der nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohenpriester, zuerst für die eigenen Sünden Schlachtopfer darzubringen, sodann für die des Volkes; denn dieses hat er ein für allemal getan, als er sich selbst geopfert hat.
Elberfelder 1871 – Hebräer 7,27
Im Gegensatz zu den levitischen Hohenpriestern muss er nicht Tag für Tag Opfer darbringen und muss auch nicht mit einem Opfer für eigene Sünden beginnen, ehe er für die Sünden des Volkes opfern kann. Nein, Jesus hat nur ein einziges Mal ein Opfer dargebracht, nämlich sich selbst, und dieses Opfer gilt für immer.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Hebräer 7:27
Christus muss nicht – wie die anderen Hohenpriester – an jedem Tag zuerst wegen der eigenen Sünden für sich selbst ein Opfer darbringen, ehe er für sein Volk opfert. Als Jesus Christus am Kreuz für unsere Schuld starb, hat er ein Opfer dargebracht, das ein für alle Mal gilt.
Hoffnung für Alle – Hebr 7,27

Einen solchen Hohenpriester haben die Menschen gebraucht. Sein Wesen ist völlig ohne Makel, und er ist höher … als der Himmel. Infolgedessen hatte er es nicht nötig, wie die levitischen Priester täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes. Auf den ersten Blick scheinen die Verse 27.28 an die Zeremonie am Versöhnungsfest zu erinnern (3Mo 16), doch diese Feierlichkeiten fanden nur einmal jährlich und nicht „täglich“ statt. Wahrscheinlich sehen die beiden Verse jenes große Ritual mit der regelmäßigen Opferroutine zusammen. Nach der jüdischen Überlieferung scheint es so gewesen zu sein, daß ein Priester täglich Opfer darbrachte, eine Praxis, auf die sich möglicherweise die Vorschriften von 3Mo 6,12-13 beziehen.
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Auf jeden Fall mußte der neue Priester weder für sich selbst Opfer darbringen noch sein Opfer für die Menschen wiederholen. Sein einmaliger Akt der Selbsthingabe war endgültig und ausreichend. Die Kapitel 9; 10 des Hebräerbriefes gehen näher auf diesen Punkt ein. An dieser Stelle begnügt sich der Verfasser damit festzustellen, daß der Sohn im Gegensatz zur levitischen Priesterschaft ein vollkommener Priester ist. Die Wendung „der ewig und vollkommen ist“ nimmt die Aussage von Hebräer 5,8-10 wieder auf. Das Leiden des Sohnes, das hier als priesterliche Selbstaufopferung ein für allemal (ephapax; vgl. Hebräer 9,12;10,10; vgl. auch hapax, „einmal“, in Hebräer 9,27-28 ) dargestellt ist, hat ihn „vollkommen“ gemacht für sein Amt als Fürsprecher der Seinen vor Gottes Angesicht. Das Gesetz setzte Menschen zu Hohenpriestern ein, die Schwachheit an sich haben; dies Wort des Eides aber, das erst nach dem Gesetz gesagt worden ist, setzt diesen besonderen Hohenpriester ein. An ihn können sich die Gläubigen allezeit im vollen Vertrauen darauf, daß er alle ihre Nöte stillen kann, wenden.
Er hat durch Auferstehung und Himmelfahrt den unmittelbaren Zugang zur Herrlichkeit Gottes gewonnen. Dieser unermeßliche Reichtum göttlichen Wesens in der Person Jesu wirkt sich schon in seinem Erdenleben, seinem irdischen Hohenpriesterdienst aus. Bewußt stellt der Apostel das tägliche Opfer des atst Hohenpriesters und das einmalige Opfer Jesu einander gegenüber. Der Hohepriester mußte zuerst für sich selbst opfern, um Sühnung für eigene Schuld zu erwirken.
Wuppertaler Studienbibel
Im Gegensatz zu Christus sind die aaronitischen Hohenpriester in Sünde verstrickt. Dies wird vom Gesetz selbst eingeräumt. Denn es hat ausführliche Bestimmungen für die Schlachtopfer des Hohenpriesters, und diese Opfer werden nicht nur für die Sünden des Volkes (vgl. 3Mose 16,15), sondern auch, ja »zuerst«, für seine eigenen Sünden (vgl. 3Mose 16,6) dargebracht. Wenn unser Verfasser davon redet, dass es für den Hohenpriester »täglich« notwendig ist, diese Sühnopfer darzubringen, so entspricht das der Darstellung des großen Versöhnungstages als einer jährlich wiederkehrenden Begebenheit nicht. Seine Ausdrucksweise erklärt sich daraus, dass 3Mose 6,13 ein tägliches Speisopfer erwähnt (vgl. 2Mose 29,38-46; 4Mose 28,3-8). Zugleich wird aber auch der Gegensatz zum Opfer Christi verschärft. Denn das Opfer Christi braucht keine Wiederholung, sondern ist »ein für alle Mal« dargebracht worden, »als er sich selbst opferte«. Nicht nur hatte Jesus es also nicht nötig, für sich selbst zu opfern, da er sündlos war, sondern sein Opfer reichte in seiner Einzigartigkeit völlig aus, eine ewige Erlösung zu erwirken (vgl. Heb 9,12.25ff.; Heb 10,14.18).
Gerhard Maier – Edition C
Das aronitische Priestertum konnte nicht einen Schritt ins Heilige wagen und noch weniger am Versöhnungstage ins Allerheiligste, ohne zunächst für sich geopfert zu haben. Wie konnte solch ein Hoherpriester vollenden, der selbst mit Schwachheit behaftet war und täglich immer wieder neue Opfer bringen musste? Wie ganz anders das königliche Priestertum unseres Herrn und Heilandes Er hat sich einst in den Tagen seines Fleisches nicht verloren in einer Menge von Opfern. Sein Leben war das Opfer. Das brachte Er dem Vater dar. Dies war ihm Schuldopfer und Brandopfer zugleich.
Jakob Kroeker – ER sprach zu mir
Er hatte nicht nötig, tagweise zu opfern. Sein Leben war ein dauerndes Opfer. Ob Er den Unglauben seiner Jünger trug, ob Er auf dem Meer wandelte, ob man über Ihn spottete, wenn Er unter Zöllnern und Sündern saß, ob man das Heiligste seines Dienstes in den Staub zog, alles war Opfer. Alles war Hingabe, und zwar an die Heilandsmission, die Er vom Vater empfangen hatte.
Als eine Sünderin in ihrer Not zu seinen Füßen saß, da sagten die Pharisäer, wäre Er ein Prophet, wäre Er wirklich der Gesalbte Gottes, so wüsste Er, was für ein Weib das ist. Ja, Jesus wusste es! Er war aber gekommen als Hoherpriester, die Sünde der Welt zu tragen. Er war gekommen, zu lösen, was gebunden war. Er wollte Menschen herausheben aus der Schwachheit, sie versetzen in die Kraft der Erlösung Gottes. Daher war sein Leben Opfer.
In der Offenbarung Johannes sehen wir nun, dass Christus diesen seinen Lammescharakter auch in den Äonen der Vollendung nicht ablegen wird. Er wurde nicht erst das Lamm in den Tagen seiner Knechtsgestalt. Er hat nicht mit Golgatha seinen Lammescharakter vollendet. Er bleibt das Lamm, weil sein Dienst ewig Lammescharakter trägt. Während der Tage seines Fleisches, in seinem messianischen Dienste unter uns, in seinem großen Sterben auf Golgatha wurde für uns Menschen nur sichtbar, was Er als Sohn und als die Verkörperung der Barmherzigkeit und Erlösung Gottes ewig war und ewig sein wird. Die Welt hatte nicht nur einst in Ihm das Lamm Gottes, Er bleibt für sie das Lamm, das allein alle Siegel des Lebens und der Gerichte öffnen und sie in den Dienst der Barmherzigkeit und der Erlösung hineinziehen kann. Nicht nur in dem, was Christus als Sohn einmal war, sondern was Christus als Sohn heute ist und in Zukunft sein wird, darin liegt die ewig neue und die ewig wirksame Kraft des Evangeliums!
Gemäß dem, was Er ist, braucht unser HERR nicht für sich zu opfern. Aaron, mit all der Würde seines Amtes, war als Person nicht sündlos. Er mußte erst für sich opfern, bevor er für andere Opfer darbrachte. Das ist bei Dem, der sowohl unbefleckt als auch unsträflich ist, nicht der Fall. Obwohl hier der Ausdruck „Tag für Tag“ gebraucht wird, gab es kein ausdrückliches Gebot bezüglich eines täglichen Sündopfers für den Hohenpriester. Im Blick auf das Volk wurde das Sündopfer jedoch als fortwährendes, tägliches Zeremoniell vollzogen. Insbesondere am Versöhnungstag war der Hohepriester mit beteiligt (3Mo 16). Er sollte der Darbringung der beiden Ziegenböcke Beachtung schenken. Doch zuerst ging es um den Jungstier, der für ihn sowie sein Haus geschlachtet und geopfert werden mußte. Dann gab es jene traurigen Anlässe, bei denen ein Priester sündigte. Ein bestimmtes Opfer war für den in Sünde gefallenen Priester in 3Mo 4,3-12 vorgeschrieben. Tag für Tag waren die Priester damit beschäftigt, für sich und für das Volk Sühnung zu erwirken. Bei Christus trifft das nicht zu: Derjenige, dessen Reinheit untadelig ist, hatte kein Opfer für sich nötig, wobei Er in bezug auf das Volk ein für allemal ein Opfer darbrachte, als Er sich selbst opferte. Sein Werk hinsichtlich der Sünde ist vollbracht. Erneut finden wir den bereits im Brief bemerkten Grundsatz, wonach es zuvor eine Anspielung auf eine Wahrheit gibt, die später entfaltet werden wird. Dieses „Ein für allemal“ als Wesen des völlig ausreichenden Opfers unseres HERRN wird in Kap.9-10 ausführlicher dargelegt werden.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt