Neustart zum Frieden

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Frieden in Gottes Haus, Frieden in unserem Haus

16.12.2012

Pastor Bayless Conley

 

Jemand fragte mich einmal, warum Salomo 1000 Frauen hatte. Ich wusste keine Antwort, also erklärte derjenige: „Na, damit, wenn er nach Hause kam, wenigstens eine von ihnen gute Laune hatte.“ Ich glaube nicht, dass das stimmt, aber es ist unglaublich wichtig, dass wir Frieden in unserem Haus haben. Heute soll es um Frieden in Gottes Haus und Frieden in unserem Haus gehen. Bestimmt werden Sie von unserem Thema etwas für sich mitnehmen können. Also machen Sie es sich bequem und wir wollen gemeinsam auf Gottes Wort hören.

1. Mose 21, ab Vers 25: 1. Mose 21:25-31

„Abraham aber stellte Abimelech zur Rede wegen eines Wasserbrunnens, den Abimelechs Knechte mit Gewalt weggenommen hatten. Da sagte Abimelech: Ich weiß nicht, wer das getan hat; weder hast du es mir berichtet, noch habe ich davon gehört, außer heute. Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech, und die beiden schlossen einen Bund. Und Abraham stellte sieben Schaflämmer der Herde beiseite. Da sagte Abimelech zu Abraham: Was sollen diese sieben Schaflämmer, die du beiseite gestellt hast? Und er sagte: Die sieben Schaflämmer sollst du von meiner Hand annehmen, damit mir das zum Zeugnis sei, dass ich diesen Brunnen gegraben habe. Daher nennt man diesen Ort Beerscheba, weil sie beide dort geschworen hatten.“

 

Beerscheba bedeutet „Schwurbrunnen“ oder „Brunnen der Sieben“. Das ist ein Hinweis auf die sieben Lämmer, die das Symbol für den Schwur waren. Jedes Mal, wenn Abimelech oder seine Knechte die Herde sahen, die aus diesen sieben Lämmern hervorgegangen war, wurden sie daran erinnert, dass der Brunnen Abraham gehörte. Und mir gefällt, wie aus dem anfänglichen Konflikt am Ende Frieden entsteht. Wir werden gleich noch eine ganz ähnliche Geschichte lesen, in der es um die Söhne dieser beiden Männer geht – um Isaak, den Sohn Abrahams und um den Sohn Abimelechs. Und wir wollen lernen, wie wir vom Konflikt zum Frieden kommen können. Gott will, dass in Seinem Haus und in unseren Häusern Frieden herrscht. Gott möchte, dass in Seinem Haus keine Zwietracht oder Konflikte herrschen; Er will Frieden. Und Er will, dass auch unser Haus frei von Konflikten und Zwietracht ist. Es soll ein Ort des Friedens sein. Schauen wir gemeinsam ein wenig in die Zukunft nach Abraham.

1. Mose 26, ab Vers 12: 1. Mose 26:12-14

„Und Isaak säte in diesem Land und gewann in jenem Jahr das Hundertfache; so segnete ihn der Herr. Und der Mann wurde reich und wurde immer reicher, bis er sehr reich war. Und er hatte Schafherden und Rinderherden und eine große Dienerschaft. Da beneideten ihn die Philister.“

 

Isaaks Probleme hatten – zumindest teilweise – mit seinem Segen zu tun. Wenn wir Segen erleben, gibt es immer jemanden, dem das nicht gefällt, der neidisch ist und uns nicht gönnt, was wir haben. Jesus sagte in Markus 10:30, dass Verfolgung und Segen miteinander einhergehen. Und genau diese Situation sehen wir im Leben von Isaak. Lesen wir weiter ab Vers 19.

 

1. Mose 26:19-20

„Und die Knechte Isaaks gruben im Tal und fanden dort einen Brunnen mit lebendigem Wasser. Da stritten sich die Hirten von Gerar mit den Hirten Isaaks und sagten: Uns gehört das Wasser! Da gab er dem Brunnen den Namen Esek, weil sie mit ihm gezankt hatten.“ – „Esek“ bedeutet „Zwietracht“. –

 

1. Mose 26:21

„Dann gruben sie einen anderen Brunnen, aber auch um den stritten sie sich. Da gab er ihm den Namen Sitna.“

 

„Sitna“ bedeutet „Widerstand“ oder „Anfeindung“. Dieses Wort hat übrigens die gleiche Wurzel wie

„Satan“. Letztlich steht er hinter allen Konflikten, allem Neid und allen Anfeindungen. Er ist derjenige, der sich Gottes Kindern in den Weg stellt und ihnen wegnehmen will, was rechtmäßig ihnen gehört. Er tut, was er kann, um uns in Konflikte zu ziehen. Er weiß nämlich, dass wir, wenn wir in Konflikte verwickelt sind, genauso gut ein Schild an die Tür unseres Lebens hängen könnten, auf dem steht:

„Herzlich willkommen, Teufel.“ Im Jakobusbrief heißt es, dass eigennütziger Ehrgeiz und die daraus folgenden Konflikte die Tür für Verwirrung und böse Taten öffnen. Und dort heißt es auch, dass der Teufel dafür verantwortlich ist. Kein Wunder, dass Isaak den zweiten Brunnen „Sitna“ nannte.

 

1. Mose 26:22

„Und er brach von dort auf und grub noch einen anderen Brunnen und um den stritten sie sich nicht. Da gab er ihm den Namen Rechobot und sagte: Denn jetzt hat der Herr uns weiten Raum geschafft und wir werden fruchtbar sein im Land.“

 

„Rechobot“ bedeutet „geräumig“ oder „weit“. Eine Bibelübersetzung sagt: „Er nannte ihn den Brunnen, an dem endlich Raum genug für uns ist.“ Vers 23:

 

1. Mose 26:23-25

„Dann zog er von dort hinauf nach Beerscheba. Und der Herr erschien ihm in jener Nacht und sprach: Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht! Denn ich bin mit dir, und ich werde dich segnen und deine Nachkommen vermehren wegen meines Knechtes Abraham. Und er baute dort einen Altar und rief den Namen des Herrn an und schlug dort sein Zelt auf. Und die Knechte Isaaks gruben dort einen Brunnen. Und Abimelech kam zu ihm aus Gerar mit seinem Freund Ahusat und seinem Heerobersten Pichol.“

 

Der Abimelech hier ist nicht der gleiche wie in 1. Mose 21 mit Abraham. Abimelech ist eigentlich gar kein Name, sondern ein Titel wie „Pharao“. Abimelech ist der König von Gerar. Und Pichol ist auch kein Name, sondern eine Bezeichnung für einen Offizier wie einen General. Er war der Kommandant der Armee und der Titel für sein Amt war „Pichol“. Lesen wir nun weiter ab Vers 27:

 

1. Mose 26:27-31

„Da sagte Isaak zu ihnen: Warum kommt ihr zu mir, da ihr mich doch hasst und mich von euch weggeschickt habt? Sie aber sagten: Wir haben deutlich gesehen, dass der Herr mit dir ist; und wir haben uns gesagt: Es soll ein Schwur zwischen uns sein, zwischen uns und dir; wir wollen einen Bund mit dir schließen, dass du uns nichts Böses antust, so wie wir dich nicht angetastet haben und wie wir dir nur Gutes erwiesen und dich haben in Frieden ziehen lassen. (Alle zusammen: „in Frieden“!) Du  bist nun einmal ein Gesegneter des Herrn. Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken. Und sie standen früh am Morgen auf und schworen einer dem andern. Dann entließ Isaak sie, und sie gingen in Frieden von ihm fort.“

 

Isaak hatte jetzt Frieden, alle hatten Frieden. Am ersten Brunnen herrschten Neid und Zwietracht, am zweiten Brunnen herrschten Zwietracht und Anfeindungen. Am Ende aber bringt Gott ihn an einen friedlichen, fruchtbaren Ort. Isaak kam von Chaos, Neid, Zwietracht, Anfeindungen und dem Werk des Teufels zu Weite, Frieden und Fruchtbarkeit. Zwischen diesen Menschen änderte sich die gesamte Atmosphäre. Die Frage ist, wie das geschah.

 

Vielleicht sind Sie es leid, immer nur Brunnen zu graben, an denen Sie Widerstand und Anfeindungen finden. Vielleicht geht es um Ihre Arbeit, Ihre Ehe oder Ihr Kind. Ich möchte Ihnen erklären, wie Sie von Zwietracht, Chaos und Streit zum Frieden kommen können. Interessiert das jemanden? Okay, dann möchte ich sechs wichtige Punkte nennen, die Ihnen helfen sollen, heraus aus den Konflikten und zu überfließendem Frieden zu kommen.

 

Erstens: Geben Sie dem anderen immer Raum zum Rückzug. In 1. Mose 21 stellte Abraham Abimelech zur Rede, aber offenbar wusste Abimelech nichts von dem Vorfall. Er sagte: „Ich weiß nicht, wer es war. Du hast nicht mit mir geredet, und jetzt höre ich zum ersten Mal davon.“ Manchmal geht man von falschen Voraussetzungen aus. Man unterstellt dem anderen eine böse Absicht, die es gar nicht gibt. Manchmal hat der andere keine Ahnung, dass er Ihnen Unrecht getan hat, aber Sie betrachten ihn bereits als Erzfeind. Sie meinen, er habe Sie respektlos behandelt, Ihre Autorität untergraben oder eine Intrige gegen Sie gestartet. Wenn Sie jetzt auf ihn losgehen und ihm nicht Raum zum Rückzug und zu einer Erklärung geben, haben Sie einen noch größeren Konflikt, als Sie bewältigen können – obwohl er wahrscheinlich leicht hätte vermieden werden können.

 

In der Geschichte mit Isaak erkannte Abimelech, dass Isaaks Wohlstand von Gott kam. Also kam Abimelech mit den anderen Männern zu Isaak, um den Konflikt zu lösen, der zwischen ihm und Isaak bestand. Doch wenn Isaak ihm an die Gurgel gegangen und geblieben wäre, wäre wohl der Dritte Weltkrieg ausgebrochen. Isaak war Abimelech gegenüber sehr direkt. Er sagte ihm ins Gesicht, wie es ihm ging und wie er die Sache sah. Er sagte. „Warum kommst du zu mir? Du hasst mich doch! Und du hast mich weggeschickt.“ Und so war es auch gewesen. Als Isaak zu Reichtum kam, wurden die anderen neidisch und Abimelech bekam Angst. Er sagte zu Isaak: „Du musst hier wegziehen.“ Und Isaak zog aus der Stadt weg und ins Tal von Gerar. Aber ich glaube, Isaak hatte den Grund dafür missverstanden. Also redete er sehr direkt mit Abimelech, aber er gab ihm auch die Möglichkeit, sich

 

zu erklären und er hörte zu.

 

Einmal war ich bei einem befreundeten Pastor in St. Louis und wir hatten einen freien Tag, also gingen wir angeln. Wir luden sein kleines Boot und den Motor auf seinen Lieferwagen und fuhren zu der Angelstelle. Es war kein großes Gelände, nur ein paar kleine Seen und es gab eine kleine Hütte und einen Wildhüter. Als wir an dem Wildhüter vorbeifuhren, winkten wir ihm zu und er uns. An der Angelstelle luden wir das Boot ab, montierten den Motor und wollten gerade ablegen, da kam der Wildhüter in seinem Einsatzwagen mit Signallicht angefahren. Er hielt an, stieg aus und fragte uns:

„Was machen Sie denn hier?“ Wir sagten: „Wir wollen angeln.“ Er dachte offenbar, dass wir  versuchen, uns an ihm vorbeizuschleichen oder etwas Ähnliches. Da stand also der Wildhüter vor uns, die Hand an der Waffe. Und wir sagten: „Hören Sie, wir wollten Sie nicht übergehen. Was sollen wir machen?“ Er sagte: „Sie können Ihr Boot wieder einpacken.“ Und mein Freund sagte: „Wir hatten nicht vor, gegen irgendwelche Vorschriften zu verstoßen.“ – „Nein? Warum haben Sie dann keine Marke am Boot kleben?“ Wir fragten: „Woher bekommen wir denn diese Marke?“ Er erklärte: „Von mir.“ – „Und  wie viel kostet die?“ – „Fünf Dollar.“ Also gaben wir ihm fünf Dollar, bekamen die Marke, klebten sie aufs Boot und alles war okay. Aber der Wildhüter hatte gedacht, wir wollten uns an ihm vorbeimogeln und uns die fünf Dollar sparen. Doch wir hatten einfach nur keine Ahnung. Wir hatten ihm auf dem Hinweg zugewinkt und er war jetzt verärgert und reagierte etwas heftig. Er dachte, wir würden seine Rolle als Wildhüter am See nicht respektieren. Aber als er sich Luft gemacht hatte, ließ er uns die Sache erklären und alles war in Ordnung. Wir kauften die Marke, klebten sie ans Boot, fuhren hinaus und fingen ein paar Fische.

 

Manche Menschen müssen das unbedingt lernen. Wenn man das Gefühl hat, einem wurde Unrecht getan und man gibt dem anderen keine Möglichkeit, sich zu erklären, wird das Problem noch größer. Selbst eine Ratte wird aggressiv, wenn man sie in die Ecke drängt und ihr keinen Fluchtweg lässt.

 

Okay, zweitens: Bleiben Sie, wo Gott Sie hingestellt hat, auch wenn Sie auf die Probe gestellt werden. Lesen wir noch einmal Kapitel 26, Vers 2:

 

1. Mose 26:2

„Und der Herr erschien ihm und sprach: Zieh nicht hinab nach Ägypten; bleibe in dem Land, das ich dir sage! Halte dich als Fremder auf in diesem Land! Und ich werde mit dir sein und dich segnen…“

 

1. Mose 26:6

„So blieb Isaak in Gerar.“

 

Isaak wird im Verlauf der Geschichte sehr wohlhabend und die Philister werden neidisch. Er soll wegziehen. Er gräbt einen Brunnen und sie stehlen ihn. Er gräbt einen zweiten Brunnen und auch den stehlen sie. Isaak hätte nun sagen können: „Vergesst es! Alles Gute, was mir geschieht, bringt nur Kummer und Neid. Jedes Mal, wenn ich einen Brunnen grabe, gibt es Probleme und Konflikte. Man hasst mich in diesem Land. Warum sollte ich hier bleiben? Gott, ich verschwinde! Es gibt jede Menge Orte, an denen ich leben kann. Ich will nichts mit diesen Problemen zu tun haben.“ Aber Isaak blieb.  Er folgte Gottes Anweisungen und hielt durch, bis Frieden geschlossen wurde. – Bleiben Sie treu. Bleiben Sie, wo Gott Sie hingestellt hat und vertrauen Sie darauf, dass Er Sie auf weiten Raum stellen wird, wo Sie Wohlergehen und Frieden genießen können.

 

Manche Menschen ergreifen sofort die Flucht, wenn Konflikte auftauchen. Sie bleiben nie lange genug, als dass Gott etwas tun könnte. Bei Eheproblemen lassen sie sich scheiden. Bei Gemeindeproblemen ziehen sie von Gemeinde zu Gemeinde. Bei beruflichen Problemen kündigen sie. Niemals bleiben sie. Aber wenn Gott uns irgendwo hinstellt, sollen wir dort auch bleiben.

 

In Prediger 10:4 finden wir einen interessanten Vers: „Wenn der Zorn des Herrschers gegen dich aufsteigt, so verlass deinen Platz nicht! Denn Gelassenheit verhindert große Sünden.“ Die Neues- Leben-Bibel übersetzt: „Wenn dein Vorgesetzter zornig auf dich ist, verlass deinen Platz nicht  übereilt!“ Gott sagte: „Bleibe in diesem Land, und ich will dich segnen.“ Aber wissen Sie was? Anfangs sah es gar nicht nach Segen aus. Gott sagte: „Ich werde bei dir sein und dich segnen.“ Und dann gab es Neid und Konflikte und Chaos und Anfeindungen und der Teufel war am Werk. Da musste Isaak doch denken: „Gott, für mich sieht das nicht besonders nach Segen aus!“ Doch er blieb und Gottes Wort erfüllte sich.

 

Kommen wir zu Nummer drei: Seien Sie direkt und sagen Sie, was Sie fühlen und wahrnehmen. Sowohl Abraham als auch Isaak verhielten sich so. Isaak sagte zu Abimelech: „Du hasst mich! Du hast mich weggeschickt! Warum kommst du jetzt zu mir?“ Er sagte sehr deutlich, wie er die Sache

 

sah, aber er hörte auch zu. Liebe Ehepaare, seien Sie direkt und ehrlich miteinander, aber hören Sie auch zu. Sprechen Sie mit den Menschen, mit denen Sie uneins sind. Ohne Kommunikation gibt es keinen Frieden. Ohne Kommunikation hat unsere Einbildung freien Lauf.

 

Eines Abends hatten wir Besuch von Freunden und zwei meiner Freunde stritten sich in der Küche. Beide waren aufgebracht über etwas, was passiert war. Und die anderen Personen im Raum warfen mir Blicke zu, als wollten sie fragen: „Was machen wir jetzt?“ Und ich dachte: „Warten wir’s ab. Das wird interessant.“ Zwischen den beiden ging es ziemlich heiß zur Sache. Und ich dachte mir: „Super!“ Einer der beiden sagte: „In meinen Augen hast du das und das getan oder nicht getan.“ Der andere holte tief Luft und erklärte seine Sicht der Dinge. Doch dann sagte einer von beiden: „Hör mal, ich verstehe jetzt, was du sagen willst. Es tut mir leid. Vergibst du mir?“ Und der andere sagte: „Ja. Vergibst du mir auch?“ – „Ja.“ Sie gaben sich die Hand und die Sache war erledigt. Es war perfekt. So soll es gehen.

 

Wir sind keine emotionslosen Automaten, die sich nie ärgern oder deren Gefühle nie verletzt werden. Wir sind Menschen. Doch wenn einer sich zurückzieht und nur noch schweigt, bringt das niemanden weiter. Und wenn jemand sich einfach nur bei allen beschwert, ohne mit der betreffenden Person selbst zu reden und ihr zuzuhören, trägt das auch nicht zur Lösung des Problems bei, sondern verstärkt den Konflikt eher nur noch. Jesus sagte: „Wenn du mit deinem Bruder ein Problem hast, dann geh zu ihm und gewinne ihn für dich.“ Seien Sie ehrlich. Reden Sie darüber, wie es Ihnen geht und wie Sie das Problem sehen. Aber hören Sie auch zu. Vielleicht werden Sie überrascht sein zu sehen, dass es noch eine andere Sichtweise der Situation gibt.

 

Das bringt mich zum vierten Punkt. Seien Sie nicht selbstgerecht, selbst wenn der andere hauptsächlich an einer schwierigen Situation schuld ist. Irgendwo werden Sie sicher auch Ihren Teil dazu beigetragen und sich schuldig gemacht haben.

 

Sowohl Abraham als auch Isaak hatten Abimelech Senior und Junior in bezug auf ihre Ehefrauen belogen. Abraham sagte: „Sie ist meine Schwester.“ Er hatte Angst, wenn herauskommt, dass Sara seine Frau ist, dass man ihn töten würde, um sie zu bekommen, denn sie war sehr schön. Abimelech holte sie in seinen Harem. Mitten in der Nacht weckte Gott Abimelech und sagte: „Du bist ein toter Mann! Die Frau, die du hast, ist mit einem anderen Mann verheiratet.“ Abimelech ging zu Abraham und Gott hatte Erbarmen mit ihm. Abimelech sagte zu Abraham: „Was hast du mir angetan?“ Und Isaak zog die gleiche Nummer ab. Er sagte über seine Frau: „Sie ist meine Schwester.“ Aber Abimelech sieht die beiden zusammen und sagt: „Sie ist doch nicht deine Schwester. So geht man nicht mit seiner Schwester um. Sie ist deine Frau! Was, wenn jemand sie geheiratet hätte? Du hättest Schuld über uns gebracht. Was versuchst du hier?“ Sowohl Abraham als auch Isaak hatten Voraussetzungen für schlechte Beziehungen geschaffen. Wir können natürlich diese Geschichten lesen und denken: Die anderen haben die Brunnen gestohlen und dies und das getan.“ Aber es war nicht nur die andere Seite.

 

Ein guter Freund von mir hat ein leitendes Amt in einer Gemeinde. Eine andere leitende Mitarbeiterin der Gemeinde fühlte sich von ihm beleidigt. Der Grund war ein Missverständnis. Sie hatte etwas falsch verstanden, aber sie ging sofort in erhöhte Angriffsbereitschaft über und nahm das Allerschlimmste   an. Und obwohl die Sache vielleicht nicht richtig kommuniziert worden war, hatte er sich nichts zuschulden kommen lassen. Da tat er etwas, das man ihm hoch anrechnen muss. Er ging zu ihr hin und sagte: „Vielleicht hätte ich mich besser ausdrücken sollen. Es tut mir leid. Und wenn ich dich beleidigt habe, kannst du mir vergeben?“ Sie war total verblüfft. Seine Aktion war absolut entwaffnend. Die Situation deeskalierte und der drohende Krieg in der Gemeinde war abgewendet, bei dem es viele Opfer gegeben hätte. Manche von Ihnen kennen solche Gemeindekriege. Sie wissen, wovon ich rede. Als mein Freund sich entschuldigte, gab er ihr die Rose und nicht die Dornen. Er sagte nicht: „Immer siehst du zuerst das Schlechte. Immer ziehst du voreilige Schlüsse. Tut mir leid, aber das wäre nicht passiert, wenn du nicht…“ genau das tat er nicht. Er sagte einfach: „Es tut mir leid. Bitte vergib mir.“ Er gab ihr eine Rose ohne Dornen. Er gewann eine Freundin, er gewann Respekt und er vermied, was  als riesiger Krach in der Gemeinde geendet hätte.“

 

Seien Sie nicht selbstgerecht, wenn es einen Konflikt gibt. Seien Sie demütig und Gott wird für Ihre Ehre sorgen.

 

Kommen wir zu Nummer fünf: Machen Sie sich klar, dass der Frieden etwas kosten wird. Er kostete Abraham sieben Lämmer und Isaak ein Festessen. Derjenige, dem Unrecht geschehen ist, muss ein Opfer bringen. Nun werden manche sagen: „Auf keinen Fall! Mir wurde Unrecht getan. Wenn jemand etwas aufgeben muss, dann die anderen!“ Das kommt ganz darauf an. Erstens hängt es davon ab,

 

wie sehr Sie sich Frieden wünschen. Zweitens hängt es von Ihrer inneren Größe ab. Drittens hängt es davon ab, was Gott zu Ihrem Herzen sagt. Sie müssen sich einfach klarmachen, dass Frieden mit Menschen einen Preis fordert.

 

Und als Letztes sollten Sie daran denken, dass es sich lohnt, dem Frieden nachzujagen. Wir haben bis Vers 31 gelesen, wo alle Frieden hatten. Kommen wir nun zu Kapitel 26, Vers 32:

 

1. Mose 26:32

„Und es geschah an jenem Tag, da kamen Isaaks Knechte und berichteten ihm von dem Brunnen, den sie gegraben hatten, und sagten zu ihm: Wir haben Wasser gefunden.“

 

In diesem trockenen Land hing alles vom Wasser ab. Es war wertvoller als Gold. Ich denke, dass  Isaak einen Zusammenhang sah: „Ich war so wütend auf diese Menschen. Ich dachte, sie hassen mich. Sie haben mich weggeschickt. Aber ich habe Ihnen einen Rückzugsraum gelassen. Wir haben miteinander gesprochen und Frieden geschlossen. Und am gleichen Tag haben wir einen Brunnen mit Wasser gefunden. Ich bin ein reicher Mann.“

 

Liebe Freunde, wenn Sie alles für den Frieden einsetzen, werden Sie unerwarteten Segen finden. Manchmal sogar noch am gleichen Tag. An dem Tag, an dem Sie sich entschließen, sich für den Frieden einzusetzen – ob nun in Gottes Haus oder in Ihrem Haus oder an Ihrem Arbeitsplatz oder in Ihrer Nachbarschaft -, werden Sie Segen finden. Mancher Segen zeigt sich sofort, anderer Segen wird erst später sichtbar. Doch Sie können Sich darauf verlassen, dass in dem Moment, in dem Sie sich für den Frieden entscheiden, Segen für Sie auf den Weg gebracht wird. – Schauen wir uns nun Vers 33 an.

 

1. Mose 26:33

„Da nannte er ihn Schibea; daher lautet der Name der Stadt Beerscheba bis auf diesen Tag.“

 

„Scheva“ ist das hebräische Wort für „sieben“ und es symbolisiert Fülle, Zufriedenheit, Überfluss. Und genau das möchte Gott uns schenken: Fülle und Überfluss. In Vers 19 heißt es:

 

1. Mose 26:19

„Und die Knechte Isaaks gruben im Tal und fanden dort einen Brunnen mit lebendigem Wasser.“

 

„Lebendiges Wasser“, so heißt es wörtlich im hebräischen Test. Erinnert Sie das an etwas? Zum Beispiel an Johannes 4? Jesus ist in Samaria am Brunnen von Sychar. Eine Frau kommt, um Wasser zu holen. Die Jünger sind unterwegs, um etwas zu essen zu kaufen. Die Frau ist erstaunt, weil Jesus sie anspricht: Erstens ist sie eine Frau und zweitens eine Samariterin. Die Samariter wurden von den Juden als Mischlinge betrachtet. Sie waren jüdischer Abstammung, hatten aber in die kanaanitischen Stämme eingeheiratet. Die Juden verachteten sie und wollten nichts mit ihnen zu tun haben. Doch Jesus sprach mit ihr und bat sie um etwas zu trinken. Sie fragte: „Du sprichst mit mir, einer samaritischen Frau?“ Jesus sagte: „Wenn du wüsstest, wer dich um Wasser bittet, würdest du ihn bitten, und er würde dir lebendiges Wasser geben. Wenn du das Wasser aus diesem Brunnen trinkst, wirst du wieder durstig. Doch das Wasser, das ich dir geben kann, wird in dir eine Quelle sein, die ins ewige Leben fließt.“

 

Diese Quelle bekommen wir, wenn wir Jesus annehmen und sie bringt uns Zufriedenheit und Fülle  und Ganzheit. Sie füllt die Lücke in unserem Leben aus, die nur Gott füllen kann. Es ist gut, Frieden  mit Menschen zu haben, aber es ist noch wichtiger, Frieden mit Gott zu haben. Die Bibel sagt, wir haben Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus und durch Sein Blut, das am Kreuz vergossen wurde. Das griechische Wort für Frieden im Neuen Testament bedeutet „etwas wieder verbinden, das abgetrennt wurde“. Es bedeutet wörtlich verknüpfen oder etwas zusammenbinden, das zerschnitten wurde. Wir sind durch unsere Sünde von Gott abgeschnitten, doch durch Jesus Christus und Sein Opfer können wir wieder mit Ihm verbunden werden. Wir können wieder diese Fülle und Zufriedenheit bekommen.

 

Die Bibel sagt, dass Jesus kam, um Frieden zwischen uns und Gott zu schaffen. Es ist interessant, dass das griechische Wort, das mit „Frieden“ übersetzt wird, wörtlich bedeutet, etwas zu verbinden, das durchtrennt wurde. Es bedeutet, etwas wieder miteinander zu verbinden, das zerschnitten wurde. Die Sünde hat unsere Beziehung zu Gott durchtrennt. Doch Jesus hat durch Seinen Tod am Kreuz und Seine Auferstehung den Weg für uns frei gemacht, sodass wir wieder in Beziehung zu Gott kommen können. Es geht nicht darum, eine lange Liste von kalten, herzlosen Ritualen einzuhalten, sondern um eine lebendige, dynamische Beziehung zu Gott. Wenden Sie sich noch heute an Jesus.

 

Sie werden es nicht bereuen. Er liebt Sie.

Jule 1. März 2013 Keine Kommentare Trackback URI Comments RSS

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