Thomas Pape

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Wirklich glücklich zu preisen sind die Menschen, deren Verstöße gegen das Gottesgesetz vergeben sind und deren Sünden bedeckt wurden!

„Glückselig die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden bedeckt sind!
Glückselig der Mann, dem der Herr Sünde nicht (O. keineswegs, gewißlich nicht) zurechnet!“(Ps 32,1. 2.)
Elberfelder 1871 – Römer 4,7–8

»Glückselig sind die, denen die Gesetzesübertretungen vergeben und deren Sünden zugedeckt worden sind; glückselig ist der Mann, dem der Herr (die) Sünde nicht anrechnet.«
Menge 1967 – Römer 4:7–8

»Freuen dürfen sich alle,
denen der Herr ihr Unrecht vergeben
und ihre Verfehlungen zugedeckt hat!
Freuen dürfen sich alle,
denen der Herr die Schuld nicht anrechnet!«
Gute Nachricht Bibel 2000 – Röm 4,7–8

»Glücklich zu nennen, deren Schrankenlosigkeiten verziehen und deren Verfehlungen zugehüllt wurden. Glücklich ist ein Mensch, dessen Verirrung der HERR einmal gewiss nicht anrechnet.»
Gottes Agenda – Röm 4:7–8

Trägst du eine unsichtbare Liste von Geboten und Verboten mit dir herum? Was steht alles auf dieser Liste? Viele Menschen haben ein falsches Gottesbild. Sie sehen Gott als einen zornigen Herrscher, der nur darauf wartet, uns zu bestrafen, wenn wir seine Vorschriften übertreten. Wenn wir Gott als den „Strafenden“ betrachten, wird unsere Beziehung zu ihm von Angst und Schuld geprägt sein, anstatt von Liebe und Vertrauen. Wenn dein Glaube Schuld produziert, anstatt Schuld zu reduzieren, dann hast du dir ein Gesetz auferlegt und hast vergessen, was es bedeutet, eine Beziehung zu Gott zu haben. Je besser du das wahre Wesen Gottes kennst, desto weniger wird dich die Schuld deiner Sünden belasten. Liebe, Gnade, Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft gehören zu den charakteristischen Eigenschaften Gottes. Er hat durch das Blut seines Sohnes Jesus Christus dafür gesorgt, dass du von jeder Schuld gereinigt werden kannst.
RÖMER 4,7–8
»Glückselig die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden bedeckt sind! Glückselig der Mann, dem der Herr Sünde nicht zurechnet!«

June Hunt – Schlüssel zur biblischen Seelsorge

Den Vers 6 hatten wir schon – ließ also die Kommentare dort ….

Würde Israel doch nur die Schrift verstehen! Aber sie sind „Toren und trägen Herzens, zu glauben alle dem, was die Propheten geredet haben“ (Lk 24,25). Hören sie Abraham und David nicht, „so werden sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten aufstände“ (Lk 16,31). Die Worte Jesu kennzeichnen das ungläubige Israel, mit dem es Paulus hier zu tun hat. Denn auch David verkündigt „die Gerechtigkeit ohne Zutun der Werke“. Mit Psalm 32,1f. führt Paulus nach rabbinischer Weise einen zweiten, für den Juden ebenfalls verbindlichen Zeugen an. David schreibt ja nicht: „Selig ist der Mensch, der genug Werke vorweisen kann, so dass ihn Gott in seine Seligkeit aufnehmen kann und muss.“ Nein, derjenige wird selig gepriesen, dessen Gesetzlosigkeit erlassen wurde. Seine Sünde wurde aus Gottes freier Gnade, ohne Verdienst, „weggeschickt“ (so wörtlich „wurde erlassen“). Der ist selig, dessen Sünden zugedeckt wurden. Der ist selig, „dem der Herr die Sünde nicht zurechnet“, der nicht empfangen muss, was er verdient hat (Lk 23,41).

Gerade David weiß um die Seligkeit solcher unverdienten Vergebung. Was hatte er vorzuweisen, als Nathan zu ihm kam und er sein Todesurteil aussprach? Nichts als den Hilferuf: „Ich habe gesündigt“ (2Sam 12,13; vgl. Ps 51). David konnte keine Werke vor Gott ausbreiten, aber er vertraute der Verheißung (vgl. 2Sam 7, besonders V. 18.29).

„Die Gerechtigkeit ohne Zutun der Werke“ bezeugt also das ganze AT. Paulus steht in der Linie der Heilsverkündigung Gottes, wie sie Jesus in seinen Seligpreisungen vorgesprochen hat (vgl. Mt 5,3-12).

Gerhard Maier – Edition C

Paulus ruft mit David einen zweiten Zeugen auf, der bestätigt, dass die Rechtfertigung ohne Werke geschieht. Damit sind zwei der drei Namen aus dem Alten Testament genannt, die dem Juden mehr bedeuten als alle anderen: Abraham und David; den dritten, Mose, ruft Paulus damit als Zeugen auf, dass er ihn zitiert (4,3.17–18). Mit David haben wir einen Zeugen aus dem Alten Testament, der Abraham bestätigt, sodass niemand sagen kann, es sei eine neutestamentliche Erfindung, wenn man sich auf Abraham als Präzedenzfall für die Rechtfertigung aus dem Glauben beruft.
David preist den glückselig, »dem Gott Gerechtigkeit ohne Werke zurechnet«. Gott rechnete dem Sünder David Gutes zu, während er ihm das Böse, seine Sünde, nicht zurechnete: »Glückselig der Mann, dem der Herr Sünde nicht zurechnet!« Wir lernen daraus: »Sünde nicht zurechnen« ist gleichbedeutend mit »Gerechtigkeit zurechnen«; denn »die Sünde ist die Gesetzlosigkeit« (1Jo 3,4). Solange die Sünde uns anhaftet, sind wir in der Ungerechtigkeit gefangen. Wird uns die Sünde nicht zugerechnet, sind wir freigesprochen von der Ungerechtigkeit und damit für gerecht deklariert.
»deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden bedeckt wurden«: Dieses Zitat aus Ps 32 zeigt, dass die Sünden, die »bedeckt« sind, auch »vergeben« sind. Die beiden Ausdrücke werden hier parallel verwendet. David bekam, als er seine Sünden bekannte, die direkte Zusage Gottes durch den Propheten Nathan: »So hat auch der HERR deine Sünde weggetan, du wirst nicht sterben« (2Sam 12,13).
Hätte David keine Vergebung empfangen, wäre er verdammt worden. Nun aber wurde ihm vergeben, und darum ist er gerechtfertigt; und weil er gerechtfertigt ist, lebt er, wie geschrieben steht: »Gerechtigkeit ist zum Leben« (Spr 11,19).

Benedikt Peters – Der Brief an die Römer

Das Zitat wörtlich nach LXX Ps 32, 1 f., nur daß die LXX (wie auch etliche Handschriften zu Röm 4, 8) statt οὗ im letzten Satz ᾧ lesen. — Die Psalmstelle ist auch in der rabbinischen Literatur vielfach verwendet worden.

Joma 86b: (Im Sündenbekenntnis am Versöhnungstage) muß man die Sünden einzeln angeben; denn es heißt: Ach, bitte! dies Volk hat eine große Sünde begangen, u. sie machten sich einen Gott aus Gold. Das sind Worte des R. Jehuda b. Baba († um 135). R. ʿAqiba († um 135) sagte: Heil dem, dem die Übertretung aufgehoben, dem die Sünde bedeckt ist Ps 32, 1. — Ein Überbleibsel dieser Kontroverse auch TJoma 5, 14 (191). In pJoma 8, 45c, 38 ist die Psalmstelle nicht herangezogen u. als Kontroversist des R. ʿAqiba erscheint R. Jehuda b. Bathyra. ‖ Midr Ps 32 § 2 (121b): Heil dem Menschen, dem Jahve die Missetat nicht zurechnet, u. in dessen Geist kein Trug ist Ps 32, 2. R. Jose b. Jehuda (um 180) hat gesagt: Denn wenn ein Mensch vollkommene Buße tut, daß sein Herz in ihm entwurzelt ist, dann vergibt ihm Gott. ‖ Joma 86b: Rab Jehuda († 299) hat gesagt, Rab († 247) habe einander gegenübergestellt: Heil dem, dem die Übertretung aufgehoben, dem die Sünde bedeckt ist Ps 32, 1 u.: Wer seine Vergehungen bedeckt, wird kein Gedeihen haben Spr 28, 13. Es liegt kein Widerspruch vor: in dem einen Fall (Spr 28) handelt es sich um bekannt gewordene Sünde, in dem andren Fall um nicht bekannt gewordene Sünde. Rab Zuṭra b. Ṭobijja (um 270) hat gesagt, Rab Nachman († 320) habe gesagt: In dem einen Fall (Spr 28) handelt es sich um Sünden eines Menschen gegen einen andren, in dem andren Fall um Sünden eines Menschen gegen Gott. ‖ PesiqR 45 (186a): Heil dem Menschen, dem Jahve die Missetat nicht zurechnet Ps 32, 2. R. Schimʿon b. Laqisch (um 250) hat gesagt: Womit läßt sich das vergleichen? Mit einer Frau, die die bitteren Wasser (Eiferwasser) getrunken hat u. rein erfunden wurde. Da fing einer an zu sagen: Heil meiner Mutter, daß sie jene überhaupt nicht zu trinken brauchte. So hat David gesagt: Heil dem, dem die Übertretung aufgehoben, dem die Sünde bedeckt ist! Gott antwortete ihm: Heil dem Menschen, dem Jahve die Missetat nicht anrechnet. Und wer sind diese, deren Übertretungen Gott wegnimmt? Das sind die Israeliten, die am Versöhnungstage gerecht dastehen u. ihre Sünden u. Übertretungen einzeln angeben, u. Gott nimmt ihre Sünden weg. ‖ PesiqR 45 (186a) s. bei Röm 2, 11 S. 83. ‖ Berakh 34b: Rab Kahana (um 250, nach Diqduqe Soph ist zu lesen Rab Schescheth, um 260) hat gesagt: Anmaßend will mir der erscheinen, der seine Sünden mit Namen nennt; denn es heißt: Heil dem, dem Übertretung aufgehoben, dem die Sünde bedeckt ist Ps 32, 1. ‖ GnR 22 (14d): R. Schemuël b. Ammi (um 325, so lies statt R. Schimʿon b. A.) hat gesagt: Von David ein Lied. Heil dem, der erhaben ist über die Sünde (so wird jetzt Ps 32, 1 gedeutet). Heil dem Menschen, der höher als seine Sünde ist u. dessen Sünde nicht höher ist als er; wie es heißt: Die Sünde ist ein vor der Tür Lagernder Gn 4, 7. Die Sünde ist eine Lagernde (Femininum) steht hier nicht geschrieben, sondern die Sünde ist ein Lagernder: anfänglich ist sie schwach wie ein Weib, aber hinterher wird sie stark wie ein Mann. ‖ PesiqR 45 (185b): Am Versöhnungstage reinigt Gott Israel u. sühnt ihre Schuld, wie es heißt: Denn an diesem Tage wird man für euch Sühnung schaffen, um euch zu reinigen Lv 16, 30. Und wenn du sagen wolltest: Auch eine andre Nation (reinigt er, so wisse): nein, nur Israel; denn so hat der Prophet Micha (7, 18) gesagt): „Wer ist ein Gott wie du, der da Schuld vergibt u. über Sünde hinweggeht dem Überrest seines Erbes.“ Nur Israel vergibt er. Als David sah, wie Gott die Sünden der Israeliten vergibt u. sich über sie erbarmt, fing er an, sie selig zu preisen u. zu rühmen: Heil dem, dem die Übertretung aufgehoben ist usw. Ps 32, 1. ‖ PesiqR 45 (185b): Von David ein Lied usw. Ps 32, 1. Das ist es, was gesagt ist: Du hast eine Schuld deines Volkes fortgenommen, verhüllt alle ihre Sünde; Sela (so der Midr Ps 85, 3). Du findest, daß am Versöhnungstag der Satan kommt, um Israel zu verklagen. Er zählt die Sünden Israels einzeln auf u. spricht: Herr der Welt, es gibt unter den Völkern der Welt Ehebrecher, ebenso in Israel; es gibt unter den Völkern der Welt Diebe, ebenso in Israel. Gott zählt die Verdienste וָכִיּוֹת Israels einzeln auf. Was tut er? Er nimmt den Wagebalken u. wiegt die Verschuldungen gegenüber den Verdiensten, u. Verschuldungen u. Verdienste halten einander das Gleichgewicht, u. die beiden Wagschalen werden so gleich herabhangend gefunden. Der Satan geht, um Verschuldungen herbeizuschaffen u. auf die Schale der Verschuldungen zu legen u. so dieser das Übergewicht zu geben. Was tut Gott? Während der Satan umhergeht u. nach Verschuldungen sucht, nimmt Gott Verschuldungen von der Schale weg u. verbirgt sie unter seinem Purpur. Der Satan kommt, ohne eine Verschuldung dort gefunden zu haben, wie es heißt: Man wird forschen nach der Schuld Israels, u. es ist keine da Jer 50, 20. Wenn der Satan solches sieht, spricht er zu Gott: Herr der Welt, du hast eine Schuld deines Volkes weggenommen! Als David solches sah, sprach er: Wie nimmt er Verschuldung fort u. verhüllt ihre Sünden! Da fing er an sie zu preisen: Heil dem, dem eine Übertretung fortgenommen, eine Sünde verhüllt wird! Ps 32, 1. ‖ Midr Ps 32 § 3 (122a): Heil dem Menschen, dem Jahve die Missetat nicht zurechnet Ps 32, 2, nämlich weil er eine ihr entsprechende (sie ausgleichende) Gebotserfüllung מִצְוָה (= Gesetzeswerk) vollbracht hat.

Strack & Billerbeck – Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch
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