Woche Bibelarbeiten in einem örtlichen Pflegeheim. Das muss so etwa 33 Jahre her sein… jedenfalls gab es dort eine kleine Station, deren Tür immer verschlossen war. Ich sagte zu einer der Pflegerinnen: „Ich würde gern auch dort Bibelarbeiten halten.“ Sie antwortete: „Da können Sie nicht rein.“ Ich fragte: „Warum nicht?“ Und sie sagte. „Da sind die Verrückten.“ Ich fragte:

„Was meinen Sie?“ Sie erklärte: „Hier im Heim haben wir Patienten mit schweren psychischen Störungen und wir müssen sie hinter Schloss und Riegel halten. Wir können sie nicht mit den anderen Patienten zusammen lassen, weil einige von ihnen gewalttätig sind. Also sind sie auf einer geschlossenen Station.“ Ich bat sie: „Können Sie die Tür für mich öffnen?“ Sie fragte: „Sind Sie sicher?“ Ich meinte: „Ja.“ Sie schloss sie auf und ich ging hinein. Die erste Person, zu der ich kam, war eine Frau, die in einem Bett lag. Sie sah mich und ihr Körper verbog sich ganz seltsam. Sie setzte sich auf, ohne sich mit den Armen abzustützen, was ja gar nicht so einfach ist. Sie reckte sich und verdrehte den Hals und hatte einen ganz verzerrten Gesichtsausdruck. Ihre Augen traten förmlich hervor und sie sagte mit einer ganz unnatürlichen Stimme: „Ich weiß, wer du bist.“ Und ich dachte:

„Warum muss so was immer mir passieren?“ Ich wusste, dass ein böser Geist aus ihr sprach. Ich gebot dem Geist im Namen Jesu aus der Frau auszufahren. Sie fiel zurück auf ihr Bett und der verzerrte Gesichtsausdruck war verschwunden. Dann vertraute sie Jesus ihr Leben an. In den nächsten Wochen testete man die Frau und entließ sie von der geschlossenen Station. Sie kam in ein normales Zimmer und nahm danach an allen Bibelarbeiten teil.

 

Hören Sie, auch das allerneuste Glied am Leib Christi hat Vollmacht über jeden bösen Geist. Sie brauchen sich nicht vor dem Teufel zu fürchten. Nur ein Ratschlag… markieren Sie sich diese Bibelstelle und schlagen Sie bitte Lukas 10 auf. Dort steht etwas, das Jesus den 70 Jüngern sagte, die Er losgeschickt hatte, um Kranke zu heilen und Dämonen auszutreiben. Ich denke, es ist wichtig, dass wir diese Perspektive haben.

 

Lukas 10:17-20

„Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen. Er sprach aber zu ihnen: Ich schaute den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Siehe, ich habe euch die Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch schaden. Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind; freut euch aber, dass eure Namen in den Himmeln angeschrieben  sind!“

 

Das ist ein guter Rat. Konzentrieren Sie sich nicht auf Dämonen, sondern auf Jesus und auf den Himmel. Manche Menschen vermuten hinter allem und jedem einen Dämon, hinter allem, was im Leben schief läuft. Wenn Sie tatsächlich einem Dämon begegnen, tun Sie es im Namen Jesu. Konzentrieren Sie sich auf Jesus, auf den Retter.

 

Zurück zum Markusevangelium. Nachdem Jesus gesagt hat: „In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben“, sagt Er weiter in Vers 17: „Sie werden in neuen Sprachen reden.“ Jesus glaubte an das Reden in Zungen. Er sagte es voraus. Und in der Apostelgeschichte können Sie es nachlesen. Wenn Menschen mit dem Heiligen Geist erfüllt oder im Heiligen Geist getauft wurden – die Bibel benutzt beide Begriffe – redeten sie in neuen Sprachen. Vers 18: „Sie werden Schlangen aufheben.“ Das soll nicht heißen, dass wir Schlangenbeschwörer werden sollen. „Aufheben“ bedeutet wörtlich „mit Gewalt entfernen“. In einigen älteren Übersetzungen – ich habe eine englische Bibel, die sogar noch älter als die King-James-Bibel ist – lautet dieser Vers: „Sie werden Schlangen vertreiben.“

 

Ich denke, das heißt, dass wir vom natürlichen Standpunkt aus überlegen sind. Der Apostel Paulus war durch einen Schiffbruch auf der Insel Malta gelandet. Es regnete wie aus Eimern. Alle suchten Feuerholz, auch Paulus. Dabei bemerkte er die Schlange nicht und sie biss sich an seiner Hand fest. Die Einheimischen wussten, wie giftig diese Schlange war und in der Bibel steht, dass sie dastanden und zuschauten. Sie erwarteten, dass er jeden Moment tot umfiel. Und was tat Paulus? Er schüttelte die Schlange ins Feuer und sammelte weiter Feuerholz. Keine Folgeschäden. Die Einheimischen änderten daraufhin ihre Meinung über ihn. Zuerst dachten sie: „Er ist ein Krimineller und Gott bestraft ihn.“ Doch dann sagten sie: „Er muss ein Gott sein.“ Doch Paulus erzählte ihnen daraufhin von dem wahren Gott.

 

Ich denke, das ist hier einerseits ganz wörtlich gemeint, aber es geht noch darüber hinaus. In Lukas 10 sagte Jesus: „Ich habe euch die Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten.“ Das ist ein Bild für den Teufel von 1. Mose an bis hin zur Offenbarung. Satan und seine Dämonen werden als Schlangen dargestellt. Und wenn Sie in eine Situation geraten, haben Sie Vollmacht, das Handeln des Teufels aufzuhalten. Und ich denke, Sie sollten aktiv werden und nicht zulassen, dass sich die Schlange bei Ihren Kindern einnistet oder in Ihrem Geschäft. Vertreiben Sie die Schlange aus Ihrer Firma, aus Ihrer Familie, aus Ihrer Gemeinde, aus Ihren sämtlichen Angelegenheiten! Werden Sie aktiv in der Vollmacht, die Sie im Namen Jesu haben. Er sagte, dass diese Zeichen alle Gläubigen begleiten würden.

 

Als Nächstes sagte Er: „Wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden.“ Wir sollten natürlich nicht Gott versuchen, indem wir Gift trinken, okay? „Ich zeig euch, dass ich wirklich gläubig bin…!“ Das ist nicht gemeint. Wir müssen es in dem Zusammenhang sehen, dass Jesus sagt: „Geht in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung… und wenn ihr etwas Tödliches trinkt, wird es euch nicht schaden.“ Denn wenn ihr in die ganze Welt geht, werdet ihr sicher manches essen und trinken, das euch körperlich schaden könnte.

 

Ich war einmal zum Predigen in Mexico City. Zusammen mit anderen Pastoren fuhr ich in eine sehr entlegene Region, zu einer Gruppe von Otomi-Indianern, um auch dort zu predigen. Die Predigt wurde ins Spanische und dann in Otomi übersetzt. Und mir war gar nicht bewusst, dass diese Indianer uns als Ehrengäste betrachteten. Sie hatten eine Ziege für uns geschlachtet. Eine Ziege war sehr wertvoll für diese Menschen, denn sie waren extrem arm. Sie hatten am Nachmittag oder am Morgen eine Ziege geschlachtet, in Kaktusblätter gewickelt und den ganzen Tag unter der Erde auf Kohlen gegart. Und dieses wunderbare Tier servierten sie uns. Es war ein Festessen! Dann kam der Anführer dieses kleinen Stammes zu mir und gab mir einen Becher mit einem besonderen Tee. Einer der Pastoren aus Mexico City, der neben mir saß, sagte: „Bayless, trink das nicht.“ Ich fragte: „Warum?“ Er sagte:

„Davon wirst du todkrank. Das Wasser hier trinken wir nicht… ich würde hier nie im Leben Wasser trinken, denn davon wird man wirklich sehr krank. Trink das nicht.“ Ich stand vor einer schwierigen Entscheidung. Hier stand der Gastgeber und lächelte mich an und wir waren die Ehrengäste. Und was tat ich? Ich betete still: „Herr, danke für Markus 16:18“ und dann trank ich den Becher aus. Es hat mir nicht geschadet, kein bisschen. Und das ist wirklich ein wunderbares Versprechen, wenn man in die ganze Welt hinausgeht.

 

Die letzten zwölf Worte, die Jesus nach Markus vor Seiner Himmelfahrt sagt, waren: „Schwachen werden sie“ – also die Christen – „die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.“ Wenn Sie Christ sind und Hände haben, sollten Sie diesem Vers gehorchen. Wie die Taufe ist auch das nicht

 

„freiwillig“. Christen werden Kranken die Hände auflegen und sie werden sich erholen. „Aber ich weiß nicht wie!“ Sie haben Hände – legen Sie sie dem Kranken auf. Dort steht nicht einmal, dass Sie beten müssen, obwohl beten gut ist.

 

Als ich noch nicht lange Christ war, hatte ich einen guten Freund. Er und seine Frau waren wunderbare Menschen. Ich besuchte sie oft. Bei einem Skiunfall brach er sich die Wirbelsäule. Das Röntgenbild zeigte, dass die Wirbelsäule an sechs Stellen gebrochen war. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und einige Freunde aus seiner Gemeinde kamen ihn besuchen. Sie hatten von seinen Verletzungen erfahren. Sie versammelten sich um sein Bett und legten ihm die Hände auf. Und er stand aus dem Bett auf! Er sagte, er spürte, wie Gottes Kraft durch ihn hindurchging. Die Schwester kam herein und sagte: „Was machen Sie denn? Sie dürfen nicht aufstehen!“ Und er sagte: „Ich bin geheilt!“ Er unterschrieb alle Entlassungsformulare und verließ das Krankenhaus. Später wurde er noch einmal geröntgt und keine der Frakturen war noch zu sehen. Er wurde vorher und nachher geröntgt. Was war passiert? Christen hatten ihm die Hände aufgelegt.

 

Es ist wunderbar, wenn es so unmittelbar eine Antwort gibt. In den letzten zwei Monaten haben wir viele Gebetserhörungen erlebt. Mittwochs haben wir immer einen Gebetsabend und dort haben wir auch für Kranke gebetet. Wir haben ihnen einfach die Hände aufgelegt, alle Christen, die dort waren. Und viele der Betroffenen haben mir geschrieben und erzählt, dass sie geheilt wurden, in einigen Fällen sogar von Krebs. Das ist wunderbar. Wir freuen uns darüber und erzählen davon. Aber uns muss bewusst sein, dass Gottes Handeln meistens ein Prozess ist. Das schlägt sich sogar ein wenig in der Formulierung nieder: „Auf Kranke werden sie die Hände legen, so wird’s besser mit ihnen werden.“

 

„Besser werden“ deutet auf einen Prozess hin. Er beginnt in dem Augenblick, in dem wir dem Kranken die Hände auflegen. Das ist etwas, das wir als Christen in die Tat umsetzen und ausführen müssen. Wir sollen die Hände auflegen; das Heilen ist Gottes Sache. Um Gottes Part muss ich mir keine Gedanken machen. Ich tue einfach im kindlichen Glauben meinen Teil und überlasse den Rest Ihm. Und dann die letzten zwei Verse hier, Vers 19 und 20: „Der Herr wurde nun, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Jene aber zogen aus und predigten überall, während der Herr mitwirkte und das Wort durch die darauf folgenden Zeichen bestätigte.“ Der Herr bestätigte Sein Wort durch die begleitenden Zeichen.

 

Vielleicht haben Sie eine etwas andere Bibelübersetzung, in der es in Vers 20 heißt: „Der Herr wirkte mit ihnen.“ Das Wort „ihnen“ steht nicht im griechischen Grundtext. Die Übersetzer haben dieses Wort eingefügt; es steht nicht in den ursprünglichen Handschriften. Allerdings dachten die Übersetzer, dass die Ergänzung den Gedanken verdeutlichen würde. Deshalb können wir es auch problemlos weglassen, da es ja eigentlich nicht im Grundtext steht. Und es ist ziemlich eindrücklich, wenn wir den Text so lesen. Versuchen wir es einmal: „Jene aber zogen aus und predigten überall, während der Herr mitwirkte und das Wort durch die darauf folgenden Zeichen bestätigte.“ Gott wirkte mit und bestätigte Sein Wort. Ja, Er wirkte mit ihnen zusammen, doch nur, weil sie das Wort predigten. Unterschätzen Sie nicht die Kraft von Gottes Wort. Gott hat sich entschieden, durch die „Torheit der Predigt“ alle zu retten, die Ihm glauben. Jesus sagte: „Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben.“ Durch dieses Buch weht Gottes Atem. In Gottes Worten liegen Glauben und Kraft. Das Evangelium ist die Kraft Gottes. Das sollte uns zu denken geben. Die Kraft liegt nicht in der Präsentation. Die Kraft liegt im Wort. Die Kraft ist im unzerstörbaren Samen von Gottes Wort. – Wissen Sie, die Kunst des Predigens gefällt mir genauso gut wie allen anderen.

 

Es gibt viele unglaublich talentierte Brüder und Schwestern, die ihre Zuhörer bewegen und begeistern können. Sie können wirklich predigen! Leider gibt es unter ihnen auch einige, die zwar predigen und die Menge begeistern können, aber sie haben nichts zu sagen. Und hinterher sagen die Zuhörer:

„Was für eine Predigt!“ Aber eigentlich waren sie nur emotional aufgewühlt. Die Kraft liegt im Wort Gottes.

 

Vielleicht sind Sie von Natur aus ein lauter Mensch – dann rufen Sie das Evangelium hinaus! Vielleicht sind Sie eher reserviert – dann flüstern Sie es. Vielleicht liegen Ihnen Vier-Augen-Gespräche. Ganz egal – reden Sie einfach davon! Die Kraft liegt im Evangelium, in Gottes Wort, das wir weitergeben. Gott arbeitet mit Seinem Wort. Doch wenn wir es nicht verkündigen, kann Er nicht damit arbeiten. Gott arbeitet mit Seinem Wort und Er wird es bestätigen.

 

Es ist nicht die geschliffene Präsentation, die Gottes Wort Nachdruck verleiht. Gottes Worte sind Geist und Leben. Wenn Sie einfach auf Ihre Art und mit Ihrer eigenen Persönlichkeit hinausgehen und  jemandem von Jesus erzählen, hat das Folgen für die Ewigkeit. Gehen Sie doch heute gleich los!

 

Jule 14. April 2012 Keine Kommentare Trackback URI Comments RSS

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