drüber reden, damit gehört werden kann?

Wie werden sie nun den anrufen, an welchen sie nicht geglaubt haben? wie aber werden sie an den glauben, von welchem sie nicht gehört haben? Wie aber werden sie hören ohne einen Prediger?
Elberfelder 1871 – Röm 10,14

Doch wie sollten sie den zu Hilfe rufen, an den sie nicht glauben? Und wie sollten sie zum Glauben an den kommen, von dem sie noch nichts gehört haben?
Johannes Greber – Röm 10,14

Sie können sich aber nur zu ihm bekennen, wenn sie vorher zum Glauben* gekommen sind. Und sie können nur zum Glauben kommen, wenn sie die Botschaft gehört haben. Die Botschaft aber können sie nur hören, wenn sie ihnen verkündet worden ist.
Gute Nachricht Bibel – Römer 10,14

Wie aber sollen die Menschen zu Gott rufen, wenn sie nicht an ihn glauben? Wie sollen sie zum Glauben an ihn finden, wenn sie nie von ihm gehört haben? Und wie können sie von ihm hören, wenn ihnen niemand Gottes Botschaft verkündet?
Hoffnung für Alle – Römer 10,14

Wie sollen denn die Menschen mit Gott reden können, wenn sie nicht an ihn glauben? Und wie sollen sie an ihn glauben, wenn sie nie von ihm gehört haben? Und wie sollen sie überhaupt von ihm hören, wenn da keiner am Start ist, der es ihnen erzählt?
VolxBibel – Römer 10,14

Das Evangelium
Das Prinzip von Saat und Ernte gilt auch für die Verbreitung des Evangeliums. Ohne Aussaat gibt es keine Ernte und ohne die Verkündigung des Evangeliums keine Bekehrungen. Wenn wir das Evangelium nicht verbreiten, wird auch niemand die gute Botschaft hören und folglich niemand zum Glauben kommen (Röm 10,14; 1 Petrus 1,23). Der Auftrag, den der Herr damals kurz vor seiner Himmelfahrt seinen Jüngern gab, gilt auch uns: «Geht hin in die ganze Welt und predigt der ganzen Schöpfung das Evangelium» (Mk 16,15). Unsere Verantwortung liegt nicht darin, den «Herzensboden» unserer Mitmenschen auf seine Beschaffenheit hin zu untersuchen, sondern den Samen des Evangeliums auszustreuen. Ist es uns ein tägliches Anliegen, das Evangelium zu verbreiten und unseren Mitmenschen von Jesus Christus zu erzählen?
Wie säen wir?
Es geht nicht nur um die Frage, was wir säen, sondern auch, wie wir säen. In diesem Punkt dienen uns die Vorgänge in der Natur ebenfalls als Vorbild. Nicht nur die Saat an sich, sondern auch die Art und Weise, wie wir säen, entscheidet über die Höhe des Ertrags. Darum ist es ausschlaggebend, wie wir säen.
Reichlich
Wenn der Bauer im Frühjahr seine Äcker sparsam besät, dann wird er im Spätsommer auch wenig ernten. Wenn er dagegen seine Äcker grosszügig besät, dann wird er eine entsprechend reiche Ernte einfahren. Diese «Regel» gilt auch in geistlicher Hinsicht: «Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten» (2 Korinther 9,6). Wer viel sät, indem er sein Leben dem Herrn zur Verfügung stellt und überströmend ist im Werk des Herrn (Röm 12,1; 1 Korinther 15,58), der wird auch viel ernten – nicht unbedingt zu seinen Lebzeiten, aber auf jeden Fall beim Kommen des Herrn Jesus. Wollen wir nicht alle zu denen gehören, die in Bezug auf Gott reich sind (Lk 12,21)?
Mit Ausdauer
Darüber hinaus ist es wichtig, ausdauernd und fleissig zu säen. Wer auf jede Wolke am Himmel achtet und sich durch jeden Umstand beeinflussen lässt, wird kaum in der Lage sein, den Samen auszustreuen (Pred 11,4). Er wird immer einen Grund finden, das Säen auf einen vermeintlich günstigeren Zeitpunkt zu verschieben. Doch beim Säen sollen wir nicht müssig sein, sondern jede Gelegenheit, die sich uns bietet, eifrig nutzen, um für den Herrn und seine Sache zu «säen», denn wir wissen nicht, «welches gedeihen wird: ob dieses oder jenes, oder ob beides zugleich gut werden wird» (Pred 11,6). Selbst wenn die Umstände ungünstig scheinen, dürfen wir die Zeit ausnutzen und den Samen des Wortes ausstreuen (2 Timotheus 4,2).
Mit Tränen
Allerdings geht uns das Säen nicht immer leicht von der Hand. Oft ist es mit grosser Mühe und Sorge verbunden, manchmal sogar mit Tränen. Wenn das der Fall ist, dann kann uns ein Wort aus Psalm 126 neuen Mut machen: «Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. Er geht hin unter Weinen und trägt den Samen zur Aussaat; er kommt heim mit Jubel und trägt seine Garben» (V. 5.6). Das, was in Vollkommenheit auf den Herrn zutrifft, dürfen wir auch für uns in Anspruch nehmen: Einmal wird der Augenblick kommen, wo alle Mühen und Beschwerden für immer vergessen sein werden. Dann werden wir in der Gegenwart des Herrn jubeln und uns an den Ergebnissen unserer Arbeit erfreuen.
In Hoffnung
Der Bauer sät, um zu ernten. Er investiert Arbeit und Mühe in der Hoffnung, einige Zeit später ernten zu können. Dabei vergeht zwischen Saat und Ernte normalerweise eine mehr oder weniger lange Zeit. Auch der Gläubige sät auf Hoffnung. Er weiss, dass die Zeit des Erntens bald kommen wird, aber bis dahin geht er geduldig seiner Arbeit nach (Jak 5,7.8). Gott hat uns auf der Erde zurückgelassen, um Ihm zu dienen und Frucht zu bringen. Auch wenn manche Früchte unserer Arbeit bereits auf der Erde sichtbar werden – die gesamte Ernte wird sich erst im Himmel zeigen. Dort wird uns der Herr Jesus einmal für alles belohnen, was wir für Ihn getan haben (Off 22,12).
Wozu säen wir?
Jede Mühe und jede Arbeit, sei sie noch so klein und unbedeutend, werden wir im Himmel einmal wiederfinden. Selbst für einen Becher kalten Wassers, den wir in seinem Namen weitergeben, wird der Herr uns einmal belohnen (Mt 10,42). Gott wird unser Werk und die Liebe, die wir für seinen Namen bewiesen haben, nicht vergessen (Heb 6,10). Vom Hochzeitskleid der himmlischen Braut, das aus feiner Leinwand, glänzend und rein, bestehen wird, heisst es: «Die feine Leinwand sind die Gerechtigkeiten (oder gerechten Taten) der Heiligen.» Alles wird zur Schönheit der Braut und zur Verherrlichung des Herrn beitragen (Off 19,8). An jenem Tag wird der Herr Jesus in seinen Heiligen verherrlicht und in allen denen, die geglaubt haben, bewundert werden (2 Thessalonicher 1,10). Ist es nicht der Mühe wert, jetzt und heute dafür zu arbeiten?
Wie lange säen wir?
Solange wir auf der Erde leben, haben wir die Möglichkeit, zu säen. Doch diese Zeit ist begrenzt. Sie wird mit jedem Tag kürzer. Spätestens beim Kommen des Herrn wird die Zeit des Säens für immer vorbei sein. Gelegenheiten, die wir jetzt ungenutzt verstreichen lassen, werden dann nie mehr nachgeholt werden können und Verlust bedeuten. Darum ist es so wichtig, dass wir die Zeit auskaufen und jede Gelegenheit, die sich uns bietet, mit Ausdauer und Eifer nutzen, um für den Herrn und seine Interessen zu «säen». Heute ist es noch möglich, morgen kann es schon zu spät sein!

Halte fest 2021

Wie sollen sie aber den anrufen. Anrufung Gottes und Glaube gehören unzertrennlich zusammen. Wer Gott anruft, flieht damit zum einzigen Hafen seines Heils, will wie ein Kind im Schoße des besten und liebsten Vaters sich bergen, sucht unter seiner Obhut eine Schutz, bei seiner Verzeihung und Liebe eine Ruhestätte, bei seiner Güte eine Hilfe, bei seiner Kraft eine Stütze. Das kann aber niemand, er hätte denn zuvor in seinem Gemüt eine feste Zuversicht zu Gottes Gnade gefasst, so dass er nun wagt, von ihm etwas zu bitten und zu hoffen. Wer Gott anruft, muss gewisslich glauben, dass bei ihm seine Hilfe steht. Natürlich denkt Paulus hier nur an eine solche Anrufung, welche dem Herrn wohlgefällig ist. Denn auch die Heuchler rufen Gottes Namen an, aber nicht zu ihrem Heil, weil sie es ohne Glauben tun. Hier aber handelt es sich nicht um ungewisse Ahnungen und Vermutungen, sondern um eine völlige Gewissheit über Gottes Gnade, welche das Gemüt aus dem Evangelium schöpft, mit welchem Gott uns die Versöhnung und Kindschaft anbietet. Ohne diese Gewissheit kann man nicht richtig beten, ohne sie steht der Zugang zu Gott nicht offen (Eph. 3, 12). Umgekehrt ergibt sich auch der Schluss: der Glaube ist erst echt, wenn er zur Anrufung Gottes wird. Wer Gottes Güte wirklich geschmeckt hat, kann nicht anders, als mit allen seinen Anliegen stetig zu ihm kommen.
Wie sollen sie aber an den glauben usw. Solange nicht Gottes Gnadenzusage uns den Mund zum Gebet öffnet, müssen wir stumm bleiben. Diese Ordnung enthüllt auch das Prophetenwort (Sach. 13, 9): „Ich will sagen: Es ist mein Volk; und sie werden sagen: Herr, mein Gott!“ Wir selbst können uns keinen gnädigen Gott machen, wenn es uns beliebt. Nur die Erkenntnis, welche er uns in seinem Worte erschließt, ist zuverlässig und echt. Solange bloß unsere eignen Gedanken Gott für gut halten möchten, entsteht kein fester und ungezweifelter Glaube, sondern nur eine unsichere und schwankende Einbildung. Zur rechten Erkenntnis Gottes bedürfen wir seines Wortes. Unter diesem Worte versteht der Apostel die mündliche Predigt des Evangeliums: sie ist das Mittel, durch welches Gott seine Erkenntnis mitzuteilen beschlossen hat. Wollte aber jemand daraus schließen, dass Gott den Menschen diese Erkenntnis überhaupt auf eine andere Weise nicht mitteilen könne, so wäre dies nicht im Sinne des Apostels: Paulus wollte hier lediglich die ordentliche Weise ins Auge fassen, wie Gott Gnade austeilt, nicht aber seiner Gnade ein Gesetz vorschreiben.

Calvin – Römerbrief

Doch solch ein Evangelium setzt eine allgemeine Verkündigung voraus. Welchen Nutzen hat eine Errettung, die den Heiden und den Juden angeboten wird, wenn sie davon nicht hören? Hier haben wir das Herzstück jeder christlichen Mission!
In einer Folge von dreimal »Wie?« (»wie werden sie … anrufen … glauben … hören ohne einen Prediger«) geht der Apostel über die Stufen zurück, die ihn zum Heil von Juden und Heiden geführt haben. Vielleicht wird es deutlicher, wenn wir die Reihenfolge folgendermaßen umkehren:
Gott sendet seine Diener.
Sie predigen die Gute Nachricht vom Heil.
Die Sünder hören Gottes Angebot, in Christus ewiges Leben zu erhalten.
Einige der Zuhörer glauben der Predigt.
Diejenigen, die glauben, rufen den Herrn an.
Diejenigen, die den Herrn anrufen, werden gerettet.
Hodge verweist darauf, welches Prinzip diesem Argument zugrunde liegt: Wenn Gott eine Absicht hat, stellt er auch die Mittel bereit, um diese Absicht zu erreichen. Der Vers ist, wie wir gesagt haben, die Grundlage der christlichen Missionsbewegung. Paulus verteidigt hier die Tatsache, dass er den Heiden das Evangelium gepredigt hat, eine Vorgehensweise, die die ungläubigen Juden für unentschuldbar hielten.

MacDonald . Kommentar zum Neuen Testament

So klar ist Israel die Rettung angeboten, und nicht erst jetzt. Von dem Wort Jesaja 52,7 aus erweist sich der Eifer Gottes um Israel. Er sendet und sandte viele Boten des Evangeliums zu seinem Volk. Israel könnte mitjubeln: „Wie lieblich sind die Füße derer, die gute Botschaft verkündigen!“ Dieses Bild der „lieblichen Füße“ gebraucht Jesaja, um schon an der Gestalt des Boten den überwältigenden Inhalt, „die gute Botschaft“ anzukündigen. Israel hat eine lange Kette von Gottes Zeugen (vgl. Mt 21,33-41). In vier Fragesätzen zeigt Paulus die in Fülle gebotene Gelegenheit für Israel, Jesus Christus zu erkennen. Dabei wird der Prozess der Verkündigung entfaltet, in rückläufiger Weise: Sendung, Verkündigung, Hören, Glauben, Anrufen. Am Anfang stehen die, die Gott sendet, die er mit seinem göttlichen Wort beauftragt. „Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein?“, so hört und empfängt Jesaja (Röm 6,8) seinen Auftrag. Gott sendet Menschen mit seinem Wort, ganz gewiss auch für Israel. Diesem Volk sandte er sogar seinen Sohn (vgl. 2Mose 3,13; Jes 19,20; 48,16; 61,1; Jer 1,7; 7,25; Mt 10,5.16; 15,24; 23,37; 28,18ff.; Lk 4,18; 11,49; Joh 8,16; 11,42; Apg 13,26; 22,21; Röm 8,3; Gal 4,4; 1Joh 4,9f.)

Verkündigung, Predigt, bevollmächtigtes Wort Gottes gibt und gab es für Israel überreich. „So spricht der Herr“ – das begleitet die Geschichte dieses Volkes bis zu Jesus, der sagt: „Meine Lehre ist nicht mein, sondern des, der mich gesandt hat“ Joh 7,16), und zu seinen Jüngern spricht er: „Wer euch hört, der hört mich“ (Lk 10,16). Israel kann hören, aber es will nicht (vgl. 5Mose 1,17; 4,1; 6,3f.; 5Mose 12,28; Jes 1,10; 42,20; Jer 7,13; Mt 5,21; 7,24; 11,15; 13,13-17; Apg 2,33.37). Sie könnten hören, aber sie glauben nicht! Wie viel haben sie von Jesus gehört, von ihm selbst sogar, und doch glaubten sie nicht (vgl. Mt 21,32; Joh 5,38; 7,5; 10,25ff.; Joh 12,36-39). Wo aber kein Glaube ist, da gibt es auch kein Anrufen. Israel hatte und hat alles Angebot – aber es will nicht.

Gerhardt Maier – Edition C

In Form von vier Fragen, die fest verbundenen Kettengliedern gleichen, führt Paulus vor, was Gott alles getan hat, damit Glaube auch wirklich entstehen kann. An alles ist gedacht, Gott hat es an nichts fehlen lassen: Sendung – Botendienst – Hören – Möglichkeit zum Glauben – Anrufen. Paulus gleitet diese Abfolge allerdings rückwärts entlang. Auf diese Weise stehen am Ende die christlichen Träger der Frohbotschaft werbend vor Israel. Zugleich aber steht es auch Heidenchristen gut an, Gottes Kettenschlüsse zu Herzen zu nehmen und nicht zu zerstören. Wie freilich werden sie den anrufen, an den sie nicht zum Glauben kamen? Ein Unding, sich unter die Verehrer Christi zu mischen ohne wahren Glauben. Und wie werden sie (an den) zum Glauben kommen, von dem sie nichts gehört haben? Ein Unding, zum Glauben aufzufordern, ohne Christus zentral vor die Augen zu malen (Gal 3,1). Ebenso ein Unding, glauben zu wollen ohne das hörende Herz (1Kön 3,9-12; 5Mo 10,16; Jer 3,10; 29,13; Hes 11,19.20), das sich bereitwillig unter die christliche Verkündigung stellt. Niemand in der Bibel glaubt von selbst, aus eigenem Entschluss und Wagnis oder im menschlichen Kraftakt. „Höre!“ ist im AT und NT ein Schlüsselwort (5Mo 6,5; Mk 4,9; 9,7; Offb 2,7.12.17.29; 3,6. 13.22). Wie aber werden sie hören ohne Verkünder? Ein Unding, „sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer zu suchen, die den Ohren schmeicheln“ (2Tim 4,3). Wie aber werden (die Verkünder) verkünden (s. zu V. 8b), wenn sie nicht gesandt sind? Ein Unding, Sendung durch Studium ersetzen zu wollen und ohne Berufung seine Stimme im Namen Gottes zu erheben. Doch Gott sorgt für wahre Freudenboten (Eph 4,11-12). Wie geschrieben ist (Jes 52,7): „Wie schön die Füße derer, die Gutes als Evangelium bringen!“ Indem Gott seinen Fuß in die Welt setzte, brachte er Sesshafte auf die Beine und die Füße von Meldegängern in Bewegung, machte sie hurtig und ließ sie Berge von Hindernissen und Täler von Finsternissen überwinden. Indem sie kommen, ist der Herr da (Lk 10,16) und spricht befreiend, erfreuend und rettend. Sollte Israel sie nicht mit offenen Armen empfangen? Trotz der allgemeinen Redeweise mit „sie“ hat Paulus schon hier bei V. 14-18 Israels Verhalten im Auge (s. V. 19).

Wuppertaler Studienbibel

Und ich? Verkündige ich das Wort Gottes? Oder rede ich nur über mich und meine Belange? Ist das, was ich anderen „bebringe“, sind meine Gespräche bibelzentriert? Oder drehen sich meine Gespräche um eine Kirche? Oder gar nur um Arbeit, Gesundheit, Probleme und Sorgen, Kinder und Familie, Angst und Alltag?

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