Was der 3. Johannesbrief uns lehrt

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Was wir aus dem 3. Johannesbrief lernen können

09.12.2012

Pastor Bayless Conley

 

Ich hoffe, Sie sind bereit, die nächsten dreißig Minuten mit mir zu verbringen. Wir wollen uns eingehend mit dem 3. Johannesbrief beschäftigen – ein kurzes Buch, das randvoll mit Wahrheit ist. Also nehmen Sie die Bibel zur Hand, setzen Sie sich und denken Sie zusammen mit uns über Gottes Wort nach.

 

Heute soll es um den 3. Johannesbrief gehen und ich möchte besonders über fünf Punkte sprechen: Wohlstand, Leben, Arbeit, Kampf und Weisheit. Noch einmal: Wohlstand, Leben, Arbeit, Kampf und Weisheit. Zuerst wollen wir über das Thema Wohlstand reden. Wir lesen in 3. Johannes ab Vers 1:

 

3. Johannes 1-2

„Der Älteste dem geliebten Gajus, den ich liebe in der Wahrheit. Geliebter, ich bete, dass es dir in allem wohlgeht und du gesund bist, wie es deiner Seele wohlgeht.“

 

Natürlich war das Johannes’ Wunsch für seinen guten Freund Gajus. Doch wenn wir sagen: „Das gilt nur für Gajus, für ihn hat Johannes gebetet, dass es ihm körperlich, seelisch und wirtschaftlich gut geht. Auf uns lässt sich das nicht übertragen“, dann können wir ebenso gut auch den Rest des Briefes ignorieren. Nein, dieses Prinzip gilt uns allen. Gott ist an jedem Bereich unseres Lebens interessiert. Hier ist von einem dreifachen Wohlergehen die Rede. Das Wort „beten“, das Johannes hier  verwendet, ist das gleiche wie im Jakobusbrief, wo es heißt: „Betet füreinander, damit ihr geheilt werdet.“ Johannes betet hier also ernstlich für seinen Freund Gajus und für dessen wirtschaftliches, gesundheitliches und seelisches Wohlergehen. Dieses Wohlergehen bedeutete einerseits, dass es  ihm materiell an nichts fehlte, dass er körperlich gesund war und dass es ihm geistlich gut ging. Johannes spricht vom Wohlergehen der Seele.

 

Mir gefällt, was Adam Clark in seinem Kommentar zu 3. Johannes 2 schreibt: „Jeder Christ kann diese drei Dinge, die so nötig für ein gutes Leben sind, in einem gewissen Maß erwarten und jeder Christ ist berechtigt, um sie zu beten. Und wir hätten mehr von allen dreien, wenn wir ernstlich darum beten würden.“

 

Ich glaube, so, wie Johannes für seinen Freund Gajus betete, müssen wir füreinander beten. Doch wir sollen in diesen drei Bereichen auch für uns selbst beten. Ich möchte kurz darauf eingehen. Zuerst heißt es: „Ich wünsche, dass es dir in allem wohlgeht.“ Das griechische Wort für „wohlgehen“ an  dieser Stelle bezieht sich eigentlich auf geschäftlichen Erfolg. Gott ist an unserem materiellen Wohlergehen interessiert. Wenn im Alten Testament von „Frieden“, von „Schalom“ die Rede ist, zum Beispiel: der Gott des Friedens – Jahwe Schalom – und dass Gott den Frieden Seines Knechtes will, dann ist damit auch „Wohlstand“ gemeint. Im hebräischen Denken ist „Schalom“ ebenso etwas Äußerliches wie etwas Innerliches. „Schalom“ hat mit innerlichem Frieden und Ruhe zu tun, doch er umfasst auch die äußerlichen Dinge, die zu diesem Frieden führen und beitragen. Wir können Frieden mitten im Sturm haben, wenn wir unsere Rechnungen bezahlen können und noch genug übrig haben, um für einen guten Zweck zu spenden. Materielles Wohlergehen erspart uns eine Menge Stress und Druck. Mit bestimmten Dingen müssen wir uns dann nicht auseinandersetzen. Und Gottes Frieden, Sein Schalom, reicht auch in diese Dinge hinein. Ich denke, wir müssen beten, wenn uns etwas fehlt, so wie Johannes für Gajus betete. Doch wir brauchen auch noch einige andere „Zutaten“. Eine davon ist ein großzügiges Herz. Das Erleben von Gottes überfließendem Segen lässt sich nicht von einer freigebigen Herzenshaltung trennen.

 

Seit über 30 Jahren beobachte ich, dass fast ausnahmslos diejenigen Menschen besonders viel äußerlichen Segen und Gottes Eingreifen in ihrem Leben erfahren, die ein großzügiges Herz haben. Fast ohne Ausnahme sind dies Menschen, die anderen in Not helfen und die großzügig und von Gebet begleitet die Arbeit am Evangelium unterstützen. – Wenn wir großzügig sind, dann wird ein Gesetz wirksam, das man das Gesetz der Gegenseitigkeit nennen könnte. „Gebt, und es wird euch gegeben werden: ein gutes, gedrücktes und gerütteltes und überlaufendes Maß.“ Was ein Mensch sät, wird er ernten. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten; wer spärlich sät, wird spärlich ernten. Deswegen brauchen wir ein großzügiges Herz. Zusätzlich brauchen wir auch ein hörendes Ohr für Gottes Weisheit. Wussten Sie, dass die Bibel Weisheit als etwas äußerst Wichtiges betrachtet? Nicht Glauben, sondern Weisheit. In Sprüche 8 sagt die personifizierte Weisheit: „Ich liebe, die mich lieben;

 

und die mich suchen, finden mich.“ Im nächsten Vers heißt es: „Reichtum und Ehre sind bei mir“ und etwas weiter unten „Glücklich der Mensch, der auf mich hört.“ Wir müssen auf Gottes Weisheit hören. Sie wird uns sagen, mit wem wir uns abgeben und wen wir meiden sollen, wo wir investieren sollen und wo nicht. Ich glaube, Gott möchte, dass wir Erfolg haben und Er hat Weisheit für uns. In der Bibel steht: „Er hält für die Aufrichtigen Hilfe (oder Klugheit) bereit“ – nicht „von den Aufrichtigen“, sondern „für die Aufrichtigen“. Gott wird in unser Herz hineinsprechen. Der Heilige Geist will und wird uns leiten. Aber vielleicht geht es Ihnen wie mir. Ich muss gestehen, dass ich viel zu oft zu beschäftigt, zu zerstreut, zu unruhig war, um mir Zeit für Gottes Weisheit zu nehmen. Und ich habe immer dafür bezahlt, dass ich nicht auf Gott gehört habe. Es war sicher nicht so, dass Gott nicht gesprochen oder geführt hätte, sondern Bayless war einfach zu beschäftigt.

 

Es gibt noch eine dritte Zutat, nämlich die gute alte Arbeit. In den Sprüchen heißt es auch, dass harte Arbeit Wohlstand bringt. Wenn wir also diese vier miteinander kombinieren – wenn wir beten,  großzügig sind, auf Gottes Weisheit hören und hart arbeiten -, dann können wir, glaube ich, Gottes Segen in unserem Leben erfahren. Weiter sagt Johannes: „Ich bete, dass du gesund bist.“ Gott ist auch an unserer körperlichen Gesundheit interessiert. Ich glaube, wir müssen und dürfen darum beten so wie Johannes. Die Bibel verspricht es uns. Doch ich glaube, wir müssen uns auch Zeit nehmen, Gottes Wort in unser Herz und unser Leben auszusäen. In Psalm 107:20 steht: „Er sandte sein Wort und heilte sie, er rettete sie aus ihren Gruben.“ Was Gott für uns tut, tut Er durch Sein Wort. Und wo immer Sein Wort hinkommt, kommt es in Form eines Samens. Jesus sagte, so ist es im ganzen Reich Gottes. Der Sämann sät den Samen. Ein Teil fällt auf den Weg, ein Teil unter die Dornen. Ein Teil fällt auf guten Boden, wächst und bringt dreißig-, sechzig-, hundertfache Frucht. Viele kennen dieses Gleichnis. Und als die Jünger fragen: „Wovon redest du hier?“, erklärt Jesus das Gleichnis. Die Saat  ist Gottes Wort und der Satan ist der Feind, der versucht, es aus unserem Leben zu stehlen. Ohne Samen gibt es nämlich keine Ernte. Und mit Gottes Wort ist es so wie mit natürlichen Samen, es   bringt hervor, was es verspricht. Wenn ich Wassermelonen säe, bekomme ich keine Orangen,  sondern Wassermelonen. Wenn ich Gottes Verheißungen in bezug auf Heilung oder Frieden oder was auch immer aussäe, bringen sie genau diese Frucht. Deswegen müssen wir uns Zeit nehmen, um Gottes Wort in uns aufzunehmen.

 

Der dritte Aspekt ist der wichtigste, das geistliche Wohlergehen. Doch die Frage ist: Wie sieht geistliches Wohlergehen aus? Ich möchte Ihnen sieben Eigenschaften einer gesunden Seele nennen. Sind Sie bereit?

 

Erstens, eine gesunde Seele ist eine von Grund auf erneuerte Seele. In einer Bibelübersetzung heißt es in Psalm 19:8: „Das Gesetz des Herrn ist vollkommen und erneuert die Seele.“

 

Zweitens, eine gesunde Seele ist eine kluge Seele. Sprüche 19:2: „Ohne Erkenntnis ist selbst Eifer nicht gut.“

 

Drittens ist sie eine erfrischte Seele. Psalm 23 sagt über die stillen Zeiten mit Gott: „Er führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele.“

 

Sie ist eine Seele, die sich sichtbar und hörbar an Gott freut. Psalm 34:2: „In dem Herrn soll sich rühmen meine Seele; hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen.“ Wenn wir uns nicht freuen, wenn andere Gott loben, dann sind wir vielleicht nicht sanftmütig genug.

 

Fünftens, sie wartet geduldig auf Gottes Handeln. Psalm 130:6: „Meine Seele harrt auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen.“

 

Sechstens, sie ist gütig. Sprüche 11:7: „Es erweist der Gütige sich selbst Gutes.“

 

Siebtens, sie hört immer auf Gott. Gott sagt in Jesaja 55:3: „Neigt euer Ohr und kommt zu mir! Hört, und eure Seele wird leben! Und ich will einen ewigen Bund mit euch schließen, getreu den unverbrüchlichen Gnadenerweisen an David.“

 

Wenn ich zwischen diesen drei Möglichkeiten wählen müsste – materieller Wohlstand, körperliche Gesundheit und geistliches Wohlergehen -, dann würde ich mich immer für Letzteres entscheiden.  Aber Gott hat nicht gesagt: „Hier siehst du Tür 1, 2 und 3. Du musst dich für eine entscheiden, also triff eine kluge Wahl.“ Christus hat etwas getan, das sich auf alle Bereiche unseres Lebens auswirkt. In Jesaja 53 heißt es: „Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden.“ Meine Strafe. Wissen Sie, wie hier das Wort für Frieden lautet? Schalom. Innerliches und äußerliches Wohlergehen. Das gleiche Wort in den Psalmen, wo es heißt: „Der Herr [will] den Frieden, den Schalom seines Knechtes!“ Die Strafe, die nötig war, damit wir Frieden haben, lag auf Christus. In Jesaja heißt es auch, Er hat unsere Übertretungen, unsere Sünden getragen. Es gibt geistliches Wohlergehen. Doch es heißt auch:

„Durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.“ Hier haben wir wieder die körperliche Gesundheit. Christus hat etwas für jeden Bereich des menschlichen Lebens getan.

 

Gehen wir nun vom Wohlstand zur Arbeit oder vielmehr zum Leben. Sagen wir das einmal alle gemeinsam: „Leben.“ Schauen Sie bitte mit mir in 3. Johannes, Vers 3:

 

3. Johannes 3-4

„Denn ich habe mich sehr gefreut, als Brüder kamen und für deine Wahrheit Zeugnis gaben, wie du in der Wahrheit wandelst. Eine größere Freude habe ich nicht als dies, dass ich höre, dass meine Kinder in der Wahrheit wandeln.“

 

„Wandel“ bedeutet „Lebensstil“. Der einzige Beweis, dass die Wahrheit in uns ist, ist ein Leben in der Wahrheit. Manche wünschen sich Wohlergehen, aber sie sind nicht so eifrig, wenn es darum geht, ihren Lebensstil zu ändern. Sie wollen den Wohlstand, aber nicht die Lebenspraxis. Ihnen gefallen die Verheißungen von Gottes Versorgung, aber sie sperren sich gegen die Gebote zum Gehorsam – sei es, für diejenigen zu beten, die uns unfair behandeln oder denen zu vergeben, die uns Böses antun oder die Eltern zu ehren oder andere höher als uns selbst zu achten oder Gott den ersten Teil unseres Einkommens zu geben oder nicht die Gemeinde zu verlassen. Wir können das Wohlergehen nicht von der Lebenspraxis trennen.

 

Zu einem Freund von mir kam eine Frau, die ihn bat, für ihre Ehe zu beten. Das ist eigentlich ein gutes Gebetsanliegen. Mein Freund sagte: „Ich würde gern mit Ihnen beten. Aber ich möchte auch mit Ihnen schauen, was die Bibel dazu sagt.“ Also erklärte er ein wenig, was die Bibel über die Rolle der Frau sagt, besonders wenn sie mit einem streitsüchtigen Mann verheiratet ist. Zum Beispiel sagt die Bibel, dass ein Ehemann, wenn er Gottes Wort noch nicht gehorcht, gewonnen werden kann, ohne dass die Frau ihn anpredigt. Ihr sanftmütiger und ruhiger Geist wird ihn überzeugen. Diese und ähnliche Dinge kamen zur Sprache. Mitten im Satz unterbrach die Frau meinen Freund und sagte: „Sie meinen, ich muss etwas tun?“ Er sagte: „Ja, Sie müssen schon mitarbeiten und die Prinzipien der Bibel einhalten.“ Da sagte sie: „Dann vergessen Sie es.“ Sie drehte sich um und ging. Anscheinend wollte sie das Wohlergehen ohne die praktische Lebensführung. Aber das eine bekommen wir nicht ohne das andere. Gehen wir nun vom Leben zur Arbeit. Vers 5:

 

3. Johannes 5-8

„Geliebter, treu handelst du in dem, was du an den Brüdern, sogar an fremden, tust – sie haben vor   der Gemeinde von deiner Liebe Zeugnis gegeben -, und du wirst wohl tun, wenn du sie zur Reise ausstattest, wie es Gottes würdig ist. Denn für den Namen sind sie hinausgegangen, und sie nehmen nichts von den Heiden. Wir nun sind schuldig, solche aufzunehmen, damit wir Mitarbeiter der Wahrheit werden.“

 

Das Wort „aufnehmen“ in Vers 8 bedeutet wörtlich „unterstützen“. Wenn wir die dort genannten Menschen unterstützen, werden wir Mitarbeiter und Teilhaber an der Arbeit am Evangelium. Johannes spricht hier von Missionaren und denen, die von der Gemeinde ausgesandt sind, um bei den Heiden zu predigen. Und so wie Paulus in 1. Korinther 9:18 sagte, dass er das Evangelium kostenfrei verkündigte, gingen auch diese Männer (und vielleicht Frauen) im Namen von Jesus Christus hinaus und predigten bei den Menschen, die noch nichts von Jesus gehört hatten. Und damals wie heute werden die Menschen, die noch ohne Jesus leben, nicht dafür bezahlen, dass man ihnen das Evangelium bringt. Es ist unsere große Gelegenheit und Verantwortung, aber auch unser großer Segen. Das sollten wir unterstützen. Es ist eine göttliche Pflicht. Gehen wir weiter zum Kampf. Vers 9:

 

3. Johannes 9-10

„Ich habe der Gemeinde etwas geschrieben, aber Diotrephes, der gern unter ihnen der Erste sein will, nimmt uns nicht an. Deshalb, wenn ich komme, will ich seine Werke in Erinnerung bringen, die er tut, indem er mit bösen Worten gegen uns schwatzt; und sich hiermit nicht begnügend, nimmt er selbst die Brüder nicht an und wehrt auch denen, die es wollen, und stößt sie aus der Gemeinde.“

 

Es klingt ganz so, als wäre Diotrephes ein unangenehmer Zeitgenosse. Wenn wir von der Wahrheit reden, müssen wir uns auf Konflikte gefasst machen. Es wird Kämpfe geben. Im Fall von Johannes kam der Gegenwind aus der Gemeinde selbst. Dieser Mann namens Diotrephes, der in der Gemeinde ganz vornean stehen wollte, wehrt sich nicht nur gegen Johannes und seine Autorität, sondern verbreitete auch böse Gerüchte über ihn. Außerdem unterstützte er nicht die Missionare und Prediger, die auf der Durchreise waren. Er nahm sie nicht auf und verbot auch dem Rest der Gemeinde, sich mit ihnen abzugeben. Er sagte sogar: „Wenn ihr sie unterstützt und in eurem Haus aufnehmt, werfe ich euch aus der Gemeinde.“

 

Vielleicht haben die Widerstände, die Sie erleben, nicht diese Form, aber sie werden in der einen oder anderen Form auftauchen. Vielleicht sind es Schwierigkeiten im Beruf oder Probleme am Arbeitsplatz, weil Sie Christ sind. Vielleicht sind es Probleme in der Familie; vielleicht verbreitet jemand Gerüchte über Sie. Vielleicht sind es sogar körperliche oder finanzielle Angriffe. Aber wissen Sie was? Als Christen müssen wir verstehen, was Paulus in Epheser 6 sagte, dass wir nicht gegen Fleisch und Blut kämpfen, sondern gegen die Mächte der Finsternis. Wir stehen in einem geistlichen Konflikt. Dieser kann eine äußerliche Form annehmen, aber die eigentliche Ursache sind geistliche Kräfte, die Sie aufhalten und möglichst außer Gefecht setzen wollen. Wenn ein Christ nur in die Kirche kommt und nicht viel investiert, sondern einfach eine Art Zuschauer ist, dann bietet er nicht viel Angriffsfläche. Aber wenn ein Christ sagt: „Jesus, ich weiß, die Ewigkeit ist lang, die Zeit ist kurz, die Hölle heiß und der Himmel eine Realität. Ich werde alles tun, was ich kann, während ich noch auf dieser Erde lebe. Ich werde beten und für Deine Arbeit spenden. Ich werde mich engagieren.“ Wissen Sie, was dann in der unsichtbaren Welt passiert? Die Hölle wird auf diesen Christen aufmerksam, weil er plötzlich eine Gefahr darstellt. Der Teufel wird alles tun, was er kann, um denjenigen zum Schweigen zu bringen oder aufzuhalten. Aber die gute Nachricht ist, dass er das gar nicht kann. Der in uns ist, ist größer als der, der in der Welt ist.

 

Merken Sie sich einmal kurz diese Bibelstelle und schlagen Sie 2. Timotheus 4 auf. Paulus spricht hier von den Kämpfen, die er durchmachen musste. In 2. Timotheus im vierten Kapitel, Vers 14 sagt er:

 

  1. Timotheus 4:14-18

„Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses erwiesen; der Herr wird ihm vergelten nach seinen Werken. Vor ihm hüte auch du dich! Denn er hat unseren Worten sehr widerstanden. Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; es werde ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Predigt vollbracht werde und alle, die aus den Nationen hören möchten; und ich bin gerettet worden aus dem Rachen des Löwen. Der Herr wird mich retten von jedem bösen Werk und mich in sein himmlisches Reich hineinretten. Ihm sei die Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

 

Vielleicht fühlen Sie sich jetzt auch verlassen, so als ob niemand Ihnen beisteht. Doch es gibt jemanden, der unsichtbar neben Ihnen steht. Er wird Sie nie verlassen und im Stich lassen. Er ist der auferstandene Sohn Gottes und Er wird Sie stärken, damit Sie die Arbeit zu Ende bringen können. Paulus sagte: „Ich bin gerettet worden aus dem Rachen des Löwen.“ Gott wird auch Sie retten. Und dann sagte Paulus: „Ich glaube, dass er mich von allem Bösen retten wird. Er hat mich in der Vergangenheit gerettet, er ist jetzt bei mir und ich habe Hoffnung für die Zukunft.“ Diese Hoffnung habe ich auch. Aber wir müssen uns im klaren sein, dass es ein Kampf ist. Und der angreifbarste Mensch ist der, der nicht weiß, dass ein Kampf tobt. Wir stehen in einem geistlichen Konflikt.

 

Kommen wir nun zum letzten Punkt, der Weisheit. Zurück zu 3. Johannes. Lesen Sie bitte mit mir ab Vers 11:

 

  1. Johannes 11-12

„Geliebter, ahme nicht das Böse nach, sondern das Gute! Wer Gutes tut, ist aus Gott; wer Böses tut, hat Gott nicht gesehen. Dem Demetrius ist Zeugnis gegeben worden von allen und von der Wahrheit selbst; aber auch wir geben Zeugnis, und du weißt, dass unser Zeugnis wahr ist.“

 

Mit unglaublicher Weisheit lenkt Johannes den Blick vom Negativen zum Positiven. Er erkennt das Negative und erklärt es, bleibt aber nicht dabei stehen. Und er lässt auch uns nicht dabei stehen. Er sagt: „Diotrephes ist schlecht, aber wir haben auch Demetrius, und er ist gut, sehr gut sogar.“ Demetrius war ein anderer Mann aus der Gemeinde, vielleicht der Bote, der diesen Brief überbrachte. Vielleicht war er auch ein Leiter unter den Missionaren, die die Gemeinde besuchten. Doch Johannes lenkt uns hier vom Schlechten zum Guten. Er endet, indem er das Positive betont und auf jemanden hinweist, der Gott dient. Er sagt sogar: „Alle reden gut über Demetrius, und auch die Wahrheit selbst bestätigt diesen Mann.“ Es ist so wichtig, dass wir das Gute betonen, weil wir das, worauf unser Augenmerk liegt, meist auch nachahmen. Worüber wir nachdenken, das dringt in uns ein. Und was in uns ist, das sprechen wir am Ende aus und leben es auch auf die eine oder andere Art aus. Deswegen sagt Johannes in Vers 11: „Ahme nicht das Böse nach, sondern das Gute.“

 

Wenn Sie gerade eine schwere Zeit durchmachen, wenn Ihnen schlimme Dinge passiert sind, dann möchte ich Ihnen einen Gedanken mitgeben: Wenn Sie sich Zeit nehmen und nachdenken, können  Sie dann nicht für jedes schlechte Erlebnis ungefähr fünf gute Dinge nennen, die Gott in letzter Zeit für Sie getan hat? Auf diese sollten Sie sich konzentrieren und Gott dafür loben statt auf Ihre Schwierigkeiten zu schauen. Suchen Sie den Segen in Ihrem Leben und loben Sie Gott dafür. In Vers 13 sagt Johannes schließlich:

 

3. Johannes 13-15

„Ich hätte dir vieles zu schreiben, aber ich will dir nicht mit Tinte und Feder schreiben, sondern ich hoffe, dich bald zu sehen, und wir wollen mündlich miteinander reden. Friede dir! Es grüßen dich die Freunde. Grüße die Freunde mit Namen!“

 

Sie waren Freunde von Johannes, aber auch Freunde Gottes so wie Abraham. Jesus sagte in Johannes 15:14: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.“ Wissen Sie, was das erste Gebot war, das Jesus gab? Sein erstes Gebot war: Tut Buße und glaubt an das Evangelium. Buße ist eine innere Veränderung des Herzens, die zu einer äußeren Veränderung der Richtung führt. Und wenn ich auf Jesus vertraue, bewirkt Er etwas in mir, das ich selbst niemals könnte, nicht in tausend Jahren mit der Hilfe von tausend Therapeuten und Psychologen. Gott verändert uns von  innen nach außen. Jesus, der Sohn Gottes, starb am Kreuz auf Golgatha. Er vergoss Sein kostbares Blut für Sie. Er hat für Ihre Sünden bezahlt. Er wurde von den Toten auferweckt. Und die Bibel sagt, wer das glaubt und Jesus als Herrn bekennt, den rettet Gott und bringt ihn in eine Beziehung mit sich.

– Bitte schließen Sie jetzt einen Moment lang die Augen.

 

Vielleicht haben Sie Ihr Herz noch nicht für den Retter geöffnet. Bei mir geschah es in einer kleinen Missionsstation in Medford, Oregon, vor etwa 36 Jahren. Ich war schon über 20, als ich das erste Mal das Evangelium hörte. Ich war drogenabhängig und ein Alkoholiker. Ich landete in der Missionsstation und vertraute an jenem Abend Jesus mein Leben an. Seitdem hat sich mein ganzes Leben verändert. Christen dort legten mir die Hände auf und beteten für mich. Und Gott tat ein Wunder. Von einer Sekunde auf die andere befreite Er mich von meiner jahrelangen Drogensucht. Ich weiß, dass das für viele Menschen ein langer Prozess ist, nachdem sie „Ja“ zu Jesus gesagt haben. Bei anderen geschieht es sofort. Es gab andere Dinge in meinem Leben, die ich aktiv hinter mir lassen musste. Ich will also nicht den Eindruck vermitteln, dass Gott immer augenblicklich handelt. Oft ist es ein Prozess. Und manchmal ist der Prozess, der in unserem Herzen stattfindet und unser Leben mit Gott viel wertvoller als das Endergebnis, sei es Heilung oder was auch immer. Ich möchte Ihnen nur sagen:  Gott kann. Er kann Sie befreien. Und vielleicht können Sie sich mit jemandem wie mir identifizieren. Vielleicht waren Sie auch ein wilder Jugendlicher. Vielleicht sind Sie ganz unten angekommen und haben gemerkt, dass Sie einen Retter brauchen. Jesus liebt Sie. Er ist nicht wütend auf Sie. Vielleicht sind Sie auch an einer anderen Stelle des Spektrums. Vielleicht haben Sie noch nie Drogen oder anderes ausprobiert. Sie haben versucht, richtig zu leben und Ihrem Gewissen zu folgen. Doch wir alle brauchen einen Retter. Die Bibel sagt, alle haben gesündigt und die Herrlichkeit verloren, die sie bei Gott haben sollten. Die ganze Welt steht schuldig vor ihm. Wir können uns nicht selbst retten. Und   weil wir nicht zu Gott hinaufkommen konnten, kam Er zu uns hinunter. Jesus sagt: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Sie können eine Beziehung zu Gott haben. Vielleicht sind Sie nicht an Ritualen oder Zeremonien interessiert. Das ist Gott auch nicht. Aber wenn Sie Gott kennenlernen wollen, dann sagen Sie:

 

Gott, ich komme zu Dir und bringe Dir mein ganzes Herz. Ich brauche Dich, ich brauche Deine Hilfe. Ich kann es nicht allein. Ich setze mein Vertrauen auf Deinen Sohn Jesus. Ich glaube, dass Er für mich am Kreuz starb, von den Toten auferstand und wiederkommt. Jesus, danke, dass Du meine Sünden weggewaschen hast. Heute treffe ich die Entscheidung, dorthin zu gehen, wo Du mich hinführst. Mein Leben gehört nicht mehr mir. Alles, was ich bin und habe, lege ich heute in Deine Hände. Ich bete in Deinem Namen, Jesus. Amen.

 

Wie immer hoffe ich, dass Sie heute etwas aus unserer Sendung mitgenommen haben. Mir gefällt der 3. Johannesbrief und die Aussagen und Wahrheiten darin. Wenn wir uns Zeit nehmen, darüber nachzudenken, kann das ein großer Segen und eine große Hilfe für unser Leben sein. Wenn Sie eben mit mir gebetet haben, dann wäre es schön, wenn Sie uns davon erzählen würden. Es wäre schön, von Ihnen zu hören. Wenn Sie die Sendung gesehen haben und sie Ihnen geholfen hat, dann wäre es eine große Ermutigung für mich und mein Team, von Ihnen zu hören. Schicken Sie uns doch einfach eine E-Mail oder einen Brief. Und ich bete, dass Gott in Ihrem Leben erwartete und unerwartete Dinge tut. Gott überschüttet uns täglich mit guten Dingen, sagt die Bibel, und manchmal taucht Er wie aus dem Nichts auf und tut erstaunliche Dinge in unserem Leben. Und wissen Sie, Gott möchte Sie segnen. Ich bete, dass Ihr Tag voller überraschender Segnungen ist. Bis zum nächsten Mal!

 

Jule 8. Dezember 2012 Keine Kommentare Trackback URI Comments RSS

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