Segen und Grenzen

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Segen und Grenzen

02.12.2012

Pastor Bayless Conley

 

Hallo Freunde, ich freue mich, dass Sie heute zusehen. Ich spreche heute über das Thema „Segen und Grenzen“. Gott setzt Grenzen in unserem Leben, aber nicht, weil Er gemein ist und allen zeigen will, dass Er der Chef ist, sondern weil Er uns innerhalb dieser Grenzen Seinen Segen schenkt. Wenn wir innerhalb Seiner Grenzen leben, werden wir Gottes reichen Segen erfahren, ob es nun um unsere Sexualität, unsere Finanzen oder unsere Beziehungen geht. Gut, fangen wir an.

 

Der Titel meiner heutigen Botschaft lautet „Segen und Grenzen“. Wir alle wollen Gottes Segen in unserem Leben. Die Bibel sagt in Sprüche 10:22: „Der Segen des Herrn, der macht reich, und eigenes Abmühen fügt neben ihm nichts hinzu.“ Gottes Segen macht uns reich und das wirkt sich auf unser ganzes Leben aus – auf unsere Gesundheit, unsere Beziehungen, unseren Frieden, unser Wohlergehen. Die Bibel spricht von all diesen Dingen als den Früchten von Gottes Segen. Wir sollten nie vergessen, dass Gott mehr Segen für uns im Sinn hat als wir uns vorstellen können. Gott ist ein Gott des Überflusses.

 

Kürzlich las ich von dem Sabbatjahr, das Gott für Israel festgesetzt hatte. Sechs Jahre lang sollten sie ihre Felder bewirtschaften und aussäen und ernten. Aber im siebten Jahr sollten sie ruhen und das Land nicht bestellen. Und Gott sagte: „Wenn ihr das tut, werde ich euer Land im sechsten Jahr  segnen, sodass ihr im siebten Jahr nicht arbeiten müsst.“ Vielleicht dachten sie: „Gut, Gott, wenn du das Land im sechsten Jahr segnest, wird es wohl die doppelte Ernte hervorbringen, sodass sie uns für das sechste und das siebte Jahr ausreicht.“ Aber Gott sagte: „Nein. Ich werde das Land im sechsten Jahr segnen, und es wird die dreifache Ernte hervorbringen.“ Als ich das las, fragte ich mich: „Gott, warum? Sie sollten doch nur für ein Jahr ruhen. Wenn sie im sechsten Jahr das Doppelte bekommen hätten, wären sie doch gut versorgt gewesen.“ Aber so ist Gott. Er gibt uns mehr als genug. Wir alle kennen die Verheißungen in Maleachi, wo Gott sagt: „Bringt euren ganzen Zehnten in das  Vorratshaus, damit Nahrung in meinem Haus ist! Prüft mich doch darin, spricht der Herr, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen ausgießen werde bis zum Übermaß!“ Er schenkt uns mehr Segen als wir uns vorstellen können. Das ist Gottes Wille. Das müssen Sie wissen. Es ist Sein Wille, Sie zu segnen. Gott sagt an vielen Stellen in der Bibel ausdrücklich: „Ich will dich segnen“ oder „Der Herr wird sein Volk segnen“. In Epheser 1:3 heißt es, dass Er uns mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus gesegnet hat und in 2. Korinther 1:20 lesen wir, dass Jesus Christus die Erfüllung von jeder einzelnen göttlichen Verheißungen ist. Jede Verheißung Gottes und jeder Segen, den Seine Verheißungen mit sich bringen, tragen die ewige Erfüllung in sich: Jesus Christus. Gott ist also ein Gott des Segens, Er hat mehr Segen für uns als wir uns vorstellen können und Er will uns segnen, doch diesen Segen erfahren wir nur innerhalb der Grenzen Seiner Liebe. Das ist der Kern der heutigen Predigt.

 

In der verbleibenden Zeit will ich Ihnen erklären, was ich damit meine, wenn ich sage, dass Gottes Segen innerhalb der Grenzen Seiner Liebe zu finden ist. Sehen wir uns zusammen 1. Könige, Kapitel 13 an. 1. Könige, Kapitel 13. Das ist ein Beispiel dafür, wie Gott uns Grenzen setzt. Innerhalb dieser Grenzen liegt großer Segen, aber außerhalb davon erwarten uns Schwierigkeiten. 1. Könige 13. Das ist die Geschichte eines jungen Propheten, der auf außergewöhnliche Weise von Gott gebraucht wurde. Er wirkte ein Wunder durch ihn. Und als es getan war, trug Gott ihm drei Dinge auf: „Du sollst kein Brot essen und kein Wasser trinken, und du sollst nicht auf dem Weg zurückkehren, den du hingegangen bist!“ Aber durch den Einfluss einer anderen Person war er allen drei Geboten ungehorsam. Er aß Brot, er trank Wasser und er ging auf demselben Weg zurück, auf dem er gekommen war. Gott hatte ihm Grenzen gesetzt. Er hatte ihm drei Dinge geboten. Sehen wir uns nun an, was weiter passierte. Wir lesen ab Vers 23 in 1. Könige 13.

 

1. Könige 13:23-25

„Und es geschah, nachdem er Brot gegessen und nachdem er getrunken hatte, da sattelte man für ihn den Esel des Propheten, der ihn zurückgebracht hatte. Und er zog fort. Da fand ihn ein Löwe auf dem Weg und tötete ihn. Und seine Leiche blieb hingestreckt auf dem Weg liegen, und der Esel stand daneben, und der Löwe stand neben der Leiche. Und siehe, da kamen Männer vorbei und sahen die Leiche auf dem Weg hingestreckt liegen und den Löwen neben der Leiche stehen. Und sie kamen   und sagten es in der Stadt, in der der alte Prophet wohnte.“

 

Und als der alte Prophet Stunden später mit seinen Söhnen aus der Stadt kam, stand der Löwe immer noch neben dem Esel und der Leiche. Das ist erstaunlich! Es heißt, dass Leute extra kamen, um sich

 

das anzusehen. Das ist, als hätte Gott einen Schnappschuss gemacht. Da waren ein Löwe und ein Esel, die sich entgegen ihrer Natur verhielten. Der Löwe tötete den Mann, aber er machte sich nicht über die Leiche her. Er stand einfach daneben. Er griff auch den Esel nicht an, er stand einfach da. Und der Esel lief nicht vor dem Löwen davon! Da waren also der Löwe, die Leiche und der Esel und sie rührten sich stundenlang nicht von der Stelle, und die Leute dachten: „Was in aller Welt ist das?“  Es ist, als wollte Gott ihnen dieses Bild tief in ihr Gedächtnis einprägen. Und nicht nur in ihres,  sondern auch in das Gedächtnis aller Menschen aus allen Generation, die diese Geschichte lesen  oder hören würden. Vielleicht war der Prophet sehr durstig und sehr hungrig und vielleicht fragte er sich: „Warum kann ich nicht auf demselben Weg zurückgehen, auf dem ich gekommen bin? Wenn ich einen anderen Weg nehme, brauche ich doppelt so lang. Es gibt sonst keinen direkten Weg. Dann muss ich über die Berge oder durch unwegsames Gelände gehen. Das ergibt keinen Sinn.“ Und so überschritt er bei der ersten Gelegenheit seine Grenzen und ignorierte, was Gott ihm gesagt hatte.  Und der Löwe tötete ihn. Ich glaube nicht, dass Gott den Löwen geschickt hat. Ich glaube, Gott versuchte ihn zu schützen. Gott wusste, dass auf dem Weg ein Löwe herumlungerte und Er wusste auch, wann dieser auf die Jagd gehen würde. Gott wusste: „Wenn du noch länger hier bleibst und dir die Zeit nimmst, zu essen und zu trinken, wird das gefährlich werden. Es wird dich dein Leben kosten. Du weißt es nicht, aber ich weiß, dass dort ein Löwe umherstreicht.“ Gott sieht Dinge, die wir nicht sehen. Gott weiß Dinge, die wir nicht wissen. Und wissen Sie was? In 1. Petrus 5:8 heißt es: „Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“ Er kann nicht jeden verschlingen, nur diejenigen, die ihre Grenzen überschritten haben. Und deshalb bewegt er sich auf seiner Jagd genau entlang der Grenzen, die Gott gesetzt hat. Gott sieht Dinge, die wir nicht sehen. Er weiß Dinge, die wir nicht wissen und Er setzt uns Grenzen, weil Er uns über alles liebt. Er betrachtet die Dinge im Licht der Ewigkeit und auch in der Gegenwart sieht Er Dinge, die uns verborgen bleiben. Und weil Er uns liebt, setzt Er uns Grenzen. Sehen wir uns

5. Mose 28 an. Die Segnungen, die hier aufgelistet sind, gelten sowohl für Abraham und seine   direkten Nachkommen als auch für uns. Im Neuen Testament heißt es: „Wenn ihr aber des Christus seid, so seid ihr damit Abrahams Nachkommenschaft und nach der Verheißung Erben.“ Sehen wir uns jetzt Vers 1 in 5. Mose 28 an. Dort steht: „Und es wird geschehen, wenn…“ Sagen Sie alle: „Wenn.“ Das ist ein großes Wort in der Bibel.

 

5. Mose 28:1-8

„Und es wird geschehen, wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, genau gehorchst, dass du darauf achtest, all seine Gebote zu tun, die ich dir heute befehle …“ (und Seine Grenzen einzuhalten),

„… dann wird der Herr, dein Gott, dich als höchste über alle Nationen der Erde stellen. Und alle diese Segnungen…“ Sagen Sie alle: „Segnungen.“ „Und alle diese Segnungen werden über dich kommen und werden dich erreichen, wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchst. Gesegnet wirst du sein in der Stadt, und gesegnet wirst du sein auf dem Feld. Gesegnet wird sein die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Ackerlandes und die Frucht deines Viehs, der Wurf deiner Rinder und der Zuwachs deiner Schafe. Gesegnet wird sein dein Korb und dein Backtrog. Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet wirst du sein bei deinem Ausgang. Der Herr wird deine Feinde, die sich gegen dich erheben, geschlagen vor dir dahingeben. Auf einem Weg werden sie gegen dich ausziehen, und auf sieben Wegen werden sie vor dir fliehen. Der Herr wird dir den Segen entbieten in deine Speicher und zu allem Geschäft deiner Hand, und er wird dich segnen in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.“

 

Dann folgen noch einige weitere besondere Segnungen, welche diejenigen empfangen werden, die innerhalb der von Gott gesetzten Grenzen leben. Aber auch die Kehrseite der Medaille wird uns offenbart. Sehen wir uns Vers 15 an:

 

5. Mose 28:15

„Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, nicht gehorchst, so dass du nicht darauf achtest, all seine Gebote und seine Ordnungen zu tun, …“ – … wenn Sie sich also über Seine Grenzen hinwegsetzen… -„… die ich dir heute gebiete, dann werden all diese Flüche über dich kommen und dich erreichen.“

 

Und im ganzen Rest des Kapitels geht es um die Flüche und die schlimmen Dinge, die passieren werden, wenn wir Gottes Grenzen überschreiten. Okay, Gott, warum Grenzen? Weil innerhalb dieser Grenzen Segen liegt, außerhalb von ihnen jedoch Fluch.

 

Ich ging auf die Los Alamitos High School. Wenn Sie damals mit mir zur Schule gegangen wären, hätten Sie wahrscheinlich den Eindruck gewonnen, dass Bayless nicht besonders viel für die Schule übrig hat. Und damit hätten Sie den Nagel vermutlich auf den Kopf getroffen. Ich fehlte oft. Wir hatten

 

einen freien Unterricht. Wenn man morgens kam, trug man sich für den Unterricht ein, den man besuchen wollte. Dann teilten sie einem mit, wann und wo dieser Unterricht stattfand, aber es wurde nie eine Anwesenheitsliste geführt. Und da man kommen und gehen konnte, wie man wollte,  entschied ich mich meistens dafür, zu gehen. Einmal im Jahr ging ich zu einer Sportveranstaltung und einmal in drei Jahren besuchte ich ein Footballspiel. Einmal beschlossen wir, uns in den gegnerischen Fanblock zu setzen. Unser Team spielte gegen die Magnolia High School und wir setzten uns mitten   in die Menge der Fans, die das Magnolia-Team anfeuerten. Nachdem wir dort ein paar Leute aufgezogen hatten, wollten wir wieder in unserem Block zurückgehen. Aber plötzlich war ich von etwa zehn Jungen umzingelt. Als ich nach meinem Freund Ausschau hielt, sah ich, dass auch er von einer Gruppe Jungen umringt war. Da trat ein Kerl auf mich zu. Er war fast zwei Köpfe kleiner als ich. Er fragte: „Was tut ihr hier?“ Ich sagte: „Wir sehen uns das Spiel an, Mann.“ „Du bist nicht von der Magnolia High.“ Ich sagte: „Nein, bin ich nicht.“ „Solltest du dann nicht auf der anderen Seite des Spielfelds sein?“ Ich antwortete: „Ich bin gerade auf dem Weg dorthin.“ Darauf er: „Sieh lieber zu, dass du hier wegkommst.“ Ich sagte: „Ich bin schon weg.“ Doch kaum war ich ein paar Schritte gegangen, tippte er mir auf die Schulter und als ich mich umdrehte, versetzte er mir einen Fausthieb. Dann stand er einfach da und sah mich an, als wollte er sagen: „Na los, versuch’s doch.“ Wir wussten beide, dass sich zehn Jungen auf mich stürzen würden, wenn ich ihn auch nur anrührte. So bahnte ich mir meinen Weg durch die Menge und sah gerade noch, wie auch mein Freund einen Fausthieb verpasst bekam. Und wissen Sie was? Wenn wir innerhalb der Grenzen des Bereichs geblieben wären, wo wir hingehörten, hätten wir ein wenig mehr Segen erfahren. Aber wir überschritten die Grenze und  erfuhren ein wenig Fluch. Ich glaube, wir müssen die Herzenshaltung annehmen, die David in Psalm 119 beschrieb. Bitte schlagen Sie den Psalm mit mir auf. Psalm 119, wir sehen uns die Verse 127 und 128 an.

 

Psalm 119:127

„Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold und Feingold.“

Gott, ich liebe die Grenzen, die Du für mich setzt. Ich liebe Deine Gebote. Psalm 119:128

„Darum wandle ich aufrichtig nach allen deinen Vorschriften. Jeden Lügenpfad hasse ich.“

 

Gott, alles, was Du sagst, ist richtig, auch wenn ich es nicht verstehe, auch wenn Deine Grenzen von meinem Standpunkt aus ungerecht erscheinen. Gott, Du hast recht, denn ich weiß, dass Du Dinge siehst, die ich nicht sehe und Dinge weißt, die ich nicht weiß. Deshalb ist Dein Wort die letzte Autorität in meinem Leben und ich will innerhalb der Grenzen leben, die Du mir setzt. Du hast auch meiner Sexualität Grenzen gesetzt. Das hat seinen Grund. Gott hat unseren Körper und unseren Geist erschaffen, Er hat uns als lebendige Seele erschaffen. Ich habe im Lauf der Jahre mit vielen  Menschen gesprochen, die mit ihrer Sexualität und ihren besonderen Vorlieben zu kämpfen hatten, sowohl mit Hetero- als auch mit Homosexuellen. Sie fragten: „Warum? Alles in mir sagt, dass ich eben so bin und dass ich so leben sollte, aber ich weiß, dass dieses Leben außerhalb von Gottes Grenzen ist. Das ist nicht fair!“ Alles, was ich dazu sagen kann, ist: Gott hat Sie erschaffen und Er weiß es besser. Er überblickt die Dinge sowohl aus dem Blickwinkel der Ewigkeit als auch aus dem der Gegenwart. Er weiß alles über Ihren Geist, Ihre Seele und Ihren Körper. Wissen Sie, ich fühle mit diesen Menschen, denn sie haben ein gebrochenes Herz. Sie sind ganz offen. Sie sagen: „Ich habe einfach dieses Verlangen und es macht mir sehr zu schaffen.“ Aber wenn sie diesem Verlangen nachgeben, bewegen sie sich außerhalb der Grenzen, die Gott uns gesetzt hat. Und, Freunde, innerhalb dieser Grenzen liegt Segen, außerhalb von ihnen liegt Fluch. Wenn es um unsere Finanzen geht, sollten wir sagen: „Gott, alle Deine Gebote sind richtig. Deshalb will ich mich auch um die Armen kümmern und ihnen gegenüber großzügig sein. Und, Gott, ich will Dir den ersten Teil meines Einkommens geben. Ich opfere ihn Dir und bringe ihn in Dein Haus. Und bei meiner Arbeit will ich aufrichtig und ehrlich sein. Ich will hart arbeiten, auch wenn es schwierig ist, auch wenn ich einen ungerechten Chef habe oder meine Kollegen sich über mich lustig machen. Wenn ich für 40 Stunden bezahlt werde, will ich auch 40 Stunden hart arbeiten, denn so steht es in Deinem Wort.“ Und auch hinsichtlich der Kindererziehung sollten wir sagen: „Gott, alle Deine Gebote sind richtig.“

 

Ich lehrte einmal im Rahmen einer Serie über die Familie über die Kindererziehung. Nach dem Gottesdienst kam eine Frau zu mir und sagte: „Das war furchtbar! Das war die schlechteste Predigt, die ich je gehört habe!“ Ich fragte: „Wirklich?“ Sie sagte: „Ja. Ich werde dafür beten, dass niemand befolgt, was er hier gehört hat.“ Ich fragte: „Wo liegt das Problem?“ Darauf sie: „Was Sie lehren, ist einfach falsch!“ Ich hatte aus dem Buch der Sprüche gelehrt, der ewigen Weisheit Gottes, wo viel von der Rute und Ermahnung die Rede ist. Die Leute sagen: „Wer seine Rute schont, verdirbt das Kind.“

 

Aber das ist es nicht, was die Bibel sagt. Sie sagt: „Wer seine Rute schont, hasst seinen Sohn.“ Darüber sprachen wir und sahen uns dazu Verse im Alten und im Neuen Testament an. Und ich  sagte: „Sie haben Ihre Bibel dabei, haben Sie die Verse mitgelesen?“ Sie sagte: „Ja.“ „Habe ich irgendetwas gesagt, das nicht in Gottes Wort steht?“ „Nein, es steht alles darin. Es ist sehr klar.“ Ich fragte: „Was ist dann das Problem? Habe ich etwas falsch wiedergegeben oder ausgelegt?“ Sie sagte:

„Nein. Es ist sehr klar. Aber es ist falsch. Es ist veraltet. Die moderne Psychologie stimmt damit nicht überein.“ Da sagte ich: „Wenn die moderne Psychologie nicht mit Gottes Wort übereinstimmt, ist sie, zumindest in dem Bereich, von dem sie sprechen, falsch.“ – Gott, alle Deine Gebote sind richtig, auch wenn ich sie nicht verstehe.

 

Sehen Sie, die einzige Möglichkeit, die Menschen haben, die glauben, sie wüssten mehr als Gott und sich über Seine Grenzen hinwegsetzen, besteht darin, die Bibel anzugreifen. Entweder sie verdrehen ihre Bedeutung so lange, bis sie zu ihrem Lebensstil passt oder sie lehnen die Autorität von Gottes Wort komplett ab, wodurch sie ihren Segen verlieren.

 

Ich will zum Schluss noch über drei Herzenshaltungen sprechen, die wir innerhalb der Grenzen von Gottes Liebe bewahren sollten. Denn ebenso wie wir die Grenzen körperlich überschreiten können, können wir sie auch in unserem Inneren überschreiten. Wenn wir in diesen drei Punkten nicht aufpassen, passiert es leicht, dass wir Gottes Grenzen und Gebote übertreten. Der erste dieser Punkte ist die Liebe. Die Bibel sagt am Ende von Epheser, Kapitel 4 und am Anfang von Kapitel 5, dass wir einander vergeben und einander lieben sollen. Hass, Feindseligkeit und Unversöhnlichkeit drängen uns über die Grenzen hinaus in die Gefahrenzone. Deshalb sagt Gott: „Liebt einander und vergebt einander, wie auch ich euch vergeben habe.“ „Aber, Gott, Du weiß nicht, was sie mir angetan haben!“ Doch, das weiß Er. „Du weißt nicht, wie es ist, ein Mensch zu sein und so viel durchzumachen!“ Doch, das weiß Er. Er wurde selbst Mensch. Und die Bibel sagt, Er wurde in allen Punkten versucht wie wir, doch Er war ohne Sünde. Gott sagt: „Lass los.“

 

Eines Tages sprach Jesus mit den Jüngern über Vergebung und Petrus, der sich für sehr großzügig hielt, fragte: „Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal?“ Jesus antwortete: „Nein. Siebzigmal siebenmal!“ Das steht in Matthäus 18. Und wenn wir noch die anderen Evangelien hinzunehmen, sagte Jesus: „Siebzigmal siebenmal pro Tag.“ 490 Mal pro Tag. Niemand wird uns am selben Tag 490 Mal auf den Fuß treten. Was das bedeutet, ist: Es gibt keine Grenze.

 

Gut, die zweite Herzenshaltung, über die wir wirklich wachen müssen, hat mit Demut zu tun. In Micha 6:8 heißt es: „Gehe bescheiden mit deinem Gott.“

 

Wir müssen einander also lieben und bescheiden und demütig mit Gott gehen, denn, nochmals, Stolz lässt uns die sicheren Grenzen der Liebe und des Segens Gottes überschreiten und dadurch gewähren wir dem Teufel Zutritt zu unserem Leben. Ich glaube, dass die meisten Menschen eine falsche Vorstellung davon haben, was Demut bedeutet. Demütig zu sein bedeutet nicht, ständig auf den Boden zu starren und zu sagen: „O, das kann ich nicht annehmen.“ Ich will Ihnen das anhand eines Beispiels von der örtlichen Highschool erklären. Am Ende des Jahres stellen sie immer das Jahrbuch fertig. Darin werden verschiedene Schüler ausgezeichnet – das hübscheste Mädchen, der bestaussehendste Junge, der erfolgversprechendste und der geselligste Schüler, der beste Sportler und so weiter. In diesem Jahr beschlossen sie, auch den demütigsten Schüler auszuzeichnen und trafen ihre Wahl. Als sie den Schüler davon in Kenntnis setzten, rief er aus: „Mann, damit habe ich nicht gerechnet. Das ist toll!“ Aber als sie ihm die Auszeichnung überreichten, schrie jemand: „Nein, stopp! Das geht nicht!“ Sie fragten: „Warum?“ „Weil er bereit ist, die Auszeichnung anzunehmen. Das ist nicht demütig.“

 

Das ist ein falsches Verständnis von Demut. Demut bedeutet unter anderem, dass wir etwas annehmen können, für das wir nicht gearbeitet und das wir nicht verdient haben und dann Ehre zu geben, wem die Ehre gebührt, nämlich Gott und den Menschen, die uns auf unserem Weg geholfen haben. Wir müssen gegenüber Gott ein demütiges Herz bewahren.

 

Und die letzte Herzenshaltung, auf die wir achten müssen, ist der Glaube. In 2. Korinther 5:7 heißt es:

„Wir wandeln durch Glauben.“ Wir müssen in Liebe, in Demut und im Glauben leben. Das Gegenteil von Glauben ist Furcht. Und ebenso wie der Stolz treibt uns die Furcht über die Grenze hinaus und gewährt dem Teufel Zutritt zu unserem Leben. Sie wissen, welche schlimmen Dinge Hiob erlebte und was mit seiner Familie, seinem Besitz und seiner Gesundheit passierte. Aber hören Sie, was Hiob in Hiob 3:25 darüber sagte: „Denn ich fürchtete einen Schrecken, und er traf mich, und wovor mir

 

bangte, das kam über mich.“ Der Glaube öffnet Türen und verschafft uns Zugang zu den Dingen, die Gott uns verheißen hat, aber die Furcht wirkt wie ein Magnet und zieht Dinge in unser Leben, die wir nicht wollen. Freunde, ich ermutige Sie: Halten Sie Ihr Herz auf Gott und Seine Verheißungen ausgerichtet, vor allem in dieser gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage und der Unsicherheit, die in dieser Zeit in jeder Nation auf diesem Planeten zu herrschen scheint. Wenn Gott uns in dieser Zeit nicht helfen könnte, wäre Er nicht Gott. Er kann uns in dieser Zeit genauso helfen wie in jeder anderen, Er kann unsere Not stillen und uns bewahren. Er ist Gott. Tausend fallen an meiner Seite, Zehntausend an meiner Rechten, aber mich erreicht es nicht, weil Seine Liebe auf mir liegt.

 

Neulich las ich die Geschichte von Hudson Taylors erster Reise nach China. Er fuhr mit dem Schiff dorthin und geriet in eine absolute Windstille. Es wehte nicht der leiseste Hauch einer Brise. Das Schiff trieb gefährlich nahe an einige Inseln heran, auf denen feindlich gesinnte Eingeborene lebten, die sie getötet hätten, wenn ihr Schiff auf Grund gelaufen wäre. Der Kapitän ging zu Hudson Taylor und sagte: „Sie sollten lieber beten. Wenn wir weiter in diese Richtung treiben, kommen wir in Schwierigkeiten.“ Taylor sagte: „Das tue ich gerne, aber wir sollten die Segel setzen, falls eine Brise aufkommt.“ Aber der Kapitän sagte: „Das werde ich nicht tun.“ Er sagte: „Die Mannschaft würde mich auslachen, wenn ich in einer Flaute die Segel setze.“ Taylor sagte: „Wenn Sie die Segel nicht hissen, bete ich nicht.“ Widerwillig kam der Kapitän der Aufforderung nach. Taylor ging hinunter in seine Kabine und betete zu Gott. Nach kurzer Zeit klopfte es an der Tür. Es war der Kapitän. Er fragte:

„Beten Sie immer noch für Wind?“ Taylor bejahte. Da sagte der Kapitän: „Bitte hören Sie damit auf. Wir haben schon mehr Wind, als die Segel verkraften können.“

 

Vielleicht scheint es auch in Ihrer Situation gerade nicht den leisesten Hauch von Hoffnung zu geben. Vielleicht kämpfen Sie im Bereich Ihrer Finanzen, um die Wiederherstellung Ihrer Gesundheit, um die Befreiung Ihrer Kinder oder was auch immer. Hören Sie, es ist immer noch Gott, der den Wind beherrscht. Er tat es damals und Er kann es wieder tun. Er kann die Umstände in Ihrem Leben ändern. Bewahren Sie Mut und Glauben in Ihrem Herzen. Gott hat weder Seine Kraft noch Ihre Adresse verloren. Mit Glauben und hoffnungsvoller Erwartung bleiben wir innerhalb der Grenzen Seines Segens. Und die größte Segnung von allen ist die Erlösung. Durch Gnade wird sie uns gewährt und durch Glauben erlangen wir sie.

 

Freunde, ich vertraue darauf, dass Sie aus dieser Predigt etwas mitgenommen haben. Vielleicht hat etwas Ihr Herz berührt und direkt in Ihre Situation hineingesprochen. Und ich bete, dass Sie das, was Sie von Gottes Wort gehört haben, auch wirklich auf Ihre Situation anwenden. Und wenn Sie unserem Retter noch nie Ihr Herz geöffnet haben, warum tun Sie es nicht jetzt? Wir wissen nie, was morgen sein wird und das Wichtigste, was wir in unserem Leben regeln müssen, ist, was passiert, wenn es zu Ende geht. Aber es geht nicht nur darum, in den Himmel zu kommen, sondern auch darum, jetzt mit Jesus zu leben. Er liebt Sie. Es ist kein Zufall, dass Sie jetzt zusehen. Rufen Sie noch heute Seinen Namen an und Sie werden gerettet werden. Bis zum nächsten Mal.

Jule 1. Dezember 2012 Keine Kommentare Trackback URI Comments RSS

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