Familie Thomas Pape

Wir brauchen Einheit

als mp3-Mitschnitt

 

Wir brauchen Einheit
12.08.2012
Pastor Bayless Conley

Herzlich willkommen! Wir wollen über etwas sehr Wichtiges sprechen, nämlich über die Einheit, die wir so dringend brauchen. Einheit gibt Stärke, das sagt auch die Bibel. Wo wir einmütig beisammen leben, hat Gott Seinen Segen verheißen. Bitte meinen Sie nicht, Sie kennen schon alles, was ich heute sagen möchte. Vielleicht sind Gedanken und Erklärungen dabei, die Sie so nicht gewohnt sind und die Ihnen ins Herz sprechen. Investieren Sie doch die nächsten Minuten und hören Sie mit mir zusammen auf Gottes Wort.

Psalm 133:1-3
„Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen. Wie das köstliche Öl auf dem Haupt, das herabfließt auf den Bart, auf den Bart Aarons, der herabfließt auf den Halssaum seiner Kleider. Wie der Tau des Hermon, der herabfließt auf die Berge Zions. Denn dorthin hat der Herr den Segen befohlen, Leben bis in Ewigkeit.“

Es ist schön und angenehm für die Seele, wenn Menschen harmonisch zusammenleben. Wenn man in eine Gemeinde kommt, in der Einheit herrscht, hat man gleich ein gutes Gefühl. Es ist angenehm. Einheit ist in einem gewissen Sinn spürbar. Dann spricht der Psalmist davon, dass Einheit wie Öl ist, das auf Aarons Kopf gegossen wird und das in seinen Bart und bis zum Saum seiner Kleider läuft. Aaron ist ein Bild für den Leib Christi. Aaron war der Hohepriester. In 2. Mose 19 sagt Gott, dass Er sich ein Königreich von Priestern wünscht. In Offenbarung 1:5-6 heißt es: „Jesus Christus hat uns durch sein Blut zu einem Königtum, zu Priestern Gottes gemacht.“ Dieses Königtum von Priestern gibt es nun und es ist ein Bild für den Leib Christi, so wie Aaron. Wenn Brüder einträchtig beisammen leben, ist das wie Salböl. Das Öl ist ein Symbol für den Segen und die Gegenwart des Heiligen Geistes. Er umgibt die ganze Gemeinde. Mit der Einheit kommt die Gegenwart Gottes und ein ganz besonderer Segen. Und so, wie das Öl nicht nur auf den Kopf kommt, sondern bis an den Saum der Kleider geht, gibt es den Segen nicht nur für die Leiter. Wo Menschen einander lieben und Anteil am Leben der anderen nehmen, da ist Segen. Wo wir Menschen finden, die mit den Gaben und der Berufung zufrieden sind, die Gott ihnen gegeben hat und die ihre Brüder und Schwestern höher achten als sich selbst, da ist Segen.

Ein Kommentator sagte zu diesem Psalm, dass er auf eine Situation anspielt, die gelegentlich in Israel auftrat: Wenn ein Vater seinen Söhnen ein Erbe hinterließ, zankten und stritten die Söhne manchmal, weil sie mit ihrem Anteil nicht zufrieden waren. Sie waren nicht zufrieden mit ihrem Teil des Erbes, das ihnen ihr Vater hinterlassen hatte. Sie waren eifersüchtig auf das, was die anderen Brüder bekamen und stritten sich. Am Ende verkauften sie manchmal ihr Erbe, was nach der jüdischen Tradition verboten war. Darum sagt der Psalmist: „Es ist gut, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen.“

Ein eindrückliches Bild für die Gemeinde! Manches an unserem Erbe haben wir alle gemeinsam, aber es gibt auch bestimmte Dinge, die Gott individuell in unser Leben gelegt hat – besondere Berufungen und Gaben und Talente. Wir können lernen, mit dem zufrieden zu sein, was Gott uns gegeben hat und nicht neidisch auf das zu schielen, was Gott einem anderen gegeben hat. „Das Land, das du mir geschenkt hast, ist ein schönes Land“, heißt es in einem anderen Psalm. Wir können sagen: „Nutze aus, was Gott dir geschenkt hat. Ich freue mich an deinen Gaben und daran, dass Gott dir einen besonderen Platz schenkt. Und ich bin glücklich mit dem, was er mir geschenkt hat.“ Wir werden sehen, dass darin Segen liegt. Und das gilt, wie gesagt, für die ganze Gemeinde. Man kann die Einheit schon spüren, wenn man zur Tür hineinkommt. Man spürt die Gegenwart Gottes.

In einer Gemeinde, in der ich einige Jahre mitarbeitete, hatten wir eines Abends einen Musiker und Pastor zu Gast. Ich hatte einen Termin außerhalb und konnte an dem Abend nicht teilnehmen. Aber ich war am Nachmittag da, begrüßte ihn und half ihm, seine Ausrüstung auszuladen. Ich wartete vor der Kirche auf ihn und als er kam, begrüßte ich ihn. Dann schleppten wir alle Verstärker und Gitarren hinein. Ich half ihm beim Aufbauen, verabschiedete mich und machte mich auf den Weg. Einige Tage später hörte ich mir eine Kassette von dem Abend an. (Damals hatten wir noch keine CDs!) Der Gottesdienst war wirklich gut! Und dann sagte der Musiker irgendwann: „Als ich in diese Kirche kam, spürte ich Gottes Gegenwart. Selbst der Mann, der mir beim Ausladen meiner Ausrüstung half, schien irgendwie ganz besonders gesegnet zu sein.“ Das lag nicht an mir. Zu der Zeit herrschte in dieser Gemeinde eine ganz ungewöhnliche Einmütigkeit und Einheit. Und dieser Segen, der auf der Gemeinde lag, reichte bis an den „Kleidersaum“ hinab, wo ich mich zufällig befand. Der Segen, der auf der Gemeinde lag, färbte auf mich ab.

Eine Gemeinde, die in Einheit lebt, kann einer der besten Orte auf dem Planeten Erde sein. Eine Gemeinde, in der Uneinigkeit herrscht, kann einer der schlimmsten Orte auf dem Planeten Erde sein. Und im Gegensatz zu „gut“ und „angenehm“ ist es schlecht und sehr unangenehm, wenn Brüder in Uneinigkeit und Spaltung und Streit leben. Ich möchte Ihnen noch einige andere Gründe nennen. In Vers 3 heißt es, wenn Brüder einmütig beisammen leben, ist das wie der Tau, der vom Hermon hinab auf die Berge Zions fließt. Zion ist hier wieder ein Bild für die Kirche. Im Hebräerbrief wird die Kirche als Zion bezeichnet. Der Psalmist sagt, Einheit ist wie Tau – und Tau ist erfrischend. In Apostelgeschichte 3:20 heißt es, das Volk Gottes wird durch die Gegenwart Gottes Zeiten der Erfrischung erleben. Ich versichere Ihnen: Der Geist Gottes kann Erfrischung schenken und wir werden sie erleben, wenn unter uns Einheit herrscht.

Wissen Sie, ich halte diese Predigt heute bereits zum dritten Mal. Ich werde nachher im zweisprachigen Gottesdienst predigen und dann im Abendgottesdienst noch einmal, damit ich mit allen in Gottes Wort und in das Lob Gottes eintauchen kann. Das sind also vier Predigten dieses Wochenende. Es ist nicht so schwer, aber auch nicht so leicht, wie manche denken.

In unserem alten Gemeindehaus hatten wir am Wochenende sieben Gottesdienste und meistens habe ich in allen gepredigt. Sechs Predigten waren es immer. Und nach zwei Predigten am Samstagabend und vier am Sonntagmorgen war ich manchmal ziemlich müde, wenn ich dann noch Sonntagabend predigen sollte. Aber ich kann Ihnen bezeugen, dass Gottes Gegenwart mich immer wieder erfrischt hat und dann war die Müdigkeit völlig verschwunden. Das war menschlich nicht zu erklären. Wenn wir einmütig beisammen sind, bedeutet das eine Erfrischung für die Seele und den Geist und auch eine Erfrischung für den Körper.

Einmal lud ich einen Freund ein, am Wochenende bei uns zu predigen. Er fragte: „Wie viele Gottesdienste habt ihr?“ Ich sagte: „Sieben. Du musst sieben Mal predigen.“ Er schickte mir einen Brief und schrieb: „Bayless, lieber lasse ich mich von einem Lkw überfahren. Nein, danke.“ Und er kam nicht. Allerdings erlebte er damit auch nicht die Erfrischung und den besonderen Segen, den ich erleben durfte.

Weiter schreibt der Psalmist: „Denn dorthin hat der Herr den Segen befohlen.“ „Dorthin“ heißt natürlich auf die Gemeinde, auf Zion. Aber in diesem Zusammenhang ist „dorthin“ sicher auch der Ort, an dem Einheit herrscht. Gott schickt Seinen Segen dorthin, wo Sein Volk in Einheit lebt. Und es heißt „Leben bis in Ewigkeit“. Menschen werden ewiges Leben finden. Menschen werden den Retter finden, wenn die Gemeinde in Einheit lebt. Jesus selbst sagte das ebenfalls. Schlagen Sie bitte mit mir Johannes 17 auf. Dort lesen wir, wie Jesus betet. Und Er spricht über genau das Gleiche: Wo Gottes Volk in Einheit lebt, findet es den Retter und ewiges Leben. Johannes 17, und wir gehen mitten in das Gebet hinein, Vers 20.

Johannes 17:20
„Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an ich glauben…“
Er betete also nicht nur für die anwesenden Jünger, sondern auch für uns. Lesen wir weiter in
Johannes 17:21
„… damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie eins seien, wie wir eins sind – ich in ihnen und du in mir -, dass sie in eins vollendet seien, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.“

Wenn die Welt eine Gemeinde sieht, die in Einheit lebt, ist das ein Zeugnis für die Realität Jesu Christi.

Vor Jahren hatten wir in der Gemeinde ein gemeinsames Essen und ein Verwandter eines unserer Gemeindemitglieder war zum ersten Mal da. Ich weiß noch genau, wie er da stand, mit verschränkten Armen und einem ganz erstaunten Gesichtsausdruck. Und er beobachtete einfach die Menschen um ihn herum. Ich ging zu ihm und fragte: „Wie geht es Ihnen?“ Er sagte: „Es geht mir gut. Aber ich sehe heute hier etwas, das ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen habe. Sie haben hier Menschen aus allen möglichen sozialen und kulturellen und ethnischen Hintergründen und ich kann eine echte Liebe unter ihnen erkennen. Das ist unglaublich!“ Er sagte: „Bitte kommen Sie mich

besuchen und erklären Sie mir, wie das möglich ist!“ Also besuchte ich ihn eine Woche später und erzählte ihm von Jesus. – Die Menschen erkennen Einheit, wenn sie sie sehen.

Ich hatte einen Freund. Bevor er Christ wurde, war er ein ziemlich harter Typ. Eines Abends legte er sich in einer Bar mit einem Mann an. Die beiden verlegten ihren Streit vor die Tür und er wurde handgreiflich. Mein Freund schlug den anderen Mann k. o. und als er am Boden lag, trat er ihn, brach ihm ein oder zwei Rippen und trat ihn mit dem Fuß in die Abwasserrinne. Es war mitten im Winter; es war eiskalt und schneite. Aber mein Freund ging einfach weg und ließ den anderen bewusstlos in der Abwasserrinne liegen. Mein Freund wurde Christ und als er zum ersten Mal in die Kirche ging, raten Sie mal, wer ihn an der Tür begrüßte? Ja, der Mann, den er zusammengeschlagen hatte. Er war auch Christ geworden. Der andere streckte ihm die Hand entgegen, sie umarmten sich und sie hatten Gemeinschaft als Brüder. Wenn Sie die Geschichte dieser Männer gekannt hätten, hätten Sie gesagt:
„An dieser Sache mit Jesus muss was dran sein.“

Schauen Sie uns an. Hier feiern Polizisten und ehemalige Sträflinge, Menschen aus jeder Kultur und jedem sozialen, ethnischen und politischen Hintergrund gemeinsam Gottesdienst. Wir haben Leben in Jesus Christus gefunden und Er hat die Mauern zwischen uns eingerissen. Und, Freunde, die Welt schaut zu!

Ich möchte Ihnen noch einen anderen Grund nennen, warum Einheit so wichtig ist: Wo Einheit ist, da ist Vollmacht. Schlagen wir einmal Apostelgeschichte 2 auf, nur ein paar Seiten weiter. Apostelgeschichte 2, das Pfingstfest. In Vers 1 heißt es:

Apostelgeschichte 2:1
„Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen.“

Einmütig. Diese oder ähnliche Formulierungen finden wir im Zusammenhang mit den ersten Gemeinden sehr häufig. Sie waren einmütig. Sie waren ein Herz und eine Seele. Und natürlich wissen wir, was dann geschah. Der Heilige Geist kam und sie gingen hinaus auf die Straße. Petrus predigte und 3.000 Menschen vertrauten Jesus ihr Leben an.

Lesen wir weiter in Kapitel 4. Die religiösen Führer hatten den Aposteln gedroht, sie sollten nicht mehr im Namen Jesu predigen. Vers 23:

Apostelgeschichte 4:23
„Als sie aber entlassen waren, kamen sie zu den Ihren und verkündeten alles, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Sie aber, als sie es hörten, erhoben einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen: Herrscher, du, der du den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hast und alles, was in ihnen ist…“
Und sie beten weiter und ab Vers 29 heißt es: Apostelgeschichte 4:29-33
„Und nun, Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten, dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden; indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung, dass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus. Und als sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit. Die Menge derer aber, die gläubig wurden, war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seiner Habe sein eigen sei, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft legten die Apostel das Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesus ab; und große Gnade war auf ihnen allen.“
Liebe Freunde, Einheit und Vollmacht sind hier bewusst miteinander verknüpft. Kapitel 5:12: Apostelgeschichte 5:12
„Aber durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk; und sie waren alle einmütig in der Säulenhalle Salomos.“

Das heißt, sie waren in gemeinsamem Einverständnis versammelt, aber es ging noch darüber hinaus. Etwas weiter oben lesen wir, dass sie ein Herz und eine Seele waren. Vers 13:

Apostelgeschichte 5:13-16
„Von den Übrigen aber wagte keiner, sich ihnen anzuschließen, doch das Volk rühmte sie. Aber umso mehr wurden solche, die an den Herrn glaubten, hinzugetan, Scharen von Männern und auch Frauen, so dass sie die Kranken auf die Straßen hinaustrugen und auf Betten und Lager legten, damit, wenn Petrus käme, auch nur sein Schatten einen von ihnen überschatten möchte. Es kam aber auch die Menge aus den Städten um Jerusalem zusammen, und sie brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte, die alle geheilt wurden.“

Wo Einheit war, war auch Vollmacht. Jesus sagte in Lukas 11:17: „Jedes Reich, das mit sich selbst entzweit ist, wird verwüstet, und Haus gegen Haus entzweit, stürzt ein.“ Das weiß der Teufel. Darum wird er alles in seiner Macht Stehende tun, um uns dazuzubringen, miteinander zu streiten, nachtragend und unflexibel zu sein, alte Fehler immer wieder aufzuwärmen, uns an dem Unrecht und dem Versagen festzuhalten, durch das andere uns gegenüber schuldig geworden sind und unsere Unterschiede aufzubauschen, denn er weiß, dass er uns die Kraft raubt, wenn er uns vom Weg der Liebe abbringt und unsere Einheit zerstört. Damit macht er uns unwirksam.

Ich habe jahrelang einen Zeitungsartikel aufgehoben, in dem es um zwei Brüder ging, die einen großen Edelstein auf ihrem Grundstück gefunden hatten. Sie wussten, dass er wertvoll ist, aber sie stritten sich darum – wem er gehört, wer ihn zuerst gefunden hat, wem das Grundstück gehört und so weiter. Der Streit eskalierte so weit, dass sie in die Scheune gingen und den Edelstein mit einer alten Bandsäge in der Mitte durchsägten. Jeder verkaufte seine Hälfte und bekam jeweils etwa 60.000 $ für seinen Teil. Der Mann, der ihnen den Stein abkaufte, sagte: „Ihr Dummköpfe! Wenn dieser Stein noch in einem Stück wäre, wenn ihr ihn nicht zersägt hättet, hättet ihr eine Million Dollar dafür bekommen können!“

Ein eindrückliches Bild für die Gemeinde! Wenn wir uns trennen lassen, wenn wir zulassen, dass wir in Zwietracht und Uneinigkeit leben, verlieren wir unseren Einfluss! Wir verlieren viel Kraft.

Hören Sie, was Jesus darüber zu Seinen Jüngern sagt. Vielleicht kennen Sie Seine Worte aus Lukas 24:49: „Siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibt in Jerusalem, bis ihr bekleidet werdet mit Kraft aus der Höhe!“

„Bekleiden“ ist zugegebenermaßen kein Wort, das ich täglich in einem solchen Zusammenhang verwende. Aber Jesus sagte: „Bleibt in Jerusalem, bis ihr mit Kraft aus der Höhe bekleidet werdet.“ In Apostelgeschichte 1 sagte Er: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist.“ Es ist interessant, dass Jesus dieses Wort „bekleiden“ benutzt: „Wartet in Jerusalem, bis ihr mit Kraft bekleidet werdet.“ Das entsprechende griechische Wort heißt tatsächlich Kleidung anziehen oder in ein Gewand oder einen Mantel gehüllt sein, in ein Gewand der Kraft gehüllt sein.

In diesem Sinne schlagen Sie jetzt bitte mit mir 1. Korinther 1 auf. Die Gemeinde in Korinth hatte viele Vorzüge, aber sie hatten auch echte Probleme mit Spaltungen und Streit. Und Paulus bittet sie, sich um Eintracht zu bemühen. Lesen wir 1. Korinther 1, Vers 10. Dort schreibt Paulus:

1. Korinther 1:10
„Ich ermahne euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einmütig redet und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern dass ihr in demselben Sinn und in derselben Meinung völlig zusammengefügt seiet.“

Interessant: „Ich ermahne euch, dass nicht Spaltungen unter euch seien.“ Das Wort „Spaltung“ bedeutet buchstäblich zerreißen, zerfleischen, zerfetzen. Es findet sich nicht sehr oft im Neuen Testament. An den wenigen Stellen geht es meistens darum, dass Stoff zerreißt. Es wird verwendet, als der Vorhang im Tempel von oben nach unten zerriss. Jesus verwendete es in Seinem Gleichnis, als Er sagte: „Man nimmt kein neues Stück Stoff, um einen Riss in einem alten Stoff zu flicken, denn dann wird der Riss umso schlimmer.“ Und mein Gedanke dazu: Wir sind in ein Gewand der Kraft gekleidet, aber wenn wir in Uneinigkeit leben, reißen wir das Gewand von uns. Wir reißen uns buchstäblich die Kraft vom Leib. Und in manchen Fällen geht dadurch der Kirche die Kraft Gottes ganz verloren.

Als unser jüngster Sohn Spencer noch klein war, hatte er eine Abneigung gegen dicke Jacken. Er hasste es, eine dicke Jacke anzuhaben! Draußen konnte es eiskalt sein – kaum hatten wir ihm die Jacke angezogen, lag sie dreißig Sekunden später auf dem Boden und er lief davon. Er mochte einfach nicht das Gefühl, eine dicke Jacke anzuhaben. Wir zogen sie ihm mühsam an – und selbst wenn wir draußen im Schnee waren, schaffte er es irgendwie, sie wieder auszuziehen. Es war ein ständiger Kampf, den Janet und ich mit Spencer auszufechten hatten.

Ich glaube, so ähnlich geht es unserem himmlischen Vater mit uns. Er hüllt uns in den Mantel Seiner Kraft und wir reißen uns ihn ständig vom Leib: „Mir passt nicht, was sie zu mir gesagt hat! Mir gefällt nicht, wie er mich behandelt hat! Die Predigt war zu lang! Die Musik war zu laut!“ Ständig ärgern wir uns über dumme Lappalien und reißen uns den Mantel vom Leib. Eine Gemeinde, in der solcher Streit herrscht, wird inmitten einer leidenden, sterbenden Menschheit machtlos dastehen. Die Verkündigung ist kraftlos, es gibt keine Sündenerkenntnis, es gibt keine Wunder und keine Heilungen; es gibt kein sichtbares und spürbares Wirken von Gottes Geist. Ich hoffe, dass Gott, wenn Er die Cottonwood- Gemeinde anschaut, Menschen sieht, die bereit sind, ihre kleinlichen Streitigkeiten beizulegen und in Liebe und Vergebung zu leben, so wie ihnen vergeben wurde. Ich hoffe, dass Gott dann sagt: „Die kann ich gebrauchen. Ich kann sie mit meiner Kraft einkleiden und durch sie die verlorene Welt erreichen.“
Ich möchte Ihnen noch einige Verse vorlesen. Hören Sie einfach zu. Kolosser 3:12-15
„Zieht nun an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut! Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat; wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr! Zu diesem allen aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist! Und der Friede des Christus regiere in euren Herzen, zu dem ihr auch berufen worden seid in einem Leib! Und seid dankbar!“

Zieht vor allem die Liebe an. Sie ist das Band der Vollkommenheit. Sie vereint euch, sie verbindet euch miteinander. Warum ist Liebe so wichtig? Weil Einheit vor allem auf Liebe beruht – sogar mehr als auf Übereinstimmung. Sie können unterschiedlicher Meinung sein und trotzdem in Einheit leben.

Meine Frau und ich sind in vielen Dingen unterschiedlicher Meinung. Sie ist eigensinnig und ich auch. Aber wir leben in Einheit, weil wir einander lieben. Und sie wird einfach warten müssen, bis wir in den Himmel kommen – dann wird sie feststellen, dass ich meistens recht hatte. Oder ich werde es feststellen. Aber Fakt ist: Die meisten unserer Meinungsverschiedenheiten sind nur Energieverschwendung. Wir können unterschiedlicher Meinung sein und trotzdem in Einheit leben, weil wir uns lieben. Kein Ehepaar ist immer einer Meinung. Das wäre verrückt! Können Sie sich solch eine Gemeinde vorstellen? In den hauptsächlichen Dingen herrscht Übereinstimmung. Janet und ich sind uns in den großen Fragen einig. Als Gemeinde sind wir uns in den großen Fragen einig. Es gibt eine verlorene, sterbende Welt, die Gott braucht. Den Himmel gibt es wirklich, die Hölle ist heiß, die Zeit ist kurz, die Ewigkeit ist lang und wir haben den Auftrag, dieser Generation das Evangelium zu verkündigen. Wenn wir uns darauf einigen können, spielen andere Dinge vielleicht keine so große Rolle mehr. Jeder kann seine Meinung behalten, kein Problem. Aber lasst uns einander lieben. Lasst uns in Einheit leben. Legen wir nicht die Kraft Gottes ab, indem wir kleine Dinge aufbauschen, die im Licht der großen Fragen eigentlich keine Rolle spielen. Und was ist, wenn jemand ständig Zwietracht verbreitet? Nach Römer 16:17 sollen wir solche Menschen erkennen und uns von ihnen fernhalten. Wir sollen uns nicht mit ihnen abgeben und nicht auf sie hören. Wir sollen sie erkennen und meiden, denn ihre Worte – die spaltenden, ärgerlichen, misstrauischen, aufrührerischen Worte, die sie verbreiten – beeinflussen uns. Die Bibel sagt: „Erkennt sie und meidet sie.“ Und ich kann sagen: „Ich aber und mein Haus…“, und ich hoffe, dass ich damit nicht nur von meiner eigenen Familie spreche, sondern auch von unserer Gemeindefamilie. Bemühen wir uns um die Einheit des Geistes und leben wir in Liebe. Dann dürfen wir mit dem Segen und der Gegenwart des Heiligen Geistes rechnen. Wir werden die Erfrischung erleben, die vom Heiligen Geist kommt. Gott wird uns Seinen Segen schicken. Menschen werden ewiges Leben finden und wir werden mit Kraft bekleidet.

Lassen Sie uns einen Moment still werden. Schließen Sie die Augen. Wenn Sie Groll gegen jemanden hegen, wenn Sie wegen einer Kleinigkeit mit jemandem zerstritten sind – auch wenn es etwas Größeres ist; Sie müssen trotzdem vergeben. Die Bibel lässt uns an dieser Stelle keine Wahl.

Vater, wir bringen unser ganzes Leben vor Dich und wir bitten Dich, durchleuchte es mit Deinem Heiligen Geist. Herr, vergib uns, wo wir nachtragend sind. Vergib uns, wo wir Uneinigkeit und Spaltung verbreitet haben. Herr, wir wollen Deine Liebe anziehen, das Band der Vollkommenheit. Wir danken Dir und wir bitten Dich, uns mit Deiner Kraft einzuhüllen. Wenn wir aus dem Gottesdienst kommen und uns mit Freunden oder Nachbarn treffen, soll etwas in unserem Leben zu sehen sein, das von einer anderen Welt zeugt. Gott, bitte gebrauche uns.

Ich hoffe, dass Sie etwas aus unserer Sendung mitnehmen konnten. Wissen Sie, die allerwichtigste Einheit für uns ist die Einheit mit Gott. Die Bibel sagt, dass die Sünde uns von Gott trennt. Aber durch unseren Herrn Jesus Christus, durch Sein Opfer am Kreuz, haben wir Frieden. Das griechische Wort, das im Neuen Testament mit Frieden übersetzt ist, bedeutet etwas Durchtrenntes wieder zusammenzufügen, eine Verbindung wiederherzustellen, die zerstört war, etwas Zerbrochenes zusammenzusetzen. Wenn Sie durch die Sünde von Gott getrennt sind und keine Gemeinschaft mit Ihm haben, dann sollen Sie wissen: Gott liebt Sie, aber Sie müssen wieder in Verbindung mit Ihm kommen. Es geht nicht um Vorschriften und Regeln, sondern um Leben. Wenden Sie sich an Jesus. Sie werden es nie bereuen. – Und ich würde gern von Ihnen hören. Schicken Sie mir doch eine E- Mail und erzählen Sie mir, ob unsere Sendung Ihnen geholfen hat. Vielleicht möchten Sie uns auch unterstützen; wir können Unterstützung gebrauchen. Ich bete, dass Gott Sie im Namen Jesu reichlich segnet.

Schreibe einen Kommentar