Irrt – – euch nicht, Gott läßt sich nicht verspotten – Hiob 13,9 -; denn was der Mensch sät – Lk 16,25; Röm 2,6; 2 Kor 9,6 -, dieses wird er auch ernten!
Abraham Meister – Galater 6,7
Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten! denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten.
Elberfelder 1871 – Galater 6:7
Macht euch nichts vor! Gott lässt keinen Spott mit sich treiben. Jeder Mensch wird ernten, was er gesät hat.
Gute Nachricht Bibel – Gal 6,7
Macht euch nichts vor! Gott lässt keinen Spott mit sich treiben. Jeder Mensch wird ernten, was er gesät hat.
Gute Nachricht Bibel – Gal 6:7

Gott lässt sich nicht spotten. Diesen Satz schließt Paulus an, um die gewöhnlichen Entschuldigungen und Ausflüchte abzuschneiden. Geben die einen vor, sie müssten für ihre Familie sorgen, so sagen die anderen: Ihnen bleibe nichts übrig, um etwas verleihen oder verausgaben zu können. So erfüllen denn nur wenige ihre Pflicht, und diese wenigen können nicht alles tun, wenn so viele zurückbleiben. Haltlos sind aber alle Ausreden, weil wir es hier mit Gott zu tun haben, woran die Welt gar nicht denkt. Denn es handelt sich hier ja nicht nur um den Lebensunterhalt eines Menschen, sondern um den Grad der Wertschätzung Christi und seines Evangeliums. Diese Stelle zeugt davon, dass die Unart, treuen Seelenhirten einen Spottlohn zu bieten, nicht erst heute entstanden ist. Aber solch Gespött läuft für die Gottlosen nicht ungestraft aus. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Was bei uns gewöhnlich einen freigebigen Sinn nicht aufkommen lässt, ist der Gedanke, als wäre für uns verloren, was in eine andere Hand übergeht. Die furchtsame Sorge lässt uns eben nur an uns selbst denken. Demgegenüber erinnert Paulus daran, dass diese Lebenszeit nur Saatzeit ist: Wer Gutes tut, streut seinen Samen aus (vgl. auch zu 2. Kor. 9, 6). Wenn wir diese Wahrheit recht ins Herz fassen würden, würden wir freudig uns und unser Eigentum dem Nächsten aufopfern und dabei in gespannter Hoffnung den Blick auf die Ernte richten. So ist ja die Aussaat des Landmanns fröhlichstes Geschäft. Während dieser nun getrosten Mutes neun Monate ausharrt, um doch nur eine vergängliche Ernte einzusammeln, wollen wir in der Erwartung der seligen Unsterblichkeit müde werden?
Calvins Auslegung der Heiligen Schrift
Die Mahnung wird verschärft: Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht verspotten! Der gleiche Ruf findet sich auch 1Kor 6,9 und 15,33 und wendet sich dort wie hier nicht gegen Spötter von draußen, auch nicht gegen offene Verspottung Gottes mit Worten. Derartiges lag auch den Galatern fern. Ihrer Meinung nach waren sie gerade dabei, ihre Frömmigkeit entscheidend zu steigern. Aber durch das, was sie mit ihren Lehrern machten, verhöhnten sie Gott. Spätestens im Endgericht wird Gott sich seine Ehre zurückholen und die gebührende Antwort erteilen. Vom Gericht spricht die Bibel oft im Bild der Ernte, so auch der folgende sprichwortartige Satz, den jeder Bauer bestätigen kann: Was nämlich ein Mensch sät, das wird er auch ernten. Die ganze Serie von Werken des Fleisches von 5,19–21, die Zänkereien von 5,15, die Ehrsüchteleien von 5,26, die Gottvergessenheit von 6,6 sind Aussaat, die eine entsprechende Ernte zeitigen wird. Daran gibt es kein Vorbeikommen.
Wuppertaler Studienbibel
Paulus legt hier ein grundlegendes Lebens-Prinzip dar, daß nämlich der Mensch seiner Saat gemäß erntet. Wir dürfen uns in dieser Sache nicht täuschen lassen, uns nicht in Illusionen wiegen. Wir können nicht leben, wie uns beliebt, und dann meinen, wir würden nicht die entsprechende Frucht ernten; denn Gott läßt sich nicht spotten. »Spotten« (mykterìzo) bedeutet »die Nase rümpfen«, »verachten«, »höhnen«. Eine um die Vorsilbe ek erweiterte, verstärkte Form des Wortes (ekmykterìzo) wird in Lukas 16,14; 23,35 mit »verhöhnen« übersetzt. Wir mögen wohl Menschen täuschen, Gott aber nicht.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Dieses Gesetz von Saat und Ernte ist unerbittlich. Es gilt in der Landwirtschaft. Was wir säen, sei es Kohl, seien es Rüben, wir werden es ernten. Wenn wir sparsam säen, werden wir sparsam ernten; säen wir großzügig, werden wir auch reich ernten (2 Korinther 9,6). Wir können uns der unerbittlichen Gültigkeit dieses Gesetzes nicht entziehen. Der Mensch verschließt davor nur zu gern seine Augen, zuweilen auch der Christ. Hosea warnt uns: »Sie haben Wind gesät, sie werden Sturm ernten« (Hos 8,7). Das Prinzip ist klar. Die Galater standen in Gefahr, für das Fleisch zu säen, indem sie falschen Lehrern folgten; sie sollten sich von ihnen abwenden und beginnen, für den Geist zu säen. Ließen sie sich verführen, würde ihnen eine furchtbare Saat aufgehen.
In Vers 7 spricht Paulus eine ernste Warnung aus. Er benutzt dazu eines der bekanntesten Phänomene in der Geschichte der Menschheit – das Säen und Ernten. Manche nennen es das »Gesetz des Ertrags«. »Denn was der Mensch sät, das wird er ernten« (V. 7).
Timothy Keller – Die Bibel erklärt
Für den Landwirt wie den Gärtner ist das ein absolutes Gesetz. Paulus will unseren Blick offenbar auf (mindestens) zwei Aspekte lenken. Erstens: Man erntet immer das, was man gesät hat. Wer Tomaten ernten will, darf keinen Weizen säen. Und zweitens: Was man gesät hat, wird man auch ernten. Es mag erst so aussehen, als würde der Same nutzlos in der Erde liegen, aber er wird aufgehen. Die Aussaat entscheidet über die Ernte.
Und dieses Gesetz des Ertrags von Saat und Ernte ist im moralischen und religiösen Bereich ebenso unaufhaltsam wie in der Landwirtschaft. »Gott lässt sich nicht spotten« (V. 7). Man kann ihn nicht auf die leichte Schulter nehmen. »Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten« (V. 8). Nein, das heißt nicht, dass Gott rachsüchtig ist und nur darauf wartet, es uns heimzuzahlen. Das Bild vom Säen und Ernten deutet vielmehr auf einen Prozess hin, der etwas Natürliches, Organisches an sich hat. Nicht nur das biologische, sondern auch das moralische Universum hat seine Gesetzmäßigkeiten. So wie eine fettreiche Ernährung unser Herz stresst und schädigt, führt das Sündigen gegen Gott zu Folgen im moralischen bzw. geistlichen Bereich. Wer sparsam sät, erhält nur eine kleine Ernte (und verarmt). Wer zu viel Fett zu sich nimmt, »erntet« einen Herzschaden und frühen Tod. Und wenn ich ständig meiner sündigen Natur nachgebe, ernte ich geistliches Siechtum und Zerstörung. Das Wort »Verderben« kann auch durch »Zerfall« ersetzt werden. Paulus sagt hier, dass Sünde zu Zerbrechen und Auflösung führt.
Der Zerfall, den wir ernten, kommt durch die Schädigung der »Struktur« bzw. der »Substanz« des moralischen Universums, ähnlich wie bestimmte Verhaltensweisen das Gefüge unseres Körpers ruinieren. Es gibt hier tausend Varianten. Galater 6, 7–8 ist in gewissem Sinne eine Zusammenfassung des gesamten Buches der Sprüche! Wer Unehrlichkeit sät, schädigt seine Beziehungen und landet schließlich in dem »Verderben« der Einsamkeit. Die Saat von Neid und Eifersucht zerreißt das Gewebe der Zufriedenheit und führt zu dem »Verderben« der Bitterkeit. Und so weiter und so fort.
Was wir auch säen, wir werden es ernten. Sünde führt immer zu Verderben, nie zu Freude und Leben. Und die Ernte ist uns gewiss. Die Folgen der Sünde werden kommen, wir können sie nicht verhindern.
Doch wir müssen diese Warnung des Paulus im Licht des gesamten Galaterbriefs lesen. Er meint etwas ganz Bestimmtes, wenn er davon schreibt, dass man »auf sein Fleisch sät« (V. 8). Er hat bereits aufgezeigt, dass unsere sündige Natur (das sarx) der Teil unseres Herzens ist, der unser Leben selbst bestimmen will, indem er unser Ersatz-Erlöser wird – das in uns, was sich dem Evangelium der Gnade widersetzt und sich seine Gerechtigkeit immer wieder selbst verdienen will.
Den ganzen Brief hindurch hat Paulus gezeigt, dass es möglich ist (und oft tatsächlich geschieht), dass Christen in irgendeine Form der Sklaverei unter der Sünde zurückfallen und sich in dieser Phase von dem Evangelium entfernen. Aber sie bleiben immer noch Christen, die allein aus Gnade erlöst sind. Aber Paulus warnt uns auch, dass dann, wenn wir das Evangelium verwerfen und in aller Form zur Werkgerechtigkeit überlaufen, die Sklaverei und Zerstörung vollkommen sein werden.
Wahrscheinlich hat er hier beide Fälle im Hinterkopf. Wenn wir als Christen das Evangelium links liegen lassen und stattdessen »im Fleisch leben« und versuchen, uns unsere Erlösung auf andere Weise zu verdienen, werden wir ein Leben ohne Freude und Kraft haben. Und wenn jemand das Evangelium regelrecht ablehnt und völlig »im Fleisch lebt« und etwas anderes als Christus seinen Erlöser sein lässt und ihm dient, wird er zum Schluss nicht das ewige Leben ernten, sondern die ewige Verdammnis.
Die Warnung ist scharf, aber die Verheißung ist wunderbar. »Wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten« (V. 8). Wenn wir im Geist leben, werden wir schon in unserem irdischen Leben die Gewissheit und Erfüllung, das Angenommensein und die Freude des Lebens des Christen erfahren und dürfen wissen, dass dies nach dem Tod ungebrochen weitergehen wird.