Und alsbald fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er wurde sehend und stand auf und wurde getauft.
Elberfelder 1871 – Apostelgeschichte 9,18
Und sofort fiel es ihm wie Schuppenplättchen von den Augen und er konnte wieder sehen und so ließ er sich nach dem Aufstehen untertauchen.
Andreas Eichberger – Gottes Agenda – Apostelgeschichte 9:18
Sofort fiel es wie Schuppen von seinen Augen und Saulus konnte wieder sehen. Er stand auf und wurde sofort getauft
das Buch – Apg 9,18

Es fiel wie Schuppen (lepides, von dem Verb lepO, „schälen“; Schuppen von Fischen und Krokodilen) von seinen Augen, und er wurde wieder sehend. Nach seiner Bekehrung unterzog Paulus sich, wie alle Christen in der Apostelgeschichte (Apg 8,12.38), der Wassertaufe.
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Von Hananias ist erst in Kap. 22, wo Paulus selbst von seiner Bekehrung berichtet, wieder die Rede.
Die Heilung von Saulus erinnert an die Heilung der Blindheit des Tobias in einer bekannten jüdischen Geschichte; vermutlich hat sich durch sie der Eindruck des Wunderbaren angesichts all dieser Geschehnisse für ihn noch verstärkt.
Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments
Die Wirkung der Handauflegung (und Mitteilung) an Saulus tritt sogleich ein. „Von seinen Augen fielen sie73 wie Schuppen“ (V 18a) meint: Was das Sehen behinderte, wird wunderbar entfernt, und der Geblendete kann wieder sehen. Er erhebt sich und läßt sich taufen (V 18b). ἀναστάς drückt hier das selbständige Aufstehen aus (im Unterschied von ἠγέρθη V 8?). Es ist wohl vorausgesetzt, daß Hananias als Taufspender fungierte (vgl. 22,16). Da die Taufnotiz nur dort begegnet, wo auch von Hananias erzählt wird, gehören beide zusammen. Wenn Hananias schon im vor-lukanischen Damaskusbericht vorkam, darin wird wohl auch die Taufnotiz Anspruch auf Geschichtlichkeit beanspruchen dürfen. Der Schluß des Berichts (V 19a) zeigt, daß Saulus sein Fasten (V 9) beendet und wieder zu Kräften kommt. Die abschließenden Angaben V 9 und V 19a stehen somit in Korrespondenz.
Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament
„Und sofort fielen von seinen Augen gleichsam Schuppen, er konnte sehen, und er stand auf und ließ sich taufen.“ Saulus hat unter der Handauflegung des Ananias nicht nur Heilung, sondern auch den Heiligen Geist empfangen. Hat er damit nicht alles, was er braucht? Und doch ist es ihm selbstverständlich, „er stand auf und ließ sich taufen“, offenbar sofort an Ort und Stelle von Ananias. Die Taufe ist ihm kein „Problem“ und nicht mit schwierigen theologischen Fragen belastet. In ihr dokumentiert sich die Zugehörigkeit zu Jesus und zu seiner Gemeinde. Saulus erwartet nicht, erst durch die Taufe Christ zu werden und die Gnade Jesu und den Heiligen Geist zu bekommen. Er ist schon ein Eigentum Jesu, er hat die Gnade seines Herrn und den Heiligen Geist erhalten, er ist „ein erwähltes Rüstzeug“. Aber darum verachtet er die Taufe nicht. Er läßt in ihr sein ganzes altes Leben in den Tod des Herrn begraben (Rö 6, 3 f), läßt es sich versiegeln, daß er „mit“ Christus gekreuzigt ist (Gal 2, 19) und hält sich nun für gestorben der Sünde gegenüber und lebend für Gott in Christus Jesus, seinem Herrn (Rö 6, 11). Zugleich fügt die Taufe ihn ein in die Gemeinde.
Wuppertaler Studienbibel
Nachdem er wieder sehen konnte, ließ sich Saulus zwar als erstes taufen, doch wartete er damit länger als jeder andere, in der Apostelgeschichte erwähnte Bekehrte, was zweifellos an den besonderen Umständen lag, in denen er sich befand. Stellen wir ihm den Kerkermeister in Philippi gegenüber, der sofort nach seiner unerwarteten Bekehrung getauft wurde (16,31-33). Saulus wurde in V.19 körperlich und in V.22 geistlich gestärkt. Und unmittelbar danach tat er das, was allen Neubekehrten angemessen ist: Er schloß sich den Jüngern in Damaskus an, die den gleichen HERRN liebten. Die Synagoge als Ort der religiösen Zusammenkünfte (im Unterschied zur Stätte des Zeugnisses) war für ihn nicht mehr maßgebend. Er war in der Absicht nach Damaskus gekommen, die Gläubigen zu binden, doch stattdessen verband er sich in christlicher Liebe und Gemeinschaft mit ihnen. Er kannte die rechte Gemeinschaft für diejenigen, die den HERRN anerkennen und wurde einer von ihnen (Kol 4,9.12).
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
»Hananias ging hin und kam hinein in das Haus und legte die Hände auf ihn und sagte: „Saul, Bruder, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg erschienen ist, auf dem du gekommen bist, damit du wieder sehen kannst und vom Heiligen Geist erfüllt wirst«„ (V. 17). Ohne große Umstände stellt Hananias nun die Bruderschaft zu Saulus her. Das Handauflegen (im AT eigentlich: Handaufstemmen) ist eine uralte symbolische Handlung dafür, dass eine Kraftwirkung oder ein Segen auf einen anderen übergeht (vgl. hierzu besonders Jak 5,14 und Apg 6,6). In der frühen Christenheit wurde die Handauflegung bei der Einsetzung in ein Amt geübt (Apg 6,6), ebenso aber schon von Jesus selbst bei Heilungen (Mk 6,5; 16,18) und später von den Aposteln zur Vermittlung des Heiligen Geistes (Apg 8,17 u. a.). In unserem Fall werden Heilung und Geistvermittlung zusammenkommen (V. 17). Die Taufe wird dadurch nicht überflüssig, sondern sie ergibt sich nach dem Bericht des Lukas fast wie von selbst: »Und so gleich fiel es ihm von den Augen wie Schuppen. Er konnte wieder sehen, stand auf und ließ sich taufen, nahm Speise zu sich und kam zu Kräften« (V. 18ff.). Taufe ist hier eine Konsequenz der in der Stille schon geschehenen Lebensübergabe an Jesus. Es wird betont, dass Saulus nun das Fasten beendete, dass also die Vorbereitungs – und Erwartungszeit vorüber ist. Kräfte sind nun nötig für die Aufgaben, die es anzupacken gilt.
Gerhard Maier – Edition C
Schließlich kam die Heilung des Saulus in den Versen 18-19a. Die Heilung selbst wird in Vers 18a beschrieben: Und alsbald fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, und er wurde wieder sehend. Lukas sagt nicht, dass Saul tatsächlich Schuppen von den Augen fielen, sondern dass es sich für Saul so anfühlte. Der griechische Begriff für „Schuppen“, lepides, wird nur in diesem neutestamentlichen Vers verwendet. In der griechischen Literatur wird er jedoch für die Schuppen von Fischen und Krokodilen verwendet, und medizinische Autoren verwendeten das Wort lepis für Stücke der Haut, die von einem Körper abfallen.[ 236 ] Mit anderen Worten, die Verwendung des Begriffs spiegelt wieder den Hintergrund und den Beruf des Lukas als Arzt wider. Saulus wurde augenblicklich wieder sehend, und die Heilung war vollkommen. In Vers 18b folgt auf die Heilung seine Taufe: und er stand auf und ließ sich taufen. Dieses Untertauchen identifizierte Saulus mit dem neuen Glauben und mit dem Tod, dem Begräbnis und der Auferstehung von Jeschua. Der Bericht schließt in Vers 19a mit der Aussage, dass Saulus sein Fasten brach, Nahrung zu sich nahm und gestärkt wurde.
Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar: Apostelgeschichte
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