Thomas Pape

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Jauchzen werde ich, mich freuen an deiner Huld

Ich will frohlocken und mich freuen in deiner Güte; denn (O. daß) du hast mein Elend angesehen, hast Kenntnis genommen von den Bedrängnissen meiner Seele,
Elberfelder 1871 – Psalm 31,8

Jauchzen werde ich, mich freuen
an deiner Huld,
der du meine Gebeugtheit ersahst,
die Bedrängnisse meiner Seele erkanntest,
Buber & Rosenzweig – Psalm 31:8

Ich bin glücklich, dass du so gut zu mir bist.
Du hast meine Not gesehen
und erkannt, wie verzweifelt ich war.
Gute Nachricht Bibel – Ps 31,8

Voller Freude juble ich über deine Gnade:
Du kennst mein Elend,
kümmerst dich um meine Nöte, die so schwer auf meiner Seele liegen.
Neue Genfer Übersetzung – Ps 31:8

Davids Augen sind nicht auf sich selbst, sondern auf seinen wunderbaren Gott gerichtet! Ist das auch bei dir so? Oder lenken „deine religiösen Zeitschriften“ das Augenmerk auf „deine Gefühle“ und „deine Sicht“?

Er bekräftigt sein Vertrauen in den Herrn und bittet ihn, ihn zu befreien und ihn auf der Grundlage der göttlichen Gerechtigkeit zu verteidigen. „Sollte der Richter der ganzen Erde nicht Recht tun?“ (Gen 18,25). Wie kann der gerechte Herr zulassen, dass böse Menschen gedeihen und den von ihm gesalbten König stürzen? So etwas würde David beschämen, eine Aussage, die er in Vers 17. Wie so oft flehte er Gott an, schnell zu handeln (69:17; 70:1, 571:12; 141:1; 143:7) und ihm ein Fels und eine Festung zu sein (siehe 18:1-3). Neben Gottes Schutz brauchte David auch Gottes Führung, um die Fallen zu vermeiden, die der Feind ihm gestellt hatte. „Du bist meine Stärke“ war sein Glaubensbekenntnis (V. 4), denn seine eigene Kraft hatte versagt (V. 10).

Sein Gebet der Hingabe in Vers 5 wurde von unserem Herrn am Kreuz zitiert (Lukas 23:46, und siehe Apostelgeschichte 7:59). Auch Petrus entlehnte den Gedanken (1. Petrus 4,19) und verwendete das Wort „verpflichten“, was so viel bedeutet wie „treuhänderisch anlegen, wie Geld auf einer Bank“. Die Hand des Feindes war gegen David gerichtet (Vv. 8, 15), aber er wusste, dass er in Gottes Hand sicher war (siehe Johannes 10,27-30). Der Gott der Wahrheit würde seine Versprechen halten. Seine Feinde waren Götzendiener; sie vertrauten nicht auf den lebendigen Gott, sondern auf „lügnerische Eitelkeiten, wertlose Götzen“. Beachten Sie das wiederholte „aber ich vertraue“ (Vv. 6, 14). Das Wort bedeutet, dass man sich auf ihn verlassen, sich auf ihn stützen muss. Jona zitierte Vers 6 in seinem Gebet vor dem großen Fisch (Jona 2,8). In seiner Barmherzigkeit hatte Gott David aus vielen gefährlichen Situationen befreit, und David wusste, dass er sich wieder auf ihn verlassen konnte, was ihm Freude bereitete. Wie in der Vergangenheit würde Gott ihn von einem „engen Ort“ befreien und ihn befähigen, an einem „weiten Ort“ zu stehen (V. 8; siehe 18,19, 36und 4,1). Er würde durch seine Prüfungen und seinen Glauben an den Herrn wachsen.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series

David »will frohlocken und sich freuen« in der Güte des Herrn, und dann begründet er das mit einem »denn«: Gott sieht sein Elend und überlässt ihn nicht seinen Verfolgern. Saul und seine Leute hatten David eingekreist, aber dann griff Gott auf ganz unerwartete Weise ein, und David entkam (1Sam 23,27.28). Sauls Auge spähte nach ihm, um ihn umzubringen; aber Gottes Auge war über ihm, um ihn zu bewahren und zu befreien. Gott »kennt die Ängste« Davids. Man kann das hebräische Wort hier auch buchstäblich als »Beengung« auffassen: Von allen Seiten wurde David in die Enge getrieben. Gerade als David meinte, nun sei er endgültig umstellt, musste Saul hören, die Philister seien ins Land eingefallen, und er ließ von David ab. Gott verschaffte seinem Knecht auf diese Weise ganz buchstäblich »weiten Raum«.
Wenn Gott uns aus Not befreit, dann gehört es sich, dass wir uns darüber freuen, denn das ist ein Ausdruck der Dankbarkeit. Und es gehört sich, dass wir vor den Menschen davon singen (siehe Hi 33,26–28).

Benedikt Peters – Die Psalmen

Mit väterlicher Besorgtheit blickt Gott auf die herab, die Ihn lieben, und kümmert sich um ihre Nöte. Er, der ewige Gott, nimmt Kenntnis von jeder Einzelheit des Lebensweges der Gläubigen. Diese einfache Erkenntnis ist auch eine der Grundlagen des Betens. Erst durch dieses Wissen werden Gebete sinnvoll. Wenn Er unsere Bitten erhört hat, dürfen wir uns darüber freuen, zugleich aber über Seine Güte, die unser Elend angesehen und sich in barmherziger Liebe über uns erbarmt hat (Vers 8). Gott hatte den Feinden Davids nicht gestattet, Hand an ihn zu legen. Nach dem Bericht der geschichtlichen Bücher der Schrift ließ Er es dabei verschiedene Male bis zum Äußersten kommen. Desto herrlicher erscheint dann das rechtzeitige Eingreifen des himmlischen Retters. Die Rettung im letzten Augenblick zeigt, wie genau Er auf Seinen Knecht David Acht gab. Es gefiel Ihm, die Füße Davids aus äußerst kritischen Situationen auf ungewöhnliche Weise in fast unbegrenzte Freiheit, „in weiten Raum“, zu führen (Vers 9). Er gab Seinem Erwählten die Kraft, die damit verbundenen seelischen Beanspruchungen zu durchstehen. Überdies verlieh Er ihm geistliche Weisheit, die Ereignisse unter der Leitung des Heiligen Geistes niederzuschreiben zum Nutzen einer unübersehbaren Zahl von Glaubenden. So wurde David zum Wegweiser und Trostspender für trostbedürftige Weggenossen des Leids. Das ganze Geschehen ist offensichtlich von Gott im Voraus geplant; es offenbart einerseits Seine vorausschauende Weisheit und andererseits Seine Liebe zu David und Seine Vorsorge für die vielen Gottesfürchtigen nach ihm.

Karl Mebus – Die Psalmen – Eine Auslegung für die Praxis

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