Thomas Pape

,

Es reicht nicht aus, Gottes Wahrheit zu kennen; wir müssen seiner Wahrheit „von Herzen“ gehorchen

Und als sie von ihm weggezogen waren, sie verließen ihn aber in großen Schmerzen, machten seine Knechte eine Verschwörung wider ihn, um des Blutes der Söhne (And l.: des Sohnes) des Priesters Jojada willen; und sie ermordeten ihn auf seinem Bette, und er starb. Und man begrub ihn in der Stadt Davids, aber man begrub ihn nicht in den Gräbern der Könige.
Elberfelder 1871 – 2.Chronika 24,25

Als sie aber von ihm gegangen waren
– sie verließen ihn nämlich in einem schweren Kranksein – ,
verknoteten sich wider ihn seine Diener, wegen der Bluttat am Sohn Jehojadas des Priesters,
sie brachten ihn in seinem Bette um;
und als er gestorben war, begruben sie ihn zwar in der Dawidstadt, aber nicht in den Königsgräbern.
Buber & Rosenzweig – 2.Chronik 24:25

Als sie aber von ihm abgezogen waren – sie ließen ihn in schwerer Krankheit zurück –, verschworen sich seine Diener gegen ihn wegen der Blutschuld an den Söhnen Jehojadas, des Priesters, und sie töteten ihn auf seinem Lager, und er starb. Und man begrub ihn in der Stadt Davids, aber man begrub ihn nicht in der Grabanlage der Könige.
Die Philippson-Bibel – 2.Chronika 24,25

Hast du ein persönliches Bibelleseprogramm? Hast du ein persönliches Verhältnis zum Schöpfer? Oder bist du „abhängig“ von einer Gemeinschaft/Religionsgemeinschaft, die dir vorschreibt, was du lesen darfst und wie du es zu verstehen hast?
Schau dir das Beispiel an:

Verlassen (Vv. 17-18; 2. Chronik 24:15-22). Jojada starb im hohen Alter von einhundertdreißig Jahren. Er war beim Volk so beliebt, dass er mit den Königen begraben wurde (2. Chronik 24,15-16). Aber als Jojada von der Bildfläche verschwand, zeigte König Joasch sein wahres Gesicht und verließ den Glauben. Sein Abfall vom Glauben war nicht die Schuld Jojadas, denn der Hohepriester hatte Joasch treu in der Heiligen Schrift unterrichtet. Das Problem war Joaschs oberflächlicher Glaube und sein Wunsch, den Führern des Landes, „den Beamten von Juda“, zu gefallen, die Joasch besuchten und ihn baten, in religiösen Angelegenheiten nachsichtiger zu sein (24:17-18). Er lenkte ein, und der Götzendienst hielt wieder Einzug in Juda und Jerusalem.

Joaschs Abtrünnigkeit war eine Sünde der vorsätzlichen Rebellion gegen Gott, denn der König wusste, was das Gesetz des Mose über Götzendienst lehrte. Aber es war auch eine Sünde der Undankbarkeit für alles, was Jojada für ihn getan hatte. Jojada und seine Frau hatten das Leben des Königs gerettet! Der Hohepriester hatte ihn die Wahrheit des Wortes Gottes gelehrt und Joasch zur Seite gestanden, als er lernte, wie man das Volk regiert. Aber der König hatte die Wahrheit nie in sein Herz aufgenommen und ihr erlaubt, Wurzeln zu schlagen. Der Boden seines Herzens war flach, und er hatte Gottes Gesetz nur deshalb befolgt, weil sein Mentor zugesehen hatte. Er nahm sogar den Reichtum des Tempels, den er repariert hatte, und gab ihn einem heidnischen König als Lösegeld!

Joasch ist eine Warnung für uns heute. Es reicht nicht aus, Gottes Wahrheit zu kennen; wir müssen seiner Wahrheit „von Herzen“ gehorchen (Eph. 6:6). Die Wahrheit im Kopf kann zu Gehorsam führen, aber die Wahrheit im Herzen und der Gehorsam aus dem Herzen werden einen gottgefälligen Charakter hervorbringen. Gottes Wort und Gottes Wille müssen verinnerlicht – in das Herz aufgenommen – werden (Ps. 119,9-11), sonst können wir nie einen beständigen christlichen Charakter entwickeln. Solange Pflicht und Disziplin nicht zur Freude werden, sind wir nur widerwillige Diener, die Gott gehorchen, weil wir es müssen, nicht weil wir es wollen. Jojada war eine „religiöse Stütze“, an die sich der König anlehnte. Als die Stütze entfernt wurde, stürzte der König.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series

Schon bald wurde der Ausspruch des Propheten bestätigt. Schon im nächsten Jahr (im Frühjahr) fielen die Aramäer in Juda ein, töteten die Oberen und machten umfangreiche Beute. (Weitere Schlachten zwischen Juda und den Aramäern ereigneten sich in der Regierungszeit von Ahasja, 2Chr 22,5 und Ahas, 2Chr 28,5 .) Die Aramäer führten diesen Raubzug durch, obwohl sie bei weitem in der Minderzahl waren. Es ist klar, daß dies das Gericht Gottes über Joasch war.
Nachdem die Aramäer sich zurückgezogen hatten und der König verwundet zurückblieb, töteten ihn seine Vertrauten aufgrund dessen, was er Secharja angetan hatte. Zweifellos waren sie der Meinung, daß sie damit den göttlichen Zorn beschwichtigen konnten. Sogar im Tod wurde Joasch nicht geehrt, denn er wurde nicht wie viele andere judäische Könige in den Königsgräbern bei seinen Vorfahren (vgl. 2Chr 21,20;26,23;28,27 ) und Jojada, dem gerechten Priester begraben ( 2Chr 24,16 ). Die Namen der beiden Mörder werden auch in 2Kö 12,22 genannt, aber der Verfasser von 2.Chronik fügt hinzu, daß es sich um einen Ammoniter und einen Moabiter handelte. Offensichtlich sprach er damit aufgrund dieser Tat gegen einen gesalbten Sohn Davids eine Anklage gegen die Ausländer aus. Mit dem Buch der Könige könnte das alttestamentliche Buch 1. und 2.Könige gemeint sein.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Eine Wendung der inneren Geistesrichtung beim Könige als auch im Volke trat leider bald nach dem Tode des treuen Hohenpriesters Jojada ein. Es zeigte sich, dass der König bisher mehr unter dem Einfluss einer [340] frommen Erziehung als aus innerlicher Herzensüberzeugung gehandelt hatte. Der unter dem Adel und den Vornehmen des Volkes auflebende Baalsdienst zog auch ihn in seinen Bann hinein und wurde ihm und seinem Lande zum Gericht. Auch die öffentliche Warnung durch Sacharja, den Sohn Jojadas, machte auf den König keinen Eindruck mehr. Er ließ vielmehr dies unbequeme Gewissen im Tempelvorhof steinigen. Sterbend rief Sacharja: „Jahve sieht es und wird es vergelten!“

Diese Vergeltung kam bereits nach einem Jahr. Durch Hasael von Damaskus war Nordisrael unterworfen worden und der König der Aramäer bedrohte auch Jerusalem. Joas lag in der Zeit schwer krank, konnte sich aber durch eine schwere Geldbuße von Hasaels Druck loskaufen. Einige Hofbeamte nutzten aber diese Gelegenheit aus und ermordeten ihn auf dem Krankenbette. Wie völlig er nach seines Retters Jojadas Tod das Vertrauen des Volkes durch sein gottloses Leben verloren hatte, zeigte sich auch an seinem Begräbnis. Obgleich er die Würde eines Königs bekleidet hatte, wurde auch er nicht wie sein Großvater mit königlichen Ehren in der Königsgruft begraben.
Als sein Sohn Amazja den Thron bestieg, war er fünfundzwanzig Jahre alt. Zunächst nahm er bittere Rache an den Mördern seines Vaters. Am Anfänge seiner Regierung schien er zu tun, was dem Herrn wohl gefiel. Sein Sieg über die Edomiter, deren Hauptstadt Sela er eroberte, machte ihn unbegreiflich hochmütig und aufgeblasen. Berauscht von seinen Erfolgen, forderte er auch Joas von Samaria zum Kampf heraus. Der König des Nordreiches ließ ihn mit spöttischen Worten, aber doch sehr ernst warnen, nicht sich und Juda durch einen unbegründeten Kampf ins Unglück zu stürzen. Amazja gehorchte nicht und musste seinen Übermut mit seiner Gefangennahme durch Joab büßen. Zwar ließ ihm Joab später den Thron in Jerusalem, aber nur in der Abhängigkeit von Samaria. Das Ende war eine Verschwörung, der Amazja auf seiner Flucht in Lagis erlag.

Jakob Kroeker – Das lebendige Wort – Das Königtum und die Theokratie in Israel

Zurück zu den einleitenden Fragen: Was also, wenn du „abhängig“ von einer Organisation, einem „Erklärbären“ bist, dieser aber falsch liegt? Was wenn wir momentan auf Israel schauen sollten, und erkennen sollten, dass sich dort vor unseren Augen viele Prophezeiungen erfüllen? Was, wenn Christi Wiederkunft nicht „unsichtbar war“, sondern unmittelbar bevor steht? Wo wirst du stehen?

0