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Lehrer in der Gemeinde

Seid nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wisset, daß wir ein schwereres (W. größeres) Urteil (O. Gericht) empfangen werden; denn wir alle straucheln oft. (O. viel, in vieler Hinsicht) Wenn jemand nicht im Worte strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib zu zügeln.
… So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge Siehe, ein kleines Feuer, welch einen großen Wald (O. Holzstoß) zündet es an! (O. nach anderer Les : Siehe, welch ein Feuer zündet welch einen Wald an)

Elberfelder 1871 – Jakobus 3:1,2,5

Nicht viele von euch sollten Lehrer werden, meine Brüder, denn ihr wisst, dass wir strenger beurteilt werden. Schließlich machen wir ja alle oft Fehler. Wer mit seinen Worten keine Fehler macht, ist ein vollkommener Mensch, der auch seinen ganzen Körper zügeln kann. … So ist auch die Zunge ein kleines Körperorgan und doch schwingt sie große Töne. Denkt nur daran, dass schon ein kleines Feuer einen großen Wald in Brand stecken kann!
neue Welt Übersetzung – 2018 Jakobus 3:1,2,5

Meine Geschwistera, es sollen nicht so viele von euch darauf aus sein, Lehrer der Gemeinde zu werdenb! Ihr wisst doch, dass wir ´Lehrereinmal besonders streng beurteilt werden. Wir alle lassen uns ja oft und in vieler Hinsicht etwas zuschulden kommen, ´am meisten jedoch bei dem, was wir sagen. Wenn jemand sich nie auch nur mit einem Wort etwas zuschulden kommen lässt, ist er ein vollkommenerc Mensch, der auch jeden anderen Bereich seines Lebensd unter Kontrolle halten kann.
… Genauso ist es mit der Zunge: Sie ist nur ein kleines Organ unseres Körpers und kann sich doch damit rühmenf, große Dinge zu vollbringen.
Wie ist es denn beim Feuer? Ein Funke genügt, um einen ganzen Wald in Brand zu setzen!

neue Genfer – Jak 3,1.2.5


Wieder mit der Anrede „liebe Brüder“ eröffnet Jakobus seine Argumentation zugunsten einer vernünftigen Begrenzung der Zahl der Lehrer. Offensichtlich hatten sich zu viele der neubekehrten Judenchristen zu Lehrern und damit auch zur Würde und zum Rang eines „Rabbis“ berufen gefühlt. Es ist unwahrscheinlich, daß Jakobus hier von offiziellen Lehrern im Range von Aposteln oder Propheten spricht. An dieser Stelle ist vielmehr von den inoffiziellen Lehrern (didaskaloi) bei den Zusammenkünften der Kirchengemeinschaft die Rede, bei denen es selbst Fremden gestattet war, das Wort zu ergreifen. Der Apostel Paulus machte häufig von diesem Recht, das Besuchern der jüdischen Synagoge eingeräumt wurde, Gebrauch. Jakobus beklagt hier einfach, daß zu viele Gläubige allzu begierig sind, vor der Gemeinde zu sprechen und sich zu produzieren (vgl.Joh 3,10; 9,40-41 ).
Natürlich muß das Lehramt ausgeübt werden, doch diejenigen, die die Gemeinde unterweisen, müssen Verantwortungsgefühl für ihre Aufgabe haben in dem Bewußtsein, daß sie ein desto strengeres Urteil empfangen werden. Ein Lehrer wird nach strengeren Maßstäben beurteilt, weil er, nachdem er öffentlich dazu steht, genau zu wissen, was die Pflicht der Menschen ist, um so mehr gehalten ist, seine Erkenntnis auch zu befolgen.

Jakobus deutet hier nicht mit dem Finger auf diejenigen, die dieses Gebot verletzen, ohne sich selbst in den Tadel mit einzuschließen. Wir verfehlen uns alle mannigfaltig. Nichts scheint dabei so gefährlich für einen Gläubigen wie eine vorschnelle Zunge. Wenn er sich aber im Wort nicht verfehlt (wörtlich „nicht strauchelt“), ist er ein vollkommener Mann, eine reife, vollendete Persönlichkeit (teleios aner). Er kann auch den ganzen Leib im Zaum halten. Geistliche Reife setzt also ein Zähmen der eigenen Zunge voraus.

Die Zunge ist nur ein sehr kleiner Körperteil, aber sie kann viel bewirken. Das wird an drei Beispielen deutlich: dem Zaum des Pferdes, dem Ruder des Schiffes und dem kleinen Feuer, das den Wald in Brand setzen kann. Die Reichhaltigkeit von Bildern aus der Natur, derer sich Jakobus auch hier wieder bedient, erinnert an die Rede des Herrn, ist aber genauso typisch für das jüdische Denken. Der Wortgebrauch des Urtextes in dieser Passage gemahnt an die griechische Klassik und ist äußerst kunstvoll. Jakobus war also sowohl in der jüdischen Tradition als auch in der altgriechischen Literatur bewandert.
Die Pointe der verschiedenen Beispiele ist eindeutig: Wie der kleine Zaum, der den Pferden ins Maul gelegt wird, ihren ganzen Leib (lenken) kann, wie kleine Ruder große Schiffe steuern und ein kleines Feuer einen ganzen Wald verzehrt, so ist die Zunge ein kleines Glied und richtet große Dinge an.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Die Verse richten sich vor allem an Gemeindeglieder, die dabei sind, sich zu Lehrern der Gemeinde aufzuschwingen. So sehr Jakobus einerseits von der Notwendigkeit der Lehre überzeugt ist und sich auch selbst als Lehrer sieht, so sehr betont er andererseits, dass dies keine Aufgabe für jedermann ist und weißt darauf hin, dass die Lehrer im Jüngsten Gericht ein strengeres Urteil zu erwarten haben (vgl. Mt 12,36.37). (2) Der Grund dafür ist, dass sich Lehrer immer wieder verfehlen. Die richtigen Worte zu finden ist eine so große Herausforderung, dass diejenigen, denen in diesem Bereich keine Fehler unterlaufen, vollkommene Menschen sind, die sich voll und ganz im Griff haben (vgl. Spr 10,19).

Die folgenden Verse begründen, warum die richtige Wortwahl so wichtig ist. (3-5a) Jakobus illustriert das mit Hilfe von zwei Beispielen. Zaumzeug und Ruder zeigen, dass derjenige, der die Macht über diese vergleichsweise kleinen Steuerungsmittel hat, in der Lage ist, große Dinge in die von ihm gewünschte Richtung zu lenken. So ist das auch mit der Zunge. Obwohl sie ein vergleichsweise kleines Körperteil ist, kann sie große Dinge bewirken.

Mainka – Jakobus

Übertreiben hier die Ausleger mit der harten Beschreibung?
Wenn wir uns kurz die Kirchengeschichte vor Augen führen: gerade diejenigen die die Lehre an sich gerissen haben, haben oftmals für neue Ideen oder gar Sekten gestanden! Wie gefährlich ist heute zum Beispiel das „Wohlstandsevangelium“ , dass so viele Christen davon abhält, die Bibel zu lesen, weil „sie ja schon gerettet sind“. Oder nehmen wir die Spaltung von den jüdischen Gemeinde – so dass wir weder wissen, was die Worte Jesu wirklich bedeuten, noch die Feiertage richtig feiern….
Um wie viel schwerer ist es heute, wirklich ein Lehrer zu sein – den die meisten Christen, die ich kennen gelernt habe, sind kaum in der Lage das NT zu erklären. Den Tanach – das AT – haben die wenigsten wirklich gelesen. So wird schnell ein Vers aus dem Zusammenhang gerissen, und eine neue Lehre aufgebaut – und die Zuhörer von Jehovah entfremdet. Deutlich sieht man dass dann an denen, die nicht mehr regelmäßig zu den Zusammenkünften gehen: diese sind oft sehr schnell völlig „ohne Glauben“ – es wurde keine Grundlage gelegt, und es wurde kein persönliches Verhältnis zum Lebengeber gelegt! Wirklich ein „verzehrendes Feuer“!

Seid nicht viele von euch Lehrern, meine Brüder, die wissen, dass wir ein schwereres Urteil erhalten werden.

James gibt an, dass die Position des Unterrichts den größten Missbrauch der Zunge vor allem durch ungeschickte oder ungeschulte Lehrer ermöglicht. Dies könnte auch die Verbreitung falscher Lehren in der Kirche einschließen. Der Unterricht muss auf diejenigen beschränkt sein, die die Gabe des Unterrichts besitzen. Sogar diejenigen mit der Gabe des Lehrens müssen darin geschult werden, das Wort Gottes zu exegetieren. Der griechische Text lautet wörtlich: „Drücken Sie sich nicht in die Rolle des Lehrens.“ Sie müssen sicher sein, dass das Unterrichten eine Antwort auf einen Anruf ist. Wenn er nicht viele sagt, meint er, dass einige die Position einnehmen müssen, die meisten jedoch nicht.

Der Grund, warum es wichtig ist, sich nicht in die Position des Lehrens zu drängen, ist, dass sie das größere oder schwerere Urteil erhalten. Mit dem Pronomen wir betrachtete sich Jakobus als Lehrer der Schrift. Er möchte sie jedoch warnen, dass sie sich nicht in diese Position drängen sollten. Das Urteil für einen Lehrer ist aufgrund der Einflussposition eines Lehrers schwerer. Das Urteil, von dem hier gesprochen wird, wird am Richterstuhl des Messias stattfinden. Beim Unterrichten muss die Zunge sorgfältig trainiert werden, da in diesem Bereich viel Schaden angerichtet werden kann.
Denn in vielen Dingen stolpern wir alle. Wenn jemand nicht in Worten stolpert, ist derselbe ein perfekter Mann, der auch den ganzen Körper zügeln kann.
James macht drei Aussagen in diesem Vers. Zunächst sagt er, dass wir alle auf viele Arten stolpern. Mit der Verwendung des Pronomen wir schließt sich James zu denen, die manchmal versagen oder stolpern. Wenn das Wort Stolpern wörtlich verwendet wird, bedeutet es „Pflichtversagen“, „Fehler“, „Sünde“. Es ist kein fataler Fehler, aber es hemmt den Fortschritt der Gläubigen. Die Zeitform zeigt eine wiederholte Aktion an. Alle Gläubigen stolpern in vielen Dingen, besonders aber in der Sprache. Die zweite Aussage ist, dass derjenige, der die Kontrolle über sein gleiches Sprechen hat, ein perfekter Mann ist, nicht im Sinne einer sündlosen Vollkommenheit, sondern in dem Sinne, dass er das Ziel der geistigen Reife erreicht hat. Die dritte Aussage ist, dass er daher seinen ganzen Körper zügeln oder kontrollieren soll. Mit anderen Worten, die Kontrolle der Zunge ist das Produkt des Glaubens; Wenn der Glaube die Zunge kontrollieren kann, kann er Selbstkontrolle über den ganzen Körper ausüben. Wer also die Kontrolle über sein Sprechen hat, hat ein Ziel erreicht und qualifiziert sich daher als Lehrer.

Der dritte Abschnitt enthält eine Beschreibung der Zunge und James macht in diesen Versen vier Punkte.

Der erste Punkt bezüglich der Kraft der Zunge beginnt mit zwei Beispielen. Das erste Beispiel sind die Zügel der Pferde in Vers 3: Wenn wir nun die Zügel der Pferde in den Mund nehmen, damit sie uns gehorchen, drehen wir uns auch um ihren ganzen Körper.

Ein kleines Zaumzeug im Maul des Pferdes kontrolliert den gesamten Körper des Pferdes. Der Zweck ist: dass sie uns gehorchen können. Mit diesem Zaumzeug an der richtigen Stelle kann man das Pferd drehen lassen, wie es will.

Dann gibt er in Vers 4 das zweite Beispiel für Schiffe und das Ruder: Siehe, auch die Schiffe werden, obwohl sie so groß sind und von rauen Winden angetrieben werden, von einem sehr kleinen Ruder gedreht, wohin der Impuls des Steuermanns führt .

Das Ruder ist ein sehr kleiner Teil des Schiffes, aber es ist das kleine Ruder, das das gesamte Schiff steuert. Dann sagt er, dass derjenige, der das Ruder kontrolliert, der Steuermann, derjenige ist, der die Richtung des Schiffes kontrolliert.

Nachdem er die Beispiele für die Zügel der Pferde, die Schiffe und das Ruder gegeben hat, macht er den Antrag in Vers 5a: Die Zunge ist also auch ein kleines Mitglied und rühmt sich großer Dinge.

So wie die Zügel und das Ruder große Dinge kontrollieren: So ist auch die Zunge ein kleines Mitglied, und doch rühmt sie sich großer Dinge. Durch die Kontrolle der Zunge können wir den ganzen Körper entweder auf gute oder auf schlechte Weise kontrollieren.



Die Zerstörungskraft der Zunge wird in Vers 5b gezeigt: Siehe, wie viel Holz wird durch wie kleines Feuer entzündet!

James gibt das Beispiel eines Feuers, indem die kleinsten Funken einen ganzen Wald zerstören können.

Die Anwendung ist, dass die Zunge auch wie ein Feuer in Vers 6 ist: Und die Zunge ist ein Feuer: Die Welt der Ungerechtigkeit unter unseren Mitgliedern ist die Zunge, die den ganzen Körper beschmutzt und das Rad der Natur in Brand setzt und ist von der Hölle in Brand gesetzt.

Die Anwendung, die James macht, ist: Die Zunge ist ein Feuer. So wie ein unkontrolliertes Feuer zerstörerisch ist, ist eine unkontrollierte Zunge ebenso zerstörerisch. Es ist: die Welt der Ungerechtigkeit unter unseren Mitgliedern. Im griechischen Text wird das Wort Ungerechtigkeit mit dem bestimmten Artikel „the“ geschrieben und bezieht sich auf die bekannten Mächte des Bösen, mit denen der Gläubige in ständigem Kontakt steht. Die Zunge ist einzigartig, denn kein anderer Teil des Körpers hat die Möglichkeit, Böses zu verursachen. Infolgedessen verunreinigt die Zunge den ganzen Körper. Das Wort befleckt bezieht sich auf einen moralischen Fleck. Die Natur und Funktion der unkontrollierten Zunge verschmutzt die gesamte Persönlichkeit des Menschen. Die Zunge setzt das Rad der Natur in Brand. Der Ausdruck Rad der Natur bezieht sich auf den Verlauf der menschlichen Existenz. Dieses Rad wird bei der Geburt in Bewegung gesetzt und bleibt während des gesamten Lebens erhalten. Es wird von einer unkontrollierten Sprache in Brand gesetzt, wie einem verleumderischen Bericht, der eine Gemeinschaft anstachelt, oder einer Propagandakampagne, die eine ganze Nation erregt. Das Feuer, das das ganze Leben zerstören kann, wird selbst von der Hölle entzündet. Das griechische Wort für Hölle ist die hellenisierte Form von zwei hebräischen Wörtern, gei und hinnom. Gehenna bezieht sich auf das Tal von Hinnom, ein Ort, der einst für Menschenopfer genutzt wurde. Gehenna bezieht sich auf den Feuersee. James zeigt, dass die Quelle der unkontrollierten Zunge die Hölle selbst ist. Das Feuer der Zunge wird gewöhnlich von den endlosen Feuer der Hölle gespeist, weil die Zunge sich konsequent vom satanischen Bösen benutzen lässt. Eine unkontrollierte Zunge kann ein Werkzeug von Satan und Dämonen sein, um die Feuer der Hölle zu verbreiten.

Fruchtenbaum – Die Sammlung messianischer Bibelstudien

Geschrieben von Thomas am 13. Juli 2020 | Abgelegt unter Fragen zur Bibel,jehovah-shammah,Religion | Keine Kommentare

Warum zerriß der Vorhang?

Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriß in zwei Stücke, von oben bis unten;

Elberfelder Bibel 1905 – Matthäus 27,51

Das vierte Merkmal der Stiftshütte war der Schleier, der das Allerheiligste vom Heiligen Ort trennte. Die Bundeslade wurde in das Allerheiligste gelegt. Dies war ein besonderer Raum, in den nur der Hohepriester eintreten durfte, und dann nur an einem Tag im Jahr, um das Blut des Opfers darzubringen. Am Versöhnungstag ging er zweimal in das Allerheiligste; Das erste Mal trat er ein, um das Blut für seine eigenen Sünden anzubieten, und das zweite Mal, um das Blut für die Sünden des Volkes anzubieten.

Vers 33 besagt, dass der Zweck des Schleiers darin bestand, das Allerheiligste, das die Bundeslade und die Gegenwart der Schechina-Herrlichkeit enthielt, vom heiligen Ort zu trennen, der den Schaubrottisch auf der Nordseite, den Leuchter, enthielt nach Süden und der Weihrauchaltar.

Die Bedeutung des Schleiers ist, dass er ein Symbol für das Prinzip des Zugangs zu Gott war; es markierte auf zwei Arten einen Trennungspunkt. Erstens trennte der Schleier, der das Allerheiligste vom Heiligen Ort trennte, auch den Hohepriester von allen gemeinsamen Priestern; nur der Hohepriester durfte durch diesen Schleier gehen. Diese Trennung bedeutete, dass nur ein Mann, aus einer Familie, aus einem Stamm, aus einer Nation, aus der ganzen Welt jemals in die Gegenwart Gottes eintreten durfte. Selbst für ihn war es nur ein Tag des ganzen Jahres, der Versöhnungstag. Zweitens symbolisierte es eine Trennung zwischen Gott und Mensch, indem niemand Zugang zur Gegenwart Gottes hatte, außer diesem einen Wesen.

Es war dieser Schleier, der sich im Moment des Todes Jesu von oben nach unten spaltete (Mat. 27:51). Das Zerreißen oder Zerreißen des Schleiers zeigte, dass die Trennung zwischen Gott und Mensch jetzt durch den Tod Jeschuas gebrochen worden war; Jetzt haben alle Zugang zu Gott durch Glauben (Hebr 9,12; 10,19-22). Das Zerreißen des Schleiers bedeutete, dass der Zugang zu Gott nicht länger auf einen Mann beschränkt war, aus einer Familie, aus einem Stamm, aus einer Nation, aus allen Nationen der Welt. Alle haben Zugang zu Gottes Gegenwart, indem sie Jesus als Messias annehmen.

Weil es der Tod Jeschuas war, der die Trennung beendete und das Zerreißen des Schleiers verursachte, war dieser Schleier auch das Symbol des Leibes Jesu (Hebr 10,20). Durch den Tod seines Körpers wurde dieser Zugang nun gewährt.

Fruchtenbaum – Die Sammlung messianischer Bibelstudien

Der Vorhang des Tempels zerriss: der Zugang in die Gegenwart Gottes ist frei
Als der Ruf Jesu – nicht der Ruf eines Todeskampfes – ertönte, zerriss der Vorhang des Tempels. Was für ein Beweis des Sieges des Herrn! Gott hat sein Werk angenommen. Der Vorhang, der zerriss, war der innere des Tempels, der das Heilige vom Allerheiligsten trennte (2 Mose 26,31 ff.; 2. Chr 3,14). Es war kein Erdbeben, das den Vorhang zerriss, sondern die Macht Gottes. Der Riss ging von oben nach unten. Lukas sagt: Er riss „mitten entzwei“. So hätte kein Mensch geschnitten. Er hätte von unten angefangen. Nein, Gott selbst bewies, dass Er am Werk war.
Es ist wichtig, gut zu verstehen, dass, während Christus lebte, der Vorhang noch da war. Das gilt auch für die Zeit, die Jesus am Kreuz hing. Erst sein Tod hat den Weg freigemacht zu Gott. Was war das für ein Zeichen an das ritualistische Judentum, denn was machten sie jetzt im Tempel? Sie konnten nicht mehr hineingehen in die Herrlichkeit Gottes! Wir müssen dabei bedenken, dass gerade zur neunten Stunde das Abendopfer und das Abendräucherwerk gebracht wurde. Es müssen also genau zu dieser Zeit Priester im Heiligtum gestanden haben. Was werden sie erschrocken gewesen und geflüchtet sein. Auf einmal sahen sie die Bundeslade (wenn denn eine dort gestanden hat). Jedenfalls sahen sie in das Allerheiligste, vermutlich in einen leeren Raum hinein. Menschen unter Gesetz direkt vor dem Thron Gottes – das musste größte Panik auslösen.
Es ist interessant, dass Josephus, der jüdische Geschichtsschreiber, später davon berichtet, dass zur Zeit des Passahfestes folgendes passierte: „Die Osttür des inneren Heiligtums, die, ganz von Erz und ungeheurem Gewicht, gegen Abend von 20 Männern nur mit Mühe geschlossen wurde und mit eisernen Querriegeln gesichert und mit tief in die aus einem Stück bestehende Schwelle eingelassenen Längsriegeln versehen war, sprang des Nachts, etwa um die sechste Stunde, von selber auf.“ Im Talmud kann man zudem lesen, das bereits 40 Jahre vor der Zerstörung des Tempels eines Nachts die Türen des Tempels von selbst aufsprangen. Im Talmud heißt es dann weiter: „Rabbi Johanan ben Zakkai sagte: Tempel, warum erschreckst du uns? Wir wissen, dass dein Ende Zerstörung ist.“ Anscheinend betrachteten die Juden diese bemerkenswerten Umstände als Zeichen der nahen Tempelzerstörung. Natürlich wissen wir, dass der Vorhang zerriss, so sagt es Gott. Inwiefern eine solche zusätzliche Sache passierte, müssen wir offenlassen.
Was das Zerreißen des Vorhangs betrifft, muss man Folgendes bedenken: Nur einmal im Jahr durfte der Hohepriester am Sühnungstag in das Allerheiligste. Ob dies zur Zeit Jesu, wo vermutlich keine Bundeslade im Allerheiligsten stand, noch so getan wurde, wissen wir aus der Schrift nicht.
Damit brach Gott ein altes System vollständig ab – das jüdische. Stattdessen errichtete Er einen ganz neuen Weg zu sich. Bislang konnte der Mensch nicht zu Gott kommen. Jetzt aber war dieser Weg frei, durch den zerrissenen Vorhang hin. Die erste Antwort Gottes auf den Tod seines Messias ist also, dass Er einen Weg öffnet, damit der Mensch zu Ihm kommen kann. Wir wissen aus anderen Stellen, dass es dafür nötig ist, von seinen Sünden gewaschen zu sein. Man benötigt die Vergebung der Sünden und ein neues Leben, das in Übereinstimmung mit Gott selbst ist. Johannes nennt es immer wieder „ewiges Leben“. So bekommt der Gläubige das Recht, in die glückselige Gegenwart Gottes treten zu können, von der er bis jetzt durch den Vorhang getrennt war. Die gewaltige Bedeutung dieses Schrittes erklärt der Heilige Geist in Hebräer 9,8 und 10,19–22.
Gott, der stets hinter dem Vorhang verborgen gewesen war, enthüllte sich auf der Grundlage des Todes Jesu in wunderbarer Weise. Der Weg zum Allerheiligsten ist jetzt nicht nur offen, sondern auch offenbart. Das geschah in dem Herrn Jesus, der die Offenbarung Gottes ist (Joh 1,18). Gott wurde gerade am Kreuz von Golgatha in seinem Wesen der Liebe und des Lichts sichtbar.
Das ganze jüdische System, das Prinzip gesetzlicher Rechtfertigung, das Testen des verantwortlichen Menschen: All das wurde durch das Zerreißen des Vorhangs einem Ende zugeführt. Das zeremonielle Gesetz hatte seine Erfüllung in Christus und seinem Werk gefunden. Jeder, der jetzt in den Tempel ging, befand sich direkt vor dem Angesicht Gottes, ohne dass ihn ein Vorhang noch von Gott getrennt hätte. Für den Juden war das der Tod. Denn seine Sünden waren nicht vergeben. Das empfand der Jude auch, der von Anfang an die Gegenwart Gottes gefürchtet hat. Daher baten sie Mose, Mittler für sie zu sein (2 Mose 20,19). Für denjenigen aber, der sich auf die Gnade des Werkes Christi stützt, ist es christliche Freiheit, in die Gegenwart Gottes zu kommen. Er sieht in Christus die Offenbarung Gottes und hat in Ihm und durch Ihn Gemeinschaft mit Gott.
Das Zerreißen des Vorhangs symbolisiert zugleich das Hinwegtun der Sünde. Wegen unserer Sünden war es für uns unmöglich, in der Gegenwart Gottes zu stehen. Der heilige Gott und der von seinen Sünden gereinigte Gläubige sind durch den Tod Christi zusammengebracht worden.
Allerdings bedeutete das Zerreißen des Vorhangs auch, dass die Sünde des Menschen ihren Höhepunkt erreicht hatte in dem Umbringen des Königs, des Sohnes Gottes. Denn das Zerreißen ist eine Gerichtshandlung Gottes an seinem Volk, dass seinen Sohn ans Kreuz gebracht hat. Der Mensch auf der Erde hatte Gott für immer verloren, wenn er Jesus nicht als Retter annahm. Selbst unter den besten Voraussetzungen hatte der Mensch bewiesen, dass er sich gegen Gott stellte. Das einzige Volk, das Gott aus Liebe auserwählt hatte, hat seinen eigenen Gott in Person des Menschen Jesus Christus beseitigen wollen.
Zugleich aber war jetzt zum ersten Mal der Weg in das Allerheiligste sozusagen frei. Es gab kein Hindernis mehr, dort hineinzugehen. Zwar war das Neue, was Gott in seinem Herzen hatte, noch nicht eingeführt worden. Aber das Alte war endgültig vergangen. Damit zeigte der Herr einen neuen Weg, auch wenn Er ihn noch nicht eingeweiht und verkündigt hatte. Dazu musste Er als Mensch zunächst verherrlicht in den Himmel eingehen. Aber auch das würde nur wenige Tage später passieren. Dann würde nicht nur Christus im Himmel sein, sondern der Heilige Geist auf die Erde kommen und die Versammlung bilden. Das aber geht über die Botschaft von Matthäus hinaus …
Ausleger denken, dass dieses Wunder vielleicht mit dazu beigetragen hat, dass sich so viele Priester in Jerusalem bekehrt haben (vgl. Apg 6,7). Zudem möchte ich noch auf einen weiteren wichtigen Punkt hinweisen: Der Vorhang zerriss nicht erst, als Christus auferstanden war. Er zerriss mit seinem Tod. Für uns Christen ist es bedeutsam zu wissen, dass der Herr auferstanden ist. Dennoch bleibt wahr, dass sein Erlösungswerk als solches schon mit seinem Tod vollbracht und abgeschlossen war. Alle Segensergebnisse basieren auf seinem Tod, obwohl wir nur durch seine Auferweckung aus den Toten um unsere Rechtfertigung wissen. Denn diese gibt den unwiderlegbaren Beweis, dass Gott sein Werk angenommen hat und Ihn als Antwort auf dieses Werk auferweckt hat (Röm 4,25).

Manuel Seibel – Jesus Christus – mehr als ein König – Eine Auslegung des Matthäusevangeliums

Eigenartigerweise berichtet auch der jüdische Schriftsteller Josephus einige Jahrzehnte nach Matthäus von einem ähnlichen Ereignis zur Zeit des Passafestes: »Die Osttür des inneren Heiligtums, die, ganz von Erz und ungeheurem Gewicht, gegen Abend von zwanzig Männern nur mit Mühe geschlossen wurde und mit eisernen Querriegeln gesichert und mit tief in die aus einem Stück bestehende Schwelle eingelassenen Längsriegeln versehen war, sprang des Nachts, etwa um die sechste Stunde, von selbst auf.«

Wir sahen auch schon, dass nach den Aussagen des Talmud 40 Jahre vor der Zerstörung des Tempels, also im Todesjahr Jesu, eines Nachts die Türen des Tempels von selbst aufsprangen. Der Talmud fährt fort: »Es sagte Rabbi Johanan ben Zakkai: Tempel, warum erschreckst du uns? Wir wissen, dass dein Ende Zerstörung ist.« Die Juden betrachteten also diese Vorgänge als Zeichen der nahen Tempelzerstörung.

Der »Vorhang des Tempels« schied das »Heilige« vom »Allerheiligsten« (2.Mose 26,31ff.; 2.Chron 3,14). Nur einmal im Jahr, am Jom Kippur, dem großen Versöhnungstag, durfte der Hohepriester hinter den Vorhang ins Allerheiligste eintreten (3.Mose 16,2ff.; Hebr 9,3ff.). Wenn jetzt dieser Vorhang »zerriss«, und zwar »von oben bis unten in zwei Teile«, dann war das Allerheiligste freigelegt. Der Hebräerbrief deutet, was hier geschehen ist: nämlich die Erledigung der »Satzungen äußerlicher Heiligkeit« und die Ermöglichung freien Zugangs zum Vater durch den Sühnetod des Sohnes (Hebr 6,19ff.; Hebr 9,10ff.; Hebr 10,19ff.). Es beginnt, was Jesus nach Joh 4,21ff. ankündigte: »dass ihr weder auf diesem Berge (dem samaritanischen Garizim) noch zu Jerusalem werdet den Vater anbeten… die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten«. Jesu Gemeinde braucht keinen Tempel mehr. Wenn die Judenchristen sich weiter zum Tempel hielten und die Tempelsteuer zahlten, dann taten sie das, um Israel keinen Anstoß zu geben (Mt 17,24ff.; Apg 3,1ff.; Apg 5,12.42). Selbst wenn Israel noch einmal einen Tempel baut, hat er vorläufigen und symbolischen Charakter und ist für die Christen unnötig (vgl. Off 21,22).

Doch hat das Zerreißen des Tempelvorhangs noch eine zweite Bedeutung. Ist das Allerheiligste unbefugten Blicken preisgegeben, dann erinnert dies daran, dass der römische Eroberer Jerusalems, Pompejus, im Jahre 63 v. Chr. gewaltsam eine Inspektion des Allerheiligsten durchführte. Soll dasselbe noch einmal geschehen? In der Tat betrachtete Titus, der römische Zerstörer des Tempels, im August des Jahres 70 n. Chr. ebenfalls den Tempel mitsamt dem Allerheiligsten.

So wird das Zerreißen des Tempelvorhangs zugleich zum Zeichen der Preisgabe des Tempels (vgl. Lk 21,24; Off 11,2). Diese Preisgabe geschah, weil Israel die Botschaft des Evangeliums 40 Jahre lang ablehnte (Apg 13,46; Röm 9,30ff.; Röm 10,1ff.). Mt 23,38 erfüllt sich

Gerhard Maier – Edition C

Gleichzeitig mit Jesu Tod zerriß der Vorhang im Tempel (naou, „das Allerheiligste“; vgl. Mk 11,11) in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Das intransitive Verb und die Richtung, in die der Riß verlief, zeigen an, daß Gott selbst am Werk war. Zweifellos waren die Priester, die zu diesem Zeitpunkt gerade den jüdischen Abendgottesdienst hielten, Zeugen dieses Ereignisses (vgl. Apg 6,7) und berichteten auch darüber. Bei dem Vorhang kann es sich um den äußeren Vorhang, der zwischen dem Heiligtum selbst und dem Vorhof hing (2Mo 26,36-37), oder auch um den inneren, der das Heilige vom Allerheiligsten trennte (2Mo 26,31-35), gehandelt haben. Wenn es der äußere Vorhang war, war das Zerreißen eine offenkundige Bestätigung der Gerichtsdrohung Jesu über den Tempel, die sich im Jahr 70 n. Chr. (vgl. Mk 13,2) erfüllte. Wahrscheinlicher ist jedoch, daß der innere Vorhang zerriß zum Zeichen, daß Jesu Tod die Notwendigkeit, weiterhin Opfer für begangene Sünden darzubringen, aufgehoben und den Weg zu einem neuen, lebendigen und direkten Zugang zu Gott freigemacht hatte (Hebräer 6,19-20;9,6-14;10,19-22).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar


Was änderte sich also? Das Opfersystem? Ja, das Opfersystem war zu Ende, denn dass vollkommene Opfer war dargebracht! Der Hohepriester brauchte also nicht mehr Blut ins Allerheiligste bringen! Und rund 40 Jahre später war der Tempel zerstört.
Aber waren damit für die Christusnachfolger auch der Tempel „unwichtig“? War gar der Bund zwischen Jehovah und den Juden beendet?
Schauen wir uns an, was nach dem geschah:
Apostelgeschichte 1,12 – die Apostel kehren nach Jerusalem zurück und halten sich weiterhin an die Wegstrecke die sie am Sabbath gehen dürfen.
Viele Jahre später: Paulus geht in den Tempel um sein Gelübte zu bezahlen (Apostelgeschichte 21,23-30) ! Also war für die ersten Christen der Bund und der Tempel noch immer das Zentrum ihres Lebens! Es hatte sich nur die Vergebung der Sünde durch Blut verändert! Anstatt durch das darbringen von Tierblut war Jesu Blut getreten! Anstatt an den Tempeldienst zu glauben war Glaube an Jesus nötig geworden.
Das heißt: der Bund mit Abraham (1Mose 15 ) war immer noch, und ist immer noch aktiv. Das Versprechen in 1 Mose 15 ist ein ganz wichtiger Teil der Bibel – denn bei diesem Bundesschluß ging NUR Jehovah durch die zerteilten Tiere – und deutete damit an, dass egal ob der Mensch diesen Bund übertreten würde, nur ER für diese Übertretungen bezahlen würde – und trotzdem zu diesem Bund stehen würde! Was für ein Bild für das was ER vor hatte!

Geschrieben von Thomas am 11. Juli 2020 | Abgelegt unter Fragen zur Bibel,jehovah-shammah | Keine Kommentare

ein Teil der Familie Gottes?

Also seid ihr denn nicht mehr Fremdlinge und ohne Bürgerrecht, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes,

Elberfelder Bibel 1905 – Epheser 2,19

Ihr seid jetzt keine Ausländer mehr oder Leute ohne Staatszugehörigkeit, ihr gehört jetzt zum Volk von Gott, ihr seid jetzt Teil der Familie!

VolxBibel – Eph 2,19

 Ihr seid also nicht mehr Fremde und Ausländer, sondern habt die gleiche Bürgerschaft wie die Heiligen und gehört zur Hausgemeinschaft Gottes,

neue Welt Übersetzung – 2018 . – Eph 2,19

Ihr seid jetzt also nicht länger Fremde ohne Bürgerrecht, sondern seid – zusammen mit allen anderen, die zu seinem heiligen Volk gehören – Bürger des Himmels (sondern seid Mitbürger der Heiligen.); ihr gehört zu Gottes Haus, zu Gottes Familie.

Neue Genfer Übersetzung .- Eph 2,19


Ihr Menschen aus den anderen Völkern seid also nicht länger Fremde und Gäste. Ihr habt Bürgerrecht im Himmel zusammen mit den heiligen Engelnc, ihr seid Gottes Hausgenossen.

Gute Nachricht Bibel .- Eph 2,19

Bild von logos.com

ἄρα οὖν folglich, also. ξένος V. 12. πάρ-οικος Nachbar; hier der Fremde (der an einem Ort lebt, der nicht seine Heimat ist), Ausländer. συμ-πολίτης1 Mitbürger. οἰκεῖος Hausgenosse, Familienangehöriger.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Der neugewonnene Zugang zu Gott für die vormals Fernen hat eine bedeutsame Konsequenz: „Folglich seid ihr nun nicht mehr Fremde und Ausländer“.
In 1Mo 23,4 (vgl. auch 24,37; Ps 39,13) bezeichnet sich Abraham als „Fremdling und Beisasse“ in Kanaan, dem Land der Verheißung. Diese Formulierung wird in Hebr 11,13 im Hinblick auf den Weg des Glaubens interpretiert: Die Patriarchen waren unterwegs in das himmlische Land der Verheißung (vgl. 11,14ff). In gleicher Weise sind Christen „Fremdlinge und Pilger“ (1Petr 1,1; 2,11), weil sie auf dieser Welt „keine bleibende Stadt haben, sondern die zukünftige suchen“ (Hebr 13,14). Daher hat auch ihre Lebensweise dieser Grundsituation zu entsprechen: Sie sollen sich nicht in endgültiger Weise an Dinge dieses Lebens binden, sondern „haben, als hätten sie nicht“ (1Kor 7,29-40).
Eine weitere Bedeutung gewinnt der Doppelausdruck „Fremde und Ausländer“ im Blick auf die Stellung von Heiden- und Judenchristen: Waren die Heiden „zu jener Zeit … entfremdet vom Gemeinwesen der Verheißung“ (Eph 2,12), weil sie durch den Zaun des Gesetzes vom Gott Israels ferngehalten wurden, so ist diese Situation in Christus beseitigt und radikal verändert: Sie sind jetzt „Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes“.
Dies meint nicht, daß die Heidenchristen als „Mitbürger“ (griech.: sympolitai) der „Bürgerschaft Israels“ (griech.: politeia; Eph 2,12) eingegliedert werden. Das in Christus entstandene „Gemeinwesen“ der Kirche ist eine völlige Neuschöpfung, in die Angehörige aus Juden und Heiden jeweils im Glauben aufgenommen werden. Zwar trifft es keineswegs zu, daß die Geschichte Gottes mit seinem Volk durch Christus schlechthin aufgehoben und damit hinfällig geworden wäre, daß also die Kirche Israel einfach ersatzlos ersetzt hätte. Jedem Denken in diese Richtung gilt die mahnende Erinnerung des Paulus: „so sollst du wissen, daß nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich“, den ehemals wilden, nun aber eingepfropften Ölzweig (Röm 11,17.18). Dennoch vermittelt diese heilsgeschichtliche Situation Israels den Angehörigen des atl. Bundesvolkes keine Sonderstellung in dem Sinne, daß hier ein Sonderweg abseits des Glaubens an Jesus Christus eingeschlagen werden könnte. Die „Heiligen“, deren „Mitbürger“ die Adressaten geworden sind, bestehen weder aus Juden noch aus Judenchristen, sondern aus allen bereits zur Kirche Jesu Christi gehörenden Glaubenden.
( Vgl. Schnackenburg, a. a. O. 121, der auch die Deutung auf „die Engel als Repräsentanten der himmlischen Gemeinde“ erwägt; vgl. 1,18.)
Weil diese Stadt (griech.: polis) Gottes eine himmlische ist (vgl. Hebr 12,22), darum ist auch das Bürgerrecht (griech.: politeuma) im Himmel (Phil 3,20), das Erbteil (Eph 1,14.18), an dem die Christen ja bereits in Jesus Christus Anteil haben (2,6).
Mit dem Bild von der Stadt („Mitbürger“) ist das Bild des Hauses verbunden: „Hausgenossen Gottes“. Die Gemeinde ist „geistliches Haus“ (1Petr 2,5; vgl. 4,17), zu dem „Hausgenossen des Glaubens“ (Gal 6,10) gehören.

Wuppertaler Studienbibel

In diesen Versen präsentiert Paulus das Resultat (»Folglich nun«) dessen, was er in den V. 11-18 entfaltet hat. »Nicht mehr Fremde und Randbewohner« (V. 19 a) spielt auf die in V. 11-12 beschriebene ursprüngliche Entfremdung der Heiden an. Die hier gebrauchten Begriffe stammen aus dem zivilen Bereich des Stadtlebens, werden nun aber im übertragenen Sinne – also mit geistlicher Bedeutung – verwandt. »Fremde« sind Menschen, die in einer Stadt kein Bürgerrecht haben. »Randbewohner« sind von den Bürgern geduldete Ortsfremde, die u. U. außerhalb der Stadtmauern wohnen mussten. Im geistlichen Bereich leben die ehemals heidnischen Empfänger des Eph nicht mehr so. Sie gehören voll und ganz zum Gottesvolk – verbunden sowohl mit den übrigen Gliedern des Volkes Gottes als auch mit Gott selbst.

Dieser Doppelaspekt wird beschrieben mit der Aussage: »… sondern (ihr) seid Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.« Manche Ausleger meinen, dass mit den »Heiligen« die Engel gemeint seien. Verwiesen wird dann auf die jüdische Gemeinschaft von Qumran, die sich mit den u. a. als »Heilige« bezeichneten Engeln verbunden wusste (»denen, die Gott erwählt hat, hat er gegeben zu ewigem Besitz, und Erbteil hat er ihnen gegeben am Los der Heiligen, und mit den Söhnen des Himmels hat er verbunden ihre Gemeinschaft zur Gemeinde der Einung, zum Kreis des heiligen Baus«, 1 QS XI, 7ff.; »Und die Gemeinde deiner Heiligen ist in unserer Mitte zu ewiger Hilfe«, 1 QM XII, 7; »Und den verkehrten Geist hast du gereinigt von vieler Missetat, damit er eintrete in den Standort mit der Heerschar der Heiligen und komme in die Einung mit der Gemeinde der Himmelssöhne«, 1 QHod III, 21f.). Und doch würde dieser Hinweis auf die Gemeinschaft von Menschen und Engeln in der Gemeinde an dieser Stelle im Eph überraschen.

In 1,1 sind mit den »Heiligen« eindeutig die Glieder der christlichen Gemeinde bezeichnet; und so doch wohl auch in Eph 1,18 b. Dann würde aber überraschen, wenn hier in Eph 2,19 die »Heiligen« plötzlich, ohne nähere Erläuterung, als Engel verstanden werden sollten. Zudem knüpft V. 19 ja zusammenfassend an die vorangehenden Verse an, und dort war nicht von der Vereinung von Menschen und Engeln in der Gemeinde die Rede, sondern von einander früher entfremdeten Menschen. Damit ist der Gedankengang klar: Waren die Leser früher dem Gottesvolk entfremdet, sind sie nun vollberechtigte Glieder in der Schar der Heiligen, d. h. in der glaubenden Gemeinde, dem Gottesvolk. Zugleich sind sie »Hausgenossen Gottes«, also auch Gott nicht mehr entfremdet, sondern bei ihm zu Hause! (Vgl. auch in V. 16 den Doppelaspekt des Versöhntseins miteinander und mit Gott in der Gemeinde.)

Gerhardt Maier – Edition C

So (ara oun) seid ihr, d. h. die Heiden, nun nicht mehr Gäste (xenoi;vgl. V. 12) und Fremdlinge. Von nun an sind die gläubigen Heiden Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. Sie werden Teil der Gemeinschaft der Erlösten aller Zeiten, angefangen bei Adam. Das bedeutet jedoch nicht, daß die Gemeinde die Segnungen erbt, die ursprünglich Israel verheißen wurden. Eine solche Deutung ist aus drei Gründen nicht möglich: (1) Paulus befaßt sich in diesem Kontext mit dem „neuen Menschen“ (V. 15), dem „einen Leib“ (V. 16). Das heißt nicht, daß die Heiden in das Volk Israel aufgenommen werden, sondern daß gläubige Juden und gläubige Heiden gemeinsam eine neue „Menschheit“ bilden. (2) Paulus sagt insbesondere, daß die Heiden „Mitbürger der Heiligen“ und „Hausgenossen Gottes“ werden, er benutzt nicht das Wort „Israel“. Wenn er hätte sagen wollen, daß die Gemeinde „Israel“ wird, hätte er, wie in Vers 11, beide Gruppen genannt. (3) Paulus erklärt, daß diese neue Beziehung „auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, erbaut“ ist (V. 20). Das aber geschah an Pfingsten, nicht schon im Alten Testament. Es stimmt zwar, daß die heidnischen Gläubigen zu den Erlösten aller Zeiten gehören werden (V. 19), doch ihre Aufnahme – zusammen mit den gläubigen Juden – in die „neue Menschheit“ begann erst, als an Pfingsten die Kirche gegründet wurde.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Die Universalkirche – Epheser 2: 19–22

Im dritten Abschnitt schließt Paulus mit vier Punkten auf die Erbauung ab.

Dann seid ihr also keine Fremden und Reisenden mehr, sondern Mitbürger der Heiligen und des Hauses Gottes, die auf dem Fundament der Apostel und Propheten errichtet wurden, wobei Christus Jesus selbst der Hauptgrundstein ist. in dem jedes einzelne Gebäude, passend zusammengerahmt, zu einem heiligen Tempel im Herrn heranwächst; in dem ihr auch zusammen gebaut seid für eine Behausung Gottes im Geist.

Zusammen sind wir jetzt: Erstens, das Haus Gottes, wir sind die universelle Kirche (Vers 19); zweitens ist das Fundament [der Universalkirche] die Apostel und Propheten (Vers 20). Dies sind die neutestamentlichen Apostel und Propheten, wobei der Messias selbst der Hauptgrundstein ist. Drittens ist dieses Haus Gottes mit dem Fundament der Apostel und Propheten ein heiliger Tempel im Herrn; Die Universalkirche ist ein heiliger Tempel (Vers 21). Und viertens ist diese universelle Kirche eine Behausung Gottes im Geist (Vers 22).

Der Heilige Geist wohnt nicht nur im einzelnen Gläubigen, er wohnt auch in der örtlichen Kirche und er wohnt in der universellen Kirche. Alle drei Bereiche der Wohnung haben einen Einfluss auf das spirituelle Leben des Gläubigen.

Fruchtenbaum – Die Sammlung messianischer Bibelstudien

In Epheser 3: 1 erklärt Paulus, dass er im Namen der Heiden ein Gefangener geworden ist. Hintergrund für 3: 1 ist seine Lehre in 2: 11–22, in der er schrieb, dass die Heiden aufgrund des mosaischen Gesetzes, das als mittlere Trennwand diente, um die Heiden zu halten, nicht die geistigen Segnungen der jüdischen Bündnisse genossen hatten als Nichtjuden, weg von den geistigen Segnungen der jüdischen Bündnisse (2: 11-12). Der Tod des Messias brach diese Trennmauer nieder und brachte die Heiden näher (2: 13-15). Der Messias hat nun Juden und Nichtjuden zu einem Körper vereinigt (2: 16–18), und dieser eine Körper ist die Kirche (2: 15–22). In Kolosser 1:15 beschreibt Paulus die Kirche als den Leib des Messias. Bis dahin gab es nur zwei Einheiten: Juden und Nichtjuden. Aber jetzt hat er eine neue dritte Einheit geschaffen, die sowohl jüdisch als auch nichtjüdisch ist: die Kirche, den Leib des Messias. Die Heiden sind Mitbürger der jüdischen Gläubigen des Hauses Gottes (2:19); Das Fundament dieses Haushalts, das Fundament der Kirche, sind die Apostel und Propheten des Neuen Testaments, wobei Jesus der Grundstein ist (2:20). und diese Kirche ist jetzt der Tempel Gottes (2: 21-22). Paulus ‚Berufung war es, die Heiden im Körper zu erklären. All dies ist der Hintergrund für Paulus ‚Aussage in 3: 1, dass er im Namen der Heiden ein Gefangener geworden ist.

Fruchtenbaum – Schritte des Messias

Zu welcher Gruppe gehörst DU? Hier in Epheser werden ALLE Christen in einer Gruppe zusammen gesehen. Nichts mit unterschiedlicher Hoffnung – oder? Entweder ist der Blick auf Gottes Weltregierung, oder der Blick ist auf das „ich und diese Welt“ gerichtet.
Die Kirche ist ein Leib! Nicht zwei – und das Haupt dieses Leibes ist nicht in irgendeinem Land auf der Erde – sondern das Haupt dieser Gemeinschaft ist Jesus selbst! Jeder, dessen Oberhaupt, dessen geistliche Leitung nicht Jesus ist, kann sich damit auch nicht wirklich als Christ bezeichnen.

Geschrieben von Thomas am 11. Juli 2020 | Abgelegt unter Fragen zur Bibel,jehovah-shammah | Keine Kommentare

der Friede Gottes

und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und euren Sinn bewahren in Christo Jesu.

Elberfelder Bibel 1905 Philipper 4,7}}

Dann wird der Frieden Gottes, der allen Verstand übersteigt, euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten.

neue Welt Übersetzung – 2018 – Php 4,7

Dann wird der Friede Gottes, der größer ist, als Menschen sich vorstellen können, euer Fühlen und Denken wie ein Schutzwall umgeben in der Kraft Christi Jesu.

Johannes Greber – Php 4,7


Dann wird der Frieden* Gottes, der alles menschliche Begreifen weit übersteigt, euer Denken und Wollen im Guten bewahren, geborgen in der Gemeinschaft mit Jesus Christus. (Joh 14,27S; Kol 3,15)

Gute Nachricht Bibel – Php 4,7

Frieden: Anders als im abendländischen Denken ist Frieden im orientalisch-biblischen nicht einfach die Abwesenheit von Krieg, sondern ein viel weiterer und vornehmlich positiv gefüllter Begriff. „Frieden“ (hebräisch schalom) meint: umfassendes Glück, Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, gelungenes Leben in gelungenen Beziehungen – zueinander, zu sich selbst, zur Umwelt, zu Gott. Ein Idealbild dessen, was „Frieden“ in diesem Sinne heißt, zeichnet Ps 72, wo das Wort an zentralen Stellen, in 3 und in 7 (dort mit „Wohlstand“ übersetzt), vorkommt.
Für biblisches Denken hat die gelungene Beziehung zu Gott grundlegende Bedeutung für alle anderen Beziehungen. Heilvolles Leben in allen Dimensionen, die das Leben ausmachen, ist nur möglich, wo Gott geehrt wird und seine Rechts- und Lebensordnungen bewahrt werden (Ps 85,9-14; 119,165; 147,10-14; Jes 32,15-18; 48,18; 54,13; 57,21).
Im Neuen Testament ist „Frieden“ vor allem die Wiederherstellung des durch die Sünde gestörten Verhältnisses zu Gott und das daraus erwachsende umfassende Heil (Lk 1,79; 2,14; Apg 10,36). Jesus Christus „ist unser Frieden“ (Eph 2,14; vgl. Mi 5,4), weil aufgrund seines Opfertodes das gestörte Verhältnis der Menschen zu Gott wieder in Ordnung gebracht ist.

Kommentar zu Frieden in der „Gute Nachricht Bibel“

Gott kann euch ein entspanntes Leben geben, einen Frieden, den man mit seinem Hirn nicht begreifen kann. Dieser Frieden geht über den Verstand hinaus. Er sorgt dafür, dass wir mit unseren Gefühlen und Gedanken bei Jesus bleiben.

VolxBibel – Php 4,7

ὑπερ-έχουσα Ptz. Fem. -έχω überragen; übertreffen, übersteigen; attr. νοῦς (νοός νοΐ νοῦν) Verstand, Vernunft. φρουρήσει Fut. φρουρέω bewachen; bewahren, beschützen. νόημα3 Gedanke, Sinn.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Freude und Güte (V. 4-5) sollten eigentlich, zusammen mit dem Bewußtsein, daß die Rückkehr Christi unmittelbar bevorsteht, jede Angst vertreiben. Paulus fordert die Philipper denn auch auf: „Sorgt euch um nichts.“ Das ist allerdings kein Aufruf zu einem leichtfertigen Leben. Sich um etwas zu kümmern und wirklich Anteil zu nehmen, ist eines, sich zu ängstigen ein anderes. Paulus und Timotheus engagierten sich für die Menschen, denen sie dienten ( 2Kor 11,28; Phil 2,20), doch sie setzten ihr Vertrauen auch dabei auf Gott. Schon Jesus hatte die Menschen vor der Angst und Sorge gewarnt, die das Vertrauen auf Gott untergraben ( Mt 6,25-33 ).
Paulus ermahnt die Philipper statt dessen zum Gebet. Gebet und Danksagung erwachsen aus dem Vertrauen auf Gott. Mit vier Begriffen wird hier die Gemeinschaft und das Gespräch des Gläubigen mit Gott beschrieben. „Im Gebet“ (proseuchE) bezeichnet den Weg, auf dem der Christ sich Gott nähert. „Das Flehen“ (deEsai) betont die Bitte um Antwort auf ein bestimmtes Bedürfnis. „Danksagung“ (eucharistias) ist eine innere Einstellung, die im Gebet niemals fehlen darf. Die „Bitten“ (aitEmata) beziehen sich auf ganzbestimmte Dinge, um deren Erfüllung der Gläubige bittet.
Wer die Ermahnungen in Vers 4-6 befolgt, wird erfahren, wie der Friede Gottes (V. 7) seine bedrängte Seele zur Ruhe bringt. Der Friede eines Christen ist der Herr Jesus Christus selbst (Eph 2,14). Durch seinen Tod hat jedes Kind Gottes in der Rechtfertigung aus Glauben Frieden mit Gott (Röm 5,1). Der Friede Gottes (oder der Friede von Gott) dagegen bezieht sich auf die innere Ruhe des Christen, die die Nähe zu Gott ihm gibt.
Dieser Friede ist höher als alle Vernunft, d. h. er übersteigt das Fassungsvermögen der Menschen. Er bewahrt die Gläubigen. „Bewahre“ (phrourEsei; vgl. auch 1 Petrus 1,5) ist die Übersetzung eines griechischen Terminus aus dem militärischen Bereich, der „durch eine Wache schützen“ bedeutet. Wie Soldaten ein bestimmtes Gebiet bewachen, so schützt der Friede Gottes die Herzen und Sinne, d. h. die Gefühle und Gedanken seiner Kinder.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Auch wir dürfen uns die Frage stellen: Wenn der himmlische Vater mich liebt, habe ich dann nicht allen Grund, dankbar zu sein für das, was Er getan hat und für mich vorsieht? Wenn wir auf diese Zusage Gottes bauen, darf unser Herz auch Friede und Freude empfinden (s. Phil 4,6ff).

Dankbarkeit – ein Gefühl?
Was aber, wenn sich diese Empfindungen nicht bei mir einstellen? Wenn ich weiterhin niedergedrückt und freudlos bin? Dann dürfen wir zunächst festhalten, dass Dankbarkeit keine Sache der Empfindungen ist.
Dankbarkeit ist eine Haltung und Überzeugung, für die ich mich bewusst und willentlich entscheide. Damit ist mein Wille gefragt und nicht mein Gefühl. Ich brauche nicht auf die richtigen Empfindungen zu warten, um dankbar zu werden. Ich kann aber auch fehlende Dankbarkeit nicht mit negativen Gefühlen entschuldigen.
In jedem Moment meines Lebens darf und soll ich die bewusste Entscheidung treffen, die Dinge so zu sehen, wie Gott sie sieht. Egal ob ich mich einsam und trostlos fühle, oder ob es mir in einem besonderen Moment – zum Beispiel im Kreis der Geschwister – gerade gut geht.
Wenn ich meinen Blick und meine Gedanken auf den Herrn richte und alles dankbar von Ihm annehme, wird Er auch meine Empfindungen zu Ihm erheben – auch wenn dies manchmal eine Zeit in Anspruch nehmen mag (s. Ps 4,8).

Und wenn die Gedanken anders wollen?
Was aber, wenn sich meine Gedanken nicht zu diesem Blick auf den Herrn richten lassen und sich, im Kreis drehend, immer mit niederdrückenden Sachen beschäftigen wollen? Dann sind wir aufgefordert, unsere „Gedanken gefangen (zu) nehmen unter den Gehorsam des Christus“ (2 Korinther 10,5).
Wir können plötzlich aufkommende Gedanken nicht vermeiden, aber wir können verhindern, dass sie von uns Besitz ergreifen. Luther sagte einmal, dass wir nicht ändern können, dass „Vögel der Sorge und des Kummers über unserem Haupt fliegen“, aber dass wir wohl verhindern können, dass sie dort Nester bauen.
Stattdessen können wir unsere Gedankenwelt mit Dingen beschäftigen, die wohllauten, die lieblich sind, wahr, würdig und gerecht (s. Phil 4,8). Gott sagt uns, dass wir solche Dinge „erwägen“ sollen, was bedeutet, dass wir aktiv und intensiv unsere inneren Blicke darauf richten sollen.
Wir müssen nicht dulden, dass andere Gedanken unsere innere Haltung beherrschen und uns von einer willentlichen Entscheidung zur Dankbarkeit abhalten. Dadurch kommen wir nicht unbedingt in eine gefühlte Hochstimmung, aber der „Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt“, wird in unser Herz einziehen und unseren Sinn – und damit auch unsere unruhige Gedankenwelt – bewahren (s. Phil 4,6)

Bleib in mir 2017 – Wofür bist du dankbar?

Mit diesem wohl ursprünglich als Briefschluss gedachten Segenswort lenkt Paulus die Gedanken zurück auf die gefährliche Situation, in der sich die Gemeinde befindet, weist aber gleichzeitig auf die Geborgenheit in Jesus Christus hin. Die Rede vom Frieden Gottes muss, wie die politisch brisanten Aussagen in Phil 3,20, als Gegenüber zum römischen Friedensreich (lat. »Pax romana«) gesehen werden. Wo die Gemeinde sich in die Gefahr der Verfolgung begibt, weil sie nicht bereit ist, im Kaiser den Heilsbringer der Welt zu sehen, darf sie wissen, dass der Friede des Reiches Gottes in dieser Welt bereits Wirklichkeit ist. Freilich bleibt die Spannung zwischen dem Vorgeschmack der Christen und der noch verdorbenen Welt bestehen. Es wird hier nicht verhelfen, dass der Friede Gottes die Weltordnung um uns herum schon vor der Wiederkunft Christi umgestalten wird. Es wird verheißen, dass wir den Frieden Gottes jetzt schon inmitten einer zerstrittenen und verlorenen Welt erleben können. Dies ist gemeint, wenn es heißt, dass »Herz und Sinn« durch den Frieden Gottes bewahrt werden sollen. Es geht hier um den inwendigen Menschen, nicht um unser leibliches Leben, auch nicht um unsere gesellschaftlichen Strukturen oder politischen Systeme. Dies wird Jesus an seinem Tag umgestalten. Die Verheißung aber für uns in dieser Welt ist, dass wir in aller Unfriedsamkeit der Welt vom Frieden Gottes getragen werden, und zwar »in Christus Jesus«. »Er ist unser Friede« (Eph 2,14).

Auch das griechische Wort für »bewahren« (eigentlich »eine Wache stellen, bewachen«) weist auf die politische Bedeutung dieser Aussage hin. Es handelt sich hier um ein militärisches, politisches Wort. Der Friede Gottes, den es nur in Jesus Christus gibt, bedeutet Schutz für diejenigen, die zum Herrschaftsbereich Jesu Christi gehören. Selbst eine anstehende Verfolgung gibt keinen Grund zur Sorge für diejenigen, die sich in Christus geborgen wissen.

Dieser Friede Gottes »überragt allen Verstand«. Schon zum dritten Mal im Philipperbrief verwendet Paulus hier das Wort »überragen« (Phil 2,3; 3,8). An der einzigen anderen Stelle, an der dieses Wort von Paulus sonst verwendet wird (Röm 13,1), hat es ebenfalls politische Bedeutung. »Überragen« bzw. »höher sein« drückt die Macht bzw. Herrschaftsstellung aus (Phil 2,3). Der Friede Christi, die Zugehörigkeit zur neuen Weltordnung bereits innerhalb der alten, ist eine Wirklichkeit, die jegliche menschliche Vernunft übersteigt. Ging es im letzten Kapitel um das wahre Gottesvolk, um das Bundeszeichen und um den Bund zwischen Gott und Mensch, so wird hier der Inhalt des Bundes noch einmal genannt. Der Friede mit Gott ist schon immer Inhalt des Bundes gewesen. dass Gott diesen Frieden, diese Beziehung zum Menschen sucht, übersteigt den menschlichen Verstand. Das können wir nicht fassen, dass der allmächtige und ewige Gott inmitten eines unbegreiflich großen Universums sich nicht nur für uns Menschen interessiert, sondern seinen eingeborenen Sohn opfert (Joh 3,14-16), damit wir in Ewigkeit Frieden in seiner Gemeinschaft haben können.

Die nächsten zwei Verse zeigen nun, dass der Mensch gefragt ist, diesen Friedensbund von seiner Seite aus aufrechtzuerhalten

Gerhardt Maier – Edition C

Wie gut hat es eine Gemeinde Jesu! Das, wozu sie „gemahnt“ wird, ist ja doch lauter Glück! „Freude“, „Milde“ und nun auch „Sorglosigkeit!“ Warum ist solche Aufforderung „Um nichts macht euch Sorgen!“ etwas anderes als eine erbauliche Rederei, die man am Sonntag von zehn bis elf in der Kirche anhören mag, aber am Montagmorgen beim Aufstehen in die Woche hinein doch nicht durchführen |144| kann? Weil hier dem negativen „Nichts sorgen“ das mächtige, tragende Positivum zur Seite tritt: „sondern beten!“ „Sondern in allem sollen durch das Gebet und durch das Bitten mit Danksagung eure Anliegen kundwerden zu Gott!“ Statt „in allem“ sollten wir vielleicht noch besser übersetzen „in jedem einzelnen Fall“. Die „Anliegen“ sind im griechischen Wort „die Dinge, die man vom andern begehrt und erbittet“. Was wir in unserer Lage brauchen, das hat Gott für uns reichlich bereit. Darum sollen wir das, was wir haben müssen, nicht sorgend uns selbst vorerzählen – das ergibt einen wahren „Teufelskreis“ der ständigen Steigerung des Sorgens und Ängstens -, sondern bittend im Gebet zu Gott hin kundwerden lassen. Dass wir wirklich vertrauensvoll beten und nicht nur unsere Not hinausrufen, wird sich daran zeigen, dass wir auch jetzt „danken“ und dankend dessen gedenken, was Gottes Hilfe uns so oft schon gegeben hat. Das „Bitten mit Danksagung“ legt Zuversicht und Kraft in unser Beten. Sind wir Christen in einer von Angst und Sorgen umgetriebenen Welt als die heilig Sorglosen erkennbar?
Aus dem Satz von dem bewahrenden Frieden haben wir einen bloßen Wunsch gemacht, der dann wie so viele unserer Wünsche recht ungewiss bleibt. Paulus aber gab eine feste Zusage: Der Friede Gottes wird bewahren! In dies „Bewahren“ müssen wir mit dem griechischen Wort etwas von dem hineinhören, was in unserm deutschen gerichtlichen Ausdruck „Sicherheitsverwahrung“ oder in dem ursprünglichen Sinn von „Schutzhaft“ lag. 2 Kor 11,32 benutzt Paulus das gleiche Wort für die „Bewachung“ der Stadttore in Damaskus, um ein Entkommen des Apostels aus der Stadt zu verhindern. So ist der Friede Gottes eine bewahrende und bewachende Macht. Die Hinzufügung „in Christus Jesus“ kann sich auf das Satzganze beziehen: Hier wie überall, wo Gott handelt, geschieht Sein helfendes Tun durch Jesus. Sie kann aber auch angeben, in welchem Raum die Herzen und Gedanken bewahrend festgehalten werden. Die Wortstellung spricht für dieses Verständnis. Dann wird der ganze Satz konkret und deutlich. Der Friede Gottes wird bewirken, dass unser unruhiges, schwankendes Herz, das sich so leicht erschrecken oder locken lässt, dennoch „in Christus Jesus“ bleibt, im Licht Seiner Wahrheit und im Leben Seiner Liebe. Der Friede Gottes achtet aber auch auf unsere „Gedanken“. Das Wort meint wieder nicht intellektualistisch unsere Theoretischen Denkgebilde, sondern praktisch unsere Pläne und Vorsätze. Paulus verwendet es in 2 Kor 2,11. um die Absichten, die Satan hat, zu bezeichnen. Aus dem Herzen steigen all die „Gedanken“ auf, mit denen wir unsere Ziele für unser Leben und Handeln zu erfassen suchen. Diese „Gedanken“ sind also die Keime unserer Entschlüsse. Wie wichtig ist es, dass gerade sie „in Christus Jesus“ bleiben, in Seinen heiligen Willenslinien und Geboten.
Was aber ist dieser „Friede Gottes“, der das alles tut? Ist der Genetiv hier ein objektiver oder ein subjektiver, meint er „Friede mit Gott oder Friede von Gott“? Aber „Friede mit Gott“ gibt es für |145| uns nur, wenn Gott Frieden macht und uns in diesen Frieden ruft und in diesem Frieden erhält. Dass Gott dies wirklich tut, das „übersteigt freilich alles Denken“. Je mehr ein Mensch Gott in Seiner ganzen Heiligkeit und sich selbst in seiner ganzen Verdorbenheit, Ichhaftigkeit und Untreue kennenlernt, um so weniger wird er es „verstehen können“, dass Gott uns Seinen Frieden schenkt. Je größer und erstaunlicher uns aber dieses Geschenk ist, um so mehr wird es die bewahrende und bewachende Macht über unser Herz und unsere Gedankenwelt haben.

Wuppertaler Studienbibel

Fragt einer, was denn dieser Friede sei, so kann ich nur auf Vergängliches als Gleichnis für Unvergängliches hinweisen. Weißt du etwas vom Frieden eines schlafenden Kindes, weißt du etwas vom Frieden, den der Mann findet fern von aller Leidenschaft, wenn er der geliebten Frau, den der Freund findet, wenn er dem treuen Freund ins Auge sieht, weißt du etwas vom Frieden, den ein Sohn im Arm seiner Mutter fühlt, vom Frieden, der auf so manchem gereiften Antlitz ruht, wenn es zum Sterben geht, weißt du etwas vom Frieden der Abendsonne und der alles bedeckenden Nacht und der ewigen Sterne, und weißt du etwas vom Frieden dessen, der am Kreuze starb – so nimm das als vergängliches Zeichen, als schwaches Symbol für das, was der Friede Gottes ist. Frieden haben heißt sich getragen wissen, sich geliebt wissen, sich behütet wissen, heißt still, ganz still werden können, mit einem Menschen Frieden haben heißt auf seine Treue unerschütterlich bauen können, heißt sich mit ihm eins wissen, sich von ihm vergeben wissen. Frieden haben heißt eine Heimat haben in der Unruhe der Welt, heißt festen Boden unter den Füßen haben, da mag nun die Welle branden und toben, sie können mir meinen Frieden nicht mehr rauben, mein Friede hat mich frei gemacht von der Welt, stark gemacht gegen die Welt, reif gemacht für die andere Welt. Daß wir aber solchen Frieden mit Gott haben sollen, das ist eine Sache, die über alles menschliche Begreifen, über alle Vernunft geht. Der Friede Gottes aber ist ein Friede, der höher ist als alle Vernunft. Wer kann es fassen, daß der ewige Gott mit ihm, gerade mit ihm, der von Gott unzählige Mal abgefallen ist, der ist wie ein Blatt, das der Wind verweht, wie ein Sandkorn am Meer, einer von vielen, einer wie andere auch, ersetzlich wie jeder Teil der gewaltigen Maschine, daß Gott mit ihm Frieden gemacht hat; daß er zu ihm spricht: komm heraus aus der Hast und der Angst und der Unruhe der Welt, zu mir und zu meinem Frieden. Gib mir dein geplagtes, friedloses Herz und ich will die Wunden heilen und ihm den Frieden Gottes geben. Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen ich will euch erquicken, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
Der Friede Gottes ist die Treue Gottes unserer Untreue zum Trotz, im Frieden Gottes sind wir geborgen, behütet und geliebt. Freilich er nimmt uns unsere Sorge, unsere Verantwortung, unsere Unruhe nicht völlig ab, aber hinter all dem Treiben und Sorgen ist der göttliche Friedensbogen aufgegangen, wir wissen unser Leben getragen und in Einheit mit dem ewigen Leben Gottes, wir wissen, daß der Riß, den wir immer wieder schmerzlich empfinden müssen, nur ein immer erneuter Hinweis darauf ist, daß Gott den Riß geschlossen hat, daß er uns in sein Leben hineingezogen, so wie wir sind, als Menschen der Erde, als Menschen mit Herzen und Sinnen, das heißt in der Sprache der Bibel: mit Leidenschaften und Nöten, mit den Eindrücken der Welt befangen. Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Er bändige unsere Leidenschaft, er nehme in Zucht unsere Gedanken und unseren Willen und führe uns zu dem Frieden Jesu Christi, der gesprochen hat, der sich uns gegeben hat in der Nacht von Golgatha, Meinen Frieden gebe ich, meinen Frieden lasse ich euch, nicht gebe ich wie die Welt gibt, euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Der Friede Gottes aber ist größer als alles, was wir von ihm sagen können, er steht über allem menschlichen Wollen und Denken, er hat die Welt versöhnt, er verbindet, was getrennt war, er heilt was wund war, er bewahrt unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Dietrich Bonhoeffer Werke – Barcelona, Berlin, Amerika 1928–1931


Kannst du mit all deinen Sorgen wirklich zu Jehovah laufen und deine Sorgen und Probleme dort abgeben? Dass ist das Ziel in diesem persönlichen Verhältnis!

Geschrieben von Thomas am 9. Juli 2020 | Abgelegt unter Fragen zur Bibel,jehovah-shammah | Keine Kommentare

zu Gott beten, weil wir etwas benötigen?

Geschrieben von Thomas am 8. Juli 2020 | Abgelegt unter chritliche Seelsorge,Religion | Keine Kommentare

„Gott steht in der Gottesgemeinde, im Ring der Gottwesen hält er Gericht.“

Der Psalm 82 ist ein spannender Psalm, wenn man sich bewußt wird, dass hier von Jehovah gesprochen wird, der als Richter sich über alle anderen Götter erhebt.

«Gott stehet in der Gottgemeinde / im Kreis der ,Götter‘ richtet er. /
,Wie lange wollt ihr Unrecht richten / bevorzugt ihr die Bösen?’» / Sela.
«,Dem Niedern und der Waise gebt Gericht / Recht Armen und Geringen! /
Den Niedern rettet und den Elenden / befreiet aus der Hand der Bösen!‘ /
 Sie wissen nichts und merken nichts / im Dunkeln wandeln sie – / da wanken all der Erde Gründe. /
 ,Ich meinte, Götter seid ihr / des Höchsten Söhne alle. /
 Jedoch wie Menschen sterbet ihr / wie einer von den Herren fallt ihr!‘
Auf, Gott, die Erde richte / denn du, du eignest alle Völker!»

Neftali-Herz-Tur-Sinai – Ps 82,1–8



Ein Lied Asafs.
Gott steht in der Gemeinde Gottes. Er hält Gericht unter den „Göttern“.
„Wie lange wollt ihr so ungerecht richten? Wie lange wollt ihr für die Gottlosen Partei ergreifen?
Verschafft den Unterdrückten und Verwaisten Recht, verhelft den kleinen Leuten und Armen zum Recht!
Entreißt die Schwachen und Geringen der Gewalt der Gottlosen!“
 „Sie haben keine Einsicht und keinen Durchblick. Sie sind wie Verblendete („sie gehen in Dunkelheit dahin“), darum gerät die Erde in ihren Grundfesten ins Wanken.
Ich habe es euch gesagt: Götter seid ihr, Gottessöhne werdet ihr alle genannt.
Aber ihr werdet sterben wie gewöhnliche Menschen, ihr werdet fallen wie einer der Fürsten.“
 O Gott, erhebe dich und richte du die Erde! Dir gehören doch alle Völker.

Bruns – Psalm 82,1–8

Bild von logos.com

Wenn Jehovah schon die Götter, die er nach der Sintflut über die Erde eingesetzt hat, so streng beurteilt. wie viel mehr wird ER die Menschen beurteilen, die sich selbst als Richter eingesetzt haben, und die den Schuldlosen verurteilen? Egal ob von einer Regierung eingesetzt oder von einer Religion ernannt – wird jeder Richter vor dem höchsten Richter für seine Urteile ganz sicher Rechenschaft ablegen müssen!


„Gott ist Liebe.“ Wenn es im amerikanischen Christentum ein allgemeineres Gefühl gibt, fällt es uns möglicherweise schwer, es zu finden. Gottes Liebe beginnt fast jedes Gespräch, das mit dem Evangelium zu tun hat. Wir alle wissen jedoch, dass dieses Konzept schwer zu verstehen ist, wenn alle Fakten bekannt sind. Gottes Liebesworte werden oft mit Worten des Gerichts umrahmt (sagen Sie sich Johannes 3:16!). Unseren nichtchristlichen Freunden fällt es möglicherweise schwer zu verstehen, wie diese beiden Ideen zusammenpassen, und wir sollten es auch. Lassen Sie uns also einen hilfreichen Weg finden, um Gottes Liebe zu erfassen und … nun, was auch immer das Gegenteil ist.

Erinnern Sie sich an die Szene in Psalm 82: 1: „Gott steht in der Gemeinde der Mächtigen; Er richtet unter den Göttern “(NKJV). Das Urteil ist nicht liebevoll: „Wie lange werden Sie ungerecht urteilen?“ Gott fragt die geschaffenen Geister, die ihre Macht über die Menschen auf der Erde missbraucht haben (82: 2). Die Strafe für diese Götter steht am Ende des Psalms: „Du wirst umkommen“ (82: 7).
Dort haben wir also das Gegenteil von Gottes Liebe – sein Urteil – vorausgesagt, auf Geistwesen zu stoßen. Dies ist wahrscheinlich das, worauf sich Jesus bezog, als er sagte, dass die ewige Bestrafung für „den Teufel und seine Engel“ bestimmt war (Mt 25,41). Aber könnte sich dieses Urteil auch auf die menschliche Bestrafung beziehen? Betrachten Sie, was in der Mitte von Psalm 82 kam: „Sie wissen es nicht und verstehen es auch nicht. sie gehen in der Dunkelheit herum; Alle Fundamente der Erde sind instabil “(82: 5 King James Version). Ist es möglich, dass sich das „sie“ in diesem Vers auf die Menschen bezieht, die diesen Göttern folgen?
Es scheint, dass dies genau das ist, was Gott diesen Göttern sagt und (indem er diesen Psalm veröffentlicht, damit alle ihn hören können) auch den Nationen. Diejenigen Menschen, die geschaffene Götter lieben und verehren, sind dafür böse, und diese werden am Schicksal der Götter teilhaben, die sie verehren. „Die Gottlosen werden nicht im Gericht stehen“ (Psa 1: 5) entspricht der späteren Warnung des Paulus, dass diejenigen, die „nach dem Fürsten der Macht der Luft wandeln, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams arbeitet“, eines Tages fühlen werden der „Zorn“ Gottes (Eph 2: 2–3). Am Ende teilt jeder das Schicksal des Gottes, den er oder sie verehrt. Dies wäre also der richtige Weg, um die Liebe Gottes und die Liebe Jesu, seines Sohnes, zu definieren. Es gibt diejenigen, die aufgrund ihrer Verehrung des Vaters durch den Sohn eine innige Liebe erfahren, in der „die Haare deines Kopfes gezählt sind“ (Mt 10,30), und doch wird es auch diejenigen geben, die in Jesu nächster sind Der Atem wird „vor meinem Vater, der im Himmel ist, verweigert“, weil sie sich entschieden haben, dem Sohn nicht treu zu sein (Mt 10,33). Liebe und Gericht koexistieren im Charakter und Plan Gotte

Supernatural (Ein Studienführer)

Wie die Geschichten von Adam und Eva und Noahs Flut haben Sie vielleicht vom Turm von Babel gehört. Wenn nicht, ist das in Ordnung, denn selbst die meisten Kirchgänger wissen nicht, was dort wirklich passiert ist.
Die Geschichte des Turms von Babel findet sich in Gen 11: 1–9. Nach der Flut wollte Gott, dass sich Noahs Nachkommen vermehren und über die Erde ausbreiten. Wie Adam und Eva sollten sie Gottes Mitarbeiter sein, um die Schöpfung aufrechtzuerhalten. Stattdessen versammelten sie sich an einem Ort namens Babel und bauten zu ihrer eigenen Ehre einen Turm (Gen 11: 1–4).
Das ist die vertraute Version der Geschichte, aber ihre wahre Bedeutung findet sich in zwei unbekannten Versen in einem anderen biblischen Buch. Hier sind sie:

Als der Höchste den Nationen ihr Erbe gab, als er die Menschheit teilte, setzte er die Grenzen der Völker entsprechend der Anzahl der Söhne Gottes fest. Aber der Teil des Herrn ist sein Volk, Jakob sein zugeteiltes Erbe. (5. Mose 32: 8–9)

Diese beiden Verse sagen uns, dass eines der Urteile am Turm von Babel die Teilung der Menschheit war. Bis zu diesem Punkt in der Geschichte befasste sich Gott mit der Menschheit als kollektivem Ganzen. Das hat sich bei Babel geändert. Der Mensch würde nach Sprache und Geographie getrennt sein.
Schlimmer noch, Gott hat sich von der Menschheit getrennt. Gott hatte es satt, sich seinem Willen zu widersetzen, und übertrug die Nationen der Erde anderen Mitgliedern seiner übernatürlichen Familie – den Söhnen Gottes. Dies war eine andere Gruppe als diejenigen, die vor der Flut übertreten hatten. Gott konnte die Menschheit nicht aus seinem Haus werfen. Das hatte er schon in Eden getan. Er hatte versprochen, die Menschheit nach der Flut nicht zu zerstören (Gen 9,11), damit sich diese Katastrophe nicht wiederholen würde. Was konnte er sonst noch tun? Er sagte im Wesentlichen: „Genug! Wenn du nicht willst, dass ich dein Gott bin, werde ich dich einigen meiner himmlischen Assistenten zuweisen. „
Die Auswirkungen dieses Urteils nahmen viele Formen an. Wir wissen nicht, wie lange es gedauert hat, aber die Bibel sagt uns, dass die übernatürlichen Söhne Gottes, die über die Nationen verteilt wurden, einen miesen Job gemacht haben. Sie wurden so korrupt (Psa 82: 1–5), dass Gott sie auch richten musste. Er würde eines Tages ihre Unsterblichkeit wegnehmen und die Nationen zurücknehmen (Psa 82: 6–8). Für unsere Zwecke hier hat Gottes Frustration ihn kinderlos gemacht, weil er eine menschliche Familie hat. Er hatte es gehabt. Er hatte aufgegeben. Nicht ganz.
Ratet mal, was direkt nach der Katastrophe des Turms von Babel passiert ist? Gott erschien Abraham (ursprünglich Abram genannt), einem alten Mann, der mit einer Frau (Sarah) verheiratet war, die jenseits des Alters war, in dem sie Kinder haben konnte. Gott schloss einen Bund mit Abraham. Er versprach dem alten Mann und seiner Frau, dass sie einen Sohn haben würden. Gott würde ein Wunder tun. Ihr Sohn wäre der Beginn einer neuen Familie für Gott auf Erden (Gen 12: 1–9; 15: 1–6; 18: 1–15).
Nachdem Gott die Menschheit der Aufsicht der Mitglieder seines himmlischen Heeres zugeteilt hatte, wollte er mit einer eigenen Familie mit Abraham neu beginnen. Abraham glaubte an Gottes Verheißungen (Gen 15: 6). Er musste sich weder Gottes Interesse noch seine Gunst verdienen. Es war Gott, der Abraham ausgewählt hatte, um von vorne zu beginnen. Die Beziehung zwischen Gott und Abraham begann mit Gott. Abraham glaubte.
Danach wurde die Bundesbeziehung, die mit Gottes Ruf und Abrahams Glauben begann, mit dem physischen Zeichen der Beschneidung in Erinnerung gerufen (Gen 17: 1–14; Röm 4: 1–12). Abrahams ganze Familie folgte seinem Beispiel (Gen 17:23). Dieses Zeichen zu tragen kennzeichnete die Nachkommen Abrahams als das Volk, das Gott als seine Familie wollte. Die Beschneidung wäre auch ein Zeichen für die Frauen Abrahams Abstammung. Da sie nur innerhalb des erweiterten Stammes heiraten sollten, würden sie daran erinnert, wie ihr Volk übernatürlich aus Abraham und Sarah erschaffen worden war, als sie beschlossen, ihre eigenen Kinder zu haben.
Es ist wichtig zu erkennen, dass Gottes Bund mit Abraham auf dem Glauben an Gottes Verheißungen beruhte – dem Glauben. Gott ging nicht auf Abraham zu, weil er einen Mann gefunden hatte, der ein guter Regelhüter war. Die Erlösung basiert nicht auf Verhalten. Wir können unser Heil nicht verdienen. Wenn dies der Fall wäre, wäre Gott aufgrund unserer Leistung in unserer Schuld. Er würde uns etwas als Antwort auf unsere Leistung schulden. Denken Sie daran, wie absurd das klingt. Vielmehr zeigten Abraham und seine Nachkommen ihren Glauben an Gottes Verheißungen, indem sie das Zeichen des Bundes beobachteten. Es war ein äußerer Weg, um zu zeigen, wo ihre Loyalität war.
Der Apostel Paulus benutzte Abraham als Beispiel für den Glauben an Loyalität (Röm 4: 1–12). Abraham glaubte und wurde von Gott akzeptiert, bevor er irgendwelche Regeln befolgte. Bei den Regeln ging es darum zu zeigen, dass er glaubte. Sie haben den Glauben nicht ersetzt. Der Glaube war das Wesentliche. Über die Treue zu diesem Glauben – zu diesem Gott – werden wir später sprechen. Heute nennen wir es Jüngerschaft. Glaube und Loyalität sind zwei verschiedene Dinge. Sie sind verwandt, aber nicht austauschbar. Gleiches gilt für Erlösung und Jüngerschaft.
Abraham einen Sohn zu versprechen (und durch ihn den Beginn einer neuen Familie, die zu einer großen Nation heranwachsen würde), war Gottes zweiter Bund nach der Katastrophe von Eden. Der erste war bei Noah gewesen. Beide sollten seinen Traum von einer menschlichen Familie bewahren. Bei diesen Bündnissen ging es jedoch nicht nur darum, dass Gott nicht aufgibt. Es ging auch darum, das Angebot des ewigen Lebens auf die Menschen auszudehnen. Gott hatte die Menschheit nicht aufgegeben. Er konnte nicht aufhören, Menschen zu lieben. Gott wollte immer noch eine menschliche Familie.
Gott hielt sein Versprechen an Abraham. Er und Sarah hatten tatsächlich einen Sohn (Isaak; Gen 17: 19–21; 21: 1–7). Abrahams Großfamilie würde als „Israel“ bekannt werden, der Name, der im Alten Testament am häufigsten für Gottes menschliche Familie verwendet wird (Gen 32:28; Deut 32: 9; Jes 44: 1). Aber was ist mit den Menschen aus den anderen Nationen, die Gott den Söhnen Gottes nach dem Aufstand im Turm von Babel zugewiesen hatte? Sie werden in der Bibel „Heiden“ genannt, eine kurze Bezeichnung, die „nicht aus Israel“ bedeutet. Und trotz allem, was in Babel geschah, vergaß Gott diese Menschen nicht.
Gott würde nicht nur noch einmal mit einem neuen Volk (Israel) von vorne beginnen, sondern er sagte Abraham auch, dass seine Nachkommen eines Tages ein Segen für die anderen Nationen sein würden, die Gott verlassen hatte (Gen 12: 3)! Viele Jahre später würde Jesus, der aus der Familie Abrahams stammte, der besondere Nachkomme sein, der alle Nationen der Welt zu Gott zurückbringen würde (Gal 3: 16–18, 26–29). Bevor Jesus die Szene betrat, konnten sich Nichtjuden der Familie Gottes anschließen, indem sie beschlossen, alle anderen Götter abzulehnen, an ihn zu glauben und das Zeichen des Bundes Gottes zu nehmen.
Zwischen Abraham und Jesus verging viel Zeit. Israels eigene Geschichte als „Teil des Herrn“ (5. Mose 32: 9) war nicht schön. Sie waren Gottes Volk, aber leider, vielleicht vorhersehbar, scheiterte ihre Loyalität. Die dunkelste Stunde stand noch bevor.

Was will Gott? . Michael Heiser

Du und ich haben die wirkliche Wahl, WELCHEM GOTT wir gehorchen und welchem Gott wir gefallen wollen! Und Jehovah läßt sich nicht beeinflussen! Er will ein persönliches Verhältnis mit dir und mir! Aber wir können uns auch von den „Göttern“ beeinflussen lassen und diesen dienen. So gehört dieses „Märchen“ von wegen „du darfst so bleiben, wie du schon immer warst“ zu den Geschichten dieser Götter. Jehovah zeigt deutlich, dass seine Anbeter nicht so sind, wie diese Götter sondern sich dem Bild Jeschuahs angleichen. Aber dazu müsste man sich natürlich mit Gottes Wort der Bibel beschäftigen – und von diesem Buch beeinflussen lassen.

Geschrieben von Thomas am 8. Juli 2020 | Abgelegt unter jehovah-shammah | Keine Kommentare

„das Gebot ist eine Leuchte“

Denn das Gebot ist eine Leuchte, und die Belehrung ein Licht; und die Zurechtweisung der Zucht sind der Weg des Lebens:

Elberfelder Bibel 1905 – Sprüche 6,23

Denn das Gebot und die Lehre sind ein Licht, das deinen Weg erhellt. Die Korrektur durch die Zurechtweisung ist der Weg zum Leben.

Neues Leben – Bibel 2006 – Spr 6,23


Was Vater und Mutter dir beibringen, ist wie eine helle Lampe für deinen Weg. Wenn sie dich ermahnen und zurechtweisen, leiten sie dich an zu einem erfüllten Leben.

Gute Nachricht Bibel – Spr 6,23–24

Denn die Erziehung deiner Eltern ist wie ein Licht, das dir den richtigen Weg weist; ihre Ermahnungen eröffnen dir den Zugang zu einem erfüllten Leben.

Hoffnung für Alle – Spr 6,23

Bild von logos.com

Das Gebot („Mizwa“) und die Lehre („Thora“) sind hier die elterlichen Lehren oder vielleicht die Weisheitslehren im Allgemeinen. In der traditionellen jüdischen Lesart sind sie Gottes Gebote und seine Tora.

Die jüdische Studienbibel

Auch der Weg ist ein alttestamentliches Bildwort, das Jesus auf sich bezieht (Johannes 14,6). Das Bild vom Weg kommt in der hebräischen Bibel häufig vor, es steht für den Willen Gottes als richtigem Weg (5. Mose 5,32-33; Psalm 27,11). Das Ziel von Gottes Weg ist das Leben (Psalm 16,11), und dieses findet man auf dem Wege der Gebote (Sprüche 6,23; 10,17). Jesus würde dieser Sicht nicht widersprechen, aber damit ist noch zu wenig gesagt: Der Weg zum Leben ist zuallererst er selbst. Hinzu kommt noch die Wahrheit – auch sie besteht in Jesus. Wahrheit ist eigentlich eine Eigenschaft Gottes; er ist voller „Gnade und Wahrheit“ (2. Mose 34,6). Diese Wesensart Gottes ist – so stellt es das Johannesevangelium gleich am Anfang fest – in niemand anderem als Jesus zu finden (1,17). Gnade und Wahrheit ist also eine göttliche Kombination, die sich in Jesus erfüllt, und ebenso ist es mit der Kombination von Weg und Leben. Jesus ist Weg, Wahrheit und Leben in Person – und konzentriert so alle alttestamentlichen Erwartungen auf sich selbst.

Faszination Bibel 1/2019 – Mathias Nell

Die Weisung der Eltern vermittelt Wegweisung, Schutz (vgl. Sprüche 2,11 ) und Rat ( Sprüche 6,22 ). Die Lehre sollte aus dem Gesetz Gottes erfolgen, denn die Gebote der Eltern sollten wie das Wort Gottes eine Leuchte und ein Licht sein, die auf den Weg eines Menschen scheinen ( Ps 119,105 ). Zucht (vgl. Sprüche 1,2.7 ) ist zwar schmerzhaft (vgl. Hebräer 12,11 a), aber sie hält den Menschen auf dem richtigen Weg und führt ihn den Weg des Lebens .

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Sind deine Eltern geistige Vorbilder? Kannst du ihrem Vorbild folgen?
Ich denke gern an meine Kindheit, wo es ein „Studierzimmer“ gab, in dem mein Vater oft die Bibel las und viele Bibellexica standen. Oder an meine Großeltern, die viel und gern die Bibel lasen, und neben ihrer Arbeit viel Zeit für Gott reserviert hatten. Noch heute schaue ich gern in die Bibliothek, deren Grundstock ich von meinem Opa geerbt habe. Ja, viele Bücher sind „überholt“, dass heißt hinter der Auslegung von verschiedenen Bibelversen steht heute keiner mehr, das ändert aber nichts an dem Grundinhalt: Gottes Wort ist wahr und bleibt Wahrheit! Deshalb: halte dich an Gottes Wort die Bibel – und verlasse jede Form von Religion. Nur durch eine direkte Beziehung mit Jehovah kannst du Freude finden.

Geschrieben von Thomas am 7. Juli 2020 | Abgelegt unter Fragen zur Bibel,jehovah-shammah | Keine Kommentare

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