Thomas Pape

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nicht von dieser Welt

Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so hätten meine Diener gekämpft, auf daß ich den Juden nicht überliefert würde; jetzt aber ist mein Reich nicht von hier.
Elberfelder 1871 – Johannes 18,36

Jesus sagte: »Mein Königtum stammt nicht von dieser Welt. Sonst hätten meine Leute dafür gekämpft, dass ich den Juden nicht in die Hände falle. Nein, mein Königtum ist von ganz anderer Art!«
Gute Nachricht Bibel 2018 – Johannes 18:36

Jesus antwortete: Meine Königsherrschaft ist nicht aus dieser Welt. Wenn meine Königsherrschaft aus dieser Welt wäre, (Jesus dachte offenbar nicht von ferne daran, behaupten zu wollen, daß sein Reich ein außeriridsches, rein jenseitiges Reich sei, sondern was er sagt, das ist: Meine Königsherrschaft stammt nicht aus der jetzigen sündigen Welt(zeit) und hat damit die Art des römischen Weltreiches, das auf Waffengewalt beruht, sondern die von mir beanspruchte (Gottes)herrschaft gründet sich ganz nur auf die göttliche Wahrheit. Sie ist die Herrschaft der Wahrheit.) so würden meine Diener kämpfen, daß ich den Juden nicht überliefert würde, nun aber ist meine Königsherrschaft nicht von daher.
Die vier Evangelien des Reinhardt – Joh 18,36

Jesus gab ihm die Antwort: »Meine Königsherrschaft stammt nicht von dieser Welt. Wenn mein Königtum seinen Ursprung in dieser Welt hätte, dann hätten meine Diener dafür gekämpft, dass ich nicht in die Hände der judäischen Führung gerate. Nun ist aber mein Königtum nicht von hier.«
Werner – das Buch – Joh 18:36

Dieser Vers wurde irrtümlicherweise so ausgelegt, als ob Christus leugnete, dass sein Reich auf Erden aufgerichtet werden würde. Neben der Unvereinbarkeit einer solchen Ansicht mit dem ganzen Zeugnis der Heiligen Schrift (vgl. 1,33; Offb 11,15) würde sie mit dem Rest des Verses in Widerspruch stehen. Irdische Reiche beginnen, sie werden aufrechterhalten und endlich durch menschliche Gewalt beendet, aber sein Reich wird herbeigeführt und erhalten durch seine persönliche Erscheinung und durch seine Allmacht.

Scofield-Bibel

»Was hast du getan?«, hatte Pilatus am Ende von V. 35 gefragt. Jesus gibt darauf die Antwort. »Mein Reich ist nicht von dieser Welt« (V. 36). Man versteht diese Antwort nur, wenn man auf V. 33 zurückblickt, wo Pilatus aufgrund der jüdischen Anklage wissen wollte, ob Jesus »der König der Juden« sei. Wahrscheinlich überrascht Jesus den Statthalter völlig, indem er nun aussagt: Ich habe ein »Reich«. Jeder Verbrecher hätte sich herausgewunden. Jesus aber sagt: Ja, »mein Reich« existiert. Aber es ist ganz anders, als du – Pilatus – es dir vorstellst. »Mein Reich ist nicht von dieser Welt.« Man könnte auch übersetzen: »Mein Reich (meine Herrschaft, mein Königtum) stammt nicht aus dieser Welt.« So wenig übrigens, wie seine Jünger »von dieser Welt« sind (Joh 15,19; 17,14). »Von dieser Welt« sind dagegen seine Gegner (Joh 8,23) und die Verfolger seiner Jünger (Joh 15,19; 17,14). Auch Pilatus und der Kaiser in Rom sind »von dieser Welt«. Die Parallele zu Joh 3 drängt sich auf. Dort war vom »Reich Gottes« die Rede, das nur der sieht, der wiedergeboren ist (Joh 3,3.5). Mit einem Male treten sich Gottesreich und Weltreich universal gegenüber. Die Spannung zwischen beiden war ein Teil der danielischen Prophetie und des Lebensschicksals Daniels (vgl. Dan 2; 3; 4; 6; 7; 12). Sie sind völlig verschiedene Größen. Die Weltreiche vergehen mit »dieser Welt«. Denn »diese Welt« ist die vergehende, die alte, die gottvergessene, die dem Gericht entgegeneilende. Sie ist die, von der Paulus schreibt: »Das Wesen dieser Welt vergeht« (1 Kor 7,31). Aber wie kommt Jesus dazu, das Gottesreich als »mein Reich« zu bezeichnen? Die Lösung gibt wieder Daniel. Dort empfängt der göttliche Menschensohn das Gottesreich zur ewigen Herrschaft (Dan 7,13ff.; Dan 7,27; vgl. Ps 2,8ff.; Offb 12,5; 19,15 und 2Sam 7,12ff.). Deshalb spricht Jesus auch in seinen Gleichnissen vom »Reich des Menschensohnes« (Mt 13,41; 25,31ff.; vgl. 1 Kor 15,24ff.).

Den Beweis, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist, gibt Jesus auf der Stelle: »Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, hätten meine Diener darum gekämpft, dass ich nicht den Juden ausgeliefert würde.« Stattdessen hat er seinen »Dienern« = Jüngern befohlen, das Schwert in die Scheide zu stecken (Joh 18,11; vgl. Mt 26,52). Übrigens macht die Formulierung »nicht den Juden ausgeliefert« noch einmal klar, dass das Verhaftungskommando nur aus Juden und nicht aus Römern bestand. Dass eine messianische Bewegung nicht »kämpft«, ist für Pilatus eine ganz neue Erfahrung. Sonst »kämpften« die jüdischen Messiasanwärter mit allen Mitteln (vgl. Apg 5,36ff.; Apg 21,38). Und gerade daraus ergibt sich der Schluss: »Nun aber ist mein Reich nicht von hier« = aus der hiesigen Welt. Vielleicht schwingt sogar in der Wendung »von hier« ein sehr spezieller Ton mit: »Von hier« = von diesem Lande, von dieser Judenschaft ausgehend, wie es die Römer sonst erlebten.

Gerhard Maier – Edition C

Dies ist einer der großartigen Verse, die das Volk Gottes von jeder politischen Einmischung absondert. Das Reich Gottes ist etwas ganz anderes als alle nationalen und politischen menschlichen Organisationen. Der Herr anerkannte diese und war ihnen sogar untertan (Mt 17,27), wie es die Gläubigen in der Tat auch sein sollen (Röm 13,1); aber Er beteiligte sich nicht an diesen Organisationen. Der göttliche und himmlische Botschafter bleibt dem Stand und Charakter Seines himmlischen Reiches treu und gleicht sich nicht dem Land (der Welt) an, in dem Er als Botschafter tätig ist. Wenn die Gläubigen das begriffen, dann wären sie glücklich, abgesondert von den politischen Ambitionen der Völker zu bleiben. Es wurde nicht gekämpft, da Er dem Hohenrat untertan war, wie unrecht dessen Urteil auch sein mochte. So wenig die Knechte des Herrn für Ihn kämpften, so wenig sollten Christen sich heute in Wahlkämpfe und ähnliches verstricken lassen. Der Christ hat gewiß keine Berechtigung, militärische oder politische Mittel zu gebrauchen, um damit geistliche Ziele zu erreichen.
 Der Herr machte es ganz deutlich, daß Sein Reich „nicht von dieser Welt“ war, war doch auch der Herr selbst „nicht von dieser Welt“ (8,23; 17,14.16), wie auch Seine Jünger nicht (17,14.16). Die Bibel zeigt es sehr klar, daß die Reiche der Welt einen absoluten Gegensatz bilden zum Reich Gottes in dessen gegenwärtiger wie auch zukünftiger Gestalt. Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß die Leute Ihn mit Gewalt zum König machen wollten (6,15). Aber das war nicht möglich, denn Gott selbst würde Seinen König auf Seinem Heiligen Berge einsetzen. Es ist der Gott des Himmels, der ein Reich aufrichten wird, das ewig nicht vergeht, während alle irdischen Reiche zermalmt werden (Dan 2,44). Auf geistlicher Ebene sind wir aus der Gewalt der Finsternis errettet und in „das Reich des Sohnes seiner Liebe“ versetzt worden (Kol 1,13). Gewiß, im AT bewahrte Gott das Reich Juda mit militärischen Mitteln, aber Seine Wege sind heute nicht dieselben. Mit Waffengewalt für christliche Rechte zu kämpfen, widerspricht neutestamentlicher Lehre; denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich (2Kor 10,4-5).

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Nachdem die Frage geklärt war, gab Jeschua eine konkrete Antwort: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so würden meine Knechte kämpfen, dass ich den Juden nicht überliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt (Johannes 18:36). Aus zwei Gründen war Jeschua kein Konkurrent von Caesar. Erstens sagte er: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Dies ist eine Lieblingsstelle für Ersatztheologen, besonders für die der amillennialen Schule, die diesen Vers benutzen, um ihr Argument zu stützen, dass Jeschua bei seiner Wiederkunft kein buchstäbliches, irdisches Reich aufrichten wird. Sie glauben an sein zweites Kommen, aber nicht, dass er bei seiner Wiederkunft sein irdisches Reich aufrichten wird. Stattdessen interpretieren sie Jeshuas Aussage so, dass sein Reich nicht in dieser Welt sein wird. Greg L. Bahnsen merkt an:
Die viel missbrauchte Aussage Jesu in Johannes 18,36, „Mein Reich ist nicht von [ek: aus] dieser Welt“, ist eine Aussage über die Quelle, nicht über die Natur seiner Herrschaft, wie das epexegetische Ende des Verses deutlich macht: „nun aber ist mein Reich nicht von daher [enteuthen]“ (kjv). Die Lehre ist nicht, dass das Reich Christi gänzlich jenseitig ist, sondern dass es seinen Ursprung bei Gott selbst hat, nicht bei irgendeiner Macht oder Autorität, die in der Schöpfung zu finden ist

Es gibt einen Unterschied zwischen „von der Welt“ und „in der Welt“. Jeschua machte diese Unterscheidung in Johannes 17:11, 14, 16 und 18, wo er zum Vater sagte, dass er und die Gläubigen in der Welt sind, aber nicht von der Welt. Von der Welt zu sein bedeutet, von der Natur dieser Welt zu sein, und die Gläubigen sind nicht mehr von der Natur dieser Welt. Solange die Gläubigen am Leben sind, sind sie in dieser Welt, aber nicht mehr von der Natur dieser Welt. Wenn Jeschua auf die Erde zurückkehrt, wird Er nicht den Cäsar absetzen und sich auf seinen Thron setzen. Er wird mit seinem eigenen Thron kommen, dem Thron Davids, und mit seinem eigenen Königreich, dem messianischen Königreich. Sein Reich wird eines Tages in der Welt sein, aber es wird niemals von dieser Welt sein. Zweitens sagte er: „Aber jetzt ist mein Reich nicht von jetzt an“, was „nicht von jetzt an“ bedeutet. Infolge der Ablehnung Seiner Messiasschaft würde Jeschuas Reich nicht zu dieser Zeit errichtet werden. Aus diesen beiden Gründen war Er kein Konkurrent für Caesar.

Arnold Fruchtenbaum – Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive

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