Logos Februar 2026 III

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Logos 2026 – II

Wie schon vor ein paar Tagen geschrieben: es gibt ein paar englische neue Logospakete!
Leider wurde auf logos mitgeteilt:

Früher haben wir alle zwei Jahre neue Bibliotheken veröffentlicht, immer passend zu den großen Software-Releases. Seit der Umstellung auf unser Abo-Modell hat sich dieser Zeitplan für manche Bibliotheken geändert:
Englische und spanische Bibliotheken erscheinen jetzt jährlich.
Andere Bibliotheken (wie die deutschen oder auch die englischen konfessionsspezifischen Bibliotheken) erscheinen weiterhin im Zweijahres-Rhythmus.

Standard Pakete 2026 – Logos Community

Aber die englischen Pakete sollte sich trotzdem jeder anschauen: es sind wirklich viele neue Bücher, die die Funktionen von logos noch besser ausnutzen:


Meine Frage an die KI war, welche Vorteile haben die neuen Pakete von logos? Die Antwort ist klar:

Das ist eine gute Frage! Die „Logos 2026“ Pakete sind eine Sammlung von Bibelstudien-Tools und Ressourcen, die von Logos Bible Software entwickelt wurden. Hier sind einige Vorteile, die diese Pakete bieten:

Umfangreiche Bibelstudien-Ressourcen: Die Logos 2026 Pakete enthalten eine große Sammlung von Bibelstudien-Ressourcen, einschließlich Kommentaren, Lexika, Wörterbüchern und anderen Studienhilfen.
Tiefere Bibelkenntnis: Mit den Logos 2026 Paketen können Sie Ihre Bibelkenntnis vertiefen, indem Sie Zugang zu einer Vielzahl von Ressourcen haben, die Ihnen helfen, die Bibel zu verstehen und zu interpretieren.
Effiziente Bibelstudien: Die Logos 2026 Pakete bieten eine Vielzahl von Tools und Funktionen, die Ihnen helfen, Ihre Bibelstudien zu effizienzieren, wie zum Beispiel die Möglichkeit, Texte zu suchen, zu markieren und zu annotieren.
Zugang zu Expertenwissen: Die Logos 2026 Pakete enthalten Ressourcen von Experten auf dem Gebiet der Bibelwissenschaft, die Ihnen helfen, die Bibel zu verstehen und zu interpretieren.
Unterstützung für die Bibelstudien: Die Logos 2026 Pakete bieten Unterstützung für die Bibelstudien, indem Sie Zugang zu einer Vielzahl von Ressourcen haben, die Ihnen helfen, die Bibel zu verstehen und zu interpretieren.
Möglichkeit zur Erstellung von Lektionen und Präsentationen: Die Logos 2026 Pakete bieten die Möglichkeit, Lektionen und Präsentationen zu erstellen, indem Sie Texte, Bilder und andere Ressourcen kombinieren können.
Zugang zu einer Gemeinschaft von Bibelstudierenden: Die Logos 2026 Pakete bieten Zugang zu einer Gemeinschaft von Bibelstudierenden, die sich austauschen und voneinander lernen können.

Einige der spezifischen Vorteile der Logos 2026 Pakete sind:
Logos 2026 Starter: Dieses Paket bietet eine grundlegende Sammlung von Bibelstudien-Ressourcen, einschließlich Kommentaren, Lexika und Wörterbüchern.
Logos 2026 Bronze: Dieses Paket bietet eine erweiterte Sammlung von Bibelstudien-Ressourcen, einschließlich Kommentaren, Lexika, Wörterbüchern und anderen Studienhilfen.
Logos 2026 Silver: Dieses Paket bietet eine umfangreiche Sammlung von Bibelstudien-Ressourcen, einschließlich Kommentaren, Lexika, Wörterbüchern und anderen Studienhilfen, sowie Zugang zu Expertenwissen und Unterstützung für die Bibelstudien.
Logos 2026 Gold: Dieses Paket bietet eine sehr umfangreiche Sammlung von Bibelstudien-Ressourcen, einschließlich Kommentaren, Lexika, Wörterbüchern und anderen Studienhilfen, sowie Zugang zu Expertenwissen, Unterstützung für die Bibelstudien und der Möglichkeit, Lektionen und Präsentationen zu erstellen.

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    Und das schönste ist, dass in den nächsten paar Tagen (also bis zum 10.Februar) noch „Extraersparnisse“ beim Kauf möglich sind:

    Wenn ich kämpfe, dann geht es richtig ab.

    Ich laufe daher also, nicht wie aufs Ungewisse; ich kämpfe also, nicht wie einer, der die Luft schlägt;
    Elberfelder 1871 – 1.Korinther 9,26

    Darum laufe ich wie einer, der das Ziel erreichen will. Darum kämpfe ich wie ein Faustkämpfer, der nicht danebenschlägt.
    Gute Nachricht Bibel 2018 – 1.Korinther 9:26

    Für mich gibt es daher nur eins: Ich laufe wie ein Läufer, der das Ziel nicht aus den Augen verliert, und kämpfe wie ein Boxer, dessen Schläge nicht ins Leere gehen.
    Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Kor 9,26

    Deshalb laufe ich für meinen Teil nicht so wie im Geheimen um die Wette; ich bin nicht wie ein Boxkämpfer, der die Luft verprügelt;
    Andreas Eichberger – Gottes Agenda – 1.Kor 9:26

    Der Apostel Paulus vergleicht die moralischen Kämpfe mit den im antiken Griechenland so berühmten sportlichen Wettkämpfen. Er sagt, dass jeder, der an diesen Kämpfen teilnimmt, in allen Dingen enthaltsam ist. Zehn Monate harten Trainings waren erforderlich. Disziplin in allen Dingen war das Wichtigste. Man konnte nicht einen Tag ausruhen. Sonst würde ein Rivale die Führung übernehmen.
    Aber die Kandidaten beklagten sich nicht Tag für Tag, was für ein schweres Los sie doch gezogen hatten. Sie hatten sich schließlich selbst für die Teilnahme an den Wettkämpfen entschlossen. Sie sprachen von dem Preis, den sie gewinnen wollten. Sie sprachen von gewissen Vorteilen, die sie sich durch den Sieg verschaffen würden. Enthaltsamkeit wird leicht und aufregend, wenn wir auf den Siegeskranz sehen – nicht auf den vergänglichen, sondern auf den unvergänglichen.

    CMV-Materialsammlung

    Paulus bleibt darum auch bei der ganz allgemeinen Aussage: „in jeder Hinsicht enthaltsam“. Was je den einzelnen Christen in seinem Lauf aufzuhalten oder zu hemmen droht, das kann sehr verschieden sein. Was dem einen nichts ausmacht, kann dem andern zur ernstlichen Gefahr werden. Es gibt hier keine allgemeinen Regeln. Aber es muß jeder Christ mit tiefem Ernst und entschlossener Klarheit darauf achten, was gerade ihn am Erreichen des Zieles hindern will. Das muß gelassen werden, wie „harmlos“ oder „wertvoll“ es an sich sein mag.
    Dieser Verzicht ist freilich keine Spielerei. Paulus zeigt das an seinem eigenen Leben. „Ich meinerseits laufe demnach so, nicht wie aufs Ungewisse.“ Das Wort, das Paulus benutzt, heißt eigentlich „auf undeutliche Weise“. Er läuft nicht so, daß man nicht klar erkennen könnte, wohin sein Lauf eigentlich geht. Er gleicht nicht einem Boxer, der ziellos „die Luft schlägt“. Alles ist in seinem Leben gesammelt und zielbestimmt. Bei den Korinthern sah er jene Zweideutigkeit und Halbheit, die unser Christsein heute auch verdirbt. Der Blick geht auf zwei Ziele zugleich. Wohl will man die Ewigkeit nicht verlieren, aber das Verlangen und der Einsatz gilt gleichzeitig und vor allem dem irdischen Gedeihen. Wer aber gleichzeitig nach zwei Zielen läuft, dessen Lauf wird notwendig „undeutlich“, „ungewiß“. Man sieht dem Christen nicht mehr an, wohin er eigentlich läuft. In seinem Kampf schlägt er nicht mehr mit hartem Ernst zu; er sieht nicht mehr den Feind, der ihn ums Leben bringen will; so kämpft der Christ wohl noch, aber oft genug „wie einer, der die Luft schlägt“.

    de Boor – Wuppertaler Studienbibel

    Der Apostel kennt das Ziel seines Lebens und Dienstes. Paulus gebraucht das Bild des Läufers, der auf das Ziel ausgerichtet läuft. So läuft auch er nicht »als aufs Ungewisse«. Sein Ziel ist die ewige Seligkeit, die vollendete Gemeinschaft mit Christus. An all seinem Tun wird das erkennbar, daß er diesem Ziel zustrebt. Er lebt nicht so, daß »unerkennbar« bleibt (so wörtlich), was sein Leben bestimmt. Und das verdeutlicht sein zweites Beispiel vom »Faustkämpfer«. Er führt um dieses Zieles willen einen Kampf, und zwar gegen den eigenen Leib. »Ich schlage meinen Leib (gezielt) unters Auge und versklave ihn«, schreibt Paulus wörtlich. Das sind wahrlich keine »Schläge in die Luft«. Hier meldet sich nicht die Leibfeindlichkeit und Leibabwertung der griechischen Philosophie zu Wort. Der Apostel bleibt ja bei dem Bild eines Wettkämpfers, der einen trainierten Körper will. Aber eben den erlangt er nur durch harte Übung und Verzicht auf Verweichlichung. Paulus bezieht das auf sich. Sein Verzicht auf Unterhalt, seine handwerkliche Arbeit, sein Verzicht auf Wohlleben, sein rastloses Unterwegssein, das alles trifft seinen Leib, weist ihm seinen Ort als Werkzeug zu und bewahrt so den Apostel vor den Gefahren des Müßiggangs, Wohllebens und der Verweichlichung, die allzuoft den »Lauf« aufhalten. Paulus lebt nicht in einer Verdienst-, sondern in einer Dienstaskese.
    Er, der er doch »Heroldsdienst tut«, will nicht so predigen, daß er Christus anderen predigt und selbst »unbewährt wird«. »Verwerflich« ist als Übersetzung des Griechischen mißverständlich, denn es geht nicht um ein moralisches Urteil. Vielmehr erschrickt Paulus vor der Möglichkeit, andere als Herold in die Nachfolge und damit in den Kampf zu rufen und selbst zu erliegen, ja untüchtig und unbrauchbar zu werden. Das sind deutliche Worte gegen die so sicher gewordenen Starken in Korinth. Sie sollen – dem Vorbild des Apostels entsprechend – aus ihrer sich selbst betrügenden Glaubenssicherheit wieder aufwachen und mit ganzem Einsatz laufen »in dem Kampf, der uns verordnet ist« (Hebr 12,1).

    Edition C Bibelkommentar Neues Testament

    Man beachte, daß „nicht wie aufs Ungewisse“ bedeutet, daß Paulus Gewißheit hat. Er weiß, wohin er geht. Er hat seinen Weg nicht verloren. Noch einmal: „Nicht wie einer, der die Luft schlägt“ bedeutet, daß er seinen Gegner nicht verfehlt, sondern seine Schläge so landet, daß sie am meisten bewirken. Läufer und Boxer können es sich nicht leisten, Zeit und Energie zu vergeuden. Die Kürze der Zeit, die für ein Rennen oder einen Boxkampf zur Verfügung steht, lehrt uns, wie nötig es ist, die Zeit auszukaufen und sie so effektiv wie möglich für die Sache des Christus einzusetzen. Wir sollten diese Dinge zu Herzen nehmen. Wie viel Zeit können wir auf der Reise vergeuden. „Nur das, was für Christus getan wurde, wird bleiben.“ Das Leben muß einen Zweck haben. Wie viele Christen haben den Weg verloren? Jedes Wort und jede Handlung soll für Christus und Seine Sache effektiv gemacht werden. Nun wird Paulus uns sagen, daß er selbst die Zielscheibe ist.

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

    Sofort stand er auf und ließ sich gleich taufen.

    Und alsbald fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er wurde sehend und stand auf und wurde getauft.
    Elberfelder 1871 – Apostelgeschichte 9,18

    Und sofort fiel es ihm wie Schuppenplättchen von den Augen und er konnte wieder sehen und so ließ er sich nach dem Aufstehen untertauchen.
    Andreas Eichberger – Gottes Agenda – Apostelgeschichte 9:18

    Sofort fiel es wie Schuppen von seinen Augen und Saulus konnte wieder sehen. Er stand auf und wurde sofort getauft
    das Buch – Apg 9,18

    Es fiel wie Schuppen (lepides, von dem Verb lepO, „schälen“; Schuppen von Fischen und Krokodilen) von seinen Augen, und er wurde wieder sehend. Nach seiner Bekehrung unterzog Paulus sich, wie alle Christen in der Apostelgeschichte (Apg 8,12.38), der Wassertaufe.
    Von Hananias ist erst in Kap. 22, wo Paulus selbst von seiner Bekehrung berichtet, wieder die Rede.

    Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

    Die Heilung von Saulus erinnert an die Heilung der Blindheit des Tobias in einer bekannten jüdischen Geschichte; vermutlich hat sich durch sie der Eindruck des Wunderbaren angesichts all dieser Geschehnisse für ihn noch verstärkt.

    Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

    Die Wirkung der Handauflegung (und Mitteilung) an Saulus tritt sogleich ein. „Von seinen Augen fielen sie73 wie Schuppen“ (V 18a) meint: Was das Sehen behinderte, wird wunderbar entfernt, und der Geblendete kann wieder sehen. Er erhebt sich und läßt sich taufen (V 18b). ἀναστάς drückt hier das selbständige Aufstehen aus (im Unterschied von ἠγέρθη V 8?). Es ist wohl vorausgesetzt, daß Hananias als Taufspender fungierte (vgl. 22,16). Da die Taufnotiz nur dort begegnet, wo auch von Hananias erzählt wird, gehören beide zusammen. Wenn Hananias schon im vor-lukanischen Damaskusbericht vorkam, darin wird wohl auch die Taufnotiz Anspruch auf Geschichtlichkeit beanspruchen dürfen. Der Schluß des Berichts (V 19a) zeigt, daß Saulus sein Fasten (V 9) beendet und wieder zu Kräften kommt. Die abschließenden Angaben V 9 und V 19a stehen somit in Korrespondenz.

    Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament

    „Und sofort fielen von seinen Augen gleichsam Schuppen, er konnte sehen, und er stand auf und ließ sich taufen.“ Saulus hat unter der Handauflegung des Ananias nicht nur Heilung, sondern auch den Heiligen Geist empfangen. Hat er damit nicht alles, was er braucht? Und doch ist es ihm selbstverständlich, „er stand auf und ließ sich taufen“, offenbar sofort an Ort und Stelle von Ananias. Die Taufe ist ihm kein „Problem“ und nicht mit schwierigen theologischen Fragen belastet. In ihr dokumentiert sich die Zugehörigkeit zu Jesus und zu seiner Gemeinde. Saulus erwartet nicht, erst durch die Taufe Christ zu werden und die Gnade Jesu und den Heiligen Geist zu bekommen. Er ist schon ein Eigentum Jesu, er hat die Gnade seines Herrn und den Heiligen Geist erhalten, er ist „ein erwähltes Rüstzeug“. Aber darum verachtet er die Taufe nicht. Er läßt in ihr sein ganzes altes Leben in den Tod des Herrn begraben (Rö 6, 3 f), läßt es sich versiegeln, daß er „mit“ Christus gekreuzigt ist (Gal 2, 19) und hält sich nun für gestorben der Sünde gegenüber und lebend für Gott in Christus Jesus, seinem Herrn (Rö 6, 11). Zugleich fügt die Taufe ihn ein in die Gemeinde.

    Wuppertaler Studienbibel

    Nachdem er wieder sehen konnte, ließ sich Saulus zwar als erstes taufen, doch wartete er damit länger als jeder andere, in der Apostelgeschichte erwähnte Bekehrte, was zweifellos an den besonderen Umständen lag, in denen er sich befand. Stellen wir ihm den Kerkermeister in Philippi gegenüber, der sofort nach seiner unerwarteten Bekehrung getauft wurde (16,31-33). Saulus wurde in V.19 körperlich und in V.22 geistlich gestärkt. Und unmittelbar danach tat er das, was allen Neubekehrten angemessen ist: Er schloß sich den Jüngern in Damaskus an, die den gleichen HERRN liebten. Die Synagoge als Ort der religiösen Zusammenkünfte (im Unterschied zur Stätte des Zeugnisses) war für ihn nicht mehr maßgebend. Er war in der Absicht nach Damaskus gekommen, die Gläubigen zu binden, doch stattdessen verband er sich in christlicher Liebe und Gemeinschaft mit ihnen. Er kannte die rechte Gemeinschaft für diejenigen, die den HERRN anerkennen und wurde einer von ihnen (Kol 4,9.12).

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

    »Hananias ging hin und kam hinein in das Haus und legte die Hände auf ihn und sagte: „Saul, Bruder, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg erschienen ist, auf dem du gekommen bist, damit du wieder sehen kannst und vom Heiligen Geist erfüllt wirst«„ (V. 17). Ohne große Umstände stellt Hananias nun die Bruderschaft zu Saulus her. Das Handauflegen (im AT eigentlich: Handaufstemmen) ist eine uralte symbolische Handlung dafür, dass eine Kraftwirkung oder ein Segen auf einen anderen übergeht (vgl. hierzu besonders Jak 5,14 und Apg 6,6). In der frühen Christenheit wurde die Handauflegung bei der Einsetzung in ein Amt geübt (Apg 6,6), ebenso aber schon von Jesus selbst bei Heilungen (Mk 6,5; 16,18) und später von den Aposteln zur Vermittlung des Heiligen Geistes (Apg 8,17 u. a.). In unserem Fall werden Heilung und Geistvermittlung zusammenkommen (V. 17). Die Taufe wird dadurch nicht überflüssig, sondern sie ergibt sich nach dem Bericht des Lukas fast wie von selbst: »Und so gleich fiel es ihm von den Augen wie Schuppen. Er konnte wieder sehen, stand auf und ließ sich taufen, nahm Speise zu sich und kam zu Kräften« (V. 18ff.). Taufe ist hier eine Konsequenz der in der Stille schon geschehenen Lebensübergabe an Jesus. Es wird betont, dass Saulus nun das Fasten beendete, dass also die Vorbereitungs – und Erwartungszeit vorüber ist. Kräfte sind nun nötig für die Aufgaben, die es anzupacken gilt.

    Gerhard Maier – Edition C

    Schließlich kam die Heilung des Saulus in den Versen 18-19a. Die Heilung selbst wird in Vers 18a beschrieben: Und alsbald fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, und er wurde wieder sehend. Lukas sagt nicht, dass Saul tatsächlich Schuppen von den Augen fielen, sondern dass es sich für Saul so anfühlte. Der griechische Begriff für „Schuppen“, lepides, wird nur in diesem neutestamentlichen Vers verwendet. In der griechischen Literatur wird er jedoch für die Schuppen von Fischen und Krokodilen verwendet, und medizinische Autoren verwendeten das Wort lepis für Stücke der Haut, die von einem Körper abfallen.[ 236 ] Mit anderen Worten, die Verwendung des Begriffs spiegelt wieder den Hintergrund und den Beruf des Lukas als Arzt wider. Saulus wurde augenblicklich wieder sehend, und die Heilung war vollkommen. In Vers 18b folgt auf die Heilung seine Taufe: und er stand auf und ließ sich taufen. Dieses Untertauchen identifizierte Saulus mit dem neuen Glauben und mit dem Tod, dem Begräbnis und der Auferstehung von Jeschua. Der Bericht schließt in Vers 19a mit der Aussage, dass Saulus sein Fasten brach, Nahrung zu sich nahm und gestärkt wurde.

    Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar: Apostelgeschichte

    Wir wollen auch den Leuten verzeihen, die uns verletzt haben.

    und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns schuldig ist; und führe uns nicht in Versuchung
    Elberfelder 1871 – Lukas 11,4

    Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben allen, die an uns schuldig sind. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Bösen.‘ “
    Luther 2019 – Lukas 11:4

    Und schicke weg in unsrem Interesse unsre Sünden; denn auch unsererseits erlassen wir’s jedem, wenn er uns schuldig ist; und nicht führe uns hinein in ein Versuchungsnetz.
    Pfleiderer – Lk 11,4

    Und nimm fort von uns unsere Verfehlungen! Und auch wir werden denen vergeben, die uns gegenüber Schuld auf sich geladen haben. Und lass uns nicht in Lebenslagen geraten, in denen die Prüfungen überhandnehmen!«
    Roland Werner – Das Buch – 2009 – Lk 11:4

    ἄφ-ες Aor. Imp. -ίημι. ἀφ-ίομεν (hier v. -ίω [volkstüml. für -ίημι; BDR § 947; vgl. H-S § 114f]) [Var. ἀφ-ίεμεν]. ὀφείλοντι Ptz. ὀφείλω schulden, schuldig sein (eig. u. übertr.); hier sich einer Sünde schuldig machen, sich verfehlen τινί gegen jmdn. (B 2bβ); subst., hier nach πᾶς ohne Art. (BDR § 4135); καὶ γὰρ αὐτοὶ ἀφίομεν παντὶ ὀφείλοντι ἡμῖν denn auch wir (selbst) vergeben jedem, der an uns schuldig wird. εἰσ-ενέγκῃς Aor. Konj. -φέρω198 hineintragen, -bringen; prohibitiver Konj. (A256). πειρασμός Prüfung, Erprobung; Versuchung, Anfechtung; μὴ εἰσενέγκῃς ἡμᾶς εἰς πειρασμόν bring uns nicht in Versuchung (d. h. in die äußerl. od. seelische Lage, die uns Anlass zur Sünde werden kann [B 2b] bzw. in eine solche Versuchung, hinter der die Macht des Bösen steht u. in der wir den Glauben u. das Heil verlieren). [Var. ῥῦσαι Aor. Imp. Med. ῥύομαι8 m. ἀπό (vgl. BDR § 1801) retten/erretten von od. bewahren vor (B). ἀπὸ τοῦ πονηροῦ von/vor dem Bösen (Mask. [= Teufel] od. Ntr.; vgl. BDR § 2634).]

    Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

    Zu entschuldigen, was wirklich gute Entschuldigungen vorbringen kann, ist nicht christliche Liebe; es ist nur recht und billig. Ein Christ sein, heißt, das Unentschuldbare vergeben, weil Gott das Unentschuldbare in uns vergeben hat. Das ist hart. Es ist vielleicht nicht so hart, ein einzelnes großes Unrecht zu vergeben. Aber die unablässigen Herausforderungen des täglichen Lebens zu vergeben – immer wieder der herrschsüchtigen Schwiegermutter, dem tyrannischen Ehemann, der nörgelnden Gattin, der selbstsüchtigen Tochter, dem Sohn, der einen hintergeht, vergeben – können wir das? Nur dann vermutlich, wenn wir daran denken, wo wir selbst stehen, wenn wir es jeden Abend beim Beten ernst meinen mit unseren Worten: “Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.” Nur unter dieser Bedingung wird uns Vergebung angeboten. Sie ablehnen, heißt, Gottes Barmherzigkeit für uns ablehnen. Ausnahmen werden keine angedeutet, und Gott meint, was er sagt.
    (C. S. Lewis, 1898–1963)

    CMV-Materialsammlung

    Corrie ten Boom erzählt: Ein Freund fragte mich, als er mich nach langer Zeit wieder einmal besuchte, nach bestimmten Leuten, die mich vor zehn Jahren kräftig übervorteilt hatten. “Das ist erledigt”, sagte ich ein bisschen selbstgefällig. “Es ist alles vergeben.” – “Von dir ja”, nickte er. “Aber die anderen- haben sie deine Vergebung angenommen?”
    “Sie sagten, da sei nichts zu vergeben. Sie leugneten alles ab. Aber ich kann ihnen beweisen, dass sie falsch gehandelt haben.” Ich ging schnell an meinen Schreibtisch und zog die Schublade auf. “Sieh’, ich habe es schwarz auf weiß. Ich habe alle ihre Briefe aufgehoben und kann es dir zeigen…”
    “Corrie!” Mein Freund schlug seinen Arm um mich und holte mich vom Schreibtisch zurück. “Sind deine Sünden nicht ins Meer versenkt worden? Und die Sünden deiner Freunde bewahrst du schwarz auf weiß auf?”
    Mir verschlug es die Sprache. “Herr Jesus”, flüsterte ich, “du, der alle meine Sünden weggenommen hat, vergib mir, dass ich die Sünden der anderen die ganzen Jahre über aufgehoben habe. Lass mich dir all das Schwarz-Auf-Weiße als ein lieblich duftendes Brandopfer zu deiner Ehre darbringen.”
    Bevor ich an diesem Abend zu Bett ging, räumte ich meinen Schreibtisch aus und warf die schon leicht vergilbten Briefe in den Heizungsofen. In der Asche jener Briefe erkannte ich eine neue Seite seiner Gnade. Seine gute Nachricht hatte mich erreicht. Und ich war gespannt, was er mich in dem Fach Vergebung künftig weiterlehren würde.

    CMV-Materialsammlung

    Ebenso wie wir beten, dass unsere Sünden vergeben werden möchten, weil wir bekümmert sind über unsere wider Gott begangenen Sünden, beten wir auch für uns, dass wir nicht in die Versuchung zur Sünde hineingebracht werden möchten. Somit heisst es im Gebet des Herrn weiter: „Und bringe uns nicht in Versuchung hinein.“ (Matthäus 6:13, NW; Lukas 11:4) Wie konnte Jesus dies beten, wenn die Schrift uns doch sagt, dass er gleich nach seiner Taufe im Jordan „durch den Geist [Gottes] hinaufgeführt wurde in die Wüste, um von dem Teufel versucht zu werden“ und der Versucher zu ihm herantrat, um ihn von Gott wegzuziehen? Auch wird Jesus der „Sohn Abrahams“ genannt, von dem geschrieben steht: „Und es geschah nach diesen Dingen, dass Gott den Abraham versuchte.“ Dies geschah, indem er ihm gebot, Isaak, seinen geliebten Sohn, den er von Sara erhalten hatte, zu opfern. (1 Mose 22:1) Und dann, als Satan Gott herausforderte, überliess ihm Gott den treuen Hiob, damit er ihn, wenn möglich, dazu versuche, Gott ins Angesicht zu fluchen. Und an dem Abend, da Jesus von Judas verraten wurde, sagte er zu seinen elf treuen Aposteln: „Ihr aber seid es, die mit mir ausgeharrt haben in meinen Versuchungen.“ (Hiob 1:1 bis 2:13; Lukas 22:28) Von welchem Standpunkt aus können wir also beten, dass unser himmlischer Vater uns nicht in Versuchung hineinbringe? Als Versuch, die anscheinende Schwierigkeit zu lösen, geben Die Vier Evangelien (engl.) von C. C. Torrey die Bitte wie folgt wieder: „Und lass uns nicht der Versuchung nachgeben“, während The Emphatic Diaglott die Stelle wie folgt wiedergibt: „Und gib uns nicht der Prüfung preis.“ — Matthäus 6:13.
    Eines ist gewiss: Unser himmlischer Vater unterwirft uns der Prüfung, doch nicht durch Übles oder durch die Versuchung zur Sünde. Folglich schreibt Jakobus: „Wenn in der Prüfung, sage niemand: ‚Ich werde von Gott versucht.‘ Nein, denn Gott kann nicht von üblen Dingen versucht werden, noch versucht er selbst jemand. Sondern jeder wird versucht, indem er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. Wenn dann die Begierde befruchtet ist, gebiert sie Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, bringt Tod hervor.“ (Jakobus 1:13-15, NW) Als Jehova Gott Adam und Eva vor das Verbot stellte, vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen, versuchte er sie dadurch nicht mit dem Bösen, denn der Baum an sich war nicht böse. Jehova warnte sie davor, im Ungehorsam zu essen, und unterrichtete sie von den üblen Folgen. Deshalb konnten sie nicht zufolge von Unwissenheit dazu versucht werden. Als Eva auf die verführerische Rede der Schlange hörte, wurde sie versucht. Gottes Warnung vor dem Essen hatte keinen Appetit oder Wunsch nach dem Baume in ihr geweckt, aber die falsche Schilderung der Schlange hinsichtlich der Folgen des Essens von diesem Baume im Widerspruch mit Gottes Verbot und Warnung weckte ein unrechtes Verlangen in ihr. Dies war es, was sich für sie zur Versuchung auswirkte, wie Jakobus es oben sagt. Weil sie diesen Wunsch nicht als etwas Unrechtes und als etwas, was gegen Gott war, aus dem Sinn schlug, sondern unterhielt, liess sie sich durch die Versuchung in Sünde hineinziehen und betrügen. — 1 Mose 3:1-7; 2 Korinther 11:3.
    Indes unterwirft uns Gott der Prüfung oder stellt uns auf die Probe, nicht um unsern Sturz herbeizuführen, sondern um zu beweisen, was wir sind, um das, was wir sind, ans Licht treten zu lassen. Er versucht uns nicht mit Üblem zur Bosheit, sondern wir selbst schaffen uns unter dem Einfluss Satans die Versuchung durch den Gedanken, wie schön es wäre, etwas zu tun oder zu haben, was mit Gottes Willen in Widerspruch ist, und dadurch, dass wir uns dann den durch solch unrechtes Denken erweckten Wunsch nicht aus dem Sinne schlagen, sondern ihn mehr und mehr nähren. Auf diese Weise werden wir fortgezogen und so weit weggelockt, dass wir Gottes Rat und Warnung ausser acht lassen. Wir kommen in die Versuchung hinein.

    Wachtturm Oktober 1951

    Durch eine Sünde der Übertretung wider Gottes Gesetz verschulden wir uns ihm gegenüber. „Der Lohn, den Sünde zahlt, ist Tod.“ (Römer 6:23, NW) Gott könnte für unsere Sünde unser Leben verlangen und einfordern; er könnte uns von seiner heiligen Organisation und von der Geselligkeit und Gemeinschaft mit ihr ausschliessen. Er könnte uns seinen Frieden nehmen, indem er alle friedlichen Beziehungen mit uns abbräche. Er könnte uns veranlassen, ihm alles zurückzugeben, was wir von ihm durch seine unverdiente Güte empfangen haben. Wir schulden ihm Liebe, die im Gehorsam zum Ausdruck kommt; und wenn wir sündigen, verfehlen wir, ihm unsere Schuld der Liebe zu zahlen, denn Sünde ist Lieblosigkeit gegen Gott. (Römer 13:8-10) Die Sünde als eine Schuld betrachtend, die bei Gott beglichen werden muss, formulierte Jesus die nächste Bitte im Gebet des Herrn: „Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben haben unsern Schuldnern.“ (Matthäus 6:12, NW) Als Beweis, dass Schuld hier Sünde bedeutet, drückt Jesus dieselbe Bitte im entsprechenden Gebet in den Worten aus: „Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns verschuldet ist.“ — Lukas 11:4, NW.
    9 Zu dieser Bitte wären wir nicht ermächtigt, wenn es nicht eine Grundlage gäbe, auf der uns Gottes Vergebung zukommt. Die Grundlage dafür ist nicht einfach seine Liebe und Barmherzigkeit in abstraktem Sinne und ungeachtet seiner vollkommenen Gerechtigkeit, die für Sünde den Tod fordert. Die Grundlage der Vergebung ist seine Liebe und Barmherzigkeit, wie sie im menschlichen Opfer seines Sohnes Jesus Christus zum Ausdruck kommt, welches Opfer in unserem Interesse allen Forderungen der Gerechtigkeit vollständig entspricht. Als Jesus dieses Gebet in der Bergpredigt lehrte, hatte er bereits erklärt, dass einigen, die er geheilt hatte, die Sünden vergeben seien. So war denn zu verstehen, dass Gottes Vergebung durch Christus Jesus komme, und zwar durch sein vollkommenes Loskaufsopfer. Der Apostel Paulus, der sich als der vorderste der Sünder ausgab, sagte zu Gottes Kindern: „Der Sohn seiner Liebe, durch den wir unsere Erlösung durch Loskauf haben, die Vergebung unserer Sünden.“ „Nun hat er sich ein für allemal kundgemacht in der Vollendung der Systeme der Dinge, um Sünde hinwegzutun durch das Opfer seiner selbst.“ Um somit diesen Teil des Gebetes des Herrn wirksam zu beten, müssen wir an das Opfer Christi aufrichtig glauben und es annehmen. — Lukas 5:20-24; 7:47-49; Matthäus 9:1-8; Kolosser 1:13, 14 und Hebräer 9:26, NW; Galater 1:4.

    Wachtturm – Oktober 1951

    »Und vergib uns unsre Sünden, denn auch wir selbst vergeben allen unseren Schuldnern« (V. 4): Wie bei Matthäus macht der Beter seine eigene Vergebung zur Voraussetzung. Es heißt ja in Mt 6,12 bei genauer Übersetzung: »… wie auch wir vergeben haben (!) unseren Schuldnern«. Das heißt, der Beter will seine Bitte um Vergebung erst dann aussprechen, wenn er selbst seinen »Schuldnern« vergeben hat – und zwar »allen«! »Schuldner«: Das sind die Leute, die ihm selbst etwas schulden bzw. an ihm schuldig geworden sind. Man vergleiche das Gleichnis vom Schalksknecht in Mt 18,21ff Der Weg der Vergebung lässt sich also im Vaterunser wie folgt nachzeichnen: Gottes Wort trifft uns – es bewegt uns zur Vergebung – darauf bitten wir selbst um Vergebung. Die Mehrzahlform »uns« / »unsre« / »wir« deckt noch einmal auf, dass es sich ursprünglich um ein Gemeinschaftsgebet handelt.
    Übrigens schließt sich Jesus auch hier an die früheren Lehrer Israels an (Sir 28,2).

    Der Leser bleibt auch an dieser Stelle mit der nachdenklichen Frage zurück: »Tue ich das, was ich lese?« Wer meint, als Christ nicht mehr zu sündigen, der wird durch das Vaterunser schlagend widerlegt.

    Die fünfte Bitte ist eine Bitte um Bewahrung: »und führe uns nicht in Versuchung« (V. 4). Sie deckt sich wörtlich mit der entsprechenden Bitte bei Matthäus (Mt 6,13). Die genaue Übersetzung lautet: »und bringe uns nicht in Versuchung hinein«. Das heißt, man bittet hier Gott darum, dass er den Test nicht zu schwer macht. Nach der Bibel versucht uns Gott ja nicht (Jak 1,13). Aber er lässt es zu, dass der Teufel an uns herantritt, um uns zu versuchen (vgl. Hiob 1,6ff.; Hiob 2,1ff.; Lk 22,31). Dabei sind die Willensrichtungen Gottes und des Teufels einander total entgegengesetzt. Gott will, dass wir die Versuchung bestehen und deshalb unser Glaube bewährt wird (vgl. Jak 1,12). Der Teufel will, dass wir die Versuchung nicht bestehen und deshalb unser Glaube verschwindet. Die fünfte Bitte des Vaterunsers bei Lukas geht also von der Erkenntnis unserer Schwachheit aus (vgl. Mt 26,41 par). Der Jünger weiß, dass er unterliegt, wenn ihn Gott nicht bewahrt. Und Jesus weiß es auch, sonst hätte er uns nicht so zu bitten gelehrt. Darum zielt diese Bitte »und führe uns nicht in Versuchung« darauf hin, dass Gott dem Teufel eine Grenze setzt, bevor wir in der Versuchung unterliegen. Das Wort Gottes schenkt uns übrigens die Gewissheit, dass Gott diese Bitte erhört (vgl. Lk 22,32; Joh 17,15; 1 Kor 10,13; 2 Thess 3,3). In der Endzeit wird diese Bitte noch dringender werden. Denn die Versuchungen werden zunehmen (Mt 24,4ff.; 2 Thess 2,3ff.; Offb 12-13). Aber Gott wird diese grauenhafte Zeit verkürzen (Mt 24,22), so dass jeder wahre Jünger durchkommt. Im Grunde zeugt die Bitte »und führe uns nicht in Versuchung« von der grenzenlosen Zuversicht, dass Gott stärker ist als der Teufel und alles Böse.

    Gerhard Maier – Edition C

    Manche haben gedacht, diese Aussage bedeute, daß unsere Bereitschaft, andern zu vergeben, die Grundlage sei, auf der Gott uns vergeben kann. Die Vergebung unserer Sünden vor Gottes Thron ist das Ergebnis der Sühne, die der Herr Jesus am Kreuz erwirkt hat. Das gilt für Sünden, die an einem „vergangenen Tag“ begangen wurden, wie auch für unsere Sünden während des gegenwärtigen Tages der Gnade (Röm 3,22-26). Der Gedanke hier ist: Daß wenn sogar sündige Menschen einander vergeben können, dann wird gewiß ein barmherziger Vater im Himmel uns alle unsere Sünden vergeben, und zwar ausschließlich aufgrund Seiner unumschränkten Gnade. Wir verweisen einmal mehr auf die Zeit, in der dieses Gebet gesprochen wurde und beachten den Gegensatz zwischen ihr und der Zeit, in der wir leben. Wir bitten als Gläubige nicht um Vergebung, sondern „wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1Jo 1,9). Vergessen wir dabei aber nicht den hier und andernorts (Mt 6,14.15) vom Herrn gelehrten und in den Lehrbriefen wiederholten (Eph 4,32) Grundsatz, daß wir nicht im Genuß der Vergebung des Vaters oder der Gemeinschaft mit Ihm stehen können, solange wir andern gegenüber unversöhnlich sind.
     „Führe uns nicht in Versuchung“ hat auch zu mancherlei Mißverständnissen Anlaß gegeben. „Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, und selbst versucht er niemand“ (Jak 1,13) ist göttliche, für alle Zeiten unabänderliche Wahrheit. „Versuchung“, peirasmos, ist das Wort, das stets für die verschiedenen Ausdrücke verwendet wird, die im NT von Versuchung, Anfechtung und Erprobung sprechen. Der Zusammenhang gibt uns Aufschluß darüber, ob es sich um Versuchung zur Sünde, die unserem Fleisch entspringt (Jak 1,14), handelt, oder um von Gott gesandte Versuchung im Sinne von Prüfung (Jak 1,2-4). Das Wort „Böse“ kann sich auf Sündhaftes beziehen, das aus unserem Herz quillt oder auf satanische List zurückgeht, aber es kann auch für Schwierigkeiten an einem Tag der Prüfung stehen wie Unglück oder Krankheit. In dieser Bitte um Bewahrung scheint die „Versuchung“ sich auf Prüfungen zu beziehen, nicht auf Verleitung zur Sünde. Wenn es um Sünde gehen sollte, wie einige meinen, dann hat die Bitte den Sinn, daß man als Jünger von Umständen bewahrt bleibt, die dem Fleisch Anlaß zur Sünde bieten. Wiederum wird die Bitte in den Tagen der großen Drangsal eine besondere Bedeutung bekommen, wenn nämlich die Gläubigen zum Herrn schreien, daß Er sie von dem Bösen und seinen Verbündeten erretten möge.

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

    Und die ganze Versammlung pries den Ewigen, den Gott ihrer Väter

    Und David sprach zu der ganzen Versammlung: Preiset doch Jehova, euren Gott! Und die ganze Versammlung pries Jehova, den Gott ihrer Väter; und sie neigten sich und beugten sich nieder vor Jehova und vor dem König.
    Elberfelder 1871 – 1.Chronika 29,20

    Dawid sprach zu aller Versammlung:
    Segnet doch IHN, euren Gott!
    Sie segneten, alle Versammlung, auf dem Gott ihrer Väter zu,
    sie bückten sich und warfen sich nieder vor IHM und vor dem König.
    Buber & Rosenzweig – 1.Chronika 29:20

    Dann sprach David zu der ganzen Versammlung: Preiset doch den Ewigen, euren Gott! Und die ganze Versammlung pries den Ewigen, den Gott ihrer Väter, und sie verneigten sich und warfen sich nieder vor dem Ewigen und vor dem König.
    Die Philippson-Bibel – 1 Chronik 29,20

    Und David sprach zu der ganzen Versammlung: Preiset Jehova, euern Gott! und es pries die ganze Versammlung Jehova, den Gott ihrer Väter; und sie bückten sich, und beteten an vor Jehova und vor dem Könige;
    van Ess – 1.Chronik 29:20

    Betest du zu dem Gott von Israel – oder zu dem Gott eines „geistlichen Israel“??

    Gemeinde: Die damals bei der Bundeslade versammelt war, nämlich, bei der Hütte, welche David längst für sie aufrichten lassen.
    Gott: Dass er eine solche Freiwilligkeit, zur Beförderung des Gottesdienstes in uns erweckt hat.
    Neigten: Das sie vor der heiligen Hütte auf ihre Knie nieder gefallen.
    König: Dem sie seine gebührliche Ehre, wie einer menschlichen Obrigkeit zusteht, erzeigt. (Denn man soll die weltliche Obrigkeit nicht allein fürchten, sondern auch ehren.)

    Luther Studienbibel (2025) – Erklärungen

    Beachte die Reihenfolge: (1) Geben (V. 3–8); (2) Freude (V. 9); (3) Segen (V. 10); (4) Gebet (V. 11–19) und (5) Anbetung (V. 20).

    Scofield-Bibel

    David ruft den Herrn an (29,10-21). Dieses herrliche Gebet beginnt mit Lob und Anbetung des Herrn (V. 10-14). Gott hatte David reichlich gesegnet, also dankt er Gott! Seine Worte sind ein kurzer Kurs in Theologie. Er segnet den Gott Israels und erkennt seine Größe, Macht, Herrlichkeit, seinen Sieg und seine Majestät an. Gott gehört alles! Gott ist souverän über alles! Sein Name ist groß und ruhmreich! Aber wer sind David und sein Volk, dass sie in der Lage sind, dem Herrn so verschwenderisch zu geben? Schließlich kommt alles von ihm, und wenn wir geben, geben wir dem Herrn nur das zurück, was er uns bereits gnädig gegeben hat.

    Im Gegensatz zum ewigen Gott erklärt David, dass er – der König – wie jeder andere Mensch ist, ein Fremder und ein Unbekannter auf Erden. Gott ist ewig, aber das menschliche Leben ist kurz und niemand kann die unvermeidliche Stunde des Todes verhindern. (Hier klingt David wie Mose in Ps. 90.) Da alle Dinge von Gott kommen und das Leben kurz ist, ist es das Klügste, was wir tun können, Gott zurückzugeben, was er uns gibt, und in das Ewige zu investieren.

    Er versichert dem Herrn, dass die Opfergaben aus seinem Herzen und aus dem Herzen seines Volkes kamen und dass sie mit Freude und Aufrichtigkeit gegeben haben. David betet, dass sein Volk immer ein Herz der Großzügigkeit, der Dankbarkeit und der Freude haben möge, und dass es seinem Gott immer treu sein möge. Mit anderen Worten: Mögen sie Gott allein anbeten und nicht den Reichtum zu ihrem Gott machen.

    Wie jeder gottesfürchtige Vater schloss David sein Gebet mit der Fürbitte für seinen Sohn Salomo, dass er immer gehorsam sein möge gegenüber dem, was im Gesetz geschrieben steht, und dass es ihm gelingen möge, den Tempel zur Ehre Gottes zu bauen. („Palast“ in V. 19 KJV bedeutet „jedes große palastartige Gebäude“.) Dann forderte er die Gemeinde auf, den Herrn zu segnen, und sie gehorchten und verneigten sich tief und fielen sogar in Unterwerfung und Anbetung auf ihr Gesicht. Was für eine Art, ein Bauprogramm zu beginnen!

    Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

    Zum Schluss richtet er sich wieder an die ganze Versammlung und ermutigt sie inständig, Jahwe, ihren Gott, zu preisen (29,20). Das geschieht dann auch. Sie beugen sich vor Jahwe, dem Gott ihrer Väter, und beten ihn an (vgl. 16,36). Sie verbeugen sich auch vor dem König (29,20). Das zeigt die Ehre, die man ihm geben wollte, nicht Anbetung. Sie wäre verboten (2Mo 20,4f.).

    Edition C Bibelkommentar Altes Testament

    Schließlich bezeichnete er Gott als den Einen, der in der Vergangenheit mit den Vorfahren des Volkes Abraham, Isaak und Israel einen Bund geschlossen hatte, und er betete dafür, daß das Volk diesen Bund bereitwillig bewahren und ihm treu sein würde und Gott seinen fortwährenden Segen geben möge, insbesondere, indem er Salomo die völlige Hingabe an Gott und den Tempelbau ermögliche (V. 19 ; vgl. 1Chr 28,9 ). Nach diesem Gebet bat David die Versammlung, den HERRN zu preisen ( 1Chr 29,20 ).

    Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

    Gegen Ende der Regierungszeit Davids, nachdem die Israeliten reichlich für den Bau des Tempels in Jerusalem gespendet hatten, bekannte der König, dass alles von Gott gekommen war. Daraufhin segnete der König den Herrn in Gegenwart des Volkes:
    Gepriesen seist du, HERR, der Gott Israels, unseres Vaters, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Dein, HERR, ist die Größe und die Macht und die Herrlichkeit und der Sieg und die Majestät; denn alles, was im Himmel und auf Erden ist, ist dein. Dein ist das Reich, HERR, und du bist erhaben über alles. Reichtum und Ehre kommen von dir, und du herrschst über alles. Und nun danken wir dir, unser Gott, und preisen deinen herrlichen Namen. Aber wer bin ich, und was ist mein Volk, dass wir so bereitwillig opfern können? Denn alles kommt von dir, und von dir selbst haben wir dir gegeben. . . Herr, unser Gott, all dieser Reichtum, den wir dir zur Verfügung gestellt haben, um deinem heiligen Namen ein Haus zu bauen, kommt aus deiner Hand und ist dein Eigentum … Herr, der Gott Abrahams, Isaaks und Israels, unserer Väter, bewahre für immer solche Absichten und Gedanken in den Herzen deines Volkes und richte ihre Herzen auf dich. (1. Chronik 29:10-18)
    Dann forderte David die Versammlung auf, den Herrn zu segnen, und das Volk verneigte sich und huldigte ihm (1. Chronik 29,20). Nur wenige Momente in der stürmischen Geschichte Israels haben jemals das übertroffen, was an diesem Tag in Jerusalem geschah, als das Volk einmütig den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs segnete. Aber dieser Tag wird für immer in den Schatten gestellt werden, wenn sie schließlich den heiligen Namen ihres Messias Jesus segnen und ihn, wie einst der zweifelnde Thomas, mit diesen Worten anrufen: „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh. 20:28).

    Paul R. Wilkinson – Israel: Das Erbe Gottes

    „Nein, das ist überhaupt nicht nötig. Ihr könnt ihnen auch was zu essen geben!“

    Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben nicht nötig wegzugehen; gebet ihr ihnen zu essen.
    Elberfelder 1871 – Matthäus 14,16

    Der [Jesus] aber sagte ihnen: „Sie haben kein Bedürfnis (nicht nötig) zu gehen, gebt ihr ihnen zu essen.“
    offene Bibel – Matthäus 14:16

    Kennst du auch das Problem: du möchtest mit anderen Menschen über die Bibel sprechen, aber dann fragst du dich: „wohin führe ich diese dann?“, weil man dir beigebracht hat, dass du interessierte Personen in eine Organisation führen müsstest? Nehmen wir diesen Vers, dann wäre die richtige Reaktion: „Gott wird mir helfen, die Menschen die an IHM interessiert sind, direkt zu einer Beziehung zu Jehovah zu führen“ – und zwar ohne eine Organisation 😉

    Alliteration
    χρείαν ἔχουσιν
    „Sie haben nicht nötig“ (Mt 14,16, ELB)
    Alliterationen entstehen durch die Wiederholung von Konsonanten, die in „nötig“ (χρείαν chreian) verwendet und in „Sie haben“ (ἔχουσιν echousin) wiederholt werden.

    Wortspiel in der Bibel

    Der Herr versicherte ihnen, dass es nicht nötig sei, sie wegzuschicken. Warum sollten die Menschen den Einen verlassen, der seine Hand auftut und alles Lebendige nach seinem Wohlgefallen sättigt (Ps 145,16)? Dann brachte er seine Jünger in Verlegenheit, indem er sie aufforderte: »Gebt ihr ihnen zu essen!« Sie waren fassungslos: Wie sollten sie den Menschen etwas zu essen geben? »Wir haben nichts hier als nur fünf Brote und zwei Fische.« Sie hatten ganz vergessen, dass sie auch noch Jesus hatten. Geduldig sagte der Heiland: »Bringt sie mir her!« Das war ihre Aufgabe.

    MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

    Herrliches Wort! »Es ist nicht nötig, dass sie weggehen.« Wir sind imstande, wenn Er mit uns ist, allem Mangel abzuhelfen, der entstehen mag; wir brauchen nie die Menge wegschicken, um sie dem Staat oder der Pfarrei oder Mietlingen zu überlassen. Wenn wir nur ans Werk gehen, so werden wir finden, dass der Herr uns für jeden Notfall ausrüstet. »Gebt ihr ihnen zu essen.« Ihr redet davon, dass sie für sich kaufen sollen, aber sie sind mittellos und können nichts kaufen. Alles muss umsonst sein, sonst werden sie verhungern. Ihr seid die Leute dazu, sie umsonst zu speisen. Geht daran und beginnt sogleich.

    Charles H. Spurgeon – Das Evangelium des Reiches

    Aber Jesus sagte zu ihnen: Sie brauchen nicht wegzugehen; gebt ihr ihnen zu essen. Das ist kein rechtes Mitgefühl, sagte er ihnen, wenn es nicht euch selbst zum Geben treibt. Ihr sollt nicht nur bedenken, daß das Volk Mangel hat, sondern Hand anlegen, sollt ihnen nicht bloß sagen: Kauft euch Speise! sondern sie speisen. Das ist das rechte Mitleiden, nicht das, das uns nicht zum Handeln bewegt.

    Schlatters Erlӓuterungen zum Neuen Testament

    Der Einfache Befehl des Herrn: »Gebt ihr ihnen zu essen« zeigt, daß wir dem Herrn ohne zu fragen geben müssen, was wir besitzen. Es ist notgedrungen wenig, aber der Herr wird das Übrige tun wie mit der Handvoll Mehl im Topf und dem wenigen Öl im Krug (1Kö 17,12; 2Kö 4,2). In Joh 6,5 fragte der Herr den Philippus, wo er Brote kaufen wollen, um »ihn zu versuchen«, aber Philippus gab keine zufriedenstellende Antwort. In Matthäus 14,16 folgte auf die Aufforderung »gebt ihr ihnen zu essen« auch keine befriedigende Antwort. Als sie auf die fünf Brote und die zwei Fische hinwiesen, offenbarten sie lediglich ihren Unglauben. Es mag sein, daß hier eine gleichnishafte Bedeutung vorliegt. Der Fisch läßt uns an den Fischzug von Lk 5,1-11 denken. Als der Herr Fische aus dem See austeilte, wollte er sagen, daß die Ungeretteten aus allen Nationen zu Ihm gezogen werden würden, um das Volk Gottes zu bilden. Das Brot läßt und an 1Kor 10,17 denken, wo die Heiligen als »ein Brot« gesehen werden, als Gläubige, die in örtlichen Gemeinden zu Gemeinschaften gesammelt worden sind.

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

    Die Antwort: »Sie brauchen nicht wegzugehen« ist doppelgründig. Natürlich meint Jesus zunächst, dass sie nicht woanders Lebensmittel kaufen müssen. Aber darüber hinaus klingt eine Lebensregel für alle Notlagen der Jünger an: »Sie brauchen nicht wegzugehen«. Bei Jesus ist volle Fürsorge für große und kleine Nöte unseres Lebens da: »Ich bin gekommen, dass sie das Leben und volle Genüge haben sollen!« (Joh 10,10). Ähnlich steht es mit dem zweiten Satz: »Gebt ihr ihnen doch zu essen!« Er fordert die Jünger auf, die Menschen in ihrer Not nicht alleinzulassen. Sie, die Jünger Jesu, werden doch Hilfe wissen! Jetzt, am Ostufer in der Abenddämmerung, und in der ganzen Gemeindezeit bis zur Wiederkunft Jesu: Ihr, meine Jünger, könnt in meiner Kraft helfen. Der helfende Messias hat auch helfende Jünger. Allerdings: Haben sie Jesus nicht bei sich, können die Jünger niemals helfen.
    Bei dem Satz der Jünger: »Wir haben hier nur fünf Brote und zwei Fische« achten wir auf dreierlei. Die »fünf Brote und zwei Fische« sind der erste Punkt. Bei dem raschen Aufbruch der Menge, die Jesus bei der Landung begegnen wollte, war natürlich keine Versorgung mit Speisen möglich. Kleine Krüge oder Gefäße mit Wasser waren eher bereit und leichter mitgenommen. Das Zweite: »nur« sagen die Jünger. Andreas fügt hinzu: »Was ist das unter so viele?« (Joh 6,9). Aber fünf Brote und zwei Fische in den Händen Jesu sind genug, um 5000 Menschen zu speisen. Wo die eigenen Mittel klein sind, da beginnt erst Gottes Herrlichkeit zu strahlen! So war es bei David gegen Goliath, bei Gideons 300 Mann gegen 120.000 Midianiter, beim knienden Hiskia gegen Hunderttausende von Assyrern. Umgekehrt: Wo unsere Hände schon voll sind, kann Gott nichts dazutun. In ein volles Glas kann man nichts mehr einschenken.
    Hier stoßen wir geradezu auf ein Wirkungsgesetz des Reiches Gottes. Das Dritte: »hier« haben sie nur so wenig. Aber gerade jetzt brauchen sie mehr! Das weist auf die Unausweichlichkeit von Entscheidungen und Maßnahmen hin, die hier und jetzt zu treffen sind. Wie nahe liegen uns Ausweichen und Ausflüchtemachen. Und doch will ausgerechnet »hier« Gott ein Wunder tun. Der Satz: »Bringt sie mir her!« ist denkbar kurz und einfach. Aber auch er enthält ein Geheimnis. Jesus sagt nicht: »Das Wenige hat keinen Wert.« Sondern er will das Wenige treu eingesetzt haben. Er knüpft an das an, was der Vater bisher schon gegeben hat, und nimmt es als Angeld für das kommende Größere. Zugleich sind damit die Jünger in sein Werk einbezogen.

    Gerhard Maier – Edition C

    Die Frage ist für mich also nicht so sehr, ob Gott handelt, sondern vielmehr, wie viele Leute noch da sein werden, die dem Menschensohn, dem Auserwählten, auf diese Art und Weise vertrauen, wenn er dann irgendwann auf die Erde zurückkommen wird.

    Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und ist er in Bezug auf sie langmütig? Ich sage euch, daß er ihr Recht schnell ausführen wird. Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde?
    Elberfelder 1871 – Lukas 18,7–8

    Sollte Gott aber nicht erst recht [für] die Strafe (Rache) seiner Erwählten, die am Tag als auch in der Nacht ihn laut anrufen, eintreten? Sollte er auch über sie lange Geduld haben (ausharren)? Ich spreche zu euch, dass er ihre Strafe (Rache) unverzüglich machen (ausführen) wird. Doch wird der Sohn der Menschen, wenn er komm,[dann noch] den Glauben (Treue) auf der Erde finden?
    offene Bibel – Lukas 18:7–8

    Jetzt stelle ich euch die Frage: Wird Gott nicht den Menschen zu ihrem Recht verhelfen, die er zu sich gezogen und auserwählt hat und die Tag und Nacht zu ihm schreien? Wird er sie etwa lange auf seine Hilfe warten lassen? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich zu ihrem Recht verhelfen! Und dennoch stellt sich die Frage: Wird der von Gott gesandte Menschensohn eurer Meinung nach Glauben auf der Erde finden, wenn er kommt?«
    Roland Werner – Das Buch – 2009 – Lk 18,7–8

    Lk 18,7 οὐ μή m. Aor. Konj. stärkste Verneinung zukünftigen Geschehens (A257), bez. hier in der rhetorischen Frage eine Bejahung (BDR § 3655). ποιήσῃ Aor. Konj. ποιέω; ποιέω τὴν ἐκδίκησίν τινος umschreibt das einfache Verbum ἐκδικέω (B I1bδ; vgl. V. 3) jmdn. rächen, jmdm. Recht verschaffen (ThWNT 4, S. 383). ἐκ-δίκησις8 Rache, Bestrafung. ἐκ-λεκτός9 (< ἐκ-λέγομαι [für sich] auswählen) ausgewählt, im NT fast durchweg: auserwählt (ausgesondert, um zu Gott zu gehören bzw. ihm zu dienen); subst.; ὁ θεὸς οὐ μὴ ποιήσῃ τὴν ἐκδίκησιν τῶν ἐκλεκτῶν αὐτοῦ …; Gott sollte seinen Auserwählten … nicht erst recht zu ihrem Recht verhelfen? (vgl. BDR § 3655). βοώντων Ptz. βοάω (laut) rufen, schreien; attr. ἡμέρας καὶ νυκτός gen. temp. (H-S § 168a; A166) Tag und Nacht. καί (zweites) wohl alternativ (A314) oder; leitet wohl eine neue Frage (jetzt m. Ind.) ein. μακρο-θυμέω Geduld haben, geduldig/langmütig sein; hier wahrscheinl. zögern; καὶ μακροθυμεῖ ἐπʼ αὐτοῖς; oder zögert er bei ihnen lange? bzw. oder zieht er es lange hin mit ihnen? (B 3) bzw. und wird er sie etwa lange warten lassen (NGÜ); andere Deutungen dieser schwierigen Stelle: und er übt Langmut (auch) an ihnen (ThWNT 4, S. 384 Anm. 56); auch (wenn) (καί konz.) er Langmut bei ihnen übt (Menge). Lk 18,8 ὅτι recitativum = Doppelpunkt (A333). ποιήσει Fut. V. 7. τάχος7 Schnelligkeit; ἐν τάχει in Kürze, bald. πλήν aber, doch, jedoch. ἐλθών Aor. Ptz. ἔρχομαι, temp. ἆρα Fragepartikel vor direkter Frage (A320). εὑρήσει Fut. εὑρίσκω; πλὴν ὁ υἱὸς τοῦ ἀνθρώπου ἐλθὼν ἆρα εὑρήσει τὴν πίστιν ἐπὶ τῆς γῆς; jedoch wird der Menschensohn, wenn er kommt (bei seiner Wiederkunft), auf der Erde den Glauben finden? (so meistens, doch ist der Zusammenhang m. dem Kontext [bes. V. 1 u. 8] dann schwierig), viell. Fut. in einer deliberativen Frage (vgl. BDR § 366) auf die ausstehende Reaktion der Hörer bezogen: jedoch findet der Menschensohn, nachdem er gekommen ist (näml. jetzt), auf der Erde den Glauben? (näml. dass Gott die Gebete seiner Auserwählten bald erhören wird).

    Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

    Im Gleichnis vom ungerechten Richter ging es Jesus um Beständigkeit im Gebet: daß sie, die Jünger, allezeit beten und nicht nachlassen sollten. Eine Witwe bedrängte einen ungerechten Richter immer wieder, ihr Recht zu verschaffen, doch er lehnte es stets ab, sie anzuhören. Doch am Ende gab er ihrem Drängen nach, weil sie ihm soviel Mühe machte, damit sie nicht zuletzt komme und ihm ins Gesicht schlage. In seiner Deutung (V. 6 – 8) wies Jesus darauf hin, daß, wenn sogar der ungerechte Richter der Frau Recht schaffte, dann doch auch Gott (der gerechte Richter) Recht schaffen sollte seinen Auserwählten, und zwar rasch. Jesu Frage: Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden? war kein Zeichen für seine Unwissenheit. Er fragte auch nicht danach, ob es bei seiner Rückkehr überhaupt noch Gläubige auf Erden geben würde, sondern wollte die Jünger zum gläubigen und standhaften Beten ermutigen. Auch in diesem Zusammenhang verwendete er also ein negatives Beispiel, um etwas Gutes deutlich zu machen (vgl. Lk 16,1-13).

    Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

    Nach der in dem Fragesatz: „Sollte Gott nicht Seinen Auserwählten zu ihrem Recht verhelfen?“ erwähnten göttlichen Langmut gibt Jesus die Antwort, daß Gott in Eile das Recht Seiner Auserwählten ausführen wird. Die Schlußfolgerung, die der Herr hier aus dem Gleichnis zieht, bekräftigt Er mit Einsetzung Seines Wortes: „Ich sage euch“. Die Worte „en tachei = in Eile“ bedeuten entweder den schnellen Verlauf der Hilfe (vgl. Rö 16, 20) oder das baldige Eintreten des Rettungsvorganges (Offb 1, 1; 22, 6). Beides fließt ineinander (Apg 12, 7; 22, 19). (Vgl. 5 Mo 32, 43; Jes 63, 4; 2 Pt 3, 9. 15; Rö 16, 20). Einen Widerspruch enthält diese Aussage nicht zu der vorhin genannten Verzögerung der Erhörung des Gebetes. Das „in Eile“ ist ein göttliches Zeitmaß für die ganze Zeit der Geduld. Er kann nicht schneller zur Erlösung und Offenbarung eilen, als dies Seine Weisheit erlaubt. Gott wirkt alles unablässig eins nach dem andern. Alles, was geschehen muß, wird endlich und plötzlich am Ende der Tage hereinbrechen. Die Befreiung „in Eile“ wird dann im vollen Sinne Wirklichkeit. Jesus sagt mit diesen Worten gar nicht, wie bald Seine Ankunft eintreten wird.
    Am Schluß des Gleichnisses fragt Jesus nicht, ob der wiederkommende Menschensohn wohl Glauben vorfindet, sondern ob Er „den Glauben“ findet. Da Jesus „den Glauben“ nennt, meint Er den Glauben des unablässigen, nicht ermüdenden Bittens, kurz den ausharrenden Glauben.
    Weil der Glaube der Auserwählten durch die Verzögerung der Erhörung und die Verzögerung der Wiederkunft des Herrn eine schwere Anfechtung zu bestehen hat, meint der Herr die Frage so: Ob wohl der Glaube nach der langen Prüfung noch beharrlich genug ist, um eine solche Rettung wie jene Witwe zu erfahren? Die leichte Zweifelsfrage des Herrn soll anspornen, im gläubigen Gebete auszuharren und nicht matt und lässig zu werden.

    Rienecker – Wuppertaler Studienbibel

    Aber der Herr sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt. Sollte aber Gott seinen Auserwählten nicht Recht schaffen, die zu ihm bei Tag und Nacht rufen, auch wenn er über ihnen langmütig bleibt? Ich sage euch: Rasch wird er ihnen Recht schaffen. Überwindet der dringliche, anhaltende Ernst der Bitte sogar einen ungerechten Richter auf Erden, so wird Gott vollends das Recht der Seinen schirmen und erweisen, die als seine Erwählten in seiner Liebe stehen und sein eigen sind. Nicht Fremden zur Hilfe offenbart er seine Gottesmajestät, sondern für die Seinigen. Ihnen hilft er zum Recht gegen die, die Gewalt an ihnen üben, ihr Wort verspotten, ihren Glauben verhöhnen, sie ins Böse stoßen und verführen und ihr Leben antasten. In diesem Streit ums Recht wird er die Entscheidung sichtbar geben und offenbar machen, wer seine Erwählten sind, wessen Wort von ihm ist und wessen Werk seinen Willen tut. Rufen sie ihn Tag und Nacht an, während er Langmut übt und des Gerichts sich noch enthält und auch der Sünderwelt Raum und Frist gibt, daß sie dahinleben kann wie in Noahs Tagen, so entsteht allerdings der Schein, als riefen auch sie wie jene Witwe den zum Richter an, der sich ihrer nicht annehmen will. Jesus aber sagt: Gott wird nicht umsonst angerufen; rasch greift er ein und macht das Recht derer offenbar, die auf ihn warten.
    18,8b: Allein wird der Sohn des Menschen, wenn er kommt, auf Erden den Glauben finden? Droben im Himmel ist der Richter bereit, denen, die ihn anrufen, beizustehen und das Recht derer zu schirmen, die sich zu Jesus bekennen. Sieht er aber auf die Erde, dann entsteht die Frage, die er seiner Gemeinde vorlegt, damit sie sie bewege. Die Bitte findet droben Erhörung; aber werden sich auf Erden die Beter finden? Das Bitten erwächst aus dem Glauben und kommt nicht zustande, kann auch nicht Erhörung finden, wenn es nicht aus dem Glauben fließt. Als der Menschensohn zu seinem Dienst auf Erden kam, fand er den Glauben nicht, den er suchte. Es ist eine kleine Schar, die bei ihm steht. Nun geht er zum Vater zurück. Wird der Glaube bleiben, auch am Unsichtbaren hängen, auch dann, wenn man von seinen Tagen nichts sieht und jedermann ißt und trinkt, freit und sich freien läßt ohne Sorge, da ja der Menschensohn längst begraben ist? Jesus sagt nicht, er werde auf Erden den Glauben nicht mehr finden, sondern läßt die Frage ohne Antwort, damit sie das Gewissen der Seinen bewege; denn sie sind es, durch die dieser Frage die Antwort gegeben werden muß.
    Seine Sorge ist wieder völlig derjenigen entgegengesetzt, die uns Menschen bedrückt. Wir fürchten gleich, Gott versäume sein Amt, lasse sich anrufen ohne Erhörung und werde an uns zum ungerechten Richter, der unsere Sache nicht zur seinen macht. Diese Sorge hat Jesus nicht bewegt. Auf Gott fällt kein Makel; denn er schafft rasch allen, die ihn bitten, Recht. Aber auf das, was die Menschen aus seinem Wort machen, sah Jesus mit tiefem Ernst. Sie können es freilich dahin bringen, daß dieses umsonst auf die Erde kam, und ein glaubensloses Geschlecht bleiben, das nicht um Gottes Hilfe bittet, weil es seine Sache nicht in Gottes Hände legen mag, auch nicht kann.
    Daß der Menschensohn komme, sagt auch hier Jesus als ein gewisses Wort. Nicht ob ihn Gott nochmals sende, ob er sein begonnenes Werk vollenden und seine Gemeinde zu sich holen dürfe, nicht das macht er zur Frage, nur das eine, was als die Frucht seines irdischen Dienstes und seiner Kreuzestat den Menschen verbleibe, ob sich der Glaube, den er durch diese pflanzt, auf Erden erhalten werde bis zum Tag, an dem er kommt. Seine Sendung steht unabhängig über dem, was der Mensch will und glaubt, da er sie aus der Hand des Vaters empfängt. Was der Mensch will und glaubt, bedingt freilich sein eigenes Geschick, scheidet ihn von Gottes Reich oder gibt ihm daran teil. Doch Gottes Werk wird er nicht hindern und der Menschensohn sein Reich offenbaren; für wen und wie, das liegt in Gottes Rat.

    Schlatters Erläuterungen zum Neuen Testament

    Nachdem er seine Jünger über eschatologische Themen belehrt hatte, lehrte Jeschua zwei Prinzipien bezüglich des Gebets. Das erste Prinzip ist das der Beharrlichkeit (Lukas 18,1-8): Und er redete ein Gleichnis zu ihnen, dass sie allezeit beten und nicht verzagen sollten (Lukas 18,1). Beharrlichkeit im Gebet war besonders in Bezug auf das zweite Kommen notwendig. Da das Reich Gottes zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgerichtet sein würde, sollten die Jünger so beten, wie er sie zuvor gelehrt hatte: Dein Reich komme (Matthäus 6,10). Um diese Art des Gebets zu ermutigen, erzählte Jeschua das Gleichnis von der ungeduldigen Witwe (Lukas 18,2-5), in dem eine Frau zu einem Richter kam und verlangte: Räche mich an meinem Widersacher (Lukas 18,3). Der Richter war nicht allzu sehr auf Gerechtigkeit bedacht, aber weil die Witwe immer wieder kam, gab er schließlich nach und gewährte ihre Bitte. Ihre Hartnäckigkeit, nicht die Gerechtigkeit des Richters (Lukas 18:6), hat ihr Ziel erreicht.

    Die Anwendung ist diese: Und wird Gott nicht seine Auserwählten rächen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und ist er langmütig über sie? Ich sage euch, daß er sie bald rächen wird. Wenn aber des Menschen Sohn kommt, wird er Glauben finden auf Erden? (Lukas 18:7-8). Die Formulierung „wenn der Sohn des Menschen kommt“ weist darauf hin, dass sich dieses Gebet auf das zweite Kommen bezieht. Wenn ein ungerechter Richter aufgrund von Beharrlichkeit antwortet, wie viel mehr wird Gott, der gerecht ist, auf beharrliches Gebet antworten? Obwohl der Vers andeutet, dass das zweite Kommen noch einige Jahre entfernt ist, stellt er auch klar, dass es mit Sicherheit kommen wird. Das Prinzip bezüglich des Gebets für das zweite Kommen ist folgendes: Die Gewissheit dessen, was erbeten wird, sollte uns zu Beständigkeit im Gebet führen. So sollte der Gläubige beharrlich beten: „Dein Reich komme“.

    Arnold Fruchtenbaum – Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive

    Wenn sogar ein ungerechter Richter in der Lage ist, Recht zu schaffen, wieviel mehr wird dann ein Gott der Liebe und Wahrheit Seinen eigenen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu Ihm schreien. Wir sollten diesen Ausdruck beachten, der auf einen Aufschub des göttlichen Eingreifens hinweist. Die Auserwählten „schreien Tag und Nacht zu ihm“, und er „ist langmütig in Bezug auf sie“. Gottes Verzug ist eine der Hauptmethoden der Erziehung in der Schule der Gnade, denn dadurch lehrt Er uns Glauben und Geduld. Es gibt noch einen zweiten Grund für den Verzug. Wo Petrus von Gottes Uhr spricht, sagt er, daß Gott „nicht will, daß irgendwelche verloren gehen, sondern daß alle zur Buße kommen“ (2 Petrus 3,9). Das ist der Zusammenhang hier. Wenn der Menschensohn kommt, wird Er Gericht über die Gesetzlosen bringen, aber Gott wartet in Geduld, daß böse Menschen zur Buße kommen; daher wartet der Herr noch ab.
    Wenn nach Gottes Plan die Zeit für Sein Eingreifen gekommen ist, wird das Gericht plötzlich beginnen. Das stimmt völlig mit den Warnungen überein, die der Herr eben über das plötzliche Gericht beim Kommen des Menschensohnes gegeben hatte. Im soeben zitierten Abschnitt des Hebräerbriefes finden wir als exakte Parallelen zur Unterweisung über die Geduld des Herrn und das Warten Gottes (Hebräer 10,36) dennoch auch das plötzliche Kommen, denn es heißt „er wird nicht verziehen“ (10,37). Der Herr wird Sein Kommen hinausschieben, vielleicht sehr lange, so daß der Glaube der Treuen hart erprobt werden wird, aber „über ein gar Kleines, und der Kommende wird kommen und nicht verziehen“. Hierin steckt das Prinzip der unmittelbaren Erwartung Seines Kommens, das dem Ungläubigen paradox erscheinen mag, für den Gläubigen hingegen eine wunderbare Bedeutung hat. Der Herr lobt die Versammlung in Philadelphia „weil du das Wort meines Ausharrens bewahrt hast“. Hier haben wir wiederum das Warten des Herrn, aber dann sagt Er: „Siehe, ich komme bald“ (Fußn. Elberf wörtl. „schnell, eilends“, Offb 3,10.11).
     Daß das Ausharren im Gebet und die Aufforderung, nicht zu ermatten, Sein Kommen im Auge hat, wird an der Frage ersichtlich, die das Gleichnis abschließt. „Den Glauben … auf der Erde“ muß persönlich verstanden werden als der Glaube der Getreuen, die weiterhin im Gebet verharren und die Hoffnung auf das Kommen des Herrn nicht preisgeben. Ein treuer Überrest wird auf den Sohn des Menschen warten, wenn Er vom Himmel herniederkommt. Das ist die Auslegung, die zum Zusammenhang des Gleichnisses paßt; wir sollten darüber aber nie die praktische Lektion übersehen, daß beharrliches Gebet mit Erhörungen vom Himmel her belohnt wird.

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

    Wenn man in einer Gesellschaft lebt, die verrottet (17:37), ist die Luft giftig, und man wird leicht ohnmächtig! Aber das Gebet bringt uns in Kontakt mit dem reinen Sauerstoff des Himmels, so dass wir weitermachen können. In diesem Gleichnis über das Gebet stellt Jesus den selbstsüchtigen Richter und den himmlischen Vater einander gegenüber (und vergleicht sie nicht). Damals war es für arme Witwen sehr schwierig, zu ihrem Recht zu kommen, weil ihnen die Mittel fehlten, um die Beamten zu bestechen, die den Richter zum Handeln bewegen sollten. Aber diese Witwe wollte nicht aufgeben, bis der Richter ihr gegeben hatte, was ihr zustand.

    Wenn schon ein selbstsüchtiger Richter die Bedürfnisse einer armen Witwe erfüllt, wie viel mehr wird dann der liebende himmlische Vater die Bedürfnisse seiner eigenen Kinder erfüllen, wenn sie zu ihm schreien? Dieses Gleichnis fordert uns nicht auf, Gott so lange zu bedrängen, bis er handelt; es besagt, dass wir ihn nicht zu bedrängen brauchen, weil er bereit und willens ist, unsere Gebete zu erhören. (Siehe 11:5-10 für ein ähnliches Argument.) Die Witwe hatte keinen Anwalt, aber wir haben einen Hohepriester am Thron Gottes im Himmel. Sie hatte keine Verheißungen, aber wir haben eine Bibel voller Verheißungen, die wir in Anspruch nehmen können. Sie war eine Außenseiterin, aber wir sind Kinder Gottes! Welch ein Privileg ist es, zu beten!

    Wiersbes Erläuterungen zum Neuen Testament