Nachdenken darüber, wie wir Gott in einer Krise vertrauen

 

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Nachdenken darüber, wie wir Gott in einer Krise vertrauen

Bayless Conley                        08.11.2009

Wir werden heute über Vögel und Bienen und auch über Balken sprechen. Jesus sagte, wir sollen über die Vögel nachdenken und auch über die Blumen. Er sagte, achte zuerst auf den Balken in deinem Auge, bevor du versuchst, aus dem Auge eines anderen einen Splitter zu entfernen. Wir werden interessante Dinge entdecken. Nehmen Sie Ihre Bibel, kommen wir gemeinsam zum Wort Gottes.

Paulus schrieb an Timotheus und gab verschiedene Illustrationen…, die eines Soldaten, eines Sportlers und eines Farmers. Und dann sagte er: „Bedenke, was ich sage, und der Herr wird dir Verständnis geben in allen Dingen.“ Das heißt, wenn du dir keine Zeit nimmst, nachzudenken, gründlich die Dinge zu bedenken, die ich dir mitgeteilt habe und darüber zu brüten, bekommst du kein Verständnis. Aber wenn ja, wird Gott dir Licht und Erleuchtung geben.

Wir sahen uns Dinge an, von denen die Bibel sagt, dass wir sie bedenken sollen, denn damit sind Lektionen verbunden, die Gott vorbei an unserem Verstand in unser Herz bringen will, wo sie sich auf uns und später durch uns auf andere  positiv auswirken werden. Wir werden uns heute drei Dinge ansehen, die wir laut Jesus bedenken sollen. Ich beginne mit Matthäus 6:25. Jesus sagte:

Matthäus 6:25-26a
„Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Seht hin auf die Vögel des Himmels…“

Und in Lukas Kapitel 12, wo Lukas diese Dinge nennt, sagte er: „Betrachtet die Vögel.“ Er nahm es sehr genau. Er sagte: „Betrachtet die Raben.“ Zuerst sollen wir also die Raben betrachten.

Betrachtet…

Matthäus 6:26b-34
„… die Vögel des Himmels, dass sie weder säen noch ernten noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie? Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen? Und warum seid ihr um Kleidung besorgt? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen; sie mühen sich nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass selbst nicht Salomo in all seiner Herrlichkeit bekleidet war wie eine von diesen. –

Betrachtet die Vögel. Betrachtet die Blumen. Vers 30: – Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen? So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen? Denn nach diesem allen trachten die Nationen; denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt. Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden. So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag! Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug.“

Mittendrin in den Ermahnungen, Gott zu vertrauen, Sein Reich zu suchen und zu verstehen, dass Er ein liebender Vater ist, der unserer Not begegnen wird… denn darüber spricht Christus… Er stillt unsere Grundbedürfnisse und begegnet Dingen, die Ursache für Sorgen sein können. Wie werde ich die Miete bezahlen? Wo werde ich wohnen? Was werde ich essen? Was werde ich anziehen? Euer Vater weiß, was ihr wirklich braucht, und Er wird es euch geben. Und mittendrin sagt Jesus: „Bedenkt, betrachtet und denkt eingehend nach… über Vögel, und ihr müsst die Blumen betrachten.“ Wiederum ist Lukas sehr spezifisch, wie ja jeder Autor eines Evangeliums bestimmte Dinge betonte, die der Herr sagte. Und wenn wir sie miteinander vergleichen, bekommen wir ein vollständiges oder besseres Verständnis Seiner Lehre. Jesus sagte: „Betrachtet die Raben.“ Sie säen und ernten nicht und sammeln nicht in Scheunen, aber Gott ernährt sie. Der Vogel, der einem Raben am nächsten kommt und den wir alle kennen, ist eine ganz normale Krähe. Ein Rabe ist sozusagen die größere Version einer Krähe.

Ich habe in den letzten Tage also viel über Krähen nachgedacht, weil Jesus sagte, dass wir das tun sollen. Und wissen Sie, ich zog einige Schlüsse. Erstens, sie sind extrem anpassungsfähig. Man kann ihnen den natürlichen Lebensraum nehmen und sie gedeihen in der Stadt. Das gilt nicht für jeden Vogel. Aber Krähen gedeihen, ob im Wald, auf dem Feld oder auf einem Dach in einer Stadt. Ich denke, daraus können wir etwas lernen. Ganz egal, was um Sie herum geschieht oder wo Sie sind, Gott kann Ihrer Not begegnen, denn Sie sind wertvoller für Ihn als eine Krähe oder ein Rabe.

Meine zweite Entdeckung… und diese drängte sich mir förmlich auf… Krähen sind extrem lästig.

Sie sind extrem anpassungsfähig, aber auch extrem lästig. Sie sind Aasfresser und ihr Krächzen klingt… nicht besonders schön, besonders wenn die Bäume voll von ihnen sind und alle gemeinsam loslegen.

Ich bin kein besonderer Freund von Krähen. Wir waren nie wirklich Freunde. Wir hatten einen kleinen Hund, der Krähen nicht mochte und den die Krähen nicht mochten, weil er raffiniert war. Er versteckte sich und wenn die Krähen kamen, um sein Futter zu holen, griff er sie an. Er tötete mehrere Krähen.

Manchmal gingen wir draußen spazieren und etwa 150 Krähen saßen in den Bäumen um unser Haus und krächzten etwa 40 Minuten lang. Man ging heraus und es war wie in Alfred Hitchcocks „Die Vögel“. Sie sind lästig. Daraus habe ich gelernt, dass Gott diese lästigen Vögel versorgt, also wird Er auch lästige Menschen versorgen, vielleicht sogar Menschen, die ich nicht so gerne habe. Gott kümmert sich um sie.

Und in Vers 28 sagte Jesus: „Betrachtet die Lilien.“ Denkt an die Blumen, die wunderbaren Farben und Düfte, nur um ein Feld zu zieren.

Wir haben ein paar Blumenkübel hinter unserem Haus, so kleine Kästen, und es sind einige hübsche Blumen darin. Ich verbringe viel Zeit im Garten, lese und bete, ich sitze neben ihnen und muss unweigerlich auf diese Blumen schauen… unglaubliche Farben und Muster. Ich weiß nicht, wie die Bienen sie finden, aber sie finden sie. Immer sind Bienen da, die diese kleinen Blumen bestäuben und ich denke: „Gott, man kann sie so leicht übersehen, aber sie sind erstaunlich.“ Und all das nur, um mich in meinem Garten zu segnen!

Gott denkt sich eine wunderschöne farbige Pflanze aus, damit sie auf einem Feld oder in einem Blumenkübel in meinem Garten steht. Und Jesus sprach über Salomo, der in all seiner Herrlichkeit nicht so schön wie eine Blume gekleidet war. Und es gibt Millionen von Blumen! Und wenn Gott die Gräser des Feldes so schön macht…, wenn Er sich so sehr um eine Pflanze kümmert, wie viel mehr dann um Sie! Er sorgt bestimmt dafür, dass Sie etwas zum Anziehen haben. Er wird sich bestimmt um mich kümmern. Wenn Er sich um die Blumen in meinem Kübel kümmert, wird Er sicherstellen, dass ich etwas zum Anziehen habe.

Eine Sache, die der Herr betont, wenn Er sagt, dass wir die Lilien und auch die Vögel betrachten sollen, sollte uns nicht entgehen. Jesus sagte: „Hört, die Blumen mühen sich nicht und spinnen nicht.“

Mit anderen Worten, sie arbeiten nicht. Das Wort „Mühen“ bedeutet wörtlich, hart zu arbeiten und müde zu werden durch schwere Arbeit. Spinnen bedeutet einfach, mit Hilfe von Wolle oder Baumwolle Kleidung herzustellen. Das war damals ein weit verbreitetes Handwerk. Die Blumen mühen sich nicht und spinnen nicht, aber wir können es und arbeiten. Arbeit ist von Gott bestimmt. Sie entspricht Seinem Plan und Sein Segen liegt darauf. Er verspricht, das Werk unserer Hände zu segnen. Und dann sagte Jesus: „Schaut die Vögel an, betrachtet sie. Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben weder Speicher noch Scheunen, und doch kümmert sich Gott um die Vögel.“

Gut, Vögel säen und ernten nicht und sammeln nichts in Scheunen. Aber wir können das, haben Speicher und Scheunen, wir säen und ernten. Ich bin ziemlich sicher, dass Jesus nicht nur über Ackerbau spricht. Ein bestimmtes Bild, ein Gleichnis, kommt hier zum Ausdruck und das war bestimmt Jesu Absicht, weil wir es im Alten und im Neuen Testament finden. Und Er ist das fleischgewordene Wort, und zwar Großzügigkeit und Freigiebigkeit. Die Bibel redet häufig über Säen und Ernten als Gottes Weg, um Überfluss und Segen in unser Leben zu bringen. Folgendes werden Sie kennen:

Sprüche 3:9
„Ehre den Herrn mit deinem Besitz und mit den Erstlingen all deines Einkommens, so werden sich deine Scheunen mit Überfluss füllen.“ Und

Sprüche 11:24
„Einer teilt aus (wer austeilt, sät!) und wird doch reicher.“

Im folgenden Vers steht: „Wer gern wohltut, wird reichlich gesättigt.“

Und die Worte von Paulus wollen wir nicht weglassen. Im 2.Korinther sagte er im Zusammenhang mit einer Sammlung in der Gemeinde: „Wer kärglich sät, wird kärglich ernten, aber wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade und materiellen Segen im Überfluss zu spenden, so dass ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk.“

Also, Jesus, was sagst Du hier? Gut, Gott kümmert sich um die Blumen; Er kümmert sich um die Vögel. Wir sind kostbarer als Blumen und Vögel. Darüber hinaus hat Gott uns verschiedene Möglichkeiten gegeben, die wir nutzen können, um Überfluss und Segen in unser Leben zu bringen.

Gottes verheißener Segen liegt vor allem auf diesen zwei Dingen. Gott hat verheißen, unserer Hände Arbeit zu segnen und Gott hat verheißen, die Großzügigen zu segnen. Also, Freund, Gottes Segen liegt auf mir, wenn ich Dinge anpacke. Und wenn ich arbeite, sagt Gott: „Ich werde das segnen. Arbeit habe ich verordnet.“ Und wenn ich großzügig bin und säe, sagt Gott: „Ich werde das segnen. Das habe ich verordnet.“ „Wer viel sät, wird auch viel ernten. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß.“ Gut, die Blumen können nicht arbeiten, die Vögel können nicht geben, aber ich kann arbeiten und ich kann geben. Und beides wird Gott segnen. Darüber hinaus bin ich wertvoller als eine Blume und wertvoller als ein Vogel. Jesus starb nicht für die Blumen, mein Freund. Jesus starb nicht für die Vögel. Aber Er gab sein Leben für mich und Er gab Sein Leben für Sie. Und die Bibel sagt, Gott hat Seinen eigenen Sohn nicht verschont, wie sollte Er uns mit Ihm nicht auch alles schenken? Daher wiederholt Jesus die Ermahnung „Sorgt euch nicht“ drei Mal. Schauen Sie sich Vers 25 an.

Matthäus 6:25
„Darum sage ich euch (lassen Sie uns das sagen): Sorgt euch nicht …“

Vers 31:
„Darum sollt ihr nicht sorgen …“

Vers 34:
„Darum sollt ihr euch nicht sorgen …“

Gott wird sich um Seine Kinder kümmern. Und ich liebe Vers 34: „Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.“

Die Living Bible sagt: „Sorgt euch nicht um morgen, Gott wird sich auch morgen um euch kümmern. Lebt im Hier und Jetzt.“

Das heißt nicht, dass wir nicht für die Zukunft planen sollen. In den Sprüchen heißt es ausdrücklich: Ein weiser Mann, eine weise Frau, macht Pläne für die Zukunft. Aber Sie müssen sich nicht um die Zukunft sorgen. Gott ist heute mit Ihnen und Er wird mit Ihnen sein, wenn Sie zukünftigen Schwierigkeiten gegenüberstehen.

Wissen Sie, dies ist eine ziemlich große Sicherung. Damit könnte man eine Klimaanlage absichern.

Ich musste andere einbauen… unser jetziges Haus hat keine Klimaanlage, unser früheres hatte eine.

Die Klimaanlage ließ dauernd Sicherungen durchbrennen. Immer, wenn Strom floss, flog die Sicherung raus. Gott hat quasi eine 24-Stunden-Sicherung in unser Herz gesetzt. Jesus sagte: „Hört, sorgt euch nicht um den morgigen Tag. Gott wird sich um den morgigen Tag kümmern. Ihr müsst euch nur darauf konzentrieren, Gott für heute zu vertrauen.“ Aber wenn ich mich um den morgigen Tag sorge, belaste ich die 24-Stunden Sicherung mit der Last von 48 Stunden. Irgendetwas wird durchbrennen.

Manche sorgen sich heute nicht nur um morgen, sondern auch um den nächsten und übernächsten Tag und die nächste Woche und belasten diese Sicherung so stark, dass sie durchbrennen wird.

Es zeigt sich in ihrer Gesundheit, irgendwie reagiert der Körper darauf. Sie werden krank. Oder das Gemüt leidet. Oder es zeigt sich in ihren Beziehungen. Es kommt zu Wutausbrüchen und Beziehungen gehen kaputt, weil sie die Sicherung ihres Herzens zu sehr belasten. Hören Sie: Ihr Gott ist groß genug, um sich um Ihren morgigen Tag zu kümmern. Vertrauen Sie sich Ihm an. Planen Sie, seien Sie weise. Aber, Freund, Er ist jetzt mit Ihnen und wird sich jetzt um Sie kümmern. Er ist der gute Hirte und wird Sie führen und schützen. Und wenn der Herr Ihr Hirte ist, wird Ihnen nichts mangeln. Sie können sich darauf verlassen, dass Er Sie schützt, führt und Ihrer Not begegnet. Aber Er ist mehr als ein Hirte. Er ist Ihr Vater. Das beinhaltet Beziehung und Vertrautheit. Dein Gott liebt Dich mehr als ein Hirte seine Schafe liebt. Er liebt Dich, wie ein Vater einen Sohn oder eine Tochter liebt.

Fürchtet euch nicht, kleine Herde. Hört, Er ist euer Hirte. Er wird eurer Not begegnen und euch leiten. Er ist Euer Vater. Er liebt Sie mit einer unvergänglichen, unvorstellbaren Liebe. Und Er ist der unvergängliche ewige unsichtbare König. Er kann Ihrer Not begegnen. Er hat die Macht, Ihrer Not zu begegnen. Wenn wir uns Sorgen machen, ist es unseres Gottes nicht würdig. Er ist gut und Er wird sich um uns kümmern.

Es folgt die nächste Sache, die wir nach Jesu Worten betrachten sollen. Schauen wir uns Matthäus, Kapitel 7 an, ab Vers 1. In Matthäus 7:1 steht:

Matthäus 7:1-3
„Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden. Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr?“

Als nächstes müssen wir über den Balken oder den Splitter nachdenken. Vers 4:

Matthäus 7:4-6
„Oder wie wirst du zu deinem Bruder sagen: Erlaube, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und siehe, der Balken ist in deinem Auge? Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge! Und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus deines Bruders Auge zu ziehen. Gebt nicht das Heilige den Hunden; werft auch nicht eure Perlen vor die Schweine, damit sie diese nicht etwa mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen!“

Bedenken Sie den Balken. Jesus sagte anfangs: „Richtet nicht!“ Aber Er meinte damit offensichtlich nicht, dass wir unter keinen Umständen richten und im Umgang mit einem oder mehreren Menschen urteilen sollen. Denn falls Jesus das meinte und damit jede Form von Beurteilung und Unterscheidung negiert, steht das im Widerspruch zu Vers 6, oder nicht? Denn in Vers 6 sagte Jesus: „Gebt nicht das Heilige den Hunden; werft auch nicht eure Perlen vor die Schweine.“ Und wenn wir nichts beurteilen können, keine Unterscheidung haben oder Entscheidungen treffen können, wie können wir dann wissen, wer das Schwein oder der Hund ist?

Man braucht offenbar Unterscheidung, um dieses Verständnis zu erlangen. Jesus sagte offenbar nicht in Bausch und Bogen: „Richtet unter keinen Umständen, absolut niemals!“ Wenn wir nie urteilen könnten, wäre es unmöglich, für Ordnung in der Gemeinde zu sorgen. Woanders sagte Jesus, ich zitiere

Johannes 7:24
„Richtet nicht nach dem Augenschein, nicht oberflächlich, nach dem ersten Eindruck, sondern fällt ein gerechtes Urteil!“

Woanders sagte Er also, wir müssen richten, aber nicht nach dem Augenschein. Wir müssen gerecht richten, nicht nach dem ersten Eindruck.

Ich las einmal etwas über den berühmten englischen Prediger Bischof Potter, der auf einem Transatlantikschiff den Ozean nach Amerika überquerte. Als er an Bord ging, fand er heraus, dass er seine  Kajüte mit jemandem teilen musste. Also ging er hinein und traf den anderen Mann, der in der gegenüberliegenden Koje liegen würde. Kurz darauf ging er in das Büro des Chefstewards, sprach mit ihm und sagte: „Wäre es möglich, meine goldene Uhr und meine Wertsachen in den Safe zu legen?“

Er sagte: „Ich habe diese Dinge bei keiner bisherigen Reise abgegeben, aber ich fand heraus, dass ich die Kajüte mit jemandem teilen muss. Ich war gerade da und habe diesen Mann kennengelernt.

Und sein Aussehen und mein Eindruck sprechen dafür, dass ich ihm nicht vertrauen kann. Könnte ich diese Dinge in den Safe legen?“ Der Stewart sagte: „Bischof, das tue ich gerne. Ich übernehme die Verantwortung dafür, schließlich war ihr Zimmergenosse gerade hier und gab mir seine Sachen aus dem selben Grund.“ Nein, übt gerechtes Gericht. Jesus sagte in

Matthäus 12:33
„Einen Baum erkennt man an seinen Früchten.“

Das bedeutet ganz sicher, Urteilsvermögen zu haben und Dinge zu beurteilen, oder?

1.Korinther 15:12 sagt, es ist nicht unsere Aufgabe, Fremde zu richten, aber es ist gewiss unsere Aufgabe, zu urteilen und gegen solche Sünden bei Gemeindemitgliedern entschlossen vorzugehen.

Sehen Sie, das Wort „richten“ hier in Matthäus 7:1 wird in der Bibel verschieden übersetzt. Es hat eine vielschichtige Bedeutung. In der Schrift finden wir unter anderem folgende Übersetzungen: ahnden, verklagen, entscheiden, ermitteln, richten, einschätzen, zu Gericht sitzen, verurteilen, denken, verdammen, um nur ein paar zu nennen. Um die Bedeutung zu erkennen, müssen wir den Kontext ansehen. Hier, wo Jesus sagte: „Richtet nicht,“ bedeutet es, verurteilen, aburteilen, eine harte kritische Sicht haben und ein Urteil fällen. Lukas sagt vielmehr in seinem Bericht, die Worte Jesu waren:

„Richtet nicht; verurteilt nicht.“

Ich erinnere mich an eine Geschichte über John Wesley, wo er öffentlich einen Mann kritisierte, den er für habsüchtig und geizig hielt. Er dachte, der Mann sei sehr reich. Als ein Opfer für Bedürftige gesammelt wurde, gab er nur einen sehr kleinen Betrag. Und Wesley stand auf und kritisierte den Mann öffentlich. Der Mann kam kurz darauf zu ihm und sagte ihm unter vier Augen: „Herr Wesley, ich möchte Ihnen nur sagen, dass ich seit Wochen von Pastinaken und Wasser lebe.“ Er sagte: „Ich machte lauter Schulden, ohne sie abzuzahlen und zu begleichen. Jetzt kam ich zu Christus und gebe kein Geld für mich aus, um die Schulden zurückzahlen zu können.“ Die Worte, die er Herrn Wesley sagte, liegen mir hier schriftlich vor. Hören Sie selbst: „Christus hat mich zu einem ehrlichen Menschen gemacht. Bei all meinen Schulden kann ich nur ein paar Opfer neben meinem Zehnten geben. Ich muss meine Schulden bei meinen weltlichen Nachbarn begleichen und ihnen zeigen, was die Gnade Gottes im Herzen eines Menschen tun kann, der früher unehrlich war.“ Wesley entschuldigte sich sofort bei dem Mann und bat ihn, ihm zu vergeben. Freund, nur Gott sieht den Kern der Dinge.

Jesus sagte in diesem Zusammenhang Folgendes: „Versuche nicht, einen Splitter aus dem Auge deines Bruders zu entfernen, wenn ein Balken oder eine Planke in deinem Auge ist.“ Der Splitter bedeutet wörtlich „ein Sägespan“ im Gegensatz zu einem riesigen Balken oder einer Bohle.

Manche jagen immer Spänen nach. Manche habe ganze Dienste darauf gegründet, auf Späne in den Augen anderer hinzuweisen, ohne sich des Balkens im eigenen Auge bewusst zu sein. Der Balken bedeutet nach Jesu Worten Folgendes: Er bedeutet, einen richtenden kritischen Geist zu haben, der immer nach Falschem oder Bösem bei anderen sucht, um es hervorzuheben und zu verurteilen.

Das ist der Balken! Manche unter uns haben so einen ultrakritischen Geist und suchen immer nach etwas Bösem oder Falschen bei anderen, klammern sich daran und verurteilen und richten sie.

Ich weiß noch, vor Jahren haben mich ein paar Frauen nach dem Gottesdienst ermahnt… ich weiß nicht mehr, worum es ging… und erzählten mir dann, ihr Dienst sei, von Gemeinde zu Gemeinde zu gehen, Gott zeige ihnen alles, was in der Gemeinde daneben ist und dann sei es ihre Aufgabe, die Pastoren zu ermahnen und zu korrigieren. Ich musste mich immer ducken, während sie mit mir sprachen, weil bei jeder Kopfbewegung eine Bohle vorbeiflog. Ich habe selten so einen Unsinn gehört!

Und offen gesagt, halte ich diese Augenbalken-Krankheit für hoch ansteckend.

Wenn Sie Gemeinschaft mit Menschen haben, die einen kritischen, verdammenden Geist haben, werden Sie plötzlich wie sie schreien: „Verbrennt die Hexen!“ Das Beängstigende daran ist: wenn Sie sich nicht die Zeit nehmen, den Balken im eigenen Auge zu betrachten und zu entfernen, wird Ihnen mit dem Maß gemessen werden, mit dem Sie messen. Der kritische, harte Tadel anderer wird auf Sie zurückkommen – durch Menschen und letztlich durch Gott.

Ich erzählte schon einmal von meiner ersten Reise nach Australien. Noch jemand aus der Gemeinde war dabei. Ich sprach in einem Gottesdienst, aber eigentlich war es unsere Absicht, eine Konferenz zu besuchen und zu sehen, was dort passiert. Das liegt etwa 22 Jahre zurück. Sie hatten am Morgen einen Gastsprecher im Gottesdienst. Es war ein Amerikaner. Ich erinnere mich, ich drehte mich zu meinem Nachbarn und sagte: „Ich bin nicht extra hergekommen, um einen Amerikaner predigen zu hören.“ Ich wollte jemanden mit einem australischen Akzent hören. Ich blendete ihn aus. Ich weiß nicht einmal mehr, was er predigte. Ich hörte kaum zu. Im folgenden Jahr wurde ich eingeladen, bei der selben Konferenz zu sprechen. Ich bin also im nächsten Jahr dort und bin am Predigen und einige aus unserer Gemeinde waren da. Nach dem Gottesdienst kamen sie zu mir und sagten: „Oh Pastor, wir waren so wütend!“ Ich fragte: „Warum?“ Sie sagten: „Lauter Amerikaner saßen hinter uns, unterhielten sich laut und sagten: ‚Wir sind nicht extra hergekommen, um einen Amerikaner predigen zu hören!‘“

Ich fühlte mich etwa so klein. Und es war eine sehr gemäßigte Ernte der Samen, die ich säte, aber es brachte mich zum Nachdenken: Was ist mit denen, die andere öffentlich verurteilen und tadeln, selbst ihre Geschwister im Glauben? Was ist mit denen, die sich zur letzten Instanz reiner Lehre und Motive erheben? Sie sind selbsternannte Richter, Geschworene und Vollstrecker. Ich denke, Jakobus drückt es gut aus in

Jakobus 2:13
„Denn das Gericht wird ohne Barmherzigkeit sein gegen den, der nicht Barmherzigkeit geübt hat.“

Aber jene, die einen Balken im Auge hatten und ihn durch Gottes Gnade entfernen konnten, werden jetzt klar sehen und anderen Brüdern und Schwestern helfen können, den Splitter zu entfernen.

Ich sage Ihnen etwas: Ich sage das vor dem Hintergrund, dass ich über die Jahre einige Balken aus meinem Auge entfernen musste…, wenn man merkt, wie lächerlich und abstoßend man im geistlichen Bereich ausgesehen haben muss mit einem riesigen Balken im Auge, wie man lange Zeit vor den Engeln und Gott ausgesehen haben muss, bevor man das Ding rauszog…, wenn man dann durch Gottes Gnade jemandem helfen kann, der einen Splitter im Auge hat…, ich sage Ihnen, was eine klare Sicht ist: Sehen mit den Augen der Demut und Sehen mit den Augen des Mitleids. Man ist vorsichtig, denn man weiß, dass man selbst früher einen Balken im Auge hatte. Niemand, der den Hang oder das Verlangen hat, andere zu richten, kann jemals jemandem helfen, einen Splitter aus seinem Auge zu ziehen, niemals! Erst wenn der Balken entfernt ist. Und, Freund, wenn ein Balken aus Ihrem Auge entfernt wurde, werden Sie demütig und vorsichtig sein, wenn einem Bruder oder einer Schwester geholfen werden soll.

Hatten Sie je den klaren Eindruck, dass Sie einen Balken im Auge haben? Ich hatte dieses Gefühl sehr, sehr oft und bin immer zurückhaltend und zögere, jemand mit einem Splitter im Auge zu helfen, weil ich spüre, dass Gott an großen Brocken in meinem Leben arbeitet. Aber ich muss sagen: Gott ist treu. Er liebt Sie und möchte Ihnen helfen. Rufen Sie Ihn heute an und schreiben Sie uns ein paar Zeilen, schicken Sie eine Email, sagen Sie uns, dass Sie die Sendung sehen. Bis zur nächsten Woche.

 

 

 

Jule 8. November 2009 Keine Kommentare Trackback URI Comments RSS

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