Familie Thomas Pape

Offene Türen – Bayless Conley

als epub-Datei für eBooks: Offene Türen

 

Offene Türen

Heute wollen wir über „Offene Türen“ sprechen. Jesus öffnet Türen, die kein Mensch schließen kann. Er schließt Türen, die kein Mensch öffnen kann. Doch wie so oft wirkt Gott auch hier selten ohne unser Zutun. Wie der Apostel Paulus sagte: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat bewässert, aber Gott hat es wachsen lassen.“ Und dann erklärte er: „Wir sind Gottes Mitarbeiter. Wir arbeiten mit Gott zusammen.“ Beim Öffnen von Türen – und wir werden über verschiedene Arten von Türen sprechen – spielen wir meistens auch eine Rolle. Welche das ist, wollen wir jetzt am Bibeltext sehen.

Ich möchte heute über offene Türen sprechen. In der Bibel ist von vielen verschiedenen Türen die Rede. Hinter manchen liegen Segen und Abenteuer mit dem Heiligen Geist und hinter anderen Schmerz und Kummer. Wir möchten heute gemeinsam auf Entdeckungsreise nach diesen verschiedenen Türen gehen, von denen die Bibel spricht und herausfinden, was dahinter liegt. Wir beginnen in 1. Mose 4 mit der ersten Tür, die in der Bibel erwähnt wird. Ich nenne sie einmal die „Tür der Sünde“.

1. Mose 4:3-7

„Und es geschah nach einiger Zeit, da brachte Kain von den Früchten des Ackerbodens dem Herrn eine Opfergabe. Und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der Herr blickte auf Abel und auf seine Opfergabe; aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht. Da wurde Kain sehr zornig, und sein Gesicht senkte sich. Und der Herr sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und warum hat sich dein Gesicht gesenkt? Ist es nicht so, wenn du recht tust, erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen.“

Die Sünde lagert vor der Tür. Buchstäblich steht dort im Hebräischen, sie lauert vor der Tür wie ein wildes Tier, bereit zum Sprung. Das ist das Bild, das dahintersteckt. – Offenbar hatte Gott eine Beziehung zu den Söhnen von Adam. Er begegnete ihnen, Er sprach mit ihnen, Er besuchte sie, denn dieses Gespräch mit Kain scheint nichts Außergewöhnliches zu sein. Kain antwortet Gott so, als sei es die normalste Sache der Welt, mit Ihm zu reden. Und ob sie es so von Adam und Eva gelernt hatten oder wie auch immer es dazu kam, jedenfalls brachten sie Gott ein Opfer dar. Kain war ein Ackerbauer und sein jüngerer Bruder Abel war Schafhirte. Und wir erfahren ausdrücklich, dass Abel die Erstlinge seiner Herde opferte, die Erstgeborenen und das Fett – wörtlich: den besten Teil. Er gab Gott das Erste und das Beste, was er hatte. Über seinen älteren Bruder Kain heißt es einfach, er opferte von den Früchten des Feldes. Eine weitere Beschreibung finden wir nicht. Und da Abels Opfer ausführlich beschrieben wird, hätten wir es sicher auch erfahren, wenn Kain Gott die ersten Früchte und das Beste seiner Ernte geopfert hätte.

Das wird übrigens im Neuen Testament in Hebräer 11 bestätigt. Dort heißt es: „Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain.“ Der Ausdruck „besser“ bedeutet dort wörtlich „bessere Qualität“. Abel gab sein Allerbestes und Kain gab nur irgendetwas. Es ging übrigens überhaupt nicht darum, dass Gott das Opfer nicht gefiel, weil Er ein Tieropfer erwartete. Später erfahren wir, dass es unter dem Gesetz des Mose völlig in Ordnung war, wenn Bauern und Landarbeiter Gott ein Opfer von den Früchten des Feldes darbrachten. Aber Tatsache ist: Das, was wir geben, ist ein recht zuverlässiger Indikator für unsere Beziehung zu Gott. Kains belangloses Opfer zeigte, welche Bedeutung er seiner Beziehung zu Gott beimaß. Gott sagte: „Die Sünde lagert vor der Tür.“ Sie war noch nicht im Haus. Kain hätte über sie herrschen sollen, doch er tat es nicht. Er wollte nicht sein Bestes geben und das Rechte tun, also kam die Sünde in sein Leben. Und die erste Folge davon war der Mord an seinem jüngeren Bruder Abel. Kain war zornig, weil Gott Abel gesegnet hatte. Doch was nötig war, um selbst gesegnet zu werden, wollte er nicht tun. Das sollte uns nachdenklich machen. Er war wütend, weil Gott Abel gesegnet hatte, doch er war nicht bereit zu tun, was nötig war, um selbst gesegnet zu werden. In diesem Zusammenhang möchte ich auf zwei Dinge eingehen, von denen die Bibel sagt, dass sie der Sünde die Tür öffnen – und die Sünde, sagt Gott, lauert vor der Tür darauf, eingelassen zu werden. Das erste ist, sich über den Segen zu ärgern, den ein anderer Mensch empfängt – Wohlstand, Stellung, Beliebtheit, Ansehen; wenn jemand weiterkommt als wir. Wenn wir uns darüber ärgern, wenn es uns nicht gefällt, dass jemand anderes gesegnet ist oder uns vorgezogen wird, dann lauert die Sünde vor der Tür.

Es gab einmal eine Situation, in der ein christlicher Leiter ziemlich tief in eine zerstörerische Sünde hineingeraten war. Besonders widerlich daran war seine schamlose Einstellung, die er dazu entwickelt hatte. Sie erinnerte mich sehr daran, wie Kain reagierte, als Gott ihn fragte: „Wo ist dein Bruder?“ „Bin ich meines Bruders Hüter? Was weiß ich?“ Er versuchte es zu vertuschen und schob dann die Schuld ab: „Ich bin nicht für ihn verantwortlich.“ Und dieser christliche Leiter hatte die gleiche Einstellung und die ärgerte mich mehr als es vielleicht gut war. Ich hatte wirklich damit zu kämpfen, denn seine Vorgesetzten versuchten, ihn auf den richtigen Weg zurückzubringen und er strafte sie nur mit Missachtung und ging seiner Wege. Er schob allen anderen die Schuld zu. Das war eine schwierige Situation, die mir sehr zu schaffen machte. Ich redete mit meiner Frau darüber und fragte immer wieder: „Wie konnte er das machen? Wie konnte es so weit kommen?“ Die Sache nagte an mir. Eines Abends lagen Janet und ich im Bett und ich fing wieder davon an. Da sagte Janet etwas, das bei mir wie ein Blitz einschlug und ich wusste, es traf die Situation haargenau. Sie sagte. „Bayless, die Wurzel von allem, was er getan hat, war Neid.“ Ich begann darüber nachzudenken und mir fiel ein, dass eine Reihe seiner Studienkollegen mehr Anerkennung und bessere Posten als er erhalten hatten. Sie waren vor ihm befördert worden. Einige von ihnen waren sogar jünger als er, doch aufgrund ihrer Begabung und einfach weil Gott sie ausgewählt hatte, wurden sie anerkannt und befördert und er eben nicht. Darüber war er wütend. „Sein Gesicht senkte sich“, wie es in der Bibel heißt. Und so öffnete sich in seinem Leben die Tür für die Sünde.

Wir müssen lernen, uns zu freuen, wenn andere gesegnet werden, und Gott dafür danken, selbst wenn wir das Gefühl haben, dass wir schwerer gearbeitet haben und schon länger an der Arbeit sind als sie. Wir denken vielleicht: „Gott, was soll das denn?“, doch wir sollten lieber sagen: „Gott, danke, dass Du gut bist. Du bist gnädig, wem Du willst, und ich freue mich über das Gute im Leben dieses Menschen.“ Zweitens: Wenn Gott nicht den ersten Platz in unserem Leben hat, öffnet sich die Tür für die Sünde. Kain gab Gott nicht seine besten Früchte, weil Gott für ihn nicht an erster Stelle stand. Abel gab die Erstgeborenen seiner Herde, weil Gott für ihn an erster Stelle kam.

Wo steht Gott in Ihrem Leben? Alles, was in unserem Leben vor Gott kommt, wird zum Götzen. Und mit jedem Götzen gehen ganz eigene, zerstörerische Sünden einher. Bei manchen Menschen lauert die Sünde vor der Tür. Bei anderen hat sie die Hand an der Klinke. Wieder andere haben die Tür geöffnet und werden nun von einer Sünde beherrscht, die sie selbst hätten beherrschen sollen. Das ist fatal. Wenn wir der Sünde die Tür öffnen, öffnet sich nämlich noch eine weitere Tür, die keiner von uns geöffnet sehen will: die Tür des Gerichts.

Schauen Sie bitte mit mir in Vers 11. Dort sagt Gott zu Kain:

1. Mose 4:11-13

„Und nun, verflucht seist du von dem Ackerboden hinweg, der seinen Mund aufgerissen hat, das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen! Wenn du den Ackerboden bebaust, soll er dir nicht länger seine Kraft geben; unstet und flüchtig sollst du sein auf der Erde! Da sagte Kain zu dem Herrn: Zu groß ist meine Strafe, als dass ich sie tragen könnte.“

Menschen, die bewusst die Sünde genießen, wollen gleichzeitig nie die schmerzlichen Konsequenzen spüren. Doch Sünde hat immer Konsequenzen. Die Bibel sagt, Sünde ist ein flüchtiges Vergnügen, das bald endet, so wie jede Phase einmal endet. Und dann wird abgerechnet. In Jakobus 5:9 heißt es: „Siehe, der Richter steht vor der Tür.“

Ich sage es zwar nur ungern, aber ich muss es sagen: Ich sehe, wie das Gericht immer näher kommt. Möglicherweise ist es nicht unmittelbar ein Gericht Gottes, aber jeder muss ernten, was er gesät hat. Gott hat das Gericht in das Leben, wie wir es kennen, eingearbeitet. In Galater 6 heißt es: „Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht verspotten! Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten.“

Denken Sie einmal an König David. Er war ein Mann nach Gottes Herzen, aber wir kennen die Geschichte. Er beging Ehebruch mit Batseba, sie wurde schwanger, er versuchte die Sache zu vertuschen und am Ende ließ er ihren Ehemann ermorden, damit er sie heiraten konnte. Über ein Jahr lang lebte David in einer kaputten Beziehung zu Gott. Er bat nicht um Vergebung oder bekannte seine Sünde. Er vertuschte die Sünde und lebte weiter, als gäbe es keinen Richter, bis der Prophet Nathan kam und ihn bloßstellte. Und David erntete Gericht. Das Kind starb und noch andere schreckliche Dinge geschahen in seiner Familie. Aber wissen Sie was? Gott, der barmherzige Gott, hatte David viel Zeit zur Umkehr gegeben und David hatte sie nicht genutzt.

Gott hat uns etwas gegeben, mit dem wir den Kreislauf aus Sünde und Tod durchbrechen können. Gott hat uns eine „Schaufel“ gegeben, mit der wir die Wurzel der Sünde ausgraben können, damit sie sich nicht festsetzt und Früchte bringt, deren Konsequenzen wir dann tragen müssen. Diese „Schaufel“ heißt Buße. Gott ist barmherzig!

Bei manchen Menschen steckt die Wurzel in der Erde und ich sage Ihnen: Diese Früchte wollen Sie nicht haben! Aber wenn Sie die Wurzel nicht ausgraben, ist die Frucht unvermeidbar. Nehmen Sie die Schaufel und fangen Sie an zu graben! Kehren Sie um. Bitten Sie Gott um Vergebung. Durchbrechen Sie den Kreislauf. Gott ist barmherzig. Wenn es nicht so wäre, wäre keiner von uns hier. Er ist gütig und unvorstellbar geduldig. Aber es gibt zwei Arten von Menschen: solche, die ihre Sünde hassen, die darum kämpfen, heilig zu werden, die umkehren, wenn sie versagt haben – und solche, die weiter in der Sünde leben, als gäbe es kein Gericht… die keine Buße tun, die von ihrem Versagen nie angewidert sind. Diesen Menschen sage ich: Der Richter kommt und dann wird sich eine Tür öffnen, die Sie nie offen sehen möchten. Nun ist die ganze Welt schuldig vor Gott. Wir alle haben gesündigt und Gottes Herrlichkeit verloren. Und die Lage wäre hoffnungslos, wenn Gott nicht andere Türen geöffnet hätte. Einige davon möchten wir uns jetzt anschauen.

Schlagen Sie bitte mit mir Apostelgeschichte 14 auf. Paulus und Barnabas waren von ihrer ersten Missionsreise nach Antiochia zurückgekommen und erzählten von ihren Erlebnissen. Wir lesen in

Apostelgeschichte 14:27

„Als sie aber angekommen waren und die Gemeinde zusammengebracht hatten, erzählten sie alles, was Gott mit ihnen getan und dass er den Nationen eine Tür des Glaubens aufgetan habe.“

Hier finden wir eine Tür des Glaubens, die Gott für die Heiden geöffnet hatte. An diesem Punkt der Kirchengeschichte gibt es fast nur Judenchristen. Die ersten zehn Jahre lang war die Kirche durchweg jüdisch. Petrus und alle anderen glaubten, dass man, um Christ zu werden, von Haus aus Jude sein müsse. Sie meinten, man müsse sich beschneiden lassen und das jüdische Gesetz einhalten, man könne nur durch die Tür des Judentums Christ werden.

In Apostelgeschichte 10 stellte Gott das alles auf den Kopf und der Apostel Paulus predigte die Rechtfertigung durch den Glauben ohne die Werke des Gesetzes. Doch immer noch bestand die Kirche hauptsächlich aus Judenchristen. Doch jetzt öffnet Gott diese riesige Tür des Glaubens für die Nichtjuden, sodass sie das Evangelium hören und annehmen konnten. Diese Tür steht heute noch offen. Ich bin einer der „Heiden“, die durch diese Tür gegangen sind. Halleluja!

„Heide“ bedeutet in diesem Zusammenhang nichts weiter als nicht jüdisch. Das Evangelium war nun für die ganze Welt zugänglich.

Wie sind Sie heute in diesen Saal oder in dieses Haus gekommen – vielleicht durch den Haupteingang? Als Sie durch diese Tür hereinkamen, standen Ihnen viele andere Türen offen. Und mit der Tür des Glaubens, die den Nichtjuden geöffnet wurde, öffneten sich auch viele andere Türen – für bestimmte Volksgruppen, Regionen, Individuen. Eine dieser Türen wollen wir uns näher anschauen. Schlagen Sie bitte in Ihrer Bibel 1. Korinther 16 auf. 1. Korinther, 16. Kapitel, Vers 8. Dort schreibt Paulus Folgendes:

1. Korinther 16:8

„Ich werde aber bis Pfingsten in Ephesus bleiben, denn eine große und wirksame Tür ist mir aufgetan, und der Widersacher sind viele.“

In Ephesus öffnete sich also eine große Tür. In dieser heidnischen Stadt, unter Menschen, die Götzen dienten, gab es eine Bekehrungswelle. Die Tür des Glaubens öffnete sich den Nichtjuden und jetzt einer konkreten Stadt.

Einer meiner Bekannten lebte eine Weile in Jamaica. Er lernte eine Gruppe von Rastafaris kennen, die in einer Kommune am Strand wohnten. Mein Bekannter ging einfach zu ihnen und verbrachte Zeit mit ihnen. Und für diese Gruppe gab es jeden Tag nur einen Höhepunkt, nämlich Marihuana. Mein Bekannter war einfach bei ihnen. Er verurteilte sie nicht – auch wenn er nie Drogen nahm – und erzählte davon, wie er aus Drogensucht und Gewalt zu Jesus gefunden hatte und zum Glauben gekommen war. Und sie mochten ihn. Er lebte einfach mit ihnen zusammen – aß mit ihnen, hatte Spaß mit ihnen – und erzählte von seinem Glauben. Nach etwa einer Woche sagte der Leiter der Strandkommune zu ihm: „Hey, Mann, wir mögen dich. Erzähl uns doch von deinem Glauben an Jesus.“ Also setzten sich alle zusammen und mein Bekannter erzählte ihnen von Jesus und wie man Christ wird. Und 25 von ihnen beteten mit ihm, vertrauten Jesus ihr Leben an und ließen sich sofort taufen, alle 25, direkt im Meer vor ihrem kleinen Lager. Gott hatte eine Tür geöffnet!

Wenn Paulus hier sagt, „denn eine große und wirksame Tür ist mir aufgetan“, deutet das Wort „wirksam“ auf eine Menge Arbeit hin. Das griechische Wort, das mit „wirksam“ übersetzt ist, hat mit dem Wort „Arbeit“ zu tun.

In der Neues-Leben-Bibel heißt es: „Hier bieten sich mir große Möglichkeiten für die Arbeit.“ Und wenn Sie diesen Bericht in der Apostelgeschichte nachlesen, sehen Sie, dass Paulus hart gearbeitet hat. Zwei Jahre lang predigte und betete und organisierte er. Schließlich kamen viele Menschen zum Glauben. Gottes offene Türen bedeuten meistens viel Arbeit.

Manche Menschen beten: „Gott, öffne eine Tür“, so als würde Gott alles allein tun und wir könnten uns zurücklehnen und zuschauen. Doch vieles von dem, was Gott tut, erfordert unsere Mitarbeit. Paulus sagte: „Wir sind Gottes Mitarbeiter. Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott hat das Wachstum gegeben.“ Und die Ehre gehört nicht uns. Diejenigen, die pflanzen und bewässern, sind nichts. Gott ist es, der alles wachsen lässt. Schaut hin, was der Herr getan hat! – Amen dazu. Doch Gott setzt uns zur Arbeit ein. Paulus sagte: „Mir wurde eine große Tür geöffnet. Sie bedeutet viel Arbeit und ich habe viele Widersacher.“ Wenn Gott eine Tür öffnet, gibt es immer viele Widersacher. Der Teufel will immer aufhalten und behindern und ausbremsen, was Gott geplant hat. Doch wenn Verfolgung auftritt und Feinde kommen, sollten sie den treuen Dienern Gottes nicht den Mut rauben. Vielmehr sollten die Schwierigkeiten ihren Eifer anstacheln, weiterzumachen und mehr Frucht zu ernten.

Wenn Sie um eine offene Tür beten, kann ich nur sagen: Machen Sie sich auf Arbeit gefasst. Ich weiß, manche wollten das nicht hören, aber es war nötig. O ja! Vielleicht sagen Sie jetzt: „Aber Herr Pastor, was ist mit meiner Situation? Wir haben über die Tür des Glaubens gesprochen und über Rettung, und das ist auch das Wichtigste. Aber ich habe auch Bedürfnisse! Ich habe Probleme und ich brauche Hilfe. Hat Gott auch offene Türen für mich?“Ja, das hat Er.

Schlagen Sie bitte mit mir Apostelgeschichte 16 auf. Diese Tür möchte ich „Tür der Befreiung“ nennen. Apostelgeschichte 16. Gegen Paulus und Silas waren falsche Anschuldigungen vorgebracht worden. Man hatte sie ohne Gerichtsprozess geschlagen und ins Gefängnis geworfen. Und nun schauen Sie, was die beiden in ihrer dunkelsten Stunde taten, als sich scheinbar alles gegen sie gerichtet hatte:

Apostelgeschichte 16:25-26

„Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobsangen Gott; und die Gefangenen hörten ihnen zu. Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, sodass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden; und sofort öffneten sich alle Türen, und aller Fesseln lösten sich.“

Die Worte „plötzlich“ und „sofort“ gefallen Ihnen auch, oder? Plötzlich gab es ein Erdbeben und sofort öffneten sich alle Türen. Manchmal tut Gott Dinge plötzlich und sofort. Er öffnet eine Tür zur Heilung, Er öffnet eine Tür zu finanziellem Segen, Er öffnet eine Tür und rettet Sie aus katastrophalen Problemen.

Es ist wunderbar, wenn Gott plötzlich und sofort handelt. Doch die meisten Türen der Befreiung sind Türen zu einem Prozess, bei dem sich die Räder der Befreiung in Bewegung setzen. Wenn wir am Glauben festhalten und gehorsam bleiben und Gott suchen, bringt Er uns durch. Mal ganz ehrlich, Gott: Am meisten gefällt mir das „sofort“ und „plötzlich“. Das finde ich am besten. Doch in Wahrheit ist es so, wenn wir die Bibel genau lesen, dass die meisten Dinge, die Gott tut, ein Prozess sind. Und das ist noch wichtiger, denn in diesen Zeiten prüfen wir uns selbst und legen unnötige Dinge ab. Wir kehren zu Gott um und bringen Beziehungen in Ordnung und konzentrieren uns auf Gottes Wort. Wenn dann die schwierige Situation hinter uns liegt, sind wir als Mensch gewachsen und haben einen besseren Charakter. Wenn die Probleme bewältigt sind, sind wir Gott näher und haben eine bessere Beziehung zu Gott. Doch ganz gleich, ob es plötzlich und sofort geschieht oder es ein Prozess ist, Gott möchte Sie retten. Und Sie sollten sich bewusst machen, dass es dabei nicht nur um Sie geht. Die Befreiung hat immer ein bestimmtes Ziel. Gott liebt Sie, doch Er möchte auch jemand anderen durch Sie lieben. Ist Ihnen eben etwas aufgefallen? Nicht nur bei Paulus und Silas öffnete sich die Tür, sondern bei allen Gefangenen. Kurz darauf kommen der Gefängniswärter und seine Familie zum Glauben.

Ja, Gott möchte Sie materiell segnen, doch nicht nur zu Ihrem eigenen Nutzen. Sie sollen Seine Arbeit auf dieser Erde unterstützen. Ja, Gott möchte Sie heilen, aber Sie sollen auch anderen davon erzählen und für sie beten. Ja, Gott möchte Sie befreien, aber Sie sollen andere ermutigen, die gerade eine dunkle Zeit durchmachen. Gott tut etwas für Sie, weil Er letztlich etwas durch Sie tun will. Nun stellt sich eine Frage: Wie können wir diese Türen öffnen? Müssen wir nur den göttlichen Zeitplan abwarten, sozusagen bis das Türschloss klickt und Gott sagt: „Okay, jetzt“? Oder müssen wir uns damit abfinden, dass Gott souverän ist und wir gar nichts tun können? Natürlich öffnet Gott in Seiner Souveränität Türen, und zwar zu Seinem Zeitpunkt. Aber ich glaube, dass Gott oft auch auf uns wartet.

Ist Ihnen aufgefallen, dass Paulus und Silas in ihrer dunkelsten Stunde Gott lobten? Im Text heißt es, sie beteten und sangen Loblieder. Das Wort beten heißt aber nicht nur „bitten“. Es bedeutet auch „anbeten“. Sie beteten Gott an. Sie baten nicht einmal um etwas. Sie beteten Gott an und lobten Ihn. Dann gab es ein Erdbeben und die Gefängnistüren sprangen auf.

Manche Türen reagieren nur auf den Klang unseres Lobes für Gott. Sie sind sozusagen „sprachgesteuert“. Wenn wir mit unserer Stimme Gott loben, öffnen sie sich. In Jesaja 60:18 heißt es: „Deine Mauern sollst du Rettung nennen und deine Tore (oder Türen) Ruhm.“ Wenn Sie gerade eine dunkle Zeit durchmachen, müssen Sie vielleicht anfangen, Gott anzubeten und zu loben. Dadurch öffnen sich möglicherweise Türen, die anders nie aufgehen werden.

In Offenbarung 3 – wenn Sie die Stelle bitte einmal aufschlagen – lesen wir noch etwas anderes, das Türen in unserem Leben öffnen kann. In Offenbarung Kapitel 3 spricht Jesus die Gemeinde in Philadelphia an. Vers 8.

Offenbarung 3:8

„Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand schließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.“

Drei Dinge werden hier erwähnt: eine kleine Kraft, meinen Namen nicht verleugnet, mein Wort bewahrt. Darauf möchte ich besonders eingehen: Du hast mein Wort bewahrt. Ich glaube, wenn wir Gottes Wort bewahren, öffnet Er Türen für uns. Das griechische Wort für „bewahren“ bedeutet hier „im Auge behalten“ und „festhalten“. Halten Sie Ihre Augen auf Gottes Verheißungen gerichtet. Halten Sie daran fest. Bewahren Sie sie im Herzen.

In den Sprüchen heißt es: „Sie sind das Leben denen, die sie finden, und heilsam ihrem ganzen Leib.“ Lassen Sie dieses Wort nicht los. Halten Sie an dem Versprechen fest, dass Gott Ihre Familie retten will, dass Er Sie heilen möchte oder worum es auch immer geht. Halten Sie den Blick fest darauf gerichtet. Halten Sie daran fest. Lassen Sie sich das nicht entreißen. In Römer 4 heißt es, Abraham wurde stark im Glauben, während er auf Gottes Versprechen schaute. Gottes Wort wird nicht nur Ihren Glauben wecken, sondern ihn auch in schweren Zeiten festigen. Ich kann Ihnen nur sagen: Halten Sie durch. Halten Sie noch eine Weile durch. Vielleicht haben Sie nur wenig Kraft wie die Christen in Philadelphia. Sie hatten vertraut und fest gestanden und jetzt hatten sie kaum noch Kraft. Jesus sagte: „Ihr habt nur wenig Kraft, aber ihr habt mein Wort nicht losgelassen. Ihr habt mein Versprechen im Blick behalten. Ich habe eine Tür für euch geöffnet und niemand kann eine Tür schließen, die ich öffne.“ Halten Sie durch. Klammern Sie sich an Gottes Wort fest.

Ich hoffe, die Predigt hat Ihnen weitergeholfen. Und ich möchte Ihnen gern noch etwas sagen. Vielleicht sagt Ihnen das sonst niemand in Ihrer Welt. Vielleicht hören Sie diese Worte von keinem anderen Menschen. Aber ich möchte Sie Ihnen sagen: Sie sind geliebt. Gott liebt Sie mehr, als Sie jemals verstehen können. Gott liebt Sie. Und wissen Sie was? Er liebt Sie in Ihrer schlimmsten Verfassung nicht weniger als in Ihrer Bestform. Gott liebt Sie, liebe Freunde. Er liebt Sie. Ja, ich meine Sie. Gott liebt Sie. Er liebt Sie. Und Er wird Sie niemals aufgeben. Wollen Sie Ihm nicht eine Chance geben? Möchten Sie nicht Seinen Sohn Jesus in Ihr Leben lassen? Finden Sie heraus, wie wunderbar Gottes Liebe ist, wenn Sie sie annehmen. Bis zum nächsten Mal. Gottes Segen.

 

Schreibe einen Kommentar