Thomas Pape

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Sein Vertrauen war gigantisch und wurde in dieser Situation sogar noch größer!

Ihr kennt sicher die Geschichte: Abraham hielt gegen alle Wahrscheinlichkeit an dieser Hoffnung fest. Er war davon überzeugt, dass Gott ihn zum Stammvater vieler Völker machen würde, so wie dieser es versprochen hatte. Ja, selbst als er schon an die hundert Jahre alt war und sich und seine kaum jüngere Frau Sara, was die Zeugung eigener Kinder anbelangte, eigentlich hätte aufgeben müssen, selbst da hörte er nicht auf zu hoffen, und er klammerte sich weiter an das Versprechen, das Gott ihm gegeben hatte. Er ehrte Gott durch sein Vertrauen, weil er ganz und gar von dem Gedanken erfüllt war, Gott sei mächtig genug, immer und überall das zu verwirklichen, was er verheißen hat. Dieses bedingungslose Vertrauen war es, das bei Gott Anerkennung fand.
Willkommen daheim – Römer 4:18–22

und zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde gestärkt im Glauben, Gott die Ehre gebend,
Elberfelder 1871 – Römer 4,20

Trotzdem ließ er sich im Hinblick auf die Verheißung Gottes nicht durch Unglauben irre machen, sondern vielmehr wurde er im Glauben immer stärker, indem er Gott die Ehre gab
Menge 1949 – Römer 4:20

Statt die Zusage Gottes in Frage zu stellen, wie es der Unglaube tun würde, ehrte er Gott, ´indem er ihm vertraute,` und wurde dadurch in seinem Glauben gestärkt.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Röm 4,20

Keinem Misstrauen gegen die göttliche Verheissung gab er Raum; sondern blieb standhaft im Glauben, und gab Gott die Ehre,
van Ess 1858 – Röm 4:20

Er gab dem Unglauben keinen Raum und zweifelte das Versprechen Gottes nicht an, sondern ehrte stattdessen durch sein Verhalten Gott.
Das Buch – 2009 – Römer 4,20

Nein, Abraham musste nicht erst andere Menschen fragen! Abraham hatte ein persönliches Verhältnis zum Schöpfer! Und aus diesem persönlichen Verhältnis entstand dann das absolute Vertrauen, in die Versprechen Gottes!
Auch du kannst so ein persönliches Verhältnis aufbauen!

Die vierte Beschreibung von Abrahams Glauben findet sich in Vers 20: „Und da er auf die Verheißung Gottes sah, wankte er nicht durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben und gab Gott die Ehre. Anstatt dem Unglauben zu verfallen, blickte Abraham gläubig auf das, was sich erfüllen würde. Die Tatsache, dass er in seinem Glauben nicht wankte, zeigt, dass es keinen geistigen Kampf aufgrund von Unglauben gab. Sein Glaube blieb fest, und er gab Gott die Ehre.

Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar: Römer

Die wörtliche Übersetzung dieses Verses ist ausdrucksstärker: »Aber er entschied sich nicht durch Unglauben gegen die Verheißung Gottes, sondern wurde gestärkt im Glauben, Gott die Ehre gebend.« Die ersten Worte sind aufgrund ihrer Position empathisch. Die Betonung liegt auf Abrahams Entscheidung. An der Verheißung Gottes zweifelte er nicht. Er wußte, was er tat, und er zweifelte für keinen Moment. Er zögerte nicht einmal einen Augenblick im Unglauben, was eine willkommene Demonstration seiner Glaubensstärke war. Er »wurde gestärkt im Glauben«: Seine absolute Zuversicht in Gott bestärkte ihn, der Verheißung zu glauben und in ihrem Segen zu wandeln.
    Der abschließende Kommentar dieses Verses, »Gott die Ehre gebend«, beschreibt, was mit seinem Glauben einherging. Indem er Gott beim Wort nahm, erkannte er die Wahrheit Gottes an, Seine Allmacht und Seine vielen Eigenschaften. Diese Aussage bedeutet keine Ausdrucksform der Anbetung, sondern das, was aus seinem Verhalten hervorging. Sein Glaube von ganzem Herzen ehrte Gott. Durch seine Taten spiegelte er die Ehre und das Lob wider, wie es dem Gott der Herrlichkeit gebührt, aber wie es so selten gezeigt wird. Diese Verehrung umfaßt sowohl Worte als auch Taten derer, die von Seiner Gnade profitieren.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Wiedergeburt ist auch eine Hingabe des Glaubens und zwar an die Botschaft Gottes, die zuvor zum Menschen gesprochen hat. Das große Erlebnis Abrahams von der Verheißung Isaaks diente dem Apostel Paulus Jahrtausende später als Beleg aus der alttestamentlichen Heilsgeschichte für jenes Rechtfertigkeitsevangelium, dass nämlich die Gottesgerechtigkeit allein auf Grund des Glaubens dem Menschen zugesprochen wird. Alle Gesetzeswerke fließen aus dem Vermögen der menschlichen Kraft und aus dem Geiste der menschlichen Frömmigkeit. Vor Gott ist aber jeder Mensch infolge des Falles tot in Sünden und Übertretungen. Was daher vom Menschen kommt, kann zwar Bedeutung für den Menschen und dessen Umgebung nicht aber vor Gott haben. Alles Menschliche bleibt dem Geiste und dem Wesen Gottes fremd, weil es aus dem Geiste und dem Wesen des von Gott gelösten Menschen floss. Daher gibt es für Paulus keine Rechtfertigung auf Grund menschlicher Werkgerechtigkeit. Der Weg zur Gottesgerechtigkeit führt allein durch Erlösung
Als Menschen, die verzweifelt sind an aller naturhaften Frömmigkeit und aller rein menschlichen Religion, verstehen wir den Apostel in seinem Evangelium von der Neuschöpfung und von der Rechtfertigung durch den Glauben. Gott kann niemals rechtfertigen, was dem innersten Wesen und der tiefsten Geistesrichtung nach wider Gott ist. Auch in Abram erklärte Gott nicht etwas für Gerechtigkeit, was Er in Abram vorfand, sondern allein jenes Vertrauen, dass Er durch seine Offenbarung in ihm wecken konnte. Es war nicht ein Glaube, wie er jedem natürlichen Menschen innewohnt, den Gott bei Abram als Gerechtigkeit erklärte, sondern allein den von seiner Offenbarung geschaffenen. Nur dieser ist von der Art, dass er sich eins machen lässt mit der Offenbarung und daher Gott zur Basis seines weiteren Wirkens „ dienen kann.
Zwar schuf sich der Mensch je und je eine Religion, welche zwischen Gott und Mensch vermitteln sollte. Nie kam aber eine Religion über eine Selbstgerechtigkeit und letzthin Selbsterlösung hinaus. Bei jeder Selbsterlösung bleibt alles, „wenn auch nicht, wie es war, so doch dasselbe, was es war“ (Gogarten).
Vermitteln zwischen Gott und Mensch kann nur die Offenbarung. Was daher in der Menschheit als Wahrheit, als Gemeinschaft mit Gott, als Dienst am Reich Gottes oder an ewigem Leben sichtbar wurde, war niemals des Menschen Weg zu Gott, sondern Gottes Weg zu den Menschen, nicht die Frucht menschlicher Religion, sondern das Wunder der göttlichen Erlösung.

Jakob Kroeker – ER sprach zu mir

Die Geschichte Abrahams zeigt aber auch, dass Glaubende im Stande der Anfechtung leben. Nicht schwach werdend im Glauben an den Totenauferwecker, richtete er sein Augenmerk auf seinen eigenen Leib in seiner Abgestorbenheit, fast hundertjährig, und auf das Abgestorbensein des Mutterschoßes Saras. Kaum will Paulus sagen, dass Abraham nie Glaubensschwäche zeigte, vielmehr dass er sie überwand. Doch wie? Nach der alten LÜ dadurch, dass er seinen und Saras greisenhaften Körperzustand38 »nicht ansah«. Um glauben zu können, hätte er dann mit geschlossenen Augen leben müssen. Nach den uns heute zugänglichen besseren Handschriften schwingt sich der Glaube aber gerade nicht über die Weltwirklichkeit hinaus, sondern nimmt sie in den Blick, wie sie ist. Erst Illusionslosigkeit über seine innerweltliche Lage macht den Glauben an Gott tief und wahr.
Dabei gehörte Abraham nicht zu jenen, die grundsätzlich ein abenteuerliches Leben lockt und das Wagnis des Unmöglichen reizt. Sein Glaube war nicht Willkür, sondern hatte realen Anhalt: Hinsichtlich der Verheißung Gottes zweifelte er nicht in Unglauben. Ihre Glaubwürdigkeit blieb ihm Wirklichkeit Nr. 1: sondern er erstarkte im Glauben.
Schon die Entstehung des Glaubens beginnt nach 10,17 nicht mit einem menschlichen Kraftakt. Nicht der Mensch wirft mit aller Gewalt ein Seil in den Himmel, bis es festhakt, sondern Gott kommt in einem Gnadenakt zum Menschen und »bändelt« an. Von Gott genötigt, erfasst und umfasst, kommt es zum menschlichen Glauben. Nicht anders geht es bei jedem Erstarken des Glaubens in der Anfechtung: Gottes starke Hand ist da! Zwei Partizipien beschreiben ein drittes Merkmal. Der Glaube gibt Gott die Ehre. Er beteiligt sich nicht mehr an der Ursünde, nämlich dem Raub an der Ehre Gottes zugunsten des Selbstruhms. Er lässt Gott Gott sein, völlig gewiss, dass (Gott), was er verheißen hat, auch zu tun die Macht hat. Gott ist für ihn ganz, nämlich ganz Gott, ohne einen Zwiespalt zwischen dem, was er sagt, und dem, was er kann. Wir Menschen sind zerrüttet, vielfach gespalten. Reden, Wollen und Können fallen bei uns auseinander.

Adolf Pohl 2018 – Wuppertaler Studienbibel

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