Familie Thomas Pape

Wie man niemals fällt – Bayless Conley

als epub-Datei für eBooks: Wie man niemals fällt

 

Wie man niemals fällt
11.09.2011
Pastor Bayless Conley

Liebe Freunde, im 2. Petrusbrief sagt Petrus etwas ganz Erstaunliches. Er sagt, wenn wir bestimmte Dinge in unserem Leben beachten, dann werden wir nicht fallen. Das habe nicht ich gesagt, sondern Petrus, der vom Heiligen Geist inspiriert war. Wenn Sie diese Dinge beachten und tun, werden Sie nicht fallen. Nehmen Sie Ihre Bibel zur Hand und lassen Sie uns zusammen darin lesen.

Ich fange an mit Vers 5 aus 2. Petrus, Kapitel 1. Wir lesen bis Vers 11. Hier steht:

2. Petrus 1:5-11

„So gebt euch alle Mühe und erweist euren Glauben durch Tugend, eure Tugend durch Einsicht, eure Einsicht durch Selbstbeherrschung, eure Selbstbeherrschung durch Geduld, eure Geduld durch Frömmigkeit, eure Frömmigkeit durch brüderliche Nächstenliebe und in der brüderlichen Nächstenliebe die Liebe zu allen Menschen. Wenn das reichlich bei euch vorkommt, werdet ihr nicht faul und unfruchtbar sein, wenn es um die Erkenntnis Gottes geht. Wem dies aber fehlt, der ist blind und tappt im Dunkeln und hat vergessen, dass er von seinen früheren Sünden rein geworden ist. Darum bemüht euch umso mehr, eure Berufung und Erwählung zu verfestigen. Denn wenn ihr das tut, werdet ihr nicht zu Fall kommen, und so wird euch der Eingang leicht gemacht werden in das ewige Reich unseres Herrn Jesus Christus.

In Vers 8 sagt er: „Wenn diese Dinge – Glauben, Tugend, Selbstbeherrschung, Geduld usw. – wenn sie reichlich bei euch vorkommen, werdet ihr nicht faul und unfruchtbar sein, wenn es um die Erkenntnis Gottes geht.“ Das Wort ‚faul‘ bedeutet untätig. Sie werden nicht faul oder untätig sein, wenn diese Dinge reichlich bei Ihnen vorkommen. Manche Menschen sagen, dass sie Gott lieben und mit Ihm leben, aber wenn man ihr Leben anschaut, dann passt es nicht zusammen. Ihr Leben bringt keine positiven Ergebnisse und sie kommen selbst auch nicht voran. In ihrem Leben mit Gott sind sie untätig. Gott aber wünscht sich positive Ergebnisse in unserem Leben. Jesus hat das gelehrt und selbst die Nichtgläubigen erwarten gute Resultate von der Kirche. Wussten Sie, dass selbst die härtesten Kirchengegner hoffen, dass nicht auch Sie noch zu den vielen oberflächlichen Christen gehören? Die meisten sind nur nach außen hin Christen und leben nicht so, wie sie es sollten. Aber die Menschen sehnen sich nach etwas Echtem. Auch Gott sehnt sich danach und so sollten wir uns wirklich danach ausstrecken.

Stellen Sie sich vor, jemand hat noch nie einen Pfirsichbaum gesehen. Sie sagen ihm: „Da ist ein Pfirsichbaum.“ Und er sagt: „Wie schön!“ Ab jetzt wird er bei diesem Baum ständig Ausschau nach Pfirsichen halten. Ein Jahr folgt dem nächsten. So vergeht Jahr für Jahr. Aber der Baum trägt keine Früchte. Nun, er hat ja noch nie einen Pfirsichbaum gesehen. Sie sagen, es ist ein Pfirsichbaum, aber er trägt nie Früchte. Also wird er sich wundern. Genauso ist es auch, wenn Sie sagen: „Das da ist ein Christ“, dann werden die Leute etwas erwarten. Aber wenn sie keine guten Ergebnisse sehen, keinen Fortschritt wahrnehmen, werden sie sich Fragen stellen und das mit gutem Grund. Gott hat uns alles für ein erfolgreiches Leben mit Ihm geschenkt. Und wenn wir dies pflegen, dann werden wir auch gute Früchte tragen und genug zu tun haben und nicht faulenzen. Wir werden immer wieder sichtbare Fortschritte in unserem Leben mit Gott machen.

Im Vers 9 sagt Petrus, dass der, dem diese Dinge fehlen, im Dunkeln tappt und sogar blind ist. Er meint geistlich blind. Er kann nicht weit sehen. Er ist kurzsichtig und sieht nicht, wo er hingeht. Weiter schreibt er, dass er vergessen hat, dass seine alten Sünden vergeben wurden. Er sieht also weder was vor ihm ist noch was hinter ihm liegt. Er hat vergessen, wo er herkommt. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass wir nie vergessen, wo wir herkommen. Ich denke oft daran, woraus und wovon Gott mich befreit hat. Ich habe jetzt seit 35 Jahren eine sehr enge Verbindung mit Gott und bis heute schäme ich mich überhaupt nicht zu weinen, wenn ich daran zurückdenke, wo ich herkomme, wie Gott mich zu sich gezogen und befreit hat. Vergessen Sie bitte nie die Zeit, als Sie Gott kennengelernt haben und was Er damals für Sie getan hat. Es wird Sie auch davor bewahren, mit dem Finger auf andere zu zeigen, die sich noch auf dem Weg befinden und mit Dingen zu kämpfen haben, die vielleicht auch Sie früher getan haben. Wir können manchmal so kritisch sein: „Oh, diese Leute machen zu viel Party und nehmen Drogen und machen dies und das.“ Wir haben oftmals die gleichen Dinge getan. Manche haben ihre Partner gewechselt wie andere ihre Handtücher. Denken Sie immer daran, wovon Gott Sie befreit hat. Aber wenn wir diese göttlichen Eigenschaften nicht in uns tragen, dann sagt Er, vergessen wir, wo wir herkommen. Wir werden nicht mehr erkennen, wohin wir gehen und unser Leben wird in eine falsche Richtung laufen.

Vers 10: „Darum bemüht euch umso mehr…“ mit anderen Worten: Wir müssen uns aktiv darum bemühen, diese positiven Dinge zu erlangen. „Bemüht euch umso mehr, eure Berufung und Erwählung zu festigen.“ Mit anderen Worten: Wir müssen sie bestätigen. Und dann sagt die Bibel: „Wenn ihr das tut, werdet ihr nicht zu Fall kommen.“ Wir festigen und bestätigen diese Dinge, indem wir uns darum bemühen, sie auszuüben. In Vers 10 sagt er noch mal: „Wenn ihr das tut, werdet ihr nicht fallen.“ Sie werden nicht ausrutschen, nicht fallen, keine falschen Schritte machen, nicht versagen, nicht verloren gehen, nicht zusammenbrechen. Ist das nicht großartig? Stimmen Sie mir zu, dass das eine wundervolle Verheißung ist? Sie werden niemals fallen, wenn Sie sich um diese Dinge bemühen. Wenn wir doch einmal versagen oder einen Fehler machen, dann könnte es sein, dass wir einen dieser Bereiche vernachlässigt haben. Ich kann sicher sagen, dass ich nicht fallen will. Ich möchte nicht auf der Zielgeraden zusammenbrechen. Ich möchte gerne reich belohnt werden, wenn ich zu Gott in den Himmel komme.

Lassen Sie uns also diese Dinge genauer betrachten. Das erste erwähnt er in Vers 5, wo er sagt: „So gebt euch alle Mühe und erweist euren Glauben durch Tugend.“ Das Erste ist also der Glaube. Gehen wir zurück zu Vers 1. Petrus schreibt hier:

2. Petrus 5:1

„Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu Christi, an alle, die mit uns denselben kostbaren Glauben empfangen haben durch die Gerechtigkeit, die unser Gott und Jesus Christ geben.“

‚Denselben‘ meint hier gleichwertigen Glauben. Er sagt: „Ihr habt den gleichen Glauben empfangen wie wir.“ Ich finde es großartig, dass wir den gleichen Glauben bekommen haben wie der Apostel Petrus. Aber wie haben wir denn diesen gleichwertigen kostbaren Glauben empfangen? Er sagt, dass wir unseren Glauben durch Tugend erweisen sollen. Und woher kommt der Glaube ursprünglich? In Römer 12, Vers 3 steht: „Gott hat jedem von uns ein Maß des Glaubens zugeteilt.“ Und nach Römer 10, Vers 17 wird der Glaube lebendig durchs Hören. Und er wächst durch die Anwendung. Aber anfangs ist es ein Geschenk von Gott. Der Glaube ist die Grundlage. Ohne Glaube können wir Gott nicht erfreuen. Die Bibel sagt, ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Nicht schwierig, sondern unmöglich. Durch Glauben werden wir errettet. Durch Glauben werden unsere Gebete erhört. Der Glaube ist sozusagen das Zahlungsmittel im Himmel, die himmlische Währung.

So mancher hat nun schon gedacht: „Gut, dann reicht es also, Glauben zu haben!“ Ein Prediger hat einmal gesagt: „Alles, was wir brauchen, ist Glauben an Gott.“ Aber viele Menschen, die das gesagt haben, sind in ihrem Leben gescheitert. Glaube ist sicherlich die Grundlage und der Anfang. Aber er ist nicht alles. Wir müssen uns auch um andere Dinge bemühen. Wie er in Vers 5 sagt, müssen wir unseren Glauben durch Tugend erweisen. Das ist das Zweite: Tugend. In einigen Übersetzungen steht: „Ergänzt euren Glauben durch einen guten Lebenswandel.“

Als ich zum ersten Mal so eine Übersetzung las, wo ‚Ergänzt euren Glauben‘ stand, musste ich sofort an Nahrungsergänzungsmittel denken. Und daran, wie ich schon als Teenager von zu Hause ausgezogen war. Ich lebte damals eine Zeit lang in Utah in einer Art Wohnmobil und hatte fast nie Geld. Einmal ging ich in einen Laden und kaufte ein Fertiggericht. Es waren Nudeln mit Käse. Ich hatte kein Salz und keinen Pfeffer und weder Milch noch Butter. Ich hatte nur Wasser und einen kleinen Kocher mit einer Art Bunsenbrenner. Und so verbrachte ich einen ganzen Winter in meinem Auto. Da war auch nur Platz für ein Bett und meinen kleinen Kocher. Zum Frühstück aß ich Nudeln mit Käse ohne Salz und Pfeffer, zubereitet ohne Milch und Butter. Ich machte nur Wasser heiß und schüttete das Paket rein. Das war mein Frühstück. Zum Mittagessen aß ich wieder meine Käsenudeln. Und zum Abendessen auch. Auch am nächsten und übernächsten Tag aß ich nur Nudeln mit Käse. Eine ganze Woche lang ernährte ich mich nur von diesem Fertiggericht ohne Salz, Pfeffer oder sonst irgendwas. Unglaublicherweise liebe ich bis heute diese Käsenudeln. Aber mir wurde ganz schnell bewusst, dass ich auch noch andere Sachen zu mir nehmen musste. Man kann nicht nur die ganze Zeit Käsenudeln essen und dabei gesund bleiben. Man kann seinen Körper nicht nur mit Nudeln gesund halten. Genauso reicht es nicht für ein erfülltes Leben mit Gott, nur Glauben zu haben, obwohl er natürlich extrem wichtig ist.

Wie ich schon sagte, das waren meine ersten Gedanken, als ich die Übersetzung las: „Ergänzt euren Glauben mit Tugend.“ Als ich mich mehr damit beschäftigte, entdeckte ich etwas sehr Interessantes. Petrus benutzt hier dieses griechische Wort für einen Vergleich. Das griechische Wort ‚ergänzen‘ kommt von einem Wort, das Chorleiter bedeutet. ‚Ergänzen‘ beschreibt im Griechischen wörtlich die Funktion eines Chorleiters. Wenn Paulus also sagt: „Ergänzt euren Glauben mit Tugend“ und all den anderen Dingen, dann vergleicht er uns mit einem Dirigenten. Er sagt: „Alle Stimmen werden gebraucht, nicht nur die Bassstimme. Der Chor muss harmonisch und ausgewogen sein. Wenn nicht alle mitsingen, dann will niemand den Chor hören.“

Noch einmal: Er sagt, wir sollen uns Mühe geben. Das heißt für uns, es ist harte Arbeit, den ganzen Chor so in Einklang zu bringen, dass jeder seine Aufgabe erfüllt. Er nennt uns auch die Namen von den einzelnen Chormitgliedern. Es gibt nämlich noch andere Stimmen als nur die des Glaubens. Als Nächstes werden wir die Tugend betrachten. Und das bedeutet auch Mut. Fügen Sie Ihrem Glauben Mut hinzu. Mut, göttliche Werte, ein tadelloses Leben. Wie viele von Ihnen wissen, dass es Mut braucht, Gott nachzufolgen? Man schwimmt sprichwörtlich gegen den Strom dieser Welt, wenn man Gott sein Leben anvertraut. Die Welt, der Feind und oftmals Menschen wollen einen auf den falschen Weg bringen und das ist hart. Man braucht ein tugendhaftes Leben, um in einer falschen Welt das Richtige zu tun – nicht den falschen Gelüsten nachzugeben oder sich einfach nur der Gesellschaft anzupassen. Das Richtige zu tun erfordert viel Mut. Glaube allein genügt nicht. Wir müssen auch moralisch Gottes Werte vertreten.

Der Glaube macht sich Gottes Kraft zu eigen. Gott sei Dank dafür! Er gibt uns Zugang zu allem, was Gott uns in Seiner Gnade schenken will. Im Römerbrief steht, im Glauben haben wir Zugang zu Seiner Gnade, in der wir stehen. Gnade ist also die Hand, die sich uns entgegenstreckt und uns alles geben möchte, was Gott uns bereitet hat – durch Jesu Tod und durch die Barmherzigkeit Gottes. Wir brauchen also unbedingt Glauben. Er gibt uns Zugang zu Gottes Kraft. Aber Kraft ohne Charakter ist sehr gefährlich. All das zu haben würde uns ohne ein moralisch einwandfreies Leben zerstören. Deshalb sagt Paulus: „Auch diese Stimmen werden in dem Chor gebraucht.“ Die Umkehr dieser Gleichung stimmt natürlich genauso: Ein moralisch gutes Leben ist nicht genug ohne Glauben. Wir müssen beides haben.

Haben Sie in diesem Zusammenhang schon Mal an die Geschichte vom verlorenen Sohn gedacht? Ich mag diesen Mann sehr, den jüngeren Bruder. Er hat zwar alles vermasselt, aber trotzdem mag ich ihn. Er hatte Glauben. Er bat seinen Vater um große Dinge: „Ich möchte jetzt schon mein gesamtes Erbe haben!“ Und der Vater gab es ihm. Er hatte keine Angst, um große Dinge zu bitten. Er hatte das Vertrauen, dass er das bekommen würde, worum er gebeten hatte. Er hatte Glauben. Aber in moralischer Hinsicht hatte er kein gutes Leben. Stimmt’s? Er besaß auch keine Tugenden. Er ging von zu Hause weg und vermasselte alles. Der ältere Bruder dagegen hatte sein Erbe noch nicht bekommen. Und jetzt wird er zornig auf seinen Vater und sagt: „Für mich hast du nie so eine Party gegeben!“ Und der Vater sagt: „Alles, was ich habe, gehört doch auch dir. Du hättest es immer haben können. Du hast aber nie danach gefragt!“ Er besaß natürlich Tugenden. Er sagt: „Ich habe nie deine Regeln missachtet, habe nie etwas falsch gemacht. Ich habe alles richtig gemacht.“ Einer von den Brüdern hatte großen Glauben und der andere war moralisch einwandfrei. Aber keiner von beiden liegt richtig. Ich glaube, dass wir uns das Gute von beiden zum Vorbild nehmen müssen: Großen Glauben haben, aber auch ein einwandfreies Leben führen. Aus dieser Geschichte lernen wir, dass wir uns selbst zerstören, wenn wir zwar Glauben haben, aber keine Tugend. Und wenn es umgekehrt ist, dann werden wir kritisch und selbstgerecht.

Bis hierher haben wir uns also zwei Stimmen in unserem Chor angeschaut: die Stimme des Glaubens und die Stimme der Tugend. Fügen wir jetzt eine dritte Stimme hinzu und das ist Weisheit. In Vers 5 steht: „So gebt euch alle Mühe und erweist euren Glauben durch Tugend und eure Tugend durch Weisheit.“ Das griechische Wort für Weisheit beinhaltet den Gedanken, nach Weisheit zu streben, Weisheit zu erlangen und immer von Gott, Jesus, dem Heiligen Geist und der Bibel lernen zu wollen. Manche Menschen hören auf zu wachsen, weil sie aufgehört haben, danach zu streben. Auf der Arbeit lassen sie ihren Chef für sich denken, zu Hause das Fernsehen und am Wochenende den Pastor. Ich glaube, Gott liebt es, wenn Menschen Fragen stellen. Ich mag Menschen, die klare Fragen stellen. Religiöse Leute werden oft sehr wütend, wenn jemand alles hinterfragt. Sie sagen dann: „Sie sind rebellisch.“ Gott liebt ehrliche Fragen! Gott liebt es, wenn Menschen selbstständig denken. Wir können ohne eigenständiges Denken nicht wachsen. Und auch nicht, wenn wir keine Fragen stellen. Lassen Sie nicht ständig andere Menschen für sich denken. Denken Sie selbst. Sie müssen selbst hungrig und durstig sein nach Gott. Suchen Sie Ihn. Die Hungrigen und Durstigen werden erquickt, die anderen sind schon so gut wie tot. Im Natürlichen gilt das auch. Wenn man weder Hunger noch Durst verspürt, dann gibt es ein großes Problem. Wir müssen verinnerlichen, dass wir unser ganzes Leben lang wachsen und lernen sollten. Von dem Moment an, an dem wir denken, wir wüssten alles oder uns zufrieden geben mit unserem Wissen über Gott, bewegen wir uns auf ganz dünnem Eis.

Ich bin gerade von einer langen Auslandsreise nach Hause gekommen. Ich war viel unterwegs. Auf meinen Reisen musste ich morgens sehr früh aufstehen und bin nach den vielen Predigtdiensten normalerweise sehr müde. Ich bin körperlich völlig ausgelaugt. Ich steige ins Flugzeug und will mit niemandem reden. Ich will mich nur zudecken, die Augen schließen und bis Los Angeles durchschlafen. So läuft es fast immer. Aber am Morgen meiner Abreise wachte ich sehr früh auf und betete: „Gott, ich bitte Dich, dass Du mir heute auf dem Flug eine Gelegenheit schenkst, jemandem von Dir zu erzählen.“ Als ich dann ins Flugzeug stieg, setzte sich ein Mann neben mich und machte gleich ein paar Scherze. Ich dachte: „Der Mann ist nett.“ Kennen Sie das? Wir setzen uns also hin, er fragt mich nach meinem Beruf und was ich in der Stadt und in dem Land so gemacht habe. Und noch vor dem Start fing ich an, ihm von Gott zu erzählen. Wir unterhielten uns stundenlang darüber. Er war Agnostiker und schon 79. Er stellte mir viele Fragen und hörte mir aufmerksam zu. Ich erzählte ihm von der Bibel, von meinem Leben mit Gott und über viele andere Dinge. Auch warum ich als junger Mann anfing, Drogen zu nehmen, wie ich auf der Suche nach der Wahrheit war und was meine Probleme zu der Zeit waren. Als wir in L. A. landeten, schüttelte er meine Hand und sagte: „Bayless, ich möchte Ihnen danken. Ich habe heute sehr viel gelernt.“ Und um ehrlich zu sein, hatte ich auch einiges gelernt.

Vergleichen wir das einmal mit einem Christen, mit dem ich irgendwann sprach. Er war bei einer Reihe von Kleingruppentreffen unserer Gemeinde gewesen. Dann kam er zu mir und sagte: „Gibt es nicht noch andere Veranstaltungen? Ich lerne nichts bei diesen Treffen. Ich weiß schon alles, worüber die da sprechen.“ Zu der Zeit war ich für die Vorbereitung der Kleingruppenthemen zuständig. Das wusste er nicht. Und ich dachte nur bei mir: „Da gebe ich mir solche Mühe und du sagst jetzt, du lernst nichts von mir?“ Das war schon hart für mich. Ich hätte ihn am liebsten geohrfeigt, aber habe es natürlich nicht getan. In dem Moment, wo wir aufhören, zu lernen … da muss ich wieder an das Wort ‚Weisheit‘ denken. Es heißt ja, Weisheit hinzufügen, suchen, erstreben. Eine weitere wichtige Stimme in dem Chor. Wir sollten danach verlangen, zu wachsen. Die Wahrheit ist nämlich: Wenn wir als Christen nicht vorwärtsgehen, dann gehen wir rückwärts. Im Leben mit Gott gibt es kein Stehenbleiben, weil alle feindlichen Kräfte in der geistlichen Welt einen sonst in die falsche Richtung ziehen. Solange die Welt sich dreht, wird sich der Strom der Gesellschaft in die falsche Richtung bewegen. Und wenn wir nicht aktiv nach vorne gehen und wachsen wollen, wird uns dieser Strom wieder auf den falschen Weg zurückziehen. Wenn wir also nicht fallen und treu unseren Weg mit Gott gehen wollen, dann müssen wir danach streben, in der Weisheit zu wachsen.

Es gibt, ganz grob gesagt drei Wege, wie wir mehr von Gott lernen:

Gebet. Wir knien vor Gott nieder, sprechen mit Ihm und hören auf Seine Stimme. So werden wir während des Gebets von Gott lernen.

Zweitens: von der Bibel. Lesen Sie darin. Sie ist das Wort Gottes. Wenn Sie wissen möchten, was jemand denkt, dann müssen Sie ihm zuhören. Die Bibel zeigt uns Gottes Gedanken. Wenn wir erfahren möchten, was sich der Autor eines Buches gedacht hat, dann müssen wir zuerst sein Buch lesen. Lesen Sie regelmäßig die Bibel. Dazu gehört natürlich auch das Hören von Predigten und Lesen von Büchern über die Bibel. Ich mag sehr, was Billy Graham einmal sagte. Als er schon 25 Jahre im Dienst war, wurde er gefragt: „Wenn Sie etwas aus den vergangenen Jahren ändern könnten, in denen Sie so eng mit Gott leben, was wäre das?“ Da sagte er: „Das Einzige, was ich ändern würde, wäre, mehr Zeit mit der Bibel zu verbringen und weniger mit Büchern über die Bibel.“ ( Ich finde, das ist für uns alle ein wertvoller Gedanke.)

Also: Gebet, Bibellesen und schließlich Erfahrungen mit Gott. Ihn als Versorger für alle Bereiche unseres Lebens kennenzulernen, besonders wenn wir wirklich für Ihn leben und Seinen Plan für unser Leben ausführen wollen.

Ich weiß inzwischen, dass wir selbst durch Fehler Wunderbares über Gott lernen können. Wir brauchen dazu natürlich die Bereitschaft, zu lernen. Zum Beispiel: Sie machen einen Fehler. Vielleicht haben Sie einen moralischen Fehler gemacht, vielleicht sind Sie in Sünde gefallen. Vielleicht sind Sie sechs Monate untergetaucht, sind nicht zur Kirche gegangen, haben Gott verlassen. Wer weiß, was Sie getan haben. Vielleicht möchten Sie es auch niemandem erzählen. Aber nun sind Sie wieder da und sagen: „Gott, dieses Lied heute Abend hat mich tief berührt. Ich weiß, dass ich Dir wieder mein Leben anvertrauen muss. Alleine kann ich nicht mehr weiter.“ Gut, Sie haben einen Fehler gemacht. Aber hier sind einige wertvolle Tipps, die Ihnen helfen können.

Wenn wir Gott um Hilfe bitten, werden wir nicht versagen.
Gott ist gnädig und vergibt gern. Nichts überrascht Ihn.
Ich muss mitfühlender mit Menschen sein, die auch Fehler machen.
Unsere Vergangenheit muss nicht über unsere Zukunft bestimmen. Gott kann alles neu machen.
Der Feind, meine Begierden und manche Menschen werden mich auf falsche Wege leiten, wenn ich es zulasse.

Gottes Hinweise und Warnungen sind manchmal sehr leise. Wir müssen gut auf sie achten. Wir brauchen die Gemeinschaft und den Rat von anderen Christen.

Das waren nur einige Punkte, die Ihnen auf Ihrem Weg mit Gott helfen werden. Als Christen sollten wir ständig darum bemüht sein, zu lernen und zu wachsen.

Ich hoffe, dass wir Sie mit dieser Predigt ermutigen konnten. Bitte seien Sie auch nächstes Mal dabei, wenn wir den zweiten Teil dieser Reihe senden. Wir werden hören, wie man aus seinen Fehlern lernt. Wenn Sie wieder aufstehen, dann haben Sie nicht versagt, sondern gelernt. Ein Gerechter fällt sieben Mal und steht wieder auf. Paulus sagt: „Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.“ Das sagte er zu den Korinthern. In einer anderen Übersetzung steht: „Wir wurden umgehauen, aber nicht ausgelöscht.“ Ich möchte Sie in Gottes Namen ermutigen, wieder aufzustehen. Gott liebt Sie und wir auch. Bis zum nächsten Mal.

 

Heute senden wir den zweiten Teil der Predigt „Wie man niemals fällt“. Dieses Thema habe nicht ich mir ausgedacht. Der Apostel Petrus schreibt in einem seiner Briefe, dass wir niemals fallen werden, wenn wir diese Dinge beherzigen und anwenden. Wir haben uns letztes Mal bereits einiges dazu angesehen. Heute geht es darum, wie wir aus unseren Fehlern lernen können. Wenn Sie einmal hinfallen, aber wieder aufstehen, dann sind Sie kein Versager. Gott kann Ihr Leben und Dinge, die vielleicht falsch laufen, verändern. Nehmen Sie Ihre Bibel zur Hand und fangen wir an, zu lesen.

Ich weiß inzwischen, dass wir selbst durch Fehler Wunderbares über Gott lernen können. Wir brauchen dazu natürlich die Bereitschaft, zu lernen. Zum Beispiel: Sie machen einen Fehler. Vielleicht haben Sie einen moralischen Fehler gemacht, vielleicht sind Sie in Sünde gefallen. Vielleicht sind Sie sechs Monate untergetaucht, sind nicht zur Kirche gegangen, haben Gott verlassen. Wer weiß, was Sie getan haben. Vielleicht möchten Sie es auch niemandem erzählen. Aber nun sind Sie wieder da und sagen: „Gott, dieses Lied heute Abend hat mich tief berührt. Ich weiß, dass ich Dir wieder mein Leben anvertrauen muss. Alleine kann ich nicht mehr weiter.“ Gut, Sie haben einen Fehler gemacht. Aber hier sind einige wertvolle Tipps, die Ihnen helfen können.

Wenn wir Gott um Hilfe bitten, werden wir nicht versagen.
Gott ist gnädig und vergibt gern. Nichts überrascht ihn.
Ich muss mitfühlender mit Menschen sein, die auch Fehler machen.
Unsere Vergangenheit muss nicht über unsere Zukunft bestimmen. Gott kann alles neu machen.
Der Feind, meine Begierden und manche Menschen werden mich auf falsche Wege leiten, wenn ich es zulasse.
Gottes Hinweise und Warnungen sind manchmal sehr leise. Wir müssen gut auf sie achten.
Wir brauchen die Gemeinschaft und den Rat von anderen Christen.

Das waren nur einige Punkte, die Ihnen auf Ihrem Weg mit Gott helfen werden. Als Christen sollten wir ständig darum bemüht sein, zu lernen und zu wachsen.

Heute Morgen hatte ich eine wunderbare Zeit mit Gott. Ich habe gebetet und Bibel gelesen. Das war sehr erfüllend! Aber später fühlte ich mich gar nicht mehr so gut. Ich dachte die ganze Zeit: „Mann, ist das ein seltsamer Tag! Ich verstehe gar nicht, warum ich mich so komisch fühle.“ Geht Ihnen das auch manchmal so? Sie fühlen sich seltsam, aber wissen gar nicht, warum? Morgens fühlte ich mich noch so gut. Ich hatte eine gute Zeit mit Gott im Gebet. Ich las so gute Sachen in der Bibel und war richtig froh darüber. Und dann wurde alles anders! Vielleicht geht das ja nur mir so. Aber wissen Sie was? Sogar in diesen schweren Zeiten habe ich etwas gelernt. Als ich eben hierher kam, fühlte ich mich immer noch seltsam. Und auch während des Lobpreises war das Gefühl noch da. Aber das ist eigentlich gar nicht so schlimm. Wir leben im Glauben und nicht im Schauen. Gott ändert sich nicht, nur weil ich mich seltsam und schlecht fühle. Die Botschaft, die Er für heute auf mein Herz gelegt hat, ist nicht auf einmal falsch, nur weil ich mich schlecht fühle. Das hat nichts miteinander zu tun. Ich glaube, dass Gott sich freut, wenn wir im Glauben leben und Ihn loben und anbeten, selbst wenn wir uns nicht danach fühlen. Wir wachsen also, wenn es uns nicht gut geht und wir trotzdem ein offenes Herz für Gott haben. Ich hatte gar nicht vor, das zu sagen. Aber so geht das manchmal.

Gut, wir waren beim Glauben. Wir müssen ein tadelloses Leben führen und uns nach Gott ausstrecken, uns nicht zufriedengeben mit dem, was wir über Gott und das Leben mit Ihm wissen. Der Chor hört sich immer besser an, stimmt’s? Aber wir müssen noch einige andere Stimmen hinzufügen. Die nächste ist die Selbstbeherrschung.

In Vers 6 steht: „Erweist eure Einsicht durch Selbstbeherrschung.“ Das bedeutet, sich und seine Gefühle kontrollieren oder steuern zu können.

Ich habe einen kleinen Enkel. Er ist zwei. Und er kann wie verrückt toben und sich winden, aber sein Opa ist stark genug, ihn so festzuhalten, dass er nicht weg kann. Es fällt mir viel leichter, meinen Enkel festzuhalten als mich selbst. D. L. Moody sagte einmal: „Es gibt keinen Menschen, der mir so viel Ärger macht wie ich selbst.“

Ich halte viele Vorträge vor Leitern und Pastoren an verschiedenen Orten und werde oft gefragt: „Was ist die größte Herausforderung in Ihrem Dienst?“ Heute, nach 25 Jahren, habe ich immer noch dieselbe Antwort: „Ich selbst.“ Ich bin die größte Herausforderung in meinem Dienst. Wir müssen ständig darum bemüht sein, Selbstbeherrschung zu üben, wenn diese Stimme harmonisch in unserem Leben klingen soll. Und wenn wir uns dazu entschließen, etwas zu tun, dann muss unser Wille stark genug sein, es auch durchzuziehen. Wir sollen dabei auf die Hilfe des Heiligen Geistes vertrauen. Aber wir müssen auch unseren Teil dazu beitragen.

Was ich jetzt sage, kommt Ihnen bestimmt bekannt vor. Es geht um das Thema der sexuellen Lust und Ehebruch im Herzen. Jesus sagt dazu in Matthäus 5, Vers 29:

Matthäus 5:29
„Wenn dein rechtes Auge dich zum Bösen reizt, reiß es raus und wirf es von dir. Es ist besser, mit einem Auge zu leben als mit zwei Augen in die Hölle zu kommen.“

Es geht natürlich nicht ums wörtliche Rausreißen Ihrer Augen, sondern um schonungslose Selbstbeherrschung. Die Augen sind ein Bild für innere Gedanken. Jesus sagt, dass, wenn wir nur an etwas Böses denken, es bereits ausrotten müssen. Wenn unsere Gedanken uns zur Sünde verleiten, müssen wir sie austilgen. Danach sagt Er: „Wenn deine Hand dich zum Bösen reizt, hau sie ab und wirf sie von dir.“ Mit anderen Worten: Die Methode ist die gleiche. Wir müssen es entschieden ausmerzen, denn wenn wir es nicht tun, solange es nur in den Augen ist, müssen wir es tun, wenn es in der Hand ist. Die Augen stehen für die Vorstellungen und Gedanken. Wenn wir die nicht hinauswerfen, dann geht es über zu den Händen und wir tun die Dinge, über die wir vorher nur nachgedacht haben. Und dann heißt es noch in Matthäus 18, da sagt Jesus: „Wenn dein Fuß dich zum Bösen reizt, hau ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist besser, lahm zu sein, als mit beiden Füßen in die Hölle zu gehen.“

Er spricht wiederholt vom rücksichtslosen Hinauswerfen böser Dinge. Aber dabei gibt es eine Steigerung. Wenn man sich nicht um die Gedanken kümmert, dann geht es weiter zu den Händen. Vielleicht ist es da noch eine einmalige Sache. Aber wenn ich mich nicht darum kümmere, geht es weiter zu den Füßen. Und dort wird es zur Gewohnheit. Es setzt sich fest. Bei allem sagt uns Jesus: „Du musst es tun. Reiß es heraus. Wirf es hinaus. Wirf es weg.“ Wir müssen unseren Teil beisteuern. Wir müssen eine innere Entscheidung treffen und sagen: „Ich werde stark sein. Ich werde Selbstbeherrschung üben. Ich werde es nicht auf meinen Vater oder meine Mutter oder meine Veranlagung schieben oder dass ich Ire oder Italiener oder was auch immer bin.“ Ich könnte viel darauf schieben, dass ich ein Ire bin.

Ich bin ziemlich oft in Irland, um dort zu sprechen. Nein, lassen Sie mich anders beginnen. Vor einiger Zeit nahm ich meine Frau Janet mit nach Deutschland. Sie hat deutsch-österreichische Vorfahren. Ich war schon oft dort, aber sie kam zum ersten Mal hin. Sie musste weinen und sagte: „Bayless, alle hier sind wie ich!“ Zum ersten Mal war ihr richtig bewusst, wo sie herkam. Sie ist nämlich sehr präzise und akkurat und die Mehrheit der Menschen dort ist wie sie. Wenn ich in Irland bin, muss ich lachen. Alle dort machen Witze, genau wie ich. Ich sage immer zu den Leuten: „Ich weiß, warum ich so bin.“ Aber wenn ich damit übertreibe, kann ich es nicht mehr auf meine irische Herkunft schieben. Dann fehlt es mir an Selbstkontrolle.

Jesus lehrt uns also, entschieden Selbstbeherrschung auszuüben. Wenn wir das tun und dabei Gott um Hilfe bitten, wird Er uns helfen. Das Ziel ist ja, ein fruchtbringendes Leben zu führen und Fehler zu vermeiden. Man muss leider nicht lange suchen, um Leute zu finden, die wegen fehlender Selbstkontrolle gescheitert und gefallen sind. Der Feind hat es geschafft, in ihre Gedanken zu kommen und sich dort einzunisten. Dort erstickt er dann das geistliche Leben dieser Menschen. Es fängt immer mit einem kleinen Gedanken an, der nicht hinausgeworfen wird. Und solche Gedanken werden dann eine Festung des Feindes, ob auf dem Gebiet der Sexualität, der Ernährung oder ob es ums Lästern geht oder darum, was wir uns anschauen oder wem wir zuhören. Wir müssen uns im Griff haben, sonst wird der Feind uns in den Griff bekommen. Wir sind dabei aber nicht allein. Gott wird uns helfen und andere Mitchristen auch. Zumindest ist das so bei uns in Cottonwood und ich denke, in den meisten anderen Kirchen auch. Wir helfen uns gegenseitig. Wenn Sie gerade Probleme oder Sorgen haben, dann ist jemand für Sie da. Er wird sagen: „Zusammen werden wir das schaffen.“ Das Schlimmste wäre also, sich abzukapseln und zu denken: „Wenn diese heiligen Menschen in Cottonwood oder einer anderen Kirche wüssten, wie ich wirklich bin und womit ich zu kämpfen habe, dann würden sie mich sofort rauswerfen.“ Wissen Sie, die Kirchen sind voll mit Leuten wie Ihnen. Und einige von ihnen haben genau das Gleiche durchgemacht wie Sie. Gehen Sie zu einem Menschen, den sie gern haben und vertrauen Sie sich ihm an. Bitten Sie ihn, mit Ihnen zu beten. Sie werden sich wundern, was geschieht. Gott wird Ihnen helfen. Denn die, die auf den Herrn vertrauen, bekommen neue Kraft. Selbstkontrolle ist ja die Kraft über sich selbst. Gott wird Ihnen helfen. Mitchristen werden Ihnen helfen. Sie können Selbstkontrolle ausüben. Lassen Sie diese Stimme in Ihrem Chor erklingen. Das ist sehr wichtig.

Jetzt haben wir noch ein paar andere. Eine weitere Stimme ist die Ausdauer. Und darüber werden wir jetzt sprechen.

Mit Ausdauer schaffte es sogar die Schnecke in die Arche.

Mit Ausdauer werden große Dienste aufgebaut.

Mit Ausdauer werden gute Ehen geformt.

Mit Ausdauer schreiben Menschen Geschichte.

Haben Sie Geduld und Beständigkeit selbst in schweren Zeiten. Auch Stärke und Durchhaltevermögen. Geben Sie nie auf und verlieren Sie Ihren Glauben nicht. Glauben und harren Sie aus, bis Sie die Antwort bekommen. Wenn Sie umgehauen werden, stehen Sie wieder auf und gehen weiter. Seien Sie fest entschlossen, niemals aufzugeben.

Vielleicht kann man nicht sonderlich viel Gutes über mich sagen, bis auf eines: Ich gebe niemals auf. So manch einer denkt vielleicht: „Bayless, du bist zu dumm zum Aufgeben.“ Nun ja, wenn das stimmt, dann ist es etwas Gutes.

Ich muss da an meinen Sohn Spencer denken. Viele von Ihnen kennen meinen Sohn Harrison, er ist einer unserer Pastoren hier. Unsere Tochter ist Missionarin. Doch über Spencer hört man nicht viel. Er arbeitet in Teilzeit beim Fernsehen. Er lebt in Hollywood. Und er spielt Gitarre bei einer Fernsehsendung namens Glee. Das macht er jetzt seit zwei Jahren, seit es die Show gibt. Spencer ist mein wilder Junge. Ich liebe ihn! Er ist der ehrlichste Mensch, den ich je getroffen habe. Als er klein war, hatte er sich in den Kopf gesetzt, einen Hund haben zu wollen. Wir sagten zu ihm: „Spencer, du bekommst keinen Hund.“ Und er sagte: „Doch, ich bekomme einen Hund.“ Und wir antworteten: „Nein, du bekommst keinen Hund!“ Dann sagte er: „Doch. Ich bekomme einen Beagle.“ Wir sagten: „Spencer, wir wollen keinen Hund. Du bekommst keinen.“ Er sagte: „Ich will einen Hund. Ich werde dafür beten.“ Wir sagten: „Tu das nicht!“ Aber er fing an zu beten und sagte danach: „Ich bekomme einen Hund. Ich habe schon einen Hund.“ Wir sagten wieder: „Spencer, sag das nicht.“ Er sagte: „Tut mir leid. In der Bibel steht, wenn ich glaube, dann werde ich das bekommen, wofür ich gebetet habe. Ich bekomme ihn. Gott hat mein Gebet gehört. Ich habe einen Hund. Ich habe einen Beagle.“ Wir sagten: „Spencer, sag das nicht. Hör auf damit. Du hast keinen Beagle. Wir wollen keinen Hund!“ Er sagte wieder: „Ich habe schon einen Hund, Gott hat mein Gebet erhört. Die Antwort ist schon unterwegs. Ich glaube, dass Gott mich erhört hat. Ich habe einen Beagle.“ Es war unglaublich. Ich sagte immer wieder, er solle damit aufhören. Aber er war unerbittlich. Eines Tages betete ich: „Gott, was soll ich nur tun?“ Und ich hörte so eine innere Stimme: „Kauf ihm einen Hund.“ Spencer bekam also seinen Beagle! Denken Sie dran: Geben Sie niemals auf!

Unsere nächste Stimme im Chor ist Frömmigkeit. Wie ich schon sagte, einige werden wir nur kurz ansprechen. Frömmigkeit ist das nächste Chormitglied. Das steht in Vers 6. Frömmigkeit. Dies meint Ehrfurcht und Respekt vor Gott und Seinen Geboten. Es betrifft jeden Bereich unseres Lebens, äußerlich und innerlich. Wenn es nur unser äußeres Leben betrifft, nicht aber unser inneres, dann nehmen wir es nicht ernst. Können Sie das bestätigen? Es ist die Wahrheit.

Jetzt noch schnell zu den drei Säulen der Frömmigkeit. Ich gebe Ihnen nur die Bibelstellen an. Die erste ist Gewinn. Das steht im 1. Timotheus 4, Verse 7 und 8. Da heißt es: „Übe dich selbst in Frömmigkeit! Denn sie ist für alles gut in diesem und im zukünftigen Leben.“ Fromm zu sein ist also gut für dieses Leben und das zukünftige im Himmel, sagt die Bibel.

Die zweite Säule der Frömmigkeit ist Kraft. 2. Timotheus 3, Vers 5 spricht von Menschen, die zwar irgendwie fromm sind, aber die göttliche Kraft dabei abstreiten. Frömmigkeit beinhaltet immer göttliche Kraft.

Also, Gewinn und Kraft. Die dritte Säule ist Verfolgung. 2. Timotheus 3, Vers 12 sagt:

2. Timotheus 3:12

„Alle, die im Leben eng mit Gott verbunden sind, werden Verfolgung leiden.“

Gewinn und Kraft bringen auch Verfolgung mit sich. Die Menschen sollen sich unser Leben anschauen und wissen, dass wir zu Gott gehören, weil wir fromm sind. Einige werden uns dafür lieben, andere werden uns hassen. Einige werden uns lieben, andere uns verfolgen.

Gestern sprach ich mit einem Freund. Er ist Pastor einer Kirche, in die mehrere professionelle Athleten gehen. Einer von ihnen ist einer der berühmtesten Sportler Amerikas. Ganz sicher kommt er eines Tages in die Hall of Fame seiner Sportart. Ich werde seinen Namen nicht nennen. Mein Freund und seine Frau verbringen viel Zeit mit ihm und seiner Frau. Er erzählte mir: „Bayless, der Mann ist großartig. Wenn er beim Sport ist, spricht er über Gott, auch ganz öffentlich im Fernsehen. Er ist dabei nicht extrem, aber auch nicht schüchtern. Und in seinem Privatleben ist er genauso.“ Er hat nicht ein Gesicht für die Medien und ein anderes, wenn niemand zuschaut. Er bekennt sich zu Gott, wenn er Sport treibt und wenn er bei seiner Familie zu Hause ist. Auch, wenn er im Gottesdienst ist und wenn er einkaufen geht. Er ist überall gleich. Er ist ein frommer Mensch.

Die Menschen müssen an unserem Leben unsere Einstellung, unseren Charakter und unsere Liebe zu Gott erkennen können. Das wird in jedem Fall eine Reaktion hervorbringen, egal, ob eine positive oder eine negative. In jedem Fall ist es eine Stimme, die auch in unserem Chor mitsingen muss.

Jetzt bleiben uns noch zwei Stimmen. Bald ist unser Chor vollständig. Die nächste Stimme ist die Brüderlichkeit, in manchen Übersetzungen brüderliche Nächstenliebe genannt. Im Vers 7 finden wir das ursprüngliche griechische Wort dafür: „… erweist eure Frömmigkeit durch Brüderlichkeit.“ Das griechische Wort dafür ist Philadelphia, so wie unsere Stadt Philadelphia. Es ist die Stadt der brüderlichen Liebe. Diese Liebe füreinander unterscheidet uns von dieser Welt. Jesus sagt in Johannes 13, Vers 35:

Johannes 13:35
„Daran wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid, dass ihr Liebe zueinander habt.“

Nicht: „Daran werden sie erkennen, dass ihr meine Jünger seid, dass ihr weissagt oder in anderen Sprachen sprecht.“ Wobei wir Gott natürlich für Seine wunderbaren Gaben dankbar sind. Genauso wenig wird man daran erkennen, dass wir Seine Jünger sind, wenn wir in der Kirche singen und tanzen oder auf der Straße predigen und Traktate verteilen. Sondern alle werden erkennen, dass wir Seine Jünger sind, wenn wir Liebe untereinander haben.

Ich weiß noch, wie wir einmal eine Veranstaltung in unserer Kirchengemeinde hatten. Es war eine Art Grillparty. Ein Mitglied unserer Gemeinde brachte einen Verwandten mit, der Anhänger einer östlichen Religion war. Ich weiß noch genau, wie er das bunte Treiben um sich herum beobachtete. Alle saßen zusammen, aßen und lachten. Wir hatten eine tolle Zeit. Sein Gesichtsausdruck brachte echtes Erstaunen rüber. Er guckte sich alles genau an und ging dann ein bisschen herum und hörte den Leuten zu. Man konnte sehen, dass er zuhörte. Dann ging er weiter zu anderen Leuten. Er beobachtete sie und hörte ihnen zu. Am Ende kam er zu mir und sagte: „Ich muss mit Ihnen sprechen. Haben Sie irgendwann mal Zeit?“ Ich sagte: „Natürlich.“ Ich besuchte ihn bald zu Hause und er sagte noch mal: „Ich muss echt mit Ihnen reden. An dem Abend in Ihrer Gemeinde, da sah ich etwas, das ich noch nie vorher gesehen hatte.“ Er sagte: „Ich bin echt überzeugt davon, dass sich die Leute in Ihrer Gemeinde aufrichtig lieb haben. Ich habe dort Leute aus jeder erdenklichen Kultur und Nationalität gesehen und alle waren so wundervoll zueinander. Ich konnte es richtig fühlen. Ich habe es in den Gesprächen herausgehört. Wie kann das sein? Warum habe ich das nirgendwo anders erlebt? Warum habe ich es in meiner Religion nicht erlebt?“ Ich erzählte ihm daraufhin, wie Gott unsere Herzen verändert. Es war ein wunderbares Beispiel für das, was Jesus predigte: Dass alle erkennen werden, dass wir Seine Jünger sind, weil wir Liebe füreinander haben, einander helfen und ehren.

Aber wir müssen verstehen, dass wir brüderliche Nächstenliebe nicht ausüben können, wenn wir uns von unseren Mitchristen abspalten. Es gibt leider Christen, die sehr intolerant mit anderen Menschen sind. Für sie ist die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen eine unnötige Belastung, die sie nervt. Also vermeiden sie jeglichen engeren Kontakt und bauen keine Freundschaften auf. Petrus sagt aber ganz klar, dass die Gemeinschaft absolut notwendig für ein erfülltes Leben mit Gott ist und dass sie uns vor Abwegen bewahrt. Ich möchte es Ihnen auch ans Herz legen: Sie brauchen diese Gemeinschaft. Sie brauchen die Liebe von anderen Gläubigen und die anderen brauchen Ihre. Isolieren Sie sich nicht. Auch, wenn Sie von Natur aus eher ein Einzelgänger sind. Sie brauchen die wundervolle Gemeinschaft mit anderen Christen.

So, die letzte Stimme ist die Liebe. Die letzte Stimme in unserem Chor ist die Agape-Liebe. Die Liebe, die die schwierigen und die undankbaren Menschen liebt – mit derselben Liebe, mit der Jesus für unsere Sünden am Kreuz starb. Im Römerbrief, Kapitel 5 steht, dass die Liebe Gottes durch den Heiligen Geist schon in unsere Herzen gelegt ist. Wenn Sie Gott bewusst Ihr Leben anvertraut haben, dann ist die Liebe Gottes in Ihnen. Aber das Interessante hierbei ist ja, dass Er uns sagt, dass wir Liebe üben sollen. Das heißt, dass wir Liebe üben sollen, weil sie nicht automatisch aus uns herausfließt. Nur weil wir sie haben, heißt das nicht, dass wir sie auch benutzen.

Ich habe das coolste Mountainbike, das Sie je gesehen haben. Aber beide Reifen sind platt. Ich fahre nie damit! Ab und zu staube ich es mal ab und pumpe die Reifen auf und drehe ein paar Runden. Meistens fahre ich aber mit einem Fahrrad meiner Kinder. Sie haben große Räder und es macht viel mehr Spaß, damit zu fahren. Bei manchen Menschen ist es genauso mit der Liebe. Sie hat platte Reifen und ist ganz verstaubt – weil sie nie benutzt wird. Sie wird nie ausgeübt.

Wenn Sie schon morgens nach dem Aufstehen beten: „Gott, bitte gib mir heute die Gelegenheit, Deine Liebe jemandem zu zeigen, der in Not ist“ und wenn Sie bewusst Gottes Liebe zeigen wollen, wenn sich die Chance ergibt, dann werden Sie schon bald sehen, dass Sie großartige Gelegenheiten bekommen, Seine Liebe weiterzugeben – vielleicht an ein paar nervige Kinder, Ihren schlecht gelaunten Mann oder Ihre nörgelnde Frau. Vielleicht auch an einen unverschämten Verkäufer, einen wütenden Chef, einen pubertierenden Teenager oder jemanden, der so fährt, als hätte er keinen Führerschein. Üben Sie Liebe, weil die Liebe nie versagt. Wenn Sie Liebe weitergeben, dann bringen Sie Gott in die Situation. Gott ist Liebe. Wundervolle Dinge werden passieren, wenn Sie sich entscheiden, zu lieben ohne Hintergedanken und ohne eine Belohnung zu erwarten. Lieben Sie die Schwierigen, die Undankbaren. Sie bringen Gott zu diesen Menschen, wenn Sie sich für die Liebe entscheiden. Er hat Seine Liebe bereits in unsere Herzen gelegt. Jetzt müssen wir sie nur noch weitergeben.

Also, bemühen wir uns darum, nicht faul oder untätig in unserem Leben mit Gott zu sein. Wir müssen entschlossen sein, nicht zu stolpern und zu fallen. Lassen wir den Chor singen in unserem Leben. Was meinen Sie?

Liebe Freunde, ich hoffe, dass meine Predigt Sie ermutigt hat. Ich würde Sie so gerne zu Hause besuchen und mit Ihnen am Küchentisch sitzen und Tee trinken. Ich würde gerne über Ihr Leben erfahren und über die Probleme, die Sie im Moment haben. Ich möchte Sie bei der Hand nehmen und mit Ihnen beten. Aber wenigstens kann ich durchs Fernsehen, Internet oder andere Medien zu Ihnen sprechen. Ich möchte Ihnen heute sagen, dass Sie von Gott geliebt sind. Er liebt Sie mehr als Sie jemals verstehen werden. Er interessiert sich für Ihre geheimsten Wünsche und Träume, Er kennt Ihre Probleme und Sorgen. Und Er liebt Sie. Ich bete im Namen Jesu, dass Sie sich jetzt ermutigt fühlen und dass der Geist Gottes anfängt, Sie innerlich zu heilen. Ich hoffe, Sie sind auch nächstes Mal wieder dabei. Ich freue mich auf Sie. Gott segne Sie.

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