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Ein dankbares Herz

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Ein dankbares Herz

27.01.2013

Pastor Bayless Conley

 

Mir ist im Leben etwas aufgefallen: Menschen, die dankbar sind, ziehen Gottes Segen an. Es ist fast so, als hätten sie eine Zielscheibe auf ihrem Rücken, auf der steht: „Segne mich, segne mich, segne mich.“ Und wie es aussieht, tut Gott ihnen den Gefallen. Wir wollen heute über das Dankbarsein nachdenken. Hören Sie genau hin und öffnen Sie Ihr Herz. Das könnte sehr wichtig für Sie und Ihre Zukunft sein.

 

Ich möchte heute über ein dankbares Herz sprechen. Wir beginnen an der Stelle, wo der Prophet Nathan mit König David spricht. 2. Samuel, Kapitel 12, ab Vers 8.

 

2. Samuel 12:8-12

„Ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben und die Frauen deines Herrn in deinen Schoß und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben. Und wenn es zu wenig war, so hätte ich dir noch dies und das hinzugefügt. Warum hast du das Wort des Herrn verachtet, indem du tatest, was böse ist in seinen Augen? Uria, den Hetiter, hast du mit dem Schwert erschlagen, und seine Frau hast du dir zur Frau genommen. Ihn selbst hast du ja umgebracht durch das Schwert der Söhne Ammon. Nun denn, so  soll das Schwert von deinem Haus auf ewig nicht weichen, dafür, dass du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, damit sie deine Frau sei. So spricht der Herr: Siehe, ich lasse  aus deinem eigenen Haus Unglück über dich erstehen und nehme deine Frauen vor deinen Augen weg und gebe sie deinem Nächsten, dass er bei deinen Frauen liegt vor den Augen dieser Sonne! Denn du, du hast es im Verborgenen getan; ich aber, ich werde dies tun vor ganz Israel und vor der Sonne!“

 

Ich glaube nicht, dass Gott hier zu David sagt: „David, du hast etwas sehr Böses getan. Deswegen werde ich dir Böses tun, und ich werde Menschen dazu bringen, dir Böses anzutun.“ Gott sagt vielmehr: „Schau mal, ich habe eine Gesetzmäßigkeit erschaffen, die unausweichlich ist. Sie steht im Galaterbrief: „Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht verspotten! Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten.“ Im Jakobusbrief steht, dass Sünde, wenn sie ausgereift ist, in irgendeiner Form den Tod zur Folge hat. Aber Gott hat uns etwas gegeben, womit wir diesen Kreislauf durchbrechen können.  Der Name dafür ist Buße. Wir säen Gutes oder Böses und wir werden ernten, was wir säen. Aber Gott hat uns eine Schaufel gegeben, mit der wir die Saat ausgraben können, bevor sie Wurzeln schlagen und wachsen kann. Diese Schaufel heißt „Buße“. David allerdings tat keine Buße. Er lebte länger als ein Jahr in einer zerbrochenen Beziehung zu Gott, nachdem er mit Batseba Ehebruch begangen und ihren Mann ermordet hatte, um es zu vertuschen und sie dann zur Frau nahm. Und David bereute sein Tun nicht, bis der Prophet Nathan offen davon sprach.

 

Es gibt ein sehr schönes Bußgebet von David, den Psalm 51. Ich persönlich denke, dass David die ganzen schweren Dinge, die dann kamen, nicht hätte durchmachen müssen, wenn er sofort niedergekniet wäre und seine Schuld bekannt hätte. Aber er hat es einfach zu lange schleifen lassen. Die Wurzeln dieser furchtbaren Saat, die er gesät hatte, waren schon tief im Boden. Die Pflanze war gewachsen und hatte Frucht getragen. Und nun musste David die bittere Frucht auch essen. Diese Geschichte ist deswegen so besonders tragisch, weil Gott von Anfang an wusste, wie sie enden  würde. Gott wusste, wie Davids Leben verlaufen würde und Er sagte ihm: „So und so wird die Frucht aussehen.“ Davids Sohn Amnon vergewaltigte später seine eigene Stiefschwester Tamar. Absalom, ein anderer Sohn Davids, brachte Amnon um. Und Absalom versuchte, das Königreich an sich zu reißen. David musste aus Jerusalem fliehen. Absalom wurde getötet und es brach David das Herz. Eine Tragödie folgte der anderen. Ich habe diese Geschichte vor Kurzem gelesen und mir wurde klar, dass alles auf diese eine Sache zurückzuführen ist. Davids Schuld, sein Schmerz, seine Nöte und die ganzen bitteren Früchte, die dann kamen, können auf diese eine Sache zurückgeführt werden, die wir in Vers 8 lesen. Da sagt Nathan durch Gottes Geist zu David: „Ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben und die Frauen deines Herrn in deinen Schoß und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben. Und wenn es zu wenig war, so hätte ich dir noch dies und das hinzugefügt.“ Alles fing damit an, dass David nicht begriff, was Gott ihm gegeben hatte und nicht dankbar war. Der Anfang von   allem war Undankbarkeit. Gott sagte: „David, ich habe dir das alles gegeben und ich hätte dir noch viel mehr gegeben! Aber es hat dir nicht gereicht. Du warst nicht zufrieden mit dem, was ich dir gegeben habe.“ Wegen dieser Undankbarkeit kam so viel Not in sein Leben. Und ich denke, dass viel von der Schuld, dem Schmerz und der Not in unserem Leben auf das Gleiche zurückgeführt werden kann: Undankbarkeit. Schlagen wir zusammen 5. Mose 28 auf. 5. Mose, Kapitel 28. In diesem Kapitel spricht Mose über den Segen, der durch Gehorsam kommt. Und er spricht über den Fluch, der die Folge des

 

Ungehorsams ist und der über die Menschen kommt, die Gott nicht gehorchen. Aber er nennt nicht einfach nur Ungehorsam als Grund oder Türöffner für diese ganzen Flüche und schlechten Dinge, die in das Leben eines Menschen kommen können. Es geht noch tiefer. Lesen Sie mit mir Vers 45 aus 5. Mose 28. Da sagt Mose:

 

5. Mose 28:45-47

„Und alle diese Flüche werden über dich kommen und dich verfolgen und dich erreichen, bis du vernichtet bist, weil du der Stimme des Herrn, deines Gottes, nicht gehorcht hast, seine Gebote und seine Ordnungen zu bewahren, die er dir befohlen hat. Und sie werden zum Zeichen und zum Wunder sein an dir und an deinen Nachkommen für ewig. Dafür, dass du dem Herrn, deinem Gott, nicht mit Freude und mit fröhlichem Herzen gedient hast wegen des Überflusses an allem…“

 

Wir haben hier zwei Begründungen. Die erste ist: „weil du nicht gehorcht hast“. Aber die zweite Begründung ist genauso wichtig. Ich möchte Vers 47 noch einmal nach der Neues-Leben- Übersetzung vorlesen. Dort heißt es, diese Dinge, diese Flüche, werden über euch kommen, „weil ihr dem Herrn, eurem Gott, trotz eures Wohlstands nicht fröhlich und dankbar gedient habt“. Auch hier sehen wir, dass sich Nöte und Unheil auf Gier und Undankbarkeit zurückführen lassen. Sie sind der Türöffner für die schlechten Dinge. Ich möchte heute darüber sprechen, warum, wie und wann wir dankbar sein sollten.

 

Als Erstes stellen wir uns die Frage: Warum sollten wir dankbar sein? Weil wir viel haben, wofür wir danken können. – Überlegen Sie einmal, was Sie alles Gutes in Ihrem Leben haben. Statt sich mit den Schwierigkeiten zu beschäftigen, die Ihnen begegnen, schauen Sie einmal bewusst nur das Gute an. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es das Schlechte überwiegen.

 

Ich war einmal mit ein paar guten Freunden auf der Insel Catalina. Eines nachts machten wir eine Bootstour. Wir wollten nach Hummern tauchen. Ungefähr eineinhalb oder zwei Kilometer vor der Insel fiel plötzlich der Motor aus. Nur gut, dass wir ein Paddel an Bord hatten. Wir fingen abwechselnd an  zu rudern. Das hieß, es kniete sich immer einer vorn ins Boot und paddelte, bis er nicht mehr konnte. Dann war der Nächste dran. Wir wechselten uns immer wieder ab. Nach ungefähr eineinhalb Stunden waren wir nah genug an der Insel, sodass wir endlich den Anker auswerfen konnten. Dann riefen wir den Seerettungsdienst an. Der Mann sagte, es würde ein paar Stunden dauern, bis sie da wären. In der Zwischenzeit brach ein Sturm los. Der Regen strömte nur so auf uns herunter. Der Wind heulte und wir hatten keinerlei Regenschutz. Dann kam irgendwann der Rettungsdienst und schleppte unser Boot zurück zum Festland. Und wir drei saßen in unserem schaukelnden Boot bei fünf Knoten in der Stunde. Der Wind heulte und der Regen prasselte auf uns runter. Ich hatte das Gefühl, die Niagarafälle würden über meinen Rücken laufen. Es war nass und eiskalt. Es dauerte fünfeinhalb Stunden, bis wir wieder auf dem Festland waren. Ich glaube, wir waren um vier Uhr morgens zu Hause. Und ich kann dazu nichts weiter sagen als: „Danke, Jesus! Danke, dass ich die Möglichkeit habe, mit einem Boot zu fahren, dass ich so nahe am Meer wohne und dass ich freie Zeit habe, um etwas Schönes zu machen. Danke, Jesus, dass wir nicht fünf oder sechs Kilometer von der Insel entfernt waren, sonst hätten wir viel länger rudern müssen. Und danke, Herr, dass wir ein Paddel im Boot hatten!“ Denn sonst wären wir einfach aufs Meer hinausgetrieben und keiner hätte uns je wiedergesehen. Ist alles schon passiert. Gott sei Dank, dass das Funkgerät funktionierte und wir den Rettungsdienst rufen konnten. Und ich bin sogar dankbar, dass sie einige Stunden bis zu uns brauchten, denn in der Zeit haben wir 15 große Hummer gefangen. Und obwohl es echt kalt war, bin ich auch dankbar, dass ich diese knapp sechs Stunden nicht mit irgendwelchen langweiligen und unsympathischen Zeitgenossen in diesem Boot festsaß. Nein, es waren meine Freunde. Wir froren  wie die Schneider, aber wir lachten fast die ganze Zeit. Ich würde das nicht noch einmal erleben wollen, aber wissen Sie was? Ich würde dieses Erlebnis um nichts in der Welt hergeben. Es gibt so viel, wofür ich danken kann.

 

Und es gibt auch viel, wofür Sie danken können, auch wenn Sie gerade Schweres durchmachen. Ich meine, Sie sitzen gerade in einem gut temperierten Raum auf einem bequemen Stuhl. Sicher haben Sie genug zu essen. Sie haben etwas anzuziehen. Und Sie wissen, dass Sie in den Himmel kommen. Wir können für so viel dankbar sein. Betrachten Sie das Gute in Ihrem Leben. Schlagen Sie jetzt bitte mit mir den Epheserbrief auf, im Kapitel 5. Der zweite Grund, warum wir dankbar sein sollten, steht hier: weil Gott es uns sagt. Und das ist kein Vorschlag von Ihm, sondern eine Aufforderung.

 

Epheser 5:20

„Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus!“

 

Sagt allezeit Dank. Wir sollen eine Haltung der Dankbarkeit entwickeln. Wir sollen jederzeit dankbar sein. Schlagen Sie mit mir den Kolosserbrief auf. Kapitel 3, Vers 15. Wieder kein Vorschlag, sondern eine Aufforderung von Gott.

 

Kolosser 3:15

„Und der Friede des Christus regiere in euren Herzen, zu dem ihr auch berufen worden seid in einem Leib! Und seid dankbar!“

 

Hier haben wir einen dritten Grund: weil es uns offen und empfänglich macht für Gott. Dankbarkeit macht uns offen und empfänglich für Gottes Reden und wir lassen uns von Ihm führen. Römerbrief Kapitel 1, Vers 2.

 

Römer 1:21

„Weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde.“

 

Sehen Sie? Eine undankbare Haltung prägt unser Denken und Fühlen. Undankbarkeit verdunkelt das Herz. Ein solches Herz ist blind. Es nimmt das Reden Gottes nicht mehr wahr. Dann geht es darum, wie sie Gott verleugnet haben und die Schöpfung mehr verehrt haben als den Schöpfer. In diesen Versen wird eine Entwicklung beschrieben. Es ist eine Art Negativspirale bis zum Ende des Kapitels. Dort geht es dann um die Menschen, die Gott lästern und Ihn hassen und sich jeder Art von ungezügelter Begierde hingeben. Wir sehen hier eine Entwicklung, die durch das ganze Kapitel hindurch auf eines zurückzuführen ist: Undankbarkeit. Das war der Anfang der Negativspirale. Eine undankbare Haltung führt zu törichten Gedanken und einem verdunkelten Herzen. – Wenn Undankbarkeit zu dem allen führt, dann stellen Sie sich vor, was Dankbarkeit auslösen kann. Sie zieht die Vorhänge zurück und lässt das Licht Gottes herein. Sie hilft uns, empfänglich für Gott zu werden und Sein Wirken in den verschiedensten Umständen unseres Lebens zu erkennen. Wir werden empfänglich für Seine Stimme und für das Reden der Bibel. Es ist unglaublich wichtig, dass wir dankbar sind. Es gibt noch einen weiteren Grund. Dankbarkeit stärkt Beziehungen, sowohl zu Gott als auch zu Menschen. Dankbarkeit stärkt Beziehungen. Undankbare Menschen sind sehr schwer zu ertragen. Das ist so. Keiner hat gern mit undankbaren Menschen zu tun. Sehen Sie: Dankbarkeit ist anziehend, Undankbarkeit stößt ab. Eine dankbare Haltung zieht Menschen und Gott an, aber Undankbarkeit stößt sowohl Gott als auch Menschen ab. Und noch ein weiterer Grund: Dankbare Menschen ziehen Gottes Segen an. Dieses Prinzip entdeckt man immer wieder in der Bibel.

 

Hier sind ein paar Beispiele, die Sie später nachprüfen können. In 2. Samuel 2 geht es um die Bewohner von Jabesch in Gilead. Saul hatte sie aus einer Notlage gerettet und sie haben das nie vergessen. Sie vergaßen nie, dankbar zu sein. Auch nachdem Saul vom rechten Weg abgekommen und getötet worden war, vergaßen sie niemals, was er für sie getan hatte. Und als dann die Philister die Leichen von Saul und seinem Sohn mitgenommen und an die Mauer von Bet-Schean gehängt hatten, riskierten die Männer von Jabesch ihr Leben. Sie liefen die ganze Nacht hindurch und holten die Leichen von der Mauer. Sie stahlen die Trophäen der Philister und gaben ihnen ein anständiges Begräbnis. Und David sagte zu ihnen das, was Sie in dem angegebenen Kapitel nachlesen können:

„Gesegnet sollt ihr sein von dem Herrn, dass ihr diese Güte an eurem Herrn, an Saul, erwiesen und ihn begraben habt! Und auch ich will euch dieses Gute vergelten.“ Liebe Freunde, Dankbarkeit, ausgedrückte Dankbarkeit zieht Gottes Segen an.

 

Ich denke da auch an Ruth in der Bibel. Alles stand gegen sie. Ihr Mann war gestorben, ihr Schwager war gestorben, ihr Schwiegervater war gestorben. Sie ging mit ihrer Schwiegermutter Naomi, die sehr verbittert war, zurück nach Israel. Ruth war arm; sie war Witwe. Sie gehörte nicht einmal zum Volk Israel, sie war keine Jüdin. Einige werden auf sie herabgeschaut und sie verachtet haben. In ihrem Leben war alles schiefgegangen. Aber sie wurde niemals so verbittert und zynisch wie ihre Schwiegermutter. Ruth war immer optimistisch. Sie war immer guter Laune. Und sie war immer dankbar, selbst für die kleinsten Dinge. Als sie auf die Felder ging und hinter den Arbeitern Ähren  lesen wollte, fiel sie Boas auf. Jetzt schauen Sie einmal, wie sie mit Boas redet. Sie war dankbar, dass Boas sie überhaupt beachtete und dankte ihm dafür. Sie war dankbar für seine freundlichen Worte  und dankte ihm dafür. Sie war dankbar für seine Großzügigkeit ihr gegenüber. Das brachte sie zum Ausdruck. Sie war dankbar für den Schutz, die er ihr gewährte und sie sagte ihm das. Ich bin sicher, dass es diese Haltung war, die so viel Segen in ihr Leben brachte. Boas verliebte sich in sie und heiratete sie. Von einer armen Frau wurde sie zu einer wohlhabenden, einflussreichen Frau mit einem guten Ehemann. Sie wurde die Urgroßmutter von König David und eine Vorfahrin von Jesus. Wegen ihrer Dankbarkeit hatte sie eine Zielscheibe auf dem Rücken, auf der stand: „Segne mich.“

 

Ich war mal bei einer Familie auf Hawaii zu Besuch. Eines Tages nahm ich einen hawaiianischen Speer, watete zu einem Riff und fing ein paar dicke Fische. Aber weil ich noch keine Lust hatte, zurückzugehen, band ich die Fische zusammen und legte sie ins Wasser, wo die Felsen eine Art natürliches Becken bildeten. Dann setzte ich mich auf einen Felsen am Strand. Ungefähr zehn  Minuten später merkte ich, dass sich bei meinen Fischen etwas bewegte. Ich ging hin und sah eine Muräne, die meine Fische fraß. Ich nahm die Fische weg. Die Muräne schaute mich an und Schwupp war sie durch ein Loch verschwunden. Sie musste aus viel tieferem Wasser gekommen sein. Ich  fragte mich, wie sie wohl dahin gekommen war. Aber meine Fische verströmten offenbar durch das Wasser einen wunderbaren Duft und der muss für die Muräne unwiderstehlich gewesen sein. Sie hätten sehen sollen, welchen Weg diese Muräne nehmen musste, um zu meinen Fischen zu kommen. Sie musste über Felsen, um Felsbrocken herum und durch Tunnel schwimmen. Sie muss vielleicht 50 oder 60 Meter durch dieses praktisch unpassierbare Labyrinth geschwommen sein.

 

Ich denke, dass ein dankbares Herz einen so unwiderstehlichen Duft in den Himmel schickt, dass es Gottes Segen förmlich anzieht. Ich denke, dass dieser Segen Widerstände überwindet und durch das Universum und über andere Menschen hinwegfliegt, um zu Ihnen zu kommen, wenn Sie ein  dankbares Herz haben. Sie können dem einfach nicht entgehen. Aber wie lässt sich Dankbarkeit ausdrücken? Sehen wir uns verschiedene Möglichkeiten an. Erstens, durch Worte. In 2. Chronik 5:13 steht, dass Danksagung gehört werden soll. Also sagen Sie, singen Sie, rufen Sie Danke! Lassen Sie Ihren Dank laut werden. Manche Menschen sagen: „Ich trage den Dank in meinem Herzen.“ Wenn der Dank in Ihrem Herzen ist, dann kann auch Ihr Mund davon sprechen. Denn wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über. Auch wenn es um Menschen geht, wenn Sie für Ihre Kollegen, Freunde oder Familie dankbar sind: Sagen Sie es ihnen. Schreiben Sie ihnen eine Nachricht. Bringen Sie es zum Ausdruck. Manche Menschen denken: „Mein Herz ist dankbar, also bin ich ein dankbarer Mensch.“ Nein! Dankbarkeit, die nicht ausgedrückt wird, ist keine Dankbarkeit. Vielleicht denken Sie gut von sich selbst. Sie haben das Gefühl, dass Sie edelmütig und großzügig und dankbar sind. Aber wenn Sie das nie jemandem zeigen, sondern es für sich behalten, dann ist das keine echte Dankbarkeit. Wenn Sie Gott nicht loben und Ihm danken, dann ist das keine wahre Dankbarkeit. Dann haben Sie nur einen guten, aber unwahren Eindruck von sich selbst. Dankbarkeit muss ausgedrückt werden. Sie muss verbalisiert werden.

 

Ein zweiter Weg ist Dienen. Durch Dienen und Helfen kann man sehr gut Dankbarkeit zeigen. Der blinde Bartimäus wurde geheilt. Er stand auf und folgte Jesus nach. Mit anderen Worten: Er folgt Ihm, um Ihm zu dienen. Folgen Sie Jesus auf diese Art nach. Gott sagte zum Pharao: „Lass mein Volk ziehen, damit sie mir dienen.“ Sind Sie dankbar für Gottes Wirken? Dann dienen Sie Ihm. Helfen Sie Seiner Gemeinde. Helfen Sie Seiner Familie. Helfen Sie Menschen in Not. Jesus sagte: „Was ihr einem dieser Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“ Seien Sie ein Diener. Damit können Sie Ihre Dankbarkeit sehr gut ausdrücken.

 

Ich habe schon oft eine Geschichte erzählt, die ich über ein römisches Aquädukt gelesen habe. Es wurde im Jahre 109 in Segovia in Spanien gebaut und lieferte 1800 Jahre lang frisches, kühles Wasser. Mehr als 50 Generationen nutzten dieses Aquädukt. Aber dann sagten die Menschen: „Das ist ein Wunderwerk. Es ist ein Schatz. Wir müssen es erhalten.“ Sie legten moderne Wasserleitungen und leiteten das Wasser um. Nach einem Jahr stürzte das Aquädukt ein. Die Sonne trocknete den Mörtel aus und das Bauwerk fiel ein. Als man das Aquädukt außer Betrieb setzte, trocknete es aus und fiel ein.

 

Liebe Freunde, nur wenn wir in Betrieb bleiben, bleiben wir als Christen lebendig und stark. Wenn wir aufhören, tätig zu sein, trocknen wir aus. Wir werden morsch und brüchig. Dankbare Herzen packen an. Finden Sie eine Möglichkeit, wie Sie dienen können.

 

Und dann gibt es die materielle Unterstützung. Ich finde, dass auch durch materielle Hilfe Dankbarkeit ausgedrückt wird. Ich habe auch dazu eine Bibelstelle. 4. Mose 31:48-54. Es war nach einer heftigen Schlacht gegen die Midianiter. Einer der Offiziere sagte zu Mose: „Ich habe unsere Armee gezählt. Ich habe keinen einzigen Mann unter meinem Kommando verloren.“ Es war ein Wunder. Gott hatte sie  alle beschützt. Ihre Antwort? Alle Männer brachten von der Kriegsbeute und sagten: „Wir wollen ein Opfer bringen und Gott unsere Dankbarkeit zeigen.“ Sie zeigten ihre Dankbarkeit durch Gaben. Sie haben nicht für Gottes Schutz bezahlt. Es war kein Schutzgeld wie bei der Mafia: „Okay, Gott, wenn wir Dir das geben, dann beschützt Du uns weiter.“ Man kann den Segen, die Gnade und den Schutz Gottes nicht kaufen. Das geht nicht. Aber man kann die Dankbarkeit dafür zeigen, indem man etwas gibt. Und dann Viertens: Dankbarkeit kann man auch durch das Gebet ausdrücken. Schlagen Sie bitte

 

mit mir den 2. Timotheusbrief auf, Kapitel 1. 2.Timotheus, Kapitel 1, Vers 16. Paulus hat hier gerade über ein paar asiatische Christen geschrieben, die sich gegen ihn gestellt haben und über zwei bekannte Christen, die nichts mehr mit ihm zu tun haben wollten. Aber gleich darauf, in Vers 16, sagt er:

 

2. Timotheus 1:16-18

„Der Herr gebe dem Hause des Onesiphorus Barmherzigkeit, denn er hat mich oft erquickt und sich meiner Ketten nicht geschämt; sondern als er in Rom war, suchte er mich eifrig und fand mich. Der Herr gebe ihm, dass er vonseiten des Herrn Barmherzigkeit finde an jenem Tag! Und wie viel er in Ephesus diente, weißt du noch besser.“

 

Zweimal finden wir hier ein Gebet, das Paulus aus tiefstem Herzen spricht: „Der Herr gebe dem Haus des Onesiphorus Barmherzigkeit. Die anderen haben sich gegen mich gestellt. Sie hatten Angst, mit mir zu tun zu haben, während ich ein Gefangener Roms war. Aber Onesiphorus nicht. Er suchte mich und hat sich meiner Ketten nicht geschämt. Er hat mich oft erquickt.“ Die Antwort des Paulus darauf ist ein Gebet um Segen für diesen Mann und sein Haus. Paulus schrieb das auch an die Epheser. Epheser 1:16: „Ich höre nicht auf, für euch zu danken, und ich gedenke euer in meinen Gebeten.“ Ich finde, es ist völlig normal, um Segen für diejenigen zu beten, die Gott gebraucht, um uns zu helfen.   Ein dankbares Herz vergisst nicht die Güte und Freundlichkeit, die es erfahren hat. Und wann sollen  wir unsere Dankbarkeit zeigen? Wir lesen in Epheser 5:20, dass wir „allezeit Dank sagen“ sollen. Allezeit, ständig. In 1. Thessalonicher 5:18 steht: „Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ Egal, in welcher Lage wir sind: Wenn wir danach suchen, werden wir immer etwas finden, wofür wir Gott loben und Ihm dankbar sein können. Dankbarkeit kann auch ein   deutlicher Ausdruck unseres Glaubens sein. Allezeit Dank sagen, in allen Dingen, jederzeit. Schon bevor Gott unsere Gebete beantwortet. Es ist leicht zu jubeln, nachdem die Mauern von Jericho gefallen sind. Wir alle können Gott dafür danken. Aber es braucht Glauben, um Gott zu danken, wenn die Mauern noch stehen.

 

Als Jesus vor dem Grab von Lazarus stand, als Lazarus noch tot im Grab lag, da betete Er: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.“ Es ist leicht zu jubeln, nachdem Gott Lazarus von den Toten auferstehen ließ. Aber Gott zu danken, während Lazarus noch im Grab lag, das war ein Akt des Glaubens. In Philipper 4:6 steht: „Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.“ Seid dankbar im Voraus, im Glauben, bevor Gott antwortet, bevor sich die Situation ändert. Wir sollen Gott allezeit Dank sagen.

 

Glaube ist eine interessante Sache. Die Definition in Hebräer 11:1 sagt, Glaube ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht. Und wir glauben, dass Gott unser Gebet erhört hat, auch wenn wir im Moment noch nicht sehen, dass sich irgendetwas verändert hat. Um unseren Glauben zum Ausdruck zu bringen, sollen wir Gott loben und danken. Lasst eure Bitten und euer Flehen mit Danksagung vor Gott kommen, steht in der Bibel. Nehmen Sie sich Zeit, um Gott für das zu danken, was Sie haben. Und Gott wird Ihnen schenken, woran Sie glauben. Ich freue mich, von Ihnen zu hören. Bis zum nächsten Mal.

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