Wir wandeln im Glauben

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Wir wandeln im Glauben 22.04.2007
Pastor Bayless Conley

Predigt:
Hallo, willkommen zur heutigen Sendung. Wir werden über etwas sprechen, das keine Nebensache ist. Es ist bedeutend für alles, war wir tun. Wenn es fehlt, gibt es keine Beziehung zu Gott, keine Errettung und auch keine Interaktion mit Gott. Wir werden über die Währung des Königreichs sprechen. Wir werden uns mit Glauben beschäftigen. Im Hebräerbrief, Kapitel 11, steht, dass es ohne Glauben nicht schwierig, sondern unmöglich ist, Gott zu gefallen. Wir wollen über den Wandel im Glauben sprechen.

Manche haben das so mystisch und unerreichbar dargestellt, dass es mir sehr weit von dem entfernt scheint, was die Schrift lehrt. Wir wollen das Thema Glauben gründlich und unkompliziert angehen; das wird Ihnen auf Ihrem Weg mit Gott helfen. Nehmen Sie Ihre Bibeln. Setzen Sie sich. Studieren wir das Wort.

Die Überschrift ist: „Wir wandeln im Glauben.“ Ich möchte einen Vers zitieren. Sicher kennen Sie ihn. In

2.Korinther 5:7 heißt es:

„- denn wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen -„.

Alle zusammen: Denn wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen. Noch einmal: Denn wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen… das heißt, wenn ich im Schauen wandle, wandle ich nicht im Glauben. Glaube befasst sich mit unsichtbaren Tatsachen.

Hebräer 11:1 „Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.“

Wandle ich also im Glauben, wandle ich nicht im Schauen. Wandle ich aber im Schauen, wandle ich nicht im Glauben. Und ich mag die Knox Übersetzung dieses Verses. Sie lautet: „Mit Glauben statt Durchblick lenken wir unsere Schritte.“ Das mag ich. Glaube sollte unsere Schritte lenken, und wir werden weder Gottes Handeln immer nachvollziehen können noch verstehen, warum Er etwas tut oder etwas von uns fordert. Er verlangt von uns Wandel im Glauben, selbst wenn wir keinen Durchblick haben, was genau geschieht.

Ich möchte Ihnen von einem Aspekt des Glaubens erzählen, der im Alten und auch Neuen Testament immer wieder in Beispielen genannt wird und der Ihnen in Ihrem Leben bestimmt immer wieder begegnen und Sie herausfordern wird. Lesen wir

Hebräer 11:8 „Durch Glauben war Abraham, als er gerufen wurde, gehorsam, auszuziehen an den Ort, den er zum Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme.“

Durch Glauben zog er aus, ohne zu wissen, wohin er komme. Er hatte keine klare Vorstellung. Er zog im Glauben aus, nicht im Schauen. Gehen wir zu 1. Mose 12, wo die Geschichte, auf die sich Hebräer 11:8 bezieht, erzählt wird.

1.Mose 12:1-2

„Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde! Und ich will dich zu einer großen Nation machen, und ich will dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein!“

Gott sagt: „Zieh in ein Land, das ich dir zeigen werde. Ich zeige es dir nicht jetzt. Geh los und ich werde es dir zeigen.“ So, wie es in Hebräer 11:8 heißt, dass er im Glauben auszog, ohne zu wissen, wohin er ging. Gott befahl ihm, sein Land, seine Landsleute, Verwandten und alles Vertraute zu verlassen. Wenn Sie lesen, was davor geschah – Abrahams Vater war gestoben; ebenso einer seiner jüngeren Brüder; er kümmert sich um seinen Neffen, Lot, und er ist 75 Jahre alt! Und Gott sagt: „Hey, geh und ich werde dich segnen.“ „Wohin gehen, Gott?“ „Geh einfach. Ich zeige dir später wohin.“ „Kann ich die Adresse haben?“ „Nein, geh einfach.“

Ich denke, manche würden sagen: „Nun ja, Gott, denkst Du nicht, dass ich dafür etwas zu alt bin? Ich bin 75! Mein jüngerer Bruder starb gerade und ich weiß nicht, wie lange ich es noch mache! Weißt Du, wir werden hier gerade heimisch und Du sagst mir, ich soll gehen, und Du sagst mir nicht mal wohin? Hättest Du nicht wenigstens eine Karte?“ „Nein, keine Karte.“ „Wie wär’s mit einer Vision, gib mir eine.“ „Nein, keine Vision.“ „Gut, kannst Du jemanden schicken, der da war und mir davon erzählen kann?“ „Nein, ich schicke niemanden. Geh einfach. Ich sag‘ dir Bescheid, wenn du da bist.“

In Vers 4 heißt es: „Und Abram ging hin, wie der HERR zu ihm geredet hatte,…“ Er ging im Glauben. In 1.Mose 12:6 heißt es:

1.Mose 12:6-7

„Und Abram durchzog das Land bis zur Stätte von Sichem, bis zur Terebinthe More. Damals waren die Kanaaniter im Land. Und der HERR erschien dem Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben. Und er baute dort dem HERRN, der ihm erschienen war, einen Altar.“

Nachdem er losgegangen war, sagte Gott ihm, als er dort ankam: „OK, Bingo! Du bist da! Dieses Land.“ Später erfahren wir, dass Gott sagte: „Schaue nach Norden, Süden, Osten und Westen. So weit du siehst, dir will ich es geben und deinen Nachkommen für ewig.“ Aber er wäre dort nie angekommen, wenn er nicht losgegangen wäre, als er keinerlei Durchblick hatte. Er ging im Glauben. Er wusste nicht, wohin er ging, welche Richtung er einschlagen sollte. Gott sagte nur: „Geh los.“

Ich denke, dass Gott den Menschen oft nichts zeigen kann, weil Sie alles wissen wollen, bevor sie gehen. Sie wollen im Schauen und nicht im Glauben gehen. Im Grunde sagen sie: „Gut, Herr, gib mir mehr Licht und ich entscheide, ob ich gehorchen will oder nicht.“ Gott sagt: „Nein, gehorche erst und dann werde ich dir mehr Licht geben.“ Das ist Gottes Art.

Wissen Sie, in Jeremia, Kapitel 18, sagt Gott zu Jeremia: „Geh in das Haus des Töpfers. Dort werde ich dich mein Wort hören lassen!“ Jeremia hätte sagen können: „Aber, wir sprechen doch jetzt. Ich höre Deine Worte jetzt. Warum sagst Du mir nicht einfach, was Du auf dem Herzen hast, Gott?“ Nein, Gott gibt ihm nur diese Anweisung: „Geh zum Haus des Töpfers hinab, und du musst gehen, ohne zu wissen, was passiert oder was ich dir zeigen werde. Aber geh hinunter und ich werde dort zu dir sprechen.“ Also geht er hinunter und Sie kennen die Geschichte:

Der Töpfer formt etwas auf der Scheibe. Das Gefäß misslingt ihm. Da kam das Wort des Herrn zu Jeremia und sagte: „Ihr seid der Ton und ich bin der Töpfer. Kann ich mit euch nicht ebenso verfahren wie dieser Töpfer, Haus Israel?“ Und dann bekam Jeremia die Botschaft. Aber er musste im Glauben gehen, bevor Gott ihm den nächsten Schritt zeigte und zu ihm sprach. Hätte Jeremia nicht gehorcht, hätte er die Lehre, die Gott ihm erteilen wollte, verpasst.

Manchmal möchte Gott uns an einem bestimmten Ort haben, um uns im Zusammenhang damit etwas zu sagen. Hier sagte Er Jeremia wenigstens, was bei seiner Ankunft passieren würde: „Ich werde zu dir sprechen.“ Manchmal lässt Gott uns nicht einmal das wissen. Er sagt: „Geh.“ Er sagt nicht einmal, was als nächstes passiert.

Nun zu Apostelgeschichte, Kapitel 8. Wie uns im 8. Kapitel der Apostelgeschichte erzählt wird, war Philippus, der Evangelist, in eine Stadt in Samaria gegangen. Es gab eine gewaltige Erweckung. Kranke werden geheilt; sehr viele werden errettet. Sie werden getauft. Einige aus der Gemeinde in Jerusalem kommen dorthin. Sie legen ihnen Hände auf. Sie werden in den Heiligen Geist getauft, sprechen in anderen Sprachen. Dort passiert wirklich alles! Rettung, Heilung, Wassertaufen, Geistestaufen und die ganze Stadt wird erschüttert. Die Schrift sagt sogar, dass in der Stadt große Freude war. Die ganze Stadt war vom Evangelium entzündet und Gott hat Philippus benutzt, um das zu entfachen. Ja, er stand mitten in den Flammen einer feurigen Erweckung. Und inmitten all dessen – schauen Sie in

Apostelgeschichte 8:26 „Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf und geh nach Süden auf den Weg, der von Jerusalem nach Gaza hinabführt! Der ist öde.“

Das war’s. Geh einfach. Geh die Straße runter. „Wie, wohin gehe ich?“ „Einfach in die Richtung.“ „Was wird passieren? Warum? Das verstehe ich nicht. Ich bin inmitten einer Erweckung, Gott. Dein Geist wird doch ausgegossen! Warum sollte ich das verlassen, um in die Wüste zu gehen? In der Wüste ist niemand. Die Menschen sind hier. Warum? Das ergibt keinen Sinn!“ Und es gibt keinerlei weitere Anweisungen. Nur: „Geh los in die Wüste.“ Er hätte allen Grund zum Diskutieren gehabt. Es ergab keinen Sinn! Aber wissen Sie was? Aus Gottes Sicht ist der geradeste Weg nicht immer der von A nach B. Philippus hätte diskutieren können, aber sehen Sie, was er tat:

Apostelgeschichte 8:27 „Und er stand auf und ging hin. …“

Er ging im Glauben. Er wusste nicht, wohin er ging und was passieren würde. Es gab keine weiteren Anweisungen. Und beachten Sie, was geschah, als er gehorchte.

Apostelgeschichte 8:27-29 „Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Äthiopier, ein Kämmerer, ein Gewaltiger der Kandake, der Königin der Äthiopier, der über ihren ganzen Schatz gesetzt war, war gekommen, um zu Jerusalem anzubeten; und er war auf der Rückkehr und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. Der Geist aber sprach zu Philippus: Tritt hinzu und schließe dich diesem Wagen an!“

Nachdem er gehorcht hatte, ohne zu wissen, warum er dort war, sah er den äthiopischen Kämmerer und sein Gefolge und der Geist spricht zu ihm: „Los, überhol ihn.“ Und als er hinkommt, liest der Mann laut aus Jesaja, ausgerechnet Verse über Jesus und sieht Philippus an und fragt: „Über wen spricht der hier? Hast du eine Ahnung?“ Philippus sagt: „Aber klar, das weiß ich.“ Er verkündet ihm Jesus. Der Kämmerer glaubt und wird getauft; und – ohne Zweifel – er nahm das Evangelium mit nach Äthiopien. Laut äthiopischer Überlieferung ist er ihr erster Evangelist. Er brachte das Evangelium in dieses große Land. Es ging um Wandel im Glauben und nicht im Schauen.

Einige aufregende Dinge erwarten uns als Folge unseres Gehorsams und unseres Glaubens.

Ich weiß noch, wie ich als junger Christ in Mexiko lebte und bei Missionseinsätzen dabei war und auch noch anderes machte und wir mit einigen Freunden eines Tages am Strand waren. Ich hatte den Eindruck, der Heilige Geist sprach zu mir. Er sagte: „Fahr nach Süden.“ Ich hörte das in meinem Herzen, also sammelte ich alle ein, setzte sie in meinen ’63 Minibus und ab ging’s. Sie fragten: „Wo fahren wir hin?“ Ich sagte: „Einfach nach Süden.“ Alle fragten: „Warum?“ Ich sagte: „Ich weiß nicht.“ Auf unserer Fahrt drängte mich ein Mann fast von der Straße ab. Ich musste an den Straßenrand fahren. Als ich ausstieg, wusste ich nicht, ob er kämpfen wollte oder was sonst; er war der Pastor der nächstgelegenen Stadt. Er hatte meinen kleinen „Ich wäre lieber bei Jesus“-Sticker gesehen und wir hatten Gemeinschaft, besuchten ihn; er hatte ein Gelände mit einer tollen kleinen Kirche. Es war so, dass die Behörden kamen und unser kleines Treffen an dem Abend beendeten. Wir brauchten einen neuen Ort für unsere Treffen und verlegten schließlich alles, die ganze Evangelisation, in diese Kirche. Ich wusste nicht, wohin es ging, als ich losfuhr. So wirkt Glaube, mein Freund.

Lassen Sie uns das Ende von Apostelgeschichte 8 lesen. Das ist etwas Bemerkenswertes. Es ist das Ende der Geschichte von Philippus und dem äthiopischen Kämmerer.

Apostelgeschichte 8:39-40

„Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus; und der Kämmerer sah ihn nicht mehr, denn er zog seinen Weg mit Freuden. Philippus aber fand man zu Aschdod; und er zog hindurch und verkündigte das Evangelium allen Städten, bis er nach Cäsarea kam.“

Gemäß Apostelgeschichte 21:8 ließ er sich dort nieder. Er hatte dort ein Haus; er hatte vier jungfräuliche Töchter, die weissagten. Behalten Sie das im Hinterkopf, o.k.? Er landete in Cäsarea und blieb dort. – Gut, jetzt weiter.

Jetzt Apostelgeschichte 9. Sie erzählt von Saulus von Tarsus, dem späteren Apostel Paulus. Er schnaubte Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn, erbat sich Briefe aus Jerusalem, um damit nach Damaskus zu gehen. Damit, wenn er einige, die des Weges wären, fände, er sie gebunden nach Jerusalem führe. Aber auf seinem Weg nach Damaskus hat er eine Begegnung. Jesus schießt ihn mit einem Laserstrahl von seinem Pferd und Pauls fällt zu Boden. Und er stellte einige wirklich wichtige Fragen. Erstens fragt er: „Wer bist Du, Herr?“ Der Herr sagt: „Ich bin Jesus, den du verfolgst.“ Und er fragt eine zweite, sehr wichtige Frage in

Apostelgeschichte 9:6 „Da sprach er mit Zittern und Schrecken: Herr, was willst du, dass ich tun soll? Und der Herr antwortete ihm: Steh auf und gehe in die Stadt hinein, so wird man dir sagen, was du tun sollst!“

Ende der Anweisungen. „Herr, Damaskus ist wirklich groß. Wo?“ „Geh einfach in die Stadt.“ „Wen soll ich treffen? Wo soll ich hingehen? Welche Straße? Was wird passieren?“ Das war’s. „Geh in die Stadt, und man wird dir sagen, was du tun sollst.“ Er weiß noch nicht einmal, wohin er in der Stadt gehen soll.

Mal ehrlich, was würden Sie tun, wenn der Herr sagte: „Geh nach Long Beach.“ Long Beach ist ziemlich groß. „Wohin in Long Beach, Herr? Soll ich zum Ocean Boulevard gehen? Oder soll ich zur siebten Straße gehen? Wohin? Soll ich zum Aquarium gehen? Was soll ich machen? Long Beach! Also wirklich!“ Das war’s. Einfach: „Geh in die Stadt.“ Und in Apostelgeschichte 9:8 lesen wir:

Apostelgeschichte 9:8-9 „Da stand Saulus von der Erde auf; aber obgleich seine Augen geöffnet waren, sah er nichts. Sie leiteten ihn aber an der Hand und führten ihn nach Damaskus. Und er konnte drei Tage lang nicht sehen und aß nicht und trank nicht.“

Drei Tage und keine weiteren Anweisungen. Er fing vielleicht an, sich zu fragen: „Habe ich etwas überhört? Da fehlt doch noch etwas.“ „Geh in die Stadt. Man wird dir sagen, was du tun sollst.“ Er sitzt dort drei Tage lang in völliger Dunkelheit, keine weitere Anweisung, kein Ton vom Herrn. Was macht Gott? Er arbeitet am anderen Ende, wirkt an einem Mann namens Ananias. „Ananias, ich möchte, dass du hineingehst. Dieser Mann ist Saulus von Tarsus. Lege ihm Hände auf. Er wird sehend werden und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden.“ Ananias sagte: „Nein, er ist ein böser Mann. Ich habe von ihm gehört.“ Und der Herr sagte: „Hey, er ist mein auserwähltes Gefäß. Geh einfach.“ Also kommt Ananias herein, legt ihm Hände auf, er wird sehend, mit Heiligem Geist erfüllt und im Wasser getauft.

Aber auch hier beruht alles auf partiellen Anweisungen: Wandel im Glauben und nicht im Schauen. Vielleicht möchte Gott, dass Sie irgendwohin gehen und Sie wissen nicht genau warum; oder jemanden anrufen und Sie sind sich nicht sicher. Er legt Ihnen vielleicht etwas aufs Herz und Sie denken: „Bist das Du, Herr?“ Sie werden es nur durch Gehorsam herausfinden.

Vor Jahren las ich eine Geschichte über Admiral Thomas Williams. Er befehligte ein Schiff, das den Atlantik überquerte. Sie kamen in Sichtweite einer Insel, die sich in der Mitte des Südatlantik befindet, die Himmelfahrts-insel… wirklich klein, ca. 54.700 m². Und er zeichnet auf, dass er in dem Moment, als er die Himmelfahrtsinsel sah, den starken Eindruck hatte, die Insel ansteuern zu müssen. Und etwas schien zu flüstern, dass er fahren solle. Er rief seinen Leutnant und sagte: „Wir ändern den Kurs Richtung Himmelfahrtsinsel.“ Der Leutnant fragte: „Warum?“ Der Admiral drauf: „Ich weiß nicht. Etwas sagt mir, dass wir hinfahren müssen.“ Er antwortete: „Sir, so viel Zeitverlust können wir uns nicht leisten. Das bringt uns stark vom Kurs ab. Es ist unsinnig.“ Der Admiral sagte: „Es könnte Gott sein, der zu mir spricht.“ Der Leutnant willigt widerstrebend ein und sie ändern den Kurs. Und es machte auf dem Schiff schnell die Runde: „Der Kapitän – oder der Admiral – hört Stimmen. Etwas sagt ihm, dass wir zur Insel fahren sollen.“ Also sind alle Augen auf die Insel gerichtet. Sie kommen näher und näher. Und als sie ganz nahe waren, sahen sie eine weiße Fahne am Strand. Die Insel war völlig unbewohnt. Manchmal fingen Leute dort Seeschildkröten. Aber normalerweise lebte zu der Zeit dort niemand. Auf der Insel waren 14 oder 16 Seeleute gestrandet und alle wurden gerettet.

Mancher wünscht sich: „Würde Gott mich doch in solch übernatürlicher Weise gebrauchen.“ Er würde es vielleicht, wenn Sie nicht alles wissen wollten!

Hier in Apostelgeschichte 10… noch eine Geschichte.

Apostelgeschichte 10:1

„Ein Mann aber in Cäsarea mit Namen Kornelius – ein Hauptmann von der sogenannten Italischen Schar,“

Wir kennen die Geschichte. Ihm erschien der Engel. Und Kornelius ist ein Heide. Er ist nicht errettet, aber beachten Sie Vers 5, der Engel redet mit ihm.

Apostelgeschichte 10:5-6 „Und nun sende Männer nach Joppe und lass einen gewissen Simon holen, den man Petrus nennt. Dieser ist zur Herberge bei einem Gerber Simon, dessen Haus am Meere liegt; der wird dir sagen, was du tun sollst.“

Bedenken Sie das nochmals. Ein Engel erscheint Kornelius, sagt: „Hey, schicke Männer nach Joppe… das ist ca. 45 Kilometer weiter südlich… um Petrus zu holen, er wird dir sagen, was du tun sollst.“ „Warum sagst Du es mir nicht? Du bist ein Engel, oder? Wie jetzt?“ Es gab keine weiteren Anweisungen. Hol‘ Petrus, er sagt’s dir. Sie wissen, dass Petrus kam und ihnen predigte. Und das ganze Haus von Kornelius, alle seine Freunde, werden errettet, erfüllt vom Heiligen Geist, dann werden sie getauft… eine wunderbare Geschichte.

Eine kleine Randnotiz: Philippus war in Cäsarea. Philippus hatte einen erstaunlichen Dienst. Sicher war er sensibel für den Geist. Er hatte göttliche Heimsuchungen erlebt, er war schnell bereit, zu gehorchen, selbst wenn der Geist sagte: „Hey, überhol jetzt den Wagen.“ Er hörte es und gehorchte. Warum hast du nicht Philippus zu Kornelius gesandt? Er lebt in derselben Stadt. Das ist unlogisch. Oder warum sagte der Engel nicht zu Kornelius: „Lass Philippus holen.“ Er hätte in 20 Minuten da sein können! Stattdessen müssen Männer eine Reise von anderthalb Tagen, 45 km, nach Joppe antreten. Sie müssen Petrus finden. Er muss sich fertig machen. Und wieder anderthalb Tage Rückreise. Alles in allem 3-4 Tage. Gott, wir hätten das in 20 Minuten regeln können. Das ist unlogisch!

Gott hat Gründe, warum er verschiedene Gefäße gebraucht. Petrus war ein Leiter in der Gemeinde in Jerusalem. Er war einer der ursprünglichen Zwölf. Der Herr hatte besondere Gründe, ihn zu gebrauchen.

Vielleicht ist Ihnen das entgangen, aber Pfingsten ist zehn Jahre her, Apostelgeschichte 10. Das war 10 Jahre nach Christi Himmelfahrt und nach Pfingsten und die Gemeinde war immer noch hundert Prozent jüdisch. Kein Heide war gläubig. Sie haben nichts getan, um die Welt zu evangelisieren… nichts. Die ganze Gemeinde, inklusive Petrus, vertraten die Ansicht, dass ein Heide, falls er überhaupt errettet werden kann, zunächst ein jüdischer Proselyt werden müsste. Sie mussten sich beschneiden lassen, das Gesetz des Mose annehmen, konnten nur über das Judentum zum Christentum kommen. Wenn Gott Philippus gebraucht hätte, der nicht annähernd Petrus‘ Format hatte, wäre das in Jerusalem nicht akzeptiert worden. Als Petrus dann mit den Neuigkeiten kam… sie können es in Apostelgeschichte 11 lesen, sagten sie sofort: „Hey, du hast mit unbeschnittenen Männern Zeit verbracht und gegessen! Das widerspricht dem Gesetz und ist falsch!“ Petrus rekapituliert die Ereignisse Schritt für Schritt und dann sagten sie in

Apostelgeschichte 11:18 „Nun, Gott hat die Buße zum Leben auch den Heiden gewährt. Die Heiden können errettet werden.“

Gott brauchte zehn Jahre, um ihnen das klarzumachen! Wenn Philippus das getan hätte, hätten sie sein Zeugnis nie angenommen. Das Format eines Petrus war nötig. Gott hatte Seine Gründe. Uns erscheint es vielleicht unlogisch. Es ist nicht die schnellste Verbindung zwischen A und B, aber bedenken Sie, Gott hat den Überblick. Er ist etwas klüger als wir.

Ich werde es nie vergessen. Ein Mann erzählte vor langer Zeit eine Geschichte. Und er hatte einen sehr großen Dienst… einen weltweiten Dienst sogar, der heute sogar noch größer ist. Er sagte, dass der Heilige Geist ganz konkret zu ihm über eine Reise in das Heilige Land redete… er war bisher nicht dort… er sagte sogar mit wem und mit welcher Organisation er reisen sollte. Er war begeistert. Er weiß, dass Großes bevorsteht. Es war eine eindeutige Führung des Geistes. Also fährt er. Jeden Tag ist er voller Erwartung. Etwas Großes wird in Jerusalem passieren! Ich weiß, dass etwas Besonderes geschehen wird. Das Einzige, was auf der ganzen Reise passierte, war, dass ihn eines Tages eine Frau wiedererkannte. Sie sagte: „Ah, ich kenne Sie!“ Er sprach ein paar Minuten mit ihr, gab ihr ein paar Verse weiter, beantwortete ein paar Fragen und betete mit ihr, und weg war sie. Die Reise ging zuende, nichts geschah. Er kam zurück und war sehr entmutigt. Und er sagte: „Herr, ich weiß, meine Reise entsprach Deiner Führung. Wozu?“ Der Herr antwortete ihm: „Um dieser Frau zu dienen.“ Er fragte: „Herr, warum?“ Gott sagte: „Du bist der Einzige, auf den sie in ihrer momentanen Verfassung hören würde.“ Dann sagte er: „Herr, das ist Verschwendung. Weißt Du, wie viel Geld es kostete, diese lange Reise zu machen, nur um der Frau zu helfen? Ist Dir klar, wie teuer die Hin- und Rückreise, die Hotels und das übrige ist?“ Und er sagte, Gott ermahnte ihn scharf. Ich vergesse nie, was er den Herrn sagen hörte: „Ich bin extravagant, aber nie verschwenderisch.“

Zwei Dinge sind nötig, um das Besprochene zu erreichen. Beide wurden in unserem Ausgangsvers in Hebräer 11:8 genannt. Das Erste ist ein hörendes Ohr.

Die Bibel sagt: „Als Abraham gerufen wurde, zog er aus.“ Er hörte den Ruf. Wir müssen wachsam sein, um zu hören, wenn Gott uns ruft. Oft sind wir einfach zu beschäftigt. Unser Leben ist zu unruhig. Es passiert zu viel. Wir kommen nie zur Ruhe.

Ich denke nicht, dass es daran liegt, dass Gott nicht ruft oder redet, ich denke, wir hören nicht darauf, haben nicht genug Gemeinschaft mit Ihm. Wir haben Seine Stimme nicht kennen gelernt. Wir sind wie der junge Samuel. Als der Herr rief: „Samuel.“ Er rief ihn und er rannte zu Eli, sagt: „Eli, riefst du mich?“ Eli sagt: „Nein, geh wieder ins Bett.“ Er tut es, der Herr ruft: „Samuel.“ Er steht auf, rennt rein: „Eli, riefst du mich?“ Und er sagt: „Geh wieder ins Bett.“ Der Herr rief: „Samuel.“ Er geht wieder rein. Eli merkte, dass der Herr zu ihm redete. Er sagte: „Wenn du das noch einmal hörst, sag: „Herr, Dein Knecht hört.“

Ich denke, Gott ruft manche unserer Namen. Er möchte Dinge erreichen. Menschen mit Nöten umgeben uns. Er möchte jemanden in deren Welt senden, aber wir merken nichts davon. Und ich denke, die Haltung „Herr, Dein Knecht hört“ wird viel ausmachen.

Manchmal redet Gott vielleicht sehr direkt. Jesus sagte: „Wenn der Heilige Geist kommt, wird er zu euch reden.“ Der Geist sprach zu Philippus und sagte: „Überhole den Wagen.“ Manchmal spricht Er Worte. Ob sie hier oder da hörbar sind, Sie wissen es einfach. Aber ich denke, meistens… und das sage ich nach 30 Jahren Erfahrung… ich würde sagen, dass die stärksten Dinge, die in meinem Leben passierten, die Dinge, die ich als Wunder ansehe, mehr anfingen wie… ein Hauch von Parfum in der Luft, eine zarte leise Stimme, ein ganz flüchtiger Eindruck: Ich denke… Chinesisches Essen? Etwas flattert mal eben kurz vorbei, dann ist es scheinbar verschwunden.

Jule 22. April 2007 Keine Kommentare Trackback URI Comments RSS

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