Lektionen von Patmos

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Lektionen von Patmos

05.08.2012

Pastor Bayless Conley

 

Herzlich willkommen zu unserer heutigen Sendung! Heute soll es um die Offenbarung gehen. Speziell wollen wir über Johannes sprechen, der im Exil auf der Insel Patmos war. Johannes hatte Gott treu gedient. Er war der letzte der zwölf Apostel, der noch am Leben war. Er war die Person, den die Gemeinden in der ganzen damals bekannten Welt am meisten liebten. Aber er wurde ins Exil auf eine winzige Insel geschickt, eine römische Strafkolonie. Da fragt man sich doch, was für eine Belohnung das für jemanden ist, der Gott all die Jahre so treu gedient hat. Gott, hättest Du das nicht verhindern können? Hättest Du nicht eingreifen können? Wir werden heute über einige dieser Fragen reden und wir können einige interessante Lektionen daraus mitnehmen. Also, wenn Sie eine Bibel haben, dann schlagen Sie sie auf und wir werden uns einige dieser Lektionen von Patmos anschauen.

Offenbarung, Kapitel 1, und wir wollen Vers 9 bis 19 lesen. Offenbarung Kapitel 1, Vers 9: Offenbarung 1:9-19

„Ich, Johannes, euer Bruder und Mitteilhaber an der Bedrängnis und am Königtum und am Ausharren in Jesus, war auf der Insel, die Patmos genannt wird, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen. Ich war an des Herrn Tag im Geist, und ich hörte hinter mir eine laute Stimme wie von einer Posaune, die sprach: Was du siehst, schreibe in ein Buch und sende es den sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea! Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete, und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, und inmitten der Leuchter einen, gleich einem Menschensohn, bekleidet mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewand, und an der Brust umgürtet mit einem goldenen Gürtel, sein Haupt aber und die Haare waren weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme, und seine Füße gleich glänzendem Erz, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser, und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein zweischneidiges, scharfes Schwert hervor, und sein Angesicht war, wie die Sonne leuchtet in ihrer Kraft. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot. Und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der  Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades. Schreibe nun, was du gesehen hast und was ist und was nach diesem geschehen wird!“

 

Johannes war nach Patmos verbannt worden. Diese kleine Insel im Ägäischen Meer war eine römische Strafkolonie. Und er war wegen seines Glaubens dorthin verbannt worden. Er sagte: „Ich  war auf Patmos um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen.“ Patmos war einsam, trostlos und öde und kaum jemand verirrte sich dahin. Die Insel ist ungefähr nur ein Drittel so groß wie Catalina Island vor der kalifornischen Küste. Es gab keine Bäume dort und keine Landwirtschaft. Es war im Grunde nur ein Steinhaufen im Meer. Aber es gibt ein paar Lektionen, die wir von Patmos mitnehmen können. Darüber möchte ich heute sprechen.

 

Das Erste ist: Manchmal stoßen guten Menschen schlimme Dinge zu. Johannes war damals der einzige der zwölf ursprünglichen Apostel, der noch am Leben war. Er war in allen Gemeinden der damals bekannten Welt der beliebteste, verehrteste, angesehenste Mann. Es gab keinen Menschen, den die Christen mehr respektierten und zu dem sie mehr aufschauten, als den Apostel Johannes. Doch dann wurde er verhaftet und auf eine winzige, weit entfernte Insel verbannt. Er war getrennt von den Gemeinden, von seiner Familie, seinen Freunden, von den Menschen, die er liebte und die ihn liebten.

 

Liebe Freunde, wir leben in einer gefallenen Welt und wir haben einen Feind, der alles tut, was er kann, um das Evangelium zum Schweigen zu bringen. Und Johannes wusste, dass er nicht der Einzige war, der litt. In Vers 9 nennt er sich „Bruder und Mitteilhaber an der Bedrängnis“. Aber interessanterweise macht Johannes aus seinem Leiden oder seiner Isolation keine große Sache. Er erwähnt nicht einmal, wer ihn verbannt hat, obwohl die Geschichtsschreiber uns sagen, dass es der römische Kaiser war. Er spricht nicht von Rache, sondern bemüht sich, andere in der Kirche zu trösten, die ebenfalls in Bedrängnis leben. – Lassen Sie uns gemeinsam ein paar Gedanken nachgehen.

 

Obwohl Satan sowohl hinter der Verfolgung von Johannes als auch hinter der Verfolgung der Kirche im Allgemeinen stand, ließ Johannes weder seine Perspektive noch seinen Dienst vom Feind bestimmen. Sicher steckte der Teufel dahinter, dass Johannes nach Patmos verbannt wurde. Er wollte verhindern, dass der Apostel von Jesus Christus erzählte. Er wollte verhindern, dass das Wort Gottes vom letzten noch lebenden der zwölf Apostel verkündet wurde. Aber Johannes erlaubte dem Feind nicht, seine Perspektive und seinen Dienst zu bestimmen. Der Teufel hatte nicht das Sagen und Sie sollen wissen: Auch heute hat der Teufel nicht das Sagen. Johannes ließ sich nicht durch seine Umstände daran hindern, Gott zu suchen oder in Verbindung mit Ihm zu stehen. Er hätte in Depressionen versinken, sich in eine Ecke setzen und aufgeben können. Viele Menschen tun das. Er hätte verbittert werden können. Er hätte Gott fragen können: „Gott, warum? Ich habe dir mein Leben lang gedient und so belohnst du mich? Das bekomme ich am Ende dafür?“ Alle anderen elf Apostel starben einen gewaltsamen Tod und er hätte sagen können: „Gott, warum? Wir alle haben dir gedient. Alle wurden umgebracht und jetzt schau mich an! Ich bin ein alter Mann und man hat mich auf diesen Steinhaufen im Meer verbannt. Gott, warum?“ Doch das alles tat Johannes nicht. Er wusste, dass sein Leben nur eine Vorbereitung auf die Ewigkeit war. Er wusste, dass die wahre Belohnung im kommenden Leben auf ihn wartete. Vielleicht war er auf Patmos nicht so frei, wie er es sich   gewünscht hätte, aber trotz seiner eingeschränkten Freiheit tat er, was er konnte.

 

Es ist ähnlich wie bei der Frau in Markus 4, die das Alabastergefäß zerbrach und Jesus den Kopf mit kostbarem Öl salbte. Einige Seiner Jünger wurden ärgerlich und sagten: „Das hätte man verkaufen  und das Geld den Armen geben können!“ Aber Jesus sagte: „Lasst sie in Ruhe. Sie hat getan, was sie konnte.“

 

Und Johannes tat in seiner Situation und in seinen Umständen, was er konnte. Er betete, er lobte Gott und er schrieb. Mag sein, dass er auf einen kleinen Flecken Erde beschränkt war, aber von dort aus öffnete sich der Blick in die Weiten und die Geheimnisse des Himmels. Vermutlich hätte er sich nie träumen lassen, welchen Einfluss diese Offenbarung von Jesus Christus, die er aufschrieb, auf die Welt haben würde.

 

Unterschätzen Sie nie, was Gott Ihnen geben kann oder was Er in Ihrer momentanen Situation durch Sie tun kann. Vielleicht sagen Sie: „Ich fühle mich eingesperrt. In meinem Leben passiert doch nichts!“ Wie würde es Ihnen gefallen, auf eine winzige Insel verbannt zu werden? Unterschätzen Sie nicht,  was Gott in Ihrer Situation für Sie und durch Sie tun kann, wenn Sie sich ihm ganz zuwenden. Liebe Freunde, die Begrenzungen, die wir Menschen haben, hat Gott nicht. Große Dinge mit Gott und große Dinge von Gott werden aus Stille und Einsamkeit geboren. Johannes bekam auf dieser stillen Insel eine Offenbarung von Jesus Christus, die jede zukünftige Generation von Menschen auf der ganzen Welt verändern sollte. Heutzutage kann man auf der Insel Patmos die Höhle besuchen, in der Johannes der Überlieferung nach Gott begegnete und die Offenbarung erhielt. Man kann diese schmutzige kleine Höhle besuchen, wo Johannes’ Begegnungsort mit Gott war und wo er die Offenbarung aufschrieb – ein stiller, einsamer Ort. Große Dinge kamen von Gott und Gott tat große Dinge in und an Johannes. Für ihn war es eine unfreiwillige Einsamkeit, aber wir müssen uns solche einsamen Orte schaffen. Und ich weiß, dass ich hier Kalifornier vor mir habe. Unser Leben ist sehr geschäftig und sehr laut. Aber Jesus sagte: „Wenn ihr betet, dann geht in euer Zimmer. Schließt die Tür und dann betet allein und in aller Stille zu eurem Vater. Und für eure Gebete in der Stille wird Gott euch offen belohnen.“ Suchen Sie sich dieses Zimmer und schließen Sie die Tür. Vielleicht ist es gar kein Zimmer im wörtlichen Sinn. Vielleicht ist es einfach ein stiller Platz, an dem Sie mit Gott allein  sein können, wo Sie den Lärm und die Ablenkungen der Welt ausblenden können.

 

Kurz nachdem ich Christ wurde, wohnte ich am Rand der Berge. Mit meinem kleinen Transporter fuhr ich oft so weit in die Berge hinauf, wie es ging. Dann rannte ich die Feuerschneise hinauf, bis ich zu einer Lichtung kam. Mitten auf der Lichtung war ein riesiger Felsbrocken. Meistens nahm ich einen Apfel mit und dann ging es jeden Morgen dort hinauf. Ich konnte es kaum erwarten! Ich rannte förmlich den Weg hinauf. Dann setzte ich mich auf den Felsbrocken, aß meinen Apfel und sprach mit Gott. Es war so, als würde Gott dort auf mich warten. Für mich war das jener Raum, den ich abschließen konnte und niemand sonst war dort. Ich lachte und weinte und lobte Gott und sprach mit Gott und Gott sprach mit mir. Für Sie ist es vielleicht Ihr Schlafzimmer oder Ihr Garten. Oder es ist so wie bei meinem Freund Terry, der eine Landschaftsgärtnerei hatte. Jeden Morgen stand er eine Stunde vor seiner Familie auf, machte sich eine Tasse Kaffee und setzte sich mit seinem Kaffee und seiner Bibel an den Küchentisch. Dann verbrachte er eine Stunde mit Gott; er las in der Bibel und hatte einfach Gemeinschaft mit Gott. Das war sein stiller Platz. – Große Dinge werden aus Einsamkeit und Stille geboren, so wie Johannes es auch erlebte.

 

Ein weiterer Gedanke: Die größte Wirkung kann und sollte unser Leben nach unserem Tod haben. Ich glaube, unser wahres Vermächtnis zeigt sich erst, nachdem wir den Planeten Erde verlassen haben. –

Ich meine, Johannes hat uns ein Evangelium hinterlassen und drei Briefe und die Offenbarung. Aber seine Schriften hatten nach seinem Tod viel größeren Einfluss als zu der Zeit, als er noch in seinem irdischen Körper lebte. Die Spuren, die Sie bei Ihren Kindern, Ihrer Familie, Ihren Lehrlingen hinterlassen… versuchen Sie, ein Vermächtnis zu hinterlassen. Ich möchte es noch einmal betonen: Tun Sie das, was Sie tun können mit dem, was Sie zur Verfügung haben, für Gott – und tun Sie es jetzt. Gott wird es über Ihre Lebenszeit hinaus gebrauchen, um andere Menschen zu beeinflussen.

 

Vor einiger Zeit unterhielt ich mich mit einem Freund, der in Australien auf einer Pastorenkonferenz war. Alle Pastoren einer großen Denomination waren dort zusammengekommen und einer der Pastoren gab ein Zeugnis. Auf dieser Konferenz, die in einer sehr großen Stadt stattfand, erzählte er:

„Wisst ihr, ich bin hier zum Glauben gekommen, und zwar auf eine ganz seltsame Art und Weise. Ein Mann sprang hinter einem Zaun hervor, drückte mir ein Traktat in die Hand und sagte: Jesus liebt  dich! Dann rannte er weg. Es war so ein etwas sozial gestörter Typ und ich dachte: Mann, war das seltsam! Es war wie ein gezielter Angriff – in einem Moment war er da und dann war er weg. Aber ich las das Traktat und kam zum Glauben.“ Und ein anderer Pastor in der Versammlung sagte: „Mir ist genau das Gleiche passiert. Der gleiche Typ! Er sprang hinter einer Hecke hervor, drückte mir ein Traktat in die Hand und sagte: Jesus liebt dich.“ Wirklich wahr! Dann standen etwa 25 bis 30 Pastoren auf, die alle durch diesen Mann zum Glauben gekommen waren, der ihnen auflauerte, ihnen ein Traktat in die Hand drückte, ihnen sagte: „Jesus liebt dich“ und wegrannte. Er hatte zu viel Angst, um mit jemandem ein Gespräch zu führen, also tat er für Gott das, wozu er sich in der Lage fühlte. Er wusste, dass er irgendetwas tun musste, also tat er das – so ungeschickt und seltsam es auch war – und Gott gebrauchte es. Und viele dieser Menschen waren in den vollzeitlichen geistlichen Dienst gegangen und betreuten jetzt eigene Gemeinden. Andere waren durch ihn zum Glauben gekommen, einfach nur weil er für Gott tat, was er konnte. Zehntausende Menschen dürfen die Ewigkeit bei Gott verbringen, nur weil dieser Mann beschloss, etwas zu tun. Wenn Sie nehmen, was Sie haben und es jetzt für Gott einsetzen, kann Gott es gebrauchen und Segen bewirken, der über Ihr irdisches Leben hinausgeht.

 

Und noch ein weiterer Gedanke: Ganz gleich, wo Sie sind und wie es Ihnen geht, Jesus ist bei Ihnen. – Ganz gleich, wo Sie sind und wie es Ihnen geht, Jesus ist bei Ihnen. Auf der Leinwand sehen wir  gleich Hebräer 13:5-6. Dort heißt es:

 

Hebräer 13:5-6

„Euer Wandel sei ohne Geldliebe; begnügt euch mit dem, was vorhanden ist! Denn er hat gesagt: Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen, so dass wir zuversichtlich sagen können: Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten. Was soll mir ein Mensch tun?“

 

Denken Sie einmal über das nach, was wir eben gelesen haben: „Er hat gesagt: Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen, so dass wir zuversichtlich sagen können: Ich will mich nicht fürchten. Was soll mir ein Mensch tun?“ Gott hat gesagt, damit wir sagen können: „Ich werde dich nie verlassen.“ Nie. Nicht, wenn du finanzielle Probleme hast, nicht, wenn du mitten in einer Scheidung steckst, nicht wenn du erkennst, dass du den größten Fehler deines Lebens gemacht hast, nicht,   wenn du gesündigt hast.“ Können wir das zusammen sagen? „Ich will mich nicht fürchten. Was soll ein Mensch mir tun?“ Liebe Freunde, ich sage Ihnen: Gott ist bei Ihnen. Und wer ist dieser Jesus, der bei Ihnen ist? Ist er so ein dünner, ausgehungerter Jesus mit einem dümmlichen Lächeln auf dem Gesicht und einem kleinen Lamm unter dem Arm? Nein. Wir lesen von Ihm in Offenbarung 1: Er ist der auferstandene Erlöser. Er sagt: „Ich bin das Alpha und das Omega. Ich war tot und bin lebendig.“ Er hat die Schlüssel des Todes und des Totenreiches. Er trägt einen goldenen Gürtel um die Brust. Sein Haar ist so weiß wie Schnee, Seine Augen wie feurige Flammen. Unter Seinen Schritten bebt die Erde und sprühen Funken. Seine Stimme ist wie der Klang von tausend Wellen in tausend Ozeanen, wie Millionen von Wasserfällen. Er strahlt so hell wie die Sonne. Er ist Jesus, der Sohn des lebendigen Gottes. Er ist der Eine, der Sie nie verlässt oder im Stich lässt und Sie können zuversichtlich sagen:

„Ich fürchte mich nicht.“ Das ist der Jesus, der bei uns ist. Er hat die Hölle und den Tod besiegt. Er ist derjenige, der mich begleitet. Er ist derjenige, der in meinen guten und in meinen schlechten Zeiten bei mir ist. Ganz gleich, was um mich herum geschieht, Er ist bei mir. Er hält die Sterne in der Hand. Er ist der Allmächtige.

 

Ein letzter Gedanke: Aus der Geschichte wissen wir, dass Johannes am Ende aus dem Exil heimkehren durfte. Er kehrte nach Ephesus zurück, wo er der Leiter der Gemeinde war. Er wurde fast 100 Jahre alt. Damit möchte ich Sie ermutigen: Wir leben in einer gefallenen Welt. Wir haben einen Feind. Und vielleicht sind Sie gerade auf die eine oder andere Weise in Ihrer Freiheit eingeschränkt. Aber rechnen Sie mit Ihrer Rettung. Seien Sie erwartungsvoll. In Römer 16:20 heißt es: „Satan wird

 

bald unter euren Füßen zertreten werden.“ Bald. In Josua 10 lesen wir, wie Josua die Könige von Kanaan besiegt hatte. Er nahm diese Könige und rief die Anführer seines Heeres zusammen. Sie kamen und Josua sagte: „Stellt eure Füße auf die Nacken dieser besiegten Könige.“ Und alle Anführer des israelischen Heeres stellten ihre Füße auf die Nacken der besiegten Könige. Genau das Gleiche hat unser Jesus für uns getan. Josua ist eine Vorausschau auf Jesus. Jesus hat Satan und das Heer der Finsternis besiegt. Und wissen Sie was? Aufgrund dessen, was Jesus getan hat, wird Satan unter unseren Füßen zertreten werden. Unsere Füße stehen auf dem Nacken des Feindes. Vielleicht haben Sie das noch nicht erlebt. Es heißt nicht, dass es keinen Kampf geben wird. Es heißt nicht, dass Sie nicht im Glauben feststehen müssen, denn, liebe Brüder und Schwestern, das müssen Sie. Doch das Versprechen gilt: „Satan wird bald unter euren Füßen zertreten werden.“ Und aufgrund dessen, was Jesus, unser „Josua“, für uns getan hat, können wir das tun. Rechnen Sie damit, gerettet zu werden.

 

Es hat mich gefreut, mit Ihnen über den Apostel Johannes auf der Insel Patmos nachzudenken. Es  gab einige Punkte, die ich gern noch etwas mehr entfaltet hätte, aber dazu war keine Zeit. Einige davon möchte ich nur noch ganz kurz anreißen. Ich hoffe, Sie konnten etwas von meiner Botschaft mitnehmen. Besonders wichtig ist mir der Punkt, dass unser Einfluss noch weit über unseren Tod hinausreichen sollte. Wir sollten der kommenden Generation ein Vermächtnis hinterlassen. König David betete in den Psalmen: „Herr, lass mich nicht sterben, bis ich der kommenden Generation deine Herrlichkeit und Macht gezeigt und verkündigt habe.“ David dachte weit über seine eigene Generation hinaus. Auch der Apostel Paulus dachte an die kommenden Generationen. Er investierte sich in seine Söhne im Glauben und übrigens gibt es nur drei Männer, die in der Bibel so bezeichnet werden. Paulus hatte viele Menschen für Jesus gewonnen und sie waren seine geistlichen Kinder, doch nur drei Männer in der Bibel werden als seine Söhne bezeichnet. Es waren Titus, Timotheus und Onesimus. Und wenn Sie sich mit ihrem Leben beschäftigen, werden Sie feststellen, dass Paulus sich in sie investiert hat. Er war ein Vorbild für sie, dem sie folgen konnten. Und was Gott in Paulus hineingelegt hatte, gab er an andere weiter. Die Auswirkungen davon erleben wir noch heute. Ich möchte Sie ermutigen und auffordern, nicht nur an Ihr eigenes Leben oder die siebzig oder achtzig oder neunzig Jahre zu denken, die Sie auf dieser Erde verbringen werden. Bauen Sie auch etwas Bleibendes auf? Nehmen Sie andere unter Ihre Fittiche und investieren Sie in sie. Meine Damen, suchen Sie sich junge Frauen, denen Sie weitergeben können, was Sie wissen. Geben Sie das, was Gott in Sie hineingelegt hat, an die kommenden Generationen weiter. Vielleicht sagen Sie jetzt: „Ich habe gar nicht so viel, ich weiß gar nicht so viel.“ Ich wette mit Ihnen, dass Sie ein paar Fehler gemacht haben – reden Sie darüber. Wir haben nicht die Zeit, alle Fehler selbst zu machen. Sprechen Sie mit anderen über die Fehler, die Sie gemacht haben und was Sie daraus gelernt haben. Das ist unendlich wertvoll. Und, meine Herren, nehmen Sie die jungen Männer unter Ihre Fittiche und geben Sie weiter, was Sie im Leben gelernt haben. Sprechen Sie über Ihre größten Fehler. Sprechen Sie über die besten Entscheidungen Ihres Lebens. Sprechen Sie über die Zeiten, in denen es schwer war, Gott zu dienen und wie Sie durchgehalten haben. Erzählen Sie von Gottes Treue in Ihrem Leben.

 

Manche von Ihnen sollten ihre Geschichte aufschreiben oder auf Video aufnehmen. Hinterlassen Sie Ihre Geschichte für Ihre Enkel und Urenkel. Setzen Sie sich hin und reden Sie mit ihnen. Vielleicht sind sie noch nicht einmal geboren, aber nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und sagen Sie: „Hör mal, dein Opa möchte dir etwas übers Leben erzählen.“ Erzählen Sie ein Stück Ihrer Geschichte, damit Ihre Nachkommen den roten Faden über die Generationen hinweg erkennen. Sprechen Sie mit ihnen über Jesus und seien Sie ehrlich. Sie können Einfluss auf die kommenden Generationen nehmen. Hinterlassen Sie denen, die nach Ihnen kommen, ein Vermächtnis. Sie haben etwas zu sagen und weiterzugeben. Der andere Punkt, den ich noch anreißen möchte, ist das, womit wir vorhin geschlossen haben: Johannes wurde aus dem Exil befreit und auch wir sollten mit unserer Rettung rechnen. Johannes kam am Ende frei und lebte in Ephesus, bis er etwa 100 Jahre alt war, wie wir bereits vorhin in der Bibelarbeit festgehalten haben. Es spielt keine Rolle, wo wir gerade im Leben stehen. Vielleicht erleben Sie gerade Ihr persönliches Patmos, leiden unter Einschränkungen und haben nicht die Freiheit, die Sie gern hätten. Rechnen Sie mit Gottes Rettung und Eingreifen in Ihrem Leben. Sie sind Gott wichtig. Gottes Gedanken über Sie sind zahlreicher als die Sandkörner am Meeresstrand. Ich muss an etwas denken, was der Apostel Paulus in 2. Timotheus schrieb, als er als Gefangener in Rom war. Er schrieb: „Ich bin gerettet worden aus dem Rachen des Löwen.“ Ob er damit Rom meinte oder den Kaiser, die Todesgefahr, Satan oder all das zusammen, wissen wir nicht.

 

Aber Paulus sagte: „Ich bin gerettet worden.“ Das schrieb er, als er noch in einer römischen Gefängniszelle saß. Aber er wusste, dass Gott das letzte Wort hat und nicht die Römer. Wussten Sie, dass Paulus sich nie als Gefangener Roms betrachtete oder bezeichnete, selbst als er in römischen Ketten lag? Er bezeichnete sich immer als Gefangener Jesu Christi. Das ist gut zu wissen. Ein Gefangener Jesu Christi. Jesus hatte die Situation in der Hand. Liebe Freunde, vielleicht erleben Sie

 

im Moment nicht die Freiheit und den Wohlstand und den Segen, den Sie sich wünschen, aber ich sage Ihnen: Es gibt eine Rettung und es gibt einen Sinn und es gibt Gnade für Sie in Ihrer Situation. Sie können auf Gottes Weg vorangehen. Paulus schrieb später: „Der Herr wird mich vor jedem bösen Angriff retten.“ Ich glaube, wir sollten darauf vertrauen, dass unser Herr Jesus Christus auch uns vor jedem bösen Angriff retten wird. Johannes wurde aus dem Exil auf Patmos befreit. Liebe Freunde, Gott ist ein rettender Gott und Er hat Ihre Adresse nicht verloren. Er weiß, was in Ihrem Leben los ist und Er liebt Sie.

 

Ich möchte Sie einfach ermutigen: Ganz gleich, was Sie gerade durchmachen, Jesus hat alles in der Hand. Niemand außer Ihm hat das letzte Wort. Jesus Christus ist Herr. Der allmächtige Gott regiert. Ich hoffe, unser heutiges Thema hat Ihnen Mut gemacht. Wenn Sie uns noch nie geschrieben oder anderweitig Kontakt zu uns aufgenommen haben, dann tun Sie es bitte. Und wenn unsere Sendung Ihnen hilft und Sie uns bisher noch nicht unterstützen, dann denken Sie doch mal darüber nach. Wir können Ihre Hilfe gut gebrauchen, um die frohe Nachricht von Jesus in der ganzen Welt zu verkündigen. Bis zum nächsten Mal. Gott segne Sie!

 

Jule 5. August 2012 Keine Kommentare Trackback URI Comments RSS

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