Er kann jeden aus einer gefährlichen Situation retten, er kann jeden befreien. Dieser Gott tut heftige Wunder, man kann das überall auf der Erde und auch im Universum sehen.

Von mir wird Befehl gegeben, daß man in der ganzen Herrschaft meines Königreichs bebe und sich fürchte vor dem Gott Daniels; denn er ist der lebendige Gott und besteht in Ewigkeit, und sein Reich wird nie zerstört werden, und seine Herrschaft währt bis ans Ende; der da rettet und befreit, und Zeichen und Wunder tut im Himmel und auf der Erde: denn er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen errettet. Und dieser Daniel hatte Gedeihen unter der Regierung des Darius und unter der Regierung Kores’, des Persers.
Elberfelder 1871 – Daniel 6,28–29

Hierauf schrieb der König Darius an alle Völker, Volksstämme und Zungen, die auf der ganzen Erde wohnten: »Heil möge euch in Fülle zuteil werden!  Hiermit ergeht der Befehl von mir, daß man im ganzen Bereich meiner königlichen Herrschaft vor dem Gott Daniels zittern und ihn fürchten soll; denn er ist der lebendige Gott, der in Ewigkeit bleibt; sein Reich (oder: Königtum) ist unzerstörbar, und seine Herrschaft nimmt kein Ende. Er errettet und befreit und vollführt Zeichen und Wunder am Himmel und auf Erden, er, der Daniel aus der Gewalt der Löwen errettet hat.«
Menge – Daniel 6:26–28

„Möge euer Frieden sehr groß werden! Von mir aus ist ein Befehl erlassen worden, daß in jeder Herrschaft meines Königreiches die Menschen beben und sich vor dem Gott Daniels fürchten sollen. Denn er ist der lebendige Gott und besteht auf unabsehbare Zeiten, und sein Königreich ist eines, das nicht zugrunde gerichtet werden wird, und seine Herrschaft währt immerdar. Er rettet und befreit und vollbringt Zeichen und Wunder in den Himmeln und auf der Erde, denn er hat Daniel von der Tatze der Löwen befreit.“
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Daniel 6,25–27

Ergänzungen zu dem Beitrag

Der König, der durch ein Gesetz nun einen Monat lang (V. 8 ) als Gott verehrt wurde, veröffentlichte eine Erklärung, daß alle Menschen seiner Nation ( alle Völker, Nationen und Männer aus allen Sprachen ; vgl. Dan 3,4.7;5,19;7,14 ) Daniels Gott fürchten und ehren müssen . Dies war eine erstaunliche Kehrtwendung des Darius! Der Grund dafür war, so schrieb Darius, daß Daniels Gott lebt ( Er ist der lebendige Gott ; vgl. Dan 6,21 ), während die Götter der Meder und Perser tote Götzen waren. Dieser Gott ist ein persönlicher Gott, sein Königreich ist unzerstörbar (vgl. Dan 7,14 ), und er greift in die menschliche Geschichte ein und rettet diejenigen, die ihm vertrauen. Er wirkt mächtige Wunder ( Zeichen und Wunder ; vgl. Dan 4,2-3 ), um seinen Willen zu tun, u. a. auch die wundersame Errettung von Daniel. Solch ein Gott ist wahrhaftig zu ehren und anzubeten. Trotz des Widerstandes, den ihm die Fürsten und Ratgeber entgegengebracht hatten, wurde Daniel nun geehrt und lebte bis zur Regierungszeit von Kyrus .

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Der Herr wurde verherrlicht (Dan. 6:25-27). Aber Darius tat mehr als nur die Verbrecher hinzurichten. Er erließ auch einen Erlass für das ganze Reich, in dem er seinen Untertanen befahl, den Gott Daniels, den Gott der hebräischen Verbannten, zu fürchten und zu ehren (V. 25-27). Darius‘ erstes Dekret in diesem Kapitel erklärte, dass er Gott sei (V. 7-9), aber dieses zweite Dekret erklärte, dass der Gott der Hebräer der wahre und lebendige Gott sei! Damit schloss sich Darius dem König Nebukadnezar an, indem er öffentlich Zeugnis von der Macht und Herrlichkeit des wahren und lebendigen Gottes ablegte (2:47; 3:28-29; 4:1-3, 34-37). Gott hätte Daniel aus der Löwengrube heraushalten können, aber dadurch, dass er ihn vor den Löwen rettete, erlangte Gott größere Herrlichkeit.

Die Juden waren durch die Zerstörung Jerusalems und des Tempels gedemütigt worden, weil ihre Niederlage den Anschein erweckte, dass die falschen Götter der Babylonier stärker waren als der wahre Gott Israels. Der Götzendienst des jüdischen Volkes, insbesondere seiner Könige und Priester, hatte den Untergang Judas herbeigeführt, und der Herr bediente sich einer götzendienerischen Nation, um sie zu besiegen. Jehova war von seinem eigenen Volk nicht geehrt worden, aber jetzt wurde er von heidnischen Herrschern gepriesen, deren Erlasse in der ganzen heidnischen Welt veröffentlicht wurden. Diese Dekrete waren ein Zeugnis für die Heiden, dass es nur einen wahren Gott gab, den Gott der Juden; aber die Dekrete erinnerten auch die Juden daran, dass Jehova der wahre und lebendige Gott war. Die jüdischen Exilanten waren von Götzen umgeben und waren ständig versucht, die Götter der Eroberer anzubeten. Welch ein Paradox, dass die Juden, die den Heiden den wahren und lebendigen Gott bezeugen sollten, von den Heiden bezeugt wurden!

Die Theologie, die im Dekret des Darius zum Ausdruck kommt, ist genauso wahr wie alles, was von Moses, David oder Paulus geschrieben wurde. Jehova ist der lebendige und ewige Gott, dessen Reich niemals zerstört werden wird (V. 26; siehe Deut. 5:26; Jos. 3:10; Ps. 42:2; Jer. 10:10; Ps. 145:13; Offb. 11:15). Er ist der Gott, der die Menschen rettet und sie aus Gefahr und Tod befreit und der Zeichen und Wunder tut (Dan 6,27; siehe 3,28-29; 4,3; Dtn 6,22; Neh 9,10; Pss. 74:9; 105:26-36; 135:9; Jer. 32:20-21).

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series Daniel

In den Versen 25-27 erließ Darius ein öffentliches Dekret zur Ehrung des Gottes Daniels. Der Erlass folgte einem ähnlichen Muster wie der von Nebukadnezar Jahre zuvor (z. B. Dan. 4:1-3 ). In Vers 25 werden die Adressaten des Erlasses genannt: Da schrieb König Darius an alle Völker, Nationen und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: Der Friede sei mit euch gemehrt. Der aramäische Begriff für „Erde“, ara, entspricht dem hebräischen Begriff eretz, der entweder „Erde“ oder „Land“ bedeuten kann. Wie Tanner richtig feststellt, „könnte die Übersetzung ‚Land‘ als ein begrenzteres Gebiet verstanden werden, d.h., [ 266 ] Wenn tatsächlich „in der ganzen Erde“ gemeint wäre, wie die ASV vorschlägt, dann wäre dies „eine Übertreibung, die für die Könige der damaligen Zeit üblich war“. [ 267 ] Darius‘ öffentlicher Erlass richtete sich an das ganze Land, über das er Macht hatte, nämlich die Provinz Babylon . Der folgende Vers bestätigt den angedeuteten Umfang des Dekrets. In Übereinstimmung mit der zu seiner Zeit üblichen Begrüßung begrüßte der König seine Zuhörer mit den Worten: Der Friede sei mit euch gemehrt. Das aramäische Wort für „Frieden“, shelam, bedeutet „Wohlfahrt“ oder „Wohlstand“. Darius‘ Gruß beinhaltet also mehr als „nur“ Frieden. Er schließt das gesamte Wohlergehen der Angesprochenen ein. Dareios grüßte seine Untertanen, indem er die Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass es ihnen gut gehen möge.
In den Versen 26-27 wird der Inhalt des Dekrets detailliert beschrieben, beginnend in Vers 26a mit einer weiteren Erklärung, an wen das Dekret gerichtet war: Ich verordne, dass in meinem ganzen Reich die Menschen zittern und sich fürchten vor dem Gott Daniels. Als Untertan von Kyros dem Großen beschränkte sich Darius‘ Autorität auf die Herrschaft seines Reiches, d. h. die Provinz Babylon . Die Menschen sollten den Gott Daniels verehren und ihm mit Zittern und Ehrfurcht begegnen.
In Vers 26b erklärt Darius, wer Daniels Gott ist: Denn er ist der lebendige Gott und steht fest in Ewigkeit, und sein Reich wird nicht zerstört werden, und seine Herrschaft wird bleiben bis ans Ende. Daniels Gott sollte aus mehreren Gründen gefürchtet werden. Erstens: Er ist der lebendige Gott. In der biblischen Rede unterscheidet dieses Attribut JHWH von den leblosen Götzen der heidnischen Völker (z. B. Jer. 10:10). Zweitens ist er beständig in Ewigkeit. Drittens: Sein Reich kann und wird nicht zerstört werden. Viertens: Während Darius‘ Herrschaft sowohl geografisch als auch zeitlich begrenzt ist, währt Gottes Herrschaft bis zum Ende.
Nachdem Darius das Wesen JHWHs und das Wesen seiner Souveränität angesprochen hatte, wandte er sich als nächstes den Werken dieses Gottes zu und sagte in Vers 27: Er befreit und rettet, und er tut Zeichen und Wunder im Himmel und auf der Erde, der Daniel aus der Gewalt der Löwen befreit hat. Darius lieferte den Beweis dafür, dass Daniels Gott tatsächlich erlösen und retten kann und Zeichen und Wunder im Himmel und auf Erden tut: Er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen befreit. Daher war auch alles andere, was gerade über diesen Gott gesagt wurde, wahr.
Die Doxologie des Darius ist zwar mächtig, verstößt aber nicht gegen polytheistische Grundsätze. Sie allein beweist nicht, dass Darius ein geretteter Mensch wurde. Alle seine Schlussfolgerungen über Daniels Gott konnten erklärt werden, ohne dass er sich von anderen Göttern lossagte.

Arnold G. Fruchtenbaum – Ariels Bibel Kommentar

Nicht übt man mehr Böses,nicht wirkt man Verderbauf all dem Berg meines Heiligtums,denn die Erde ist vollSEINER Erkenntnis,wie Wasser, die das Meerbett bedecken

Man wird nicht übeltun, noch verderbt handeln auf meinem ganzen heiligen Gebirge; denn die Erde (O. das Land) wird voll sein der Erkenntnis Jehovas, gleichwie die Wasser den Meeresgrund (W. das Meer) bedecken.
Elberfelder 1871 – Jesaja 11,9

Sie werden keinen Schaden verursachen
noch irgendetwas Schlimmes anrichten auf meinem ganzen heiligen Berg,
denn die Erde wird ganz bestimmt von der Erkenntnis über Jehova erfüllt sein,
so wie das Wasser den Meeresboden bedeckt.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Jesaja 11:9

Niemand wird Böses tun und Unheil stiften
auf dem Zion ( – Zion (Zionsberg, -stadt)
Ursprünglicher Name der von David eroberten Jebusiterfestung, die dann „Davidsstadt“ genannt wurde (2Sam 5,6-9; ). Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner (Beispiele für die verschiedenen Bedeutungen im Stichwortverzeichnis unten Seite 440). In der Kreuzfahrerzeit wurde der Name irrtümlich auf den Westhügel der Stadt übertragen.
Nach hebräischem Brauch werden Städte und Länder als Frauengestalten personifiziert; entsprechend wird von Jerusalem als der „Tochter/Jungfrau Zion“ gesprochen. Die Übersetzung setzt dafür teils den Namen Jerusalem ein, teils die Umschreibung „Zionsstadt“ (so z.B. in Jes 12,6; Mt 21,5; Joh 12,15). – ), Gottes heiligem Berg.
So wie das Meer voll Wasser ist,
wird das Land erfüllt sein von Erkenntnis
des HERRN.
Gute Nachricht Bibel 2000 – Jesaja 11,9

Stell dir vor, du brauchst keine Angst mehr haben – weil Jehovah nicht nur alles im Griff hat, sondern weil alle lebenden Menschen sich IHM unterordnen! Kein Geschwätz, kein Groll – alle drehen sich um unseren Gott anstatt um sich oder eigene Interessen!

11,6–9 Fleischfressende Tiere, die mit einer neuen Natur ausgestattet sind, sodass sie das schützen, was sie vorher verschlungen haben, sind ein wunderbares Bild für den Frieden auf der Erde in dem neuen Zeitalter, in dem der Messias herrscht (2,4). Die gierigen Völker wie Assyrien werden das Volk Gottes nicht länger angreifen. Die Vision stimmt miter versöhnenden Liebe überein, die heute in der neutestamentlichen Gemeinde bereits sichtbar ist (Eph 2,14–18) und die in dem neuen Himmel und der neuen Erde vollendet sein wird (Offb 21,4.24–27).

11,9 Berg meines Heiligtums Der Berg Zion (vgl. 2,2–4).
die Erde wird erfüllt sein (Hab 2,14).

Reformations-Studien-Bibel

Die Verse 6–9 weiten die Vision vom Frieden aus auf die ganze Natur. Weil das Verhältnis dieses Regenten zu Gott heil ist, kann unter seiner Herrschaft auch die Welt heil werden. Wie 9:5–6 weist auch dieser Text nach christlichem Verständnis auf den Friedenskönig Jesus Christus (vgl. Mk 1:13 und Erklärung).

Einführungen und Erklärungen aus der Stuttgarter Erklärungsbibel

Jesaja beschreibt das gerechte Königreich, das der Messias errichten wird. Der Fluch wird aufgehoben, Friede und Harmonie werden allgegenwärtig sein. Wilde Tiere werden wieder zahm und leben mit Haustieren und Menschen zusammen. Wolf, Leopard, Löwe und Bär werden als Beispiele für solche wilden Tiere genannt, die friedlich neben Herdentieren leben ( Lamm, Ziege, Kalb, Kuh und Ochse ). Ein kleines Kind wird bei Löwen, Bären, Kobras und Vipern nicht mehr in Gefahr sein (vgl. Jes 65,25 ). Und auf dem Tempelberg (Gottes heiligem Berg ; vgl. Jes 27,13; 56,7; 57,13; 65,11.25; 66,20 ) wird keine Sünde mehr sein.
Viele Bibelausleger verstehen diese Verse bildhaft. Sie halten eine solche Veränderung in der Tierwelt nicht für möglich. Aber weil der Messias der „Gott [ist] mit uns“ ( Jes 7,14 ) ist und er unter seinem Volk wohnen wird, scheint eine solche Veränderung nicht unwahrscheinlich. Der Fluch der Sünde wird in gewisser Hinsicht wieder aufgehoben, wenn auch nicht völlig, bevor nicht das Tausendjährige Reich zu seinem Ende gekommen ist und schließlich auch der Tod weggenommen wird ( Offb 20,14 ).
Eine solche Veränderung und Ruhe ist möglich, weil die Erde voll ist der Erkenntnis des HERRN ( Jes 11,9 ; vgl. Jer 31,34; Hab 2,14 ). Dies bedeutet mehr, als daß die Menschen intellektuell über Gott Bescheid wissen. Gemeint ist vielmehr, daß Menschen überall nach Gottes Prinzipien und Wort leben. Dies wird auch die Tiere nicht unberührt lassen. Wenn der Messias im Tausendjährigen Reich herrschen wird ( Jes 9,5-6 ), dann wird Jerusalem eine Vorrangstellung vor aller Welt einnehmen ( Jes 2,2 ). Juda und Israel werden wieder in das Land Israel versammelt werden und dort im Glauben und nach dem Neuen Bund leben. Das Tausendjährige Reich kann wohl heute noch nicht angebrochen sein, denn diese Dinge kennzeichnen unsere gegenwärtige Zeit nicht.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar


Die Erkenntnis des Herrn
Die Erde wird voll Erkenntnis des Herrn sein, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken (Jesaja 11,9).
Es ist ein hohes Vorrecht, dass jeder Mensch den unsichtbaren Gott ein Stück weit kennen kann, weil Er sich in seiner unermesslichen Gnade offenbart hat. Er hat dies in der Schöpfung und in der Sendung seines Sohnes als Mensch auf die Erde getan. Doch erst als Glaubende lernen wir Gott wirklich kennen und dürfen dann wissen, wer Er ist und welche Gedanken Er hat.
Dabei ist die Furcht des HERRN (= Gottesfurcht) für uns eine notwendige Voraussetzung, um Erkenntnis zu bekommen und zu bewahren (Spr 9,10). Nicht nur die intelligenten und gelehrten Leute unter den Glaubenden bekommen Einsicht über Gott und seine Gedanken. Nein, alle Erlösten haben die gleiche Möglichkeit, Gott zu erkennen und sein Wort zu verstehen, denn der Schlüssel dazu ist ein gottesfürchtiges Leben.
Zu allen Zeiten der Heilsgeschichte gibt Gott in seiner Gnade den Glaubenden Erkenntnis und Einsicht. Doch die Höhe ihrer Erkenntnis hängt vom Ausmass ab, wie Gott sich in der jeweiligen Zeit offenbart:
• Den Patriarchen offenbarte Er sich als der «Allmächtige» (1 Mose 17,1; 35,11). Die Verheissungen, die Er ihnen in jener Zeit gab, entsprangen seiner Allmacht.
• Als die Nachkommen Jakobs in Ägypten zum Volk Israel wurden, stellte Gott sich als der «HERR» (Jahwe, der ewig Seiende) vor (2 Mose 6,2). Die Gebote und Satzungen im Gesetz entsprachen diesem Namen Gottes, der in Beziehung zu seinem irdischen Volk stand.
• In der Zeit der Gnade offenbart sich Gott als «Vater». Er zeigt den Menschen, dass Er ein Vater ist, der einen eingeborenen Sohn hat, den Er liebt. Dieser Sohn erfüllt vollkommen seine Wünsche und stillt sein tiefstes Verlangen. Die Offenbarung des Vaters steht in Verbindung mit dem Haus des Vaters – dem ungeschaffenen Wohnort Gottes. Darum ist sie erhabener als alles, was Gott den Menschen in der Schöpfung von sich zeigt. Demzufolge ist auch der Segen, der aus dieser Offenbarung Gottes für die Glaubenden hervorgeht, unermesslich gross: Als Kinder und Söhne Gottes kennen wir die völlige Freude in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn.
• Im Tausendjährigen Reich werden die Menschen Gott als den «Höchsten» kennen (Ps 87,5; 97,9). In dieser zukünftigen Zeit wird sich das Wort des Propheten Habakuk erfüllen: «Die Erde wird voll der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN sein» (Hab 2,14). Weil Christus über Himmel und Erde regieren wird, wird Gott in einem Umfang bekannt sein, wie es vorher nie der Fall gewesen ist. Als der Höchste wird Er seine Oberhoheit im ganzen Universum zur Geltung bringen. Deshalb ist die Offenbarung Gottes im Tausendjährigen Reich die höchste und umfänglichste in Beziehung zu seiner Schöpfung.

Halte fest! 2017 – Heft: 1 – Seite: 6
Verfasser: Max Billeter

Im messianischen Reich werden die Tiere, die heute Fleischfresser sind, zu Vegetariern. Heutzutage sind der Mensch und die Schlange die beiden ältesten Feinde der Menschengeschichte. Doch im messianischen Reich werden Kinder mit allen Arten von Schlangen spielen (Jes 65:25), weil die Tierwelt wieder so sein wird wie vor dem Sündenfall.

Der Grund für diese Veränderung wird in Vers 9 genannt: „Sie werden nicht schaden noch verderben auf meinem ganzen heiligen Berg; denn die Erde wird voll sein von der Erkenntnis Jehovas, wie das Wasser das Meer bedeckt. Der Ausdruck „heiliger Berg“ könnte sich auf den in Jesaja 2,2 vorgestellten Berg beziehen, der sich während des messianischen Königreichs im Zentrum Israels befinden wird. In der Heiligen Schrift wird der Begriff „Berg“ auch als Symbol für einen König, ein Königreich oder einen Thron verwendet. Wenn das hier der Fall ist, dann bezieht er sich auf das messianische Reich, in dem der Messias vom Thron Davids aus regieren wird. Zu dieser Zeit wird das Wissen um JHWH die ganze Welt durchdringen.

In der rabbinischen Theologie gibt es mehr als eine Ansicht zu den Versen 6-9. Einige Gelehrte meinen, dass das Tierreich in den Zustand von Eden zurückkehren wird:
Der große Friede, der dann zwischen allen Menschen herrschen wird, wird sich auch auf das Tierreich ausweiten. Die grausame, fleischfressende Natur der Fleischfresser wird wieder zu dem zurückkehren, was sie im Garten Eden war. So wie der Mensch geschaffen wurde, um nur das zu essen, was auf der Erde wächst, so war es auch mit der Tierwelt. Aber als Adam sündigte und wegen seiner Sünde zur Beute der Tiere wurde, wurden auch die Haustiere zur Beute der Tiere.

Andere Rabbiner legten die Passage allegorisch aus oder meinten, sie gelte nur für Israel. David Kimchi zum Beispiel lehrte, dass der Wolf, der Leopard und das Löwenjunge für Menschen stehen, die die Schwachen unterdrücken und ausplündern, so wie wilde Tiere die Schwächeren jagen. Das Lamm, die Kuh, das Kalb und das Zicklein symbolisieren die Niedrigen auf der Erde. Der Rabbi führte weiter aus, dass Vers 9 den Frieden des messianischen Zeitalters auf Gottes heiligen Berg beschränkt und damit der Vorstellung vom weltweiten Frieden widerspricht, die in Jesaja 2,4 erwähnt wird. Nur in Israel würde es keine Verwüstung geben, da das Land von der Erkenntnis des Herrn erfüllt sein wird (V. 9b). Da das Volk Gottes Gebote befolgen wird, wird es vor wilden Tieren sicher sein. David Kimchi bemerkte weiter: „Siehe, die Feindschaft der Schlange, die in den Tagen der Genesis mit dem Menschen entstand, wird in den Tagen des Messias im ganzen Land Israel verschwinden, und das Volk Israel wird, wo immer es hingeht, keine Schlange und kein böses Tier finden.“

Arnold Fruchtenbaum – Bibelkomentar Jesaja

Der Herr wird sein Volk wiederherstellen (Jes. 11:1-16). Im Gegensatz zu den stolzen Bäumen, die Gott abschlägt (10:33-34), wächst aus einem scheinbar toten Baumstumpf ein zarter Trieb. Jesaja blickt über die Prüfungen seines Volkes hinaus auf das herrliche Reich, das errichtet werden wird, wenn der Messias kommt und regiert (11,1-9). Davids Dynastie stand kurz vor dem Ende, aber aus seiner Familie würde der Messias kommen (Röm. 1:3; Offb. 5:5). Ein gottesfürchtiger Überrest von Juden hielt die Nation am Leben, damit der Messias geboren werden konnte.

Sein Reich wird eine gerechte Herrschaft sein (Jes 11,1-5), denn der Sohn Gottes und der Geist Gottes werden seine Angelegenheiten gerecht verwalten. Wenn der Messias-König das Wort spricht, dann mit Macht (Ps. 2:9; Offb. 19:15). Sein Reich wird auch eine wiederhergestellte Schöpfung bedeuten, denn die Natur wird sich wieder der Harmonie erfreuen, die sie vor dem Einbruch der Sünde hatte (Jes 11,6-9; Röm 8,18-25). „Die Erde wird voll sein von der Erkenntnis des Herrn, wie Wasser das Meer bedeckt“ (Jes 11,9; vgl. Hab 2,14).

Die Keimzelle des Reiches wird ein wiederversammeltes und wiedervereinigtes jüdisches Volk sein (Jes. 11:10-16). Die „Wurzel“ wird zum „Banner“ für die Sammlung des Volkes werden, wenn der Herr die Hand ausstreckt und sein Volk aus den Nationen sammelt, aus denen es vertrieben worden ist (43:5-6). Es wird wie ein „zweiter Exodus“ sein, wenn Gott seinem Volk den Weg zur Rückkehr in sein Land öffnet. In einem begrenzten Sinn wurde diese Verheißung nach der Eroberung durch die Assyrer und als die Juden die babylonische Gefangenschaft verließen, erfüllt; die endgültige Erfüllung wird jedoch am Ende des Zeitalters eintreten, wenn der Messias sein Volk wieder sammelt (27:12-13; 49:22-23; 56:7-8; Matthäus 24:31; Römer 11:25-29). Die jahrhundertelange Trennung zwischen Israel und Juda wird ein Ende haben, und auch die Heiden werden auf der „Landstraße“ wandeln, die nach Jerusalem führt.

Warren W. Wiersbe –Sei Commentary Series Jesaja

Die Worte unseres Gottes bleiben für immer

Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen; (O. verwelkt) aber das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit.“
Elberfelder 1871 – Jesaja 40,8

verdorrt ist das Gras,
verwelkt ist die Blume,
aber für Weltzeit besteht
die Rede unseres Gottes.
Buber & Rosenzweig – Jesaja 40:8

Das grüne Gras ist verdorrt, die Blüte ist verwelkt; was aber das Wort unseres Gottes betrifft, es wird auf unabsehbare Zeit bestehen.“
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Jesaja 40:8

Verdorrt ist das Gras, verwelkt die Blume; aber das Wort unseres Elohim wird aufstehen und bestehen für verhüllte Ewigkeit.“ (Unterschied Blüte- Frucht)
Pfleiderer – Jesaja 40,8

Wie oft werden Verse der Bibel aus dem Zusammenhang gerissen? Wenn wir Jesaja 40 im Zusammenhang lesen, merken wir schnell – hier spricht Jehovah zu Israel und Jerusalem – und verspricht ihnen, dass ER sie besuchen wird. Und ja – das was ER sagt, ist nicht symbolisch, sondern wird immer sich genu so erfüllen, wie ER es versprochen hat! Nur wer Jehovah als einen „kleinen Gott, der in eine Schachtel passt“ sieht, muß Seine Worte als „symbolisch“ verstehen!


Eine zweite Stimme (vgl. V. 3 ) spricht. Diese Stimme ist wohl die Stimme Gottes. Sie gibt den Befehl (wahrscheinlich an Jesaja) zu predigen (andere Übersetzungen: „hinauszurufen“). Die Stimme gibt Jesaja den Befehl, den Unterschied zwischen Mensch und Gott deutlich zu machen. Menschen haben eine zeitliche Begrenzung und verändern sich. Sie sind wie wildes Gras und Blumen, die im Frühjahr wachsen, um dann wieder zu verdorren, wenn es heiß wird (vgl. Ps 37,2; 102,12; 103,15-16 ). Gott dagegen versagt nie, denn sein Wort bleibt ewiglich . Diese Tatsache kann die Menschen, die diese Worte in der Gefangenschaft lesen, sehr trösten und ermutigen. Weil Gottes Wort unveränderlich feststeht, wird sich auch die Weissagung, daß das Volk wieder in sein Land zurückgebracht werden wird, ganz sicher erfüllen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Diese Stimme der Entmutigung unterstreicht die Vergänglichkeit des Menschen. Der Mensch verdorrt wie das Gras, und auch die Gerechtigkeit des Menschen vergeht einfach. Wozu ist sie gut? Es gab schon früher Erweckungen, Zeiten in der Geschichte Israels, in denen sich das jüdische Volk dem Herrn zuwandte, nur um ihm später wieder davonzulaufen. Diese ständigen Zyklen sind nutzlos. Irgendwann beginnt die Gerechtigkeit zu verblassen und zu verwelken, warum also noch weinen? Warum diese Hoffnungsbotschaft in den Versen 1-2? Zusammengefasst behauptet die dritte Stimme, dass die Spiritualität des Menschen immer nur vorübergehend und vergänglich ist, warum also die Botschaft des Trostes verkünden?

Die vierte Stimme beantwortet diese Fragen in Vers 8: Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich bestehen. Als Antwort auf die entmutigenden Worte der dritten Stimme sagt die vierte Stimme: „Du hast recht! Die Gerechtigkeit des Menschen neigt dazu, vergänglich und vorübergehend zu sein, aber was nicht vergänglich und vorübergehend ist, ist das Wort unseres Gottes.“ Gott hat die endgültige Wiederherstellung und Erlösung Israels versprochen, und weil der Mund des Herrn es geredet hat und sein Wort sicher ist, wird es mit Sicherheit eintreten. Weil sich diese Verheißungen des endgültigen Sieges und der Wiederherstellung auf der Grundlage von Gottes Verheißungen erfüllen werden, kann die Botschaft des Trostes verkündet werden.

Arnold Fruchtenbaum- Bibelkomentar Jesaja

Auslegung von Jesaja 40:8
… aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich bestehen.

Das Verständnis der beiden Schlüsselbegriffe „Wort“ und „Stand“ in Jesaja 40,8 ist für eine korrekte Auslegung des Textes unerlässlich. Der häufigste Begriff im Alten Testament für „Wort“ ist der hebräische Begriff dabar (דּבר). Im Neuen Testament ist der häufigste Begriff für „Wort“ der griechische Ausdruck logos („Vernunft“, „Rede“), aber auch der Begriff rhema wird häufig verwendet. Rhema wird oft als ein spezifisches „Wort“ selbst angesehen; logos ist ein „Wort“, das sich allgemein auf das bezieht, was der Sprecher im Sinn hat. Einige der wichtigsten Anwendungen von „Wort“ sind die folgenden.

Das Wort Jahwes wird beschrieben als (1) die Offenbarung an einen Patriarchen, Propheten oder Schreiber der Schrift, wie sie von dieser Person ausgesprochen oder geschrieben wurde (1. Mose 15,1; 2. Mose 20,1; Nu. 22,38; 2. Mose 4,30; 34,1; 2. Ki. 7,1; Jes. 1,10, usw.). (2) „Wort“ ist oft ein Gebot, manchmal gleichbedeutend mit „Gesetz“ (Ex. 32:28; Num. 20:24; Dtn. 6:6; Ps. 105:8; 119:11, 17; Jes. 66:2, usw.). (3) Manchmal wird dieser Begriff als Verheißung und Grund der Hoffnung verwendet (Psalm 119:25, 28, 38; 130:5) oder (4) als persönliche Bezeichnung der eigenen Gedanken und der eigenen Identität (Joh. 1:1). In der griechisch-jüdischen Philosophie bezeichnete Logos sowohl die Vernunft oder den Gedanken als auch dessen Äußerung. Der ewige Logos ist in Jesus Christus inkarniert (Joh 1,14; 1 Joh 1,1.2; Offb 19,13: „Sein Name heißt: Das Wort Gottes“). (7) Der Begriff „Wort“ wird auch als Bezeichnung für das Evangelium Christi verwendet (Mt. 13,19; Mk. 2,2; Apg. 4,4.29.31 usw.). Im Johannesevangelium spricht Jesus häufig von seinem „Wort“ und seinen „Werken“, die die göttliche Offenbarung und die Forderungen enthalten, an die die Menschen glauben, sie bewahren und befolgen sollen (Joh 5,24; 6,63.68; Joh 4,41).

Das Verb qûm (קוּם) ist der zweite Schlüsselbegriff in Jesaja 40,8, der in vielen verschiedenen Kontexten auftaucht. Qûm (קוּםקוּם) hat die Grundbedeutung, sich zu erheben, aufzustehen oder zu stehen. Im Qal-Stamm kann es stehen, aufrechterhalten, etabliert werden, bestätigt werden, Bestand haben, fixiert werden, gültig sein, bewiesen werden oder erfüllt werden. Brown, Driver und Briggs führen in Jesaja 40,8 unter der Bedeutung „erfüllt“ zusammen mit Jesaja 46,10 und Jeremia 44,28 auf. Etymologisch gesehen bezeichnet קוּם das Aufstehen aus einer liegenden Position (Jos. 3:16). Noch wichtiger ist jedoch, dass dieser Begriff auch in der Rechtssprache verwendet wird, wo er die Gültigkeit einer Aussage in einem Prozess bezeichnet (Dtn 19,15). Eine verwandte Verwendung ist die Bedeutung der gültigen Übertragung von Eigentum (Gen 23,17). Gott greift diese rechtliche Bedeutung des Verbs in seinen Aussagen auf, dass sein Wort Bestand haben wird (Num 23,19; Jes 40,8 usw.). Diese Verwendung kommt häufig in Zusammenhängen vor, die sich auf Bündnisse beziehen, insbesondere auf den göttlichen Bund. Gott kündigt den Menschen seinen Bund an (Gen 9,11) und versichert, dass er für dessen Erfüllung sorgen wird (Gen 17,19). In unserem heutigen Kontext bedeutet qûm (קוּם), dass letztlich alle Verheißungen der Menschen hinfällig werden, Gottes Bund aber Bestand haben wird, indem er dauerhaft erfüllt oder vollendet wird (Jes 28,18; 40,8).

Schlussfolgerung

In Jesaja 40,7 stellt Jesaja fest, dass die Vergänglichkeit der Menschheit keinen Konflikt mit Gott überleben kann. Das Gras verdorrt und die Blumen verwelken. Im Nahen Osten kann ein heißer, trockener Wind die Landschaft innerhalb weniger Tage von Grün in Braun verwandeln. So ist Gott in der Lage, den Menschen mit seinem Atem zu unterwerfen. Große Mächte sind so vergänglich wie die Wildblumen. Sie sind nicht mehr zu fürchten als ein Grashalm. Die Völker können Gott nicht daran hindern, die Seinen zu erlösen; auch das Volk Gottes kann sich nicht selbst retten. Die Rettung kommt allein von Gott.

In Vers 8 wiederholt Jesaja das, was er im vorhergehenden Vers gesagt hat, und unterstreicht es mit einer starken Aussage. Der Geist, der das Gericht über allen menschlichen Hochmut aushaucht, ist derselbe Geist, der das ewige Wort des Lebens über alle verdorrten und verblassten menschlichen Hoffnungen spricht. Was auch immer den Israeliten bevorstehen mag, sie dürfen wissen, dass Gottes Wort der Verheißung sie nicht enttäuschen wird. Jesaja stellt die Merkmale der menschlichen Vergänglichkeit und Schwäche in den Vordergrund, um die Fehlbarkeit des Menschen noch schärfer mit der Unfehlbarkeit und Beständigkeit des Wortes Gottes zu kontrastieren. Mit dem Wort Gottes meint der Prophet jedes Wort, das aus dem Mund Gottes kommt, und nicht nur die Worte, die in der Bibel niedergeschrieben sind (vgl. Dtn 8,3; Mt 4,4). Im vorliegenden Abschnitt liegt die Betonung auf dem lebhaften Kontrast zwischen der absoluten Erfüllung der Verheißung Gottes und dem vergänglichen Charakter des menschlichen Fleisches. In Vers 9 sagt Gott zu Israel: „Fürchte dich nicht“. Zion braucht nicht zu befürchten, dass Gottes Wort versagen wird. „Wenn Gott spricht, drückt sein Wort die Wahrheit aus, und diese Wahrheit kann nicht aufgehoben oder verändert werden.“

James B. Williams – Gottes Wort in unseren Händen

Jehova liebt den, der nach Gerechtigkeit strebt

Der Weg des Gesetzlosen ist Jehova ein Greuel; wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er.
Elberfelder 1871 – Sprüche 15,9

Ein Gräuel für den Ewigen ist des Frevlers Weg, wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er.
Die Philippson-Bibel – Sprüche 15:9

Ein Greuel für Jehova ist der Wandel der Bösen; wer aber der Gerechtigkeit nachgeht, den liebt er.
van Ess 1858 – Sprüche 15,9

Der Weg des Bösen ist für Jehova etwas Verabscheuungswürdiges, wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Sprüche 15:9

Nicht jeder, der behauptet, zu den Gerechten zu gehören, ist wirklich ein Kind Gottes. Gottes Volk versteht die Gerechtigkeit (Spr 2,9), weil es über sein Wort nachdenkt und versucht, es zu befolgen. Sie tun Gerechtigkeit (1,3; 25,26), weil wahrer Glaube immer zu Werken führt (Jakobus 2,14-26). Sie sprechen Gerechtigkeit (Spr 10,11; 12,6, 1713,5; 15,28; 16,13), und ihren Worten kann man vertrauen, und sie streben nach Gerechtigkeit und machen sie zur Leidenschaft ihres Herzens. „Der Herr verabscheut den Weg der Gottlosen, aber er liebt die, die nach Gerechtigkeit streben“ (15,9, NIV). „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden“ (Mt 5,6).

Wenn Menschen mit Gott im Reinen sind, führt er sie auf „rechten Wegen“ (Spr 4,11) und lehrt sie „rechte Dinge“ (8,6). Ihr Verstand und ihr Herz sind von rechten Gedanken erfüllt (12,5), und ihre Lippen sprechen rechte Worte (23,16). Ihre Arbeit ist richtig (21,8), denn Gott wirkt in ihnen und durch sie, um seinen Willen zu erfüllen (Phil 2,12-13).

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series Sprüche

Ein Greuel Jahwes wurde auch schon im vorhergehenden Vers genannt. Hier bezieht es sich auf den Weg, d.h. den Lebenswandel des Gottlosen. Er entfernt sich immer weiter von Gott und zieht dadurch den Zorn Gottes immer mehr auf sich. Er sollte umkehren, aus seinen bisherigen Verhältnissen fliehen und der Gerechtigkeit nachjagenk. Dieses intensive Studium und das konsequente Ausüben der Gerechtigkeit lassen die Liebe Gottes ungehindert auf den Menschen einwirken.

Wuppertaler Studienbibel

Der Frevler weiß, welches der gute Weg ist, denn auch er ist gelehrt worden; doch er »[verlässt] den Pfad«, den Gott ihm gewiesen hat und den er eine Weile gegangen war. Dafür sucht der HERR ihn heim mit »schlimmer Zucht«. Das ist ein Beweis seiner gnädigen Fürsorge; denn erst wirklich schlimm wäre es, überließe uns der HERR uns selbst und ließe uns gehen. Als David den guten Pfad verließ (2Sam 11), züchtigte ihn den HERR schwer (2Sam 12). Wir sollten dem HERRN danken für alle Hindernisse, mit denen er unsere eigenen Wege verstellt (Hos 2,8), und für alle Stacheln, mit denen er uns sticht (Apg 26,14), um uns vom bösen Weg wieder auf den guten Weg zu lenken und auf ihm zu erhalten. »Wer Rüge hasst«, hasst Erkenntnis (1,22.29), verschmäht allen Rat und alle Zucht (1,30). Er weist sie beharrlich von sich und wird deshalb in seinem Unverstand »sterben«, nicht nur den ersten, sondern auch den zweiten Tod (Offb 20,6.14). König Ahab hasste den Propheten Micha Ben-Jimla, weil der ihm sagte, wie es wirklich um ihn stand (1Kö 22,8). Er wies das Wort der Wahrheit von sich, und Gott überließ ihn dem bösen Geist der Lügenpropheten (1Kö 22,23); kurz danach sandte Gott einen Pfeil, der ihm das Leben nahm (1Kö 22,34–35).

Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche

und tust nichts, daran sich dein Bruder stößt oder ärgert oder schwach wird

Es ist gut, kein Fleisch zu essen, noch Wein zu trinken, noch etwas zu tun, worin dein Bruder sich stößt oder sich ärgert oder schwach ist.
Elberfelder 1871 – Römer 14,21

Und auf der anderen Seite ist es auch etwas Gutes, wenn du kein Fleisch isst und keinen Wein trinkst oder irgendetwas anderes tust, wodurch dein Mitchrist zu Fall kommt, wenn er dein Verhalten nachahmt.
Roland Werner – Das Buch – Römer 14:21

Recht handelst du, wenn du auf Fleisch- und Weingenuß verzichtest – mit Rücksicht auf den schwachen Bruder (1 Kor 8,13)- und auch sonst alles meidest, woran dein Bruder Anstoß nimmt
Ludwig Albrecht – Römer 14,21

Deshalb ist es am besten (- wörtlich ist es gut/richtig. -), du isst kein Fleisch und trinkst keinen Wein und vermeidest auch sonst alles, was deinen Bruder oder deine Schwester zu Fall bringen könnte (- alles, woran dein Bruder (oder deine Schwester) Anstoß nehmen oder zu Fall kommen oder ´hinsichtlich des Glaubens` schwach werden könnte -)
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Römer 14:21

Oftmals vergessen wir, dass die Opfer und Feste in der Stiftshütte und im Tempel ja eigentlich jeweils ein „Grillfest“ waren – von dem Fleisch bekam ein Teil auf den Altar – also für Jehovah, dann ein Teil für den Priester und bei den meisten Opfern gab es dann den größten Teil für den Opfernden und seine Familie. Also zu dieser Zeit zu sagen „ich esse kein Fleisch“ wäre gleichzeitg die Ablehnung gewesen, mit Jehovah und dem Priester an einem symbolischen Tisch zu sitzen. Aber das meinte Paulus ja auch nicht, als er das Beispiel mit dem Fleischgenuß in Römer 14 benutzt.

14,19–21 Die Verantwortung der Gläubigen wird nun positiv formuliert: Die Zerstörung anderer zu vermeiden wird durch die Förderung des „Friedens“ ergänzt (V. 19). Für die „Starken“ (15,1) schließt dies sowohl mit ein, die Gemeinschaft mit den „Schwachen“ beizubehalten als sie auch im Verständnis der Freiheit zu ermutigen, die ihnen in Christus gehört. Wenn solche Ziele im Blick sind, wird die Freiheit beim Essen und Trinken untergeordnet; das Wohlergehen des Bruders wird die Überhand über den Genuss von Fleisch und Wein nehmen.

Reformations-Studien-Bibel

Wein konnte mit götzendienerischen Handlungen während der Herstellung in Verbindung gebracht werden oder mit Libationsopfern für die Götter (Dtn 32,38) und deshalb verboten werden (Dan 1,8; 5,4.23; mAS 2,3; bAS 30b.31a.36a).

Das Neue Testament – jüdisch erklärt

Röm 14:19–23
Durch den Streit um eine so nebensächliche Frage darf nicht Gottes Werk – die Gemeinde, um deren Aufbau (Erbauung) es geht – zerstört werden (V. 19–20). Paulus schärft noch einmal ein, dass christliche Freiheit nie zu einer Norm werden darf, die ich einem anderen aufzwinge. Versuche ich es doch, schade ich ihm; denn was nicht aus voller Überzeugung des Glaubens gelebt werden kann, wird zur Sünde, weil es nicht der Verbindung mit Gott entspringt (V. 20, 23). Darum ist es besser, auf Fleisch oder Wein zu verzichten, um einen anderen nicht zu Fall zu bringen (V. 21). Solche Rücksicht braucht aber nicht dazu zu führen, vor Gott die geschenkte Freiheit aufzugeben (V. 22). Aber offensichtlich sah Paulus weniger die Gefahr, dass die »Starken« durch die Gesetzlichkeit der »Schwachen« unter Gewissensdruck kamen (anders Gal 2:11–14!), als vielmehr die, dass die »Schwachen« unter die Räder gerieten.

Einführungen und Erklärungen aus der Stuttgarter Erklärungsbibel

Wo aber unter dem klaren Evangelium eine verschiedene biblisch-theologische Erkenntnis vertreten wird, die uns vielleicht auch tief in die Lebenspraxis einschneidet, da erinnert uns Rö 14 in seinen beiden Abschnitten an zwei wesentliche Richtlinien. Einmal dürfen wir alles gegenseitige Richten unterlassen, weil wir bei allen Unterschieden geeint sind in der einen Tatsache, daß wir dem einen Herrn gehören, und in dem einen Willen, in unsern gegensätzlichen Handlungsweisen den einen Herrn zu ehren. Und zweitens haben wir uns vor jeder Bedrängnis des Bruders zu hüten, die ihn zur Überschreitung seines Glaubensmaßes verleiten und dadurch verderben würde; auch die richtigste Wahrheit wird ohne die Liebe und ihren durchdringenden Blick für die Lage des Bruders falsch und gefährlich. Es geht nicht um unsre Erkenntnis und Freiheit, sondern es geht um den Bruder und sein Leben.

In dieser Weise müßten auch „Adventisten“ und „Sonntagschristen“, „Baptisten“ und „Lutheraner“ in einer Gemeinde brüderlich zusammenleben können. Sie halten alle am vollen Evangelium fest, daß wir allein durch die Kreuzestat Jesu und darum allein durch den Glauben gerettet werden. Sie wollen mit dem Halten des Sabbats und mit dem Aufgeben des Sabbats, mit der Taufe kleiner Kinder und mit der Taufe der Glaubenden nur dem Herrn dienen und den Herrn ehren. Wir sollten keinen Bruder, der im Übergehen des Sabbats oder in der Taufe von Säuglingen einen Bruch des göttlichen Willens sieht, dazu zwingen, etwas zu tun, was er nach seiner Überzeugung als Unrecht scheut, so wie wir uns freilich auch nicht zu Dingen zwingen lassen können, die für uns nicht „aus dem Glauben kommen“. Aber sollten wir uns nicht gegenseitig die Freiheit lassen können?

W.de Boor – Wuppertaler Studienbibel

Römer 14:19-21
Nochmals auf seine Mahnung zurückkommend, daß kein Christ einem anderen Christen zum Ärgernis werden darf, fordert Paulus seine Leser auf: Darum laßt uns dem nachstreben, was zum Frieden (wörtlich: „den Dingen des Friedens“; vgl. V. 17) dient und zur Erbauung untereinander (wörtlich: „zu den Dingen, die die Christen untereinander erbauen“; vgl. Röm 15,2; 1Thes 5,11). Für Paulus sind Speise und die persönlichen Überzeugungen eines Menschen weniger wichtig als die geistliche Gesundheit eines Mitchristen und das Werk Gottes. Daher ist es nicht gut, in der Frage des Essens und Trinkens auf der christlichen Freiheit zu bestehen (es ist zwar alles rein; vgl. Röm 14,14 ,“nichts ist unrein an sich selbst“), wenn sich dein Bruder daran stößt (proskommatos, „Anstoß“, vgl. V. 13.21). Ein Christ sollte deshalb ohne weiteres auf Fleisch und Wein verzichten, wenn das Essen und Trinken dem anderen ein schlechtes Gewissen (proskoptei, „straucheln“; vgl. proskomma in V. 13.21) macht. Manchmal muß man also aus Rücksicht auf andere seine christliche Freiheit hintanstellen. Wie Paulus im Korintherbrief schreibt: „Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten“ (1Kor 10,23). Und: „Seht aber zu, daß diese eure Freiheit für die Schwachen nicht zum Anstoß wird“ (1Kor 8,9).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Wir sollten alles tun, um uns gegenseitig aufzubauen, und darum alles vermeiden, was Gottes Werk niederreißt. Es ist große Torheit, »einer Speise wegen« das niederzureißen, katalyo (wie z. B. in Mt 5,17 [2×]; Apg 6,14; 2Kor 5,1; Gal 2,18), was Gott im Leben des Bruders aufgebaut hat, und nicht nur das: Wer »das Werk Gottes« niederreißt, rennt gegen Gott selbst an. Wir werden erinnert an das Wort des Apostels an die Korinther, die mit ihren Parteiungen den Tempel Gottes verdarben: »Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und solche seid ihr« (1Kor 3,16–17).

»Gott tut sein Werk im Leben eines jeden seiner Kinder. Schon der Gedanke, dass man wegen zweitrangiger Dinge wie Essen und Trinken jenes Werk im Leben eines schwachen Bruders aufhalten kann, müsste uns Furcht einjagen.«

»Alles ist zwar rein«, worauf sich der Starke ja zu Recht beruft. Doch muss er mit seiner Freiheit verantwortungsvoll umgehen und bedenken, dass der Schwache diese Freiheit nicht kennt. Denn das an sich Reine »ist schlecht für den Menschen, der mit Anstoß isst«, weil er sündigt, wenn er gegen sein Gewissen handelt.
»Besser ist es, kein Fleisch zu essen und keinen Wein zu trinken«, besser auf Freiheiten zu verzichten, als einen Bruder zum Sündigen zu veranlassen. Das Opfer, das man da bringt, ist klein im Vergleich zum großen Übel, das man damit vermeidet, und zur Erbauung, die man damit fördert.

Benedikt Peters – Der Brief an die Römer

Bis hierher hat Paulus das Wort brôma (»Speise«) verwendet, doch hier wechselt er zu kreas (»Fleisch«). Der Grund für diesen Wechsel und für die Erwähnung von Wein ist nicht klar. Vielleicht wollte er zum Schluß seiner Argumentation konkreter werden, aber es kann auch darauf hindeuten, daß er an eine bestimmte Situation dachte. Die darauf folgende allgemeine Aussage trifft sicherlich auf alle Situationen zu und läßt keinen Raum, um einen Grund zum Ignorieren dieser Ermahnung zu finden.
    Paulus sagt hier nicht, Fleisch essen oder Wein trinken sei nicht gut. Er sagt vielmehr, daß es gut ist, nicht Fleisch zu essen und nicht Wein zu trinken. Unter anderen Umständen kann es Gelegenheiten geben, wo keine Vorbehalte bestehen, und dann ist Fleischessen oder Weintrinken problemlos. Der hier erteilte Rat betrifft die Situation in Rom. Anstoß oder die Gefahr des Fallens zu vermeiden, indem man auf legitime Dinge verzichtet, ist ein ehrbares Verhalten. Wenn man auf die Ausübung seiner Rechte verzichtet, damit der Schwache nicht strauchelt, ist das äußerst lobenswert. Das Gewissen des Schwachen muß geschützt werden. Andere zu etwas zu animieren, was gegen ihr Gewissen verstößt, dient nicht der Auferbauung.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Die vierte und letzte Ermahnung findet sich in den Versen 20-23. Sie lehrt, dass dieser Kummer den schwächeren Bruder zur Sünde verleiten kann. Das Prinzip wird in Vers 20 erklärt: „Stoße nicht um des Fleisches willen das Werk Gottes um. Alles ist zwar rein; aber es ist böse für den, der mit Ärgernis isst. Der Gläubige soll Gottes Werk nicht um belangloser Dinge willen niederreißen. Manchmal kann die Ausübung der eigenen Freiheit dazu führen, dass etwas verdorben wird, das an sich rein ist. Es kann verdorben werden, weil der stärkere Gläubige einen schwächeren Bruder dazu überreden kann, etwas zu tun, was gegen sein eigenes Gewissen verstößt, und das macht eine gute Sache böse. Der reife Gläubige hätte die Freiheit, an jeder unmoralischen Sache teilzuhaben, und für ihn wäre es nicht böse. Wenn es jedoch den schwächeren Bruder betrübt und ihn dazu bringt, an etwas teilzunehmen, das er für sündig hält, dann ist es zu etwas Bösem geworden.

Die Anwendung des Prinzips findet sich in Vers 21: Es ist gut, kein Fleisch zu essen, keinen Wein zu trinken und nichts zu tun, wodurch dein Bruder strauchelt. Es ist gut, in bestimmten Situationen nicht von seiner Freiheit Gebrauch zu machen, sondern es zu unterlassen, Anstoß zu erregen. Die Gläubigen müssen bereit sein, sich zu fragen: „Wie gut kenne ich die Menschen, mit denen ich zusammen bin? Wie gut kann ich sie verstehen? Werde ich irgendetwas tun, das einen schwächeren Bruder zum Stolpern bringt und, was noch schlimmer ist, etwas tut, das gegen sein eigenes Gewissen verstößt?“ Wenn der schwächere Gläubige nur deshalb mitmacht, weil der stärkere Gläubige mitmacht, dann hat der reifere Gläubige ihn zur Sünde verleitet. Der schwächere Bruder nimmt an etwas teil, das seinem Gewissen und seinem Glauben zuwiderläuft. Vers 23 zeigt jedoch, dass alles, was nicht aus dem Glauben kommt, Sünde ist.

Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar

Halt inne und achte auf die Werke Gottes

Nimm dieses zu Ohren, Hiob; stehe und betrachte die Wunder Gottes! (El)
Elberfelder 1871 – Ijob 37,14

Merk, Ijob, drauf und steh / und acht auf Gottes Wundertaten! /
Neftali-Herz-Tur-Sinai – Hiob 37:14

Vernimm dies, Job! stehe still und betrachte die Wunder Gottes! ( – Diese Vorsehung Gottes hat Eliu beschrieben, damit Job erkenne, dass sie nicht fehlen kann, auch wenn Gott Heimsuchungen sendet. Mit einem solchen Gott hat Job gewagt zu streiten? Nachdem er ihn belehrt, will Eliu Job zur Unterwerfung bringen. Der ironische Tadel, der nun folgt, verletzt also sowie die Vorwürfe der drei anderen Freunde, welche nicht trösteten, keine neuen Gründe brachten und mit falschen Beweisgründen Job nur zum Verbrecher machten. – )
Allioli Bibel – Hiob 37,14

Es ist gut, wenn wir unsere Augen auf die Schöpfung und auch auf die Wunder, die Gott heute wirkt, richten. Aber ob Elihu wirklich ein so guter Ratgeber war, würde ich gern mit einem Fragezeichen versehen – denn nicht ohne Grund spricht Jehovah danach selbst zu Hiob. Jeder der vier Freunde Hiobs lag wohl mit der einen oder anderen Aussage mehr oder weniger neben der Wahrheit.

Nach dem Höhepunkt in Vers 13 kommt Elihu zu seinen Schlussworten. Darin wendet er sich an Hiob (Vers 14). Er bittet ihn, „dies zu Ohren“ zu nehmen, d. h. die Lektionen aus der Herrschaft Gottes über die Natur. Dazu muss Hiob eine Haltung der Ehrfurcht und der Aufmerksamkeit einnehmen und „die Wunder Gottes“ betrachten, die Er in der Natur offenbart. Wenn er bereit ist zu hören, wird er die Wunder Gottes in sich aufnehmen und sein Geist wird von der Ehrfurcht erfüllt sein, die Ihm gebührt.

Ger de Koning – Das Buch Hiob – Ausgelegt & angewandt – Warum Leiden?

Vers 14. »Horch!«, oder: »Höre!« Darauf kommt es an. Das ist das Entscheidende. Wir müssen hinhören, und wir müssen lernen, auf Gottes Reden zu hören. Sonst werden wir nie weise werden.
»… merke auf die Wunder Gottes!«: Glückselig die Augen, die sehen (Mt 13,16). Wenn wir nur die Herrlichkeit Gottes in seinen Werken sehen könnten! Und dass wir lernten, ihn zu fürchten und ihn zu lieben! Wenn er uns nur die Augen öffnete und wir erkennen könnten, wer im Anfang war, durch wen Gott im Anfang alles schuf! Dann würden wir auch den sehen, der Fleisch wurde und unter uns wohnte. Dann würden wir in ihm alle Herrlichkeiten des Schöpfers und Erlösers voll und frei aufstrahlen sehen. Was für ein Anblick! Wahrlich, glückselig die Augen, die das sehen dürfen und die das sehen können! Gott öffne uns die Augen, damit wir sehen! Warum beten wir nicht, dass er es tue, wie Paulus für die Epheser bat (Eph 1,17–18)? Gott wird es tun. Wir dürfen zu ihm schreien wie die Blinden am Wegrand: »Jesus, Sohn Davids, erbarme dich unser!« (vgl. Mt 20,31). Und er bleibt stehen, er wendet sich zu uns, und er öffnet uns die Augen. Denn so ist Gott, so ist der Gott Elihus und Hiobs, so ist der Gott der Väter, so ist der Gott Israels, so ist der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: »Der HERR öffnet die Augen der Blinden« (Ps 146,8).

Benedikt Peters – Das Buch Hiob

ALLE Nationen des Menschengeschlechts sollten Jehova, den großen Gott, wegen seiner wunderbaren Schöpferwerke lobpreisen. Alle sollten ihn als den Schöpfer des erhabenen Universums und wegen der Menge und der Harmonie dessen, was er hier auf Erden geschaffen hat, erheben. (Psalm 104:24; 150:1-6) Ist die Schöpfung nicht von atemberaubender Schönheit und Größe? Von den mächtigen „Weltraum-Inseln“ des Himmels bis hinab zur zartesten Blume und zum winzigsten Organismus, der dem Menschen bekannt ist, ja bis zum kompliziertesten Bau des Atoms selbst spiegeln alle Werke Jehovas in erstaunlichem Maße Intelligenz und Ordnung wider. Welche Mannigfaltigkeit! Welche Einheit und Ausgeglichenheit! Tatsächlich — Jehova hat alles „ordentlich und gut gemacht zu seiner Zeit“. — Prediger 3:11, NW.
Personen, die Gott und Gerechtigkeit lieben, haben Jehova zu allen Zeiten wegen seiner unvergleichlichen Werke gepriesen. Höre zum Beispiel das erhebende Lied des Psalmisten: „Gepriesen sei Jehova, Gott, der Gott Israels, der Wunder tut, er allein! Und gepriesen sei sein herrlicher Name in Ewigkeit! Und die ganze Erde werde erfüllt mit seiner Herrlichkeit!“ (Psalm 72:18, 19) Ähnlich erhebt Psalm 136 Jehova als „den Gott der Götter“ und „den Herrn der Herren“, „der große Wunder tut, er allein“, „den, der die Himmel gemacht hat mit Einsicht“, und „den, der die Erde ausgebreitet hat über den Wassern“. Alle seine Werke werden in liebender Güte vollbracht, und „seine Güte währt ewiglich“. (Psalm 136:1-6) Im Verein mit Weisheit und Unterscheidungsvermögen ist seine liebende Güte in seiner ganzen Schöpfung zu erkennen. — Sprüche 3:19.
Obwohl berühmte Wissenschaftler ihn nicht preisen mögen, sind sie doch oft gezwungen gewesen, Jehovas Meisterwerke anzuerkennen. So war es Sir Isaac Newton, der Verfechter des Gesetzes der Schwerkraft, der über unser Sonnensystem sagte: „Dieses höchst wundervolle System von Sonne, Planeten und Kometen konnte nur aus der Überlegung und der Herrschaft eines intelligenten und mächtigen Wesens hervorgehen.“ Albert Einstein schrieb „den wunderbaren Bau des Universums“ einer höchsten „Intelligenz“ zu. Erst vor kurzem, nämlich am 11. Februar 1961, gaben die britischen Wissenschaftler, die sich des größten Radioteleskops der Welt bedienen, ihre Schlußfolgerung bekannt, nämlich „daß — wie die Bibel sagt — das Universum einmal einen Anfang hatte“.

Wachtturm – 1.November 1961

Respekt vor den Eltern

Ehre (H. verherrliche) deinen Vater und deine Mutter, wie dir Jehovah, dein Gott, geboten hat, auf daß deine Tage verlängert werden und daß es dir wohl gehe auf dem Boden, den Jehovah, dein Gott, dir geben wird.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – 5.Mose 5:16

Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie der Ewige, dein Gott, dir geboten, damit sich deine Tage verlängern und damit es dir wohl ergehe auf dem Erdboden, welchen der Ewige, dein Gott, dir geben wird.
Die Philippson-Bibel – 5.Mose 5:16

Du sollst Respekt vor deinem Vater und deiner Mutter haben. Das wird gut für dich sein, dann wirst du in dem Land, wo Gott dich hinbringen wird, voll lange leben.
VolxBibel – Deuteronomium 5,16

Nun vermuten ja die älteren Menschen immer, dass sie früher ja Respekt vor den Eltern gehabt hätten, und nur die jetzige Jugend respektlos wäre – aber so war das wohl schon immer – und wir vergessen einfach, wie ungehorsam wir als Kinder und Jugendliche waren.
Da Gott sich als unser Vater bezeichnet, macht das Gebot, unsere Eltern zu ehren natürlich einen doppelten Sinn – denn wenn ich meine leiblichen Eltern respektlos behandele, so wird mein Denken und Handeln zum himmlischen Vater wohl nicht anders sein. Als bestes Beispiel sehe ich da die Menschen, die Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Organisation den Kontakt zu ihren Eltern oder Kindern abbrechen – und eigentlich damit zeigen, wie sehr sie den Gott der die Familie gestiftet hat, mißverstehen. Und wenn man dann ganz genau hinschaut, so stellt man schnell fest: die Leitung der Organisation ist deren Mitglieder wirklich viel wichtiger, als das, was der Gott der Bibel sagt und fordert.

Seine Eltern zu ehren bedeutet, sie hoch zu schätzen oder zu preisen. Kinder, die zu Hause leben, tun dies, wenn sie ihren Eltern gehorchen. Dieses Gebot war für das Bestehen des Volkes von großer Bedeutung: Damit ihr lange leben möget (vgl. 5Mo 6,2; 11,9; 25,15; 32,47 ) und auf daß es euch gut gehen möge in diesem Land . Eltern, besonders Väter, sollen vielmehr als die religiösen Leiter die Bedeutung des Bundes ihren Kindern vermitteln.

Walvoord Bibelkommentar

Auf der Grenze zwischen den beiden Teilen des Dekalogs steht das 5. Gebot mit seiner Forderung, die Eltern zu ehren: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit deine Tage in dem Land, das der HERR dir geben will, lang seien“ (Ex 20,12; vgl. Dt. 5,16; Lev 19,3; Mal 1,6). Sieht man die Gebote der zweiten Tafel des Dekalogs als darin zusammengehörend an, dass sie alle zwischenmenschliches Verhalten betreffen, kann man das Gebot der Ehrung der Eltern mit zu ihr rechnen. Von der Sache her aber ergibt es durchaus einen Sinn, wenn schon Philo dies Gebot als insofern zwischen den beiden Teilen des Dekalogs stehend versteht, als sich in der Ehrung der Eltern die Ehrung Gottes als des Schöpfers spiegelt und bewährt (decal 106–120).
Das Wort „ehren“ ist Wiedergabe einer Form des hebr. Wortes kabed („schwer sein“), und zwar seiner Intensivform mit der Bedeutung „jemandem Gewicht verleihen, als gewichtig anerkennen“.
Die neuere Exegese vertritt wohl mit Recht die Auffassung, dass das Gebot sich ursprünglich nicht an unmündige Kinder, sondern an erwachsene Israeliten richtet (Schmidt 99). Allerdings wäre es sicher eine zu weit gehende Schlussfolgerung, wenn man Kinder deshalb ausschließen würde. Wo in diesem Zusammenhang von Züchtigung des Kindes die Rede ist (z.B. Dt 21,18ff; vgl. Eph 6,4), dürfte kaum an Erwachsene zu denken sein.
Der Nachsatz wird in den Katechismen meist in verkürzter und damit sinnveränderter Form wiedergegeben („auf dass du lange lebest auf Erden“). Aber im biblischen Text geht es nicht um langes Leben schlechthin, sondern um ein langes Verbleiben des Volkes Israel im Land der Verheißung. Dahinter steht die drohende Möglichkeit der Verbannung (Dt 11,17; 28,64).
Wie ernst die Bibel dies Gebot nimmt, zeigen nähere Gesetzesbestimmungen: So kann mit dem Tod bestraft werden, wer seine Eltern schlägt oder ihnen flucht (Ex 21,15.17; vgl. Lev 20,9). Sogar der Ungehorsam des Sohnes kann unter die gleiche Strafe fallen (Dt 21,18–21). Auch die alttestamentliche Spruchweisheit schärft das Gebot immer wieder ein (Spr 19,26; 20,20; 30,17).
Das Neue Testament übernimmt das 5. Gebot. Jesus verteidigt seine Gültigkeit ausdrücklich gegen Versuche pharisäischer Auslegung, das Gebot in scheinbar frommer Absicht zu umgehen (Mt 14,4ff mit Zitat von Ex 20,12 und 21,17; vgl. auch Mt 19,19).
Ebenso nimmt Paulus das Gebot in seine Unterweisung der christlichen Familie in den Haustafeln auf: die Kinder sollen „in jeder Hinsicht“ den Eltern gehorchen (Kol 3,20; vgl. Eph 6,1 mit Zitat aus Dt 5,16). In paulinischen Lasterkatalogen werden die den Eltern Ungehorsamen mit aufgezählt (Röm 1,30 = 2Tim 3,2; vgl. 1Tim 1,9, wobei mit dem „Mord“ an den Eltern vermutlich die Verweigerung des Lebensunterhalts im Alter gemeint ist, vgl. Michel 84). Positiv ermahnt Paulus die Christen, Kinder dazu anzuleiten, sich ihren Eltern dankbar zu erzeigen (1Tim 5,4).

Burkhardt – Das gute Handeln: Materialethik

Die Ehrung der Eltern steht an erster Stelle der Pflichten gegenüber anderen Menschen, so wie sie auch an erster Stelle der Gesetze der Heiligkeit in Levitikus 19,3 steht. Ein Aspekt dieser Pflicht ist der Respekt, der den Gehorsam gegenüber den Eltern und die Befolgung ihrer Lehren einschließt und verbietet, sie zu schlagen, zu beleidigen und sich ihnen gegenüber respektlos zu verhalten und ihr Eigentum zu veruntreuen. Ein weiterer Aspekt ist die Fürsorge für die Eltern, wenn sie es verlangen (dieses Gebot richtet sich, wie der gesamte Dekalog, nicht nur an Jugendliche; siehe V. 14). Dieser Aspekt des Gebots wird im Talmud anerkannt: „Was ist ehrenvoll? Sie mit Essen und Trinken zu versorgen, sie zu kleiden und zu decken und sie ein- und auszuführen.“ Die Pflege der alten Eltern ist eine der grundlegenden Pflichten, die in Adoptionsverträgen und anderen Dokumenten des Alten Orients festgehalten sind. Das akkadische Wort kabbed, „Ehre“, ist eines der Verben, mit denen diese Pflege beschrieben wird.

Die Gegenüberstellung dieses Gebots mit dem Sabbat findet eine Parallele in Levitikus 19,3, wo sie ebenfalls nebeneinander stehen: „Du sollst ein jeder seine Mutter und seinen Vater ehren und meine Sabbate halten: Ich, der HERR, bin euer Gott.“ Dies sind auch die einzigen positiven Gebote im Dekalog und die einzigen, die den Satz „wie der HERR, dein Gott, dir geboten hat“ enthalten. Die Verbindung zwischen diesen beiden Geboten liegt wahrscheinlich in der Vorstellung, dass das Einhalten des Sabbats ein Mittel ist, um Gott zu ehren und somit ein Gegenstück zur Ehre der Eltern darstellt. (Beachte, dass Jes 58,13 auch dazu aufruft, den Sabbat zu „ehren“.) Die Tatsache, dass die Ehre der Eltern unter den ersten fünf Geboten auftaucht, die sich alle mit der Ehre Gottes befassen und seinen Namen erwähnen, zeigt, für wie wichtig man dieses Gebot hielt. Auch in anderen antiken Gesellschaften stand die Ehre der Eltern nach der Ehre der Götter an zweiter Stelle.

Dein Vater und deine Mutter Die Gebote, die sich auf die Ehrung der Eltern beziehen, nennen Vater und Mutter immer gleichberechtigt. Das Gebot, sie zu ehren, in Levitikus 19,3 erwähnt die Mutter zuerst, im Gegensatz zu dem vorliegenden Gebot. Die talmudische Exegese erklärt, dass das Kind seinen Vater von Natur aus mehr verehrt, weil er es die Tora lehrt, und es ehrt seine Mutter von Natur aus mehr, weil sie es mit überzeugenden Worten beeinflusst; dementsprechend betont die Tora, dass es auch notwendig ist, seinen Vater und seine Mutter zu ehren, da beide gleichwertig sind.

wie der HERR, dein Gott, dir befohlen hat Siehe Kommentar zu Vers 12. Frühere Gebote, die sich auf die Ehre der Eltern beziehen, werden in Exodus und Levitikus erwähnt; siehe oben.

dass du lange im Lande bleibst Dies ist das einzige Gebot im Dekalog, für das eine Belohnung versprochen wird, obwohl das Versprechen als verschleierte Drohung gelesen werden kann („sonst werden deine Tage verkürzt“). Die Verheißung, im verheißenen Land zu bleiben, wird auch an anderer Stelle mit anderen Geboten verbunden (z. B. 4. Mose 40; 25,15). Es mag jedoch einen Grund dafür geben, dass der Dekalog dieses Versprechen an dieses besondere Gebot knüpft. In einigen der oben erwähnten Rechtsdokumente wird das Recht der Kinder, das Eigentum ihrer Eltern zu erben, davon abhängig gemacht, dass sie ihre Eltern ehren, indem sie für sie sorgen und für sie sorgen. Hier wendet Gott dieselbe Bedingung auf nationaler Ebene an: Das Recht zukünftiger Generationen von Israeliten, das Land Israel von ihren Eltern zu erben, hängt davon ab, dass sie diese ehren.

damit es dir gut geht Diese Belohnung kommt in der Exodus-Version dieses Gebots (Exod. 20:12) nicht vor. Sie ist charakteristisch für das Deuteronomium (siehe z. B. 4:40; 5:26; 12:25; 22:7).

Der JPS Tora-Kommentar – Deuternomium