Schlagwort: Ehe

Durch Weisheit wird eine Hausgemeinschaft aufgebaut,

Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Verstand wird es befestigt;
Elberfelder 1871 – Sprüche 24,3

Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Einsicht gewinnt es Bestand,
Die Philippson-Bibel – Sprüche 24:3

Durch Weisheit wird ein Haus erbaut,
durch Verständigkeit wird es gefestigt,
Buber & Rosenzweig – Spr 24,3

Weisheit und Verstand sind ein sicheres Fundament, auf dem du dein Haus errichten kannst, Gute Nachricht Bibel 2018 – Spr 24:3

Durch Weisheit wird eine Hausgemeinschaft aufgebaut, und durch Unterscheidungsvermögen wird sie sich als fest gegründet erweisen.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Sprüche 24:3

Was immer deine Rolle in der Familie ist, vertraue auf die Weisheit der Bibel und lass nicht zu, dass dein Verhalten von deinen Gefühlen, deiner Kultur oder der Meinung sogenannter Experten bestimmt wird. 

Der Wachtturm August 2023

leider fehlt in der Auflistung, dass du dich auch nicht von sogenannten religiösen Bibelauslegern beeinflussen lassen solltest, die zwar auf der einen Seite jeden Kirchgänger dazu auffordern, in ihre Reihen zu wechseln, auch gegen den Wunsch des Ehepartners; aber wenn ein Ehepartner die „eigene Religion“ verlässt, indirekt zu einer „Trennung wegen geistiger Gefährdung“ auffordert.
Jehovahs Wunsch im Garten Eden war, dass Mann und Frau immer zusammen bleiben sollten – und dieser Wunsch bleibt Sein Wunsch für alle Ewigkeit!

Weisheit … Einsicht … Erkenntnis Diese Begriffe werden synonym verwandt für die Voraussetzung und den Erhalt von rechten Beziehungsverhältnissen. Die echte Weisheit wird in Bezug auf die handwerkliche Fähigkeit bei der Konstruktion eines Hauses – wie in 2.Mose 36,1 –, in Bezug auf menschliche Beziehungen oder in Bezug auf die legitimen Errungenschaften des Wohlstandes verwandt.
24,3 ein Haus Dies ist entweder ein tatsächliches Gebäude oder eine Metapher für eine Familie oder selbst für eine Dynastie (2.Sam 7,11f.).

Reformations-Studien-Bibel

Denn wo man einer Haushaltung in Gottseligkeit weise vorsteht, da wird das Einkommen zunehmen und alles geht glücklich aus.

Luther Studienbibel (2025) – Erklärungen

Die Bilder von den Vorteilen der Weisheit (ein Haus … gebaut, gegründet und gefüllt) umfassen neben einem gesegneten Familienleben auch materielle Versorgung. Die Mittel, mit denen sie erlangt werden (durch Weisheit, Verständnis und Wissen), werden in den Sprüchen jedoch als aus der Furcht vor dem Herrn hervorgehend dargestellt. Daher sollte die Natur des Reichtums und die Haltung ihm gegenüber immer von der Priorität des Strebens nach Weisheit bestimmt sein.

The ESV Study Bible

Dieses Sprichwort zeigt, wie konstruktiv Weisheit sein kann. In anderen Sprichwörtern wird Weisheit als fleißige Frau dargestellt, die ihr Haus baut (9:1). Hier baut Weisheit nicht nur das Haus, sondern füllt es auch mit Wohlstand und Glück (siehe Anmerkung zu 3:2).

Faithlife Study Bible

Verständnis, Wahrnehmung und Urteilsvermögen sind drei Seiten derselben Medaille, die als die Krone der Tugenden bekannt sind. Ein Haus steht für einen Menschen, und die Weisheit ist der Baumeister dieses Hauses, das heißt, sie macht einen Menschen zu einem weisen und starken Menschen. So ein Mensch sieht die Weisheit und ihre Tugenden als wichtiger an als einen Menschen, der einen großen Besitz hat.

The Orthodox Study Bible: Notes

Durch Weisheit: Ähnlich wie in den Aussagen in 9:1 und 14:1. Ein Haus wird gebaut: Das konkrete Bild eines im Bau befindlichen Hauses ist ein Symbol für das eigene Leben. Im Hebräischen kann der Begriff „Haus“ auch „Haushalt“ oder „Familie“ bedeuten. • Das Haus ist die von Christus erbaute Kirche, und ihre Vorratskammern, gefüllt mit allen möglichen schönen Dingen, sind die Herzen der Gläubigen, die so leben wie er. Mit anderen Worten: Ihre Herzen sind reich an guten Gedanken, Worten und Taten (Johannes Chrysostomos, Kommentar zu den Sprüchen 24).

Die katholische Studienbibel von Ignatius

Die Formulierung durch Weisheit erinnert an 3,19 und nimmt von vornherein diesen Menschen hinein in den Bereich der Schöpfungsmacht Gottes. Auch 14,1 baut die Weisheit ein Haus, aber von der Torheit wird es niedergerissen. Im Gegensatz dazu betont hier der zweite Stichos, daß das Haus Bestand hat. Es wird befestigt und gewährt dauerhafte Geborgenheit. Das Haus gewinnt bleibende Schönheit und unzerstörbares Ansehen. Auch in 1Kor 3,11–14 ist sowohl das Bauen als auch das Bleiben bedeutungsvoll.

Wuppertaler Studienbibel

»Durch Weisheit wird ein Haus gebaut«, womit eine Familie gemeint ist (siehe dazu Auslegung zu 14,1 und unten V. 27). Doch auch die Gemeinde ist ein Haus, und die zu gründen und zu bauen, bedarf ebenfalls der Weisheit. Paulus konnte von sich sagen, dass er als »ein weiser Baumeister den Grund gelegt hatte« zum Haus in Korinth (1Kor 3,10), der Gemeinde Gottes an jenem Ort (1Kor 1,2). Es lag an den Korinthern, auf diesem Grund aufzubauen (1Kor 3,10b), und das würde nur gelingen, wenn sie den Apostel nachahmten (1Kor 4,16; 11,1; siehe auch Phil 3,17) und sich in allem an die Lehren hielten, die er ihnen überliefert hatte. Da ein Haus nur durch Weisheit gebaut wird, darf man nicht die Gottlosen nachahmen und mit deren Mitteln bauen, also mit Nötigungen und mit Drohen, und ebenso wenig mit billigen Lockmitteln. Nur »durch Einsicht«, die von Gott und durch Gottes Wort geschult ist, kann ein Haus so gebaut werden, dass es »befestigt« ist. Worin die Einsicht bzw. der Verstand besteht, hat der Sohn Gottes im Gleichnis von den zwei Häusern gelehrt (Mt 7,24–27). Steht das Haus, soll es gefüllt werden (3,10). Das geschieht nur durch »durch Erkenntnis«, Erkenntnis Gottes und seines Wortes, und wird dieses befolgt, werden »die Kammern [sich füllen] mit … kostbarem … Gut«. Darum schreibt Paulus der Gemeinde in Kolossä: »Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen« (Kol 3,16).

Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche

In der Bibel wird auch die Familie oft als Haus bezeichnet. Das Haus ist dann in diesem Sinn ein Bereich der Einheit, der Ordnung und der Geborgenheit. Es ist auch ein Ort, wo wir uns „zu Hause“ fühlen sollen. War es nicht von jeher die Absicht Gottes, als Er das Familienleben ins Dasein rief, dem Menschen diesen Bereich zu verschaffen, wo er in vertrauter Nähe mit seiner ihm anvertrauten Familie wohnen sollte?

Für Gott haben Ehe und Familie einen sehr großen Wert. Wir beobachten in unseren Tagen, wie Satan bemüht ist, diese Werte herab zu setzen. Es ist sein Ziel, die von Gott zum Wohl des Menschen gegebene Ordnung in der Schöpfung zu beseitigen. Er versucht z. B. die Ehe durch eine „unverbindliche Partnerschaft auf Zeit“ zu ersetzen. Unter seinem Einfluss versuchen die Menschen sogar, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft „gesellschaftsfähig“ zu machen. Die Folge davon ist eine traurige Zerrüttung des Familienlebens mit katastrophalen Folgen für Kinder und junge Menschen. Es ist uns deshalb ein besonderes Anliegen, noch einmal auf einige grundsätzliche Punkte hinzuweisen, die Gott uns in Seinem Wort zeigt und die eine Hilfe sind, wie man – um bei unserem Bild zu bleiben – ein Haus (oder eine Familie) auf den „Felsen bauen kann“. Über dieses Thema ist schon viel gesagt und geschrieben worden, und wir sind uns dessen bewusst, dass wir nichts Neues zu sagen haben. Aber durch diese Zeilen wollen wir gleichsam dem Beispiel des Apostels Petrus folgen. Er schrieb an die Gläubigen in der Zerstreuung: „Deshalb will ich Sorge tragen, euch immer an diese Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie wisst… Ich halte es aber für recht, … euch durch Erinnerung aufzuwecken“ (2 Petrus 1,12.13).

Im Buch der Sprüche heißt es von der Weisheit Gottes: „Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Verstand wird es befestigt“ (Spr 24,3). Und weiter wird gesagt, dass das Beachten der in der Bibel niedergelegten Weisheit mit Segen verbunden ist und ihre Verachtung zum Unglück führt. „Durch mich (die Weisheit) werden deine Tage sich mehren, und Lebensjahre werden dir
hinzugefügt werden. Wenn du weise bist, so bist du weise für dich; und spottest du, so wirst du allein es tragen“
(Spr 9,11.12).

Ermunterung und Ermahnung Heft 1 – 2007

Sie sind in ihrem Haus gesegnet. „Der Fluch des Herrn liegt auf dem Haus der Gottlosen, aber das Haus der Gerechten segnet er“ (3:33, NIV). „Das Haus der Gottlosen wird zerstört werden, aber das Zelt der Gerechten wird gedeihen“ (14:11, NKJV). Die Gottlosen mögen in Häusern leben, und die Gerechten haben nur Zelte, aber mit dem Segen des Herrn wird das Zelt des Gerechten ein Palast sein! „Die Gottlosen werden umgestürzt und sind nicht mehr da; aber das Haus der Gerechten wird stehen“ (12:7).

In der hebräischen Kultur bezieht sich „Haus“ sowohl auf die Familie als auch auf das Gebäude, in dem die Familie wohnt (2 Sam. 7:16, 25, 27), was bedeutet, dass die Kinder des Gerechten in den Segen einbezogen sind. „Der Gerechte wandelt in seiner Rechtschaffenheit; seine Kinder werden nach ihm gesegnet“ (20:7, NKJV). „Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Verstand wird es gegründet; durch Erkenntnis werden die Räume mit allen kostbaren und angenehmen Reichtümern gefüllt“ (24:3-4; siehe 14:1).

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Schau dir an, was Bezalel gemacht hat, dem der Heilige Weisheit gegeben hat; wie es in der Schrift heißt: „Und ich werde ihn mit einem göttlichen Geist der Geschicklichkeit, der Fähigkeit und der Erkenntnis ausstatten“ (Ex 31,3). Mit diesen drei Dingen hat der Heilige seine Welt erschaffen, wie es in der Schrift heißt: „Der Herr hat die Erde durch Weisheit [ḥokhmah] gegründet, die Himmel durch Verstand [tevunah] errichtet, und durch sein Wissen [daʿat] sind die Tiefen aufgebrochen“ (Spr 3,19–20). Und mit diesen drei Dingen hat Bezalel die Stiftshütte gebaut. In ähnlicher Weise wurde der Tempel durch diese drei [Dinge] gebaut; wie es in der [Schrift] heißt: „[Hiram] … war mit Geschick [ḥokhmah], Verstand [tevunah] und Wissen [daʿat] ausgestattet“ (1 Könige 7:14). Und auch der zukünftige Tempel wird mit diesen drei Dingen gebaut werden, wie es in der [Schrift] heißt: „Das Haus wird durch Weisheit [ḥokhmah] gebaut und durch Verständnis [tevunah] gegründet werden; und durch Wissen [daʿat] werden seine Räume mit allen kostbaren und schönen Dingen gefüllt [yimmaleʾu] werden“ (Spr 24,3–4). (Tanḥuma Va-yak•hel 5)

Mit ihrer typischen Untertreibung nutzen diese midraschischen Lehren verbale Übereinstimmungen, um unerwartete theologische Zusammenhänge herzustellen. Aus ihrer Sicht ist die Schrift keine zufällige historische Aufzeichnung, sondern ihre Sprache offenbart, wenn man sie richtig versteht, die Strukturen einer sinnvollen göttlichen Ordnung – einer Ordnung, in der die Welt und der Tempel Spiegelbilder derselben Weisheit und kosmischen Struktur sind.

The JPS Bible Commentary

„Mit Geld kann man ein Haus kaufen“, meinte der Prediger, „aber kein Zuhause.“ Die immateriellen Werte eines Zuhauses sind ganz anders als die materiellen Werte eines Hauses. Eine kluge Frau, sagt Salomo, baut ihr bayit (Haus). Im Gegensatz zum Englischen, das zwischen einem Haus und einem Zuhause unterscheidet, benutzt das Hebräische für beides dasselbe Wort. Aber es besteht kein Zweifel, dass sich Mishlei (Sprüche) 14:1 nicht auf die physische Struktur aus Stein oder Ziegeln bezieht, sondern auf die immateriellen Notwendigkeiten der Familie und des täglichen Lebens.
Das Zuhause wird von einem großen Teil unserer Gesellschaft abgewertet. Es ist zu einem Ort geworden, an dem wir lediglich „unseren Hut aufhängen“, anstatt ein Ort der Familiengemeinschaft zu sein. In Familien, in denen beide Elternteile arbeiten, verbringen Kinder und Eltern nur wenige Stunden am Tag zusammen, wenn man die Schlafenszeiten nicht mitrechnet. Außerdem müssen die Kinder in vielen Fällen das Zuhause in Abwesenheit der Eltern gestalten. Einige haben klugerweise davor gewarnt, dass viele Eltern, die ihre Kinder heute in Kindertagesstätten abgeben, im Alter erleben werden, dass ihre Kinder sie in Pflegeheimen abgeben.
In der alten jüdischen Welt war das Zuhause der Mittelpunkt des Lebens. Während vieler Perioden der jüdischen Geschichte lebte die ganze Großfamilie zusammen. Die Haushalte waren ziemlich groß, da die Familien so viele Kinder wie möglich haben wollten. Wie Salomo an anderer Stelle sagte: „Auch Kinder sind eine Gabe von ADONAI; die Frucht des Leibes ist eine Belohnung“ (Ps. 127,3). Die moderne Einstellung, Kinder als wirtschaftliche Belastung zu sehen, wäre in dieser Zeit und Kultur (ganz zu schweigen von Gottes Sichtweise) verabscheuungswürdig gewesen. Eine große Familie war für Männer sogar ein Grund zum Prahlen vor den Toren der Stadt (siehe Ps. 127,5).
Weisheit baut ein Haus auf vielfältige Weise. Viele Kinder zu haben und sie in göttlicher Weisheit zu erziehen, ist ein Eckpfeiler des Hausbaus. Dazu gehört auch, das Zuhause mit guten Dingen zu füllen, wie Salomo in Mischlei 24,4 sagt: „Durch Wissen werden seine Räume mit allerlei kostbaren und angenehmen Besitztümern gefüllt.“ Diese Weisheit muss natürlich mit den biblischen Geboten gegen Materialismus in Einklang gebracht werden (z. B. Mischlei 11,4; 15,27; 16,16). Doch richtig verstanden sagt Salomo, dass Weisheit ein Zuhause voller Luxus und Schönheit schaffen kann. Die Weisheitsprinzipien, die dabei helfen, sind zweifellos Prinzipien für finanziellen Erfolg – worüber Mischlei viel zu sagen hat.
Neben schönen Besitztümern und vielen Kindern bietet ein weises Zuhause Sicherheit: „Durch Verständnis wird es gesichert“ (24:3). Die hebräische Wurzel für die Sicherung des Hauses ist koon, was sich in dieser Form auf ein Haus bezieht, das gegründet und gut gebaut ist. Das heißt, weil es auf soliden Weisheitsprinzipien aufgebaut ist, ist das weise Zuhause vor Gefahren geschützt. Wie ein physisches Haus, das gebaut wurde, um einem Sturm standzuhalten, kann das Haus der Weisheit den Belastungen von Konflikten und dem Druck von außen standhalten.
In diesen Versen und vor allem in der Kultur jener Zeit wird gezeigt, dass der Hausbau in erster Linie Aufgabe der Frau ist. Manche würden dieses Konzept als chauvinistisch komplett ablehnen. Andere würden in der Aufteilung der Verantwortung zwischen Mann und Frau eine implizite Weisheit sehen. Unabhängig davon, wie man diese Debatte für sich selbst entscheidet, will Salomo sicher nicht sagen, dass der Mann keine Rolle beim Hausbau spielt. Hier wird ein bestimmtes Familienideal im Sinn gehabt. Neben dem Problem der Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft könnte diese Lehre aus Mischlei auch für alleinstehende Erwachsene schwer zu akzeptieren sein. In der Antike lebte ein alleinstehender Erwachsener höchstwahrscheinlich bei seinen Eltern, und das war sein Zuhause. Vielleicht können Singles heute eine ähnliche Anwendung dieser Prinzipien finden, nicht unbedingt indem sie bei ihren Eltern leben, sondern indem sie ihre Eltern bis zur Heirat als ihre unmittelbare Familie betrachten.
Unabhängig davon, in welcher Situation du dich befindest, gelten diese Prinzipien. Weisheit baut ein Zuhause auf. Torheit reißt es nieder. Ein weiser Elternteil erzieht seine Kinder in Frömmigkeit und geht mit Geld so um, dass es dem Zuhause Sicherheit gibt. Ein weiser Single kann sich auf seine Eltern, Freunde oder Geschwister verlassen und geht mit Geld so um, dass er sich eine Zukunft aufbauen kann. Ein weiser alleinerziehender Elternteil findet Hilfe bei der Kindererziehung und füllt sein Zuhause mit Liebe, die die Lücke des fehlenden Elternteils füllen kann. Nicht alle Familien sind ideal, aber alle Familien können in ihrer Situation Weisheit zeigen.

A Messianic Commentary on Proverbs: Proverbial Wisdom & Common Sense

„Man ist glücklich verheiratet, wenn man lieber heimkommt als fortgeht.“

Also sind auch die Männer schuldig, ihre (Eig ihre eigenen) Weiber zu lieben wie (O. als) ihre eigenen Leiber. Wer sein (Eig sein eigenes) Weib liebt, liebt sich selbst.
Elberfelder 1871 – Epheser 5,28

Genauso sind nun auch die Männer verpflichtet, ihre Frauen zu lieben und ihnen Gutes zu tun, so wie sie ihrem eigenen Körper Gutes tun. Ein Mann, der seine Frau liebt und ihr Gutes tut, tut sich damit selbst etwas Gutes.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Epheser 5:28

Ebenso sind die Ehemänner verpflichtet, in Hingabe für die eigenen Frauen da zu sein wie für die eigenen Körper. Der, der sich immer wieder der eigenen Frau hingibt, liebt sich selbst.
Gottes Agenda – Eph 5,28

Genauso müssen die Männer ihre Ehefrauen so sehr lieben, wie sie sich selbst lieben. Denn das ist ja auch klar: Wer seiner Ehefrau mit Liebe begegnet, der beweist damit auch sich selbst Liebe.
Das Buch – 2009 – Eph 5:28

ὀφείλω schulden; verpflichtet sein, müssen. ἀγαπᾶν Inf. ἀγαπῶν Ptz., subst.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Der umfassende Einsatz Christi für seine Kirche bildet die Basis und das Vorbild für die Liebe der Männer zu ihren Ehefrauen: »So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen wie ihren eigenen Leib zu lieben.« Hat die »Haupt-Funktion« des Mannes ihren eigentlichen Hintergrund in der Liebe Christi, so wird damit endgültig jeder Mißbrauch dieser Ordnung abgewehrt und als Sünde entlarvt. Gleichzeitig wird deutlich, daß die Erfüllung dieses Liebesgebots allein durch den beständigen Empfang der Liebe Christi, durch das gemeinsame Leben aus der Vergebung möglich ist.
Es ist eingewandt worden, daß die angeführten Begründungen für die Liebe zur Ehefrau – »den eigenen Leib«/»sich selbst lieben«, ebs. V. 29 – gegenüber der christologischen Begründung in V. 25–27 stark abfallen würden. Dabei ist jedoch zu beachten, daß diese Formulierungen bereits im Licht des Schriftzitats aus 1Mo 2,24 in V. 31 zu sehen sind. Somit handelt es sich bei dem »eigenen Leib« nicht allein um den Mann, sondern um »die Frau als ›Leib‹ des Mannes, gleichsam sein zweites Ich«; nach 1Mo 2,24 sind beide ein Fleisch.
Immer wieder werden von den Kommentatoren zur Illustration dieser Aussage die »Eheratschläge« des um das Jahr 100 n.Chr. wirkenden Schriftstellers Plutarch zitiert: »Der Mann aber soll die Frau beherrschen nicht wie ein Herr den Besitz, sondern wie die Seele den Leib, mitempfindend und durch gute Gesinnung das Zusammenwachsen fördernd.«304 Demgegenüber ist das in der Heiligen Schrift vorgegebene Verhältnis des Mannes zu seiner Ehefrau nicht durch Herrschaft, sondern durch die Liebe gekennzeichnet. Die Liebe zu seiner Frau ist schließlich nichts anderes als Liebe zu sich selbst, da ja Mann und Frau in der Ehe ein Fleisch sind.

Wuppertaler Studienbibel

Frage: „Wie kann eine Frau ihrem Mann durch die schwierige Zeit einer Midlife-Krise hindurchhelfen?“

• Bete täglich und studiere das Wort Gottes. Eine Frau, die betet und die Verheißungen des Wortes Gottes für ihre Familie und besonders für ihren Mann in Anspruch nimmt, hat Kraft.
• Bemühe dich zu verstehen, was er gefühlsmäßig durchmacht. Finde heraus, was seine Bedürfnisse sind und bemühe dich, für diese Bedürfnisse zu sorgen.
• Sei darauf vorbereitet, dass er dir gegenüber seinen Zorn zum Ausdruck bringt. Übergib dem Herrn deine eigene Unsicherheit, aber ermutige ihn, dir gegenüber seine Frustration auszudrücken.
• Erwarte nicht, dass er dich mit Anerkennung überhäuft. Obwohl jeder Mensch einzigartig ist und Respekt verdient, gib den Wunsch auf, wie eine Prinzessin behandelt werden zu wollen.
• Ermutige ihn, über seine Gefühle zu sprechen. Frage ihn, wie der Tag für ihn verlaufen ist, ohne einen detaillierten Bericht über alle Ereignisse zu erwarten, sondern mit der Absicht, ihm die Möglichkeit zu geben, über Dinge zu sprechen, die für ihn wichtig sind.
• Achte darauf, körperlich, moralisch und mit deinen Worten so attraktiv wie möglich zu sein. Denke daran, dass Männer eher visuell viel orientiert sind und dass dein Äußeres einer der Gründe dafür war, dass er sich zu dir hingezogen fühlte. Wenn du dich bemühst, das Beste aus deinem Äußeren zu machen, wirst du im Alter von achtzig Jahren genauso attraktiv für ihn sein, wie damals, als du zwanzig warst. Denke auch daran, dass deine Worte – ob sie nun lobend oder kritisch sind – einen großen Einfluss auf ihn haben, und dass für einen älter werdenden Mann die attraktivste Frau eine Frau ist, die einen gottesfürchtigen Charakter hat.
• Konzentriere dich darauf, sein Selbstvertrauen zu stärken. Die durchschnittliche Frau hat keine Ahnung, welchen Einfluss sie auf ihren Ehemann hat. Der Schlüssel zu diesem Einfluss ist nicht Kritik oder Zurechtweisung, sondern Lob.

June Hunt – Schlüssel zur biblischen Seelsorge

In den V. 28-33 erweitert Paulus diesen Gedanken noch um einen Aspekt. Der Mann soll seine Frau so lieben, wie er sich selbst liebt (V. 28-29 b u. 33). Auch diese Liebe ist christusähnliche Liebe; denn Christus hat ja ebenfalls seinen Leib, die Gemeinde, geliebt (V. 29-32). Von Anfang an wird in diesem zweiten Teil das Urbild-Abbild-Verhältnis zwischen der Liebe Christi und der Liebe des Ehemannes durchgehalten: »Ebenso«, nämlich wie Christus die Gemeinde liebte (V. 25-27), »sind auch die Männer verpflichtet (!), ihre Frauen zu lieben« (V. 28 a). Seine Frau zu lieben ist für den christlichen Ehemann nicht nur eine schöne Möglichkeit – falls sie sich entsprechend liebenswert verhält. Nein, es ist von Gott her seine Pflicht! Als Haupt seiner Familie geht er mit gutem Beispiel voran, indem er der Aufforderung Gottes nachkommt und seine Frau mit der Liebe (Agape) beschenkt, die nicht wartet, bis der andere sich liebenswert verhält, sondern die – vgl. das Beispiel Christi in V. 25ff. ! -opferbereit und auf Hoffnung hin liebt und aus dieser Liebe heraus den andern verändert. Wie aber soll so eine Liebe praktisch aussehen?

Paulus sagt sinngemäß: Bring Deiner Frau doch ganz einfach die gleiche Liebe entgegen, die Du – trotz aller Deiner Fehler – Dir Tag für Tag selbst erweist, indem Du für Dich sorgst und Dir etwas Gutes gönnst! Wörtlich heißt es: Die Männer sollen ihre Frauen »lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Denn keiner hat je das eigene Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es« (V. 28-29 b). Das »Wie« in V. 28 b (»wie ihre eigenen Leiber«) ist ein Vergleichswort – und zugleich mehr als das. Das griech. Wort an dieser Stelle kann mit »wie« oder »als« übersetzt werden (»… wie ihre eigenen Leiber« = Vergleich; oder: »… als ihre eigenen Leiber« = Identifikation). Von V. 28 c (»wer seine Frau liebt, liebt sich selbst«) her wird deutlich, dass in dem Vergleich zumindest ein Stück Identifizierung mitschwingt. Wer seine Frau liebt, liebt einen Teil seiner selbst, denn Mann und Frau sind eine untrennbare Einheit. Paulus denkt insofern vom Schöpfungsbericht her, den er in V. 31 dann zitiert: »… und die beiden werden ein Fleisch sein.« Andererseits macht V. 29 deutlich, dass es Paulus mit dem »Lieben wie den eigenen Leib« betont auch um einen Vergleich geht: »Denn keiner hat je das eigene Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es«. Dieser Vers geht von der ganz normalen menschlichen Erfahrung aus, dass jeder Mensch sein »Fleisch«, d. h. sein schwaches irdisches Leben, liebt – trotz allem, was er an sich auszusetzen haben mag.

Entsprechend kümmert sich der Mensch um sich. Von klein auf nimmt er Nahrung zu sich, um zu wachsen. Und wo er etwas braucht, kümmert er sich um diese (leiblichen oder seelischen) Bedürfnisse seiner irdischen Existenz. Genau so sollen es die Männer ihren Frauen gegenüber machen! Liebe ist von daher, sich um seine Frau zu kümmern und ihr das zu geben, was sie innerlich oder äußerlich braucht. So praktisch ist das. – In seiner vorbildlichen Liebe macht es Christus ja auch mit seiner Gemeinde so. An die Feststellung, dass jeder das »eigene Fleisch … nährt und pflegt«, schließt sich nämlich unmittelbar der Nachsatz an: »wie auch Christus die Gemeinde, denn wir sind Glieder seines Leibes« (V. 29-30). Auch er kümmert sich um seinen Leib und versorgt ihn liebevoll. Dass die Gemeinde der Leib Christi ist, klang im Eph schon wiederholt an (Eph 1,22ff.; Eph 2,15ff.; Eph 3,6; 4,4.16.25; vgl. Röm 12,5; 1Kor 12,27; Kol 1,18).

Gerhard Maier – Edition C

Lieben kann man wollen

Dieses Prinzip ist ganz zentral für die Ehe! In Epheser 5,28 schreibt Paulus: „Darum sollen auch die Männer ihre Frauen lieben …“ Er hat die Männer bereits in V. 25 dazu aufgefordert, aber jetzt benutzt er, damit auch alle Zweifel ausgeräumt sind, im Griechischen ein Verb, das das Element der Verpflichtung besonders betont. Jawohl, was Paulus hier sagt, ist ein Befehl; die Männer sollen ihre Frauen lieben. Aber befehlen kann man nicht Gefühle, sondern nur Verhalten; Paulus zielt hier also auf das Verhalten ab. Es ist ihm egal, wie den Ehemännern gerade zumute ist – sie haben ihre Frauen zu lieben.
Bedeutet dies, dass es egal ist, wen ich heirate, dass ich in diese Person nicht verliebt zu sein brauche oder dass Gefühle in einer Ehe unwichtig sind? Nein – ich würde Ihnen definitiv nicht empfehlen, bewusst jemanden zu heiraten, zu dem Sie sich nicht hingezogen fühlen.17 Aber ich kann Ihnen garantieren: Wen immer Sie auch heiraten, die Ernüchterungen werden kommen. Das emotionale Feuerwerk der Verliebtheit lässt sich nicht durchhalten. Nicht selten kühlen sich die Gefühle für den Partner bereits vor der Hochzeit ab, weil unsere Gefühle von so vielen Faktoren in unserem Körper, unserer Seele und unserer Umgebung abhängig sind. Sie kommen und gehen, und wenn wir hier der in der westlichen Kultur gängigen Definition von „Liebe“ folgen, kommen wir vielleicht zu dem Schluss, dass dieser Mensch doch nicht der Richtige sein kann. Unsere Kultur verherrlicht die romantische Leidenschaft, und so sagen wir: „Wenn dies der richtige Ehepartner für mich wäre, würden meine Gefühle nicht so Achterbahn fahren.“ In Pardon, ich bin Christ findet sich ein Kapitel über die Ehe, wo C. S. Lewis schreibt:
Aus Büchern stammt unter anderem die Vorstellung, man bleibe ewig verliebt, wenn man nur den „Richtigen“ heirate. Wenn nun die Leute merken, dass sie nicht mehr verliebt sind, dann meinen sie, dies beweise, sie hätten sich in der Wahl ihres Partners geirrt und seien berechtigt, ihn zu wechseln. Dabei übersehen sie völlig, dass es ihrer neuen Liebe nicht anders ergehen wird als ihrer alten. Auch sie wird eines Tages ihren Glanz eingebüßt haben.

In jeder Beziehung kommt es zu emotionalen „Dürreperioden“, die einen erschrecken können. Wenn dies geschieht, sollten wir uns daran erinnern, dass die Ehe in ihrem Kern ein Bund ist, ein Sich-Festlegen, ein Versprechen künftiger Liebe, und weiter die Taten der Liebe tun, auch wenn die Gefühle nicht da sind. Mir ist vielleicht gerade gar nicht nach Zärtlichkeit zumute, aber in meinem Verhalten muss ich zärtlich, verständnisvoll, vergebend und hilfsbereit sein. Und wenn ich das tue, werde ich nicht nur die Dürreperioden besser überstehen, sondern sie werden auch weniger häufig und weniger schlimm werden und meine Gefühle werden konstanter werden. Und all dies, weil ich mir vorgenommen habe: „Ich will diesen Menschen lieben.“

Das erklärt uns, so glaube ich, ein klein wenig, was Christus meinte, wenn er sagte, nichts sei lebendig, es sei denn, es stürbe. Es ist einfach sinnlos, einen Reiz festhalten zu wollen. Das ist das Unvernünftigste, was wir tun können. Lassen wir ihn verblassen, lassen wir ihn sterben, und gehen wir durch diesen Zustand des Todes hindurch zu einem ruhigeren Interesse und Glück – und wir werden entdecken, dass wir in einer Welt ständiger neuer Reize leben.

Wie ist diese Verwandlung möglich? Vielleicht ungefähr so: Wenn wir uns in jemanden verlieben, denken wir zuerst: „Das ist so schön, dieses Gefühl, das will ich nie mehr missen!“ Aber dieser anfängliche Kick lässt sich eben nicht durchhalten und bringt mich auch nicht sehr weit in der Kunst, den real existierenden Menschen, den ich geheiratet habe, zu lieben. Um Lewis’ Bild zu benutzen: Ich muss die erste, unreife Form meiner Liebe „sterben lassen“, damit sie in einer neuen Form wiederauferstehen kann. Ich muss mein Versprechen, in Liebe zu handeln und zu dienen, unbeirrt einhalten – auch dann – nein: gerade dann! – wenn ich keine großen Gefühle für meinen Partner verspüre. Und je mehr ich das tue, umso mehr verwandelt sich, langsam, aber sicher, meine mehr ichbezogene Zuneigung zu diesem Menschen in eine Liebe, die immer mehr von einer demütigstaunenden Annahme und Wertschätzung des anderen gekennzeichnet ist. Ich wachse hinein in eine Liebe, die weiser, reicher, beständiger ist.
Leider erleben viele Menschen diese Art von Liebe nie, weil sie der Ehe-Definition unserer Kultur folgen; wenn die Verliebtheit weg ist, finden sie, dass es Zeit ist für eine Neuorientierung. Diese Einstellung macht unsere Ehen sehr anfällig für Affären, denn es findet sich immer irgendwo jemand, der attraktiv ist und uns eine Neuauflage des alten Glücks verspricht, das wir damals hatten, als die Liebe zu unserem Ehepartner noch jung war.

Und noch eine Vorstellung stammt aus unseren Bühnenstücken und Romanen: sich zu verlieben sei ein Ereignis, dem man nicht widerstehen könne. Man sei ihm ausgeliefert wie den Masern oder sonst einer Krankheit. Diese Ansicht ist weit verbreitet, und weil auch verheiratete Leute ihr glauben, schütten sie das Kind mit dem Bade aus und geben nach, wenn sie sich zu einem anderen Menschen hingezogen fühlen. …
Aber liegt es nicht letztlich bei uns, ob diese „Liebe“ zur Affaire wird oder nicht? Zweifellos kann jede Verliebtheit zur Affaire werden, wenn der Kopf vollgestopft ist vom Wust billiger Liebesgeschichten, schlechter Filme und sentimentaler Songs oder wenn man ein gehöriges Quantum Alkohol im Leibe hat. Wer sich eine blaue Sonnenbrille aufsetzt, sieht die ganze Welt in blauem Licht. Aber er selbst hat sich die Brille aufgesetzt, nicht die anderen.

Timothy und Kathy Keller – Ehe – Gottes Idee für das größte Versprechen des Lebens

Liebe sie

„Es gibt kein Rezept für eine glückliche, funktionierende Ehe – nur einfach Liebe“, sagte der deutsche Schauspieler Mario Adorf (*1930). Wenn zwei Menschen heiraten, versprechen sie einander ewige, bedingungslose Liebe. Im Alltagsleben wird dieses Versprechen jedoch nur selten eingelöst. Wobei Männer durchaus lieben können – was die Geschichte Samstag Nachmittag bei Aral von Jürgen Mette zeigt …

„Während ich mein Auto voll tanke, habe ich die Ausfahrt der Waschstraße im Blick. Ein Ehepaar steuert den noch nicht ganz trockenen, aber schon strahlenden Golf aus der Anlage und parkt ihn behutsam auf dem Platz, wo die Staubsauger stehen. Die Szene weckt plötzlich mein ganzes Interesse. Er holt aus dem Kofferraum eine Plastikflasche, sie fingert aus dem Handtäschchen weiße Wattepads, genau die, die meine Frau immer bei der Kosmetik verwendet. Dann nimmt das Ritual seinen Lauf. Er gießt das kostbare Pflegemittel vorsichtig auf die Kosmetikwatte, beugt tatsächlich die Knie und lässt sich auf einer Fußmatte direkt vor den Felgen nieder, um die Insignien seines bescheidenen Wohlstandes liebevoll zu pflegen. Überall wo die Maschinenbürsten nicht hingekommen sind, wo der Abrieb der Bremsbeläge wie Zahnstein auf dem Gebiss klebt, da fingert er sich mit Inbrunst Millimeter für Millimeter durch die Felgenöffnungen. Frau Gemahlin steht aufmerksam daneben und reicht immer wieder artig das Pflegemittel und hält frische Wattebäusche bereit. Als ich vom Bezahlen zurückkomme, hat er die erste Felge nahezu sauber. Liebevoll trocknet er mit einem feinen Wolltuch das Objekt seiner Anbetung ab. – Ich kann nicht anders, als den gebeugten Herrn mit einem schelmischen Augenzwinkern zu fragen, ob er denn seine Frau auch so liebevoll pflegen würde. Die verdreht die Augen und zwinkert mir mit einem vielsagenden Blick zu, als hätte ich den Nagel auf den Kopf getroffen. Er, sichtlich verlegen und irritiert, stammelt etwas von Wiederverkaufswert und vom schlechten Zustand der Waschanlage. Ich habe dann mit ein paar freundlichen Worten die Spannung aufgelöst, und er konnte am Ende auch wieder lächeln. Wenn alle Männer so viel Zeit für ihre Frauen investieren würden wie für ihr Auto, dann wären wir schon einen Schritt weiter zu einer erneuerten Gesellschaft.“

Als Paulus sich an die Männer in Ephesus wendet, ermahnt er sie nicht: „Ihr Männer, liebt eure Autos, eure Arbeit oder euer Hobby!“ Er fordert sie vielmehr dazu auf: „Ihr Männer, liebt eure Frauen!“ (Eph 5,25). Um dich zu verlieben, musst du so gut wie nichts tun – oft genügt dazu ein einziger Blick (vgl. Hl 4,9). Wenn du aber eine Frau nach 10, 20, 30 oder 50 Jahren immer noch lieben willst, musst du die bewusste Entscheidung treffen, ein Leben lang ihr Bestes zu suchen. Liebe ist selbstlos und aufopfernd. Sie stellt die wahren Bedürfnisse des anderen in den Mittelpunkt und „zahlt jeden persönlichen Preis, der nötig ist, diese Bedürfnisse zu stillen und das Wohlergehen zu fördern.“


Man ist glücklich verheiratet, wenn man lieber heimkommt als fortgeht.
Heinz Rühmann (n), deutscher Schauspieler

Die Latte in der Disziplin Liebe liegt hoch, denn der Herr Jesus selbst ist das Vorbild. Er hat für seine Braut am Kreuz alles gegeben. Jetzt sollst du deine Frau lieben, „wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei“ (Eph 5,25–27).

„Jemand hat einmal über einen Mann geschrieben, der fürchtete, er könne Gott missfallen, indem er seine Frau zu sehr liebe. Ein Seelsorger fragte ihn, ob er sie mehr liebe, als Christus die Gemeinde geliebt habe. ‚Nein‘, antwortete er. ‚Erst wenn du darüber hinausgehst‘, antwortete der Seelsorger, ‚dann liebst du deine Frau zu sehr‘.“

Die Liebe gegenüber deiner Frau ist eine moralische Verpflichtung: „So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber“ (Eph 5,28). Sie ist die logische Konsequenz der Entscheidung, die du bei deiner Hochzeit getroffen hast. „Du heiratest sie, weil du sie liebst. Danach, vom Hochzeitstag an, lernst du sie zu lieben, weil du sie geheiratet hast.“

Peter Güthler – Von Mann zu Mann: Ein Bibelkurs

stark und schwach oder schwach und schwächer ??

Genauso sollt auch ihr Männer euch verhalten und euer gemeinsames Leben voller Einsicht und Rücksicht gestalten, weil die Frauen körperlich schwächer sind als ihr. Deshalb behandelt sie erst recht voller Respekt und macht euch klar, dass sie gemeinsam mit euch Anteil haben an Gottes Geschenk des Lebens. Dann werdet ihr eure Gebete nicht selbst behindern.
Roland Werner – Das Buch – 1.Petrus 3,7

Gleichermaßen sollt ihr Ehemänner mit Einsicht mit dem weiblichen als einem schwächer beschaffenen Gefäß zusammenwohnen! Lasst ihnen Würde zuteil werden als solchen, die auch Miterben von Gnade zum Leben sind, sodass eure Gebetszeiten nicht blockiert werden.
Andreas Eichberger – Gottes Agenda – 1.Petrus 3:7

Ihr Männer gleicherweise, wohnet bei ihnen nach Erkenntnis, (O. mit Einsicht) als bei einem schwächeren Gefäße, dem weiblichen, ihnen Ehre gebend, als die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, auf daß eure Gebete nicht verhindert werden.
Elberfelder 1871 – 1.Petr 3,7

Ihr Männer müsst euch entsprechend verhalten. Seid rücksichtsvoll zu euren Frauen! Bedenkt, dass sie der schwächere Teil sind. Achtet und ehrt sie; denn sie haben mit euch am ewigen Leben teil, das Gott schenkt. Handelt so, dass nichts euren Gebeten im Weg steht.
Gute Nachricht Bibel 2000 – 1.Petr 3:7

Die mit dem Wort vernünftig übersetzte Wendung (kata gnOsin, wörtlich „nach bestem Wissen, mit Verstand“) macht deutlich, daß die Ehemänner die geistlichen, emotionalen und körperlichen Bedürfnisse ihrer Frauen verstehen und sich um sie kümmern sollen. Auch der Apostel Paulus wies darauf hin, daß ein Mann seine Frau schützen und für sie sorgen muß, „wie auch Christus“ für „die Gemeinde“ sorgt ( Eph 5,28-30 ).
Daneben haben die Ehemänner ihren Frauen als dem schwächeren (Geschlecht) die Ehre zu geben. „Schwächer“ (asthenesterO) bezieht sich auf körperliche oder gefühlsmäßige Schwäche, nicht auf geistige Unterlegenheit, denn die Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens. Wenn Petrus hier an christliche Ehemänner denkt, deren Frauen ebenfalls Christinnen sind, dann könnte mit der „Gnade des Lebens“ die Erlösung gemeint sein (vgl. Röm 8,17; Eph 3,6). Wenn sich die Ermahnung jedoch an christliche Ehemänner richtet, deren Frauen ungläubig sind (wie 1 Petrus 3,1-2 sich an Ehefrauen mit ungläubigen Männern richtet), dann ist damit wohl das Zusammenleben von Mann und Frau gemeint. Petrus fügt hinzu, daß Männer, die ihre Frauen nicht mit Verständnis und Ehrerbietung (timEn, „Achtung, Ehre“; vgl. 1 Petrus 2,17) behandeln, nicht erwarten können, daß ihr Gebet erhört wird.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Wie alle Christen und exemplarisch zuvor die Sklaven und Ehefrauen werden jetzt auch die »Männer«, die Ehemänner, in das Leben als Christ in ihrem Stand eben als Ehemann eingewiesen, wie das »desgleichen« betont. Auch christliche Ehemänner haben solche helfende Weisung nötig, denn allzu schnell wird das »Untertan-Sein« der Frau ausgenützt und sie zur Dienerin degradiert, über die der Mann Herrschaft ausübt.
Die Frau ist ja auch das »schwächere« »Geschlecht«. Damit ist zunächst eine natürlich, biologische Tatsache gemeint. »Schwächer« bezeichnet zunächst die körperliche Konstitution, und vom Körperbau her ist die Frau in der Regel weniger stark als der Mann. Damit können aber auch die psychischen Kräfte gemeint sein, und dann könnten wir mit »sensibler« übersetzen: Die Frau ist emotionaler als der Mann. Daß das keinerlei Abwertung bedeutet, wird schon an dem sichtbar, daß diese »Sensibilität« oft die große Stärke der Frau ist, mit der sie in Ehe und Familie und darüber hinaus wichtige Hilfe geben kann. Das griechische Wort »Geschlecht« meint eigentlich »Gefäß, Werkzeug«. Wenn die Frau als das »schwächere Werkzeug« bezeichnet wird, dann trifft der Begriff »Werkzeug« auch auf den Mann zu. Ist hier versucht, das, was im Schöpfungsbericht im Hebräischen mit »Ebenbild« ausgedrückt ist, wiederzugeben? »Ebenbild« meint ja auch eine Dienstbeauftragung von Gott her im Sinne von »Beauftragter für die Schöpfung«. Die Frau wird im Schöpfungsbericht als »Gehilfin« bezeichnet, nicht im Sinne von »Dienerin«, sondern eben so, daß Mann und Frau erst im Miteinander wirklich brauchbares Werkzeug Gottes sind.
»Wohnt vernünftig mit ihnen zusammen«, das ist die erste Weisung des Petrus (»seid zusammenwohnend nach Erkenntnis« griechisch kürzer). »Zusammenwohnen« meint viel mehr als Wohngemeinschaft; es meint die Lebensgemeinschaft, die Ganzheitsgemeinschaft nach Leib, Seele und Geist. Wirklich beim andern zu sein, das ist das Wesen der Liebe. Die Gleichung der Liebe in der Ehe heißt deshalb: 1+1=1. »So werden die zwei ein Fleisch sein« (1 Mo 2,24). Das ist gemeint. Das Adjektiv »vernünftig« unterstreicht das nachdrücklich: »Erkenntnis« ist mehr als ein Verstandesvorgang. Will ich jemanden wirklich erkennen, kennen, dann muß ich mich ihm ganz hingeben, mich öffnen und bereit sein, ihn ganz zu verstehen. In diesen kurzen Sätzen steckt eine umfassende Ehe-Lehre.
Der Ehefrau soll »Ehre gegeben« werden. Das ist ganz gewiß die äußere Hochachtung, aber auch die volle Wertschätzung, die sich in umsorgender Liebe ausdrückt. Noch umfassender ist aber gerade bei Christen diese »Ehre«, die Wert-Schätzung der Frau gemeint, »denn auch die Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens«. »Miterbinnen« – das ist die völlige Gleichwertigkeit der Frau vor Gott. Das war revolutionär für die damalige Zeit (vgl. zu 3,1). Die Frau hat gleichen Anteil an der »Gnade des Lebens«. Dieser Ausdruck ist Kurzform für das ganze Heil, das in Jesus Christus geschehen und uns Glaubenden zugeeignet ist. Hier wird jeder Diskriminierung der Frau gewehrt, und das hat Auswirkungen gerade in der Ehe, aber auch weit in die Gesellschaft hinein.
Ist dieser engste Lebensbereich der Ehe gerade bei Christen nicht in Ordnung, dann lähmt das die Gemeinschaft mit dem Herrn, gefährdet so das neue Leben, »…damit eure Gebete nicht behindert werden«: Gemeint ist wohl zuerst das gemeinsame Gebet. Das ist aber unmöglich, wenn die Eheleute in gegenseitiger Mißachtung oder in Streit leben. »Behindert« heißt wörtlich »in etwas einschneiden«. Die Lebensverbindung zum Christus wird also dann abgeschnitten, wenn Männer ihren Ehefrauen nicht die Ehre geben und sie nicht als gleichwertig in allem behandeln.

Edition C Bibelkommentar

Petrus hat auch eine Botschaft an die Männer. Dabei handelt es sich aber nicht um die Männer, deren Frauen gläubig geworden sind, die aber selbst keine Christen sind. Hier geht es um christliche Männer mit christlichen Frauen.
Die Frauen werden als das „schwächere Geschlecht“ bezeichnet. Daher ruft Petrus sie dazu auf: „Wohnt bei ihnen mit Einsicht …“ Das griechische Wort, das hier mit „Einsicht“ übersetzt wird, heißt eigentlich „Erkenntnis“. Es „bezeichnet hier nicht … das Konstatieren eines Sachverhaltes, die empirische Analyse, auch nicht im gnostischen Sinne die überlegene Wirklichkeitsschau (1Kor 8,1). Es ist vielmehr die verstehende Einsicht, die aus der Liebe zu Gott und den Menschen erwächst …“ (Goppelt, 221; vgl. Phil 1,9-10: „(9) Und um dieses bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überreich werde in Erkenntnis und aller Einsicht, (10) damit ihr prüft, worauf es ankommt …“, Phlm 6: „dass die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten …“). Gemeint ist also, dass die Männer Verständnis für ihre Frauen haben und Rücksicht auf sie nehmen sollen.
Die Frauen sind aber nicht nur „das schwache Geschlecht“. Sie sind auch „Miterben der Gnade des Lebens“ – und stehen in diesem Sinne gleichwertig neben ihren Männern. Deshalb sollen die Männer ihre Frauen ehren.
Ausdruck für diese Gleichberechtigung „ist u.a. das gemeinsame Gebet der Eheleute, das behindert, gehemmt und gelähmt wird, wenn die Männer ihre Frau nicht ehren, d.h. ihnen nicht Achtung erweisen“. (Stuttgarter Erklärungsbibel, 1789).

Mainka – 1. Petrus

Wenn wir unter den Augen der Welt ein Zeugnis sein wollen, dann müssen wir Männer unsere Ehefrauen in der rechten Art lieben und ehren. Wie wir mit ihnen umgehen, nimmt die Welt sehr bald wahr. Wenn wir rüde, fordernd, unfreundlich, herzlos und egoistisch sind, wird kein Mensch unseren Glauben ernst nehmen.
»Gleicherweise« wie die vorher genannten Hausknechte und Ehefrauen sollen auch die Ehemänner ihre Pflicht erfüllen, die sie ihren Frauen gegenüber haben. Ihre Aufgabe ist es, bei ihren Frauen »nach Erkenntnis« zu wohnen und ihnen Ehre zu geben. Der Mann darf die stärkere Position, die ihm der Schöpfer gegeben hat, nicht ausnutzen, indem er die Frau als das »schwächere Gefäß« unterdrückt oder herumkommandiert. Ihr hat Gott in der ehelichen Gemeinschaft die schwächere Stellung, nämlich die der Unterordnung, gegeben. Wie erbärmlich ist es, wenn Männer das ausnutzen! Sie bedenken nicht, wie dadurch der Herr entehrt wird, der selbst als Herr und Haupt der Gemeinde nicht kam, um bedient zu werden, sondern um zu dienen, und der als der Meister den Jüngern die Füße wusch.
»wohnt bei ihnen«: Für »wohnt« steht hier συνοικεω, synoikeō, wörtlich: zusammenwohnen. Ein Verb, das im NT nur hier belegt ist. Der Mann wohnt zusammen mit und bei seiner Frau. »Wohnen« bedeutet »sich bleibend niederlassen«. Er bindet sich an sie und verlässt sie nie mehr. Darin soll er dem Vorbild des Herrn folgen und dessen Liebe zur Gemeinde nacheifern (Eph 5,25).
»nach Erkenntnis«: nämlich Erkenntnis Gottes und seiner Gedanken. Erkennt er, was sie beide, sowohl er als auch seine Frau, als Sünder vor Gott sind, dann wird er demütig. Erkennt er, wie sie beide völlig auf Gottes Gnade angewiesen sind, dann macht das ihn noch demütiger. Er versteht, dass er nicht besser oder würdiger ist als seine Frau, und bedenkt, dass auch sie »Miterbe der Gnade des Lebens« ist. In der Stellung vor Gott und im Erbe, das uns in Christus geschenkt ist, ist kein Unterschied zwischen Mann und Frau (Gal 3,28).
»und gebt ihnen Ehre«: Wie passend ist das alles: Die Frau sucht nicht eitle Ehre, sondern bleibt bescheiden und still im Hintergrund. Dafür gibt der Mann ihr die Ehre, die ihr zusteht, ja, die er ihr schuldet (siehe auch 2,17). Die vorbildliche Frau von Sprüche 31 sucht nicht Rang und Ansehen in der Öffentlichkeit, sondern ist ganz zufrieden, dass nicht sie, sondern ihr Mann bekannt ist in den Toren der Stadt (Spr 31,23). Dafür stehen ihr Mann und ihre Söhne auf und preisen sie, und ihre Werke werden im Stadttor gepriesen (V. 28–31).
Entspricht die Stellung der Frau nicht auch ganz der gegenwärtigen Position der Gemeinde Gottes? Wir gehen als Unbekannte durch die Zeit, in Knechtsgestalt, von der Welt nicht geehrt und nicht als das anerkannt, was wir wirklich sind (1Jo 3,1); wir sind noch nicht verherrlicht. Für unsere Unterordnung unter unseren Herrn und Gebieter wird er uns am Tag seines Erscheinens Ehre geben vor den Augen der ganzen Welt: Wir werden, wenn er erscheint, mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit (Kol 3,4).
»damit eure Gebete nicht verhindert werden«: Petrus nennt hier den Grund, der ihm der wichtigste war, warum die Männer so bei ihren Frauen wohnen sollten: Ihre gemeinsamen Gebete sollen nicht verhindert werden. Überrascht uns das? Hätten wir erwartet, dass er einen anderen Grund nennt, wie etwa glückliches Familienleben, wohlgeratene Kinder oder – was heute scheinbar sehr wichtig ist – »erfüllende Sexualität«? Petrus hat uns von Anfang seines Briefes an in Erinnerung gerufen, dass wir ein Erbe im Himmel haben, dass wir von oben geboren und als Pilger unterwegs sind zu unserem Erbe in der oberen Heimat. Dahin zieht es beständig unser Herz; dahin, wo unser Herr ist, gehen beständig unsere Gedanken. Zudem hat Petrus in diesem ganzen 2. Teil des Briefes (2,1–3,12) uns gelehrt, welches die Berufung der Gnade ist: Wir sind berufen, ein heiliges und königliches Priestertum zu sein (2,1–10), und als solche sind wir berufen, Zeugen Gottes zu sein in der Welt (2,11–3,12). Sind wir keine Priester, können wir keine Zeugen sein; suchen wir nicht im Gebet beständig sein Angesicht, werden wir unsere Aufgabe als Zeugen nur mangelhaft wahrnehmen können. Darum muss jedes christliche Ehepaar auch ein Priesterpaar sein. Sie müssen regelmäßig und ausgiebig zusammen vor Gott treten mit Dank, Flehen und Fürbitte. Als Priester Gottes sind sie dazu berufen, beständig in Gottes Gegenwart zu treten. Darum darf nichts und niemand ihr Gebetsleben hindern.
Wenn Mann und Frau viel zusammen beten, wird ihre eheliche Gemeinschaft immer tiefer. Nichts lässt ihre Herzen so zusammenwachsen wie das gemeinsame Bitten und Empfangen, das gemeinsame Beten um Gottes Beistand in ihrem gemeinsamen Zeugnis. Jeder, der mit seiner Frau ein regelmäßiges Gebetsleben führt – und das ist etwas anderes als bloß das Tischgebet und das Gute-Nacht-Gebet –, weiß das. Er weiß auch, dass er nicht regelmäßig mit seiner Frau betet, weil er darin eine gute Methode sieht, um in der Ehe glücklich zu werden. Er sucht dabei etwas ganz anderes, er sucht Gottes Reich und seine Gerechtigkeit. Dabei fällt ihm aber all das, was er gar nicht gesucht hat, auch zu (Mt 6,33).

Benedikt Peters – Kommentar zu 1. Petrus

Jetzt werden die Ehemänner hinsichtlich ihrer häuslichen Pflichten ermahnt. „Gleicherweise“ weist auf die ganze Abhandlung über die Unterwürfigkeit hin. Das Eheband ist kein Hundehalsband um den Hals der Ehefrau mit dem Effekt, daß sie nur darauf wartet, den nächsten Befehl auszuführen. Was die Ordnung im Hause angeht, so muß es eine höchste Autorität unter Gott geben. Da der Mann für alle Dinge in seinem Hause Gott gegenüber verantwortlich ist, so wird ihm als den Haupt eine gewisse Autorität übertragen. Was die Harmonie im Hause anbelangt, so ist gegenseitige Rücksichtnahme erforderlich, wie Paulus es in Eph 5,21-23 ausdruckt: „einander unterwürfig in der Furcht Christi“.
Die Ehemänner sollen, bei ihnen „wohnen“. Das Wort ist suniokes, wörtlich „zusammen wohnen“ oder „zusammen ein Haus benutzen“, in jeder Beziehung eines gemeinsamen Familienlebens. In allem soll der Mann für die Sicherheit seiner Frau sorgen, indem er die notwendigen Initiativen ergreift. Dies schließt körperliche, seelische und materielle Sicherheit ein.
Hier richtet sich zwar nur ein Vers an die Ehemänner, aber die Auswirkungen sind tief und in der Tat weitreichend. Paulus weist auf die ursprüngliche Verbindung zurück und stellt mit Betonung fest, daß es gerade der Mann ist, der die führende Rolle in der Liebe, im Verlassen der Eltern und Anhangen spielt (Eph 5,25-33). Die beständige Praxis des Zusammenlebens soll „nach Erkenntnis“ geschehen. Dies ist nicht auf das körperliche Verhältnis beschränkt, sondern es ist ein Wissen, das beständig versucht, besser kennenzulernen. Da der Ehemann seine Frau mehr und tiefer verstehen lernt, sollten anfängliche Ungewißheiten und Befürchtungen zerstreut werden, da er ihren Bedürfnissen in geistlicher Weise, seelischer, physischer und materieller Hinsicht dient. Die Frau wird als „das schwächere Gefäß“ angesehen, sicher nicht schwächer in irgend einem anderen Sinn als dem körperlichen. Eine Debora, die das Heer Israels anführte, eine Maria, die dem Kreuz des Verachteten gegenüberstand und eine Priszilla, die dem mächtigen Apollos die Schriften öffnete, können schwerlich als Frauen mit schwachem Willen, Geist oder Verstand bezeichnet werden. Es geht vielmehr um liebevolle Zuwendung und Sorge, wie Paulus es formuliert. Der Mann soll der Beschützer seiner Frau vor geistlichen, moralischen und körperlichen Gefahren sein und soll ihre Furcht durch seine Gegenwart beruhigen.
In einer Ehe ergänzen sich Mann und Frau im Idealfalle. Wenn beide gläubig sind, werden die Gaben und Fähigkeiten des einzelnen zusammengebracht, um einen harmonischen Beitrag für das Haus und weiter darüberhinaus zu leisten. Der Ehemann soll seine Frau ehren wie es ihrem großen und kostbaren Wert entspricht. Er soll anerkennen, daß sie wechselseitig Erben der Gnade des Lebens sind. Hier geht es also um Gläubige. Während sie nun auf Erden als Ehemann und Ehefrau leben, so gibt es „eine Beziehung durch Gnade, die niemals vergehen soll “ (W.Kelly). In diesem Verhältnis gibt es keine Unterscheidung hinsichtlich Geschlecht oder gesellschaftlicher Stellung. Die Perspektive der Ewigkeit vergrößert den Wert jeder Beziehung, indem sie diese über das Zeitliche und Vergängliche hinaushebt.
Das Gebet ist die zusammenhaltende Kraft, die das Haus und die Familie zusammenbindet: Gebet füreinander und Gebet für die Lasten und Nöte des anderen. Es ist eine äußerst schwierige Angelegenheit, ungelöste Fragen zwischen Ehemann und Ehefrau stehen zu haben, wenn diese sich gemeinsam zum Gebet niederbeugen. Der Feind versucht beständig, Gebete zu verhindern. Er hat tausend Tricks auf Lager, von denen einer das Säen von Zwietracht zwischen den Ehepartnern ist. Jede Anstrengung ist zu unternehmen, wobei dem Mann die führende Rolle zufällt, da er Haupt und Priester des Hauses ist, den Familienaltar in Liebe und Achtung aufrecht zu erhalten.
Es ist höchst bedeutsam, das Verhältnis zwischen Gebetsleben und der Liebe zwischen Ehemann und Frau zu erkennen. Eins kann das andere rückwirken. Dieser ganze Abschnitt läßt die Bedeutung eines ausgewogenen Lebens erkennen, wo die göttliche Ordnung in allen Aspekten und Bereichen des täglichen Lebens befolgt wird.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Bezüglich der Ehemänner erwähnt Petrus zwei Verantwortungen. Erstens sollen sie mit Einsicht bei ihren Ehefrauen wohnen. Der Ausdruck ebenso verbindet diesen Vers mit dem vorhergehenden. Genau, wie Ehefrauen sich ihren Ehemännern unterordnen müssen, haben sich Ehemänner dem Herrn unterzuordnen und ihre Unterordnung dadurch zu zeigen, dass sie für die Bedürfnisse ihrer Ehefrauen sorgen. Das Wort wohnt steht in der Gegenwart und betont eine beständige Pflicht. Die griechische Form des Wortes, das nur in diesem Vers vorkommt, vermittelt dieselbe Idee wie das hebräische Konzept des »Erkennens«. Sie bezeichnet »intime Kenntnis«; »sexuelles Erkennen«. Dieses Wort wird in der Septuaginta fünf Mal gebraucht (5Mos 22,17; 24,1; 25,5; Spr 19,14; Jes 62,5). Es bedeutet, »als Ehemann und Ehefrau zusammen zu leben«; »gemeinsam zu wohnen«. Diese Erkenntnis hat mit sexuellen Beziehungen zu tun. Das Wohnen bezieht sich hier darauf, mit ihren Ehefrauen nach der Erkenntnis sexuell zu wohnen. Während sich das Wort Erkenntnis auf Einsichten über die Ehe im Allgemeinen beziehen mag, betont es im Kontext dieses Satzes die körperlichen Aspekte dieses Erkennens. Der Ehemann hat sexuell mit seiner Frau zu leben – nach der Erkenntnis über die Erfüllung der sexuellen Bedürfnisse der Ehefrau.

Die zweite Verantwortung der Ehemänner ist, dass der Ehemann seine Frau ehren muss. Das Wort Ehre geben in seiner griechischen Form wird nur hier und nirgendwo sonst gebraucht. Es bedeutet »zuweisen oder zuteilen«. Auch dieses Wort steht in der Gegenwartsform und betont die beständige Pflicht des Ehemannes, seine Frau zu ehren. Die Ehefrau soll in die Unterordnung hineingeliebt, nicht hineingezwungen werden. Der Ehemann muss seine Frau ehren, und zwar auf zwei Arten. Erstens muss er ihr als dem schwächeren Gefäß Ehre erweisen. Weil sie das schwächere Gefäß ist, muss er sie beschützen. Das Leben des Ehemannes mit seiner Ehefrau sollte sich darauf gründen, dass sie sich bewusst als das schwächere Gefäß akzeptiert. Der Abschnitt sagt nicht, dass sie schwach ist; er bezeichnet sie als schwächer. Vor Gott sind sowohl Mann als auch Frau Gefäße, und beide sind schwach. Im körperlichen Bereich jedoch ist ein Mann im Allgemeinen stärker als eine Frau; die Frau ist das schwächere Gefäß. Hier meint Petrus mit ihrem schwächeren Zustand die körperliche, nicht die geistliche Verfassung. Im Griechischen ist das schwächere Gefäß »[ehe-]fraulich«. Das Ehren beinhaltet Schutz. Zweitens müssen Ehemänner ihren Ehefrauen Ehre erweisen, weil sie Miterben der Gnade des Lebens sind. Die Ehefrau ist in den geistlichen Facetten der Errettung die Partnerin des Ehemannes. Während die Frau bezüglich der Autorität schwächer ist, weil sie ja unter der Autorität ihres Ehemannes steht, ist sie ihrem Mann bezüglich der geistlichen Privilegien absolut gleichgestellt. Nach Darstellung der beiden Arten, auf die ein Ehemann seiner Ehefrau Ehre erweisen muss, nennt Petrus den Grund, sie zu ehren: damit eure Gebete nicht verhindert werden. Das Wort damit verweist sowohl auf das Ergebnis, als auch auf den Zweck. Wenn der Ehemann seine Ehefrau nicht ehrt, hat das Auswirkungen auf sein Gebetsleben. Das Wort verhindern bedeutet, dass das Gebet nicht vor den göttlichen Thron aufsteigt. Somit wirkt sich die Partnerschaft zwischen Ehemann und Ehefrau auf zwei Arten aus: Erstens sind sie Partner im körperlichen Bereich, weil sie gemeinsam Kinder hervorbringen; zweitens sind sie Partner im geistlichen Bereich, weil sie beantwortete Gebete hervorbringen

Arnold Fruchtenbaum – Die Petrusbriefe

Gott wird [sie] verurteilen

Die Ehe sei geehrt in allem, (O. unter allen) und das Bett unbefleckt; Hurer aber und Ehebrecher wird Gott richten.
Elberfelder 1871 – Hebräer 13,4

Die Ehe soll von allen geachtet werden. Ihr dürft das Ehebett nicht durch Untreue beflecken; denn Gott wird alle verurteilen, die Unzucht treiben und Ehebruch begehen.
Gute Nachricht Bibel 2018 – Hebräer 13:4

Die Ehe soll bei allen in Ehren gehalten werden; es darf zwischen Mann und Frau keinerlei Untreue geben. Denn wer unmoralisch lebt oder Ehebruch begeht, den wird Gott richten.
Neue Genfer Übersetzung – Hebr 13,4

Hebräer 13 hatten wir ja schon einige Verse: 5, 6, 8 , 15, 16, 17,

Die wahre Bruderliebe und die Erhaltung der Reinheit und Heiligkeit der Ehe sind in einer nichtchristlichen Umwelt das stärkste Zeugnis der Gläubigen. Das hat auch der lateinische Kirchenvater Tertullian sehr stark empfunden, wenn er uns berichtet, daß die Heiden selber von den Christen sagen: „Siehe, wie sie sich untereinander lieben und wie einer für den anderen zu sterben bereit ist.“ Und er fährt dann fort: „Und so haben wir, die wir nach Geist und Seele innigst verbunden sind, keine Bedenklichkeit hinsichtlich der Mitteilung unserer Habe. Alles ist bei uns gemeinschaftlich, nurnicht die Frauen. In diesem Punkt, welcher der einzige ist, worin die übrigen Menschen Gemeinsamkeit haben, lösen wir die Gemeinsamkeit.“ Erst im Leben des Christen, in der wiederhergestellten Gemeinschaft des Menschen mit Gott, erhält die Ehe ihre ursprüngliche Heiligkeit als Schöpfungsordnung Gottes (Mt 19, 3–9) zurück. Die Christusgemeinschaft bewirkt im Menschen keine leibfeindliche Einstellung, sondern befreit ihn erst zum vollen Ja zu seiner erlösten Geschöpflichkeit (vgl. Eph 5, 22–33). Wird die Ehe durch Unzucht und Ehebruch angetastet, so wird damit Gottes Gebot und Ordnung übertreten (1 Mo 1–2). Weil der Apostel weiß, daß der sittliche Zerfall und die geschlechtliche Zügellosigkeit der nichtchristlichen Umwelt auch in die Reihen der Gemeinde Eingang zu finden suchen (vgl. 1 Ko 5, 1), warnt er nachdrücklich vor sittlichen Verfehlungen: Ehrbar sei die Ehe bei allen und das Ehebett unbefleckt, denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten. Er weiß, wieviel Sünde im Verborgenen geschieht, die nie vor einem menschlichen Gericht geahndet wird. Aber Gott hat die Macht, auch über die verborgenen Sünden zu richten, und er wird es an seinem Tag tun.

Wuppertaler Studienbibel

Die Verpflichtung der Bruderliebe schließt auch eine Berufung in sich, in ehelicher Beziehung ehrbar und reinlich zu leben; denn sexuelle Maßlosigkeit führt unweigerlich zu Unrecht gegen den Bruder (vgl. 1Thess 4,6). Also muss »die Ehe in Ehren gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt«. Die Ehe ist eine heilige Ordnung, die Gott selbst eingesetzt hat (vgl. 1Mose 1,28; 2,24; Mt 19,4-6). Niemand hat das Recht, diese Gabe Gottes zu beflecken, im Gegenteil. Als Gabe Gottes muss sie dankbar empfangen und treu wahrgenommen werden. Wenn auch die bürgerliche Gesellschaft jeweils versucht ist, in der Strenge der biblischen Eheforderungen nachzulassen, das Wort Gottes bleibt in Geltung! Vergehen im Bereich der Ehe werden denn auch von Gott bestraft; »denn die Unzüchtigen und die Ehebrecher wird Gott richten«. Während der »Ehebrecher« das exklusive Band der Ehe bricht, ist der »unzüchtig«, der im Allgemeinen die Gabe der Sexualität missbraucht, weil er sie als Dienerin zur Befriedigung höchst persönlicher Gelüste einsetzt. Beide Handlungsweisen rufen das Gericht Gottes herbei; denn daran werden wir auch von dem Apostel Paulus erinnert, dass Leute, die solches betreiben, das Reich Gottes nicht ererben werden (1Kor 6,9f.; vgl. Eph 5,5ff.; Kol 3,5.6).

Gerhard Maier – Edition C

Hurerei
Hurerei ist ein krasser Verstoß, eine Auflehnung gegen Gottes Schöpfungsordnung und damit eine Missachtung seiner Autorität. Gott hat zum Wohl und Segen der Menschheit im Garten Eden die Ehe eingesetzt: das „offizielle“ Zusammenleben von Mann und Frau in einer unauflöslichen Verbindung.
Wir leben heute in einer Zeit, in der man sich in vielen Bereichen frivol über Gottes Schöpfungsordnung hinwegsetzt. Ehebruch und Hurerei sind „normal“ und salonfähig geworden. Hurerei – darunter fällt im biblischen Sinn jede Form von außerehelichem Geschlechtsverkehr (vgl. Jud 7). Umso dringlicher in einem solchen Umfeld sind für uns die ernsten Appelle: „Flieht die Hurerei!“ (1 Korinther 6,18) und: „Die Ehe sei geehrt in allem, und das Ehebett unbefleckt; denn Hurer und Ehebrecher wird Gott richten“ (Heb 13,4).

Im Glauben leben 2022

Die vierte soziale Pflicht, die Heiligkeit der Ehe, steht in Vers 4: Die Ehe sei ehrbar in allem. Das bedeutet, dass der/die Verheiratete seiner Partnerin/ihrem Partner treu sein muss: das Ehebett [sei] unbefleckt. Das griechische Wort, das hier für Bett steht, ist nicht das übliche griechische Wort für Bett, sondern es steht hier tatsächlich coite, woraus der Begriff Koitus entstand. Es geht hier nicht so sehr um das Bett selbst, sondern um die sexuelle Vereinigung von Eheleuten auf dem Bett. Es geht um sexuelle Reinheit, denn Gott wird die Unzüchtigen und Ehebrecher richten.

Arnold Fruchtenbaum – Der Hebräerbrief

Von Gastfreundschaft geht der Schreiber jetzt zu Heiligkeit über. Es gibt natürlich eine Gedankenverbindung zwischen beiden: Wenn wir gastfrei sein sollen, indem wir andere Heilige an der Gemeinschaft in unseren Häusern teilhaben lassen, dann ist es unbedingt erforderlich, daß unsere Häuser von Heiligkeit gekennzeichnet sind. Es sollte keine Einschränkung geben, wenn es darum geht, unsere Häuser anderen zu öffnen. Wir sollten uns nicht davor fürchten müssen, daß in unseren Häusern etwas entdeckt wird, was mit unserem Bekenntnis als Christen nicht übereinstimmt.
  Der Hinweis auf die Ehe und die eheliche Reinheit ist wahrscheinlich mehr eine Anweisung als eine Feststellung. Er ermahnt vielmehr, die Ehe und das Ehebett (Rev. Elberf) in jeder Beziehung in Ehren zu halten. Gläubige unserer Zeit werden genauso wie Heilige jener Zeit ermuntert, sowohl der Einrichtung der Ehe als auch der Reinheit des Ehestandes größte Wertschätzung entgegenzubringen. „Die Ehe werde in Ehren gehalten“ (siehe J.N. Darby und vgl. auch RV). Gott beabsichtigte von Anfang an, seitdem menschliches Leben und eine menschliche Gesellschaft bestehen, eine lebenslange Vereinigung eines Mannes mit einer Frau. Dies bildete den göttlich bestimmten Weg, um Ordnung und Reinheit in der Menschheit aufrechtzuerhalten. Dabei war nicht an Polygamie gedacht. Es ging auch nicht um Scheidung, doch für Juden wurde diese schließlich durch die liberalen Lehren gewisser rabbinischer Schulen erleichtert, und für Heiden ebneten ihr die ausschweifenden Praktiken einer von Freizügigkeit bestimmten Gesellschaft ebenfalls den Weg.
  Die Einrichtung der Ehe ist älter als das Christentum oder das Judentum. Sie ist so alt wie die Menschheit. Es ist überaus bedeutsam, sich daran zu erinnern. In einer Welt, welche die Ehe verachtet und damit leichtfertig umgeht, müssen Gläubige sie in Ehren halten. Wenn es sich die gelehrten Richter der Welt heute bei Scheidungen und der Lösung ehelicher Beziehungen derart einfach machen, darf das für den Gläubigen nicht maßgebend sein (die gleichen Gerichte billigen die Trauung homosexueller Partner!). Die Ehe wird fürs Leben geschlossen: „Bis der Tod euch scheidet“. Die Wiederverheiratung desjenigen, der bereits verheiratet war und geschieden ist, bedeutet Ehebruch. Die einzige von unserem HERRN anerkannte Ausnahme war in der jüdischen Kultur jener denkbare Fall, wo Hurerei auf seiten der Verlobten beim Vollzug der Ehe offenbar wurde. Solch eine in Unzucht verstrickte Frau konnte entlassen werden, was mit 5Mo 24,1-2 übereinstimmt (siehe Mt 5,32; 19,9). Zur Unkeuschheit einer Verlobten konnte es leider kommen. Denken wir an die Furcht Josephs in Mt 1,18-19. Beachten wir, daß Hurerei und Ehebruch nicht gleichbedeutend sind. Ehebruch erforderte den Tod, nicht Scheidung (5Mo 22,22).
 In einer solchen durcheinandergeratenen Welt verlangt den Gläubigen daher danach, rein zu sein. Weder das auferlegte priesterliche Zölibat auf der einen noch moralische Freizügigkeit auf der anderen Seite stimmen mit der göttlichen Absicht überein. Die Ehe werde in Ehren gehalten. Sowohl das Band der Ehe als auch das Ehebett erfreue sich größter Wertschätzung. Lassen wir Keuschheit und Heiligkeit in unseren Häusern regieren.
  Die beiden Wörter, die wir bereits zur Kenntnis genommen haben, Hurerei und Ehebruch, werden jetzt in diesem Vers zusammen erwähnt. Damit wird bestätigt, was wir festgestellt haben: Sie sind als Begriffe nicht gleichbedeutend und austauschbar. „Hurer … und Ehebrecher wird Gott richten.“ Gläubige gehören einer solchen unreinen Welt nicht an. Wir zitieren wiederum J.N. Darby: „Die Welt geht dahin, und ich gehöre nicht zu ihr“.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Dein Herz weiche nicht ab zu ihren Wegen, verirr dich nicht auf ihren Pfaden,

Denn viele Erschlagene hat sie niedergestreckt, und zahlreich sind alle ihre Ermordeten.
Elberfelder 1871 – Sprüche 7,26

Nun denn, ihr Söhne, hört auf mich und gebt acht auf die Worte meines Mundes! Dein Herz weiche nicht ab zu ihren Wegen, verirr dich nicht auf ihren Pfaden, denn viele sind der Erschlagenen, die sie hingestreckt, und zahlreich sind die, die sie getötet hat.
Die Philippson-Bibel – Sprüche 7:24–26

Nimmer schweife ab zu ihren Wegen dein Herz,
nimmer verirr dich auf ihre Steige!
Denn viele sind die Durchbohrten, die sie gefällt hat,
eine mächtige Schar alle von ihr Erwürgten.
Buber & Rosenzweig 1976 – Spr 7,25–26

Es gibt eigentlichkein Thema, dass die Bibel nicht anscheidet. In Sprüche 7 geht es um die Verführungskünste einer unsittlichen Frau. Und ja, auch solche Frauen gab es wohl zu allen Zeiten auch unter „Gottes Volk“.

Der Grund für die Ermahnung in Vers 24-25 wird in den Versen 26 – 27 genannt. Viele andere sind bereits ein Opfer dieser Versuchung geworden. Wer sich in ihr Haus begibt (und mit ihr ins Bett geht), der begibt sich auf den schnell hinabführenden Weg ins Grab und in den Tod (vgl. Sprüche 2,18-19;5,5;9,18 ). Ein junger Mann, der sich auf das Gebiet verbotener Sexualität begibt, kann durch die Strafe sterben, die ihm der betrogene, zornige Ehemann zumißt, oder er kommt durch eine Geschlechtskrankheit um, oder er geht an der geistlichen und seelischen Pein zugrunde.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Dieses Kapitel illustriert auf ernsteste Weise, welche Gefahr die fremde Frau für den jungen Sohn der Weisheit darstellt. Es geht um eine echte Jagd nach der Seele (vergleiche Kapitel 6,26). Diese unreine, leidenschaftliche und unbändige Frau liegt auf der Lauer. Sie tarnt ihre verderblichen Absichten mit einem religiösen Deckmantel (Vers 14). Sie ist bald hier, bald da, und die Nacht hilft ihr, auf ihr Opfer zu lauern. Ihre Waffen sind: schmeichelnde Worte und Augenaufschlag (Kapitel 2,16; 5,3; 6,25). Ihr Opfer: ein leichtsinniger, untätiger Jüngling, der im voraus besiegt ist, weil er keinen Willen besitzt und von seinen Sinnen beherrscht wird.
Die Szene wickelt sich rasch ab: unwissend, dumm, „ging er ihr auf einmal nach“ (Vers 22). Die Schlinge des „Vogelstellers“ – d.h. Satans – hat ihn alsbald eingeschlossen (Vers 23; Psalm 91,3). Zu spät, er kann nicht mehr zurück; er hat das Vergnügen eines Augenblicks, aber mit welchem Preis bezahlt! Denn „es gilt sein Leben“… und er wusste es nicht. Ihr seid gewarnt worden, junge Christen, und seid deshalb noch mehr verantwortlich. Aber ihr wisst auch, wo die Hilfe zu finden ist: „Wodurch wird ein Jüngling seinen Pfad in Reinheit wandeln? Indem er sich bewahrt nach deinem Worte“ (Psalm 119,9). Denkt über das Beispiel Josephs und seine standhafte Haltung nach (1 Mose 39,9). Und ruft in der Stunde der Gefahr zu dem, der jederzeit denen „zu helfen vermag, die versucht werden“ (Hebräer 2,18).

Jean Koechlin – . Ährenlese im Alten Testament

Der vorangehende Abschnitt (6,20-35) warnt ebenso vor dem Ehebruch wie der heutige, doch weniger eindrücklich. Die lebhafte Szene in Kapitel 7 taugt zum Drehbuch für einen Kinofilm: Eine „Femme Fatale“ verdreht einem Naivling den Kopf. Da verschwimmen schnell die klaren Maßstäbe. Und alles spielt sich vor den Augen des Weisen ab, der durchs Fenster auf die Straße blickt. Wer mit der heutigen übersexualisierten Gesellschaft irgendetwas plausibel machen möchte, scheitert an dieser uralten Novelle. Immerhin war bei einer Emnid-Umfrage letztes Jahr für 82 % Treue wichtiger als ein aufregender Seitensprung.
Eine Besonderheit liegt in Vers 14: Die Reste eines Dankopfers mussten binnen zwei Tagen verzehrt werden. Die Religion dient hier nicht als Schutz vor Unmoral, sondern wird als Lockmittel missbraucht. Ein ernster Warnhinweis, wenn etwa die Seelsorge zu eng wird und sich zum Deckmäntelchen für anderes wandelt.
Das Motiv für die ernste Warnung steht leicht versteckt in Vers 23: Dem Jüngling ist nicht klar, dass es um sein Leben geht. Entschuldigungen verwenden oft die Formeln „bloß“, „nur“ und „mal eben“. Doch es geht um mehr als einen schönen Abend. Es könnte die ganze Seele kosten, das ganze Leben vergiften. Und so schön kann der Abend gar nicht werden, dass sich das lohnt!

ERF – Die Sprüche

Zum dritten Mal ruft Salomo den jungen Menschen zum Wort Gottes zurück (V. 1-5), denn das Halten der Gebote Gottes ist eine Frage von Leben und Tod. Die Ehebrecherin lebt in einer Sackgasse: „Ihr Haus ist der Weg zur Hölle, der hinabführt in die Kammern des Todes“ (V. 27).

Die bekannte Formulierung „Apfel deines Auges“ (V. 2) bezieht sich auf die Pupille des Auges, die die Alten für eine Kugel wie einen Apfel hielten. Wir schützen unsere Augen, weil sie für uns wertvoll sind, und so sollten wir auch Gottes Wort ehren und schützen, indem wir ihm gehorchen. Sexuelle Sünde beginnt oft mit undisziplinierten Augen und Händen (Mt 5,27-30), aber der Kern des Problems ist … das Herz (Spr 7,2-3). Wenn wir Gottes Weisheit so lieben, wie wir die Menschen in unserer Familie lieben, würden wir das Haus der Hure nicht besuchen wollen.

Dieses Kapitel beschreibt anschaulich einen naiven jungen Mann, der in die Falle der Ehebrecherin tappt. Beachten Sie die Schritte, die zu seinem Verderben führen.

Er führt sich selbst in Versuchung (V. 6-9). Man hat den Eindruck, dass dieser junge Mann entweder furchtbar dumm oder sehr stolz ist, überzeugt davon, dass er mit der Sünde spielen und damit durchkommen kann. Aber er führt sich nur selbst in Versuchung und steuert auf Schwierigkeiten zu. Zunächst einmal ist er nachts unterwegs („in der Finsternis wandeln“ – siehe 2,13; Johannes 3,19-21; 1. Johannes 1,5-7), und er geht absichtlich in die Nähe des Ortes der Versuchung und der Gefahr. Er beachtete den weisen Rat des Herrn nicht: „Entferne dich von ihr, und geh nicht zur Tür ihres Hauses“ (5:8, NKJV). Gottes Wort hatte seine Füße nicht im Griff (3:26; 4:27).

In den mehr als vierzig Jahren meines Dienstes habe ich viele traurige Geschichten von Menschen gehört, die sich der sexuellen Sünde hingegeben haben und darunter sehr gelitten haben; in fast jedem Fall haben sich die Menschen bewusst in die Versuchung und Gefahr begeben. Anders als Hiob schlossen sie nicht „einen Bund mit [ihren] Augen, kein Mädchen lüstern anzuschauen“ (Hiob 31:1, NIV), noch folgten sie dem Beispiel Josefs und flohen vor der Versuchung (1. Mose 39:7ff; 2. Tim. 2:22). Wir können nichts dafür, dass wir in Versuchung geraten, aber wir können sehr wohl dafür sorgen, dass wir uns selbst in Versuchung führen.

Er wird von der Frau in Versuchung geführt (V. 10-20). Wie die tödliche Spinne im Netz beobachtete die Frau am Fenster, bereit, sich auf ihre Beute zu stürzen. Sie war die Frau eines Mannes, aber wenn er nicht in der Stadt war, kleidete sie sich wie eine Prostituierte, um die Männer anzulocken, die nach ihren Diensten suchten (1. Mose 38,14-15; Hesek. 16,16). Während ihr Mann weg war, sah sie keinen Grund, warum sie nicht etwas Geld verdienen und sich gleichzeitig amüsieren sollte. Sie hatte auf der Straße nach Opfern gesucht (Spr. 7:11-12), aber jetzt kam einer direkt vor ihre Tür!Sie ertappte ihn (1. Mose 39,12), küsste ihn (Spr 5,3) und überzeugte ihn, dass es für ihn ein günstiger Zeitpunkt war, sie zu besuchen. Bevor sie die Stadt verließ, war ihr Mann mit ihr in den Tempel gegangen, wo er ein Friedensopfer dargebracht hatte (Lev. 7:11-21), und sie hatte noch etwas von dem Fleisch zu Hause. Sie würde ihm ein Festmahl zubereiten, das er nie vergessen würde. „Das ist der Weg einer ehebrecherischen Frau: Sie isst und wischt sich den Mund ab und sagt: ‚Ich habe nichts Böses getan'“ (Spr 30:20, NKJV).

Sie appelliert an das männliche Ego des jungen Mannes, indem sie ihm schmeichelt und ihn glauben lässt, er sei für sie etwas ganz Besonderes. Was sie ihm anbietet, würde sie niemals einem anderen anbieten! Sie appelliert an seine Fantasie, indem sie ihm ihr wunderschönes Bett und die teuren Gewürze beschreibt, die es parfümieren. Sie versichert ihm, dass niemand davon erfahren wird (außer, dass jemand zuschaut, 7:6) und dass ihr Mann erst in einigen Tagen nach Hause kommen wird. Sie haben viel Zeit, sich zu vergnügen.

Er führt den Herrn in Versuchung (V. 21-27). Wenn wir beten: „Führe uns nicht in Versuchung“ (Mt 6,13), wissen wir, dass Gott uns nicht in Versuchung führt (Jakobus 1,13-16); dennoch können wir uns selbst, andere und sogar Gott in Versuchung führen (Ex 17,1-7; Num 14,22; Dtn 6,16; Ps 78,18, 56; 1. Korinther 10,9). Wir führen Gott in Versuchung, wenn wir ihm absichtlich nicht gehorchen und uns in Situationen begeben, die so schwierig sind, dass nur Gott uns retten kann. Es ist, als ob wir ihn „herausfordern“, etwas zu tun.

Der Junge beschloss plötzlich, der Frau zu folgen, und als er das tat, begann er, sich wie ein Tier zu verhalten. Er war nicht länger ein junger Mann, der nach dem Ebenbild Gottes geschaffen war, sondern ein Ochse, der zur Schlachtbank geht, oder ein Vogel, der in die Falle geht. Der Mensch ist das einzige Geschöpf in Gottes Schöpfung, das sich aussuchen kann, was für ein Geschöpf es sein will. Gott will, dass wir Schafe sind (Ps 23,1; Joh 10; 1 Petr 2,25), aber es gibt auch andere Möglichkeiten, wie Pferde oder Maultiere (Ps 32,9) oder sogar Schweine und Hunde (2 Petr 2,22). Wenn wir außerhalb des Willens Gottes leben, verlieren wir unsere Vorrechte als Menschen, die nach seinem göttlichen Bild geschaffen wurden.

Indem er in ihr Haus, zu ihrem Tisch und in ihr Bett ging, verstieß der junge Mann vorsätzlich gegen Gottes Gesetz, aber der Herr griff nicht ein. Er erlaubte dem jungen Mann, seinen sinnlichen Gelüsten nachzugeben und die Konsequenzen zu tragen. Gott hätte ihn aufhalten können, aber er tat es nicht, denn das Wort sagt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen“ (Mt 4,7; Dt 6,16). Wenn der Junge, anstatt den Herrn zu versuchen, zum Herrn aufgeschaut und sich an sein Wort erinnert hätte (Spr 7,24), nach innen geschaut und sein Herz auf Gottes Wahrheit gerichtet hätte (V. 25), und hätte er vorausgeschaut, um die schrecklichen Folgen seiner Sünde zu erkennen (V. 26-27), hätte er sich umgedreht und wäre aus den Klauen der Hure geflohen.

Die heutige Gesellschaft belächelt die sexuelle Sünde nicht nur, sie billigt sie sogar und fördert sie. Perversionen, deren bloße Erwähnung die Menschen vor fünfzig Jahren schockiert hätte, werden heute offen diskutiert und sogar zum Thema von Romanen, Filmen und Fernsehserien gemacht. Was Paulus zu seiner Zeit gesehen und in Römer 1,18-32 beschrieben hat, ist heute offensichtlich, aber die Menschen nehmen es übel, wenn man diese Praktiken „Sünde“ nennt. Schließlich „machen es ja alle“.

Aber das Evangelium ist immer noch „Gottes Kraft zur Rettung“ (Röm 1,16), und Christus kann immer noch das Leben der Menschen verändern (1 Kor 6,9-11). Für Christen reicht es nicht aus, gegen das Böse zu protestieren; wir müssen auch das Gute praktizieren (Mt 5,13-16) und die gute Nachricht verkünden, dass Sünder in Christus zu neuen Geschöpfen werden können (2 Kor 5,17).

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series

Erfreue dich …

Deine Quelle sei gesegnet, erfreue dich an der Frau deiner Jugend! (Pred 9,9)
Elberfelder Bibel 1985 – Sprüche 5,18

Erfreue dich an deiner Frau, die du als junger Mann geheiratet hast.
Hoffnung für alle – 1996 – Sprüche 5:18

Möge sich dein Wasserquell als gesegnet erweisen, und freue dich mit der Ehefrau deiner Jugend,
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Sprüche 5,18

Ist dieser Schöpfer nicht ein liebevoller Gott? Hat Mann und Frau erschaffen – und will eigentlich, dass diese beiden Menschen miteinander glücklich sind! Keine Regeln, keine Gesetze, außer Treue zueinander! Und deshalb ist „sein Wunsch“ dass wir mit unserer „ersten Beziehung“ wirklich glücklich werden. Aber im Laufe der Zeit gab es viele unterschiedliche zusätzliche Regeln, so dass wir heute erst mit unserem „letzten Partner“ glück werden können – aber das liegt nicht am Schöpfer, sondern an unserer zusätzlichen Regeln. Schau dir die Geschichte mit Adam und Eva an – keine Eheregeln, außer Treue! Schau dir Noah und seine Frau an – keine Eheregeln, außer Treue! Schau dir den „Vater des Glaubens“ Abraham an – keine Eheregeln, außer Treue!

5,18 Quelle Dieses Bild kann sich sowohl auf männliche als auf weibliche Sexualität beziehen. Egal worauf es letztlich abzielt, so ist der Gedanke doch eindeutig.
5,19 Brüste … Lust und Freude bereiten (S. z.B. Hld 1,13; 4,5; 7,4).
in den Bann ziehen Der hebräische Begriff šāgāh hat hauptsächlich eine negative Bedeutung wie etwa in „vergehen“ (3.Mose 4,13). Er bedeutet in Bezug auf Trunkenheit z.B. „taumeln“ (Jes 28,7). Hier ist er aber positiv besetzt wie auch in Hohelied 1,2, wo der Kuss besser als Wein schmeckt und jemanden in seinen Bann ziehen kann, oder in Hohelied 5,1, wo die sexuelle Vereinigung mit dem Trinken von Wein verglichen wird und besagt: „Esst, [meine] Freunde, trinkt und berauscht euch an der Liebe!“

Reformations-Studien-Bibel

5:18-19 Die Sprüche fordern unverblümt dazu auf, die Erfüllung in der sexuellen Intimität der Ehe zu suchen (Lass ihre Brüste dich allezeit mit Wonne erfüllen … sei berauscht), als dem Beziehungskontext, in dem diese Begierden zu Recht gefördert werden, zum Vergnügen (Freue dich an der Frau deiner Jugend) und zum Wohl (Lass deinen Brunnen gesegnet sein) von Mann und Frau. (Zu „berauscht sein“ siehe ESV-Fußnote: Hb. „in die Irre geführt werden“ – d.h. im Sinne von „mitgerissen werden“ von der Freude an seiner Frau.)

Die ESV Studienbibel

Biblische Sexualität. Es ist ein Schock für die Welt, dass Gottes Wort so offen über Sex spricht. Er ist ein Geschenk Gottes, das sowohl der Fortpflanzung als auch dem Vergnügen dient, und zwar innerhalb der Grenzen der Ehe. Diejenigen, die sich weigern, sexuelle Intimität innerhalb der Grenzen des Ehebettes zu halten, werden die Konsequenzen ihres Handelns tragen (V. 20-23). Es ist interessant, dass ein Mann und eine Frau innerhalb ihrer Ehe tausende Male sexuellen Verkehr haben können, ohne Angst vor AIDS oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu haben.

Die Evidenzbibel: Unwiderlegbare Beweise für den denkenden Verstand, Anmerkungen

In den Sprüchen warnt der weise Lehrer naive junge Männer häufig davor, sich den Versuchungen der Sexualität außerhalb der Ehe auszusetzen (2:16-22; 5:1-23; 6:20-7:27). Auch wenn ein junger Mann andere Frauen körperlich attraktiv und verführerisch findet, sind die Folgen, wenn er diesen Versuchungen nachgibt, schrecklich: Seine Familie und seine beruflichen Ambitionen könnten zerstört werden. Die Sprüche lehren die jungen Männer, eine starke Beziehung zu ihren eigenen Frauen zu pflegen. Ihnen wird geraten, gesunden ehelichen Sex zu haben, anstatt mit anderen Frauen zu schlafen (5:15-20). Obwohl die Sprüche ursprünglich geschrieben wurden, um junge Männer zu unterrichten, können die Leserinnen in denselben Kategorien denken und die gleichen wichtigen Themen berücksichtigen.
Von Anfang an ist die Ehe heilig und ein angemessener sexueller Ausdruck ist ein wichtiger Bestandteil der Ehe (Gen 2,23-25). Der Sündenfall verursachte einen Bruch in allen Beziehungen, zuerst zwischen Gott und den Menschen und dann zwischen Mann und Frau (Gen 3). Die Trennung zwischen Adam und Eva drückte sich in ihrer Sexualität aus; sie konnten nicht mehr nackt im Garten stehen, ohne sich zu schämen. Die Sprüche fordern junge Männer und Frauen auf, die Schönheit der ehelichen Liebe zurückzuerobern und ihre Heiligkeit so zu bewahren, wie Gott, der weise Schöpfer, sie vorgesehen hat.

New Living Translation Study Bible

Die Worte „Freue dich mit der Frau deiner Jugend“ sind ein Gebot und eine Ermutigung, sich an der gegenseitigen Freude an der ehelichen Liebe zu erfreuen. In der Tat ist die Freude im Ehebett von Gott gesegnet (siehe Lied; Hebr. 13,4).

Die Nelson Studienbibel

Die Verse im Herzen dieses Kapitels (15-20) feiern die Freude an der sexuellen Treue. Die Bibel macht keinen Hehl aus ihrer Freude über Gottes Absicht mit der menschlichen Sexualität. Die erotische Freude an der sexuellen Umarmung wird in der Sprache der Erfrischung und des Segens ausgedrückt. In V. 19 bedeutet Liebe das Liebesspiel und drückt damit den Wunsch aus, dass der junge Mann Freude an der Liebe zu seiner jungen Frau findet. Aber diese Leidenschaften sollen nicht mit Fremden geteilt werden. Der Lehrer weist sogar darauf hin, dass die Vorstellung, die Ehebrecherin habe etwas zu bieten, im Vergleich zu der reichen Erfüllung eines angemessenen sexuellen Ausdrucks in einer Beziehung der Liebe und Treue reine Dummheit ist.
Wir sollten die Entwicklung der Weisheit in diesem Absatz beobachten: von der Ausschließlichkeit (sie sollen dir allein gehören, 17) über die Freude (18) und die Antwort des gesunden Menschenverstands („Warum solltest du woanders suchen?“, 20) bis hin zum göttlichen Urteil (deine Wege sind vor den Augen des Herrn, 21). Dies alles veranschaulicht, was wir das Gesetz der moralischen Vorsehung nennen können (22-23).

NIV Bible Speaks Today

Kritiker argumentieren manchmal, dass Passagen, die die Freuden des Sex preisen, unangemessen sind und nicht in der Bibel stehen sollten. Das Buch Sprüche sieht Sex jedoch als ein Geschenk Gottes, das im Rahmen der Ehe genossen werden sollte. Eine intime Beziehung mit dem Ehepartner und die körperlichen Freuden, die eine solche Beziehung mit sich bringen kann, werden von Sprüche gelobt und als ein starkes Gegenmittel gegen die Versuchungen gesehen, die zu Untreue und Unmoral führen können.

Die Apologetik Studienbibel: Echte Fragen, klare Antworten, festerer Glaube

Die vielen bildlichen Verweise auf Wasser – Zisterne, Fluss, Brunnen, Quellen, Bäche, Springbrunnen – werden als die eigene Frau gedeutet. Das ist eine Anspielung auf das Stillen des sexuellen Durstes (9:17; Sg 5:1). Viele Häuser hatten ihre eigenen Zisternen, um Regenwasser zu speichern. Brunnen, Quellen und Bäche lieferten süßes, erfrischendes Wasser. Der Vater betete, dass Gott die Frau seines Sohnes segnen möge, damit der Sohn immer Freude an ihr haben würde, denn etwas, das gesegnet ist, kann per Definition befriedigen (3:33; 22:9). Die Frau deiner Jugend ist die erste Frau (2:17; Jes 54:6; Mal 2:14-15); ein Mann sollte sich keine andere Frau oder einen anderen Mann suchen. Lieben impliziert sexuelle Liebe (7,18; Hs 8,9). Sättigen (Jr 31,25) bedeutet auch „tränken“ oder „bewässern“ (Jes 16,9; 58,11; vgl. Spr 7,18). In diesem Zusammenhang bedeutet verloren sein, unbewusst im Vergnügen zu versinken. In anderen Zusammenhängen wird es für Rausch (20,1; Sg 5,1) oder das Abweichen von der Rechtschaffenheit (Spr 19,27; vgl. 5,23) verwendet.

CSB Studienbibel: Notes

Viele denken, die Bibel sei negativ gegenüber Sex, aber es ist schwierig, zu diesem Schluss zu kommen, wenn man Passagen wie diese und das Hohelied liest. In der Tat hat Gott den Sex erfunden! Unter dem Schutz von Gottes Bund, in der Umgebung einer lebenslangen Eheverpflichtung zwischen Mann und Frau, ist Sex ein gutes Geschenk Gottes, das genossen werden soll (5:19).

Die Tony Evans Studienbibel

Ihre Erfahrung geht von Reinheit zu Verunreinigung über (V. 15-20). Salomo vergleicht den Genuss der ehelichen Liebe mit dem Trinken von reinem Wasser aus einem frischen Brunnen, aber sexuelle Sünde zu begehen ist wie das Trinken von verschmutztem Wasser aus der Gosse oder der Kanalisation. Sex in der Ehe ist ein schöner Fluss, der Leben und Erfrischung bringt, aber Sex außerhalb der Ehe ist ein Abwasserkanal, der alles verunreinigt, was er berührt. Eine sexuelle Sünde zu begehen bedeutet, diesen schönen Fluss auf die Straßen und öffentlichen Plätze zu gießen. Was für eine Verschwendung! Wenn du von der falschen Art der Liebe „tief trinkst“ (7:18, NIV), wird sie dich zerstören.Die Verpflichtung der Ehe ist wie die Ufer des Flusses, die verhindern, dass der Fluss zu einem Sumpf wird. Gottes heiliges Gesetz begrenzt das Wasser innerhalb der Ufer, und das erzeugt Kraft und Tiefe. Außereheliche und voreheliche Affären befriedigen nicht, weil sie oberflächlich sind, und es braucht nicht viel, um seichtes Wasser aufzurühren. Ein Mann und eine Frau, die sich in der Ehe verpflichten, können die wachsende Zufriedenheit erfahren, die mit Liebe, Engagement, Tiefe und Reinheit einhergeht.Aber hier ist noch etwas anderes im Spiel. Salomo ermahnt den Ehemann, sich von der Liebe seiner Frau „hinreißen“ zu lassen (5,19-20); das Wort „hinreißen“ bedeutet auch „berauscht“ oder „vernarrt“.4 Der Ehebrecher sieht, wie sich der Fluss in einen Abwasserkanal verwandelt, aber der treue Ehemann sieht, wie das Wasser zu Wein wird! Ich denke, es ist bezeichnend, dass Jesus bei einem Hochzeitsfest Wasser in Wein verwandelte, als ob er uns eine Lektion über die wachsenden Freuden der Ehe erteilen wollte (Johannes 2,1-11).Wenn ein Ehemann und eine Ehefrau dem Herrn und einander treu sind und wenn sie Bibelstellen wie 1. Korinther 7,1-5 und Epheser 5,22-33 befolgen, wird keiner von ihnen irgendwo anders nach Befriedigung suchen. Wenn sie einander lieben und versuchen, einander und dem Herrn zu gefallen, wird ihre Beziehung von wachsender Freude und Zufriedenheit geprägt sein; sie werden sich nicht nach „grünerem Gras“ umsehen.4 4 Die Grundbedeutung des hebräischen Wortes ist „in die Irre gehen“ und kann die Folgen von zu viel Alkoholkonsum beschreiben (20:1; Jes. 28:7). In Sprüche 5:23 (KJV) wird es mit „in die Irre gehen“ übersetzt; in den Versen 19-20 bedeutet es „sich hinreißen lassen, sich berauschen“.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series

Leidenschaft – die vergessene christliche „Tugend“
Wie hoffentlich jeder Ehemann bin ich zutiefst davon überzeugt, dass eine Ehe nicht nur eine Dienst-Gemeinschaft, sondern auch eine Genuss-Gemeinschaft ist. Zwei Menschen leben miteinander, sie dienen gemeinsam Gott und sie genießen einander, indem sie sich mit Worten liebkosen und auf vielerlei Weise beschenken. Ehe als Genuss-Gemeinschaft ist Gottes Idee. Wenn es deshalb in Sprüche 5,18-19 heißt: „… erfreue dich an der Frau deiner Jugend! … ihre Brüste mögen dich berauschen zu aller Zeit, taumle stets in ihrer Liebe!“, dann ist das eine mehr als deutliche Empfehlung an Ehepaare, die ehelichen Freuden zu genießen. Wir haben es hier genau genommen mit einem Gebot zu tun. Und was für den Mann gilt, gilt natürlich in gleicher Weise für die Frau. Der Herr Jesus drückt sich hier mehr als deutlich aus: Habt bis ins hohe Alter richtig Spaß aneinander!
Bei vielen Gesprächen auf christlichen Freizeiten, bei Gemeindediensten und im persönlichen Umfeld ist mir aufgefallen, dass in gläubigen Kreisen über Sexualität, Romantik und Leidenschaft selten gepredigt wird, dass aber auch ältere Christen mit diesen Themen durchaus ihre Last haben. Es ist nicht selbstverständlich, dass Ehen tiefer und inniger werden, nur weil sie älter werden. Eher schon neigen sie dazu, sich auf einem mittelmäßigen Niveau einzupendeln.
Hier setzt meine Kritik an: Könnte es sein, dass sich Heiligung auch auf Romantik und Leidenschaft bezieht? Wenn wir ein Leben lang das Lieben lernen müssen, gilt das dann auch für den Bereich der körperlichen Liebe, der poetischen Sprache und des sinnlichen Begehrens? Ich glaube ja! Und zwar einzig deshalb, es in der Bibel so steht.
Ich schreibe den „Crashkurs Leidenschaft“ nicht, weil ich ein Sex-Freak bin, sondern weil ich mir vorstelle, wie es wäre, wenn in christlichen Ehen das Feuer der Begeisterung nie erlöschen würde. Ich wünsche mir andauernde Schwärmerei und gegenseitige Verzauberung, weil Leidenschaft die christliche Tugend ist, mit der Gott unsere Ehen beschenken und bereichern will. Nicht nur um unseretwillen, sondern um Gottes willen müssen wir mit dem Pfund wuchern, das er uns anvertraut hat.
Wir sind tatsächlich zu prickelnden und überschäumenden Beziehungen berufen, die im Alter nicht verwelken, sondern aufregend und packend bleiben. Wollust, Verlangen und der Rausch der Sinne sind keine Todsünden, sondern gottgewollter Teil einer erfüllten, christlichen Ehe. Keine Angst! Ich plädiere nicht für ein Eheleben, das selbstverliebt nur um sich selbst kreist. Wenn das geschieht und wir nicht mehr zuerst nach Gottes Reich trachten (vgl. Matthäus 6,33), versündigen wir uns an unserer Berufung. Genuss ist immer eine Frage der Prioritäten! Unser Herz gehört zuerst Gott und unser Leben weihen wir dem Herrn Jesus. Aber gerade weil wir ihm gehorsam sein wollen, nehmen wir seinen Anspruch an Ehe ernst. Und der lautet: Lerne, deinen Ehepartner lustvoll zu genießen! Nicht nur in den ersten Monaten nach der Hochzeitsnacht, sondern weit über die Silberhochzeit hinaus!
Als Christen führen wir privilegierte Ehen, weil wir Gott in unserer Mitte haben. Wir haben mit der Bibel, dem Wort Gottes, einen unfehlbaren Maßstab. Wir können in Zeiten der Not und der Freude (miteinander) beten. Wir dürfen Fehler machen und einander Vergebung zusprechen. In uns wohnt der Heilige Geist und formt unseren Charakter nach dem Vorbild Jesu. Jeden Tag dürfen wir unserem Herrn ein Stück ähnlicher werden. Durch Gottes Kraft und Gebet verändern sich schlechte Gewohnheiten. Dadurch bekommen wir Hoffnung und deshalb ist wahre Liebe möglich. Eigentlich sollten Christen Ehen führen, die Vorbilder sind. Eigentlich …
Und weil es nicht so ist, weil es auch zwischen christlichen Eheleuten oft nicht mehr „kribbelt“ – deshalb habe ich angefangen, Vorträge zu halten und dieses Büchlein zu schreiben.
Leidenschaft ist eine (zu) wenig gewürdigte christliche Tugend. Ob wir es noch einmal schaffen, dass Salomo und Sulamith uns mit ihrer Liebe anstecken und wir den wohligen Schauer der Sinnlichkeit spüren, wenn sie einander zuraunen: „Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein, der in den Lilien weidet“ (Hohelied 2,16)?
Vielleicht setzen wir uns dann hin, weinen über unsere Trägheit und Gleichgültigkeit, denken an früher und beginnen, einen Liebesbrief zu schreiben (vgl. Offenbarung 2,4-5). Vielleicht lesen wir auch einfach weiter, um zu sehen, ob es tatsächlich ein Buch in der Bibel gibt, das von Romantik, Leidenschaft und Sex handelt. Denn: Wenn es so wäre, wenn Gott wirklich ein Interesse daran hätte, dass uns die Liebe unseres Ehepartners ein Leben lang verzaubert und berauscht, dann sollten wir alles Nötige tun, um unserem Schöpfer zu gefallen und einander zu genießen.

Es ist der Grundsatz hinter der kasuistischen Gesetzgebung, dass ein Fall („Kasus“) beschrieben wird, aus dem der Leser das Prinzip (oder mehrere Prinzipien) ableiten muss, das dann für alle Fälle gilt. Hier wird der „Fall“ des Mannes beschrieben, aus dem der Leser das Prinzip ableiten soll: Eheleute sollen sich bis ins hohe Alter begehren und aneinander berauschen. Jede Form des Nebeneinanderherlebens ist für den Gott der Bibel keine Option. Eine alte Ehe soll von reifer Leidenschaft geprägt sein. Und natürlich kennt die Bibel auch das Gegenteil: So kann man zum Beispiel aus der Ehe von Rebekka und Isaak (1Mose 25ff) ein paar Lektionen lernen, wie eine Ehe garantiert misslingt.

Der JHWH des Alten Testaments ist nicht nur Gott, der Vater, sondern auch Gott, der Sohn. Deshalb erlaube ich mir die Gleichsetzung im Text. Um für diese These nur eine Belegstelle anzuführen: In Matthäus 11,10 wird die Lebensaufgabe von Johannes dem Täufer beschrieben. Er ist der Herold Gottes. Jesu Zitat stammt aus Maleachi 3,1. Dort ist es der HERR der Heerscharen, der spricht. Und die Aufgabe von Johannes besteht darin, den Weg für den „HERRN der Heerscharen“ vorzubereiten. Als Jesus auf die Erde kam, kam „Gott, der Sohn“, aber das ist gleichzeitig – und hier stoßen wir an die Verständnisgrenzen des Dreieinigkeit-Konzeptes – der „HERR der Heerscharen“ des Alten Testaments. Wo also im Alten Testament der „HERR“ spricht, spricht nicht nur Gott, der Vater, sondern auch Gott, der Sohn, und das ist unser Herr Jesus Christus.

J. Fischer – Crashkurs Leidenschaft

Wie sollen wir als Christen mit Schönheitsidealen umgehen? Wir werden sie nicht ignorieren können, denn wir werden geprägt von der Gesellschaft, in der wir aufwachsen. Aber wir dürfen das vorherrschende Schönheitsideal nicht zum (alleinigen) Auswahlkriterium für den zukünftigen Ehepartner machen. Salomo hat recht, wenn er die Worte Lemuels zitiert: „Trügerisch ist Anmut und die Schönheit wie ein Windhauch; eine Frau, die Gott fürchtet, die soll man rühmen“ (Sprüche 31,30). Aussehen vergeht, der Charakter bleibt.
Und trotzdem dreht sich „Liebe“ auch um Schönheit. Oder um es noch ein bisschen deutlicher zu sagen: Millionen von Männern und Frauen begnügen sich mit einem Partner – und lieben ihn zutiefst -, der genau ihrer Vorstellung von Attraktivität entspricht. Deshalb ist Liebe unterm Strich irgendwie doch auch eine rationale Angelegenheit und passiert nicht willkürlich. Die Schönheit des potentiellen Partners (und nicht nur sein Charakter) entscheidet maßgeblich darüber, ob ich mich für ihn interessiere oder nicht. Soweit ich sagen kann, gilt das auch für Christen und ist auch in Ordnung!
Aber gerade Männer stehen in der Gefahr nach der Hochzeit ihre Ehepartnerin an den retuschierten Bildern der Boulevardpresse-Schönheiten zu messen und Hollywood-Schönheiten allein wegen ihres Aussehens einen höheren Stellenwert zu geben als der eigenen Frau.
Dabei heißt die biblische Glücksformel: „Ich finde schön, was ich liebe.“ Oder noch ein bisschen genauer: „Ich erfreue mich an dem, was ich aufgrund meiner bewussten Entscheidung liebe.“
Der Leitvers zu dieser Glücksformel findet sich in Sprüche 5,18-19. Mit meinen Worten steht da: „Lass dich immer und immer wieder von den verführerischen Reizen deiner Frau überwältigen und bezaubern, bis dir förmlich die Sicherungen durchbrennen.“
Das ist viel mehr, als nur zu sagen: „Begehe keinen Ehebruch!“ Oder: „Geh nicht zu einer Prostituierten!“ Es ist auch mehr, als nur zu sagen: „Lass einfach der Natur ihren Lauf!“ Es ist eine Aufforderung – ein Gebot zum Handeln. Ehebruch und Treue beginnen im Kopf, deshalb besteht Gottes Herausforderung darin, dass wir uns eine Haltung zulegen, die unsere eigene Frau (bzw. den eigenen Mann) in den Mittelpunkt unserer Tagträume und sexuellen Phantasien stellt.

Mode, Filme, Werbung und die für jedermann zugängliche Alltagspornografie via Internet und Männermagazin, aber auch Seifenopern und Ärzteromane wollen nur eines: unser Bild vom Traumpartner manipulieren.
Die Herausforderung Gottes annehmen heißt nun: Ich will selbst bestimmen, was ich sexuell attraktiv finde. Und ich habe mich dafür entschieden, dass nur mein Ehepartner meine Gedanken und Gefühle gefangen nehmen darf. Der Wahlspruch der Welt lautet: „Liebe ihn/sie, weil er/sie schön ist.“ Gottes Glücksformel heißt: „Finde schön, was du liebst. Erfreue dich an deinem Partner, weil du dich entschieden hast, ihn zu lieben.“
In der Bergpredigt stellt Jesus klar, dass Ehebruch mit Blicken und Gedanken anfängt (Matthäus 5,27-28). Es ist dieser Bereich der „fiktiven Unzucht“ (wo körperlich noch nichts gelaufen ist), der den sexuellen Appetit verdirbt. Viele verheiratete Männer lassen sich auf Pornographie (inkl. Selbstbefriedigung) ein und wundern sich dann, dass die Lust auf die eigene Frau allmählich abnimmt und einer grauenvollen Monotonie Platz macht. Wer so lebt, wird nicht glücklich.

J. Fischer – Crashkurs Leidenschaft

Manche religiöse Menschen erwecken den Eindruck, die Bibel mißbillige das Vergnügen. Aber solche Menschen haben die Bibel und ihren Autor, Jehova Gott, falsch dargestellt. Dies ist daraus ersichtlich, daß der Schöpfer schon die für das Weiterleben nötigen Funktionen, einschließlich des Essens und des Trinkens, zu etwas Angenehmem gemacht hat. Zweifellos hast du Freude an einer guten Mahlzeit, und vielleicht magst du gern ein Getränk dazu. Daß diese Dinge den Geschöpfen Gottes zur Freude gereichen sollten, wird in der Bibel deutlich gezeigt.
Die Bibel fordert uns zum Beispiel auf: „Geh, iß dein Brot mit Freude und trinke deinen Wein mit frohem Herzen.“ (Prediger 9:7) Auch gab Jehova seinem Volk Israel in alter Zeit Anweisungen über den Gebrauch des Geldes, das für einen gewissen Zweck zurückgelegt worden war: „Und gib das Geld für alles, was deine Seele begehrt, für Rinder und für Kleinvieh und für Wein und für starkes Getränk und für alles, was deine Seele wünscht; und iß daselbst vor Jehova, deinem Gott, und freue dich.“ (5. Mose 14:26) Wie klar ist doch daraus ersichtlich, daß Gott wollte, daß man Freude am Essen und am Trinken hat!
Und daß jemand in Verbindung mit der Eheeinrichtung richtige Freude und Befriedigung verspüren sollte, zeigt die Bibel deutlich mit den Worten: „Erfreue dich an dem Weibe deiner Jugend; . . . taumle stets in ihrer Liebe.“ — Sprüche 5:18, 19.
Jehova Gott hat wirklich für vieles gesorgt, um die Sinne des Menschen zu entzücken. Zweifellos hat es dir schon Freude gemacht, einen prächtigen Sonnenuntergang oder einen bunten Regenbogen zu beobachten. Vielleicht hast du in einer finsteren Nacht die Schönheit eines sternenübersäten Himmels bewundert. Auch mag dich die Erhabenheit herrlicher Bergspitzen mit Ehrfurcht erfüllt haben. Selbst der Duft der Blumen und die Frische eines neuen Morgens können belebend wirken. Es ist völlig angebracht, daß du Freude an diesen vielen guten Dingen findest, für die Gott gesorgt hat. Es ist offensichtlich nichts verkehrt an einem zuträglichen Vergnügen

Erwachet! 22.November1970

Wenn sich also jemand in deiner Gemeinde gegen eine Ehe ausspricht, oder aber sogar Fragen zu „deinem Schlafzimmer“ stellt – dann ist da definitiv etwas falsch gelaufen! – denn dies geht nur dich und deinen Ehepartner und deinen Schöpfer etwas an 😉

Gute Ratgeber: Jürgen Fischer und Ehe – Gottes Idee für das grösste Versprechenvdes Lebens

Gefühl oder Entscheidung?

Es gilt aber auch für euch: Jeder von euch muss seine Frau so lieben wie sich selbst. Die Frau aber soll ihren Mann achten.
Gute Nachricht Bibel 2000 – Epheser 5,33

Doch die Aussage betrifft auch jeden von euch ganz persönlich: Jeder soll seine Frau so lieben, wie er sich selbst liebt, und die Frau soll ihrem Mann mit Ehrerbietung begegnen.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Epheser 5:33

Jedenfalls (doch, nun, wie dem auch sei) (- Die Übersetzung hängt von der Deutung ab – markiert πλήν einen starken Kontrast (Muddiman) oder zeigt es eine abschließende Zusammenfassung an (Bruce)? Beides ist möglich (Schnackenburg). Die Übersetzung folgt NSS (vgl. REB). Menge kombiniert: „Doch wie dem auch sei“. -) sollt auch ihr, {die} jeder einzelne [von euch], seine eigene Frau so lieben (- Der 3. Sg. Ipv. wurde hier mithilfe des Hilfsverbs „sollen“ wiedergegeben – das wurde an den Satzanfang verlegt und in die 2. Pl. Gesetzt, damit der komplizierte Satz auf Deutsch überhaupt funktioniert. Viele Übersetzungen arbeiten stattdessen mit Hilfskonstruktionen in der Art von „Jedenfalls gilt auch für euch“ (EÜ, ZÜR, NGÜ, GNB). -) wie sich selbst, und (aber) [jede] Frau {dass} sollal [ihren] Mann respektieren (mit Achtung begegnen, fürchten). (- Dieser Vers ist Schlussklammer des Thema ab, wie V. 21 seine Anfangsklammer war. Er bietet die Schlussfolgerung der Erklärung der gegenseitigen Unterordnung, wie sie in V. 21 begonnen wurde. Vor diesem Hintergrund ist auch das „Fürchten“ hier als Ausdruck von Respekt oder Ehrfurcht zu verstehen (Bruce). -)
offene Bibel – Epheser 5,33

Wie ? Muss?? Soll? Warum denn dass? Kann man mir denn als Ehemann meine Gefühle vorschreiben?

Spätestens seit Aristoteles – im 4. Jahrhundert v.Chr. – hatte die griechische Ethik Beziehungen innerhalb eines Hausstandes nach dem Familienmodell beschrieben: Ehemänner und Ehefrauen, Eltern und Kinder, Herren und Diener. Dabei war es stets das Anliegen, dem Oberhaupt des Haushaltes darin zu unterstützen, über seine Familie und Diener recht zu herrschen. Paulus und Petrus (1.Petr 2,18–3,7) veränderten aber den Gebrauch solcher Regeln von der Fragestellung, wie Ehemänner, Väter und Herren recht herrschen können zu der Fragestellung, wie sie die Liebe Christi in ihrem eigenen Leben durch die Versorgung derjenigen nachahmen konnten, die unter ihrer Fürsorge standen. Insoweit wie Frauen, Kinder und Diener ihre Rollen ebenfalls nach dem Dienst Christi gestalteten, würden sie nicht mehr länger nur passive Objekte in einer sozialen Umwelt sein, die sie abwertete, sondern sie würden zu aktiven Partnern Gottes werden, indem sie vor einer Welt, die durch Geschlecht, Alter und Sozialstatus geschieden war, die christliche Liebe vorlebten.

Reformations-Studien-Bibel

Vers 31 ist eine freie Wiedergabe von 1Mo 2,24 ,wo steht, daß das Band zwischen Mann und Frau stärker ist als das zwischen Eltern und Kindern. Die Größe des Geheimnisses besteht darin, daß die beiden ein Fleisch werden. Doch dann wendet Paulus sich wieder dem herrlichen Band zwischen Christus und der Gemeinde zu, das ein Bild für die Liebe zwischen Mann und Frau ist.
Der Apostel wiederholt noch einmal, welche Verantwortung Mann und Frau füreinander haben: der Mann muß seine Frau liebhabe(n) (vgl. V. 25), und die Frau muß den Mann ehren (vgl. V. 22).

Walvoord Bibelkommentar

In den V. 28-33 erweitert Paulus diesen Gedanken noch um einen Aspekt. Der Mann soll seine Frau so lieben, wie er sich selbst liebt (V. 28-29 b u. 33). Auch diese Liebe ist christusähnliche Liebe; denn Christus hat ja ebenfalls seinen Leib, die Gemeinde, geliebt (V. 29-32). Von Anfang an wird in diesem zweiten Teil das Urbild-Abbild-Verhältnis zwischen der Liebe Christi und der Liebe des Ehemannes durchgehalten: »Ebenso«, nämlich wie Christus die Gemeinde liebte (V. 25-27), »sind auch die Männer verpflichtet (!), ihre Frauen zu lieben« (V. 28 a). Seine Frau zu lieben ist für den christlichen Ehemann nicht nur eine schöne Möglichkeit – falls sie sich entsprechend liebenswert verhält. Nein, es ist von Gott her seine Pflicht! Als Haupt seiner Familie geht er mit gutem Beispiel voran, indem er der Aufforderung Gottes nachkommt und seine Frau mit der Liebe (Agape) beschenkt, die nicht wartet, bis der andere sich liebenswert verhält, sondern die – vgl. das Beispiel Christi in V. 25ff. ! -opferbereit und auf Hoffnung hin liebt und aus dieser Liebe heraus den andern verändert. Wie aber soll so eine Liebe praktisch aussehen?

Paulus sagt sinngemäß: Bring Deiner Frau doch ganz einfach die gleiche Liebe entgegen, die Du – trotz aller Deiner Fehler – Dir Tag für Tag selbst erweist, indem Du für Dich sorgst und Dir etwas Gutes gönnst! Wörtlich heißt es: Die Männer sollen ihre Frauen »lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Denn keiner hat je das eigene Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es« (V. 28-29 b). Das »Wie« in V. 28 b (»wie ihre eigenen Leiber«) ist ein Vergleichswort – und zugleich mehr als das. Das griech. Wort an dieser Stelle kann mit »wie« oder »als« übersetzt werden (»… wie ihre eigenen Leiber« = Vergleich; oder: »… als ihre eigenen Leiber« = Identifikation). Von V. 28 c (»wer seine Frau liebt, liebt sich selbst«) her wird deutlich, dass in dem Vergleich zumindest ein Stück Identifizierung mitschwingt. Wer seine Frau liebt, liebt einen Teil seiner selbst, denn Mann und Frau sind eine untrennbare Einheit. Paulus denkt insofern vom Schöpfungsbericht her, den er in V. 31 dann zitiert: »… und die beiden werden ein Fleisch sein.« Andererseits macht V. 29 deutlich, dass es Paulus mit dem »Lieben wie den eigenen Leib« betont auch um einen Vergleich geht: »Denn keiner hat je das eigene Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es«. Dieser Vers geht von der ganz normalen menschlichen Erfahrung aus, dass jeder Mensch sein »Fleisch«, d. h. sein schwaches irdisches Leben, liebt – trotz allem, was er an sich auszusetzen haben mag.

Entsprechend kümmert sich der Mensch um sich. Von klein auf nimmt er Nahrung zu sich, um zu wachsen. Und wo er etwas braucht, kümmert er sich um diese (leiblichen oder seelischen) Bedürfnisse seiner irdischen Existenz. Genau so sollen es die Männer ihren Frauen gegenüber machen! Liebe ist von daher, sich um seine Frau zu kümmern und ihr das zu geben, was sie innerlich oder äußerlich braucht. So praktisch ist das. – In seiner vorbildlichen Liebe macht es Christus ja auch mit seiner Gemeinde so. An die Feststellung, dass jeder das »eigene Fleisch … nährt und pflegt«, schließt sich nämlich unmittelbar der Nachsatz an: »wie auch Christus die Gemeinde, denn wir sind Glieder seines Leibes« (V. 29-30). Auch er kümmert sich um seinen Leib und versorgt ihn liebevoll. Dass die Gemeinde der Leib Christi ist, klang im Eph schon wiederholt an (Eph 1,22ff.; Eph 2,15ff.; Eph 3,6; 4,4.16.25; vgl. Röm 12,5; 1Kor 12,27; Kol 1,18).

V. 33 fasst die Aufforderung an Mann und Frau abschließend noch einmal zusammen. Das einleitende »Jedenfalls« erweckt den Eindruck, dass Paulus sagen will: »Wie dem auch sei mit der typologisch -prophetischen Deutung von 1Mose 2,24 – jedenfalls gilt Folgendes …« Die anschließende Aufforderung an die Männer ergeht dann in strenger Befehlsform: »Jedenfalls habt auch ihr, jeder Einzelne von euch, seine Frau so zu lieben, wie sich selbst«(V. 33 a). Die Liebe wird hier befohlen. Wie Gott durch sein Lieben das Lieben für uns ermöglicht hat, ist ja schon in Eph 5,1-2 deutlich geworden. In diese Liebespflicht wird jeder einzelne Ehemann genommen. Es ist also nicht nur ein allgemeiner Hinweis, sondern eine Verpflichtung, die für jeden Ehemann seiner Frau gegenüber gilt. (Zu dem »Lieben wie sich selbst« vgl. die Auslegung zu V. 28-29.) – Auf dieser Basis erfolgt die Aufforderung an die Ehefrau: »Für die Frau aber (gilt), dass sie Ehrfurcht haben soll gegenüber dem Mann« (V. 33 b). Formal fällt auf, dass diese Ermahnung im Griech. nicht in strenge Befehlsform gekleidet ist, sondern sanfter in die Form einer Aufforderung. Inhaltlich wird an die Ordnung von V. 22-24 angeknüpft, wo es darum ging, dass sich die Frau dem Haupt -Sein ihres Mannes unterordnet. Dies wird nun so ausgedrückt: Sie soll Ehrfurcht haben gegenüber ihrem Mann. Es geht dabei nicht um ein Sich -Fürchten oder Angst -Haben. Auch vor Christus haben wir nicht Angst. Aber wir haben Ehrfurcht vor ihm (vgl. V. 21 !). So soll nun die Frau, die sich (nach V. 22.24) ihrem Mann unterordnet wie die Gemeinde dem Herrn, ihren Mann achten und respektieren. Verantwortungsbereitschaft, fürsorgliche und opferbereite Liebe einerseits und Achtung und Respekt andererseits – das sind die Säulen, auf denen nach Gottes Ordnung die Beziehungsstruktur einer christlichen Ehe steht.

Gerhard Maier – Edition C

Es gibt heutzutage leider oft den Fall, dass zwei Menschen ohne Trauschein jahrelang zusammen leben und oft auch Kinder bekommen. Nehmen wir an, der Mann würde nach einigen Jahren sagen: „Wir waren nie verheiratet, also ist Trennung auch kein Problem. Ich lasse mich ja nicht scheiden.“ Und so verlässt er unbekümmert die Partnerin (und die Kinder).
Ich denke, so einfach geht es nicht, denn die drei Punkte aus 1 Mose 2,24 waren weitgehend erfüllt: Vater und Mutter wurden verlassen, der Frau wurde angehangen und die zwei wurden ein Fleisch. Auch wenn die dazu gehörende Heirat (in Deutschland vor dem Standesbeamten) fehlte, so kann auch so eine enge Beziehung nicht einfach ohne weiteres aufgegeben werden. ..

Ehescheidung und Wiederheirat

Die Beweise aus der Heiligen Schrift und der säkularen Psychotherapie scheinen eindeutig zu sein. Liebe ist nicht etwas, in das man „hineinfällt“. Liebe ist etwas, für das man sich entscheidet. Liebe ist keine Verliebtheit. Liebe ist etwas, das zäh, widerstandsfähig und erwachsen ist. Sie ist nichts, was von Jugendlichen gut praktiziert werden kann, unabhängig von ihrem chronologischen Alter.

Michael S. Moore – Versöhnung – Eine Studie über biblische Familien in Konflikten

Was ist dann für Sie Liebe und was nicht? Verliebtheit ist eine WhatsApp-Nachricht. Liebe ist ein Roman. Verliebtheit ist die Illusion, den perfekten Partner gefunden zu haben. Liebe hingegen weiß, dass es auch mal schwieriger miteinander werden kann. Verliebtsein ist die Blindheit vor den Unterschieden. Liebe ist der Blick auf die Unterschiede und die Anerkennung der Differenzen. Liebe ist eine Entscheidung, die der Verliebtheit folgt. Liebe ist Verzicht, um etwas Größeres zu gewinnen, etwas, was ich nur durch die Liebe und den Verzicht erreichen kann. Liebe ist kein Investment, sondern ein Geben und Schenken, ohne etwas zu erwarten, ohne das Versprechen einer Rückzahlung. Liebe ist Dauer, und Dauer ist eine Qualität.

MOVO 4/2018

Das Gebot zur Liebe
Die Aufforderung zur Liebe gilt prinzipiell allen Kindern Gottes. Petrus schreibt: „… liebt einander mit Inbrunst aus reinem Herzen“ (1 Petrus 1,22). Der Herr Jesus hat uns dieses „Gebot zur Liebe“ gegeben. Johannes spricht in seinen Schriften achtmal von dieser Liebe unter Kindern Gottes (Joh 13,34; 15,12.17; 1 Johannes 3,11.23; 4,7.12; 2 Johannes 5). Was die Ehe betrifft, gilt diese Aufforderung jedoch uns Ehemännern (2).
Jemanden zu lieben bedeutet, ihm das zu geben, was notwendig und gut für ihn ist. Dabei ist der Liebende bewusst bereit, auf eigene Vorteile zu verzichten. Das wird besonders deutlich, wenn wir an die Liebe Gottes und des Herrn Jesus zu uns denken. Gott hat aus Liebe seinen Sohn gegeben (Joh 3,16). Der Herr Jesus hat aus Liebe zu uns sein Leben gelassen (Gal 2,20). Liebe in der Ehe bedeutet, dass wir Männer die Bedürfnisse unserer Frauen erkennen und bereit sind, ihnen gerne zu entsprechen. Das schließt ausdrücklich Verzicht auf eigene Interessen ein.
Das Wort, das in allen drei oben zitierten Versen mit „Liebe“ übersetzt ist, steht an vielen Stellen für die Liebe Gottes. Es ist mehr als Sympathie und Zuneigung, es schließt ein, dass man selbst dann liebt, wenn der Gegenstand der Liebe sich nicht liebenswert verhält. Es ist eine Liebe, die sich weniger in Worten, sondern vielmehr in Taten ausdrückt. Johannes schreibt: „Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit“ (1 Johannes 3,18). Das heißt nicht, dass wir Ehemänner unseren Frauen nicht sagen sollen, dass wir sie lieben. Im Gegenteil: Die meisten Frauen werden es gerne hören, wenn wir es ihnen sagen. Dennoch darf es sich nicht auf Worte beschränken. Eine Liebeserklärung ohne entsprechende Taten ist das gesprochene Wort nicht wert.
Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat.
Epheser 5,25

Drei verschiedene Blickwinkel
Wir können die Aussage „liebt eure Frauen“ unter drei Blickwinkeln sehen:
1. Liebt eure Frauen: Was das bedeutet, lernen wir am besten, wenn wir uns klar machen, was das Gegenteil davon ist. Es ist nicht, dass wir unsere Frauen hassen (was hoffentlich kein christlicher Ehemann tun wird), sondern dass unsere Frauen uns gleichgültig sind. Seine Frau zu lieben bedeutet, ihr echtes Interesse entgegenzubringen. Es bedeutet, alle Bereiche des Lebens mit ihr zu teilen und den Austausch über Meinungen und Empfindungen zu pflegen. Wer seine Frau liebt, schenkt ihr Interesse und Zeit.
2. Liebt eure Frauen: Hier liegt die Betonung darauf, dass wir nicht andere Dinge oder Personen mehr lieben als unsere Ehefrau. Wenn es um Beziehungen auf dieser Erde geht, gibt es keine engere Beziehung als die zu seinem Ehepartner. Wir Männer unterliegen häufig der Gefahr, dass es andere Dinge gibt, die wir mehr lieben. Es können der Beruf, die Hobbys, die Freunde oder andere Dinge sein. Die Nr. 1 im Leben eines verheirateten Mannes auf dieser Erde muss die eigene Frau sein und bleiben. Es gibt leider Männer, die ihr Auto oder ihren PC besser kennen als ihre eigene Frau.
3. Liebt eure Frauen: Gott beugt der Gefahr vor, dass sich das Interesse eines verheirateten Mannes zu sehr anderen Frauen zuwendet. Es muss nicht immer ein körperliches Interesse sein, sondern die Warnung schließt ebenso eine geistig/geistliche oder emotionale Beziehung zu einer anderen Frau ein. Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht mit anderen Frauen unterhalten können, sondern dass wir uns hüten müssen, nicht eine parallele Beziehung aufzubauen, die unserer ehelichen Beziehung immer nachhaltig schadet und sie am Ende zerstört.
Der göttliche Maßstab
Christus hat die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben. Das ist der Maßstab der Liebe des Mannes zu seiner Ehefrau: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat“ (Eph 5,25). Dass wir an diesen Maßstab nie heranreichen werden, ist völlig klar. Dennoch kann Gott uns keinen anderen Maßstab geben. Seine Frau zu lieben bedeutet Verzichtbereitschaft und hat mit praktizierter Hingabe zu tun.

Im Glauben leben 2016

Der Maßstab für die Liebe
Die erste Ermahnung an die Ehemänner im Brief an die Epheser lautet: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat“ (Eph 5,23). Der Herr Jesus ist für uns darin das vollkommene Vorbild. Er selbst stellt sich als Maßstab vor: Einerseits für die Liebe der Jünger untereinander (s. Joh 13,34; 15,12) und andererseits für ihren Gehorsam (s. Joh 15,10). Paulus stellt den Herrn ebenfalls mehrmals als Vorbild vor (s.Röm 15,7; Eph 5,2.25; Kol 3,13). Dieses Vorbild ist vollkommen – wir bleiben oft dahinter zurück, aber es ist dennoch ein immerwährender Ansporn.

Hingabe
Der Herr hat die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben. Dreimal verbindet das Wort Gottes die Liebe des Herrn Jesus mit der Hingabe seiner selbst (s. Gal 2,20; Eph 5,2.25). Gerade seine Hingabe in den Tod ist der Beweis für die Größe seiner Liebe (s. 1 Johannes 3,16).
Wir reden von der Hingabe an den Herrn oder an eine große Sache, aber verwenden das Wort kaum in Verbindung mit unserer Ehefrau. Wenn wir schuldig sind, für die Brüder das Leben hinzugeben (s. 1 Johannes 3,16), so sollten wir als Ehemänner sicher noch einmal über das Wort „Hingabe“ in Bezug auf unsere Frauen nachdenken.

Wir sind schuldig
Wir lesen wiederholt in Gottes Wort, dass wir schuldig sind, zu lieben (s. Röm 13,8; Eph 5,28; 1 Johannes 4,11). Wir sollen niemandem etwas schuldig sein, aber die Schuld, zu lieben, bleibt immer bestehen. Gerade unseren Ehefrauen gegenüber sollten wir diese Schuld täglich empfinden. Wie viele Tage in unserer Ehe haben wir tatsächlich dieser täglichen Schuldigkeit entsprechend gehandelt?

Lieben wie die eigenen Leiber
Das Lieben des eigenen Leibes ist die Beschreibung des natürlichen Selbsterhaltungstriebes und hat nichts mit der modernen Selbstverwirklichung oder gar mit Selbstliebe zu tun. So wie dieser Selbsterhaltungstrieb uns für unseren Körper besorgt sein lässt, so sollen wir auch fürsorglich für unsere Frauen sein. Wir sind für ihr Wohlbefinden verantwortlich.

Nähren
Eva war von Adam genommen. Sie war wortwörtlich sein Fleisch (s. 1 Mose 2,23). Aber nicht nur Adam und Eva, sondern jedes Ehepaar ist in den Augen Gottes ein Fleisch, was Paulus ein großes Geheimnis nennt (s. 1 Mose 2,24; Eph 5,31.32). Wenn in Epheser 5,29 auch zuerst der eigene Körper gemeint ist, so wendet Paulus es dann aber auf die Ehefrau an.
Eine gottgemäße Voraussetzung für die Ehe ist, dass der Mann seine Frau nähren kann, auch im materiellen Bereich. Vereinzelt hört man heute von Eheschließungen junger Gläubiger, bei denen er noch studiert und sie der Arbeit nachgeht. Das ist nicht nach den Gedanken Gottes!
Aber auch auf geistlichem Gebiet muss der Mann in der Lage sein, seine Frau zu nähren. Wie könnte er sonst z. B. die Fragen beantworten, die sie in den Zusammenkünften nicht stellen darf (s. 1 Korinther 1,35)?

Pflegen
Sein eigenes Fleisch pflegen hat nichts mit Körperpflege oder Krankenpflege zu tun. Christus pflegt seine Versammlung und der Ehemann soll seine Frau pflegen. Max Billeter schreibt in dem empfehlenswerten Buch „Der Christ und die Familie“ auf Seite 10: „Wer seine Frau nährt, gibt ihr das, was sie braucht. … Wer seine Frau pflegt, versucht ihr, wenn möglich, zu geben was sie wünscht.“
Kennen wir die Wünsche unserer Frau? Sind uns diese Wünsche wichtig und versuchen wir sie, wenn es möglich ist, zu erfüllen?

Wohnen
Petrus schreibt: „Ihr Männer ebenso, wohnt bei ihnen nach Erkenntnis als bei einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, ihnen Ehre gebend …“ (1 Petrus 3,7). Bei der Frau wohnen meint natürlich nicht nur, eine gemeinsame Wohnung zu haben.
Wohnen bezieht sich auf Geist, Seele und Leib der Frau. Nach dem Sündenfall sagt Gott zu Eva: „Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein“ (1 Mose 3,16). Die Frau verlangt nach ihrem Mann, sie möchte ihn bei sich haben.
Diesem Verlangen sollten wir Rechnung tragen und die Gemeinschaft mit unserer Frau suchen. Dies gilt insbesondere für Männer, die beruflich oder aus anderen Gründen oft länger von zu Hause weg sind.

Nach Erkenntnis
Das Wohnen bei der Frau soll aber mit Erkenntnis (Einsicht) geschehen. Die Beziehung zu unserer Frau soll durch die Grundsätze, die wir aus dem Wort Gottes erkannt haben, geprägt sein. Das geschieht aber nicht einfach nach „Schema F“.
Wir müssen auch einsichtig sein, d. h. besondere Lebensumstände oder spezielle Situationen berücksichtigen. Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen: Ein Ehepaar hat gemeinsam vor dem Herrn Jesus die Entscheidung getroffen, dass der Mann einen Teil seines Jahresurlaubs für besondere Einsätze im Werk des Herrn verwenden darf, während die Frau zu Hause bleibt. Nun wird die Frau gerade zu dieser Zeit ernstlich krank. Dann gebietet es die Liebe, dass er in dieser Situation bei seiner Frau bleibt.

Das schwächere Gefäß
Im Allgemeinen hat der Mann größere körperliche Kraft als die Frau. Auch ist sie in den meisten Fällen empfindsamer und damit verletzlicher und weniger belastbar. Das heißt für uns Männer, dass wir Rücksicht auf unsere Frauen nehmen müssen.
Eine einfache Illustration: Ein Ehepaar will gemeinsam spazieren gehen. Er hat eine Schrittlänge von 50 cm, sie von 40 cm. Es gibt jetzt vier Möglichkeiten: Er reduziert seine Schrittlänge oder sie macht ebenso große Schritte wie er. Oder sie macht fünf Schritte in der Zeit, in der ihr Mann vier macht, oder sie verzichten auf einen gemeinsamen Spaziergang. Die letzte Möglichkeit ist die schlechteste, zwei Möglichkeiten strengen die Frau an – die erste Möglichkeit fordert vom Mann Rücksichtnahme. Und genau die erwartet Gott von uns!
Dieses einfache Bild lässt sich auf viele Bereiche im Eheleben anwenden.

Ehre geben
Die Fürsten des Königs Ahasveros wollten, dass seine Frau Vasti wegen ihrer Aufsässigkeit nicht mehr Königin sei und so alle Frauen im Reich lernten, ihre Männer zu ehren (s. Est 1,13-20). Wir Männer sind meist sehr auf unsere eigene Ehre bedacht, aber Gott möchte auch, dass jeder Ehemann seiner Frau Ehre gibt.
Ein nicht seltenes Vorkommnis: Ein Ehepaar hat einige befreundete Ehepaare eingeladen. Am Tisch entwickelt sich zu einem Thema eine lebhafte Diskussion. Die Frau des Gastgebers, die sich mit dem Thema noch nicht viel beschäftigt hat, sagt auch etwas dazu, was aber ihre Unkenntnis offenbart. Ihr Mann sagt zu ihr: „Frau sei lieber still, du hast ja doch keine Ahnung von diesen Dingen.“
Wie schnell neigen wir dazu, unsere Frauen von oben herab zu behandeln. Das verletzt sie sehr und ist äußerst lieblos. Stattdessen sollte der Mann, vielleicht sogar vor den Gästen, seiner Frau Danke sagen für das liebevoll zubereitete schmackhafte Essen und für alle Mühe, die sie sich gemacht hat. Damit ehrt er seine Frau.

Bleib in mir 2018