Thomas Pape

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Denn jedes Problem wird zur Herausforderung, wir können dadurch lernen, eine Sache durchzuziehen.

Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der (W. in den) Trübsale, (O. Drangsale; Drangsal) da wir wissen, daß die Trübsal (O. Drangsale; Drangsal) Ausharren bewirkt,
Elberfelder 1871 – Römer 5,3

Doch nicht nur darüber freuen wir uns; wir freuen uns auch über die Nöte, die wir jetzt durchmachen. Denn wir wissen, dass Not uns lehrt durchzuhalten,
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Römer 5:3

Wir freuen uns auch dann, wenn uns Sorgen und Probleme bedrängen, denn wir wissen, dass wir dadurch lernen, geduldig zu werden.
Neues Leben – Bibel 2006 – Röm 5,3

Doch nicht nur das! Sondern wir sind auch stolz auf die Bedrängnisse, die wir erleben. Denn wir wissen ja, dass solch eine Bedrängnis echte Standfestigkeit hervorbringt.
Das Buch – 2009 – Röm 5:3

Die Gläubigen können sich des Friedens mit Gott, den Christus für sie erwirkt hat, und der herrlichen Zukunft in der Gegenwart Gottes, die sie erwartet, erfreuen. Doch wie sollen sie sich angesichts der widrigen und schwierigen Erfahrungen, denen sie im ganz normalen Leben so häufig ausgesetzt sind, verhalten? Sie sollen sich auch der Bedrängnisse rühmen. Das Wort „rühmen“, kauchOmetha, stand bereits in Vers 2. „Bedrängnisse“ sind im Griechischen thlipsesin, „Heimsuchungen, Sorgen, Nöte“. Auch Jakobus schrieb: „Meine Brüder, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt“ (Jak 1,2). Damit ist allerdings mehr gemeint als das stoische Erdulden von Schwierigkeiten, wenn auch die Geduld oder Beständigkeit das erste Glied in einer Kette von Verhaltensweisen ist, mit denen Christen auf Bedrängnisse reagieren sollen. Hier geht es um die freudige Annahme der Anfechtungen in dem Wissen (von oida, „durch Intuition oder Anschauung wissen“), daß am Ende dieser Erfahrungen (die mit der Anfechtung beginnt) die Hoffnung steht. Bedrängnis bringt Geduld (hypomonen, „Standhaftigkeit“, die Fähigkeit, schwere Zeiten zu ertragen, ohne schwach zu werden; vgl. Röm 15,5-6; Jak 1,3-4). Nur ein Glaubender, der Anfechtungen erlebt hat, kann Standhaftigkeit entwickeln. Standhaftigkeit aber führt zu Bewährung (dokimEn, „Beweis“), und Bewährung zu Hoffnung – zu der Hoffnung, daß Gott alles zum Guten wenden wird.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Damit, dass wir gerechtfertigt sind und somit in einem neuen Verhältnis zu Gott stehen, hat sich unser Verhältnis zu allem in diesem Leben verändert. Einst waren uns Trübsale nur lästig, nun aber erkennen wir in ihnen Beweise von Gottes Wohlgefallen. Denn er ist unser Vater geworden, der uns als seine Söhne erzieht, indem er uns durch Widerwärtigkeiten führt (siehe Hebr 12,6). Darum können wir »auch in den Drangsalen« uns der Hoffnung der Herrlichkeit rühmen. Keine Drangsal kann Gottes Werk der Rechtfertigung rückgängig machen und damit die Hoffnung erschüttern (vgl. 8,35), und darum verunsichert diese den Gläubigen nicht; es ist vielmehr umgekehrt: Die widrigen Winde der Trübsal treiben den Erlösten in die Gegenwart Gottes. Rühmen können wir uns, »da wir wissen«. Was wissen wir? Wir wissen, wie Gott mit uns verfährt, um unsere Hoffnung zu stärken; er verwendet Drangsal als ein Mittel dazu. Wer als Christ ein Unwissender ist, verliert alle Freude des Heils, und sein Rühmen in der Gewissheit kommender Herrlichkeit verstummt, sobald er Widerwärtiges erdulden muss. Darum ist es so wichtig, dass wir alle zum Evangelium gehörenden Wahrheiten gut kennen. Wir müssen in den biblischen Lehren gegründet sein; sonst wird uns jeder Windstoß umwerfen.
»die Drangsal [bewirkt] Ausharren«: Um die Verheißung zu erlangen, müssen wir ausharren (Hebr 6,12.15). Nur wer ausharrt bis ans Ende, wird gerettet (Mt 10,22). Ausharren ist also eine Notwendigkeit, und weil es notwendig ist, wirkt Gott es in den Gerechtfertigten. Wie tut er das? Indem er Drangsal sendet. Diese bewirkt Ausharren. Die Rechtfertigung wirkt kein Ausharren; dieses lernen wir erst durch Schläge, Druck, Widerstand und Schmerzen, indem diese uns nötigen, im Glauben auszuharren, da es nicht in unserer Macht steht, die widrigen Umstände zu ändern. Während wir uns unseres Zieles mit aller Gewissheit rühmen, lernen wir, unter Druck stillzuhalten unter der Hand, die uns gerettet hat und uns vollenden wird.
Das Ausharren wiederum bewirkt »Erfahrung«: Wir haben gemerkt, dass wir stehen können, weil der Herr uns hält; wir haben erfahren, dass unser Glaube und damit unsere Hoffnung gestärkt werden, indem wir zum Wort Gottes flüchten und uns auf die Verheißungen stellen. So lernen wir die Sünde, die Welt, uns selbst, und vor allem den Herrn kennen, der bei uns ist und uns nicht verlässt.
»die Erfahrung aber Hoffnung«: Die Erfahrung bewirkt, dass wir uns unserer Hoffnung immer gewisser werden. Die Hoffnung, die dem Christen dämmerte, als er zum Glauben kam, leuchtet jetzt noch heller, seit er die Erfahrung gemacht hat, dass sie ihn besonders in der Trübsal trägt und ermuntert. »Die Hoffnung der Herrlichkeit« ist objektiv; die Hoffnung, die uns die Erfahrung gibt, ist die subjektiv empfundene Hoffnung: Wir wissen nun, dass unsere Hoffnung uns nicht täuscht.

Ist es nicht eine wundervolle Gnade, dass Gott dir Frieden in Christus gegeben hat, ehe er dich aufs Krankenlager legte? … Erfährst du die Wahrheit von Röm 5,3? Du kannst nicht Trübsal um ihrer selbst willen gern haben; bitter muss stets bitter bleiben, und Schmerz stets Schmerz. Gott weiß, dass du Trübsal nicht mögen kannst. Doch um der Segnungen willen, welche die Trübsal bringt, kann er dich lehren, darum zu beten. Wirkt die Trübsal in dir Ausharren? Führt sie dazu, dass du dich inniger an den Herrn klammerst, dich tiefer im Felsen verbirgst? Lässt sie dich still sein und erkennen, dass er Gott ist? Macht sie dich ganz ergeben in seiner Hand und dass du von keinem anderen Willen wissen willst als seinem? So wirkt das Ausharren Erfahrung, eine durch Erfahrung gewonnene Vertrautheit mit Jesus. Führt sie dazu, dass du größere Wonne hast an seiner Lieblichkeit, sodass du weißt, wem du geglaubt hast? Und stärkt diese Erfahrung deine Hoffnung der Herrlichkeit – ein weiterer Anker, der in das Innere des Vorhangs hineingeht? Und gibt dir diese Hoffnung ein Herz, das nicht beschämt werden kann, da du überzeugt bist, dass Gott dich geliebt hat und bis ans Ende lieben wird? Wenn ja, dann hast du den Nutzen der Trübsal empfangen« (Andrew Bonar, Memoir and Remains of R. M. M’Cheyne, London: The Banner of Truth Trust, 1966, S. 277–278).

»Wer sein Leben nur in diesem Zeitalter lebt und für wen diese Welt die ganze ist, kann in den Leiden, die ihn treffen, nur etwas Negatives sehen. Für den Christen dagegen wird das Leiden gerade zum Punkt, an dem sich die Macht der Hoffnung am deutlichsten erweist. Er weiß, ›dass dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sind, die an uns soll offenbart werden‹ (Kap. 8,18). Das Leiden erhält einen neuen Sinn, es wird ein Mittel in der Hand Gottes, uns zur Vollendung hindurch zu führen. Wenn Gott den Menschen unter die Leidenspresse legt, so tut er es, um ihn in Geduld und Standhaftigkeit zu üben. Gerade das Leiden macht es, dass der Christ mit noch größerem Eifer seine Hoffnung auf die Herrlichkeit richtet, die Gottes Verheißung ihm vorhält … Wenn es die Leiden nicht gäbe, könnte die Hoffnung niemals Gelegenheit erhalten, ihre Stärke zu entwickeln« (Anders Nygren, Der Römerbrief, S. 145).

Benedikt Peters – Der Brief an die Römer

Nachdem Paulus verkündet hat, daß die Zukunft gewiß ist, wendet er sich der Betrachtung der Gegenwart zu. Die Zukunft ist durch das Opfer Christi sichergestellt. Nun stellt sich die Frage, ob das für die Gerechtfertigten irgendeinen Einfluß auf die Gegenwart hat. Trübsale in der Welt sind unvermeidbar. Das war die Erfahrung des Herrn, als Er im Fleisch auf der Erde war, und es war das gemeinsame Los der Apostel, die Ihn nach Seiner Auffahrt zur Rechten Gottes repräsentierten. Hier sagt Paulus, der zur Zeit der Niederschrift selber um des Zeugnisses willen litt, daß das Rühmen auch den Trübsalen gilt. Es ist dasselbe Wort wie im vorigen Vers: »rühmen in der Hoffnung«. Die übliche Lesart ist »wir rühmen uns«, Albrecht folgt allerdings, wie die englische RV, seinem früheren Vorzug und schreibt: »wir wollen uns rühmen«. Der Sinn ist jedoch in beiden Fällen im wesentlichen derselbe.
    Auf den ersten Blick scheint Rühmen eine unangemessene Reaktion auf die betrüblichen Umstände zu sein, die das tägliche Leben als Christ mit sich bringt. Die Bedrängnisse, die Paulus im Sinn hatte, waren nicht allein die körperlich widrigen Umstände. Mit ihnen fertig zu werden, ist schwierig genug, wenngleich der Apostel auffordert, sich ihrer zu rühmen. Es gibt jedoch andere Bedrängnisse, die Geist und Seele betreffen. Sie sind nicht unbedingt von Gott verordnet, doch zweifellos läßt Er sie in Seiner Weisheit zu. Doch ob sie vereinzelt eintreffen oder in großer Zahl, ist es klar, wie wir damit umzugehen haben: »In Trübsal harrt aus« (Römer 12,12). Es besteht kein Zweifel, daß Trübsale tiefe Eindrücke und oft auch Wunden hinterlassen, die niemals heilen, doch gehören sie zu den Lektionen in der Schule Gottes, wie Paulus hier schreibt: »… da wir wissen, daß die Trübsal Ausharren bewirkt.«
    Es entspricht nicht der Absicht Gottes, daß Seine Kinder den Trübsalen erliegen. Das Wort, das hier für »Ausharren« verwendet wird, spricht von erobernder Stärke, einem triumphierenden Weg aufwärts zur Herrlichkeit. Es ist der Geist, den keine Lebensumstände jemals niederringen können. Es ist die Fähigkeit, mit allem siegreich umzugehen, was das Leben bringen mag. Es ist eroberndes Ausharren. In Verzweiflung zu resignieren und die Seele durch die Prüfungen erdrücken zu lassen, ist nicht die Reaktion, die Gott erwartet. Er möchte bei Seinen Heiligen die innere Stärke sehen, die Widrigkeiten in Triumph umwandelt. Die Lebensumstände, die sich gegen uns stellen, sind uns nicht deshalb verordnet oder zugelassen, um unser geistliches Leben niederzuschmettern, sondern sie sind Erfahrungen, die zu einer tiefen und größeren Wertschätzung der Liebe Gottes führen sollten.
    Paulus sagt, daß Trübsale Ausharren bewirken. Das Wort »bewirken« ( katergazomai ) vermittelt den Gedanken, etwas als Ergebnis zustande zu bringen, etwas in der Praxis zu realisieren, »das Ziel zu erreichen« (Bengel). Das Wort richtet den Blick auf das Endergebnis, den erreichten Schluß bzw. die vollständige und fertige Errungenschaft. Paulus verwendet das Wort im Philipperbrief, wo er die Heiligen ermutigt, ihr »eigenes Heil zu bewirken« (2,12). Dort meint er, daß das von Gott in einem Gläubigen begonnene Werk im Leben als Christ ausgearbeitet werden muß, bis das Leben sein Ziel erreicht hat, bis Gottes Werk im Gläubigen vollendet ist. Auf halbem Wege anzuhalten oder den Schwung zu verlieren, widerspricht den Gedanken der Heiligen Schrift. So ist es auch hier: Trübsale bewirken Ausharren, sie führen durch Prüfungen zum Ziel hin, und auf dem Weg dorthin wird geduldiges Ausharren hervorgebracht. Geduldiges Ausharren wiederum wird seine eigenen Resultate erreichen, und um die geht es im nächsten Vers.

Wenn unter Drangsalen innere Stärke gezeigt wird, werden zwei weitere Aspekte des siegreichen Lebens als Christ zum Vorschein gebracht. Ausharren bewirkt Bewährung (Rev.Elberf). Paulus meinte nicht, daß das Ausharren zu einem Ende gelangt und dann ein neuer Umstand kommt, der wiederum zu seinem Ziel geführt wird. Woran er dachte und was er vermitteln wollte, war offenbar folgendes: Wenn jemand geduldig Trübsale erträgt, beweist er damit, das er sich der Anerkennung Gottes erfreut.
    Das Wort, das mit »Bewährung« (Elberf: »Erfahrung«) übersetzt ist ( dokimê ), bedeutet Erweis durch Erprobung, der Zustand oder die Natur dessen, was geprüft und für gut befunden wurde. Der Gläubige, der durch Trübsale geht und der darin Stärke zeigt, ehrt damit Gott. Der Glaube, der trotz aller widrigen Umstände niemals schwankt, ist für Gott sehr kostbar. Wer mit den Problemen des Lebens so umgeht, wie Gott es wünscht, erlangt Gottes Wohlgefallen.
    In all diesen Trübsalen gibt es Hoffnung. Hier wird nicht nur für die gegenwärtige Not gesorgt, sondern auch die Zukunft bedacht. Hoffnung ist eines der Schlüsselwörter im Römerbrief. Die ermutigende Botschaft dieses Wortes durchdringt den ganzen Brief. In diesem Vers soll es Trost und der Seele einen sicheren Anker bieten. Bei manchen Menschen bewirkt Trübsal Enttäuschung oder sogar Verzweiflung, so daß nicht die Inbrunst der Seele geprüft und dabei gefördert wird, sondern nur Kummer hervorkommt. Der Grund dafür ist, daß die Hoffnung auf das Falsche gerichtet ist – die Erwartung gilt nicht dem Himmlischen, sondern dem Irdischen.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Nöte. Gemeint sind hier nicht Kummer und Sorgen, wie sie jeder Mensch durchstehen muss. Paulus denkt an die Bedrängnis der Christen durch die ungläubige Umwelt. So wurde die Weigerung der Christen, am Kaiserkult oder an heidnischen Zeremonien teilzunehmen, als Widerstand gegen den Staat oder Verachtung der hergebrachten Kultur angesehen. Häufig wurden die Christen zu Sündenböcken für irgendein Unglück gemacht, das geschehen war, und verfolgt. In der Zeit des Neuen Testaments war solches Leiden das normale Los der Christen. Man rechnete damit (Apg 14,22); ja, Leiden wurde geradezu als ein Kennzeichen der wahren Gläubigen angesehen (2 Thess 1,4.5).

Hübsch – Der Brief an die Römer: Glauben mit Kopf und Herz

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