Familie Thomas Pape

Gefäße zu Ehre und Unehre, Erbarmen und Zorn

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Gefäße zu Ehre und Unehre, Erbarmen und Zorn

22.04.2012

Pastor Bayless Conley

 

Liebe Freunde, willkommen zu unserer Sendung. Wenn Sie eine Bibel haben, dann nehmen Sie sie zur Hand. Wenn Sie gerade was Warmes essen wollten, lassen Sie es kalt werden. Was Sie in den nächsten 30 Minuten hören werden, ist wichtiger als Nahrung für Ihren Körper. Setzen Sie sich und geben Sie Ihrem Geist Nahrung. Sie werden etwas hören, das Ihnen helfen wird. Hiob sagte: „Gott, dein Wort ist mir wichtiger als das tägliche Brot.“ Wenn Sie Gottes Wort in Ihrem Leben den richtigen Stellenwert einräumen, wird sich in Ihrem Leben etwas tun. Lassen Sie uns gemeinsam über Gottes Wort nachdenken.

Römer 9, und wir beginnen in Vers 21. Römer 9:21-24

„Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre und das andere zur Unehre zu machen? Wenn aber Gott bereit ist, seinen Zorn zu erweisen und seine Macht zu erkennen zu geben, mit vieler Langmut die Gefäße des Zorns ertragen hat, die zum Verderben zubereitet sind, und wenn er handelte, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen des Erbarmens zu erkennen gebe, die er zur Herrlichkeit vorher bereitet hat, nämlich an uns, die er auch berufen hat, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Nationen.“

 

Wenn wir das heute lesen, sagt es uns vielleicht nicht viel. Doch die Zuhörer, an die der Römerbrief ursprünglich gerichtet war, verstanden das Bild von den vier Gefäßen, das Paulus hier gebraucht. Jeder Zuhörer wusste, was ein Gefäß zum ehrenvollen und zum unehrenvollen Gebrauch ist. Jeder wusste, was ein Gefäß des Zorns und ein Gefäß des Erbarmens war. Und über diese vier Arten von Gefäßen wollen wir heute sprechen. Natürlich sind das alles Bilder für Menschen und verschiedene Aspekte des Lebens. Wir wollen sie uns nacheinander ansehen und beginnen mit dem Gefäß zum ehrenvollen Gebrauch. Dieses wird auch in 2. Timotheus 2 erwähnt. Lassen Sie uns nachlesen, was dort steht. Lesen wir die Stelle gemeinsam. In 2. Timotheus 2:20 heißt es:

 

2. Timotheus 2:20-21

„In einem großen Haus aber sind nicht allein goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre. Wenn nun jemand sich von diesen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt, nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werk bereitet.“

 

Es wird sofort deutlich, dass ein Gefäß zur Ehre ausgesondert ist – genau das bedeutet nämlich geheiligt – ausgesondert und nützlich für Gott, bereit zu jedem guten Werk. Gefäße zur Ehre haben eine Aufgabe. Sie tun gute Werke. Sie werden von Gott gebraucht. Und Gott wirkt durch Sein Wort und Seinen Geist in uns, um uns zu Gefäßen zu ehrenvollem Gebrauch zu machen.

 

Das Gefäß zur Ehre war wahrscheinlich das Gefäß, das am häufigsten beim Töpfer gekauft wurde. Es fasste knapp 20 Liter frisches Wasser, hatte zwei Griffe und stand auf einer knapp einen Meter hohen Bank, in die drei Löcher eingearbeitet waren: Je eines für das Gefäß zum ehrenvollen und zum unehrenvollen Gebrauch und eines für ein kleineres Trinkgefäß. Das Gefäß der Ehre stand im  Tempel. Dort wuschen sich die Menschen die Hände, bevor sie zum Beten in den Tempel gingen. Aber auch vor jedem Wohnhaus stand ein solches Gefäß. Dort konnten sich Reisende, die in Sandalen über staubige Straßen gegangen waren, ihre Füße waschen lassen, bevor sie das Haus betraten. Vor allem aber stillten die Menschen ihren Durst aus dem Gefäß der Ehre. Es ist für uns von Bedeutung, wo dieses Gefäß aufbewahrt wurde: im Tempel und am Wohnhaus. Verstehen Sie, unser Dienst sollte zuallererst bei uns zu Hause stattfinden. Jesus wusch Seinen Jüngern die Füße und sagte: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben. Ihr sollt einander die Füße waschen, einander dienen.“ Wir sollten zuerst unseren Familien dienen.

 

Vielleicht denken Sie jetzt: „Meinen Sie damit so etwas wie gemeinsames Bibellesen in der Familie?“ Ja, das meine ich. Und als Familie miteinander zu beten, ist auch wichtig. Aber ich rede hier nicht von einem supergeistlichen Trainingslager, wo die Kinder jeden Tag eine Stunde lang an einer langweiligen Bibelarbeit sitzen müssen, bevor sie spielen gehen dürfen. Wir haben als Familie gemeinsam die Bibel gelesen und miteinander gebetet. Wir haben viel über Gott gesprochen. Aber es war immer ganz leicht und natürlich, nicht gezwungen. Es war einfach immer irgendwie selbstverständlich. Gemeinsames Bibellesen oder Beten sind wichtig; das kann zum Dienst in der

 

Familie gehören. Aber vor allem sollten Sie als „ehrenvolles Gefäß“ Ihrer Familie hingebungsvoll dienen. Und das bedeutet, dass Sie Zeit mit Ihrer Familie verbringen. Zeit ist nötiger als alles andere.

 

Ich habe schon einmal von einem Pastor erzählt, der finanzielle Schwierigkeiten bekam. Das Werk,  das er leitete, hatte unethische und illegale Dinge getan. Es kam zum Gerichtsverfahren und der  Pastor landete tatsächlich für einige Zeit im Gefängnis. Sein Sohn besuchte ihn häufig, immer in Begleitung eines Betreuers. Und dann, ich glaube, es war der 16. Geburtstag des Sohnes, durfte er seinen Vater ohne Betreuer im Gefängnis besuchen. Er verbrachte seinen ganzen Geburtstag gemeinsam mit seinem Vater. Am Abend sagte er beim Verabschieden zu seinem Vater: „Papa, das war der beste Tag meines Lebens!“ Sein Vater fragte: „Was? Du hast den Tag mit mir auf dem Gefängnishof verbracht! Wie kann das der beste Tag deines Lebens sein?“ Der Sohn erklärte: „Papa, mein Leben lang wollte ich nichts weiter als einen ganzen Tag mit dir, aber du hattest nie Zeit. Ich verstehe, dass du immer mit dem Dienst und den Menschen beschäftigt warst. Aber ich habe mir nie etwas anderes gewünscht als nur einen Tag mit dir. Und heute war der beste Tag meines Lebens.“ Und der Vater sagte: „Ich musste ins Gefängnis kommen, um meinem Sohn einen Tag meines Lebens zu schenken.“

 

In Hohelied 1:6 heißt es: „Sie setzten mich als Hüterin der Weinberge ein. Meinen eigenen Weinberg habe ich nicht gehütet.“

 

Vielleicht haben Sie bisher auf diesem Gebiet nicht geglänzt. Vielleicht sind Ihre Kinder aus dem Haus und Sie sehen im Rückblick die vielen versäumten Gelegenheiten. Aber unterschätzen Sie nicht die Macht des Gebetes und Gottes Gnade. Vielleicht sind Ihre Kinder inzwischen erwachsen und Sie haben verpasst, wie sie aufgewachsen sind. Nun denken Sie im Rückblick: „Wenn ich das nur vorher gewusst hätte!“ Vielleicht sind Sie einfach dem Verhaltensmuster Ihrer eigenen Eltern gefolgt. Sie haben Ihre Kinder so erzogen, wie Sie erzogen wurden und wussten es nicht besser. Das können Sie nicht zurückholen. Manche Gelegenheiten sind vorbei, aber Gebet ändert Dinge, liebe Freunde.  Gottes Gnade ist wirklich erstaunlich. Er kann Ihre Familienmitglieder überall erreichen, wo sie sich  auf diesem Planeten aufhalten und Er kann große Dinge in ihrem Leben tun. Gott stellt Verlorenes wieder her. Verlieren Sie also nicht die Hoffnung. – Aber wenn Ihre Familie noch komplett ist, dann opfern Sie sie nicht auf dem Altar Ihrer Karriere. Das ist es nicht wert. Auf dem Sterbebett werden Sie sich nicht wünschen, mehr Zeit im Büro verbracht zu haben. Gewiss nicht. Ihre Familie sollte Priorität haben. Dienen Sie ihr mit aller Kraft.

 

Als Zweites finden wir das Gefäß zum ehrenvollen Gebrauch im Tempel oder in der Gemeinde, wo es anderen dient… im Ehrenamt, im Gebet, durch Spenden. In Galater 6:9-10 steht dazu:

 

Galater 6:9-10

„Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden! Denn zur bestimmten Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten. Lasst uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens!“

 

Es gab einmal ein Aquädukt, das die Römer vor über 1900 Jahren erbaut hatten und das nach Segovia in Spanien führte. Fast 2000 Jahre lang spendete es den Menschen klares, reines Wasser. Eines Tages dachte man sich: „Das ist ein Nationalschatz. Wir müssen es schützen.“ Also leitete man das Wasser um und baute ein modernes Aquädukt, nur um es zu erhalten. Aber wissen Sie, was passierte? Binnen zwei Jahren trocknete der Mörtel zwischen den Steinen aus und das Bauwerk begann zu bröckeln und zu zerfallen. Über 1900 Jahre war es stabil geblieben – solange es seinem Zweck diente. Als es das nicht mehr tat, trocknete es aus und wurde brüchig.

 

Wenn Sie Ihre Vitalität und geistliche Kraft erhalten wollen, müssen Sie sich im Dienst für andere einsetzen. Seien Sie ein Gefäß zur Ehre, das in Gottes Haus seinen Dienst tut. Ganz gleich, ob es ums Beten oder Ermutigen oder praktische Aufgaben geht, Sie können nicht immer nur nehmen. Irgendwann müssen Sie anfangen zu geben und anderen Gutes zu tun, besonders wie es in der Bibelstelle heißt, an den „Hausgenossen des Glaubens“. Und es ist eine Ehre, eine große Ehre, Gottes Kindern in Gottes Haus zu dienen. Der Psalmist sagte: „Lieber möchte ich Türhüter im Haus meines Gottes sein, als in den Häusern der Bösen zu wohnen.“ Selbst wenn wir nur jemandem die Hand schütteln und ihn begrüßen, wenn er in die Gemeinde kommt oder mit den Kindern arbeiten oder filmen oder im Gebetsteam sind – es ist eine große Ehre. Die Gemeinde ist einer der Orte, an dem ein Gefäß der Ehre seinen Dienst tun soll. Und dann wird wieder das Gefäß zum unehrenvollen Gebrauch erwähnt. Ich lese noch einmal

 

2. Timotheus 2:20

„In einem großen Haus aber sind nicht allein goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre.“

 

Das Gefäß zur Unehre sah so ähnlich aus wie das Gefäß zur Ehre. Es fasste auch knapp 20 Liter und hatte zwei Griffe. Doch es war ein minderwertiges Gefäß, das beim Töpfern irgendwelche Schäden erlitten hatte. Vielleicht hatte es kleine Dellen oder es war etwas beim Brennen schiefgegangen. Deswegen verkaufte der Töpfer es zu einem reduzierten Preis. Und solche „B-Ware“ wurde ziemlich häufig gekauft. Ein solches Gefäß fand seinen Platz auf der Wasserbank neben dem Gefäß der Ehre, doch es diente zum Auffangen des Schmutzwassers. Es war ebenfalls im Haushalt zu finden; es war sozusagen die judäische Mülltonne. Alle Abfälle und aller Müll wurden dort hineingeworfen. – Liebe Freunde, es ist nicht Gottes Wille, dass irgendeiner ein Gefäß zur Unehre ist. Das hat Er für keinen von uns geplant. Vielmehr heißt es in Vers 21: „Wenn jemand…“

 

2. Timotheus 2:21

„Wenn nun jemand sich von diesen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt, nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werk bereitet.“

 

„Wenn jemand sich von diesen reinigt…“ wir können Gefäße zum ehrenvollen Gebrauch sein. Doch diese Entscheidung müssen wir bewusst treffen. Und mit „diese“ meint Paulus die Dinge, die er bereits in dem Kapitel erwähnt hat. Das „diese“ könnte sich auf mehrere Dinge beziehen, doch der Hauptgedanke in 2. Timotheus 2 hatte bis zu diesem Punkt mit Worten zu tun. Schauen Sie sich bitte noch einmal 2. Timotheus 2:14-18 an.

 

2. Timotheus 2:14-18

„Dies bringe in Erinnerung, indem du eindringlich vor Gott bezeugst, man solle nicht Wortstreit führen, was zu nichts nütze, sondern zum Verderben der Zuhörer ist. Strebe danach, dich Gott bewährt zur Verfügung zu stellen als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit in gerader Richtung schneidet! Die unheiligen, leeren Geschwätze aber vermeide! Denn sie werden zu weiterer Gottlosigkeit fortschreiten, und ihr Wort wird um sich fressen wie Krebs. Dazu gehören Hymenäus und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind, indem sie sagen, dass die Auferstehung schon geschehen sei, und den Glauben mancher zerstören.“

 

Gerede, leeres Geschwätz, Irrlehren. Solche Menschen verbreiten Geschichten über andere, die sie gehört haben. Sie säen Uneinigkeit und halten sich an Lehren, die die grundlegenden Glaubensüberzeugungen ihrer Gemeinde untergraben.

 

Als junger Christ ging ich zu einem Bibelkreis. Es war eine Art „Hippie-Bibelkreis“, der zu keiner bestimmten Gemeinde gehörte. Die Teilnehmer kamen aus allen möglichen Gemeinden. Dort war   eine junge Frau, eine alleinerziehende Mutter, die gerade in die Stadt gezogen war. Sie war sehr attraktiv. Ich glaube, im Grunde waren einige der anderen Mädchen eifersüchtig auf sie und so begannen sie, über die junge Frau zu reden. Einmal kam sie nicht zum Bibelkreis und die ganze Zeit wurde nur über sie geredet: „Ich habe gehört, dass sie ihren Sohn den ganzen Tag allein lässt. Ich weiß nicht, ob sie überhaupt als Mutter geeignet ist. Ich weiß nicht einmal, ob sie wirklich Christ ist. Ich finde, so etwas sollte ein Christ nicht tun.“ Sie redeten die ganze Zeit über sie. Als sie fertig waren, stand die junge Frau wie die böse Knusperhexe da. Das war mir so unangenehm! Und wissen Sie was? Die junge Frau erfuhr von den Gerüchten und die Gruppe behandelte sie von da an anders. Sie war am Boden zerstört und ging nie wieder in eine Gemeinde – jedenfalls nicht in dieser Stadt.

 

Wussten Sie, dass die Liste von Dingen, die Gott hasst, sehr kurz ist? Sie können sie in Sprüche 6 nachlesen. Dort heißt es, Gott hasst sechs Dinge. Eines davon ist, wenn jemand Uneinigkeit unter Brüdern sät. Gott ist darüber nicht nur ungehalten. Nein, Gott hasst es! Und was bedeutet „säen“? Es sind die kleinen Dinge: Worte, kleine Anspielungen, kleine Dinge, die jemandem ein schlechtes Bild von einem anderen vermitteln. Das hasst Gott!

 

Mir ist klar, dass wir alle als Menschen den Hang zu bestimmten Sünden haben. Die Bibel bezeichnet das als „Schuld“. Das hebräische Wort für Schuld kommt von einem Wort, das „beugen“ bedeutet. Es bedeutet soviel wie eine Verkrümmung in einem Baum. Jetzt leben wir noch in unserem sündigen Körper, doch eines Tages bekommen wir einen neuen Körper. Dafür wollen wir Gott danken! Aber inzwischen haben wir den „Schatz in irdenen Gefäßen“. Und wir alle haben die Neigung zu bestimmten Sünden. Bei dem einen ist es Klatsch und Tratsch; andere haben kein Problem damit. Doch selbst wenn Sie dazu neigen, ist das keine Entschuldigung! Sie müssen sich trotzdem damit

 

auseinandersetzen. Wenn Sie nichts Konstruktives zu sagen haben, tun Sie sich und allen anderen einen Gefallen: Halten Sie den Mund. Seien Sie kein unehrenvolles Gefäß. Reinigen Sie sich davon und werden Sie ein ehrenvolles Gefäß. Wissen Sie, was passiert, wenn Sie den Mülleimer nicht leeren und der Müll sich immer weiter stapelt? Er zieht Fliegen an.

 

Eine der Bezeichnungen für Satan in der Bibel – Sie finden sie in Markus 3 – ist „Beelzebub“. Das bedeutet wörtlich „Herr der Fliegen“… Herr des Misthaufens. Und wenn wir diesen Gedanken weiterführen und auf den Klatsch und Tratsch anwenden, dann lassen wir damit in unserem Leben eine Tür für den Teufel offen stehen, wenn wir nichts daran ändern. Ich glaube, manche Menschen haben eine Bitterkeit, eine Bedrücktheit, einen Hass oder manchmal sogar eine Krankheit, die unter dämonischen Einflüssen entstanden ist. Und die offene Tür dafür war, dass sie ihre Zunge nicht unter Kontrolle hatten. Tun Sie etwas dagegen! Seien Sie ein Gefäß zur Ehre. Wenn nötig, tun Sie Buße. Wenn Sie sich bei jemandem entschuldigen müssen, dann tun Sie das. Zügeln Sie den kleinen rosa Rebellen hinter Ihren Zähnen und halten Sie ihn in Schach.

 

Okay. Das dritte Gefäß, über das wir nachdenken wollen, ist das Gefäß des Erbarmens. Wir haben in Römer 9:23 davon gelesen. Es sah genauso aus wie das Gefäß zum ehrenvollen Gebrauch. Aber es war nicht für die Wasserbank vor dem Tempel oder im Tempel oder vor dem Haus gedacht. Das Gefäß des Erbarmens wurde in die Stadtmitte gebracht. Es stand dort, damit Fremde Wasser zum Trinken haben konnten. Die Gefäße des Erbarmens wurden auf den Marktplatz gestellt, auf Zäune oder auf Fenstersimse. So konnte ein Fremder, der durch dieses trockene Land reiste, garantiert immer Wasser zum Trinken finden.

 

Für uns heißt das, dass wir die Barmherzigkeit dorthin bringen müssen, wo sie gebraucht wird. Jesus sagte: „Geht auf die Wege und an die Zäune und bittet alle herein. Geht in die ganze Welt und predigt der ganzen Schöpfung das Evangelium.“ In unserer Umgebung gibt es überall Menschen, die Erbarmen brauchen. Nur Schuldige brauchen Erbarmen.

 

Vor zwei Tagen unterhielt ich mich mit einem Freund. Er war in einem Restaurant und die Bedienung war ganz schrecklich. Sie wissen, wie frustrierend das sein kann. Und die erste Reaktion ist normalerweise, kein Trinkgeld zu geben. Ein Trinkgeld steht für eine besondere Leistung. Trinkgeld muss man sich verdienen. Ich habe lange genug als Kellner gearbeitet; ich weiß, wie schwierig das sein kann. In dem Restaurant, wo ich angestellt war, wollte immer keiner die Tische bedienen, an denen Christen saßen. Warum? Jeder wusste, dass Christen kaum Trinkgeld gaben. Sie hinterließen ihre Spuren, aber kein Geld. Also gehen Sie heute nicht essen und reden darüber, wie es in der Gemeinde war oder über Gott und so weiter…, wenn Sie über Jesus reden, dann geben Sie ein  großes Trinkgeld! Vielleicht spricht da der Exkellner aus mir, aber das ist wichtig. Auf jeden Fall war der Service der Kellnerin schrecklich und mein Freund überlegte, ob er ihr die Meinung sagen soll. Doch dann merkte er, dass der Heilige Geist zu ihm sagte: „Halt den Mund.“ Einige Minuten später kam sie zu ihm und erklärte: „Es tut mir leid. Mein Service ist heute einfach furchtbar. Ich habe gerade erfahren, dass einer meiner besten Freunde gestorben ist. Ich bin wie betäubt. Es tut mir leid.“ Das  war eine gute Möglichkeit, barmherzig zu sein. Und wissen Sie, es gibt überall in unserer Umgebung Menschen, die in solchen Situationen stecken – am Arbeitsplatz, im Supermarkt, in der Nachbarschaft. Gefäße des Erbarmens gehen nicht hin und predigen Verdammnis und Gericht. Sie gießen Erbarmen aus.

 

Das letzte Gefäß, von dem wir in Römer 9 lesen und das wir uns anschauen wollen, ist das Gefäß des Zorns. Dazu muss man wissen, dass Töpfer in der antiken Welt eine interessante Methode hatten, um gesprungene Gefäße zu reparieren. Vor Jahren habe ich etwas darüber gelesen. Der Töpfer ging nachmittags über die Wiesen und suchte kleine zeckenähnliche Insekten, die „Fasuka“ genannt wurden. Diese Insekten ernährten sich vom Blut von Rindern und Ziegen und wenn sie sich vollgesaugt hatten, ließen sie los, wie eine Zecke. Diese Insekten sammelte der Töpfer und nahm sie mit in die Werkstatt. Dort kamen sie in ein kleines Tongefäß, bis sie gebraucht wurden. Wenn ein Gefäß einen Sprung hatte, zerquetschte der Töpfer die Insekten und mischte ihr Blut – das Blut von Rindern und Ziegen – mit trockenem Lehm. Daraus wurde eine leimähnliche Masse. Damit behandelte er den Riss und stellte das Gefäß wieder in den Brennofen. Wenn es herauskam, war es wieder in Ordnung. Wenn es nicht funktioniert hatte, wurde der Vorgang wiederholt. Wenn es aus irgendeinem Grund dann immer noch nicht funktionierte, wurde das Gefäß zum „Gefäß des Zorns“. Das lag aber nicht daran, dass das Blut nicht gewirkt hatte, sondern daran, dass das Gefäß das Blut abgewiesen hatte.

 

Alle Menschen sind gewissermaßen wie diese kaputten Gefäße. Wir alle haben gesündigt und sind

 

innerlich vor Gott kaputt. Und Gott hat ein Mittel, um uns zu „reparieren“, das besser ist als das Blut von Rindern und Ziegen. Es ist das Blut Seines Sohnes Jesus Christus. In Römer 5:9 heißt es:

„Vielmehr nun, da wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn vom Zorn gerettet werden.“ Doch wenn ein Mensch das Geschenk von Gottes Sohn ablehnt und ablehnt, was Sein Blut bewirken kann, hat er sein Schicksal besiegelt: Der Zorn des Töpfers wird ihn treffen. Auch wenn es dem Töpfer missfiel – er musste das Gefäß, das sich nicht reparieren ließ, zur Stadtmauer von Jerusalem bringen, an einen Platz in der Nähe des Töpferackers. Dort wurde es an eine Stelle geworfen, an der rund um die Uhr Müll brannte. Es war für immer verloren.

 

Aber wissen Sie, wir müssen nicht den Zorn Gottes ernten. Die gute Nachricht ist, dass Gott Seinen eigenen Sohn Jesus Christus geschickt hat. Der Zorn Gottes traf Ihn für Sünden, die Er nicht begangen hatte. Wir sind die Schuldigen. Jesus ist an unsere Stelle getreten. Er hat die Strafe für unsere Sünde ans Kreuz von Golgatha getragen. Sein Blut reinigt uns von jeder Sünde. Am dritten Tag wurde Er von den Toten auferweckt und die Bibel sagt, wer den Namen des Herrn anruft, wird gerettet. Wir werden vor Gottes Zorn gerettet, wenn wir annehmen, was das Blut von Jesus bewirkt hat. Fassen wir noch einmal zusammen, worüber wir gesprochen haben:

 

Erstens, seien Sie ein ehrenvolles Gefäß. Vielleicht haben Sie Ihre Familie vernachlässigt – und ich rede hier nicht von einem christlichen Trainingslager. Machen Sie Ihr Haus nicht zu einem Ort, von dem sich Ihre Kinder am liebsten fernhalten.

 

Schaffen Sie eine entspannte, barmherzige, ungezwungene, liebevolle Atmosphäre. Zeigen Sie, dass Sie für sie da sind. Und wenn Sie versagt haben, dann erhört Gott trotzdem Gebete und Gottes Gnade kann Ihre Kinder überall auf der Welt erreichen. Seien Sie ein ehrenvolles Gefäß und setzen Sie sich auch in der Gemeinde ein. Wenn Sie bisher immer nur genommen haben, dann suchen Sie sich eine Stelle, an der Sie geben können. Sie sind gesegnet, um ein Segen zu sein.

 

Wenn Sie bisher ein unehrenvolles Gefäß waren, wenn Sie quasi in der Küche sitzen und einen Löffel im Wohnzimmer ablecken können, dann haben Sie eine lange Zunge. Tun Sie etwas dagegen. Gott hasst solche Dinge.

 

Säen Sie keine Uneinigkeit. Wenn jemand zu Ihnen kommt und Ihnen eine brandheiße Geschichte erzählen will, nehmen Sie seine Hände und sagen Sie: „Lass uns für denjenigen beten.“ Über Menschen, für die man betet, kann man niemals tratschen. Und umgekehrt wird man nie für Menschen beten, über die man tratscht. Seien Sie kein Klatschmaul.

 

Und ich glaube, Gott will, dass wir alle Gefäße des Erbarmens sind. In Ihrer Welt gibt es Menschen, die Barmherzigkeit, Freundlichkeit und Ermutigung brauchen.

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Gottes Gefäß sein und sagen können: „Gott, sende und gebrauche mich.“ Und die gute Nachricht des Evangeliums ist: Niemand muss ein Gefäß des Zorns sein.

 

Wie die meisten Menschen möchte ich ein Gefäß sein, das Gott gebrauchen kann. Ein Gefäß, das  Ihm Ehre macht. Doch die Wahrheit ist, dass wir alle unterwegs sind. Es gibt keinen Schlusspunkt. Gott arbeitet ständig an unserem Leben. Deshalb möchte ich Ihnen Mut zum Muthaben machen. Ich möchte Ihnen Mut machen, nicht aufzugeben. Bleiben Sie auf Ihrem Weg mit Gott. Gott wusste, was Er tat, als Er Sie zu sich rief. Er wusste, was Er tat, als Er Seine Hand auf Sie legte. Manche von  Ihnen warten vielleicht schon sehr lange und Sie fragen sich: „Gott, wann werden diese Träume endlich wahr? Wann geschieht das, was Du mir ins Herz gelegt hast? Wann, Gott? Wann?“ Liebe Freunde, Gott kommt nie zu spät. Der Ewigkeitswert, der in uns heranwächst, während wir warten, ist so wertvoll. Er rüstet uns aus und macht uns bereit für den Dienst, den wir für Gott tun sollen. Deshalb bete ich für Sie, dass Sie den Mut nicht verlieren. Und erzählen Sie doch gleich heute jemandem von Ihrem Retter! Bis hoffentlich nächste Woche. Gottes Segen!

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