Gott zuerst

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Bayless Conley: Gott zuerst

24.06.2012

Pastor Bayless Conley

 

Hallo und herzlich willkommen zu unserer Sendung. Heute soll es darum gehen, Gott an die erste Stelle zu setzen. Das ist überhaupt keine unklare oder schwammige Angelegenheit. Wir werden uns praktische Bereiche ansehen, in denen Gott an erster Stelle stehen muss, wenn er überhaupt an erster Stelle stehen soll. Sie werden staunen. Schlagen Sie Ihre Bibel auf und los geht’s.

 

Bitte schlagen Sie 1. Mose 4 auf. Ich möchte darüber sprechen, dass wir Gott in unserem Leben an die erste Stelle setzen sollen und wie das praktisch aussieht.

 

Wenn wir Gott an die erste Stelle setzen, geschehen drei Dinge. Erstens, wir ehren Ihn. Unser Leben ehrt Gott und Gott ist es wert, geehrt zu werden. Zweitens, es zeigt unseren Glauben, ohne den es übrigens unmöglich ist, Gott zu gefallen – nicht nur schwierig, sondern ganz unmöglich. Drittens, es bringt Segen in unser Leben. Zuerst möchte ich also über Finanzen sprechen und zwar anhand von 1. Mose Kapitel 4. Es ist der allererste Bericht über den ersten Menschen, der Gott je ein Opfer dargebracht hat.

 

Theologen sprechen manchmal vom Gesetz der Ersterwähnung: Wenn ein Thema zum ersten Mal in der Bibel angesprochen wird, sollten wir besonders gut Acht geben. Normalerweise sind in der Ersterwähnung sehr wichtige Prinzipien enthalten, die man immer wieder findet, wenn das Thema im folgenden Verlauf in der Bibel erwähnt wird. In dieser Geschichte über Kain und Abel, die Gott ihr Opfer darbrachten, finden wir eindrückliche Prinzipien. Kain war ein Ackerbauer, Abel war ein Schafhirte. Und ab Vers 3 von 1. Mose 4 lesen wir:

 

1. Mose 4:3-5

„Und es geschah nach einiger Zeit, da brachte Kain von den Früchten des Ackerbodens dem Herrn eine Opfergabe. Und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der Herr blickte auf Abel und auf seine Opfergabe; aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht. Da wurde Kain sehr zornig, und sein Gesicht senkte sich.“

 

Manche Ausleger sagen: „Gott nahm Kains Opfer nicht an, weil er ein Tieropfer wollte.“ Doch das sagt die Bibel eigentlich gar nicht – das ist bloß eine Vermutung. Kain war Ackerbauer. Und als Gott dem Volk Israel das Gesetz gab, sollten diejenigen, die Korn und Trauben und so weiter anbauten, die ersten Früchte ihrer Ernte als Opfer darbringen. Gott akzeptierte es. Kain und Abel taten recht daran, Gott ein Opfer von dem zu bringen, womit sie ihren Lebensunterhalt verdienten. Trotzdem wird zwischen Abels und Kains Opfer unterschieden. Über Kains Opfer steht nichts weiter im Text – es war einfach ein Opfer, ohne besondere Eigenschaften. Vielleicht war es ein Opfer, das ihn nichts kostete; vielleicht waren es nur Reste. Doch über Abels Opfer heißt es, es waren die Erstgeborenen seiner Herde und er opferte ihr Fett, also den Hauptteil oder den besten Teil. Abel brachte Gott das Erste und Beste, was er hatte. Kain brachte einfach irgendetwas, vielleicht etwas, das ihn nichts kostete. Und ganz sicher war es nicht sein Erstes oder Bestes, denn das wäre erwähnt worden so wie bei seinem Bruder Abel. Und Gott erkannte Abels Opfer an, aber Kains Opfer erkannte Er nicht an.

Wir lesen weiter in Vers 6. Schauen Sie bitte, was dort steht: 1. Mose 4:6

„Und der Herr sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und warum hat sich dein Gesicht gesenkt? Ist es

nicht so, wenn du recht tust…“

 

Wörtlich, wenn du Gutes tust oder wenn du dein Bestes gibst. Das Wort „recht“ bedeutet gut oder das Beste. Wenn du dein Bestes gibst,  „… erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust (wenn du nicht dein Bestes bringst), lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen.“

 

Hier lernen wir einige wichtige Dinge. Kain brachte nicht sein Bestes wie Abel. Und Gott sagte: „Wenn du es so wie Abel gemacht hättest, könnte ich es akzeptieren. Aber du hast es nicht getan, weil in deinem Leben noch ganz andere Dinge vor sich gehen, Kain. Zwischen dir und mir liegt eine Kluft. Und das zeigt sich in deinem halbherzigen Opfer; es reflektiert deine halbherzige Beziehung zu mir.“

 

 

 

Abels Erstes und Bestes war auch ein Ausdruck seiner Beziehung zu Gott.

 

Das Neue Testament greift diese Geschichte übrigens auf. Schlagen Sie bitte einmal mit mir Hebräer 11 auf. Hebräer, 11. Kapitel. Und wir möchten uns Vers 4 anschauen. In Hebräer 11:4 heißt es:

 

Hebräer 11:4

“Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain, durch welchen Glauben er das Zeugnis erhielt, gerecht zu sein, indem Gott Zeugnis gab zu seinen Gaben; und durch diesen Glauben redet er noch, obgleich er gestorben ist.“

 

Abel brachte also ein besseres, ein qualitativ besseres Opfer dar als Kain. Und wie wir lesen, gab er sein Erstes und Bestes. Kain tat das nicht. Und hier im Neuen Testament finden wir das bestätigt. Und dort heißt es, dass Abel nicht nur aus Glauben Gott sein Erstes und Bestes brachte, sondern auch das „Zeugnis erhielt, gerecht zu sein“ – das heißt einfach, er stand in der richtigen Beziehung zu Gott. Also war sein Opfer ein Ausdruck dessen, wo er mit Gott stand, nämlich in der richtigen Beziehung. Er gab Gott sein Erstes und Bestes, weil Gott in seinem Leben an erster Stelle stand. Kain gab Gott nur die „Überreste“, weil Gott auf Kains Prioritätenliste irgendwo ganz unten stand. Das Prinzip „Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein“ können wir nicht außer Kraft setzen. Was wir für Gott, für Sein Reich und Sein Haus geben, ist immer ein Ausdruck unserer Beziehung zu Ihm. Wenn wir Ihm nicht unser Erstes und Bestes geben, steht Er in unserem Leben nicht an erster Stelle, ganz gleich, was wir sagen.

 

Die meisten von Ihnen kennen die Bibelstelle in Sprüche 3:9-10, wo es heißt: „Ehre den Herrn mit deinem Besitz.“ Wer kennt diese Stelle?

 

„Ehre den Herrn mit deinem Besitz“, Sprüche 3:9, „mit den Erstlingen all deines Ertrages“ oder deines Einkommens. Weiter heißt es: „Dann füllen deine Speicher sich mit Vorrat, und von Most fließen über deine Keltern.“

 

Diese Segensverheißungen waren natürlich damals an Menschen gerichtet, die in einer Agrargesellschaft lebten. Das Maß für ihren Wohlstand waren Trauben und Weizen und Viehherden. Und Gott sagt: „Wenn ihr mich ehrt, indem ihr mir euer Erstes und Bestes bringt, wird dadurch Segen in eurem Leben möglich.“.

 

Und dieses Prinzip lässt sich auch heute anwenden, selbst wenn wir keine Schafherden haben oder Korn anbauen. Übertragen Sie das Prinzip einfach auf Ihre Lebenssituation. Gott sagt: „Ich werde dein Bankkonto überfließen lassen.“ Sehen Sie, Er kann Türen öffnen, die kein Mensch schließen kann. Er kann Ihnen Gutes tun, wo sonst nichts Gutes zu finden ist. Er kann Ihnen Verbindungen im Leben schenken, die Sie selbst in tausend Jahren nie aufbauen können. Gott kann Dinge geschehen lassen, die wir nie zustande bringen könnten. Ja, wir müssen trotzdem hart arbeiten. Doch Gott greift mit Seinen übernatürlichen Möglichkeiten ein, wenn wir Ihn ehren. Wenn wir Gott an die erste Stelle setzen, ehren wir Ihn damit, wir zeigen unseren Glauben und wir werden gesegnet.

 

Okay, zum nächsten Punkt. Der zweite Bereich, in dem wir Gott an die erste Stelle setzen müssen, ist unsere Familie. Schlagen Sie bitte mit mir Matthäus 10 auf. Das sind ziemlich harte Worte. Matthäus 10. Wir müssen Gott in unserer Familie an die erste Stelle setzen. Lesen wir ab Vers 34:

 

Matthäus10:34-39

“Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; und wer nicht sein Kreuz aufnimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer sein Leben findet, wird es verlieren, und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden.“

 

Unsere Loyalität muss zuallererst Gott gelten, sogar noch vor unserer Familie. Er muss unsere erste Liebe sein. Gott warf dem Priester Eli vor: „Du ehrst deine Söhne mehr als mich.“ Jesus sagt: „Gott muss an erster Stelle stehen.“

 

In die Cottonwood-Gemeinde kam jahrelang ein junges Mädchen, das sich irgendwann bekehrt hatte und heute immer noch Kontakt zu uns hat. Sie kam aus einem buddhistischen Elternhaus. Als sie ihr Leben Jesus anvertraute, war ihr Vater wütend. Er sagte zu ihr: „Sage dich von Jesus los oder ich verstoße dich.“ Sie kam zu mir, um sich Rat zu holen. Sie weinte bitterlich und sagte: „Ich liebe meinen Vater und meine Familie.“ Doch dann erklärte sie ihrem Vater: „Papa, ich liebe dich und unsere Familie, aber Jesus liebe ich mehr. Er hat meine Seele gerettet und ich kann und werde Ihn nicht verleugnen.“ Er antwortete: „Du bist nicht mehr meine Tochter“ und warf sie aus dem Haus. – Das ist schwer.

 

Ich glaube, viele von uns denken nicht allzu viel darüber nach, dass der größte Teil unserer Belohnung auf der anderen Seite auf uns wartet. Die Ewigkeit ist der große Ausgleich und Gott belohnt solche Entscheidungen. Wenn wir unser Leben um Jesu willen verlieren, werden wir es gewinnen, wie Jesus sagte.

 

Als ich noch nicht lange Christ war, hatte ich einen Bekannten. Er war so ein halbherziger, bequemer, anspruchsvoller Christ, der kaum etwas bewirkte. Einmal lud ich ihn zu einer Abendversammlung ein. Ein paar Freunde kamen mit uns mit. Es war ein evangelistischer Abend; die ganze Woche war eine Evangelisation. Es war ein phänomenaler Abend! Der Prediger sprach über die Autorität von Gottes Wort und dass es für immer im Himmel feststeht. Gottes Wort ist größer als alles andere. Seine Verheißungen sind vertrauenswürdig. Für meinen Bekannten war das alles revolutionär. Ich schaute  zu ihm hinüber und man konnte förmlich sehen, wie ihm ein Licht aufging. Er war begeistert! Er saugte jedes Wort auf. Und nach dem Abend konnte er über nichts anderes mehr reden. Er sagte: „Danach habe ich mein Leben lang gesucht! Das habe ich vermisst! Mein Leben wird sich ändern.“ Er sagte:

„Hol mich morgen um sechs ab. Ich werde da sein.“ Als wir am nächsten Tag um sechs vor seiner Tür standen und klopften, machte keiner auf. Ich klopfte immer weiter, und schließlich kam er an die Tür – mit hängendem Kopf. Er war so deprimiert, dass man es förmlich sehen konnte. Ich fragte ihn:

„Kommst du mit?“ Und er sagte: „Nein.“ Ich fragte: „Warum?“ Er sagte: „Meine Frau. Sie will nicht, dass ich weiter zu diesen Versammlungen gehe. Ihr gefällt nicht, was da läuft.“ Ich sagte: „Bruder, du musst mitkommen.“ Er sagte: „Ich kann nicht.“ Und ich werde nie vergessen, was er dann sagte:

„Wenn Jesus hier stehen würde und meine Frau dort und ich müsste mich entscheiden, würde ich meine Frau wählen.“

 

Schauen Sie sich auch einmal die Bibelstellen über die Ehe im Epheser- und Kolosserbrief an. Das sind gute Hinweise, wie Männer ihre Frauen lieben, wie die Frauen sich unterordnen und wie Eheleute einander behandeln sollen. In beiden Fällen ist zunächst davon die Rede, dass Gott in unserem   Leben an erster Stelle stehen muss, dass wir uns Gott unterordnen, uns von Seinem Geist erfüllen  und Sein Wort in uns wohnen lassen. Erst danach geht es um die Ehe. Mit anderen Worten, wenn die vertikale Beziehung stark und gesund ist, werden auch alle horizontalen Beziehungen stärker und gesünder. Gott an erster Stelle. Dazu gehört auch, dass wir unsere Familien zu dieser Einstellung und Herzensüberzeugung anleiten, dass Gott an erster Stelle stehen muss. Denken Sie an das, was   Josua sagte: „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen. (Ich werde sie dazu anleiten.)“

 

Denken Sie an Abraham. Ich habe mich jahrelang gefragt: „Gott, warum hast Du Abraham als Vater Deines erwählten Volkes ausgesucht? Warum die Juden? Warum nicht die Chinesen? Warum nicht  ein Indonesier oder jemand von den pazifischen Inseln oder ein Ureinwohner Amerikas oder Europäer oder Afrikaner? Warum dieser Mann aus Ur in Chaldäa?“ In der Bibel nennt Gott nur einen Grund für die Erwählung Abrahams. In 1. Mose 18 sagt Gott: „Denn ich habe ihn erkannt“ – im Hebräischen steht dort wörtlich „erwählt“ oder „ausgesondert“ – „damit er seinen Söhnen und seinem Haus nach ihm befehle, dass sie den Weg des Herrn bewahren.“ Denn er wird sie führen, er wird ihnen einprägen, dass Gott an erster Stelle stehen muss. – Und Abraham hat deutlich gezeigt, dass das stimmt, indem  er aus Gehorsam zu Gott bereit war, Isaak zu opfern. Und ich meine, wir sollten unsere Familien dazu anleiten.

 

Wissen Sie, mir tun die Menschen leid, die in einer supergesetzlichen, unterdrückenden, supergeistlichen Atmosphäre aufgewachsen sind, in einem tyrannischen Zuhause, wo sie zu allem gezwungen wurden und die ganze Freude aus der Beziehung zu Gott „herausgefiltert“ wurde. Durch Gottes Gnade sind manche von Ihnen trotzdem heute noch in der Gemeinde. Meinen Respekt! Aber ich meine eher, dass wir unsere Familien durch unser Vorbild führen sollten und durch offene und ehrliche Gespräche und Kommunikation. Natürlich hatten wir daheim auch Regeln. Eine Familie ohne Regeln ist wie Autofahren ohne Verkehrsregeln. Da gäbe es jede Menge Unfälle. Man braucht Regeln für die Familie. Unsere Kinder sind zwar inzwischen erwachsen, doch sie wissen trotzdem, dass es immer noch Regeln gibt, wenn sie in meinem Haus sind. Aber wir haben immer versucht, sie durch unser Vorbild zu führen und auf ihre Fragen zu hören und über alles zu reden. Wenn Sie das tun, werden Sie feststellen, dass Ihre Familie Ihnen so folgt, wie Sie selbst Christus nachfolgen. Räumen Sie Gott in Ihrem Leben die erste Stelle ein und reden Sie mit Ihren Kindern: „Deswegen gehen wir in die Kirche. Deswegen lesen wir die Bibel. Deswegen geben wir Gott einen Teil unseres Einkommens.“ Ihre Kinder werden sehen, wie sich das in Ihrem Leben auswirkt und Ihrem Vorbild folgen, so wie Sie Jesus nachfolgen. Doch Jesus muss auch in unserer Familie an erster Stelle stehen.

 

Der dritte Bereich hat mit unseren Kämpfen, mit unseren Konflikten zu tun, mit den Zeiten, in denen das Leben schwer ist – sei es in der Ehe oder in bezug auf unsere Gesundheit oder Arbeit. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Teil nicht nur auf diejenigen zutrifft, die heute hier sind. Ich kenne jedenfalls keinen, der nichts über Konflikte und Kämpfe weiß. Hat noch außer mir jemand Probleme im Leben? Wie viele von Ihnen kämpfen gerade an mehr als einer Front? Haben Sie Kämpfe auszutragen? Okay, dann ist der nächste Teil für Sie persönlich. Gott muss an erster Stelle stehen, wenn wir zu kämpfen haben. Die Bibel spricht davon, dass wir den guten Kampf des Glaubens kämpfen sollen. Doch wenn wir Gott nicht einbeziehen, ist es kein Kampf des Glaubens, denn dieser Kampf ist ein Kampf in Gott. Und ohne Gott ist es ganz gewiss kein guter Kampf, sondern einfach nur ein Kampf.

 

Schlagen Sie bitte einmal 2. Chronik Kapitel 16 auf, 2. Chronik 16. Auch hier sollten wir daran denken, dass es Gott ehrt und unseren Glauben zeigt, wenn wir Ihn an die erste Stelle setzen. Es ehrt Gott nicht, wenn Er nur unser letzter Notnagel ist, nachdem unsere eigenen Anstrengungen fehlgeschlagen sind. Wir sollten uns zuerst an Gott wenden. In 2. Chronik 16 geht es um Asa, der ein sehr guter König war, aber am Ende seines Lebens leider kläglich versagte.

 

2. Chronik 16:12-13

„Und im 39. Jahr seiner Regierung erkrankte Asa an seinen Füßen. Seine Krankheit war überaus schwer; aber auch in seiner Krankheit suchte er nicht den Herrn, sondern die Ärzte. Und Asa legte sich zu seinen Vätern; und er starb im 41. Jahr seiner Regierung.“

 

Ich glaube nicht, dass Gott etwas gegen Ärzte hat. Viele Mitglieder unserer Gemeinde arbeiten im medizinischen Bereich. Wir haben sogar hier in der Gemeinde einen medizinischen Dienst, der auch jetzt im Einsatz ist. Danken wir Gott für die Medizin und die Ärzte und Krankenschwestern und alle, die sich mit Naturmedizin auskennen und so weiter. Aber Asa wandte sich gar nicht an Gott. Er ging nicht nur nicht zuerst zu Gott, sondern er wandte sich bloß an die Ärzte. Und er starb. Selbst als sein Zustand sich dramatisch verschlechterte, wandte er sich nicht an Gott.

 

Ich denke, es ist vielleicht ein Fluch der modernen Gesellschaft und aller Fortschritte und  Möglichkeiten der Medizin, besonders in unserer westlichen Kultur. Ein großer Teil der Welt hat längst nicht die vielen Möglichkeiten, die wir als ganz normal betrachten. Hier in der westlichen Kultur haben wir Plan A, wenn wir Probleme bekommen. Wenn das nicht funktioniert, haben wir noch Plan B, Plan C, Plan D und E. Wir haben Versicherungen, wir haben Ärzte, wir haben Familie, wir haben dies und jenes, wir gehören zur Gewerkschaft. Wir haben vieles, auf das wir zurückgreifen können. Und ich glaube, diese Dinge können gut und nützlich sein. Ich denke, sie sind aber auch gefährlich, wenn wir unser Vertrauen auf sie setzen statt auf Gott. Und wenn Probleme kommen, suchen wir erst an allen anderen Stellen Hilfe, und Gott ist dann unser letzter Ausweg, wenn die Versicherung nicht greift und der Arzt nichts mehr tun kann und uns weder Gewerkschaft noch Freunde helfen können. Wir hatten Plan A, B, C, D, E, F und jetzt greifen wir nach Plan G – Gott. Und ich will damit gar nicht sagen, dass Gott Ihnen dann nicht trotzdem hilft. Er ist gnädig und geduldig und barmherzig und wird nicht schnell zornig – aber es ehrt Ihn nicht, wenn Er an letzter Stelle kommt. Es ehrt Ihn nicht, wenn wir zuerst alles andere probiert haben und uns erst an Gott wenden, wenn unsere menschlichen Versuche fehlgeschlagen sind. Bei Problemen sollen wir uns zuerst an Ihn wenden.

 

In 2. Könige 1 lesen wir vom König Ahasja, der durch ein Gitter im Obergeschoss fiel, das nicht richtig gesichert war und sich bei dem Sturz schwer verletzte Die Bibel sagt uns, dass er daraufhin Boten nach Ekron schickte; das ist die nördlichste Philisterstadt. Dort sollten sie ihren heidnischen Gott befragen, ob Ahasja sich wieder erholen würde. Der Prophet Elia fing die Boten unterwegs ab und sagte: „Sagt Ahasja: Gibt es keinen Gott in Israel, dass du zum Gott von Ekron gehst? Sagt Ahasja, dass er sich nicht mehr erholen wird.“

 

Und diese Frage trifft mich mitten ins Herz: Gibt es keinen Gott in Israel? Gibt es keinen Gott in der Kirche heute? Liebe Freunde, alle Völker der Welt sind nur ein Wassertropfen im Eimer für Ihn. Ihr Problem ist für Gott kein Problem. Wir sollten uns zuerst an Ihn wenden. Wenn Sie das tun, werden Sie feststellen, dass Sie vieles andere, worauf Sie sich verlassen haben, gar nicht mehr brauchen. Gebet und Gottes Wort, Seine Verheißungen, stehen über menschlicher Weisheit. Ja, Gott benutzt

 

 

 

häufig Menschen, um Seine Antworten und Hilfe zu bringen. Danken wir Gott, wenn Er das tut. Aber wenn wir nicht bitten, bekommen wir auch nichts.

 

Blättern Sie jetzt bitte ein paar Seiten weiter zu 2. Chronik 20. Dort werden wir uns gleich noch etwas anschauen. Während Sie blättern, möchte ich Ihnen eine Geschichte erzählen.

 

Im Mittleren Westen der USA gab es einmal einen Farmer. Er war ein frommer Mann. Seine sechs Kinder erzog er zu gottesfürchtigen Frauen und Männern. Alle lernten, Gott zu dienen und in ihrem Leben an die erste Stelle zu setzen. Zwei von ihnen wurden, glaube ich, Ärzte, einer wurde Anwalt, ein paar wurden Lehrer und einer oder mehrere wurden ebenfalls Farmer. Jedenfalls waren alle von ihnen fleißig und gründeten selbst Familien, die sie in der Ehrfurcht vor Gott führten. Das hatten sie von ihrem Vater gelernt. Wenn es ein Problem gab, wandte er sich zuerst an Gott. Wenn eins der Kinder krank wurde und die anderen fragten: „Papa, sollen wir den Arzt rufen?“, dann antwortete er:

„Wir rufen den Arzt, wenn wir ihn brauchen. Zuerst wenden wir uns an Gott.“ Dann kniete er sich ans Bett des kranken Kindes und betete. Und in neun von zehn Fällen wurde das Kind rasch wieder gesund und es musste kein Arzt geholt werden. Einmal ging kurz vor der Ernte der Traktor kaputt. Er war schon so oft repariert worden, dass er jetzt einfach den Geist aufgegeben hatte. Eines der Kinder fragte: „Papa, gehen wir jetzt zur Bank und nehmen einen Kredit für einen neuen Traktor auf? Wir müssen doch die Ernte einbringen.“ Er sagte: „Kind, wir gehen zur Bank, wenn wir müssen, aber zuerst gehen wir zu Gott.“ Und die ganze Familie kniete nieder und schüttete ihr Herz vor Gott aus. Am nächsten Tag kam ein anderer Farmer vorbei und sagte: „Ich habe gehört, dein Traktor hat den Geist aufgegeben. Ich habe mir gerade einen neuen gekauft, aber der alte ist noch völlig in Ordnung. Ich würde ihn dir gern verkaufen. Du kannst mir das Geld über drei Jahre zahlen und ich will keine Zinsen. Und die erste Rate brauchst du mir erst nach der Ernte zu zahlen.“ Er antwortete: „Vielen Dank, so machen wir es.“ Die Kinder sahen, was geschah, wenn Gott an der ersten Stelle stand und sie waren so tief davon geprägt, dass sie später genauso lebten.

 

Und hier in 2. Chronik 20 finden wir die Geschichte von König Joschafat. Er lernte eine wichtige Lektion, als er mit einer übermächtigen feindlichen Armee und einem aussichtslosen Kampf konfrontiert war. Wir lesen ab Vers 2:

 

2. Chronik 20:2-3

„Und man kam und berichtete Joschafat: Eine große Menge ist gegen dich gekommen von jenseits des Meeres, von Aram. Und siehe, sie sind schon in Hazezon-Tamar, das ist En-Gedi. Da fürchtete sich Joschafat…“ und schickte Unterhändler zum Pharao, um ein Bündnis mit ihm zu schließen… Nein, Joschafat fürchtete sich und rief seine Generäle und Befehlshaber, und sie entwarfen einen Schlachtplan … Joschafat fürchtete sich „… und richtete sein Angesicht darauf, den Herrn zu suchen. Und er rief ein Fasten aus in ganz Juda.“

 

Er ging zuerst zu Gott. Und schauen Sie sich die Folgen an! Ganz Israel hat sich versammelt. Sie beten und richten sich auf Gott aus. In Vers 15 spricht ein Prophet durch Gottes Geist und sagt:

 

2. Chronik 20:15

„Merkt auf, ganz Juda und ihr Bewohner von Jerusalem und du, König Joschafat! So spricht der Herr zu euch: Fürchtet euch nicht und seid nicht niedergeschlagen vor dieser großen Menge! Denn der Kampf ist nicht eure Sache, sondern Gottes!“

 

Gott gab ihnen Anweisungen und sagte dann: „Steht still und seht die Rettung eures Gottes, der bei euch ist. Ihr werdet nicht kämpfen müssen.“ Sie wurden durch Gottes übernatürliches Eingreifen gerettet.

 

Wenn Sie Gott an die erste Stelle setzen, werden so manche von Ihnen feststellen, dass Sie den befürchteten Kampf gar nicht austragen müssen. Gott wird auf eine Art und Weise eingreifen, die Sie nie für möglich gehalten hätten. Natürlich glaube ich auch an den Leib Christi, die Gemeinde. Wir brauchen einander. In der Bibel steht, wo viele Ratgeber sind, findet sich Hilfe. Wir kommen nicht allein durchs Leben. Natürlich sind Sie zusammen mit Gott immer in der Mehrheit, doch Sie brauchen auch andere Menschen. Aber gehen Sie immer zuerst zu Ihm, bevor Sie woanders Hilfe suchen. Gott sollte nicht ganz unten auf der Liste stehen.

 

Gott verdient es, in Ihrem Leben die Nummer eins zu sein. Setzen Sie Ihn in den Konflikten Ihres Lebens an die erste Stelle. Ehren wir Gott, indem wir uns zuerst an Ihn wenden, wenn es um unsere Gesundheit geht, wenn wir Antworten brauchen. Er sollte nicht nur unser letzter Notnagel sein, nachdem alles andere fehlgeschlagen ist. Gott ist barmherzig und hilft uns, aber es ist immer am besten, Ihm die Ehre zu geben. Also wenden Sie sich zuerst an Ihn. Sie werden nicht enttäuscht sein. Wenn Sie sich zuerst an Gott wenden, brauchen Sie nicht weiterzusuchen. Er ist mehr als genug. Und Er liebt Sie. Er wird Ihnen helfen. Setzen Sie Ihr Vertrauen auf Ihn.

Jule 23. Juni 2012 Keine Kommentare Trackback URI Comments RSS

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